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SchlWemer Leitung

Äets-KmtsbiM * MyemeLner amtlüperKuKeLgesfür 0m Kreis -chlüchtero

Nr. 48

V. Blatt)

Dienstag, den 21. April 193)

83. Iahrg.

Amtliche Bekanntmachungen KreisaussUuß.

3.«Rr. 1839 K. A. Von den zur Körung am 10. April b. 3$. vorgeführten Alt-Ziegenböcke wurden folgende Böcke wieder an gekört:

Besitzer

Ohrnummer

(links)

Stadt Schlächtern

189

* //

223

, Steinau

183

// //

230

Salmünster

216

234

Gemeinde Ahlersbach

231

, Altengronau

242

Bellings

243

Breiten bach

219

, Elm

218

Gundhelm

250

Hintersteinau

244

Jossa

236

Ziegenbockhalter Wolf, Sannerz

248

Gemeinde Seidenroth

227

, Ulmbach

225

Bollmerz

238

,/ Wallroth

221

Weichersbach

249

A b g e k ö r t wurden folgende Alt-3iegenböcke:

Gemeinde Elm

228

Marjoß Uttrichshausen Weichersbach

J93

233

247

,/

ie Herren Bürgermeister der Stadt- und Landgemeinde» «>-v o,e veretcs gemache«» Aufnahmen einer Prüfung un- o: jtjeim verbreitete, angeblich vom Rar der Bolksbeauf-

der Kreises mache ich ferner auf die genaueste Beachtung meiner Runboerfügung vom 15. Mai 1930 3. Rr.

2781 K. 6. betr. die An- und Abmeldung der Ziegen- becke aufmerksam. Durch die Unterlassung der Rn= und Abmeldungen wird die Führung der Herdbücher und die Kontrolle über den Bestand an Ziegenböcken sehr erschwert. 5d} ersuche daher nochmals, die Beränderungsanzeigen Künf. lig pünktlich und regelmäßig zu erstatten.

Lchlüchtern,den 17. April 1931.

Der Landrat: Dr. Müller.

3.=Rr. 1926 K. A. Durch Verfügung des Herrn Regie» fungs-Präsidenten zu Kassel ist der Bürgermeister Staaf in Wallroth zum Stanbesbeamten für den Standesamts» dfzirk Mallroth anstelle des aus dem Dienst geschiedenen bisherigen Standesbeamten Möller ernannt worden.

5chlüchtern, den 17. April 1931. {

Der Landrat: Dr. Müller.

^-Mr. 1082 K. A. Die Herren Bürgermeister der Stadt» und Landgemeinden des hiesigen Kreises erinnere ich hier- mit an die Erledigung meiner Verfügung vom 5. März b- 3s. I.-Ur. 1082 K. B. (Kreisblatt Rr. 30) betr. Kndyoeranlagung zur Kreishundesteuer.

bchlüchtern, den 17. April 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

3.»Rr. 1945 K. A. Das dem preußischen Staat, Forst- 'iskus, gehörige Grundstück (Weg)

Kartenblatt B Parzelle Rr. 505 48 in Größe pon 1,11 Ar und

Kartenblatt B Parzelle Rr. 517/32 in Größe von 7,98 Ar

W durch rechtskräftigen Beschluß des Kreisausschusses vom *K März 1931 aus dem Gutsbezirk Speffart, Anteil meiz Zchlüchtern, ausgeineindet und dein Gemeindebe^irk ^ossa zugelegt worden.

Schlächtern, den 16. April 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. IRülIer.

Blutige Kommunisten-DemonA tion.

Dre i Personen erschossen, v i e r s ch w e r v e r l e tz t.

Bei einem kommunistischen Demonstratio»Sz»g zum ^"ssengrab in Pelknm wurden Beamte der Land- >Merei Mn Demonstranten angegriffen, mit Steinen »elvorfen «nd mit Knüppeln geschlagen. Die Beamten schien darauf Mit der Schußwaffe Gebrauch. Drei ^rmonstranten wurde« getötet, vier schwer verletzt.

Leiten der Polizei sind fünf Beamte verletzt worden.

(Spionagezwischensall in Königsberg.

Vier Franzosen photographieren Artillerleübung.

Königsberg, 19. April.

3m Kasernenviertel Rothenstein aus dem Kanonen- wege, der die Infanterie- von der Artilleriekaserne trennt, wurden vier Personen mit ausgesprochen ausländischem Typ bemerkt, die mit großem Interesse den Dienst auf dem Ka­sernenhofe der Artillerie beobachteten und anscheinend auch photographische Aufnahmen machten. Es erschien daher notwendig, die Personalien der betreffenden Herren fest­zustellen. Sie wurden ermittelt als der hiesige französische Konsul, der sich in Begleitung von drei französischen Offi­zieren befand. Nachdem die Feststellung ohne Zwischenfall verlausen war, wurden sie vorläufig wieder aus freien Fuß gesetzt.

Es handelt sich bei den Festgenommenen französischen Herren um den Konsul in Königsberg, P Fauget, Oberst» leutnan! Koeltz, Kapitän de Mierry und den Kommandanten Derache Die Herren sind, wie bereits gemeldet, nach Fest­stellung ihrer Personalien wieder auf freien Fuß gefetzt worden dürfen jedoch Königsberg nicht verlassen. Es ist festgestellt worden, daß die Franzosen photographische Auf­nahmen gemacht haben. Die Filme sind beschlagnahmt wor­den.

Ein Schritt des Auswärtigen Amtes.

Amtlich wird mitgeteilt: Drei französische Offiziere, darunter ein Mitglied der französischen Botschaft in Berlin, haben eine vorher bei den zuständigen Stellen angemeldete Reise nach Ostpreußen unternommen, um die Schlachtfelder von Tannenberg und Gumbinnen zu besichtigen. Am ersten Tage ihres Aufenthaltes in Ostpreußen haben die genann­ten Herren in Begleitung des örtlichen französischen Kon­suls sich zur Königsberger Artilleriekaserne begeben und photographische Aufnahmen der innerhalb des Kasernements stalifindenden Uebungen gemacht. Sie wurden von der Kasernenwache festgenommen, nach Feststellung ihrer Per­sonalien jedoch wieder entlassen.

Ihre photographische« Apparate wurden beschlagnahmt

terzogen. Seitens der zuständigen deutschen Stellen wird dies Verhalten fremder Offiziere innerhalb eines Festungs- bezirks als nicht korrekt angesehen. Das Auswärtige Amt ist deswegen bei der französischen Botschaft in Berlin vor­stellig geworden.

Gegen die Werkspionage.

Entll.ssungen zahlreicher belasteter Werksangehöriger.

Berlin, 20. April.

Von der I. Farbenindustrie A.-G. wird mitgeteilt:

Pressemeldungen über die Offenlegung eines weitver­zweigten Spionagenetzes über große deutsche Industrieve- lriebe, insbesondere iolche der chemischen Industrie, sind durch die amtlichen Mitteilungen in vollem Umfang bestä­tigt. Die Verbindung zwischen den der kommunistischen In­ternationale und der R.G.O. (Revolutionäre Gewerkschafts- opposition) angehörenden Spitzeln mit ausländischen 'Auf­traggebern kann sonach -nicht länger bezweifelt werden. Die Hintermänner dieser Agenten vollständig zu ermitteln, eine schwierige und zeitraubende Aufgabe, wird Sache der hier­für zuständigen Stellen sein.

Hierzu wäre zu bemerken, daß leider die Erfahrungen oergangenei Jahre gezeigt haben, daß die heute gültigen strafgesetzlichen 'Bestimmungen zu einer wirksamen Bekämp- fung des Verrats von Betriebsgeheimnissen nicht ausreichen. Diese zu ergänzen, insbesondere auch den Versuch unter Strafe zu stellen, ist eine dringende Notwendigkeit, die nun­mehr nicht mehr aufgeschoben werden darf Inzwischen gilt mehr nicht mehr aufgeschoben werden darf.

Es steht fest, daß wichtige deutsche Lebensinteressen schwer bedroht sind, daß Gefahr im Verzüge ist. Die Belegschaften der bespitzelten Werke, die Arbeit und Brot gefährdet sehen, befinden sich in begreiflicher Er­regung. Sofortige Selbsthilfe erscheint dringend ge­boten.

Von Den Werksleitungen darf erwartet werden, daß sie un­verzüglich die erforderlichen Schritte tun, nicht zuletzt auch zur Beruhigung der Belegschaften. Entscheidend für diese Erwägungen können nicht die Belange einzelner sein, son­dern nur das Gesamkinteresse der bedrohten Werke und ihrer Belegschaften. Das Werk Höchst hat sich zur Verhütung schwerer wirtschaftlicher Schädigungen des Werks und seiner Gesamtbelegschaft genötigt gesehen, eine Reihe von Entlas­sungen, darunter auch Arbeiterratsmitglieder, vorzuneh- men. Ini Laufe der nächsten Zeit wird noch mit weiteren Entlassungen zu rechnen sein.

Erwagung« dern nur d.

Wilderer-Drama.

Eisenach. 20. April. In den Wäldern in der nächsten Nähe von Eisenach spielte sich ein Wildererdrama ab. Ein Förster stieß auf drei Männer, die ihm wegen ihrer gefüll­ten Rucksäcke verdächtig vorkamen. Seiner Aufforderung, die Rucksäcke zu öffnen, kamen sie nicht nach, sondern zogen alelch Revolver und schössen aus den Förster. Dieser schoß f seiner Waffe zwei der Wilderer nieder, die sofort tot waren. Der dritte wilderer verwundete den Förster am Arm uud machte ihn dadurch kampfunfähig, so daß er in den Wäldern entkommen konnte.

Der Kampf um den Landrat.

Das Ergebnis der amtlichen Untersuchung.

Berlin, 20. April.

Der vom Minister des Innern zur Aufklärung der ge­gen den Landrat Hansmann in Schwelm erhobenen Vor- würfe entsandte Kommissar hat eine größere Anzahl von Teilnehmern der Versammlung vom 12. April eingehend als Zeugen vernommen. Wie der Amtliche Preußische Pres- sedienst mitteill, w 1

haben die übereinstimmenden Bekundungen dieser Zeu­gen ergeben, daß der Landrat Hansmann die ihm in den Mund gelegten beleidigenden Aeußerungen über

die deutschen Frontsoldaten nicht getan habe.

Die Unrichtigkeit der Vorwürse ergebe sich weiter aus der Tatsache, daß die Versammlung, an der auch zahlreiche Na­tionalsozialisten und Stahlhelmer teilgenommen hätten, sich bei der Rede des Landrates völlig ruhig verhalten haben, was wohl nicht der Fall gewesen wäre, wenn der Landrat die beleidigenden Ausführungen gemacht hätte.

Eine neue Erklärung des Stahlhelm.

Das Bundesamt des Stahlhelm teilt mit, daß die be­glaubigten Abschriften der 76 gegen Hansmann zeugenden eidesstattlichen Erklärungen vom Landesführer des Stahl­helm Westmark unmittelbar dem Reichspräsidenten auf des­sen Telegramm hin übersandt worden sind.

Die vom Amtlichen preußischen Pressedienst bereits Sonnabend abend mitgeteilte Rechtsertigungserklärung für Herrn Hansmann dürfte daher, so erklärt der Stahlhelm, ohne Prüfung dieses Herrn Hansmann belastenden Mate­rials etwas voreilig und wohl lediglich dazu bestimmt sein, »den üblen Eindruck der gemäß den 76 eidesstattlichen Er­klärungen von Landrat Hansmann gegen das Frontheer geäußerten Worten wenigstens für die letzten entscheidenden Tage des Volksbegehrens zu verwischen."

Um das Volksbegehr-Klugblatt verfahren gegen den Herausgeber desFridericus".

Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt u.a. folgendes nühJDer preußische Minister des Innern hatte das aom

ircgren herausgegebene Flugblatt auf Grund vorgetegter Beweisstiicke, nämlich eines angeblichen Originals und einer eidesstattlichen Versicherung des Herausgebers desFride- ricus", trotz fortbestehender Bedenken freigeaeben.

Auf Grund neu beigebrachten Materials haben sich nun­mehr Anhaltspunkte für eine Fälschung ergeben, so daß die vomFridericus" vorgelegten Unterlagen beschlagnahmt worden sind unter gleichzeitiger Einleitung eines Strafermitt- iungsverfahrens, das sich in erster Linie gegen den Heraus­geber Holtz richtet.

Das vorgelegteOriginal" ist nichts weiter als ein ab­gerissener oberer Teil eines Flugblattes, dessen Inhalt offensichtlich erdichtet und das von der NSDAP. im Jahre 1930 Hergeslelll und verbreitet worden ist. Die preußische Regierung sieht lediglich im Hinblick auf den bevorstehen­den Ablauf der Eintragungsfrist davon ab dar Volksbe- gehr-Flugblatt Nr 1 nochmals zu beschlagnahmen.

des des reu, den.

Stahlhelm will Beweis antreten.

Zu der von preußischer Seite behaupieien Fälschung Volksbegehr-Flugblattes Nr. 1 und der Beschlagnahme Originals im Fridericus-Verlag für ein Strafverfah- bemerkt das Bundesamt des Stahlhelm u. a.. sowohl Fridericus-Verlag wie anderen heute zweckmäßiger­

weise wohl besser noch ungenannt bleibenden Persönlichkei­ten stünden außer dem heute beschlagnahmten und neuer­dings wieder als falsch bezeichneten Flugblatt hinreichend weitere Beweise für eine gerichtliche Untersuchung dafür zur Verfügung, daß der Inhalt des Flugblattes im" November 1918 zwar das Volk irregeführt habe, daß aber das Flug­blatt tatsächlich verbreitet worden sei.

Französische (Sorgen.

Franco für unbarmherziges Vorgehen.

Paris, 20. April.

Wie aus Madrid gemeldet wird erklärt Major Franco, die Republik müsse den Mut ju unbarmherzigem Vorgehen besitzen. Die Republik des Jahres 1873 fei zusammenge- brochen, weil man damals den Generalen vertraut und üe zur Mitarbeu zugelassen habe Er hoffe, daß man sich vor einer Wiederholung dieser Irrtümer hüten werde.

Die Baskische Nationalpartei hält an dem Wunsche nach einer eigenen Republik im Verband« des spanischen Bundes- staates fest. Ebenso taucht auch der Plan eines Ausschusses Portugals an einen iberischen Staatenbund wieder auf.

Die Pariser Presse beschäftigt sich immer noch sehr ein» gehend mit der katalanischen Frage, die für die Beziehungen zwischen Frankreich und Spanien ausschlaggebend sein werde. Man dürfe nicht vergessen, daß Katalonien bisher niemals ein staatlicher Begriff gewesen sei (??), sondern auf einer Sprachengemeinsct-aft beruhe, die sich nicht auf spani­sches Gebiet beschränke.

Ein prenzlauer Mörder festgenommen.

prenzlau, 20. April Einer der beiden Mörder des Strasanstaltoberwachtmeisters Neubauer, der Schlächter Heinrich Pilgram. wurde In der Nähe von Lychen, ohne Widerstand zu leisten, festgenommen.