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Mluchtemer Zutuns

Kreis-Amtsblatt * Allgemeiner amtlicher Anzeiger für Sen Kreis Schlüchtern

Nr. T

(1. Blatt)

Donnerstag, den 15. Januar 193)

83. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen

Landratsamt.

Ausbildung von UolksschuUehrr»« «ud Nolksfchullehrertnnen.

U III Nr. 2397.

[ 3m Frühjahr 1931 können in 15 pädagogischen Aka­demien Studenten ausgenommen werden und zwar in (Es» bing, Cottbus, Frankfurt a. d. G., Breslau, Halle a. d. S., Erfurt, RItona, Kiel, Hannover, Dortmund und Rastel zur Ausbildung evangelischer Lehrer und Lehrerinnen, in Beugen zur Ausbildung katholischer Lehrer und Lehrerin­nen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Lehrer und in Frankfurt a. M. zur Ausbildung von Lehrern und Lehrerin- nen.

Der Bildungsgang ist zweijährig. Studienaebühren wer­den nicht erhoben- unter besonderen Voraussetzungen kön- nen Studienbeihilfen gewährt werden, die bei den Aka­demien nach der Aufnahme zu beantragen sind. Internate sind mit den Akademien nicht verbunden. Ueber die näheren Bedingungen und die Arbeitspläne geben die Ge- schäftsstellen der pädagogischen Akademien Auskunft.

Die Aufnahmegesuche sind bis spätestens 1. Februar 1931 bei den Akademien einzureichen. Jeder Ausnahme- suchende darf sich nur an einer Akademie bewerben. Dem Gesuch sind beizufügen:

1. ein Lebenslauf mit Angabe des Bekenntnisses,

2. eine beglaubigte Abschrift des zum Besuch einer Hoch­schule berechtigten Reifezeugnisses einer höheren Lehr­anstalt oder eine Bescheinigung des Anstaltsleiters, daß der Bewerber die Reifeprüfung bestanden hat oder voraussichtlich bestehen wird,

» 3. ein Gesundheitszeugnis eines zur Führung eines __Dienstsiegels berechtigten Arztes,

ein amtlicher Ausweis über bis StrMtLM^MDVMVll

I 5. ein polizeiliches Führungszeugnis, falls seit der Er­langung des Reifezeugnisses mehr als ein halbes Iahr verstrichen ist. j

Berlin, den 15. Dezember 1930.

Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. In Vertretung, gez. Lämmer^.

Kreisausschutz.

I.-Rr. 19528/29 F. Die Geschäftsstelle für Landaufent­halt von Stadtkindern in Hagen i. Westfalen hat bei der >ort herrschenden großen Arbeitslosigkeit und der Erho- ungsbedürstigkeit zahlreicher Rinder gebeten, auch in bie« em Jahre wieder eine Anzahl Rinder aus Hagen während )es Frühjahrs und des Sommers zur Erholung unentgelt­ich im hiesigen Kreise unterzubringen.

Die Rreisbevölkerung bitte ich daher, die Unterbrin­gung hagener Rinder im Kreise wie in den Vorjahren nach Kräften fördern zu helfen. Familien, die zur Aufnahme änes oder mehrerer Rinder bereit und in der Lage sind, vollen dies unter Angabe der genauen Anschrift des Al- ers und des Geschlechts der gewünschten Rinder durch )er mittlung der Bürgermeifterei umgehend, Pätestens bis 25. Januar ds. 3rs hierher nitteilen. Falls die Aufnahme von Rindern nicht schon n den nächsten Monaten möglich ist, wolle mir auch mit« geteilt werden, wann die Rinder frühsten? ausgenommen verden können. |

Schlüchtern, den 9. Januar 1931.

Rreiswohlfahrtsamt: Dr. Müller.

"Betr. Krnppelberatungsstnnden.

,I.-Rr. 20870 F. Die Rrüppelberatungsstunden in Rassel, bießbergstr. 5, werden auch im Kalenderjahr 1931 von en beiden Landeskrüppel-Aerzten, San. Rat Dr. Assberg mb San. Rat Dr. Möhrinq, allwöchentlich am Diens« vormittags 10 Uhr, abgehalten. Schlüchtern, den 8. Januar 1931.

Rreiswohlfahrtsamt: Dr. Müller.

5tabt Schlüchtern.

Bekanntmachung

, Sür das Geschäftsjahr 1931 sind für das für den Be« "fhber Stadt Schlüchtern gebildete Mieteinigungsamt 3 seifiger und 3 Ersatzbeisitzer zu wählen. Die örtlichen

Fremdenbücher sowie DolfoeiMe Anmeldungen vorschrifsmästkae neueste Muster ;u haben bei

A. Gteinfeld Göhne.

Hausbesitzer- und Mietvereine werden g'mäß Ausführungs­verordnung zum Gesetze betr. Mieterschutz pp. vom 15. August 1923 § 3 aufgefordert, bis zum 21. Januar 1931 Vorschlagslisten hierher einzureichen. (Es wird dabei gleich­zeitig darauf hingewiesen, daß

1. Personen, die nach § 32 des Gerichtsverfassungsge- setzes zum Schöffenamt unfähig sind, und Pr'onen. d'e nach den §§ 33, 34 des Gerichtsverfassungsge^etzes, § 33 des preußischen Ausführungsoestzes zum Gerihtsverfa'sungz. gesetze zum Schöffenamt nicht berufen werden sollen, f-rrer Personen, die nach § 35 des Gerichtsverfassungsgesetzps gesetzes zu Beisitzern nicht bestellt werden sollen oder dürfen, nicht vorzuschlagen sind, und daß auch die Benennung solcher Personen,Id ie nach § 35 des GerichtsverfassungsgeseKhs in Verbindung mit § 4 Ausführungsverordnung zum Mie­terschutzgesetz vom 15. August 1923 (pr. G. S. S. 405) die Berufung ab^ehnen dürfen, sich nicht empfiehlt;

2. wenn in die Lilien auch Personen ausgenommen wer­den, die iCtils Mietschöffe beim Amtsgericht tätig sind, dies bei den einzelnen Hamen zu vermerken und gleichzeitig an« zugeben ist, ob die Personen sich zur Uebernahme des Am­tes als Bei'itzer beim Mieteinigung-amt nGen ihrer Tästg- Keit beim Amtsgericht bereit erklärt haben:

3. zugleich mit den vochchlagsRsten schrift'iche Erklärun­gen der in die Liste eingetragenen Personen einzurcicker sind, in denen sich diese vervflichten, für den Fall ihrer Wahl für Dritte keine berufliche oder ehrenamtlich' ig« keit auseuüben, die sich auf Mietverhä'tnis'e über Gebäude oder Gebäudeteile bezieht, und daß im Falle einer Ge- schäftsoereinigung der in die Liste eingetragenen Personen mit anderen auch die Verpflichtung-erklärung dreier Per­sonen, keine solche Tätigkeit im Bezirke des Gerichts gegen Vergütung eiuszuüben.

, Personen, die schon für das gleiche Geschäfts'abr zu SGöf- -M«iKÄ^^

Falls ausreichende Vorschlagsstten nicht eingehen, so wer­den die Beisitzer durch die Stadtverordnetenversammlung unmittelbar gewählt.

Schlüchtern, den 12. Januar 1931.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

In der Seit vom 16. bis einfthl. 31. Januar 1931 findet die Reinigung der Schornsteine in folg-mbm Straßen der Stadt statt: Ahlersbacher-. Elmsrland-, Hosvitalst'-aße, Elmweg, Graben-, Kaiser-, Kronorinoen«, Garten-, Drei« brüder-, Kurfürsten«, Bahnhof-, Lo^ichius-, Breibnba^e-« strahe, Schmiedsgasse, Linsengasse, Heu gaffe und das Aus- brennen der Schornsteine in der Brückenauer-, Fuldaer-, Weinberg-, Ludoni''a v. Stumm-, AlHtrahe und Amtsberg.

Die Rontrollbücher sind bereitzuhalten.

Schlüchtern, den 12. Januar 1931.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Städtische Lateinschule Schlüchtern.

(Sexta bis Obertertia einschließlich, Lehrplan des Reform«

realprogpmnasiums bczw. der Gberrealschule.)

Die Anmeldungen von Schülern und Schüledn« nen für sämtliche Klaffen zu Ostern 1931 werden unter Verlängerung der Frist noch bis zum 2 4. Ja­nuar 19 31 von dem Unterzeichneten mündlich ober schriftlich entgegengenommen. Dabei sind Ge­burtsschein, Impfschein und das Abgangszeugnis der zu­letzt besuchten Schule einzureichen. Wenn di-ses noch nicht vorliegt, ist das letzte Schulzeugnis beizufügen und das Abgangszeugnis nachzuliefern. Der Termin der Aufnahme­prüfung wird noch bekannt gegeben.

Schlüchtern, den 13. Januar 1931.

Der Leiter der städtischen Lateinschule:

Dr. Fenner, Studienrat.

Stadt Steinau.

Bekanntmachung.

Betr. Nermaltung der Vtehhofsgebaude.

Die der Stadt gehörigen zum DomänenvorwerK Vieh­hof gehörenden Gebäulichkeiten sollen, sofern Interesse da­für vorliegt in verschiedenen Abteilungen, und zwar zu landwirtschaftlichen Zwecken zu günstigen Bdingungen bei längeren Ratenzahlungen zum Verkauf gelangen.

Die Aufteilung der Gebäulichkeiten kann beravt ge« schehen, daß erforderlichenfalls innerhalb des vichh'fes ein Wohnhaus zur Errichtung gelangen kann und auf die e Weise ein besonders neu gebildetes Gehöft gebildet wird. Das Wohngebäude könnte unter Umständen unter günsti­gen Darlehcnslfrgabcn errichtet werden.

Steinau, den 13. Januar 1931.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

Anerkennung der Schwäche.

Die neue polnische Rote in deutscher Beleuchtung.

Zu der neuen polnischen Note, die in Genf dem Völker- bundssekretariat überreicht worden ist und die die Antwort Polens auf die deutsche Beschwerde in der Minderheiten­frage darstellt, wird von deutscher Seite erklärt:

Der von den Polen unternommene versuch, den deut­schen Beschwerden einen politischen Anstrich zu geben, dient nur der Verschleierung der wirklichen Sachlage und ist gleichzeitig ein Anerkenntnis der Schwäche des polnischen Standpunktes. Die deutschen Beschwerden sind nicht Mittel zum Zweck, sondern Selbstzweck, um der deut­schen Minderheit in Ostoberschlesien den Schutz zu gewähr­leisten, den sie auf Grund der von Polen übernommenen Verpflichtungen eigentlich haben müßte, aber tatsächlich nickst hat.

Es gibt keinen Terror gegen die p 0 l - nische Minderheit in Deutschland, und in den wenigen Verstößen geringfügiger Natur und lokaler Be­deutung, die gegen die polnische Minderheit gerichtet wor­den sind, hat dir deutsche Polizei stets rücksichtslos durch­gegriffen, sofort Untersuchungen eingeleitet und die Schul­digen der Bestrafung zugeführt.

Umgekehrt hat in Ostoberschlesien sich der Terror nicht nur unter Duldung, sondern teilweise unter aktiver B e g ü n st i g u n g der polnischen Polizei abgespielt.

Ein Vergleich zwischen den beiderseitigen Formen der Min- derheitenbehandlung kann also nur zuungunsten von Polen ausfallen und ist nicht geeignet, um stimmungsmäßig die unerhörten Vorgänge in Ostoberschlesien zu erklären. Die deutsche Minderheit in Polen würde glücklicher sein, wenn sie der Behandlung teilhaftig würde, die die polnische Min­derheit in Deutschland genießt.

Berichterstatter - ein Zapaner.

Die Beschwerde des Deutschen Volksbundes in Ostober­schlesien über die polnische Politik gegenüber der deutschen frage für dringlich erklärt und auf die Tagesordnung der bevorstehenden Ratstagung gesetzt worden.

Bei der Ratstagung werden somit die Vorfälle in Ost­oberschlesien gleichzeitig auf Grund der beiden Roten der deutschen Regierung und auf Grund der Beschwerde des Deutschen Volksbundes zur Behandlung gelangen.

Berichterstatter 'ür die Beschwerde des Deutschen Volks­bundes ist das japanische (!!) Mitglied des Völkerbunds- rates.

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Neue Bespitzelung Deutschlands.

Die Botschafterkonferenz lebt noch.

Die schon so häufig totgesagte Botschafterkonferenz hat in Paris wieder einmal eine Sitzung abgehalten, auf deren 'Tagesordnung angeblich die Liquidierung des Interalliierten Militärischen Komitees von Versailles gestanden hat, das die Aufgabe hatte, die Botschafterkonferenz in allen mili« tärischen Fragen, namentlich hinsichtlich der Durchführung der Entwaffnungsklausel des Friedensvertrages zu unter­stützen.

Wie es mit dieserLiquidierung" aussieht, geht aus einem anderen Bericht hervor, nach dem die Franzosen einen Antrag zur Annahme gebracht haben, durch den Ge­neral Baratier beauftragt worden ist, die militärischen Fra­gen zu verfolgen, die sich auf die Durchführung der Ver­träge beziehen.

Das heißt aus deutsch: Es wird jetzt alles Material gesammelt, und wenn es auch aus den Zeiten der Inter­alliierten Kontrollkommission stammt, das den Franzosen geeignet erscheint, eine Einheitsfront gegen die Ab­rüstung aufzustellen.

Dabei wird die neu ausgegrabene Botschafterkonferenz die Aufgabe haben, neue Richtlinien zur Bespitzelung Deutschlands aufzustellen. Die bewußt zweideutigen Be­schlüsse der Konferenz machen das zur Gewißheit.

Steuern für KnItur^wecke in der Sowjet»»!««.

WTB. Moskau, 15. 1. Die Sowjetregierung hat nach einer Meldung der Telegraphenagmtur der Sowjetunion beschlossen, auch in den Städten eine einmalige Steuer für das Jahr 1951 zu erheben, deren Ertrag kulturellen Zwecken dienen soll. Diese Steuer, die der kürzlich für die Dörfer eingeführten Rultursteuer entspricht, wird nach dem Grilndsatz der (Einkommensteuer für verschiedene Katego­rien der städtischen Bevölkerung gestaffelt.

In dem Lohnstreit für den oberschlesischen Bergbau wurde heute abend von dem Sonderschlichter ei t Schieds­spruch gefällt, wonach für den Steinkohlenbergbau und den Erzbergbau ab 1. Januar eine Lohnermäßigung um 60-0 eintrilt.

In maßgebenden Kreisen von Ivallstreet wird das Gerücht als unbegründet bezeichnet, daß die bri.ischc Regie­rung sich um eine in Frankreich und den Herein,Uten L aa­len aufzunehmende Anleihe von 109 Millionen Pfund Ster­ling bemühe.

Die deutsche Afrikafti gerin Elli Leinhorn ist Diens­tag, von Bladrid kommend, in Sevilla gelandet.