Deutschlands Handelsbilanz 1930.
Rückgang der Einfuhr um 3 Milliarden. Abnahme der
Gesamtausfuhr um 1,5 Milliarden.
Nunmehr liegt die deutsche Handelsbilanz für Dezember 1930 und zugleich auch für das Gesamtjahr 1930 vor. Gegenüber dem Vorjahre liegt insofern eine relative Besserung vor. als wir im Jahre 1930 eine aktive Handelsbilanz hatten, während sie 1929 noch passiv war; d. h.. 1930 war die Ausfuhr größer als die Einfuhr.
Für das Gesamtjahr 1930
ist die Einfuhr im reinen Warenverkehr des Spezial- Handels mit 10,4 Milliarden Mark gegenüber 13,4 Milliar- den Mark für 1929 ausgewiesen. Der Rückgang der Einsuhr beziffert sich hiernach auf 3 Milliarden Mark. Tatsächlich dürfte jedoch der Einfuhrrückgang noch annähernd 300 Millionen Mark mehr betragen; denn infolge der durch die Lagerabrechnungen hervorgerufenen zeitlichen Verschiebungen in den statistischen Anschreibungen ist die Einfuhr für 1929 um 84 Millionen Mark zu niedrig, die Einfuhr für 1930 schätzungsweise um rund 200 Millionen Mark überhöht nachgewiesen (für 1930 zum Teil auch als Folge des Ueberganges zu vierteljährlichen Lagerabrechnungen). Der Einfuhrrückgang um mehr als 3 Milliarden Mark entspricht dem Wert nach einer Abnahme um fast 25 v. h. gegenüber dem Vorjahr. Das Einfuhrvolumen hat dagegen nur einen Rückgang um wenig mehr als 10 v. h. erfahren. Der Unterschied läßt den starken Einfluß erkennen, den das Fallen der Weltmarktpreise auf die Werlergebnisse der Ein- fuhr im Jahr 1930 gehabt hak.
Die Ausfuhr, ausschließlich der Reparations-Sach- lieferungen, ist von 12,7 Milliarden Mark im Jahr 1929 auf 11,3 Milliarden Mark im Jahr 1930 zurückgegangen. Die Reparations-Sachlieferungen betragen im Berichtsjahr 707 Millionen Mark gegen 819 Millionen Mark im Jahr 1929. Einschließlich der Reparations-Sachlieferungen stellt sich die Ausfuhr im Jahr 1930 auf 12 Milliarden Mark gegenüber 13,5 Milliarden Mark im Vorjahr; der Rückgang der Gesamtausfuhr beträgt mithin 1,5 Milliarden Mark. Dem Wert nach bedeutet dies gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme der Gesamtausfuhr um fast 11 v. H.; dem Volumen nach hat die Ausfuhr jedoch noch nicht um 5 o. h. abgenommen, also im Vergleich zur Einfuhr in erheblich geringerem Ausmaß.
Die Handelsbilanz des Jahres 1930 weist unter Berücksichtigung der durch die Lagerabrechnungen bedingten Korrektur der Einfuhrzahl um rund 200 Millionen Mark und ohne Berücksichtigung der Reparations-Sachlieferungen einen
Ausfuhrüberschuß von rund 1100 Millionen Mark auf; im Vorjahr hatte sie mit einem Einfuhrüberschuß in Höhe von 783 Millionen Mark abgeschlossen. Unter Einbeziehung der Reparations-Sachlieferungen stellt sich der Ausfuhrüberschuß auf 1800 Millionen Mark gegenüber einem Ausfuhrüberschuß von nur 36 Millionen Mark im Jahr 1929.
Im Dezember betrug die Einfuhr 681,3 Millionen Mark, mithin 53 Millionen Mark weniger als im vorangegangenen Mo- »at. Der Rückgang erklärt sich zum !Teil durch die gegenüber November um 11,2 Millionen Mark geringeren Lag^r- abrechnungen; zum überwiegenden Teil ist er als saison- mäßige Erscheinung zu werten. Von der Abnahme um 53 Millionen Mark entfallen 23,8 Millionen Mark auf die Rohstoffeinfuhr, 14,5 Millionen Mark auf die Einfuhr von Lebensmitteln und 11,3 Millionen Mark auf die Fertig- wareneinfuhr.
Die Ausfuhr stellte sich, ausschließlich der Reparations- Sachlieferungen, im Dezember auf 851,9 Millionen Mark (Vormonat 869,4 Millionen Mark); ferner haben im Dezember Reparations-Sachlieferungen im Wert von 51 Millionen Mark (November 61,9 Millionen Mark) ftatt- gefunden. Einschließlich der Reparations-Sachlieferungen hat die Ausfuhr gegenüber dem Vormonat um 28,4 Millionen Mark abgenommen; diese unbedeutende Ausfuhrabnahme ist besonders bemerkenswert, weil sie um 25 Prozent geringer ist als aus jahreszeitlichen Gründen hätte erwartet werden müssen.
Neue Krise in Frankreich? Unstimmigkeiten im Kabinets.
Bei der Verhandlung über die Interpellation zur Landwirtschaftspolitik des Kabinetts Stecg gab in der französischen Kammer Landwirtschaftsminister Victor Boret die Erklärung ab, er halte den Preis von 175 Franken für den Zentner Getreide für im Interesse der Landwirtschaft angemessen. Diese Aeußerung wurde in den Wandelgängen der Kammer eingehend erörtert. Der Unterstaatssekretär im Wirtschafts- und Handelsministerium, Leon Meyer, der zugleich--auch Bürgermeister von Le Havre ist, nahm in Gesprächen außerhalb des Sitzungssaales gegen feinen Mini- sterkollegen, den Landwirtschaftsminister, Stellung und erklärte, er fei in das Kabinett Steeg eingetreten, um sich besonders der Frage der Lebenshaltungskosten anzunehmen. Wenn man den Getreidepreis, der jetzt 167 Franken je Zentner betrage, auf 175 Franken erhöhe, dann würde das eine Erhöhung des Brotpreises im Gefolge haben. Diese Preispolitik wolle er nicht mitmachen.
Gewisse Zeitungen sprechen im Zusammenhang mit dieser Meinungsverschiedenheit davon, daß der Unlerstaaks- fetretär £6on Meyer seinen Protest gegen die Preiserhöhung für Getreide durch seinen Austritt aus der Regierung zum Ausdruck bringen werde, was einer Stellungnahme der Radikalen gegen die Preispolitik der Agrarier gleichkäme.
• Zur Krise in der Wirtschaftspartei. Von der Ge- chäftsstelle Dresden des Wahlkreises Ostsachsen der Wirt- chaftspartei wird uns mitgeteilt: Gemäß dem Beschluß >er drei sächsischen Wahlkreise der Wirtschaftspartei, ihre Beziehungen zur Reichsparteileitung abzubrechen, hat der Sächsische Fraktionsvorsitzende Landtagsabgeordneter Obermeister Kaiser-Dresden seinen Sitz im Reichsparteivorstand der Wirtschaftspartei niedergelegt.
• Der Geschästsorduungsausschuß des Reichstags ist Clr Mittwoch, den 28. Januar, zu feiner ersten Sitzung nach er Weihnachtspaufe einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen nicht weniger als 52 Anträge, die sich mit Privatklagesachen und Strafverfolgungsanträgen gegen »bgrordnete befassen.
Drohreben!
„EntscheidungSkampf und Vernichtung bis auf den letzten Mann!"
Am Freitag Abend hielt der nationalsozialistische Gauleiter Abgeordneter Goebbels im Kriegcroereinshaus in Berlin vor einer überfüllten Versammlung seine erste diesjährige Rede in Berlin. Unter stürmischem Beifall seiner Parteifreunde kündigte er der, wie er sich ausdrücute, „herrschenden Rechtslosigueit" einen Entscheidung-kampf an. wir werden, so führte Abgeordneter Goebbels aus, nicht Urlaub nehmen. Unser Weg ist legal und wird alle Möglichkeiten der Legalität ausschopsen, wenn wir an das Regime kommen. Wir vergessen aber nicht, was geschehen ist: Rache ist unser Gericht, das kalt genossen wird, vielen geht der Umstellungsprozeß zu langsam. Sie möchten ein Husarenstück von uns. Wir werden uns aber nicht zu Unuoeclegt- heiten hinreißen lassen. Was wir tun können, wird getan, um die Massen zurückzuhalten, aber über seine Kcaft kann niemand. Die Spannung und (Empörung in unseren Reihen ist bis zur Siedehitze gestiegen. Die Seit ist vorbei, wo man in Deutschland unbestraft über uns lügen konnte. Heute fühlen sich davon Millionen Menschen betroffen. Wir werden auf strenggesetzmäßigem Boden bleiben und werden unser Ziel erreichen oder zerschellen. Läßt man uns nicht gesetzmäßig arbeiten, dann kommen die Folgen nicht auf uns, sondern auf die anderen, die Deutschland zu einer Einöde der Rechtlosigkeit gemacht haben. — Jeder Nationalsozialist ist innerlich davon überzeugt, fuhr Dr. Goebbels fort, daß das Jahr 1931 die Entscheidung bringen wird. Man hat die Frage aufgeworfen, ob wir koal.twns- und regierungsfähig seien. Diese Frage allein ist eine freche Unverschämtheit. Regierungsfähig ist jeder, der das Volk hinter sich bringt. Giot das Volk uns die Macht, dann werden wir sie auch gebrauchen. Wer uns verfassungswidrig daran hindert, wird von uns, wenn wir die Regierung haben, als Hochverräter nach Leipzig geschickt werden. Das Jahr 1931 wird von uns unerhörte (Opfer an Gut und Blut fordern, aber es gibt für uns kein Zurück mehr. — Während die Versammlung selbst ohne Störung verlief, wurden, wie bereits gemeldet, vor und nach der Versammlung insgesamt 8 Nationalsozialisten festgenommen. Teilweise mußte die Polizei vom Gummiknüppel Gebrauch machen.
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Der Bundesführer des Reichsbanners, Gberpräsident z. D. Hörsing, sprach am Freitag in Magdeburg in zweistündiger Rede über das Thema: „Marschfertig am 22. Februar". Er erklärte, man müsse offen zugeben, daß durch die Wahlen vom September die Republikaner eine schwere Schlappe erlitten hätten. Wir, das Reichsbanner Schwarz- Rot-Gold wollen keinen Bürgerkrieg. Wir wollen auch nicht, daß Köpfe rollen. Wenn aber die Feinde der Republik sich erdreisten sollten, gegenums und damil gegen ik Republik vorzugehen, so werden wir mit derselben Art und Methode und auch mit allen Mitteln, mit denen sie uns angreifen, ihnen entgegentreten. Wir werden sie, wenn die Interessen der deutschen Ration es fordern sollten, restlos bis auf den letzten Mann vernichten. Auch wir stehen auf dem Standpunkte, daß der Poungplan nicht erfüllt werden kann. Wir wissen aber auch, daß der Poungplan und der versailler Friedensvertrag nicht mit Redensarten erledigt werden können, sondern daß dazu ein klarer, kalter Kopf zum Verhandeln mit unseren ehemaligen Gegnern gehört. Unter Hinweis auf die Ziele der Kommunisten und der Nationalsozialisten sagte hörsing: Ich glaube, daß, solange Deutschland in Vernunft lebt, man sich weder Italien noch Rußland anschließen können. Wir müssen alles daran setzen, daß ein solches Bündnis, das den Krieg auf deutschem Boden bedeuten würde, verhindert wird. Das ist die große Aufgabe der Republikaner ganz allgemein und des Reichsbanners im besonderen. So habe er die Parole ausgegeben: „marschfertig am 22. Februar", d. h. an dem Tage, an dem das Reichsbanner vor 7 Jahren gegründet wurde. Wir wollen den Bürgerkrieg verhindern. Wir wissen aber, daß die von rechts und die von links auf den Bürgerkrieg hinarbeiten ,und deshalb sagen wir ihnen: „Am 22. Februar marschbereit." Die Ausführungen hörsing wurden oft von stürmischem Beifall unterbrochen.
Um die Rüstunssvermindernng.
Die Französische Vereinigung für den Völkerbund hielt Sonntag nachmittag in Paris ihre Generalversammlung ab, in der neben der Absenkung einer Glückwunschadresse an Briand eine Entschließung angenommen wurde, worin es heißt: Die Generalversammlung der Vereinigung für den Völkerbund spricht den Wunsch aus, daß die französische Regierung sich schon jetzt mit der Vorbereitung der allgemeinen Abrüstungskonferenz beschäftigt und dieser Konferenz ein positives Programm unterbreitet, das einerseits die progressive und gleichzeitige Herabsetzung der nationalen Rüstungen und andererseits die Organisierung einer wirksamen internationalen Zusammenarbeit zwecks Warnung und Bestrafung jedes Angreifers und Gewährleistung der Sicherheit enthält. Sie fordert die öffentliche Meinung auf, dieses Programm zu unterstützen und auf diese Weise zum Erfolge der Abrüstungskonferenz beizutragen, von der die Zukunft der Zivilisation abhängt. — Senator dc Jouvenel, der frühere französische Völkerbundsdelegierte, hatte vorher in einer Rede erklärt, daß eine Herabsetzung und nicht eine Stabilisierung der Rüstungen nötig sei, weil sie für Frankreich und für den Völkerbund die einzig mögliche Rettung sei.
Bei der Keichsgründungsfeier des Stahlhelms in Köln hielt Duesterberg eine Ansprache, in der er betonte, daß e s heute Ehrenpflicht und Gebot der Stunde fei, erneut für die Unschuld des Deutschen Reid]<s am - Weltkriege einzutreten. Je mehr Deutfdflanb heute feine natürlichen Glenzen entbehre, umso dringender müsse man die Forderung nach einer starken Wehrmacht erheben.
Ratifizierung der deutsch-polnischen Verträge im Sejm-Ausschuß.
h- Der Auswärtige Ausschuß des Sejm hat in zweiter und dritter Lesung die Gesetzentwürfe über die Ratifizie- rung des deutsch-polnischen Valorisationsoertrages, des deutsch-polnischen Vertrages über Regelung der Rechtsverhältnisse der deutschen Pfandbriefanstalt in Posen und den deutsch-polnischen Vertrag über Sparkassenanstalten angenommen.
, 0 Der Preußische Landtag tritt am 27. Januar wieder zusammen. Präsident Bartels hat jetzt die Tagesordnung für die erste Sitzung festgesetzt. Zur Beratung stehen neben einer großen Reihe kleinerer Vorlagen die Verordnung der Staatsregierung über die Gehaltskürzung der Beamten und die Gesetzentwürfe zur Verlängerung und Aenderung der preußischen Realsteuern, die bereits vom Preußischen Staatsrat genehmigt worden sind. Am Mittwoch, den 28. Januar, soll die zweite Beratung des Staatshaushaltsplanes für das Jahr 1931 beginnen, und zwar voraussichtlich beim Haushalt der Landwirtschaftlichen Verwaltung.
Lissabon, 19. Januar. Die Wiederherstellungs- arbeiten am verbrannten Flügel des Riesenflugzeuges Do X sind beendet. Nach Erklärungen des Direktors des Hauses Dornier, Hernard, wird das Flugzeug am 3. Februar nach den Capverdischen Inseln und Natal mit nur zwei Fluggästen, dem Admiral Cago Cotinho und dem italienischen Major Breuta, ab- fliegen. Das Flugzeug nimmt Post für Amerika an Bord.
Die Grippe wütet in Oberbayern. Die bisherigen Grippefälle in Rosenheim und Umgebung in Oberbayern sind bisher glimpflich verlaufen. Jetzt sind in Pfaf- fenbichl zwei Kinder einer Landwirtsfamilie unter eigenartigen Fiebererscheinungen plötzlich erkrankt und wenige Stunden darauf gestorben; der Vater der beiden Kinder liegt ebenfalls schwer krank darnieder. In einem benachbarten Ort ist unter gleichen Symptomen eine 15jährige Bauerntochter erkrankt.
vom Scheintod noch rechtzeitig erwacht. In Konstanz am Bodensee hatte nach der Meldung eines Berliner Mittagsblattes ein junger Mann einen Starrkrampf erlitten und wurde als tot bezeichnet. Die Vorbereitungen für die Beerdigung waren getroffen. Der „Tote" erwachte jedoch noch rechtzeitig und verließ den Sarg, in den man ihn bereits gelegt hatte. Der junge Mann glaubte zuerst an einen Scherz feiner Arbeitskollegen, später hätte er die Vorbereitungen zur Beerdigung mit angehört, hätte sich aber nicht rühren können.
Mit der Petroleumlampe gestürzt. Ein furchtbarer Unglücksfall ereignete sich in der Nacht in einer Wohnung in der Vereinsstraße in R e in s ch e i d. Die Ehefrau des Schreinermeisters Lommel, die krank darniederlag, stand gegen Mitternacht auf und ging mit einer Petroleumlampe durchs Zimmer. Dabei rutschte sie aus und kam so unglücklich zu Fall, daß die brennende Lampe auf sie fiel und die Nachtkleidung in Brand setzte. Da in dem Augenblick nicht sofort Hilfe zur Stelle war, erlitt die Frau so schwere Brandwunden, daß der Tod alsbald eintrat.
• Berlin. Die Reichsparteileitun aber Deutsc^n Volks- 'trortei legte zur 60. Wiederkehr des ReichsgründungStageS Kränze nieder am Bismarck-Denkmal vor beut Reichstag und am Nationaldenkmal vor dem Schloß.
“ München. Der Vertreter der Reichsregierung in München, Gesandter von Haniel, muß infolge einer Erkrankung an Grippe das Bett hüten.
■+■ Warschau. Der Sejm hat die Gesetzentwürfe über das Zündholzmonopol und die Kreuger-Anleihe angenommen.
Haag. Der Ständige Internationale Gerichtshof hat in einer internen Sitzung das japanische Mitglied des Richterkollegiums Adatschi zu seinem Präsidenten gewählt.
Paris. Wie Havas aus El Ferrol berichtet, sollen die Republikaner dieser Stadt, falls sie überhaupt an dem Wahlfeldzug sich beteiligen, ihren Landsmann, den ehemaligen Fliegermajor Franco als Kandidaten aufzustellen.
-4- London. Die durch den Tod eines Abgeordneten der Arbeiterpartei in East-Bristol notwendig gewordene Ersatzwahl hat mit dem Siege des Kandidaten der Arbeirer- Partei, der eine Mehrheit von 11 324 Stimmen erzielte, geendet.
Neuyork. Staatssekretär Stimson hat den amerikanischen Gesandten in Panama angewiesen, der AmtSein- setzuna des Präsidenten Alsaro beizuwohnen und die bisherigen diplomatischen Beziehungen zu Panama auch mit der Regierung Alfaro förtzuführen.
— An einigen Stellen Berlins spielten sich am Sonntag schwache Kundgebungen ab, die wohl als GcgenKundgebun- gen gegen die Feiern des Reichsgründungstages anzusehen sind.
— Der auf der Werft der Deschimag umgebaute Lloyd- dampfer „General v. Steuben" (die frühere „München") wurde am Sonntag nach erfolgreicher Probefahrt vom Norddeutschen Lloyd wieder übernommen. An der 11» stündigen Fahrt, die von Bremerhaven an Norderney und Helgoland vorbei wieder zurück nach Bremerhaven führte, nahmen zahlreiche Ehrengäste teil.
— Beim Einsturz der Kirche in Huixtepcc (Mexiko) wurden 50 Personen, darunter der Prediger, getötet. 20 Personen starken an den Folgen der Verletzungen, die sie beim Einsturz des Gotteshauses erlitten.
— Der Nachtschnellzug Paris-Jrun, in dem sich der Prinz von Wales und sein Bruder befanden, ist Sonntag früh in der Nähe von Bordeaux entgleist Es wurde niemand verletzt.
In Bochum ereignete sich ein schweres Molorradun- glück. An einer Straßenecke sauste ein Motorrad in voller Fahrt gegen ein Lastkraftwagen. Der Fahrer und der So ziusfahrer wurden so schwer verletzt, daß sie bald nach ihrer Einlieserung in ein Krankenhaus verstorben. Es handelt sich um junge Leute von ca. 25 Jahren.
Main z. (Biand im Heilig Geist.) 3m Hause der alten historischen Gaststätte Heilig Geist in Mainz brach Freitag nachmittag durch einen schadhaften Kamin ein Brand aus. Da infolge der an dieser Stelle enganeinander gebauten Häuser große Gefahr bestand, rückte die Feuerwehr mir 112 Löschzügen zur Bekämpfung des Feuers an. Nach etwa 12 ständiger Tätigkeit war die Gefahr beseitigt. Aus» gebrannt ist lediglich das Dachgeschoß. Der Schaden ist nicht bedeutend.