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Wüchtemer Leitung

KxelsKmtsblatt * MyemeLaev amtlicherWnzeLM für ßen Kreis -chlüchtero

Nr. 52

v. Blatt)

Donnerstag, Sen 30. April 1031

83. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen

K r e i s a u s s ch u ß.

UeredelKrigskurs«».

ö.-Nr. 2153 K. A. Wie alljährlich, finden auch in diesem Zehre wieder eintägige Unterweisungen im Umpfropfen von Obstbäumen statt. Unkosten entstehen den Teilneh- mrn nicht, jedoch müssen dieselben ein gutes veredelungs- messer und einen Abziehstein mitbringen. Ausnahmsweise können diese Geräte auf besonderen Antrag aber auch geliefert werden.

Der Kursus findet anfangs Mai d. 3s. statt. Anmel­dungen hierzu sind sofort, spätestens jedoch bis ,zum 5. Illai d. 3s., an Herrn Kreisobergärtner Holstein in Schlüch- tern, Dreibrüderstraße 16, zu richten, woselbst auch nähere Auskunft erteilt wird.

Das Umpfropfen unrentabler und schlechter Träger ist eine der wichtigsten Arbeiten an den Obstbäumen. Die Umveredelung mit Sorten, die der örtlichen £gge ent­sprechen und auf den Märkten verlangt werden, .liegt im eigensten Interesse jedes Gbstzüchters. Nur mit Liefe­rung einheitlicher und guter Ware können wir auf den Märkten dem Auslande gegenüber konkurrenzfähig blei­ben. wer also wirtschaftlich weiterkommen und die hei­mische Volkswirtschaft stärken will, darf unter keinen Um- Rfänden versäumen, sich über die Veredelung der Gbst- >äume und alle damit im Zusammenhang stehenden Ar= leiten praktisch zu unterrichten.

[ Zchlüchtern, den 29. April 1931.

Der Vorsitzende des Ureisausschusses: Dr. Müller.

Freiwillige SanitStskolanne SchiSchterr».

2.°Nr. 471 R. K. Auf Sonntag, den 3. M a i d. 3 s. Mittags 1 Uhr werden die Vorstandsmitglieder zu einer Sitzung, und Mittags 2 Uhr die Xolonnen- üiit^per zue' mit freundlichsk

Die Mitgliedsbücher sind mitzubringen. vollzähliges orderlich.

' Schlüchtern,

und pünktliches Erscheinen ist dringend er-

5chlüchtern,

Vorsitzender

den 27. April 1931.

Wolf, Xolonnen-vorsitzendcr. den 27. April 1931.

Dr. Müller, des Männervereins vorn Roten Areuz.

ra

Relchflnanzmlnlster Dr. Dietrich

über die politische Lage.

tRB. h mburg, 28. 4. ((Eigene Meldung). 3n einer Mommlung der Deutschen Staatspartei sprach heute abend j^Lfinanzminister Dr. Dietrich über die schwebenden poli- «|d|en Fragen. Wir gehen, führte der Minister aus, einem ommei wichtiger Ereignisse und Entscheidungen entgegen.

Frage, ob ein Ende unserer Finanzsorgen abzusehen l läßt sich leider nicht bejahen. Einkommen- und Löhn- üucraufkommen sind nicht zu übersehen, ebensowenig wie

Entwicklung der Zölle und der umstrittenen Tabak- Mererhöhung, die nicht zuletzt aus reparationspolitischen Minden durchgeführt werden mußte. Weniger die Durch- Mung des Etats an sich, als die 420-Millionen-5chulden- lgung ist das Problem des Tages, wenn and] beides eng "einander verbunden ist. AIs Kernpunkt des sommer-

Arbeitsprogramms bezeichnete er die vcsckäftigung W dem vroblem der Arbeitslosigkeit. Fest stehe (eines »achtens, daß Deutschland einen zweiten Winter mit 5

Arbeitslosen nicht erleben könne, und da dränge N "^ Frage auf, ob die Aufgabe überhaupt auf dem C^r ^isticherung zu lösen sei deren Fehler und Humide niemand leugnen könne.

Minister streifte zum Schluß die Maßnahmen zur Merung der Kapitalbildung deren Erfolg freilich ebenso «' alle Bemühungen zu einer Entlastung zuletzt immer «ver von der Reparationsfrage abhängig sei.

i? ^vie in London verlautet, wird zur Zeit in amt- kreisen die Frage erwogen ob ein britisches Gc- Entiit ^^^ einen formellen Vesuch abstatten soll. Eine Kleidung ist noch nicht getroffen.

Auf dem Gebiete des Landgutes Swierzpn im Kreise in Polen ist Dienstag ein deutscher Luftballon M' Insassen notgelandet. Die Passagiere kamen un- davon.

flth ( ^n Avista kam es zu großen Kundgebungen der Ur ^ die vor das Rathaus zogen und Arbeit ver- l ।C"- Die Ladenbesitzer schlössen aus Angst vor plün- ihre Läden. Die Polizei wurde verstärkt.

r ^f>s Kriegsgericht in Sdjauleu in Litauen ver-

1 . vier Mitglieder einer Räuberbande zum Tode und Allere zu erheblichen Zuchthausstrafen.

Bericht Brünings an die Fraktion.

Sitzung des Borstan-es der Zentrumsfraktion.

Der Vorstand der Reichstagsfraktion des Zen­trums hielt eine Sitzung ab, an der auch Reichs­kanzler Dr. Brüning sowie die Kabinettsmitglieder des Zentrums teilnahmen. Der Reichskanzler gab dem Vorstände einen Llebecblick über die politische Lage. In der nachfolgenden Aussprache wurde bedauert, daß die Ausführungsbestimmungen zum Osthilfegesetz noch nicht erlassen seien. Die schwebenden agrarpolitischen Fragen waren Gegenstand sachlicher Erörterung.

Der im Brennpunkt der öffentlichen Diskussion stehende Vorvertrag mit Oesterreich wurde als im Interesse einer gesunden europäischen Entwicklung lie­gend gebilligt. In allen berührten Fragen herrschte nach der parteiamtlichen Mitteilung völlige tteber- einvimmung mit der Haltung ses Reichskanzlers.

Landtag und Volksbegehren.

wann fällt im Parlament die Entscheidung?

Berlin, 29. April.

Nachdem das Volksbegehren Erfolg gehabt hat, muß nach den Bestimmungen der Verfassung der Preußische Landtag darüber enrscheiden, ob er der Forderung des Volksbegehrens zustimmt. Wann diese Entscheidung gefällt werden wird, steht noch nicht fest.

Man rechnet mit der Möglichkeit, die Abstimmung über diese Frage in dem Sitzungsabschnitt im Juni vorneh men zu können, zu dem der Landtag voraussichtlich zusammentreten wird, um den Kirchenvertrag zu ver- abschieden.

Zunächst muß bekanntlich das Abstimmungsergebnis vom Stahlhelm dem Staatsministerium mitgeteilt werden. Das Staatsministerium übersendet die Feststellungen dem Lan­deswahlleiter zur Nachprüfung. Sobald die Nachprüfung

fern Landtag etne Borlage zu Forderung des Volksbegehrens zum Gegenstand hat. Lehnt der Landtag die Vorlage ab, so ist der Weg für den Volks­

entscheid frei.

Mehr als die Hälfte der gesetzlichen Milgliederzabt des Landtags muß für die Borlage stimmen, um den Volks­entscheid entbehrlich zu machen.

Da der Landtag 450 Mitglieder hat, müßten also wenigstens 226 Abgeordnete für dk Auflösung stimmen. Die Annahme daß von den hinter dem Volksbegehren stehenden Parteien noch ein besonderer Antrag auf Auflösung eingebracht wer­den würde, findet keine Bestätigung.

Vor her Entscheidung im Kabinett.

Bor der Entscheidung in der Zollfrage.

Das Reichskabinett unter Borsitz des Reichskanz­lers Dr. Brüning und in Anwesenheit des Reichs« bankpräsidenten Dr. Luther, nahm den Bericht über die Ergebnisse der gestrigen Berhandlungen zwischen den beteiligtem Ministerien entgegen; dann wurde die ge­samte agrarpolitische Lage durchberaten. Die Entschei- dnng des Kabinetts steht unmittelbar bevor.

Die bulgarische Regierungskrise.

Mallnoff erneut mit der Kabinettsbildung beauftragt

Sofia, 29. April.

Die bulgarische Kabinettskrise scheint in ihren letzten Abschnitt eingetreten zu sein. Mallnoff erhielt vom König erneut den Auflrqg, ein Koalitionskabinett einschließlich des Sgooor zu bilden.

Die Lage halte sich nach dem Scheitern eines Auftrages an Zankoff, der eine Regierung der nationalen Einigung bilde» wollte, sehr erschwert. Der König hatte deshalb den bisherigen Ministerpräsidenten Liaptscheff unauffällig in sein Schloß gebeten und energisch auf eine Einschränkung der Forderungen des Sgovar gedrungen. Desgleichen ließ der König durch Beamte des Hofes eine Reihe von Partei­führern um Zugeständnisse an Malinoff ersuchen. Malinoffs Aussichten, ein Kabinett zustande zu bringen, sind dadurch erheblich gebessert.

Bei Zülkenhagen im Kreise Neu-Stettin suchten ein Ofensetzer und ein Dachdecker bei einem Gewitter Schutz unter einem Baume. Ein Blitzstrahl fuhr in den Baum. Der Ofensetzer wurde sofort getötet, der Dachdecker schwer verletzt.

Sämtliche von der kommunistischen Partei und ihren Hilfsorganisationen in der Seit vom 1. bis 3. Mai geplan- ten Kundgebungen unter freiem Himmel und in g^chlos- senen Räumen sind in Nürnberg von der Polizeidirektion verboten worden.

Aus Straß bürg wird berichtet, daß der Haupt- angeklagte in der angeblichen Spionageaffäre. Krieger, vom Untersuchungsrichter nach dem Verhör in Freiheit gesetzt worden ist.

Zwischenregelung für den Weizenzoll.

Einfuhr von 500 000 Tonnen erforderlich.

Berlin, 29. April.

Die Vorlagen des Reichsernährungsministers zur Aus­führung des zollpolitischen Ermächtigungsgesetzes haben eine Erweiterung durch eine Vorlage für den Weizenzoll erfahren. Der augenblicklich geltende Zoll wirkt praktisch annähernd prohibitio.

Nach Maßgabe der Versorgungslage erscheint aber schon zur Vermeidung übermäßiger Preiserhöhungen, die der Landwirtschaft doch nicht mehr zugute kommen, die Einfuhr von annähernd 500 000 Tonnen bis zur neuen Ernte er­forderlich.

Nachdem vom Reichsernährungsminister die in der Oeffentlichkeit erörterten Vorschläge, eine Monopolsirma mit der Einfuhr zu betrauen oder den Zoll allgemein herad- zusetzen, abgelehnt worden sind, weil der erste Vorschlag staatsmonopolistische Tendenzen fördern und der zweite zu gewaltigen Voreinfuhren führen müßte, ist eine Regelung im Kontingentswege gefunden worden. Die dezentralisierte Durchführung dieser Regelung ist dem seit Jahrzehnten in England üblichen Verfahren der internen Dienstanweisungen an die Zollämter zur Begrenzung der Einfuhr aus ein be­stimmtes Maß ähnlich und bietet nach Ansicht des Reichs- ernährungsministeriums genügenden Schutz gegen Ueber- schreitungen des sowohl für die Landwirtschaft wie aber auch im Interesse der Verbraucher angemessenen Kontingents.

Preußenparlament tagt wieder.

Beratung des Innen- und des Forstelals.

Berlin, 29. April.

Der Preußische Landtag trat nach vierwöchiger Ver- Handlungspause wieder zusammen. Aus der Tagesordnung steht die Fortsetzung der zweiten Beratung des

Haushalts des Innenministeriums.

Abg. Steinhoff (Dnt.) protestiert gegen die letzte

üiMÜ^LJUAiUMHMtiUMHb loge zu machen, die die densari vomroten Preußen werde widerlegt durch eine

zahlenmäßige Darstellung der parteipolitischen Zusammen­setzung der Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und Landräte.

Innenminister Severing kommt auf den bekannten Briefwechsel mit dem Abgeordne­ten von Winterfeldt (Dnt.) zurück und erklärt: Ich gehe einer Auseinandersetzung über diese Frage nicht aus dem Wege. Dazu wird sich bei der dritten Haushaltsberatung ausgiebig Gelegenheit bieten. Ich fühle mich nicht in erster Linie als Preuße, sondern als republikanischer Deutscher. Zu den Anfragen der Rechten über die Uebernahme der 43 Offiziere des Reichswasserschutzes in die preußische Schutzpolizei führt der Minister u a. aus: Ich habe allerdings von den Polizei­präsidenten Auskunft darüber verlangt, ob gegen die zu übernehmenden Offiziere hinsichtlich ihrer Verfassungstreue keine Bedenken bestünden (hört! hört! rechts).

Abg. Kasper (Komm.) führt Beschwerde über das Auftreten der Polizei bei Strahendemonstrationen.

Damit ist die allgemeine Aussprache beendet. Die Ab­stimmungen finden später statt Es folgt die zweite Lesung des For st Haushalts. Abg. Simon erstattet den Llusschußbericht. Die allgemeine Aussprache wird eingeleitet durch den Abg. B r a n de n b u r g (Soz.), der Beschwerde über die Behandlung und Entlohnung der Forstarbeirer führt. Abg. Graf von Garnier (Dnt.) bedauert, daß der Minister sich im Ausschuß nicht ausführlicher mit der Frage beschäftigt habe, wie die Rentabilität der deutschen Forst­wirtschaft wiederherzustellen sei. Abg. Schmelzer (Ztr.) betont daß die Rechtsparteien sich selbst van der Arbeit für Land- und Forstwirtschaft ausgeschaltet hätten durch ihre scharfe Oppositionsstellung gegen die preußische Regierung. Abg. Freiherr von W a n g c n h «i m (Dt. Frakt.) tritt für höhere Holzzölle ein. 3m einzelnen tritt er u. a. besonders für die Interessen des Harzgebietes ein.

Die Weiterberatung wird dann auf Mittwoch 12 Uhr vertagt.

Stellungnahme des Landbundes Mecklenburg-Schwerin.

Schwerin, 29. April.

Der Gesamtvarstand des Landbundes Mecklenburg- Schwerin laßte eine Entschließung, in der einmütig die Stellungnahme des Landbundes Mecklenburg-Strelitz zu der Strelitzer Anschlußfrage begrüßt und besonders den Mitgliedern aus dem Land Ratzeburg für die von ihnen erariffene Initiative zur Abwendung des Anschlusses von ©Frelik an Preußen gebanst wird. Der Landbund Mecklen- burg-Schwcrin, so heißt es weiter in der Entschließung, be­kenne sich erneut als entschiedener Gegner jeder zentrali- stischen Reichsreform und jeder Aufsaugungspolitit durch Preußen Der Gesamtoorstand bitte die Mecklenburg- Schwerinsche Staatsregierung Ihre Bemühungen zur Ver- einiauna der beiden Länder Mecklenburg sortzusetzen.

®e|ani>.Jt von Muliu» ins Auswärtige Amt berufen. Wie von zuständiger ereile mitgeteilt wird, ist der Gesandte von Muttu» zur Dienstleistung ins Auswärtige Amt einberufen worden.

Seine Kürzung der KIndcrzulagen und VeamtengedSltrr. Die uo^ zuständiger Stelle mitgeteilt wird, treffen verschiedene Lei- tungsmeldungen über eine Kürzung der Kinderzulagen ebensowenig zu wie eine Meldung über eine Kürzung der Beamtengehälter.