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(1. Blatt)

82. Jahrs

Nr. 63

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G - K L - P R S T - Z

Ein Geständnis des Kutschers Peter Kürthen. Die Polizei prüft seine Angaben.

Ueber die Einzelheiten, die zur Verhaftung des Kürthen führten, meldet der amtliche Polizeibericht:

1930.

Der Magistrat: Fenner.

Dienstag, den 27. Mai J930

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krets-KmtsbküL * Mtzememee amUlcherKuKeLtzerfür tot tete Ächlüchtem

tliche Bekanntmachungen

Landrat samt.

Kr. 4945. Im Rnschluß an meine Verfügung vom 19. d. Wz. I.-Nr. 4764, betr. Zchweinezwischenzählung M 2. Iuni d. 3s., weise ich darauf hin, daß diese Zahlung uns Grund der Bundesratsverordnung vom 30. Ianuar 1917 (R. G. BL S. 81) und der Bekanntmachung vom 18, Juli 1912 (Zentralblatt für das Deutsche Reich S. 587) Mindest deren Ergebnis allgemein volkswirtschaftlichen und statistischen Zwecken dient.

Die näheren Rnweisungen für die Durchführung der Zäh- Img enthalten die den Herren Bürgermeistern übersandten Formulare zu den Zählbezirkslisten T und den Gemeinde- Gen L. Mit dem Inhalt dieser Rnweisungen und der For­mulare wollen die Herren Bürgermeister sich alsbald ver- iraut machen und wegen der Ausführung der Zählung das Weitere veranlassen. Etwaiger Mehrbedarf an Formularen ist alsbald hier anzumelden.

Die sorgfältig aufgestellten Zählbezirks- und Ge- ineindelisten sind vollzählig sobald wie möglich, späte- stens jedoch bis zum 5. Iuni d. 3s. hierher ein- zureichen und zwar die Zählbezirkslisten in doppelter und die Gemeindelisten in einfacher Ausfertigung. Der für die Einsendung der Listen festgesetzte Termin darf nicht über­schritten werden, da zu deren Zusammenstellung und Nach­prüfung hier nur wenige Tage zur Verfügung stehen.

Da bei früheren Zählungen in einigen Fällen Tiere verheimlicht worden sind, ersuche ich die Herren Bürger­meister, die Viehbesitzer darauf hinzuweisen, daß neben der Strafe (Gefängnis bis zu 6 Monaten oder Geldstrafe bis zu 10 000 RM.) die Beschlagnahme der verheimlichten Tiere ungeordnet werden kann.

Ich mache ferner darauf aufmerksam, daß die in den Zählbezirkslisten aufgekommenen Angaben über den vieh- ich! Sieucrvoraulaaung verwendei MMn dürfen. Ueber diese Angaben ist das Amtsgeheimnis M wahren.

Ich ersuche, die Herren Bürgermeister für geeignete kanntgabe zu sorgen, auch die Zähler anzuweisen, Einwohner ihrer Zählbezirke auf diese Bestimmungen sonders aufmerksam zu machen.

5chlüchtcrn, den 23. Mai 1930.

Der Landrat. Dr. Müller.

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Be- die be-

Kreisausschutz.

Versteigerung von FleckviehknUen in Fulda.

I.-Nr. 3066 K. A. Die Herren Bürgermeister des Kreises mache ich auf die am Freitag, den 6. Iuni d. 3. in §ulda (Reithalle) stattfindende Versteigerung von Fleck- viehzuchtbullen aufmerksam. Diese Versteigerung bietet den Gemeinden Gelegenheit, ihren Bedarf an Zuchtbullen zu decken.

5chlüchtern, den 24. Mai 1930.

Der Vorsitzende des Rreisausschusses: Dr. Müller.

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Sanitätskolonrte Schlüchtern.

I.-Nr. 288 K. A. Die Mitglieder der freiwilligen $ani= tätskolonne Zchlüchtern werden hierdurch zu einer wichtigen Besprechung in Lachen des Rotekreuztages auf Montag, den 26. Mai, Abenbs 8 Uhr hierher Gastwirtschaft Büchner (Deutscher Kaiser) freundlichst eingeladen. ¥'

Zchlüchtern, den 19. Mai 1930.

Männerverein vom Roten Kreuj. 3. A.: Lchaeser.

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Aufruf!

Rotekreuztag

I.-Nr. 287 K. A. Wie in den Vorjahren soll auch im 3ahr 1930 ein Rotekreuztag im ganzen Deutschen Reich statt- nnden, dessen Ergebnis der Wohlfahrtöarbeit der Rotekreuz- ''ereine zugute kommen soll.

Als Termin hierfür ist der 1. Juni (Sonntag) be- nimmt worden.

Die Vorstände der beiden hiesigen Rotckreuzvereine haben schlössen, am Rotekreuztag einen Blumenverkauf durch junge Mädchen in allen Orten des Kreises stattfinden zu lassen imb eine besondere Festlichkeit auf dem Acisbrunnen in Schlüchtern zu veranstalten. Dieses Fest wird durch Auf- mhrung von Musik- und GesangSvorträgen, durch Turn- »nd Jugendspiele, durch Verkauf von Kuchen und Torten durch anschließendes Tanzvergnügen u. a. verschönt werden. Erfreulicherweise haben die Latein- und Aufbau- ichule und eine Anzahl Schlüchterner Vereine ihre Mitwir- fun9 zugesagt, sodaß allen Besuchern ein genußreicher Tag ""d den Rotekreuzvereinen ein gutes finanzielles Ergebnis

gesichert sein wird. An die Kreisbevölkerung, an alle Be­hörden, Beamten und Schulen ergeht hiermit die herzliche Bitte, das Unternehmen in jeder Hinsicht zu unterstützen und ihm zu einem guten Erfolg zu verhelfen. Der Reinertrag ist zur Unterstützung Hilfsbedürftiger und insbesondere zur Be­schaffung von Uniformstücken für die neu gebildeten Sama­riter- (Sanitäts) Kolonnen bestimmt.

Schlüchtern, oen 13. Mai 1930.

Der Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins: Frau E. Faust, stellvertr. Vorsitzende.

Der Vorstand des Männervereins vom Roten Kreuz: Dr. Müller, Landrat, Vorsitzende.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Die Zettel über das zur Verteilung kommende Losholz werden am

Dienstag, den 27. Mai 1 930

in der Turnhalle in der Grabenstraße ausgegeben und zwar:

Die Berufspflichten des deutschen Soldaten.

WTB Berlin, 25. 5. Die im März 1922 erlassenen Vorschriften über Berufspslichten des deutschen Loldaten haben jetzt eine neue Fassung erhalten, die u. a. besagt: Die Reichswehr ist das Machtmittel der gesetzmäßigen Reichs­gewalt. Das Deutsche Reich ist eine Republik, und ihrer Verfassung schwört der Loldat die Treue. Die Reichswehr dient dem dwar, mmt den Parteien. Polnische Berätr- gung ist dem Sonaten verboten.

Acrxtekonferenx in Lübeck.

MTB Lübeck, 25. 5. Am Lonnabend fand eine Bera­tung über ärztliche Maßnahmen bei den mit Talmette- Sd]uhmitteIn behandelten Kinber statt. Die sehr eingehenden Beratungen, an denen zahlreiche namhafte Tuberkulose- KaParitäten und Rinderärzte teilnahmen, ergaben völlige Einmütigkeit über die zur Rettung der erkrankten Rinder zu ergreifenden Maßnahmen. Die bisher von den Lübecker Rerzten getroffenen Maßnahmen würben von der Rerzte- Konferenz als vollauf richtig anerkannt.

In Lübeck sind 19 Neuerkrankungen zu verzeichnen, sodaß jetzt insgesamt 97 Säuglinge erkrankt sind.

Einführung von Zwangsarbeit in Sowjetrußland.

Kowno, 25. Mai. Nach Meldungen aus Moskau hat der Hauptvollzugsausschuß der Sowjetunion beschlossen, daß alle zu einem Jahr Gefängnis verurteilten Personen nicht mehr ins Gefängnis eingeliefert werden, sondern ihre Strafen mit Zwangsarbeiten in sowjetrussischen Betrieben verbüßen sollen. Mit dieser Maßnahme will Moskau eine weitere Ueberfüllung der sowjetrussischen Gefängnisse vermeiden.

Rede Dr. Hugenbergs auf dem Dobrock (Niedcrelbc).

Hamburg, 26. Mai. Bei einer am Sonntag auf dem Dobrock (Niederelbe) veranstalteten Kundgebung der D.N.V.P. 1 hielt der Parteiführer Dr. Hugenberg eine Rede, in der er auf die politischen Ereignisse der letzten Monate kurz eingittg' und betonte, daß, soweit ein Fortschritt in bezug auf die große Aufgabe der Wiederherstellung der Lebensfähigkeit der Land­wirtschaft und damit in der weiteren Folge der Wirtschaft überhaupt erzielt sei, dies der Gesamtpolitik der D.N.V.P. zu danken sei. Den Freunden im Lande rufe er zu: Es kommt daraus an, daß die guten Nerven des Landes der deutschen Politik wieder Kraft und Stetigkeit geben.

Bei einem Angriff auf das Lalzlager von Wadala (Indien) wurden 17 Gandhi-Freiwillige verletzt. Durch eine Bombenexplosion in Amritfar (Punjab) wurden etwa 20 Personen und mehrere Rinder verletzt.

Die hessische Regierung hat das Auswärtige Amt gebeten, nochmals bei der Botschafterkonferenz vorstellig zu werden, um die Zerstörung der Griesheimer Flughallen zu verhindern.

Bei Biarritz (Lüdfrankreich) fuhr ein mit vier Perso­nen besetztes Auto gegen einen Baum. Drei der Insassen wurden aufb er Stelle getötet, der vierte schwer verletzt«.

In Wolfenbüttel sind in den letzten Tagen etwa 40 Personen, meist Rinder, nach dem Genuß von Speiseeis erkrankt.

In Pirmasens kam es anläßlich des Parteitages der Rommunistischen Partei Sonntag abend zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Nationalsoziali­sten. Lechs Personen wurden mit schweren Verletzungen ins Rrankenhaus eingeliefert, von denen eine Person bereits gestorben ist, drei weitere in Lebensgefahr schweben.

Der Düsseldorfer Mörder verhaftet.

In Düsseldorf wurde am Samstag abend der Kutscher Peter K ü r t h e n verhaftet, der sich beschuldigt, die ver­schiedenen Mädchen- und Frauenmorde verübt zu haben.

K ü r t h e n, der verhaftet wurde, als er sich mit seiner von ihm getrennt lebenden Frau treffen wollte, hat bei seiner Vernehmung eingestanden, die noch nicht aufgeklärten Düssel- horfer Morde des vergangenen Jahres ausgeführt zu haben.

Kürthen, den man, wenn sich das Geständnis als richtig erweist, als den vielgesuchten Düsseldorser Mörder ansehen muß, wurde an einige Tatorte geführt, um die Richtigkeit feiner Angaben nachzuprüfen. Dort wurde er aufgefordert, eine genaue Darstellung der einzelnen Vorgänge zu geben. Kürthen war in der Lage, viele Einzelheiten zu schildern, ohne sich bisher in Widersprüche verwickelt zu haben und ohne Dinge zu erwähnen, die nachweislich unrichtig sind.

Trotzdem bestehen, wie der Polizeibericht besagt, vorläufig noch Zweifel, ob er tatsächlich für alle Fälle des vollendeten und versuchten Mordes in Frage kommt. Deshalb sind um­fassende Ermittlungen zur Sicherung eines einwandfreien Beweises für jeden einzelnen Fall im Gange.

Die Hausangestellte Schulte hatte in einem Brie^ an eine Freundin mitgeteilt,daß sie am 14. Mai abends einem Mann in die Hände gefallen sei, daß ihr etwas ganz Fürchterliches passiert sei, wobei sie fast ums Leben gekommen wäre. Dieser Brief, ist durch irrige Adressierung in falsche Hände gekommen und wurde der Polizei übergeben. Es gelang, die Adresse der Briefschreiberin zu ermitteln.

Ihre Vernehmung ergab, daß sie in den späten Abendstun­den des 14. Mai ein Stelldichein mit ihrer Freundin verpasst hat, daß sie dann auf dem Wege in ein Mädchenheim von M,lWt .avgLspll^c mo^LmA^ der ftp versprach, sie in das Heim zu begleiten. Dieser junge Mann führte sie bis an den Volksgarten. Als sie sich weigerte, mit ihm in die Anlagen zu gehen, trat plötzlich ein anderer Mann aus das Paar zu, der sehr energisch austrat, den jungen Mann zur Rede stellte, weil er den Versuch geniacht habe, das Mädchen in den Volksgarten zu führen. Dadurch gelang es ihm, das Vertrauen des Mädchens zu erringen. Als es ihm sagte, daß es für die Nacht noch keine Unterkunft habe, bot er ihr eine eigene Schlafgelegenheit in seiner Wohnung an. In der Woh­nung angekommen, hatte das Mädchen aber Bedenken und bestand darauf, in das Mädchenheim geführt zu werden. Der Unbekannte übernahm die Führung und brächte sie in den Grafenberger Wald. Die Bedenken des Mädchens, in den Wald zu gehen, zerstreute er durch die Bemerkung, daß man in wenigen Minuten am Ziel sei. Als das Mädchen dann doch schließlich nicht weiter mitgehen wollte, ergriff er sie am Halse, würgte und vergewaltigte sie.

Er entfernte sich dann sofort, ohne sich weiter um das Mädchen zu flimmern. Es gelang dann der Kriminalpolizel mit Hilfe des Mädchens, die Wohnung des Unbekannten aus­findig zu machen. Dadurch wurde der Täter festgestellt als der Arbeiter Peter Kürthen, geboren am 26. Mai 1883 in Mül- heim am Rhein. Als die Kriminalpolizei ihn in der Wohnung festnehmen wollte, war er schon flüchtig gegangen. Die darauf­hin angeorbneten umfassenden Fahndungsmaßnahmen führten am Samstag nachmittag zur Festnahme des Kürthen. Die Fest­nahme kam ihm so überraschend, daß er ohne weiteres den oben geschilderten Fall der Vergewaltigung zugab. Im Laufe der Untersuchung gestand er ein, auch die noch nicht auf ge­störten, in Düsseldorf im letzten Jahr vorgekommenen Morde ausgeführt zu haben. Die Schulte hat ihn für ihren Fall als Täter wiedererkannt.

Dr. Moldenhauer über Finanzreform und Gemeinden.

Godesberg, 26. Mai. Auf einer Tagung der Kommunal- politischen Vereinigung der Deutschen Volkspartei, Rheinpro­vinz, sprach nach einem Vortrag des Stadtverordneten Dr. Regh, Köln, der Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer über das Thema:Die Finanzreform und die Gemeinden". Der Redner führte u. a. aus: Die Finanzlage der Gemeinden ist unbestritten kritisch. Wie das Reich die äußersten An­strengungen macht, seine schwebende Schuld zu tilgen oder zu fundieren, so müssen auch in den Gemeinden die Bemühungen auf dies Ziel gerichtet sein. Das Reich ist nicht in der Lage, diese Schulden zu übernehmen. Die Gemeinden haben ver­sucht, aus eigener Kraft einen Teil dieser Aufgabe, die Be­seitigung der kurzfristigen Verschuldung, zu lösen, indem sie ein Abkommen mit den Sparkassen getroffen haben. Der zweite Weg ist die Umwandlung der kurzfristigen Schulden in langfristige Anleihen.

Deutschland geht nach Los Angeles.

Berlin, 26. Mai. Als erstes europäisches Land hat Deutsch­land die Einladung Amerikas zur Beteiligung an den Olym­pischen Spielen 1932 in Los Angeles angenommen. Exz. Le- wald konnte, gestützt auf eine Zusage der Reichsregierung, bei der Eröffnungsfeier des Olympischen Kongresses diese hocher­freuliche Mitteilung machen. Die Versammlung, insbesondere die Amerikaner, nahmen dies mit großem Beifall auf.