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Dchliichterner Zeitung

AMDMMsK * Myemriner amtlich erKNMHLs für 6m Kreis -Echtem

Nr. 4S 0. Blatt)Dienstag, den 14. April 193! 38. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen

KreisausfHuß.

getr. Tonderwetterdienst für die Landwirtschaft.

I.-Nr. 1678 K. R. Die öffentliche Wetterdienststelle in Zrankfurt a. M. verbreitet durch den Südwestdeutschrn Rundfunk vom 14. April 1931 ab im Rnschluß an die 19 Uhr Vorhersage" täglich einenLonderwetterdienst für die Landwirtschaft", der insbesondere allgemeine Am Haltspunkte für einen etwas längeren Zeitraum als die Tagesprognosen (mehr als 2 Tage) darüber geben soll, ob der gerade herrschende Witterungscharakter sich fort- etzen oder evtl. in welcher Richtung und auch mit welcher Schnelligkeit er sich ändern wird. Durch diesen Sonder- dienst soll die Landwirtschaft in die Lage versetzt werden, etwas länger als bisher zu disponieren. Der Sonderwetter- dienst bildet also die Fortsetzung des bisherigenWetter- umschlagevorhersagedienstes". Die Wetterdienststelle hat sich zur Verbreitung der Wettervorhersage durch den Rundfunk in der Erkenntnis entschlossen, daß diese Art der Ueber- nittlung weit rascher vor sich geht, und zwar bis in die Reinste und entlegenste Drtschaftz sodaß der Dienst inten- iver ausgenutzt werden kann, als dies bisher möglich war. sicher der Verbreitung der Wettervorhersage durch den lundfunk ist die Wetterdienststelle bereit, Interessenten den Umschlagedienst auch schriftlich zuzustellen und zwar unter den bisherigen Bedingungen (erste direkt von der Wetterdienststelle belieferte Stelle monatlich 5, HUT., ede weitere 2,50 UM.).

Die Ureisbevölkerung mache ich auf den eingerichteten Londerwetterdienst für die Landwirtschaft hierdurch auf­merksam und ersuche, sich wegen evtl. Belieferung des Sonberrbetterbienftes an die öffentliche Wetterdienststelle in Frankfurt a. M., Feldbergstraße 47, zu wenden.

Schlüchtern, den 10. April 1931.

Der Vorsitzende des Ureisausschusses. Dr. RAM».

I .-Rr. 1710 K. A. Die Wahl des Kaspar Merkel in Datiert zum Schöffen der Gemeinde Wahlert habe ich gemäß § 55 Abf. 1 der Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 bestätigt. Schlächtern, den 11. April 1931.

Der Landrat: Dr. Müller.

tatasteramt Schlüchtern.

Bekanntmachung

Das Gesetz über die Erhebung einer vorläufigen Steuer vom Grundvermögen ist durch das Gesetz vom '21. 3. 1931 ®S. S. 29) auf das Rechnungsjahr 1931 verlängert wor- xn. Danach ist die Grundvermögenssteuer einschließlich ^s staatlichen Zuschlags, wie bisher, an den gesetzlichen Fälligkeitsterminen weiter zu entrichten.

Schlüchtern, den 13. April 1931.

Der Vorsitzende des Grundsteuerausschusses, gez. Momsen.

Stadt Schlüchtern«

Zahlnng von Steuern.

Bis zur.Zustellung der neuen Steuerzettel für das Rech­nungsjahr 1931 sind unter Vorlage der alten Steuern yttel (für 1930) von den Steuerpflichtigen für die Zeit ?ä 1. April 1931, unbeschadet späterer anderweiter Fest­igungen, die monatlichen Zahlungen nach folgenden Sätzen in leisten:

1. staatliche Grundvermögenssteuer in bisheriger Höhe,

2- Hauszinssteuer die bisherigen Beträge unter vorläu­figer Ermäßigung um 3 v. H. derselben.

3. städtische Grundvermögenssteuer

a) vom landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Grundbesitze 300 v. h.,

b) vom übrigen Grundbesitz (bebauter Grundbesitz und . Baulanb) 345 v. h.

lfr staatlichen Grundbeträge.

Die Zahlungen sind am 15. jedes Monats fällig. Bei W rechtzeitiger Zahlung werden Verzugszinsen in ge. Sicher Höhe erhoben. Bei zwangsweise! Einziehung fal- j den Steuerpflichtigen die gesetzlichen Gebühren zur

Schlüchtern, den 13. April "1931. i

Der Magistrat: Gaenßlen.

B e k a n »t m a ch u n 6

3n der Zeit vom 13. bis einschl. 16. April 1931 finbet

Reinigung der Schornsteine in folgenden Strafen der ?labt statt: Hanauerstraße, Schlagweg, Schloßgasse, Was- ^usse, Rirchstraße, Sackgasse, Bltebahnhofstraße und- "cherweg.^

Bie Rontrollbücher sind bereit zu halten. Schlächtern, den 10. April 1931.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

Am Mittwoch, den 15. April 1931, vormittags 8Hz Uhr, wird auf dem Rathaus Ranfte i der Schaf­pferch öffentlich meistbietend verpachtet.

Schlächtern, den 13. April 1931.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

Fär die diesjährigen Kulturarbeiten im Stadtwald werden geeignete Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter aus Schlächtern im Alter bis zu 18 Jahren gesucht. Die­selben wollen sich bis spätestens Mittwoch, den 15. April b. 3s. auf dem Rathaus Zimmer Hr. 4 melden, Schlächtern, den 11. April 1931.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Stadt Steina«.

Bekanntmachung

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Löschmannschaften, die zur Bekämpfung von Wald­bränden angefordert werden, die notwendigen Werkzeuge, vor allem Rexte, Spaten, Schaufeln, eiserne Rechen und hacken mitbringen müssen.

Steinau, den 11. April 1931.

Die Polizeiverwaltung. Dr. Kraft.

Bekanntmachung.

Betr. Vergebung von Fuhrleistungen.

Aus wirtschaftlichen und reorganisatorischen Gründen, werden Künftig Kleinere Fuhrleistungen im Submussions- wegc nicht mehr vergeben.

Einzelfuhren werden künftig nach der Reihenfolge, gegen Zahlung eines Stundsnlohns von 2. RM. für (B^pann und Mann direkt in Auftrag gegeben.

Hur noch größere Fuhrleistungen werden im Submis- sionslermine vergeben.

Der Arbeitsoertrag kann auf dem Rathause Zim­mer des Stadtsekretärs vy-n den Interessenten (Zwei­spännerbesitzer) unterzeichnet werden.

Diejenigen Fuhrwerksbesitzer, die diesen Vertrag bis zum 15. bs. Mts. nicht unterzeichnet haben können künftig bei Uebertragung solcher Fuhren nicht mehr berücksichtigt werden.

Steinau, den 9. April 1931.

Der Magistrat: Weitzel.

Bekanntmachung

Die Gänsehalter werden aufgefordert, ihre Gänse am Montag, den 13. ds. Mts. dem Hirten vorzutreiben.

Diejenigen Gänsebesitzer, die ihre Gänse auf fremden Grundstücken laufen lassen, werden zur Anzeige gebracht. Steinau, den 10. April 1931.

Die Polizeiverwaltung. Dr. Kraft.

Bekanntmachung.

Am Mittwoch, den 15. bs. Mts. .erfolgt eine Kontrolle der Duittungskarten im hiesigen Stadtbezirk durch den zu­ständigen Herrn Landesversicherungs-Inspektor.

Wir bitten die Opittungskarten bereithalten zu wollen. Steinau, den 10. April 1931.

Die Polizeiverwaltung: Dr. Kraft.

Bekanntmachung.

Auf die Entfernung der Klebringe an den (Dbftbäumen wird nochmals hingewiesen.

Richtbefolgung wird geahndet.

Steinau, den 10. April 1931.

Die Polizeiverwaltung: Dr. Kraft.

Auftakt r«m Kürten-Nrazetz.

(ERB. Berlin, 13. 4. (Eigene Meldung). Der Prozeß gegen denWerwolf von Düsseldorf", Peter Kürten, der sich rühmt, mehr als 25 Morde und Mordversuche begangen zu haben, wird heute seinen Anfang nehmen. Es handelt sich um den größten Mordprozeß aller Seiten, aber gleichzeitig um einen Kriminalisten», Pädagogen- und Rerzte-Rongreß größten Stils. Das beweist schon der Auftakt. Denn am Sonntagabend versammelten sich die Pressevertreter. die Pädagogen, die medizinischen Sachverständigen und die Rich­ter, die diesen Prozeß leiten werden, um ein Novum darüber zu entscheiden, wieviel von diesem Prozeß in die Geffentlichkeit kommen soll. Heber 100 Kriminalisten und Pressevertreter sind bereits in Düsseldorf eingetroffen. Audi das Busland, insbesondere England, ist stark vertreten.

Graf Zeppelin" ist auf dem Heimweg von Kairo am Sonntag um 23,45 Uhr über Wien erschienen. Das Luftschiff flog über der Stobt einige Schleifen und setzte dann die Heimreise fort.

polM gegen wirtschaftliche Vernunft.

Ein früherer südslawischer Minister über die Zollunion.

Belgrad, II. April.

Der ehemalige Finanzminister Milan Ktojadinowitsch veröffentlicht in derPolitika" einen Aufsatz zum deutsch­österreichischen Zollabkommen, in dem er offensichtlich selbst völlig unter dem von Frankreich in dieser Angelegen­heit auf Südslawien ausgeübten Druck stehend ganz die französische These übernimmt.

Er erklärt zwar mit bemerkenswerter Offenheit, daß ein Anschluß Sädslawienr an das große deutsche Zoll­gebiet nur von Vorteil sein könne, behauptet aber, daß

die Politik eine solche Haltung nicht erlaube.

Stojadinowitsch führt u. a. aus, die südslawischen Bauern könnten zwar im Falle einer Zollunion mit dem deutschen Staat ihr Getreide zwei- und dreimal teuerer verkaufen und damit zufriedenzeftellt werden. Deutschland und Oester­reich könnten die gesamte südslawische Ernte aufnehmen. Auch die südslawische Industrie könne durch Kartellbestim­mungen genügend geschützt werden

allein das Wiener Zollabkommen sei ein politischer Vertrag (?), und es sei durch nichts bewiesen, daß zwi­schen Belgrad und Berlin ein politisches Abkommen heute möglich sei.

Südslawien werde daher, getreu dem gegebenen Wort, un­zweifelhaft an der Seite seiner Verbündeten stehen. Den Sieg werde die These Briands davontragen, derzufolge sich die ökonomischen Gesichtspunkte bei der Schaffung Pan- europas den politischen unterzuordnen hätten, damit die Sicherheit gewährleistet sei. Zum Schluß empfiehlt Stojadi- nowitsch den Ausbau der kleine Wirtschaftsentente^ damit die politischen und die wirtschaftlichen Interessen Südsla- wiens nicht immer aureinandergingen.

Wien kündigt Prag das Zollabkommen.

-r Qsjterrsrch -hat -jich-^ummehr entschlossen. dp chandels- vcriragsverhandlungen mit der Tschechoslowakei durch die schon seit längerer Zeit geplanten Kündigung des im Jahre 1927 abgeschlossenen Zusatzabkommens zu beschleunigen.

Die Kündigung wird am 15. April erfolgen, so daß die Aenderung des Zolltarifs bereit» für den Zlionat Juli eintritt.

Eine diesbezügliche Mitteilung ist bei der Wiederaufnahme der ftandelsvertragsoerhandlungen von den österreichischen Vertretern gemacht worden. Diese gaben gleichzeitig aber auch der lebhaften Ueberzeugung Ausdruck, daß es gelingen werde, die begonnenen Verhandlungen zu einem guten Ende zu führen.

Eine scharfe amtliche Wiener Erklärung.

Ein Artikel derNiederösterreichischen fteimwehr" der sich abfällig kritisierender Weise mit der deutlck-ösierreichl- schen Zollunion beschäftigt hatte, hat weniger wegen der Bedeutung der Organe, die ihn veröffentlicht haben, als wegen der propagandistischen Auswertung, die er gefunden hat, zu einer ganz ungewöhnlich scharfen amtlichen Erklärung geführt. Gegenüber den Behauptungen, daß Oesterreich alle Verhandlungen über die Materie des österreichisch-deutschen Zollabkommens mit Frankreich dem deutschen Auswärtigen Amt überlassen habe, daß es darauf verzichte, eine selbstän­dige Außenpolitik zu betreiben und ein selbständiger Staat zu bleiben, wird in dieser Stellungnahme darauf verwiesen, daß gerade diese Aktion nur als Beweis der wirtschaftlichen Selbständigkeit Oesterreichs gedeutet werden kann, und im übrigen werden dieRichtlinien" zitiert, welche dies be­kräftigen. Am Schlüsse der amtlichen Verlautbarung heißt es:

Jedenfalls wäre eine derartige Stellungnahme, wie sie in den oben erwähnten Auslassungen vorliegt, in jedem anderen Land unmöglich. In einer Zeit, in der die eigene Regierung von einem Teil des Auslandes angegriffen wird, ist es Pflicht aller Parteien, sich hinter die eigene Regie­rung zu stellen, nicht aber gegnerische Argumente sich zu eigen zu machen und diese zu einer Polemik gegen die eigene Regierung und das eigene Vaterland zu benühen."

Schwere politische Ausschreitungen in Mitte«.

WTB. Willen, 15. 4. In den ersten Morgenstunden des Sonntags kam es auf der Bahnhofs trage in Witte» zu Zusammenstößen zwischen Rationalsozialisten und Mil- gliedern des Kommunistischen Iugendv^rbandes. Als Schlag­werkzeuge hatten sich die Nationalsozialisten Knüppel, Gar­tenspaten und Barken aus einem in der Nähe gelegenen Schuppen verschafft, owei Nationalsozialisten und ein Kom» munist wurden erheblich verletzt. Die beiden National­sozialisten wurden dem Krankenhaus zugeführt. Bei einem besteht Lebensgefahr. Don den Beteiligten wurden acht Personen festgenommen. Die polizeilichen (Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

In einer Grube in der Grafschaft Leicester (Eng­land) ereignete sich heute eine Explosion. Don der 73 Mann starken Belegschaft erlitten neun Bergarbeiter schwere Brandwunden.