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Gchlüchlerner Zeitung

2. Blatt

Die Einladung nach England. i

Auf dem Umwege über die englische Presse hat die deutsche Oeffentlichkeit an Ostern Kenntnis davon erhalten, daß schon vor einigen Wochen die englische Regierung den Reichskanzler Dr. Vrüning und den Außenminister Dr. Cur- tius zu einemprivaten und freundschaftlichen Besuch" in London eingeladen hat. Wie inzwischen weiter bekannt­geworden ist, ist die Einladung nach England ergangen, unmittelbar nachdem Henderson seine erste Reise nach Paris : und Rom beendet hatte. Sie erfolgte also zu einem Zeit­punkte, als noch niemandem etwas über die österreichisch- deutschen Zollverhandlungen bekannt war. Als Zeitpunkt für den Besuch ist der 1. Mai vorläufig in Aussicht ge­nommen worden.

In deutschen Regierungskreisen ist die Einladung zu der Aussprache mit den englischen Staatsmännern natürlich freundlich ausgenommen worden; gibt sie doch der Reichs­regierung die willkommene Gelegenheit, noch vor der Mai- tagung des Völkerbundsrats mit MacDonald und Henderson eingehend alle wichtigen Fragen der europäischen Politik durchzusprechen. Henderson seinerseits möchte die Einladung als eine besonders freundschaftliche Geste gegenüber den deutschen Ministern angesehen wissen, um, wie eine Lon­doner Meldung besagt, die gesamte Atmosphäre zwischen Deutschland und England sowie in Europa überhaupt zu verbessern. Im einzelnen scheint es ursprünglich die Absicht der englischen Regierung gewesen zu sein, gewisse in Deutsch­land laut gewordene Befürchtungen, daß die französisch­englisch-italienischen Flottenverhandlungen zu einem Zusam­menschluß der Westmächte unter Ausschaltung Deutschlands führen könnten, zu zerstreuen. Durch die Einladung wollte man bestätigen, daß es nach wie vor zum Rate der Groß­mächte Europas gehöre. Die Anwesenheit der deutschen Staatsmänner in London sollte zu informellen Besprechun­gen über politische und wirtschaftliche Fragen einschließlich der Abrüstungsfrage benutzt werden. Ob darüber hinaus auch die deutsch-österreichische Zollunion zur Sprache gebracht werden soll, bleibt abzuwarten.

Inzwischen ist bekanntgeworden, daß Henderson auch eine Teilnahme Briands an der Londoner Zusammen­kunft ganz gern gesehen hätte. Von einer offiziellen Ein­ladung scheint man jedoch Abstand genommen zu haben, da Briand die kalte Schulter zeigte. Der französische Mit­arbeiter desDaily Telegraph" will jedenfalls wissen, daß Briand nicht nach London kommen werde. Briand habe bereits sein Bedauern ausgesprochen, daß er am Vorabend der französischen Präsidentenwahl nicht nach London gehen könnte. Die Pariser Presse wird noch deutlicher. Die Blätter sind im allgemeinen der Auffassung, daß eine der­artige Zusammenkunft der maßgebenden Minister der drei Länder niemals einen Vorteil für Frankreich bringen könne. Man befürchtet außerdem, daß die Absicht Hendersons ledig­lich darauf Pnauslaufe, die Auswirkungen des deutsch- österreichischen Zollabkommens abzuschwächen und, wenn möglich, die Angelegenheit im Keime zu ersticken. Boshaft weist die französische Presse weiter darauf hin, daß es litt englische Außenminister Henderson daraus abgesehen habe, die Präsidentschaft der kommenden Abrüstungskonferenz zu übernehmen. Diesem Plan steht man in Paris ablehnend gegenüber ,da man sich bis heute über die englischen Ab­sichten in der Abrüstungsfrage anscheinend nicht jm klaren ist. Man befürchtet, daß die deutsche Drohung, aus dem Völker­bundsrat auszutreten, wenn mit der Abrüstung nicht ernst gemacht werde, Henderson dazu veranlassen könnte, Deutsch­land gegenüber gewisse -Zugeständnisse zu machen. Unter all diesen Gesichtspunkten findet dasEcho de Paris" die Anregung Hendersons bedauerlich, als sie auf dievollendete Tatsache" des österreichisch-deutschen Abkommens folge. Richt zuletzt ist man in Paris darüber mißgestimmt, daß Hender- on aller Voraussicht nach London als Tagungsort ur die Abrüstungskonferenz vorschlagen will. Das Lon- >oner ArbeiterblattDaily Herold", das über die englischen Regierungspläne stets gut unterrichtet ist, hat in den letzten Tagen mehrfach Andeutungen in dieser Richtung gemacht. Das Maß der Verstimmung Frankreichs wird aufs höchste gesteigert durch die Aussicht, daß wahrscheinlich auch Musso­lini an der Londoner Zusammenkunft teilnehmen wird. Eine amtliche Erklärung aus Rom liegt zwar noch nicht vor, doch rechnet man anscheinend in London mit einer zusagen­den Antwort des italienischen Regierungschefs.

Das Mißvergnügen Briands über die Rührigkeit Hen- derfons ist bereits in einem Gegen sto ß der franzö­sischen Pol'itik zum Ausdruck gekommen. Am Don­nerstag sollte in Villefranche bei Nizza eine fran­zösisch-italienische Konferenz stattfinden, an der der Prä­sident der Republik, Doumergue, Außenminister Briand, der italienische Außenminister Grandi sowie englische Sachver­ständige teilnehmen sollten. Diese Konferenz, die bestimmt war, die Schwierigkeiten, die bei den FlottenabrüstungÄver- bandlungen zwischen Frankreich und Italien entstanden waren, aus dem Wege zu räumen, ist nun abgesagt worden. Der Quai d'Orsay bestreitet allerdings, daß die Konferenz hätte stattfinden sollen. DerMatin" glaubt aber, erklären zu können, daß man tatsächlich die Aussprache habe abhalten wollen, doch daß man im letzten Augenblickaus gewissen Gründen" auf diesen Gedanken habe verzichten müssen. Offenbar will Frankreich durch die Vereitelung der Flotten- Besprechungen an der Riviera die englischen Bemühungen um die Seeabrüstung sabotieren und schon jetzt einen erfolg- keichen Verlauf der bevorstehenden Abrüstungskonferenz von vornherein in Frage stellen.

kolonialer Volksbund.

Am 2. April wurde in Berlin der Koloniale Dolksbund ge- SKünbct. Die Bunderführung wurde übertragen Hauptmann a. D. Dr. Paul Leutwein, Missionsdirektor Richard Hnrsenstcller, Steuer- fbersekretär Richard Koch. Der Koloniale Volksbund verfolgt den fimcrf, weiteste Kreise in volkstümlicher Weise über die Bedeutung r»n Kolonien für das übervölkerte Deutschland aufzuklären. In erster Linie wird er sich der kolonialen Siedlung und der Ein- ^borenenfrage widmen. Geschäftsstelle- Berlin W. 57, Potsdamer Straße 61, Telephon: Pallas 1879. Nächster Versammlungsabend: Donnerstag, den 16. April, abends 8 Uhr bei Bettermann, Berlin, Potsdamer Straße 54, Rittersaal.

Anerkennung der Reifezeugnisse. I

Neue Vereinbarungen der Länder.

Berlin, 8. April.

Unter Aufhebung der bisher abgeschlossenen Verein­barungen der Länder über die gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse der höheren Schulen ist soeben ein neues Abkommen abgeschlossen worden, das sich bezieht auf Gym­nasien, Real-Gymnasien, Ober-Realschulen, deutsche Ober­schulen und Oberlyzeen.

Die Vereinbarung, die im wesentlichen die bisher schon geltenden Bestimmungen aufrechterhält und zusammenfaßt, spricht aus, daß das Reifezeugnis, das ein Angehöriger des Deutschen Reiches in einem deutschen Lande erworben hat, in einem anderen Lande alle Berechtigungen gewährt, die in beiden Ländern übereinstimmend mit dem Reifezeugnis der Schulgattung verbunden sind.

Werden in den Ländern für den Berechtigungsnachweis verschiedene Forderungen gestellt, so ist die Gewährung der weitergehenden Berechtigung von der Entscheidung der Re­gierung des Landes abhängig, in dem das Reifezeugnis als Berechtigungsnachweis vorgelegt wird. Schüler solcher deut- . scher Oberschulen, die nur eine verbindliche fremde Sprache eingeführt haben, im übrigen aber den in der Vereinbarung niedergelegten Anforderungen entsprechen, können die Be­rechtigung der deutschen Oberschule nur erwerben, wenn an der Schule, die sie besucht haben, eine zweite fremde Sprache als unverbindliches Fach während der letzten vier Jahre be­trieben wurde, und wenn sie die Teilnahme an dem Unter­richt an dieser zweiten fremden Sprache in ihrem Reifezeug­nis nachweisen.

Außerdem ist eine Vereinbarung der Länder über die sogenannte mittlere Reife getroffen worden. Das Zeugnis der mittleren Reife wird in diesem Abkommen als Vorbe­dingung für den Eintritt in Berufe oder Berufslaufbahnen der mittleren Stufe des Berufsaufbaues betrachtet.

Für den Erwerb der mittleren Reife wird im allgemei­nen ein mindestens zehnjähriger Gefamtschul-Lehrgang vorgeschrieben, der eine mindestens der preußischen Mittel­schule entsprechende allgemeine Bildung verbürgt. An Stelle der fremden Sprache kann in Fachschulen eine vertiefte Fach­bildung eintreten. Danach wird das Zeugnis der mittleren Reife an öffentlichen Lehranstalten verliehen nach Besuch einer auf der Grundschule aufgebauten sechsklassigen höheren Lehranstalt oder der sechs ersten Klassen der Voll- anstalt, nach Besuch einer sechsklassigen Mittelschule, nach Besuch einer gehobenen Volksschule mit mindestens zehnjäh­rigem Lehrgang, nach Besuch einer Fachschule mit min­destens dreijährigem Lehrgang, nach Besuch einer Fachschule mit mindestens zweijährigem Lehrgang, die nach Erreichung des Volksschulsziels eine mindestens zweijährige praktische Betätigung im Berufsleben vorausfetzt. Privaten Schulen, die den an gleichartigen öffentlichen Schulen gestellten An­forderungen entsprechen, kann ebenfalls das Recht zur Aus­stellung des Zeugnisses der mittleren Reife verliehen werden.

Englische Hockeygirls siegen in Berlin.

Die Damen des Londoner HockeyklubsPolytechnic" traten gegen die Damenmannschaft des Sportklub Charlottenburg an und schlugen sie mit 6 :1 Toren überlegen.

Staatsstreich Amanullahs?

Der Exkönig auf dem Wege nach Afghanistan.

London, 8. April.

Der Vizekönig von Indien hat eine Verfügung erlassen, nach der mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft wird, wer durch Behauptungen oder Veröffentlichungen die freund­schaftlichen Beziehungen zwischen der indischen Regierung, und fremden Staaten gefährdet. Nach einem Bericht der Morningpost" soll diese Verfügung hauptsächlich dazu die­nen, die freundschaftlichen Beziehungen zu dem König Nadir von Afghanistan zu festigen.

In diesem Zusammenhang ist die Meldung eines Korre­spondenten desDaily Telegraph" aus Rom beachtenswert, nach der sich Exkönig Amanullah auf dem Wege nach Afgha­nistan befinden soll, um mit Hilfe von Freunden, die einen Staatsstreich vorbereitet hätten, seinen Thron wiederzuge- winnen. . Amanullah hat Rom angeblich in der vorigen Woche in Begleitung seines Schwagers und eines Sekretärs verlassen und sich an Bord eines japanischen Dampfers inkognito nach Port Said begeben.

Kidston in Rekordzeit am Ziel.

Das Leben eines vom Glück begünstigten Menschen.

London, 8. April.

Der Fliegermillionär Glen Kidston ist auf seinem Re­kordfluge LondonKapstadt an seinem Ziele glatt gelandet. Kidston hatte London in der Absicht verlassen, Kapstadt in sechs Tagen zu erreichen. Er hätte die 13 700 Kilometer lange Strecke wahrscheinlich in noch kürzerer Zeit zurück- §elegt, wenn er nicht kurz vor seinem Ziele eine Notlandung ätte vornehmen müssen. Er beabsichtigte, dem englischen Lustfahrtministerium zu beweisen, daß die von diesem für die Strecke LondonKapstadt vorgesehene Flugzeit von 12 Tagen viel zu lang sei,

Kapitän Kidston hat in feinem bisherigen Leben ein außergewöhnliches Glück gehabt. Im September 1914 war er als 15jähriger Seekadett auf dem englischen Kreuzer Hogue", der durch das deutsche UnterseebootU. 9" (Kapi­tän Weddingen) torpediert wurde. Kidston wurde nach 2)4 = stündigem Schwimmen an Bord des KreuzersAboukir" gerettet, der sofort darauf von demselben deutschen U-Boot torpediert wurde. Der Seekadett Kidston konnte wiederum gerettet werden. 1927 brach fein Motorrennboot in Hun­dertkilometergeschwindigkeit auf dem Solent (Südengland) auseinander und sank. Kidston wurde gerettet. 1928 stürzte er am Weißen Nil mit demselben Flugzeug ab, aus dem später der belgische Millionär Loewenstein durch Absprin­gen Selbstmord beging. Kidston wurde wiederum gerettet. 1929 raste er mit 156 Kilometer-Geschwindigkeit bei dem Kampf um die Ulster Tourist Trophy in eine Hecke, um ein paar Tage später aus der Rennbahn in Dublin mit knapper Not dem Tode zu entgehen. Bei dem Meopham-Unglück 1930, bei dem verschiedene bekannte Persönlichkeiten der englischen Gesellschaft durch Absturz des Flugzeuges ihr Le- ben verloren, war er der einzige Ueberlebende. Er fuhr trotz erheblicher Brandwunden, nachdem er Hilfe herbeige­holt hatte, nach dem Flugplatz Croydon zurück, wo er sich zur Weiterfahrt ein Sonderflugzeug mietete, um seine Ner­ven zuberuhigen". Verschiedene andere abenteuerliche Er­rettungen aus Lebensgefahr auf Großwildjagd in Afrika usw. sind in dieser kurzen Liste nicht enthalten.

Am 14. April Wahl des Oberbürgermeisters von Berlin.

In der Verwaltung der Reichshauptstadt wird in der nächsten Zeit eine Reihe von Veränderungen eintreten, die nach dem neuen Berlin-Gesetz notwendig geworden sind. So ist außer der Be­setzung der Posten des Oberbürgermeisters, der beiden Bürger­meister und des Kämmerers auch die Wahl des neuen Gemeinde­ausschusses fällig. Als Termin für die Wahl des Oberbürgermei­sters ist der 14. April festgesetzt. Der frühere Danziger Senats- präsident Dr. Sahm ist nach wie vor aussichtsreichster Kandidat. Für den Kämmererposten stehen die Kandidaturen des jetzigen Kämmerers von Frankfurt a. M., Dr. Afch, und des Vizepräsi­denten des Deutschen Städtetages, Dr. Elsaß, an erster Stelle.

Zuspitzung der Lage in der Konfektionsbranche.

In der Herren- und Knabenkonfektionsbranche wurde vom Reichsarbeitsministerium ein Schiedsspruch gefällt, wonach ab 1. April für die gesamte Branche in Deutschland ein Lohnabbau um 6 Prozent eintretep soll. Dieser Schiedsspruch ist von den Arbeitgebern abgelehnt, von den Arbeitnehmern jedoch angenom­men worden. Wie bekannt wird, ist von Arbeitnehmerseite Dir Verbindlichkeitserklärung beim Reichsarbeitsministerium beantrag worden. Die Verhandlungen werden voraussichtlich noch im Laust dieser Woche stattfinden.

Eine Wisiion Dollar zur Förderung der deutsch-amerika­nischen Beziehungen.

Der Deutschamerikaner Gustav A. Oberländer in Reading (Pennsylvanien) hat der Karl-Schurz-Erinnerungsstiftung 1 Million Dollar vermacht als Beitrag zur Förderung freundschaftlicher Be­ziehungen zwischen dem amerikanischen und Dem deutschen Volke. Oberländer war 1888 mit 20 Jahren ohne einen Pfennig nach Den Vereinigten Staaten ausgewandert und hat im Laufe der Zeit mit einer Strumpffabrik mehrere Millionen Dollar verdient. Seine Stiftung soll Personen im Alter von 25 Jahren zugute kommen, die in Deutschland studieren und ihre Erfahrungen in den Ver­einigten Staaten verwenden wollen.

Kürzung der polnischen Beamtenbezüge um 15 Prozent.

Der polnische Finanzminister soll noch unmittelbar vor Dem Osterfest beim Ministerrat eine Kürzung der Beamtenbezüge um 15 Prozent mit Wirkung vom 1. Mai beantragt haben. Diese Maßnahme hat sich mit Rücksicht auf die schlechte Finanzlage als notwendig erwiesen. Bereits im Finanzgesetz behielt sich die Regie­rung eine Kürzung der Beamtenbezüge vor, und es ist nicht aus­geschlossen, daß sie den jetzigen Zeitpunkt für angebracht erachtet. Gleich nach Ostern wird sich der Ministerrat mit dem Antrag Des Finanzministers beschäftigen, dessen Annahme als gesichert gel­ten darf.

Französische Sparerlätigkeil.

Aus einem Bericht des französischen Arbeitsministeriums über die Tätigkeit der Sparkassen im Jahre 1930 geht hervor, daß es am 31. Dezember 1930 in Frankreich insgesamt 560 Sparkassen und 9,6 Millionen Sparbuchinhaber gab. Jm Verlaufe des Jah­res wurden nicht weniger als 578 389 neue Sparkonten eröffnet. Die Spareinlagen betrugen insgesamt 23 556 325 290 Franken, was eine Zunahme von 3,2 Milliarden Franken gegenüber dem Vor­jahre bedeutet.

Zunehmende Bedeutung der 3. Kajüte für Touristen im Überseeverkehr

Auch im überseeischen Reiseverkehr macht sich in zunehmendem Maße das Interesse für billige, preiswerte Rcisegelegenhciteu be- merkbar. In besonderem Umfange kommt auf den Schiffen der nordatlantischen Fahrt die 3. Kajüte für Touristen dieser Tendenz entgegen. Ursprünglich nur für Reise- und Studiengesellschaften von. Professoren, Lehrern und Studenten bestimmt, hat sie sich mehr und mehr zur Hauptbeförderungsklasse solcher Passagiere entwickelt, die nur über beschränkte Mittel verfügen, aber auf einen gewissen Komfort nicht verzichten möchten. So führt die Hamburg-Amerika Linie beispielsweise jetzt auf sämtlichen neuen Schiffen, die auf ihrer Stammroute nach 9lorbamcrifa verkehren, eine 8. Kajüte für Touristen, die sich lebhaften Zuspruchs erfreut. Sie ist in letzter Zeit wieder in beachtlicher Weise vervollkommnet worden, so daß sie heute nebst ausgezeichneten Gesellschaftsräumen wie Speisesaal mit kleinen Tischen, Rauchzimmer, Damenzimmer, Gesellschattshalle usw. auch in allen Kabinen wohnlich und praktisch, mit Teppichen, Kleiderschränken, Anlagen für fließendes Wasser usw. ausgestattet ist.

Im vergangenen Jahr ist die 3. Kajüte für Touristen auf deuHapagschiffen von 21000 Personen benutz! morden, ein Beweis, welche Anziehungskraft diese Klasse auf das internationale Reise­publikum auSübt. Da zu der behaglichen Ausstattung noch die bekannte, auch verwöhnte Ansprüche befriedigende Verpflegung kommt, so dürfte damit zu rechnen sein, daß die Entwicklung des Verkehrs in dieser Klasse sich auch weiterhin in auffteigender Linie bewegt.