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vor -er Befreiung.

Der gallische Hahn verschwindet.

Der gallische Hahn, den die französischen Militärbehörden auf dem Ostpfeiler der K e h l e r R h e i n b r ü d e aufgestellt ballen, ist entfernt worden, weil man befürchtet, daß dieses Symbol der französischen Republik nach der durchgeführten Räu­mung zu Zwischenfällen Anlaß geben könnte.

Der Hahn war im Jahre 1919 vom Verein der Pariser Presse gestiftet worden und von den Franzosen in geradezu her­ausfordernder Art auf dem Brückenpfeiler mit dem Blick aus Deutschland, ausgestellt worden.

ZuZwischenfällen" nach durchgeführter Räumung hätte der Gockel wohl keinen Anlaß gegeben. Aber man hätte ihn wohl so schnell wie möglich heruntergeholt!

Kurz vor Torschluß noch ein Rechtsbruch.

Der elsässische Schrotthändler Marx, der die Ueberreste der von den Franzosen gesprengten Zeppelinhalle in Trier gesteigert hatte, schuldete einem deutschen Ingenieur noch Lohngelder in Höhe von 868 Mark. Als sich Marx weigerte, das Geld zu bezahlen, ließ der Ingenieur das Auto des Marx' pfänden. Der Kommandierende General von Mainz wandte sich -euphonisch an die in Frage kommenden deutschen Stellen in Trier und verlangte die sofortige Herausgabe des Autos.

Von alle« deutschen Stellen wurde ihm geantwortet, wenn das deutsche Gericht eine solche Verfügung erlassen habe, dann müsse es auch Grund dazu gehabt haben und man sei daher nicht in der Lage, an den getroffenen Maßnahmen etwas zu ändern. Daraufhin ging ein französischer Verbindungsoffizier zu dem Autogeschäst, in dessen Garage das gepfändete Auto unrergcstellt war. Von dem Geschäftsinhaber wurde ihm leider auf Verlangen die Tür der Garage geöffnet, worauf der Offi- ^rr das Auto herausfahren ließ und es dem Marx wieder übergab. Der Rechtsattwall des Ingenieurs hat sofort gegen diesen. Eingriff der französischen Besatzungsbehörde in die Ver­fügung eines deutschen Gerichtes Beschwerde erhoben.

Die Angelegenheit dürfte eine diplomatische Auseinander­setzung zwischen Deutschland und Frankreich zur Folge haben, da der Ingenieur auf der Auszahlung seines Geldes besteht.

Es gibt Orden und Medaillen . . .

Wie das Pariser BlattMatin" mitteilt, plant der Kriegs­minister anläßlich des 14. Juli, des Nationalfeiertags der Fran­zosen, eine besondere Auszeichnung für die aus dem Rheinland, zurückkehrenden französischen Truppen durch Er­nennung zu Mitgliedern der Ehrenlegion und Verleihung der M i l i t ä r m e d a i l l e.

Um die Regelung der Saarfrage.

Einem Besuche des deutschen Botschafters in Paris von H o e s ch beim französischen Außenminister B r i a n d mißt « man in der Pariser Presse, entgegen der sonstigen Gepflogen­heit, besondere Bedeutung bei. Nach der Ansicht der Blätter hat es sich bei der Unterredung hauptsächlich um die Frage der Sarregelung gehandelt. DerFigaro", der über Diplo­matenbesuche bei französischen Staatsmännern gewöhnlich sehr genau unterrichtet ist, glaubt zu wissen, daß der deutsche Bot­schafter den französischen Außenminister gebeten hat, für eine Beschleunigung der Saarverhandlungen Sorge zu tragen, damit das zu treffende Abkommen noch im September der Völkerbundsversammlung unterbreitet werden könne.

Ueber die Antwort des Außenministers dürften die Aus­führungen Briands vor dem Auswärtigen Ausschuß des Senats unterrichten. Ueber den weiteren Verlauf der Saarverhand­lungen befragt, erklärte er, daß Deutschland der Antragsteller sei und daher geeignete Vorschläge zu unterbreiten habe. Die französische Regierung halte im übrigen an ihrem bisherigen Standpunkt fest. Der Ausschuß hat sich anscheinend mit dieser Antwort des Außenministers nicht ganz zufrieden gegeben, denn es wurde beschlossen, schon in den nächsten Tagen den Minister­präsidenten und die interessierten Minister über die gegenwärtige und zukünftige Lage des Saargebietes anzuhören.

Wenn sich Briand so zurückhaltend geäußert hat, dann wird klar, weshab die Saarverhandlungen nicht vom Flecke kommen: die Gegenseite will einfach nicht!

Ein Prediger in der Wüste.

In dem Pariser BlattVolont6" beschäftigt sich Professor D a u z a t wieder mit seiner unlängst in dem gleichen Blatte ge­gebenen Anregung des Abschlusses eines deutsch-fran­zösischen Bündnisses. Er geht auf die gegen feinen Vorschlag erhobenen Einwände ein und erklärt u. a.:

Gewiß setzt eine deutsch-französische Entente eine tatsächliche Revision des Vertrages von Versailles voraus. Ich habe un­längst ein Manifest zugunsten dieser Revistt unterzeichnet. Wenn ich darin nicht den Ausdruck Revision des Vertrages gebracht habe, so deshab, weil eine Revision auf diplomatischem Wege sehr schwierig und nicht ohne Gefahr zu sein scheint. Aber die Anregungen, die ich gegeben habe: Bewilligung von Kolonien an Deutschland, Zurückerstattung des Korridors mittels eines Ausgleiches für Polen, Ungleichung der deutsch-französischen Rüstungen etc. stellen doch eine Revision des Vertrages dar. Ich füge hinzu, daß Frankreich erklären müßte, daß Artikel 231, es ist der Artikel, der die Kriegsschuldlüge enthält, der von sämtlichen französischen Pazifisten als skandalös anerkan«t wird, null und nichtig ist.

Eine Kundgebung des bayrischen Landtages.

Der Bayerische Landtag gedachte der bevorstehenden Be­freiung der Pfalz von fremder Besatzung. Präsident Slang hielt eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Wenn man am 30. Juni nsere geliebte Pfalz als ein freies, dem Deutschen Reiche «no beut bayerischen Heimatsstaat verbundenes Ge­biet sieht, dann ist das die Frucht nicht etwa eines bramar- batzerenden und geräuschvollen politischen Auftretens, sondern es ist die Frucht eines unbeugsamen, zähen Willens, eines aufrechten deutschen und bayerischen Bekennermutes und einer stillen und treuen Liebe zu Volk und Vaterland, einer alles Leid geduldig ertragenden Opfergesinnung und Opferkrast. Möge dieses Beispiel der Pfalz auch vorbildlich sein für die vaterländische Politik, die wir in den bisher unbesetzten Ge­bietsteilen des deutschen Vaterlandes zu treiben haben.

Möge das, was jetzt die Pfalz erreicht hat, auch bald be- schieden sein dem Saargebiet, besonders unserer Saarpfalz, und möge der Tag der Freiheit, der jetzt der Pfalz aussteigt, eine Vorbereitung sein des Tages der Freiheit von allen Knechtschaften, der, trotz allem, was geschehen ist, trotz Haag und Ioung-Plan, einstmals dem ganzen deutschen Volk auf­gehen wird.

Schweres Autounglück bei Stockholm.

Zwei Tote.

Bei Södertälje stieß ein mit achtzehn Personen besetzter Autobus mit einem Lastkraftwagen zusammen. Der Omnibus wurde auf der einen Seite vollkommen aufgerissen und stürzte in den Graben. Zwei Personen wurden sofort getötet und zwölf schwer verletzt.

Die Insassen des Autobus hatten auf der Ausstellung in Stockholm das Mittfommerfest gefeiert und befanden sich aus der Rückfahrt nach der Provinz Smaaland. Das Unglück soll darauf zurückzuführen sein, daß das Steuer des einen Wagens versagte. Der Führer "dieses Wagens hatte jedoch bereits 400 Kilometer ohne Unterbrechung mit seinem Wagen zurückgelegt und es ist möglich, daß das Unglück auf Uebermüdung zurückzuführen ist.

Beschlüsie des Reichsrates.

Berlin, 27. Juni. Der Reichsrat stimmte am Donners­tag dem Gesetz über das vorläufige Handelsabkommen mit Aegypten, dem Abkommen über den kleinen deutsch-französi­schen Grenzverkehr und dem Zusatzprotokoll zum Zoll- und Kredit-Vertrag mit Holland zu. Ferner wurde zugestimmt einem Gesetz über die Aenderung der Satzung des ständigen internationalen Gerichtshofes und dem Beitritt der Vereinigten Staaten zu dem Gerichtshof, wonach dieser in Zukunft mit 15 ordentlichen Richtern besetzt wird, so daß auch Deutsch­land einen Sitz erhält. Ferner wurde dem deutsch-schweize­rischen Abkommen über gegenseitige Anerkennung und Voll­streckung von Schiedsgerichten und gerichtlichen Entscheidungen zugestimmt sowie dem Abkommen zur Vollstreckung ausländi­scher Schiedssprüche und dem Gesetz über das vorläufige Han­delsabkommen mit Rumänien. Auch der Verordnung über Aenderung von Ausführungsbestimmungen zum Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes, das Maßnahmen zur Bekämpfung der Schweinepest enthält, sowie der Verlängerung der Gültig­keitsdauer über Umsatzsteuervergünstigungen für Ostpreußen bis Ende Juni 1932 stimmte der Reichsrat zu. Ehenso ge- nehmigite er die Ausprägung von Reichs-Silbermüyzen im Nennwerte von 3 und 5 Reichsmark, die aus Anlaß der Rheinlandräumung als Erinnerungsmünzen geprägt werden sollen.

Der Berliner Kämmerer vor dem Disziplinargericht.

Berlin, 27. Juni. Vor der Abteilung I des Preußischen Bezirksausschusses fand die Disziplinarverhandlung gegen den Stadtkämmerer Dr. Lange statt. Dr. Lange wurde im Zu­sammenhänge mit der Sklarek-Affäre vorgeworfen, daß er als Vorsitzender des Verwaltungsausschusies der Stadtbank und als Leiter des städtischen Finanzwesens die Finanzgebarung der Berliner Stadtbank nicht genügend kontrolliert habe. Das Disziplinarverfahren habe der Stadtkämmerer, gleich nachdem diese Vorwürfe gegen ihn vorgebracht wurden, selbst gegen sich beantragt, worauf dann der Oberpräsident seine Beurlaubung verfügte. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Das Urteil sprach Dr. Lange kostenlos frei.

Das Urteil im Hamburger Spritschmuggelprozetz.

Hamburg, 27. Juni. Im großen Spritschmuggelprozeß gegen Schramm und Genossen fällte das Gericht das Urteil: Schramm erhielt neun Monate Gefängnis, die durch die Un­tersuchungshaft als verbüßt gelten und wurde außerdem zu 258 000 Mark Geldstrafe sowie 2,4 Millionen Wertersatz ver­urteilt. Der Angeklagte Nolting wurde zu fünf Monaten Ge­fängnis, einer Geldstrafe von 258 000 Mark und 1,6 Millio­nen Mark Wertersatz verurteilt. Die Strafen gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Der Angeklagte Geertz erhielt wegen Beihilfe sechs Wochen Gefängnis und eine Geldstrafe von 258 000 Mark. Die übrigen fünf Angeklagten tourr en freigesprochen. Es handelt sich um eine umfangreiche Ver­schiebung von Spritmengen-, wahrscheinlich etwa 200 000 Liter. Es war festgestellt worden, daß ein Schramm gehöriges Schiff mit 30 Fässern Sprit nach der norwegischen Küste gefahren war und die Fässer ins Wasser geworfen hatte. In Wirklich­keit sollen die Fässer nicht Sprit, sondern Wasser enthalten haben und seien nur versenkt worden, um das Verschwinden der unrechtmäßig gehandelten 200 000 Liter Sprit zu ver­decken.

Der letzte französische Zug am 30. Juni um 13.20.

Mainz, 27. Juni. General Guillaunutt und die letzten hier weilenden französischen Soldaten werden am 30. Juni um 13.20 Uhr mit einem Sonderzug die Stadt verlassen.

Kreuz des Südens" über Halifax.

New Aork, 27. Juni. Kingsford Smith überflog mit seinem FlugzeugKreuz des Südens" am Donnerstag um 16.50 Uhr MEZ. Sie Stadt Halifax.

WTV. New Pork, 26. 6. DieSouthern Troß" ist um 7.31 Uhr, Ortszeit, aus dem hiesigen Flugplatz ge­landet.

15 Jahre Zuchthaus, xehu Jahre Ehrverlust für den Frankfurter PolHistenmord

Frankfurt a. M., 27. 6- Nach etwa vierstündiger Beratung verkündete das Schwurgericht gegen 1 Uhr nachts folgendes Urteil: Hoyer, der den Frankfurter Schupobe­amten Kern erschossen hat, wird wegen Totschlags und verbotenen Waffenbesitzes zu 15 Iahren Zuchthaus und zehn Iahren Ehrverlust verurteilt. Die Waffe wird ein­gezogen. Der Angeklagte Georg wird wegen Begünsti­gung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt und der gegen ihn erlassene Haftbefehl aufgehoben.

während der um 19 Uhr begonnenen Urteilsberatuno stellte der Verteidiger desAngeklagten Hoyer, Nechtsan- walt Dr. Steinschneider, noch einen Beweisantrag, der die Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen Zchulle in Frage stellen sollte. Nachdem das Gericht den Antrag län­gere Zeit erörtert hatte, kam es schließlich zur Urteilsver­kündung.

In der ostoberschlesischen Schwerindustrie werden am 1. Iuli 10 Prozent der Angestellten gekündigt und etwa 2700 Arbeiter entlassen werden.

Der französische Senat nahm den Gesetzentwurf be­treffend das Abkommen über den deutsch-französischen Grenzverkehr an.

Die Kammer sprach heute mit 330 gegen 262 Stimmen der Regierung Tardieu das Vertrauen aus.

_ Der 16. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion wurde am Donnerstag in Moskau in Unwesen- heit von 2000 Delegierten eröffnet.

flus Stadt, Kreis u. Provinz |

Mitteilungen lokalen Interesses aus dem SretSgebiet sind für diese Rubrik erwünscht.

Sonntagsroorfe.

Denker und Dichter aller Zeiten haben das Leben mit einem Kampfe verglichen. Die tiefe Wahrheit dieses Wortes erfahren wir in der Gegenwart an jedem Tage.

Alles Schaffen und Streben, alles Wollen und Bestehen bedeutet Kämpfenmüssen. Gesundheit des Körpers, Bildung des Geistes und Tüchtigkeit in dem Werk, an dem wir stehen, das sind die wichtigen Vorbedingungen für ein erfolgreiches Ringen um die Ziele, die wir erreichen wollen. Aus dieser Erkenntnis erwachsen auch die großen, entscheidenden Auf­gaben, die Haus und Schule an unserer Heranwachsenden Jugend zu erfüllen haben. Ein gestählter Körper, ein ge­diegenes Wissen und ein vorwärtsstrebendes Wollen, das wird immer ein kostbares Kapital und ein wertvolles Rüstzeug sein für den Kampf des Lebens.

Aber auch der innere Mensch, die Seele, braucht Rüstung imb Waffen. Ohne Niederlagen geht es in keinem Kampfe ab. Auf dem Kampfplätze der Welt trägt jeder seine Wunden davon. Darunter aber können und sollen wir reifer werden und lernen, besser und treuer zu kämpfen, zäher zu streiten um den Sieg unserer Sache.

Vernichtend werden die Niederlagen des Lebens nur dann, wenn der innere Mensch unter ihnen zusammenbricht, wenn das Herz mutlos und die Seele haltlos wird. Darum ruft uns mahnend die heilige Schrift von der Rüstung der Seele zu. Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke! Ergreisct den Harnisch Gottes, daß ihr an dem bösen Tage Widerstand tun, und alles wohl ausrichten und das Feld be­halten möget! Ergreifet den Schild des Glaubens! Neh­met den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, wel­ches ist das Wort Gottes!"

Durst und Hitze.

Durst und Hitze gehören zusammen. Durch die erhöhte Au­ßentemperatur wird der menschliche Körper überhitzt, da er in­dessen eine Ueberhitzung nicht vertragen kann, so sucht er sich dagegen durch vermehrte Wasserabgabe, d. h. durch Schwitzen und die durch die Verdunstung des Schweißes entstehende Ab­kühlung zu schützen. Infolge der vermehrten Wasserabgabe stellt sich dann bet uns Menschen das Gefühl des Durstes, d. h. der Wunsch nach Ersatz der verlorengegangenen Flüssigkeit ein. Selbstverständlich vermag das Trinken, insbesondere kalter Flüssigkeiten, das oft quälende Durstgefühl zu beseitigen, aber meist sündigen wir dabei nach zwei Richtungen. Einmal wird gewöhnlich zuviel getrunken, d. h. durch die Aufnahme großer Flüssigkeitsmengen wird nicht nur das momentane Durstgefühl beseitigt, sondern der Körver gezwungen, vön neuem und in er­höhtem Maße Schweiß abzusondern. Das beste Mittel gegen den Durst wäre also, zu dursten. Da man das aber natürlich niemand zumuten samt, sei allen durstigen Seelen empfohlen, bei der Löschung des Durstes sparsam uit der Flüssigkeitsauf- nahM zu sein. Auch vermeide man hastiges Trinken eiskalter Getränke. Besonders wenn der Magen leer ist, können eiskalte Flüssigkeiten leicht Reizerscheinungen der Magenschleimhaut, Magen-DatM-KarLrrhe u. bergt mehr verursachen. Wichtig ist es, wenn schon eiskalt getrunken werden muß, langsam und nur schluckweise zu trinken. Das billigste, bequemste Mittel zur Stillung des Dsrstes ist und bleibt natürlich Wasser, aber auch hier darf eine gewisse Vorsicht nicht außer Acht gelassen werde«;, denn Wasser unbekannter Herkunft birgt nicht selten Krankheits- leterre in sich, die zu Magen-Darm-Erkrankungen, ja selbst zu Typhus oder Paratyphus führen können. Unbedenkich ist der Genuß reinen Quellwassers im Gebirge. Von sonstigen durst-, stillenden Flüssigkeiten sei besonders auf den Genuß vonkal» ten Tee oder Kaffee verwiesen. Mit dem Genuß kalter Mach sei man im Sommer gleichfalls vorsichtig. Gekochte Milch geniße man gkühlt, möglichst gleichzeitig mit etwas Brot, um die be­sonders bei starker Körpererhitzung leicht eintretende V«käsung im Magen zu verhindern. Schließlich sei noch darauf aufmerk­sam gemacht, daß warme Getränke den Durst oft besser löschen als kalte.

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Wetterbericht. Anhaltender Drucksall über Mittel­europa führt jetzt zur Entwicklung eines ausgedehnten Tiefdruckgebietes über Frankreich und Deutschland. Sehr feuchte und warme Luftmassen ,die dieser Rinne von Süd­westen her zuströmen und an der etwas kühleren, am Loden lagernden Luft, aussteigen müssen, haben in unserem Bezirk bereits kräftige und verbreitete Niederschläge her­vorgerufen. Im Osten Deutschlands, wo die Temperaturen bei noch halb heiterem Himmel nochmals sehr hohe Werte erreicht haben, wird sich der Einbruch des schlechten Wetters wahrscheinlich zu heftigen Gewittern mit außergewöhnlich starken Niederschlägen steigern. Morgen ist unter der Zu­fuhr kühlerer Luft Uebergang der Niederschläge in vielfach gewittrige Schauer zu erwarten. Im Ganzen ist die Witte­rung der nächsten Zeit sehr trübe und regnerisch. Vor­hersage für Freitag: Uebergang des Dauerregens in mehr gewittrige Schauer, mäßig warm, noch schwül, schwache, nach West drehende Winde. Nussichten für Samstag: Fortdauer der meist trüben und vielfach regnerischen Wit­terung. Nussichten für Sonntag: Nur vorübergehende Besserung.

Der Siebenschläfer (27. Iuni) ist von jeher ein gefürchteter Tag, weil er in die Heuernte fällt und vieles verderben würde, falls er sich als Regentag einstellt. Sie­ben Wochen, so wird bekanntlich prophezeit, regnet es un­unterbrochen fort, wenn der Siebenschläfer Regen gebracht hat. Wie hat sich diese Wetterprophezeiung, die aller­dings weniger auf wissenschaftlicher Grundlage als aus den überlieferten Bauernregeln beruht, in früheren Jahren bewährt? Beobachtungen, die sich auf einen Zeitraum von 60 Iahren erstreckten, haben ergeben, daß es( während dieser Seit sechsundzwanzigmal am Siebenschläfertage regnete, aber nur elfmal wirklich längeres Regentvetter eintrat Nach einer anderen Beobachtung folgten innerhalb fünf­undzwanzig Iahren aus einen regnerischen Siebenschläser- tag in den nächsten sieben Wochen durchschnittlich dreiund- - zwanzig Regentage, auf einen trockenen Siebenschläfertag aber sogar fünfundzwanzig Regentage. Line dritte Beob­achtung endlich hat ergeben, daß nicht ein einziges Iahr