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i flus Stadt, Kreta u, Provinz

■ Mittelungen letalen JntereffeS aus dem »retSgebtet find für biete Rubrik erwünscht

Warum wir in Farben sprechen.

Was heißt, wir sprechen in Farben? Wir bezeichnen Dinge, Ereignisse, Charaktere, Stimmungen, indem wir uns dabei der Farbenbezeichnungen bedienen. Wir sagen zum Beispiel: „Er hat sich blau geärgert" — und meinen damit, daß der Betreffende so zornig ist, daß ihm die Adern blau anschwollen. Der Sammelbegriff aller Farbe ist „bunt", ein Sammelsurium von Farben nennen wir bunt. Wenn wir also sagen: „Jetzt wird's mir zu bunt!", dann soll das wohl entweder heißen, daß sich unsere Erregungs- exponenten aus allen Farben zufammensetzen, es kann aber auch gemeint fein, daß wir im Moment das Gefühl haben, als drehe sich ein Farbenspiel vor unseren Augen. Man sagt: „Du siehst zu «schwarz", und will damit sagen, daß der Betreffende etwas Kommendes ebenso finster und dun­kel sieht, wie die Farbe schwarz ist. Das Auge ist also der Mittler aller unserer Vergleiche, die wir zwischen Natur und Farbe einerseits und der Beurteilung einer Angelegen­heit andererseits ziehen.

Wir haben für bestimmte Farben auch bestimmte Be­deutungen und Erklärungen. „Grün ist die Hoffnung!" Das heißt, wenn es grünt, wenn das junge Grün sprießt, kann man wieder Hoffnung auf besseres Wetter und neuen Le­bensmut haben! Wenn man jemanden schilt: „Du bist mir noch zu grün!" — so meint man damit so jung, wie die junge grünende Natur ist. „Gelb ist der Neid . Einem Menschen, der neidisch ist, springt diese Eigenschaft äußerlich wahrnehmbar aus den Augen heraus, sein Gesicht ver­färbt sich aW mitunter, weil ja mit Neid Aerger verbun­den ist. „Rot ist die Liebe!"

All diese Beispiele aber werden sicherlich davon über- e haben,, daß der Mensch seine Vergleich« auf Dinge st, die das Äuge wahrgenommen hat, vorwiegend also aus der Natur, denn unsere Farben find ja auch selbstver- stündlich gest der Natur entlehnt!

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Wetterbericht. In einem Hochdruckgebiet dessen Kern über Süddeutschland lag, herrschte in den letzten Tagen meist heiteres Wetter. Luftdruckanstieg über Südeuropa läßt dieses Hochdruckgebiet sich allmählich nach Süden verlagern und es werden dadurch die vom Westen her vordringenden Tiefdruckstörungen ihren Weg nicht mehr nach Süden neh­men können, sondern allmählich wieder die Witterung in Deutschland beeinflussen. Es bildet sich langsam wieder eine Westwindwetterlage aus. Vorhersage für Mittwoch : Wolkig, nur zeitweise leichte Niederschläge, MittagSlemperaluren weiter ansteigend, nachts leichter Frost, südwestliche Winde. Witte- rungsaussichten für Donnerstag und Freitag : Meist bewölkt und zeitweise Niederschläge, Temperaturen langsam ansteigend, Winde meist aus westlichen Richtungen.

Bibelstunde. Die Bibelstunde muß diesen Donners­tag leider ausfallen.

U n s e r e H e i m a t. Die Zeitschrift des HeimatbuMs »Unsere Heimat* erscheint nun im 23. Jahrgang. Ende dieser Woche kommt Nr. 25/26 zur Verteilung. Aus dem Inhalt: Gott sprach. — Pfarrer D. I. A. Heilmann 7 — Das alte Gymnasium zu Schlüchtern. — Briefe des Malers L. Grimm. — Vom Kühhüre. — Von der Schanzenmacherei in Ultrichshausen. — Kinzigtaler Merkwürdigkeiten. — En Häwicher Schniitz. — Was gibt's Neues daheim? — Die Zeitschrift geht allen Mitgliedern des Heimatbundes portofrei zu für einen jährlichen Mindestbeitrag von 2.— Mk. Neu- anmeldungen nimmt Konrektor Schäfer in Schlächtern an.

Was der Landmann vom März sagt. Auch mit den Witterungsverhältnissen tm Monat März verbindet der Landmann Hoffnung und Furcht für den Erfolg seiner Arbeit, die in einer großen Reihe von Wetterregeln ihren Ausdruck findet. »Soviel Tau tm Märzen, soviel Reif am Pfingsten, soviel Nebel im August* sagt er zum Beispiel und weiter mahnen die Wetterregeln vom März: »Soviel Nebel tm Märzen steigen, soviel Gewitter tm Sommer sich zeigen. — Trockener März, nasser April, kühler Mai, füllt Keller, Scheuer und bringt viel Heu. — Märzenschnee tut Frucht und Weinstock weh. — Der Märzenstaub soll erwir­ken, daß der Boden von Milch und Honig fließt. — Mär­zenstaub bringt Gras und Laub. — März trocken, April naß, Mai luftig, von beiden was, bringt Korn und Wein in Sack und Faß. — Feuchter März des Bauern Schmerz. —* Auch für die Viehzucht ist der März von Bedeutung, denn: »Märzenferkel, Märzenfohlen, alle Bauern haben wollen*.

Die Lage des Arbeitsmarktes im Bezirk des Arbeitsamtes Hanau für die Zeit vom 15. bis 28. Februar 1931. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in der zweiten Februarhälfte läßt eine zunehmende leichte Entlastung erken­nen. Die Zahlen sind allgemein gesunken. Obwohl die Ab­gänge in Arbeit noch nicht sehr zahlreich sind, ist dagegen der Zugang bedeutend geringer geworden. An Arbeitsuchen­den wurden 14907 gegen 15778 am 15. Februar 1931 ge­zählt. Unterstützt wurden 10959 Personen beiderlei Ge­schlechts gegen 11 338 am 15. Februar 1931.

I Das Konzert der 5 tahlhe lmkapelle Halle I übte sowohl in den Nachmittagsstunden des Dienstag am l Nathaus als auch am Abend in der Turnhalle eine große Anziehungskraft aus. Hier wie dort war die Teilnehmer- schaft aus Nah und Sem, die sich an schöner alter Miluär- mufik erfreuen konnte, sehr groß, und war noch zum Abend= Konzert ein 30 Mann starker Stahlhelmtrupp aus Hanau eingetroffen. Die sich in drei Teilen abwickelnde Votlrags- folge bestand aus Märschen mit Fanfaren, Ouvertüren, Tharakterstücken und dem eine Stunde dauernden großen Tongemälde „Der Weltkrieg" von Buchwald. Ueber die Leistungen der unter sicherer Führung stehenden gut dis­ziplinierten Kapelle kann man nur sagen, daß sie erstklassig waren und in jeder Hinsicht das Publikum befriedigten und nicht zuletzt in hohem Maße erfreuten. Allerdings fiel in diese s chönen musikalischen Darbietungen dadurch ein Mißton, daß man die Pausen zu parteipolitischer Propa­ganda benutzte und am heutigen Negierungsspstem, das man bis zum Frühjahr durch ein Volksbegehren des Stahl- helms mit der Auflösung des Landtags zu beseitigen hoffe, reichlich Kritik übte.

Krüppelberatung. Wie vom Kreiswohlfahrtsamt mitgeteilt wird, findet auch in diesem Jahre und zwar am Donnerstag, den 26. März von vormittags 9 Uhr ab im Kreishaufe (Kreistagsfaal) ein Krüppelberatungstermin statt. Der Termin wird durch den Landeskrüppelarzt, Herrn Sanitätsrat Dr. Möhring aus Kassel, abgehalten. Ts em- pfiehlt sich, an dem alljährlich nur einmal staltfindenden Sprechtag dieses Spezialarztes sämtliche mit einem Krüp­pelleiden behafteten Kinder zur Untersuchung und Bera­tung, die unentgeltlich ist, vorzustellen.

Interessante Frauenvorträge mit Ausstel­lung und Vorführung des Chalysia-Systems am lebenden Modell finden Montag, den 9. März im Hotel zum Stern in Schlächtern bei freiem (Eintritt um 3.30 und 7.30 Uhr statt. In anderen Städten hat diese Veranstaltung begei= fterte Aufnahme und reichen Beifall gefunden. Besonders leidenden Damen aber auch gefunden, die mit ihrer Figur nicht zufrieden sind, ist der Besuch sehr zu empfehlen. In unserer leichtlebigen 3eit sind ernste Worte und Unter­weisungen oft Donnöten. Näheres im heutigen Anzeigenteil.

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Sterbsritz. (Ein bekannter Fachmann aus dem Kraft­fahrzeug- und Betriebstoffwesen hält demnächst einen vor- trag über Kraftfahrer und Kraftwagenbesitzer ab, auf den wir unsere Leser besonders Hinweisen möchten. Die ge­waltige Ausbreitung der Kraftwagen und Motorräder ver­langt immer größere Kenntnisse auf diesem Gebiet, schon des Geldbeutels der Kraftwagenbesitzer wegen. Nur wer selbst weiß, wie ein Motor innen aussieht, wie er arbeitet und wer selbst die verschiedenen Betriebsstoffe beurtei­len kann, ist in der Lage, beginnende Krankheiten seiner Maschine rechtzeitig zu erkennen und abzustellen und sei­nen Kraftwagenbetrieb billig und rentabel zu gestalten. Der vortrag (siehe Inserat), zu dem der (Eintritt frei ist, bietet auch alten Kraftfahrern Neues und Wissenswertes und verdient einen zahlreichen Besuch.

Sterbfritz. In der gegenwärtigen Seit, einer Seit der Oberflächlichkeit und Leichtlebigkeit, in der hie ge­mütlichen Werte nicht hoch im Kurse stehen, hat es unsere reifere Jugend sehr nötig, hin und wieder in der Tiefe ihres Gemütes erfaßt zu werden, um heraus gehoben zu werden aus der Luft des Alltags — hinein in eine Feier­tagsstimmung, die das Herz empfänglich macht für alles Oute und Edle, wenn auch die Gemeinde Sterbfritz auf dem Gebiete der Jugendfürsorge helfend eingreift, die Ju­gendnot zu^indern, so wird an diesen Jugendabenden nicht der rechte Gon gefunden, und die geistig rege Jugend hat bereits schon die Konsequenz gezogen. Aber gerade im Ver­einsleben, in dem heute unsere Jugend größtenteils steht, bieten sich hin und wieder Gelegenheiten, die Anlaß zu einer solchen Feiertagsstimmung geben, in der die Not vergessen wird. Der Turnverein in Sterbsritz krachte kürz­lich eine Theateraufführung, die ein volles Haus Besu­cher anzog, die befriedigt über das Gebotene nach Hause gingen. _ was lag nun näher als ein solcher Familien- abend, in dem die winterliche Arbeit des Vereins einen würdigen Abschluß fand? So fand sich am Samstag abend der Turnverein mit seinen Mitgliedern und geladenen Gä­sten im Simonfehen Saale zu einem gemütlichen Familien- abend ein. Der Saal war bis auf den letzten Platz ge­fällt, und viele Besucher mußten umkehren, weil sie keine Sitzgelegenheit mehr fanden. Das Programm, das sich vor unseren Augen abrollte, war recht vielseitig und zeugte von fleißiger Arbeit. Fär die Turnersache konnte sich der Abend als Werbeabend gar nicht besser gestalten, wer hätte nicht seine Freude gehabt an den turnerischen Leistungen am Barren und Pferd? Auch nach der ideellen Richtung hin stand dieser Gedanke werbend im Vordergrund. Wer würde nicht gerne als fröhlicher Wanderer mitziehen in Gottes freie Natur, die für Gesundung und innere Erhe­bung sorgt? verdient um diesen Abend hat sich Fräulein I Meyer gemacht, unsere hiesige Lehrerin. Sie hat durch die <

Reigen und Tänze, die sie von den Ichulmädchen und von der erwachsenen Jugend ausführen ließ, manche Lücke ausgefüllt. Der Holzschuhtanz der Holländermädchen, der vielleicht etwas rhythmischer hätte sein können, wurde von den Gästen mit großem Beifall ausgenommen. Das Lob, das ihr der Vorsitzende des Vereins gleich am An­fang zollte, war verdient. Bei Kaffee und Kuchen, Spiel und Tanz und fröhlicher Unterhaltung gingen die Stunden leider zu schnell dahin. Der Turnverein hat sich an die­sem Abend ein plus erworben, auf das er stolz sein kann, und das ihn bei der hiesigen Bürgerschaft in guter Er­innerung hält.

Hanau. (Familiendrama) Hier hat sich Montag mor­gen in der Familie des Versicherungs-Generalagenten Fritz Hengsberger ein entsetzliches Drama abgespielt. Man fand die 30jährige Ehefrau, sowie ihre drei Kinder im Alter von acht, fünf und vier Jahren in den Betten liegend tot vor. Der Ehemann gab noch Lebenszeichen von sich, wurde ins Krankenhaus überführt, wo er aber noch am Abend verstarb. Man hatte die Betten in die Küche ge­bracht und den Gashahn aufgedreht. Ueber die Ursache des entsetzlichen Dramas ist man noch nicht vollständig im Klaren. Die Familie hatte bisher in guten Verhältnis­sen gelebt. Es wird vermutet, daß jedoch größere Ver- mögensoerluste eingetreten sind, wodurch die wirtschaft­lichen Verhältnisse der Familie ungünstig beeinflußt wur­den. Fritz Hengsberger ist der Sohn eines Hanauer si- garrenfabrikanten und hatte die Generalagentur der Stutt­garter Allianz. Db irgendwelche Verfehlungen vorliegen, läßt sich zurzeit noch nicht sagen. ,

Frankfurt. (Die Gberurseler Mordtat). Die Angaben, die die in Haft weilende Tochter der ermordeten Witwe Trauth vor dem Vernehmungsrichter gemacht hat, lauten teilweise wesentlich anders wie ihre Bekundungen vor der Polizei. Es ist daher mit Fortdauer der Hast zu rechnen. Als die Aufdeckung der Mordtat erfolgte, wurde verab­säumt, die Anna Trauth sofort einer genauen Untersuchung zu unterziehen. Line körperliche Untersuchung ist erst spä­ter erfolgt. Da hat es sich gezeigt, daß sie am Arm eine Wunde hatte. Es wird jetzt vermutet, daß diese Wunde aus jener Nacht herrührte, und daß Fräulein Trauth sie sich bei dem Kampf mit der Mutter zuzog, was sie heute freilich in Abrede stellt.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands.

Ortsgruppe Schlüchtern.

Mitgliederversammlung Freitag, den 6. März abds. 8 Uhr im »Hessischen Hof*. 1. Vortrag über die politische Lage. 2. Stellungnahme zu der Unterbezirkskonferenz zum Parteitag. 3. Verschiedenes.

Alle Mitglieder müssen erscheinen. Der Vorstand.

Republikanische Arbeitsgemeinschaft.

Am Samstag, den 7. März 1931, nachmittags 4^ U&r, findet im Kreishaus (Kreistagssaal) zu Schlüchtern eine Ta­gung der Republikanischen Arbeitsgemeinschaft statt. Tages­ordnung : 1. Kassenbericht (Herr Rentmeister Kartte). 2. Vortrag über das Thema: „Alter und neuer Kapitalismus und Sozialismus* (Herr Dr. Heinrich Ritzmann, Frankfurt a. M.) 3. Aussprache. Um zahlreiche Beteiligung wird ge­beten. Gäste sind herzlich willkommen.

'ffi Turnverein Schlüchtern (1861 e. D.)

Handballabteilung.

Donnerstag, den 5. 3. 1931 abends 8'/, Uhr Spieler- fifinng in der Turnhalle Grabenstraße. Aufstellung der 1. und 2. Mannschaft gegen Bad-Nauheim am Sonntag, den 8. 3. 1931 hier. Alle Spieler müssen erscheinen.

Der Spielwart.

eFutzbaüverein Schlüchtern

1910 e. D.

Mittwoch, den 4. März 1931 abends 7 Uhr 45 Min. in der Se- minarturnhalle Training sämtlicher Mannschaften. Anschließend im Der- einslokal außerordentliche Spieler-

Der Borstand.

sitzung.

verantwortlich für den Inhalt: Fr. Steinfeld.

Freitag 95 Pfg Tagi

2 Pjd. Spinat, 1 Blumenkohl

3 Blumenkohl

3 Pfd. Rotkraut, 1 Blumenkohl

3 Psd. Weißkraut, 3 Psd. Wirsing,

3 Zitronen

3 Md. BIut-Orangen

1 Pfd. Tomaten, 1 großer Blumenkohl

2 Pfd. Schwarzwurzel, 1 Blumenkohl

Solange Vorrat.

Paris,

95 4

95 4

95 4

95 4

95 4

95 4

95 4

Erstes Spezial-Geschäst.

1 Mir WWKM „Itniirti" Mim

Zu dem am Sonntag, den 8. März d. 3s. abends 8 Uhr im „Hess. Hof* stattfindenden

Theater

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Morgen Donnerstag, den 5. März abends

laden wir herzlichst ein- Der Borst. Zur Aufführung gelangt:

Der Bucklige ober Die Macht der Arbeit Schauspiel in vier Akten (sieben Bildern) (Eintritt 60 Pfg.

8 Uhr findet tm „Hessischen Hof". Schlüchtern

ein Auftlärungsvortrag

statt «der Ziele «nd Krnudsätze der

Deutschen Eigenheim Gesellschaft e. G. m. b. ö. Bausparkasse, Frankfurt a. M.

Platz der Republik 4.

Eintritt frei Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. —

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