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Die Üebergabe von Paris.

Zur Erinnerung an den 28. Januar 1871.

„Paris war für die Pariser eine heilige Stadt, die 1 Stadt der Zivilisation, der Nabel der Erde, wie die Griechen sagen. Wer würde jemals wagen, daran zu rühren? Eines solchen Frevels konnte sich kein Volk, nicht einmal in Ge­danken, schuldig machen."

So schildert der Franzose Francisque S a r c e y die Gefühle in Paris zu Beginn des Krieges 1870/71, während die siegeshungrigen Massen immerzu riefen: „A Berlin!" „Nach Berlin!"

Als dann Schlag auf Schlag die französischen Heere traf, als das Kaiserreich bei Sedan zusammenbrach, da er­wartete Paris die verhaßten Preußen, aber nicht etwa mutlos. Der „G a u l i s" schrieb begeistert: „Ein großes Beispiel ist uns im Jahre 1812 gegeben worden. Jetzt ahmen die preußischen Heerführer die Taktik Napoleons nach, aber Frankreich wird das große Opfer des russischen Volkes nachähmen, seine Hauptstadt verbrennen und so die Preußen besiegen . . . Die ganze Welt wird sehen, wie ihre Hauptstadt, von der man sagte, daß sie nur ein Aufenthalt der Wollust sein könnte, jetzt eine Wiege des Heldentums wird . . ."

Tausend Mittel zur Abwehr der „Barbaren" werden in den Pariser Blättern empfohlen, aber alle Phantasien erstickten in der Wirklichkeit, als seit dem 19. September Paris tatsächlich belagert wurde. Paris war an sich auf eine gute Verteidigung vorbereitet. Die erste Armee bestand aus 200 000 Mann der Pariser Nationalgarde. Sie sollte die Ordnung in Paris aufrechterhalten. Die zweit« Armee bestand aus dem 13. Korps, das General Vinoy von Mezisres nach Paris geführt hatte, dazu 70 000 Mann der Depotbataillone, aus 15 000 Matrosen und Marinesolda­ten sowie aus Zoll- und Forstbeamten. Die dritte , Armee bestand aus sieben Divisionen, etwa 80 000 Mann Mobilgarden der Provinzen Bretagne, Berry, Bourgogne, > Franche Comtö und Champagne, vermischt mit Mannschaf- ' ten und namentlich Offizieren der Linie. Die zweite Armee unternahm die Ausfälle aus Paris und die dritte bildete die 1 Besatzung der Forts. 2000 Geschütze standen innerhalb der Festung. General Trochu war Höchstkommandierender.

Ungeheure Lebensmittelmassen waren noch kurz vor der Einschließung in die Stadt gebracht worden: eine große Herde Rinder, ca. 30 000 Stück, ferner 180 000 Schafe, 6000 Schweine standen in den berühmten Pariser Parks. Dazu kamen 30 000 bis 40 000 Zentner gesalzenes und konserviertes Fleisch, 500 000 Zentner Mehl, 100 000 Zent­ner Reis, 10 000 Zentner Kaffee usw., nicht gezählt der j Proviant der einzelnen Haushaltungen.

Ungeheueres wurden auf beiden Seiten in dem Kampf ! um Paris geleistet, aber die französischen Ersatzheere schei- 8 terten ebenso wie die Ausfälle aus der Festung an dem entschlossenen Widerstand der Deutschen. ,

Die Pariser lebten und litten Monate zwischen Hoff­nung und Enttäuschung; da begann am 27. Dezember, kurz nach Weihnachten, das Bombardement der Festung Paris. Sieben Uhr morgens platzte die erste Bombe in der Befestigung des Mont-Avron.

Zunächst jubelte Paris: „Es kommt die Entsatzarmee und zwingt die Preußen zu einer letzten Anstrengung." Bald"schlägt die Stimmung um. Es kommt kein Entsatz. Der Hunger steigt. Die Verteidiger von Paris haben nicht nur gegen die Deutschen, sie haben sich gegen Hunger und Aufruhr im Innern zu wehren. Man darf sagen: Paris hat bis zum äußersten ausgehalten. Am 28 Januar war der Widerstand gebrochen.

Jules Favre hatte am 23. die Unterhandlungen begon­nen. In der Mitternacht vom 26. zum 27. Januar wurde auf beiden Seiten das Feuer eingestellt. Am 28. wurden die Kapitulationsbedingungen angenom­men. Am 29. Januar besetzten die Deutschen die Forts, und das hungernde Paris drängte sich nach den Nahrungs­mitteln, die die siegreichen Deutschen herbeiführten.

Die Belagerung von Paris 1870/71 bezeichnen wir mit Stolz als eine Ruhmestat des deutschen Heeres, aber auch der heldenmütige Widerstand der Pariser verdient die Ach­tung des Gegners. Die Krönung des großen Sieges 1870/71 bildete aber der Einzug der Deutschen in Paris am 1. März 1871

Gibt es keinen Krebserreger? Ursachen und Entstehung der Krebskrankheit.

In der Wiener Gesellschaft der Aerzte fand eine inter­essante Aussprache über die Ursachen und Entstehung des Krebses statt. In der Frage der Krebsentstehung waren 'amtliche Redner darin einig,

daß die Theorie eines lebenden Krebserregers auf Grund der bisherigen Erfahrungen abgelehnt wer­den müsse, und daß auch keinerlei Aussicht bestehe, daß man je dazu kommen werde, einen Krebserreger zu entdecken, den man für die Entstehung der bösartigen Geschwülste verantwort­lich machen könnte

Auch die Frage der firebsinfeftion, d. h. Ueber- kragung von Mensch zu Mensch, wurde in ablehnen­dem Sinne entschieden. Dagegen wurde erklärt, daß eine Krebsdisposition, also eine erhöhte A n l a g e für die Er­werbung der Krebskrankheit, wenn gewisse auslösende Mo­mente vorhanden sind, vererbbar ist.

Der Zusammenhang zwischen Krebsentstehung und Drüsen mit innerer Sekretion wurde gleichfalls eifrig be­sprochen und erklärt, daß hauptsächlich jene Personen an Krebs häufiger erkranken sollen, die nicht in ausgesproche- | "ein Sinne ihre Sexualität gut Schau tragen. Eine Hor- • Monentherapie gegen Krebs ist bisher nicht gelungen.

Berlin. Zwischen den Angestelltengewerkschaften und dem Verband Berliner M c t a l l i II d u st r i e l l e r ist der Entwurf eines K u r z a r b c i t s z e i t a b k o in in e n s zu- unndegekommen.

Berlin. Landgcrichtsdirektvr W e tz e l, der vor jungen Tagen bei einem VerkehrSunfall fchlver verletzt würbe, ist an den Folgen des Unfalls gestorben.

Madrid. Die deutsche Fliegerin Elli Beinhorn, Freitag vormittag vom Cap Iubh abgeflogen war, ohne Zwischenfall in der spanischen Kolonie R i v d e O r o lWestafrika) gelandet.

Neu York. An vielen Orten Nordamerikas wurde am Himmel die Gestalt einer feuerroten Kugel mit einem gelb foten Schweif beobachtet. Stach Ansicht der Meteorologen handelt es sich um einen Meteor.

| Bus Stadt, Kreta it Provinz

I Mitteilungen lokalen Inkereffe« au« dem »reirgebiet sind für bitte Rubrik erwünscht.

Vriefe, die nicht verweigert werden können.

Bei Streitigkeiten im privaten und geschäftlichen Ver­kehr ist es oft notwendig, der Gegenseite etwas mitzuteilen. Die Ausführung stößt aber ebenso oft auf Schwierigkeiten, weil die Annahme der Sendung verweigert wird, obwohl sie vielleicht vom Absender als Einschreibebrief gesandt wor- den war. Die Absender sind dann oft verwundert und rat­los, wenn sie ihre Sendung zurückerhalten. Für solche Fälle sei auf die Briefe mit Zustellungsurkunde hin­gewiesen, von denen vielfach angenommen wird, daß sie nur von Behörden versandt werden dürfen. Diese Annahme ist aber nicht richtig, die Briefe können vielmehr von jeder­mann versandt und dürfen vom Empfänger nicht verweigert werden. Sie werden bei Annahmeverweigerung vom Briefträger am Ort der Zustellung zurückgelassen. Ueber die Zustellung des Briefes erhält der Absender eine Urkunde zugesandt, aus der genau zu ersehen ist, an wen die Sendung ausgehändigt wurde und was sonst mit ihr geschah.

Die Kosten für einen Brief mit Zustellungsurkunde setzen sich zusammen aus der Zustellungsgebühr von 30 Pfennig, der Briefgebühr für den Brief und der Brief­gebühr für die Rücksendung der Urkunde, so daß ein solcher Brief im Ortsverkehr bis zu einem Gewicht von 20 Gramm (ohne Zustellungsurkunde) 46 Pfennig kostet. Wertangabe, Einschreibung, Eilzustellung, Nachnahme, her. Vermerk „Postlagernd" sowie die Versendung ins Ausland sind aller­dings nicht zulässig. Die Formblätter zu den Zustelküngs- urkunden werden an den Postschaltern verkauft.

* Der neue Drucksachentaris ist jetzt im „Amtsblatt des Reichspostministeriums" veröffentlicht worden. Danach kosten Drucksachen in Form einfacher, ohne Umschlag versandter Karten, auch mit anhängender Antwortkarte, 3 Pfennig. Im übrigen kosten Drucksachen im Gewicht bis zu 20 Gramm 4 Pfennig, bis 50 Gramm 5 Pfennig, bis 100 Gramm 8 Pfennig, bis 250 Gramm 15 Pfennig und bis 500 Gramm 30 Pfennig. Die Anfertigung der jetzt notwendigen Briefmarke zu 4 Pfennig, die es bisher noch nicht gab, ist bereits veranlaßt worden. Postwurfsendungen in Form von Drucksachen bis zu 50 Gramm kosten 2 Pfennig, Misch- sendungen, d. h. Drucksachen und Warenproben zusammen, als Wurfsendungen versandt, kosten 5 Pfennig. Der neue Tarif tritt am 1. März 1931 in Kraft.

Wetterbericht. Der nördlich von England liegende Tiefdruckwirbel füllt sich langsam auf und verlagert sich mehr nach Nordoften. An seiner Rückseite kommt es noch immer im Bereich kälterer Luftmassen zu einzelnen Schauern. Da der Luftdruck im Westen aber stark ansteigt, ist mit einem Nachlassen der Niederschläge und zunehmender Aufheiterung zu rechnen. Vorhersage für Montag: Wolkig bis aufhei- ternd, nur ganz vereinzelt Regenschauer, etwas kühler frische westliche Winde. Wittcrungeaussichten für Dienstag: Wei­tere Besserung wahrscheinlich.

per s one n n a ch ri cht. Herrn Buchhalter Wilhelm Siltz Steinau ist vom Landesfinanzamt Kassel die Zulassung als Steuerberater für den Kreis Schlüchtern erteilt worden.

Geräte- und MaschinenkursuS für Land­wirte. Von der Landwirtschaftskammer Kassel wird Mitt­woch, den 28. Januar im Gafthaufe Hafner in Schlächtern ein Geräte- und MaschinenkursuS unter Mitwirkung aus­wärtiger Sachverständiger abgehalten. Beginn um 8 Uhr morgens. Die Teilnahme kann den Landwirten nur bestens empfohlen werden.

Die Losholzbelieferung "aus den staat­lichen Oberförstereien. Auf eine kleine Anfrage des nationalsozialistischen Abgeordneten Weinrich-Kassel über die Beschwerden der hessischen Landgemeinden betreffend die Belieferung mit Loeholz aus den staatlichen Oberförstereien teilt der preußische Landwirtschaflöminister mit: Die Regie­rung in Kassel bemüht sich, wie im Laufe der letzten Jahre verschiedentlich festgestellt ist, die Vorschriften der Gesetze vom 6. Juni 1873 und 28. Juni 1865 genau zu beachten. Den Gemeinden steht ein Anspruch, nur Buchenholz zu erhalten, nicht zu; die Abgabe von Laub- und Nadelholz ist vielmehr zulässig. Da die kleine Anfrage ganz allgemein gehalten ist, ohne daß die Gemeinden, die Beschwerde geführt haben, und deren Beanstandungen bezeichnet sind, kann eine genauere Nachprüfung nicht erfolgen.

Krankenkassen Mitglieder und Notver­ordnung. Bei der Durchführung der Bestimmungen der Notverordnung in den Apotheken treten insofern oft Schwie­rigkeiten für die Patienten auf, als diese ungenügend oder falsch bezeichnete Rezepte verlegen. Im Falle der Patient von dem Kestcnantcil befreit ist, hat er dafür zu sorgen, daß der behandelnde Arzt den Vermerk „Gebührenfrei" auf dem Rezept anbringt. Nur der Arzt ist hierzu verpflichtet, der Apotheker ist nicht in der Lage, diesen Vermerk anzubringen, sondern muß dann den Patienten zum Arzt zurückschicken. Ebenso sind Vermerke wie .Kriegobeschädigt" oder „Erwerbs­los" ungenügend. Lediglich der Vermerk „Gebührenfrei" be­freit den Patienten von der Verpflichtung, den Kostenanleit in der Apotheke zu bezahlen.

Oksterreichfahrt der Kaufmannsjugend. Der Bund der Kaufmannsjugend im Deutschnationalen HandlungSgehilfen-Verband sammelt seine Jungmannsihaft am 16. August 1931 zum Reichsjugendlag in Innsbruck und führt anschließend eine Reihe von achttägigen Bcrgzeli- lagern in Tirol, Kärnten und Steiermark durch. Aehntau- sende deutscher Jungkaufleute rüsten bereits eifrig durw Grün­dung von Reisesparkassen für den Besuch der Tagung.

Das Ende einer ber ühmten Tänzerin. Die berühmte russische Tänzerin Anna Pawlowa ist im Haag einer Lungenentzündung erlegen. Die Pawlowa war [djon in ihrem zehnten Lebensjahre Tlevin der Kaiserlichen Bal­lettschule in Petersburg. lUit 16 Jahren verließ sie die Schule und erhielt etwas später den Titel „Trste Tänzerin". Sie trat 1907 zuerst in Riga auf und begab sich von dort.

überall gefeiert, nach Zinnland, Schweden, Dänemark und von hier nach Berlin. Seit damals war sie in Deutschland ein gern gesehener, immer wiederkehrender Gast. Ihre be­rühmtesten Tanzschöpfungen waren der oft nachgeahmte, aber nie erreichte „Sterbende Schwan", das „Bacchanal" und „Das schlecht bewachte Wädchen". Ihr Tanz war von einer geradezu unerhörten technischen Vollkommenheit.

Lin Märchenspiel für Kinder bieten die Lan­destheater des Bühnenvolksbundes am Donnerstag, den 29. Januar, nachmittags 4 Uhr in der Volksschulturnhalle, 2s ist das Spiel von der „Klugen Bauerntochter" nach dem bekannten Grimmschen Märchen und für den, der es nicht kennt, wollen wir den Inhalt kurz skizzieren. (Es war einmal ein Bauer, der fand eines Tages beim Graben einen goldenen Mörser. Da ihm der König den R&er geschenkt hatte, krachte ihm der Bauer den Mörser, trotzdem seine kluge Tochter ihm dringend davon abriet, denn, so meinte sie, „wenn der König den Mörser sieht, will er auch den Stößer dazu haben. Und er wird gewiß nicht glauben, daß wir den nicht finden können, sondern argwöhnen, daß wir ihn behalten haben." Und so geschah es auch. Der König ließ den Bauern in Ketten legen, bis er den Stößer Herausgabe. Der arme Bauer jammerte immer: „Hätt' ich gehört der Tochter doch!" Da ließ der König die Tochter rufen und fand sie so klug und schön, daß er sie gleich zu seiner Zrau machte und den Bauern wieder aus dem Ge­fängnis holen ließ. Und der König und seine Zrau hätten sehr glücklich leben können, wenn es ihn nicht geärgert hätte, daß seine Zrau viel klüger war als er selbst. Das kann kein Mann vertragen, geschweige denn ein König. Und als sie ihm eines Tages durch einen besonders klug erdachten Scherz auf offener Straße zeigte, daß er dümmer war als sie, da schickte er sie wieder aus dem Schloß in die arme Lauernhütte. Kur das Liebste, was sie im Schloß hätte, das dürfe sie sich mitnehmen. Was ihr das Lieb­ste war, soll nicht verraten werden. Wenn Ihr aber in die Vorstellung kommt, liebe Kinder, sollt Ihr es mit eigenen Rügen sehen!

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 26. 1. 1931. Der Auftrieb des heutigen Hauptmarktes bestand aus 1272 Rindern, darunter 240 Ochsen, 116 Bullen, 499 Kühen, 398 dürfen ferner 534 Kälbern, 86 Schafen und 5616 Schweinen (darunter 445 Litauer). Bezahlt wurde: Ochsen a 1 47—50, a 2 42—46, b 1 39—41,

Bullen a 46—49, b 42—45,

Kühe a 40—43, b 36—39, c 32-35, d 25—31 Färsen a 48—51, b 43—47, c 40—42, Kälber b 63-66, c 58—62, d 50—57, Schafe al 46—48, b 39—45, Schweine a b 52—54, c 53—55, d 53—55, 50—53, Rinder und Schweine ruhig Ueberstand. Kälber u. Schafe schleppend.

Wächtersbach. (Kaufmännische privatschule.) Die Leitung der Kaufm. Privat-Schule, Dipl. Hdlsl. Krauß in Hanau, wird ab Gstern 1931 auch in Wächtersbach eine ein- jährige Handelsschule errichten, zu der die Schulentlasse­nen sämtlicher Schulen zugelassen sind. (Es sei noch bemerkt, daß am Samstag, den 51. Januar in der Seit von Dorrn. 9 bis 12 Uhr in Wächtersbach (Gasthaus z. (Erbprinzen) eine Sprechstunde stattfindet, in der Auskünfte erteilt wer­den, sowie Rumelbungen entgegengenommen werden. Außer­dem erteilt jederzeit das Sekretariat der kaufm. Privat- Schule Krauß, Hanau a. M., Zriedrichstr. 23 b, auf evtl. schriftliche Anfragen Auskunft.

Ehrungen 0. Gronaus in Kopenhagen. Vor Mitglie- dern der „Deutschen Gesellschaft" und der „Aeronautischen Gesellschaft" in Kopenhagen hielt der deutsche Flieger v. Gronau einen Vortrag über seinen Ozeanflug. Nach dem Vortrage war v. Gronau Gast bei einem Abendessen, bei dem Direktor Küster namens der Deutschen Gesellschaft v. Gronau ein von dem Grasen Harald Moltke ausgeführtes großes Gemälde mit grönländischen Motiven überreichte. Der frühere Minister Tygge Rothe überreichte dem deut- scben Ozeanflieger namens der Aeronautischen Gesellschaft deren Goldplakette.

Fünf Millionen Franken spurlos verschwunden. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Bertrauensbruches gegen die Bank Benard eingeleitet. Das Verfahren ist auf eine Klage der Pariser Gesandtschaft der imttelamerikanischen Republik Costarica zurückzuführen, die der Bank eine Summe von 5 Millionen Franken zur Zah­lung von Zinsen für eine in Frankreich ausgegebene An­leihe übergeben hatte. Nach Angabe des Klägers sind diese 5 Millionen plötzlich verschwunden.

Preußische Rettungsmedaille für einen englischen Schü­ler. Der deutsche Botschafter in London, Freiherr von Neürath, überreichte auf der Deutschen Botschaft die preu­ßische Rettungsmedaille am Bande dem 14jährigen eng­lischen Schüler Jack Tyrer aus Ashford (Middlesex). Tyrer hatte am 3. September 0. I. einen jungen Deutschen, na­mens Ditmar Schmidt, unter eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet. Der Zwillingsbruder Jack Tyrers und ein Freund der beiden waren bei der Rettung be­hilflich. Der deutsche Botschafter richtete auch an sie Worte des Dankes.

In einer indischen Goldgrube verschüttet. In der Gold­grube von K 0 l d s stürzte ein Felsen ab und begrub viele Arbeiter unter sich. A ch t Personen wurden getötet und hundert verletzt. Drei Kulis werden vermißt.

— 4000 Warschauer Studenten verunstalteten im Hofe der Universität eine Protestkundgebung gegen die Vor« gänge von Brest-Litowsk.

— Im Auswärtigen Ausschutz des Sejm wurde das deutsch-polnische LiquidmionS-Abkommen mit 14 gegen 5 Stimmen angenommen.

— Von der Verwaltung der zu den Vereinigten Stahlwerken gehörenden Hüite Ruhrort-Meiderich mürbe beim zuständigen Demobilmachungskommissar Stillegung des ganzen Werkes wegen Auftragsmangels beantragt.

— Bei einem Einbruch in die Villa Dr. Eckeners in Fricdrichshafcn wurden Silbersachen im Werte von 1500 Mark entwendet.

— Ein ganzer Flügel des StaatSgefängnisses We- tumpka ist durch Brand vernichtet worden. Die dort unter« gebrachten 500 Gefangenen wurden rechtzeitig in Sicher­heit gebracht. S