Gegen VestragSreWon.
L«S CkgefretS der Besprechungen zwischen Wcnisetos »nd Zgleski.
Der griechische Ministerpräsident Weniselos hat sich von Warschau nach Wien bcgeben. Ueber das Ergebnis seines Warschauer Besuchs wurde in der Warschauer Presse eine amtliche Mitteilung veröffentlicht, in der es heißt: .
Der Verlauf der Besprechungen, die der griechische Ministerpräsident Weniselos und der polnische Außenminister Zaleski in Warschau miteinander hatten, war um so herzlicher, als Zaleski vor einigen Jahren in Athen akkreditiert war und dort mit Weniselos, der schon damals Ministerpräsident war, zusammengearbeitet hatte. Die beiden Staatsmänner besprachen die allgemeine gegenwärtige Lage und konnten mit Befriedigung die Aehnlichkeit ihrer Ansichten seststellen. Nochmals konnten sie bei ihrer Unterhaltung sich darüber Rechenschaft geben, daß ihre beiden Länder, die keinerlei Gegensätze trennen, auf wirtschaftlichem Gebiete bereits eine fühlbare Annäherung infolge des kürzlich abgeschlossenen Handelsvertrages erfahren haben und daß sich so aus diesem Gebiete für beide Länder noch ein weiteres Tätigkeitsfeld eröffnet.
Es wurde ferner festgestellt, daß die Vertreter der beiden Regierungen, die sich treu in der Frage der Aufrechterhaltung des Fri^ens verbunden fühlen, bereits mehr als einmal ku Genf ihren unveränderten Wunsch, an einer loyalen Beobachtung der Friedensver- träge festznhalten, zum Ausdruck gebracht haben.
Obwohl kein konkreter diplomatischer Schritt diesem Besuch zugrunde lag, so wurde doch beschlossen, daß Polen und Griechenland in nächster Zukunft einen Schiedsgerichts- und Vergleichsvertrag abschließen sollen.
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Die Begrüßung in Wien.
Zur Begrüßung des griechischen Ministerpräsidenten Weniselos und seiner Gemahlin hatten sich im Wiener Nordbahnhof Vizekanzler Dr. Schober, der österreichische Gesandte in Athen, der Vizepräsident des griechischen Parlaments, Alawanos, der griechische Senator Wohacides sowie eine Abordnung der Wiener griechischen Kolonie eingefunden Als Weniselos dem Zug entstieg, wurde er von Vizekanzler Schober herzlich begrüßt. Weniselos ist während seines Wiener Aufenthalts Gast der Bundesregierung.
Explosion während der Srescharbeiten.
Ein Heizer getötet, drei Schwerverletzte.
Auf dem Gute Rödlin bei Neubrandenburg explodierte beim Dreschen der Kessel der Lokomobile.
Der Heizer Pitter wurde auf der Stelle getötet. Durch umherfliegende Eisenstücke wurden drei Arbeiter schwer verletzt; einem von ihnen wurden beide Bein« abgerissen. Er wurde in bedenklichem Zustande in das Neustrelitzer Krankenhaus geschafft.
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Auplütl tu eitlem ssltmcttöaö.
Neun Todesopfer.
Im jüdischen Dampfbad des südostgalizischen Grenzorts Horodenka explodierte der Dampfkessel, als sich gerade 22 Frauen im Baderaum befanden. Durch herumfliegende Eisenstücke wurden vier Frauen aus der Stelle getötet, zwölf wurden schwer verletzt. Von diesen sind noch vier gestorben. Auch der Heizer, der das Unglück verschuldet haben soll, ist seinen Verletzungen erlegen, so daß sich die Gesamtzahl der Todesopfer auf neun beläuft.
Preissenkung bei Markenartikeln.
Entwurf eiltet Verordnung.
DaS Reichswirtschaftsministerium hat nach einem Beschluß des Reichskabinetts dem Vorläufigen Reichs- wirtschaftsrat den Entwurf einer Verordnung über Preisbindungen bei Markenartikeln zur gutachtlichen Stellungnahme zugeleitet.
Nach dieser Verordnung sollen künftig Preisbindungen bei Markenartikeln nur dann noch rechtswirk- sam sein, wenn und insoweit eine Senkung der Ber- brancherpreise um mindestens 10 Prozent gegenüber dem Stand am 1. August dnrchgesiihrt ist.
Dabei wird erwartet, daß die Durchführung der Preissenkung im Zusammenwirken von Erzeugern, Großhändlern und Einzelhändlern erfolgt und nicht zu Lasten nur einer der beteiligten Wirtschaftsgruppen geht. Der Vorläufige Reichswirtschaftsrat wird sich bereits am 5. und 6. Januar mit der Vorlage beschäftigen.
Eisschießen.
In den deutschen Hochgebirgen hat sich als besonders beliebter Wintersport das „Eisschießen" eingebürgert, das mit Vorlieb» von den Frauen ausgeübt wird.
Eine Schneebrüüe bricht ein.
13 Personen stürzen in einen Bach. — Drei Tote.
In den Schweizer Bergen hat der Skisport wieder drei Todesopfer gefordert. In Elm im Gebiet der Glarner Alpen begaben sich 15 Wintersportler aus Berlin zum Skisport nach der Wiehlen-Alp, die günstige Sportverhältnisse bietet.
AlS sie aus einer Schneebriicke einen Bach überschreiten wollten, brach diese ein, und die ganze Gesellschaft stürzte in das Bachbett. Zwölf Personen konnten sich wieder herausarbeiten, während zwei Damen und ein Herr von den Schneemassen im Bachbett begrabe» wurden.
Die gegen Abend aufgebrochene Rettungskolonne konnte die Leichen bergen. Die Verunglückten sind Dr. med. Hans Cläre, Frl. Elsa Klöttner und Hertha Gelpke, alle aus Berlin.
0 Berlin. Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Sackett, ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Botschaft wieder übernommen.
0 Berlin. Am Sonntag beschäftigte sich der ReichS- Parteiausschutz der Wirtschaftspartei erneut mit dem Konflikt Drewitz-Colofser.
6 Dank des Reichspräsidenten für die Glückwünsche zum Jahreswechsel. Anläßlich des Jahreswechsels sind dem Reichspräsidenten wiederum zahlreiche telegraphische und briefliche Glückwünsche aus dem In- und Ausland zugegangen. Da die Einzelbeantwortung ihm nicht möglich ist, spricht der Reichspräsident allen, die seiner freundlich gedacht haben, auf diesem Wege seinen herzlichen Dank und die Erwiderung der Glückwünsche aus.
0 Gegen die „Internationale der Gottlose»»". Der Deutsche Evangelische Frauenbund richtet in einer Eingabe an den Reichsminister des Innern die dringende Bitte, eine Niederlassung der „Internationale der Gottlosen" in Berlin nicht zuzulassen.
* Ein Bergführer Opfer seines Berufes. An dem Andermatt mit dem vorderen Rheintal verbindenden Maigelsbach ist ein 24jähriger Bergführer, der eine größere Partie über den Bach führte, von einer Lawine verschüttet worden. Der Verunglückte konnte noch am Abend geborgen werden; Wiederbelebungsversuche waren jedoch erfolglos. Von den Teilnehmern an der Partie ist außer dem Führer niemand verunglückt.
* Verschärfung der Lage in der englischen Banm- wolli,»dustrie. Zur Regelung der Streitfrage in der Baumwollindustrie der Grafschaft Lancaster fand in Manchester eine Konferenz von Arbeitgebern und Gewerkschaften statt. Nach fünfstündigen Verhandlungen wurde die Konf».^vnz ergebnislos abgebrochen, und es droht nunmehr eine allgemeine Arbeitseinstellung. Wie bereits vor einigen Tagen gemeldet, handelt es sich bei dem Konflikt um die Absicht der Arbeitgeber, die Zahl der Webstühle zu vermehren, ohne entsprechend mehr Weber einzustellen, wogegen die Arbeiter sich auflehnen.
* Ein Geisteskranker erschießt zwei Polizisten. In einer Vorstadt von Sidney erschoß ein geisteskranker Verbrecher zwei Polizisten und flüchtete dann in ein Haus, von wo aus er Schnellfeuer auf die herbeieilenden Schutzleute eröffnete. Er wurde schließlich von den Beamten niedergeschossen und schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht.
Sir Eric Drummond in Santiago de Chile.
-+- Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, ist in Santiago de Chile eingetroffen und trotz der leichten Spannung in den gegenwärtigen Beziehungen zwischen Chile und dem Völkerbund herzlich ausgenommen worden Sir Eric Drummond dementierte kategorisch das Gerücht, wonach er sein Amt als Generalsekretär des Völkerbundes nieberlegen wolle.
Kommnnistenmeuterei im Gefängnis.
■+■ Wie aus Bukarest gemeldet wird, unternahmen im Staatsgefängnis von Doftana 46 kommunistische Häftlinge einen Aufstandsversuch. Nach stundenlangem Lärmen und Schreien im Sprechchor gelang es vorerst zweien von ihnen, die Zellentüren zu sprengen. Sie öffneten dann auch die Zellentüren der anderen Gefangenen. Sämtliche 46 Häftlinge bewaffneten sich nun mit Holzscheiten und drangen aus die Aufseher ein, von denen sie einig, verletzten. Der Aufstand konnte erst niedergeschlagen werden^ als die Wachtmannschaft eine Schrecksalve abgab. Alle kommnni^fsch^ sind seitdem in den Hungerstreik getreten.
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- +- Kattowitz. Die Gerichtsverhandlung gegen die Go- lassowitzer Bauern, die beschuldigt sind, am 24. November den Polizeibeamten Schnapka in Golassowitz getötet zu haben, findet am 7. Januar in Rybnik statt.
- +- Genf. DaS Ständige Opium-Zentralkomitee des Völkerbundes ist in Genf zu seiner achten Tagung zusammengetreten.
- !- Rangu«. Bei' einem Kampf zwischen Aufständischen und Eingeborenen-Truppen bei Sitkwin wurden 15 Aufständische getötet.
l^XtV^Ol&UlMV ^riwC
Roman von Wolfgang Marken
Urheberrechtsschutz durch Verlag Oakai Meister, Werdaa
flO. Fortsetzung.) ('Jlad)ßcuct verboten.)
Friedrich Karl breschte mit ihm über die Versuchshürde. Fast im Renngalopp ließ er ihn bis zum Start gehen.
Friedrich Karl musterte „Silberfuchs", den fdjärfften Rivalen, genau und mußte sich gestehen, daß der Trainer wohl recht haben konnte. Dieser blendende, temperamentvolle Fuchs war sicher ein ganz scharfer Rivale.
Die Starter wurden nach ihren Plätzen verlesen. „Ajex" stand in der Mitte.
„Achtung, meine Herren!" gebot der Starter. Alle bemühten sich, ihre Pferde in die richtige Stellung zu bringen. Endlich standen alle so günstig, daß der Starter die Pferde entließ.
Wie der Teufel war Friedrich Karl mit seinem „Ajex" an der Spitze. Er wollte führen. Auf die Bombenlunge und das Springvermögen „Ajex" pochend, wollte er versuchen, das Feld zu überrumpeln, auszureißen.
Er führte in ruhigem Tempo, ließ „Ajex" Zeit, sich einzu- laufen. Die anderen folgten ihm dicht auf.
Der erste Sprung!
Mit einem Riesensatze fegte „Ajex" darüber, eine gute Länge gewinnend. Friedrich Karl ließ ihn im ruhigen Tempo weitergehen. Die anderen Pferde waren wieder dicht zu ihm aufgerückt.
Der Tribünensprungl
Es war ein Vergnügen, mit „Ajex" zu springen, und das Pferd schien es umgekehrt genau so zu empfinden. Friedrich Karl fühlte nach jedem Sprung, wie „Ajex" doppelt gut ging.
Gottlob, der Waldsprung und die Wallhecke, vor der der Trainer gewarnt hatte, waren genau so leicht genommen. Im gleichen Tempo — die hinteren Pferde drückten nicht auf eine Verschärfung — ging es aus den Doppelsprung zu.
Da trieb Friedrich Karl feinen „Ajex" mit ungeheurer Wucht vor.
Im Nu hatte er fünf Längen gewonnen, fegte über den Sprung, hier wieder Längen gewinnend. Dichtauf der nächste Sprung!
Bravo „Ajex"! Vorwärts, braves Tier!
Wie der Blitz fauste der Vollblüter um den Bogen und
die lange Linie hinauf. Zehn Längen war er gut in Front. Hinter ihm war alles energisch am Reiten. „Silberfuchs" trennte sich von den übrigen und kam näher.
Immer mehr kam „Silberfuchs" näher.
Die Steinmauer!
„Ajex" sprang sie genau so leicht wie die anderen Sprünge.
Wieder ging er vorn mit knapp zehn Längen in Front. Aber „Silberfuchs" kam wiederum näher.
Friedrich Karl saß wie angewachsen. Ruhig stand er in den Bügeln und erleichterte seinen Renner in jeder Weise. Er saß mehr auf dem Hals. Bewundernswürdig war sein Mitgehen beim Sprung, bewundernswürdig feine eiserne Ruhe.
Der vorletzte Sprung verwies den bis auf vier Längen aufgerückten „Silberfuchs" wieder auf sechs Längen insgesamt zurück, dann kam er aber aus, unwiderstehlich rückte er näher.
Eine Länge, eine halbe Länge.
Da kam der letzte Sprung.
Die Menge schrie auf.
„Ajex" gab sein Bestes. Mit einem ungeheuren Satze, schnell wie eine Katze, nahm er ihn, und wiederum war er drei Längen vor dem Gegner.
Dann begann der Endkampf.
„Silberfuchs" wurde herangetrieben, rückte näher, kam an den führenden „Ajex" heran. Fünf Meter vor dem Ziel hatte er „Ajex" erreicht. Da begann Friedrich Karl, der bis jetzt sein Pserd nur mit den Händen getrieben hatte, zu schlagen.
Die Peitsche hoch.
Und „Ajex" gab fein Bester.
Kurz vor dem Ziel zieht er unter dem tosenden Jubel der Menge noch einmal an.
„Silberfuchs" sümpft wie ein Löwe.
„Aber „Ajex" gewinnt mit einem Hals.
Wie ein einziger Schrei entlud sich die ungeheure Spannung, die der neroenauspeitschende Endkampf entfacht hatte.
Der Trainer stürzte auf „Ajex" zu. Er zitterte noch vor Erregung.
„Herr Schulze!" rief er Friedrich Karl zu, „Sie reiten! — „Ajex", brav! Braol — Daß Sie das geschafft haben!"
Das Publikum staunte Schulze an.
War doch ein Ereignis ohnegleichen. Schlägt mit dem Schinder einen „Silberfuchs"!
Ein wahrer Satan war es im Springen. Donnerwetter, wie der Hindernisse nahm. „Schulze!" hin und her ging es.
Als er in den Vorraum zur Wage einritt, stand Mister Moorefield begeistert, noch ganz blaß vor Aufregung, und neben ihm ein Bild strahlender Freude, seine Tochter Maud.
Sie stürzten aus ihn zu. Der Millionär schüttelte ihm die Hand, streichelte den „Ajex", der freudig wieherte, und sagte immer nur: „Liebster Mister Schulze, lieber Schulze."
„Schulze" sprang vom Pferd.
X „Nun," fragte er lachend Maud, „sind Sie mit „Ajex" zufrieden, kleines Fräulein?"
Sie nickte strahlend. „Mit „Ajex" genau so wie mit Schulze!"
„Ich habe mir auch wirklich Mühe für Sie gegeben," versicherte Friedrich Karl ernsthaft, während der Schalk aus seinen Mundwinkeln hervorlugte.
„Wirklich?"
„Ja," lachte er, nahm das Sattelzeug und verschwand rasch in der Wage. Den vielen neugierigen Fragen und Ver- pflichtungsversuchen entzog er sich rasch.
In der Wage stürmte man auf ihn ein. Es regnete nur so Ritt-Angebote. Mit heißen Köpfen drängten sich die Rennstallbesitzer um den Matador.
Friedrich Karl dankte und lehnte ab.
Mister Mooresield und seine Tochter nahmen ihn sofort in Beschlag.
»Ähre Wünsche, Mister Schulze?" fragte Mooresield verbindlich.
„Zunächst möchte ich mich erst ein wenig ausruhen! Ich möchte mich auch als Konkurrenz nicht unbeliebt machen."
„Mit was kann ich Ihnen dienen, Mister Schulze?"
„Mit einem guten Mokka, Mister Mooresield."
Sie nahmen auf der Veranda des großen Rennbahnrestau- rants Platz. Friedrich Karl schlürfte seinen Kaffee mit Behagen.
„Es ist doch eigentlich ein toller Zufall, daß ich heute hier reite.
„Ein Glückszufall, Mister Schulze?"
„Vielleicht auch das. Es ist Aufsassungssache. — Vielleicht ist ein klein wenig Schicksalsfügung mit dabei."
trafen ihn zwei schöne Kinderaugen.
„Vielleicht? Gewiß! Ich glaube an solche Schicksalsbestimmungen."
„Jetzt, Miß Mooresield. Wenn ein Jahr vergangen ist, dann werden Sie vielleicht einmal im Kreise Ihrer Freundinnen des seltsamen Zufalls lachen."
„Nein," stieß Maud hervor. Trat; und Bitternis sahen aus ihren Augen. „Ich vergesse den Tag nie."
, , 9 seltsam. Die meisten Menschen vergessen so
sticht. Wissen Sie, daß wir im „Heutc-Zeitalter" leben? Man empfindet Vergangenes als Ballast."
„Ich nicht. Mister — Schulze!"
„Gefällt Ihnen der Name nicht?"
„Nein! Verzeihen Sie! Aber —" (Sortierung folgt.)