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Nr. 66 (1. Blatt) Dienstag, den 3. Juni 1930 82. Iahrg.
Amtliche Bekanntmachungen I LandratsaWt.
3,=Hr. 5088. Der Stabtoberfebretär Wilhelm Blum in I Steinau ist gemäß der Sc^iebsmannsorbnung vom 3. ve- I zember 1924 (G. S. S. 751/24) als Schiedsmannstellvertre- I f« wiedergewählt u nd verpflichtet worden.
Schlächtern, den 28. Mai 1930.
Der Landrat. 3. D.: Schultheis.
3,=Hr. 4792. Diejenigen Herren Bürgermeister, welche I mit der Erledigung meiner Verfügung vom 24. März d. 3s. I — Nr. 2585 —, betr. den Rufruf des Herrn Reichspräsi- | deuten, noch im Rückstände sind, werden an deren alsbal- I dige Erledigung erinnert.
Schlüchtern, den 28. Mai 1930.
Der Landrat. I. V.: Schultheis.
I.-Nr. 4680. Die Ortspolizeibehörden ersuche ich, mir I bestimmt bis zum 1 0. 3 u n i d. 3 s. anzuzeigen, welche I Gast ställe auf Grund des § 2 Kbs. 1 der viehseuchen- I polizeilichen Unordnung vom 31. Oktober 1912 — Regie= I mngsamtsbl. S. 468 — monatlich einmal, welche viertel- I jährlich einmal und welche auf Grund des § 2 Rbs. 2 nur I alljährlich einmal amtstierärztlich zu revidieren sind.
Schlüchtern, den 28. Mai" 1930.
Der Landrat. 3. D.: Schultheis.
Nr. 4270. Die Ferien an den Volksschulen in den Land- I gemeinden des Kreises Schlüchtern werden für das Iahr | 1930 wie folgt festgesetzt:
1. Sommerferien:
Schluß des Unterrichts am Sonnabend, dem 19. 3uli, Wiederbeginn des Unterrichts am Dienstag, dem 12. | August.
F r — iii.....
Schluß des Unterrichts am Sonnabend, dem 20.
L tember,
I Wiederbeginn des Unterrichts am Montag, dem 13. Oktober.
Der Schluß des Unterrichts hat am letzten Schultage vor I den Ferien nach Beendigung der dritten Schulstunde statt- I zufinden.
Verschiebungen der Ferienzeit um eine volle Woche (nicht I einzelne Tage) können von den Schulvorständen vorgenom- | men werden und sind dem Herrn Schulrat und mir anzu- | zeigen.
I 5chlüchtern, den 31. Mai 1930.
Der Landrat. Dr- Müller.
Stadt Schlüchtern.
Nachtrag xnm Ortsstatnl über die Benutzung der städtischen Masserl-itnug in Schlüchtern zum
Mrivatgebrauch ketressend.
Der Entwurf eines Nachtrags zum Ortsstatut betr. die Benutzung der städtischen Wasserleitung in Schlüchtern zum Privatgebrauch liegt gemäß § 13 Abf. 2 der Stäbteorbnung für Hessen-Nassau vom 4. August 1897 in der Seit vom 3. bis e inschl. 16. 3uli b. 3s- während der Vormittagsdienststunden von 8—12 Uhr im Nathaus — Zimmer Nr. 2 — zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen. Einwendungen können innerhalb 2 Wochen, vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an gerechnet, beim Magistrat erhoben werden.
Schlüchtern, den 2. 3uni 1930.
Der Magistrat: Fenner.
Gemeinde Heutzach.
Polizeiverordnung.
Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 (G. S. 5. 1529) wird nach erfolgter Beratung mit dem Gemeindevorstand für den Gemeindebe- Zirk Heubach folgende polizeiverordnung erlassen:
Einziger Paragraph.
Die polizeiverordnung vom 10. 3uni 1924, betreffend die Regelung der Nachtwache in der Landgemeinde Heubach, - Kreisblatt Nr. 71 von 1924 — wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben.
Heubach, den 22. Mai 1930.
Die Ortspolizeibehörde. 3. v.: A. Glock.
— Bei dem zweien schlesischen Stahlhelmtag in Breslau 'st es im Laufe des Tages verschiedentlich zu Zusammenstößen zwischen Stahlhelmleuten und Anbersbenbenben gekommen. Die Polizei mußte wiederholt mit dem Gum- lniknüppel vorgehen und hat insgesamt 27 Personen fest- genommen. Drei Personen wurden verletzt.
Sas Frankfurter Zugendhaus.
Statt Weiheseier — Prügelei.
Die partei-politischen Gegensätze in der deutschen Jugend kamen in Frankfurt a. M. bei der Einweihung des „Hauses der Jugend" am Sonntag in bedauerlicher Weise z..m Ausdruck. Das Haus, zu dem Mittel aller Kreise ter Bevölkerung beigesteuerl worden sind und das ein neutrales Heim für alle Richtungen sein soll, prangte in festlichem Schmuck. Eine stattliche Versammlung aus den Kreisen der Bürgerschaft hatte sich eingefunden, um dem Weiheakt beizuwohnen, mit dem das Haus, ein Symbol des Strebens nach Einigkeit der Jugend als solcher ohne Rücksicht auf ihre besondere Gedanke,ceinstel- lung übergeben werden sallte. Als auch eine kleine nationalsozialistische Jugendgruppe ihren Einzug hielt, wurde sie von einem Teil der bereits anwesenden sozialistischen un Reichs- bannerjngend — die Kommunisten waren dem Fest ferngeblieben — mit Pfui-Rufen empfangen. Es kam zu Tätlichkeiten, so daß die in weiser Voraussicht zahlreich anwesende Schutzpolizei mit dem Gummiknüppel eingreifen mußte. Trotzdem die Nationalsozialisten an den äußersten Flügel gezogen und von ihren Gegnern getrennt wurden, hörten die Kundgebungen gegen sie nicht auf.
Daraus protestierten die nichtsozialistischen Verbände einschließlich der evangelischen nnd katholischen Jugend dagegen, daß diese Weihestundc zur Austragung parteipolitischer Gegensätze benutzt wurde und verließen geschlossen den Festplatz. Die Feier mußte abgebrochen werden, ehe sie angefangen hatte. Ein einsetzender Regenguß tat das seinige, um den unerfreulichen Auftakt in der Geschichte des neuen Hauses zu vollenden, erreichte aber wenigstens, daß die allgemein einseßende Flucht von dem Festplatz weitere Peinlichkeiten verhinderte.
Mitteilungen zum Ansgabenfenkungsgefetz
TNB Berlin, 1. 6. (Eigene Meldung). Der „vorwärts" verweist in einer Spitzennotiz auf die bevorstehenden Kabinettsberatungen über die Veckungsvorschläge und das sogenannte Busgabensenkungsgesetz und veröffentlicht in zugegangene besondere Mitteilungen zu diesem Gesetz, das nach dieser Ouelle neben Kürzung der Bezüge, des Urlaubs und der Pension, Personalabbau, Tinstellungssperre, Bus- Hebung der Gleichstellung der verheirateten weiblichen Beamten, Heraufsetzung der Dienstaltersgrenze und Mieder- einbringung eines neuen Besoldungssperrgesetzes für Länder und Gemeinden, Zusammenlegung und Auflösung von Behörden usw. vorsehen soll. Die Kürzung der Bezüge solle, wie der Informator des Demokratischen Zeitungs- dienstes wissen will, durch eine allmähliche Beseitigung der örtlichen Sonderzuschläge herbeigeführt werden. Anceftrebt werde eine Verringerung der Kopfzahl des gesamten Personals der Reichsministerien um zehn Prozent, wobei gleichzeitig für die nächsten fünf Iahre Mehraufwendungen in den Personalbezügen der Beamten und Angestellten durch Verringerung der Kopfzahl ausgeglichen werden sollen. Die Dienstaltersgrenze soll von 65 auf 68 Iahre heraufgesetzt werden. An Pensionskürzung wird für den Fall einer nebenberuflichen Tätigkeit gedacht. Die Möglichkeit der geplanten Kürzung für verheiratete weibliche Bsamte setze eine Verfassungsänderung voraus. _
Die Ansgabenfenkungsplane DrWoldenhaners.
TNB Berlin, 2. 6. (Eigene Meldung). In Ergänzung der Mitteilungen des Demokratischen Zeitungsdienstes über die Rusgabensenkungspläne des Reiches will der „Montag Morgen" aus authentischer Ouelle noch erfahren, daß es sich im ganzen um sechs einzelne Gesetzentwürfe handele, die dem Reichstage innerhalb der nächsten 14 Tage zugehen sollen, Wie das Blatt im einzelnen weiter meldet, sieht bas Sparprogramm 'zunächst die Abschaffung mehrerer Aemter vor. U. a. sollen das Amt des Reichskunftwarts, die Reichszentrale für Heimatdienst und eine Reihe von Finanzämtern zu existieren aufhören.
Stadtrat Busch gestorben.
Berlin, 2. Juni. Stadtvat Busch, der bekanntlich in den Berliner Grundstücksaffären eine große Rolle spielte, ist am Sonntag nachmittag im Krankenhaus Moabit plötzlich verstorben. Stadtrat Busch litt an einem Darm- und Nierenleiden.
Eisenbahnunfall.
Darmstadt, 2. Juni. Am Sonntag vormittag wollte im hiesigen Hauptbahnhof, eine Rangierabteilung von dem im Bahn Hof haltenden Personenzug Wiesbaden — Aschaffenburg einige leere Wagen abziehen. Dabei rannte die Lokomotive auf den Personenzug zu stark auf, so daß 14 Reisende leicht verletzt wurden. Sämtliche Passagiere konnten nach der ersten Hilfeleistung ihre Reise fortsetzen.
Der Bischof von Augsburg gestorben.
Augsburg, 2. Juni. Der Bischof von Augsburg, Dr. D. Maximilian Ritter von Lingg, ist am Samstag ibend im Uk- cichsheim bei Füssen im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Bischof befand sich seit dem 27. April auf einer Firnmngs- reise, die er krankheitshalber wiederholt unterbrechen mußte, bis er sich schließlich in das Ulrichsheim begab.
„Gras Zeppelin- in Lakehurst
Weitere Etappe im Amerikaflug des „Graf Zeppelin". — Glatte Landung in Lakehurst. — Der Fahrtverlauf. — Trotz schlechten
Wetters gute Fahrt.
Die Landung in Lakehurst
Auf seiner großen Amerikafahrt hat das Luftschiff „Graf Zeppelin" eine weitere Etappe glücklich erreicht.
Wie aus New Aork gefunkt wird, ist „Graf Zeppelin" am Samstag mittag zwölf Uhr /mitteleuropäische Zeit) über Lake- Hurst eingetroffe» und um 12 Uhr 25 Minuten unter brausendem Jubel der Menge glatt gelandet.
Dr. Eckener hatte im Laufe des Vormittags durch Funkspruch mitgeteilt, daß das Luftschiff um 12 Uhr landen werde. Die Landungsmannschaft — 300 Marinesoldaten, von denen aber nur 50 erfahrene Leute eingesetzt wurden — war um 11 Uhr angetreten. Auch sonst waren alle Vorbereitungen getroffen. Das amerikanische Luftschiff „Los Angeles", bekanntlich ebenfalls ein Zeppelin, den Deutschland liefern mußte, hatte die Halle verlassen, um „Graf Zeppelin" Platz zu machen. „Los Angeles" war dem deutschen Luftschiff entgegengeflogen.
In der Halle von Lakehurst
Nachdem „Graf Zeppelin" gelandet war, brachten die Landungsmannschaften das Luftschiff vor die Halle, von wo es in die Halle eingeführt wurde.
Das Landungsmanöver vollzog sich äußerst schnell. Die Fahrgästc haben in der Halle das Luftschiff bereits verlassen. Dr. Eckener und die Besatzung wurden von den Zuschauern mit Jubel und Hochrufen begrüßt. Vor dem Eintreffen wurde das Luftschiff von fünf amerikanischen Flugzeugen empfangen, die ihm das Ehrengeleit bis zum Flugplatz gaben. Ueber der Stadt Pincwood begegnete „Graf Zeppelin" dem Schwestern- schiff „Los Angeles". Beide Luftschiffe senkten ihre Spitzen.
Von Pernambuco nach Lakehurst
Die Fahrt von Petnambnco nach Lakehurst ist trotz des ^eKvrW unguHHisSii ^cuu^-^u.- oLLUju^M, „ e
Das Luftschiff war am Mittwoch nachmittag kurz nach 3 Uhr in Pernambuco aufgesticgcn, hat also bis Lakehurst etwa 69 Stunden gebraucht. Während der Fahrt herrschten häufig starke Gegenwinde. Auch mehrere Regenzonen waren zu durchfahren. Trotzdem betrug die Fahrgeschwindigkeit durchschnittlich 108 Kilometer in der Stunde.
Da die Absicht, in Havanna zu landen, aufgegeben wurde, ist „Graf Zeppelin" früher, als ursprünglich angenommen wurde, in Lakehurst eingetroffen. Man rechnete zunächst mit einer Ankunft am Sonntag. Nach New Aorker Zeit war es bei dem Eintreffen des Luftschiffs 6 Uhr früh.
Unterredung mit Dr. Eckener
Von der Luftschiffleitung des „Graf Zeppelin" wird gemeldet, daß „Graf Zeppelin" am Dienstag in Lake- tz u r st um 2 Uhr MEZ. zum Rückflug nach S.e Villa starten werde. In einer Unterredung zwischen Pressevertretern und Dr. Eckener äußerte er sich dahin, daß er einen regelmäßigen Luftschiffverkehr zwischen Europa und Südamerika für durchaus möglich halte.
Er müsse aber bestimmte Endpunkte, wie z. B. Pernambuco, haben. Für die südliche Strecke im Anschluß an die Lzeanüber- gueruug weiter nach Rio de Janeiro, BuenoS Aires, usw. seien aber Flugzeuge vorzuziehen. Die Schilderung der Sturmfahrt das Luftschiffes am Freitag durch Dr. Eckener mittet geradezu dramatisch an. Der Zeppelin ist förmlich hin und her gezerrt worden und gleich darauf wieder aus- und abwärts geschleudert. Die Temperatur sei in einigen Minuten von 26 auf 10 Grad Celsius gefallen. Der Zeppelin habe sich aber trotz allem glänzend gehalten, worauf Dr. Eckener besonders stolz sei.
Has amerikanische Interesse für den „Graf Zeppelin"
New York, 2. 6. WTL Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wurde am Samstag von über 150000 Menschen besucht. Die Postbehörde überreichte Dr. Eckener ein Album mit Probedrucken von Zeppelinmarken. Der Wert der von dem Luftschiff nach (Europa zu befördernden Post wird mit 150 000 Dollar angegeben.
Ein Gedenkstein für Admiral Scheer.
Weimar, 2. Juni. Am Gedenktag der Skagerrak-Schlacht wurde am Grabe Admirals Scheer in Weimar im Beisein dessen Angehöriger auf dem Friedhof ein Gedenkstein eufge- stellt. Der Gedenkstein, aus Muschelkalkstein hergestellt, trägt die Inschrift: „Hier ruht Admiral Reinhard Scheer".
Zwei Rauschgisthändler festgenommen.
Hamburg, 2. Juni. Der Rauschgiftstelle der Hamburger Kriminalpolizei gelang es, zwei internationale Rauschgiftschmuggler in Hamburg festzunehmen. Es handelt ,ich um die tschechoslowakischen Staatsangehörigen Arnold und Alfred Ledowski. Das Rauschgift war als Gepäckstück in einem Hamburger Bahnhof in Verwahrung gegeben worden. Es befanden sich darin sechs Kilo Morphium, mehrere Kilo Kokain und etwas Heroin. Die Ware hat einen Schleichhandelswert von 75—80 000 Mark.