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Gras Zeppelins" Südamerikasahrl.

Befriedigung über die erste Etappe.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist bekanntlich am Sonntag, 18. Mai, 17 Uhr 20 Minuten zu der großen Süd­amerikafahrt aufgestiegen. Programmgemäß ging die Fahrt zunächst nach S e v i l l a, das am Montag etwa um 17 Uhr er­reicht wurde. Die Fahrt ging durch mehrere S ch l e ch t w e t t e r- z o n e n, verlief aber trotzdem ausgezeichnet. Die verhältnismäßig lange Fahrtdauer für die erste Etappe erklärt sich aus der Tat­sache, daß verschiedene Umwege gemacht werden mußten wegen der Wetterlage. So hat das Luftschiff die afrikanische N o r d k ü st e überflogen, ehe es nach Sevilla kam.

Die Landung in Sevilla hatte die ganze Stadt auf die Beine gebracht, und bis spät in die Nacht hinein strömte die Bevölke­rung auf den Flughafen, wo das Luftschiff am Ankermast von einem starken Polizeiaufgebot bewacht wurde. Die Passagiere äußerten sich sämtlich hocherfreut über die erste Etappe.

Ein Sonderflugzeug der Lufthansa hat die Post der Zeppelin- passagiere mit nach Deutschland zurückgenommen, die diese auf der ersten Etappe ihres Fluges geschrieben haben.

Wieder in den Lüften.

Wie aus Sevilla gemeldet wird, ist das LuftschiffGras Zeppelin" am Dienstag um 9 Uhr 30 Minuten (mittel­europäische Zeit) zur Weiterfahrt nach Südamerika aufgestiegen.

Der Start desGraf Zeppelin" erfolgte im Beisein einer vieltausendköpfigen Menschenmenge, die in begeisterte Hochrufe ausbrach, als sich aas Lm^chiff svm Erdboden erhob. Die Start- manöver gingen bei fast völliger Windstille unter tiefblauem Himmel glatt vonstatten.Graf Zeppelin" machte noch eine Ehrenrunde über der Stadt und verschwand dann in westlicher Richtung, um seinen aroßen Flug über den Ozean anzutreten.

Am Montag abend hat in Sevilla zu Ehren der Besatzung des Luftschiffes ein Festessen unter dem Vorsitz des Jnfanten Mfonso und der Jnfantin Benriz staNgesunden. Die Nachfüllung des Luftschiffes mit Gas, die in den Nachtstunden erfolgte, ging ohne jeden Zwischenfall vonstatten.

Graf Zeppelin" bei den Kanarischen Inseln.

DerZeppelin" wurde um 15.30 Uhr von dem spanischen DampferJsia Gran Eanaria" gesichtet, der zwischen den ver­schiedenen Inseln des kanarischen Archipels verkehrt. Es wird daher angenommen, daß der Zeppelin sich zur gemeldeten Zeit etwa 200 Kilometer von Teneriffa befand und gegen 17.30 Uhr (18.30 Uhr MEZ) dort eintreffen wird.

Neue Standortmeldung.

Beim Luftschiffbau ist folgender Funkspruch vomGraf Zeppelin" eingetroffen: Um 16 Uhr 34 Nord, 12 West, Fahrt noch nicht besonders schnell, da Gegenwinde aus Süd bis Süd­west, ausholend nach Westen, Richtung Madeira.

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Erfolgreiches Zusannnenwirken zwischen Flugzeug und Luft­schiff im Postdienst.

Der erste Teil dK postalischen Zusammenwirkens zwischen Flugzeug und Luftschiff auf der. Streckc-von Deutschland noch Südamerika ist erfolgreich und mit der Präzision eines 'Uhrwer­kes verlaufen. Wieffchon berichtet, sandte die Deutsche Lufthansa demGraf Zeppelin" ein Postkurierflugzeug vom Typ Jun­kers23 33" nach Sevilla nach. WährendGraf Zeppelin" Friedrichshafen bereits am Sonntag nachmittag verlassen hatte, startete die Lusthansa-Maschine erst am Montag um 3 Uhr vom Berliner Flughafen mit großen Mengen Fracht an Bord. I« der Gesamtflugzeit von 15% Stunden erreichte das Flugzeug den Zeppelin um 18.30 Uhr in Sevilla, und.^var noch kurz vor der Landung des Luftschiffes. Die Post wurde dem Luft­schiff übergeben. Sie wird in Peruambuco auf Flugzeuge deS Coudor-SvudikaÄ über Leben. und sie wird dann in fünf ÄS sechs Tagen in den brasilianischen bezw. argentinischen Haupt­städten eingetroffen sein.

Ein Todessturz.

Indirekt ein Opfer des Zepplins ist ein Arbeier in B e s a n - xon geworden, der, um das deuffche Luftschiff zu sehen, sich zu weit aus dem Fenster hinauslegte, wobei er das Gleichgewicht verlor und aus dem dritten Stock in den Hof hinabstürzte. Er war sofort tot.

Empfangsvorbereitungen in Brasilien.

Sobald sich das LuftschiffGraf Zeppelin" der brasiliani­schen Küste nähert, werden zwei Wasserflugzeuge zur Ein­holung und Begrüßung des Schiffes aufsteigen. Alle Vor­bereitungen für die Ankunft des Zeppelins sind getroffen. Der riesige, aus Deutschland bestellte Ankermast, den die brasilianische Regierung errichten ließ, wurde noch einmal einer gründlichen Inspektion unterzogen. Der neue, etwa 283 000 Quadratmeter umfassende Flugplatz befindet sich einige Kilometer von der Stadt entfernt. Er hat einen Durch­messer von 600 Meter und ist kreisförmig angelegt. Sämtliche Reserveteile wie eine Reservegondel, Brennstoff, Generatoren für die Gaserzeugung, Werkzeuge etc. sind hier eingetroffen.

Der Weg desGraf Zeppelin" auf feiner Südamerika-Fahrt.

Doch ein Ho topfet?

Zur Deckung des neuen Fehlbetrags der Arbeitslosen­versicherung.

Man erinnert sich, daß unter dem Reichskabinett Müller von sozialdemokratischer Seite vorgeschlagen worden war, das Defizit der Arbeitslosenversicherung teilweise durch eine einmalige Sonderabgabe der Beamten und sonstigen Fe st besoldeten zu decken. Der Vorschlag wurde damals a b g e l e h n t, insbesondere weil ihm auch der Reichsfinanzmini st er starke Widerstände entgegensetzte. Jetzt taucht aber der Plan eines Notopfers erneut auf. Es wird darüber aus Berlin gemeldet:

Im Reichstag fand eine Besprechung der Arbeitervertreter der Zentrumsfraktion statt, die sich u. a. auch mit Plänen beschäftigte, die von der Regierung zur Ab­deckung des neuen Fehlbetrages beim Haushalt der Arbeits­losenversicherung erwogen werden. Man berechnet diesen Fehl­betrag einschließlich der Krisenfürsorge insgesamt auf etwa 140 bis 150 Millionen für das laufende Haushaltjahr. Am Dienstag fand über dieselbe Frage eine Aussprache zwi­schen dem Reichsarbeitsminister Stegertvald und den Arbeiter- vertretern des Zentrums statt. In den Plänen, die zur Zeit erwogen werden, dürfte erneut der Gedanke eines Not - opfers eine Rolle spielen. Hierüber soll in den nächsten Ta­gen mich eine Besprechung zwischen Reichsarbeitsminister Ste- gerwald und bem Reichsfinanzminister Moldenhauer statfinden.

Aus parlamentarischen Kreisen verlautet hierzu ergänzend: Gedacht ist offenbar daran, das Notopfer nicht auf die Beamten und Festbesvldetc» zu beschränken, sondern es zu einem allge­meinen Einkommensteuerzuschlag auf die höhere« Einkommen überhaupt auszubauen. Da bis zum 1. Juli unter allen Um­ständen Deckung für den Fehlbetrag bei der Arbeitslosenver­sicherung geschaffen werden muß, da ferner statt einer Durch- schnittsziffer von 1,2 Millionen nunmehr mit einer Durch- schnittserwcrbslosigkcit von 1,5 Millionen gerechnet wird, und da schließlich mit Rücksicht auf die notwendige Gesundung der Gemeindefinanzen ein Ausbau der Krisenfürsorge unausbleib­lich ist, ist damit zu rechnen, daß die Erörtrrungen über das Notopfer sich schon in den nächsten Wochen stark verdichten werden.

Preußischer Landtag.

Berlin, 20. Mai.

Auf der Tagesordnung der Dienstagsitzung des Preußischen Landtages stand zunächst eine Reihe von Anträgen mehrerer Aus­schüsse. Angenommen wurde eine Entschließung, wonach die Her­gabe von Hauszins st euerhy Potheken bei größeren Bau­vorhaben davon abhängig gemacht werden soll, daß in stärkerem Maße als bisher Kinderreiche und Schwerkriegs­beschädigte bei der Bergebung von Wohnungen berücksichtigt werden.

Ein Antrag des Hauptausschusses, die Altersgrenze für Poli­zei- und Landjägerosfiziere heraufzusetzen, bei den Offi­zieren bis zum Hauptmann einschließlich auf das 55. Lebensjahr, bei den höheren Offizieren auf das 60. Lebensjahr, wurde gemäß dem Borschlag des Beamtenausschusses abgelehnt.

Unter Ablehnung eines kommunistischen Aenderungsantrages wnrde -die RvVe-i te zur Wand c r l ag^^.str!me.r,-durch. 2:e auch der Lebensmittelhandel dieser Steuer unterworfen wird, in dritter Lesung und in der Schlußabstimmung gegen die Kommunisten verabschiedet.

Es folgte die zweite Beratung der

Grundvermögcnstcuererhöhung.

Abg. Home (Dnat.) wies darauf hin, daß die Erhöhung der preu­ßischen Grundvermögensteuer in krassestem Widerspruch zu dem Pro­gramm des Reichsfinanzministers stehe, der Steuersenkungen ge­fordert habe.

In der Abstimmung wurde der entscheidende § 1, der die Ver­doppelung der staatlichen Grundvermögenssteuer vorsieht, mit 186 Stimmen der Regierungsparteien gegen 146 Stimmen der Oppo­sition angenommen.

Auch die übrigen Paragraphen wurden unter Ablehnung sämt- licher Aenderungsanträge angenommen.

Die 3. Lesung findet am Freitag statt.

Nach kurzer Aussprache wurde der

Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung

in zweiter Lesung angenommen. Annahme fand dazu ein Entschließungsantrag, wonach mit dem Reiche Verhandlungen über eine Senkung der Real st euer n, namentlich mit Rück­sicht auf die notleidende Landwirtschaft gepflogen werden sollen.

Nachdem noch das Haushaltsgesetz in zweiter Lesung angenommen worden war, war die 2. Lesung des preußischen Haushaltsplans für 1930 erledigt.

Um 18% Uhr vertagte sich das Haus auf Mittwoch, 12 Uhr. Beginn der 3. Haushaltsberatung, kleine Vorlagen.

, , Im Schacht tödlich verunglückt.

Haiger, 21. Mai. Ein schwerer Unfall hat sich auf der Erz­grube St. Andreas im Westerwald zugetragen. Dort war der 32 Jahre alte verheiratete Bergmann Wilhelm Gerhards aus Oppersau im Hauptschacht mit Reparaturarbeiten an der Signalleitung beschäftigt. Dabei überhörte er das Herannahen eines Förderkorbes. Er konnte sich nicht mehr retten und wurde von dem Förderkorb so unglücklich getroffen, daß ihm der Kopf förmlich zerquetscht wurde und der Tod auf der Stelle eintrat.

Die vielfachen Niederschläge in den letzten Tagen haben bei Köln ein weiteres Steigen des Rheines gebracht. Jedoch wird vom Oberrhein bereits ein Fallen des Wassers gemeldet. Wenn auch Wiesen überschwemmt sind, so kann jedoch von einer Hochwasser- gesahr keine Rede sein.

Nach einem Telegramm aus Straßburg ist der Kommandant der Rheinarmee, General Guilleaume, in Straßburg eingetrossen, um die Niederlegungsarbeiten am Brückenkopf bei Kehl zu be­sichtigen.

Kotz entlassen.

Der visziplinargerichtshof hat am Dienstag in der Angelegenheit des Berliner (Oberbürgermeisters Vöß das Urteil gefällt und den Angeschuldigten mit Dienstentlassung bestraft. Zweidritkel des ihm reglementsmäßig zustehenden penfionsbetrages werden ihm als Unterstützung gewährt. Büß hat Berufung eingelegt.

Die Zahl der Todesopfer in Lübeck hat sich inzwi­schen auf 18 erhöht. 3m Laufe des heutigen Tages sind drei weitere Erkrankungen gemeldet worden.

Schweres kxplosiousungliick in Offenbar

Zwei Tote, vier Schwerverletzte.

In den Kellerräumen einer Drogerie in der Geleistmßx jn Offenbach a. M explodierte aus bisher noch ungehärtet Ursache eine Säureflasche. Eine Stichflamme schlug aus bem Fenster und in wenigen Sekunden war der Keller in Rau^. schwaden gehüllt.

In dem Keller befanden sich vier Personen, von denen ^ti - auf der Stelle getötet wurden, die anderen drei erlitten schwere Verletzungen und mußten dem Krankenhause zugeführt werden , Die Frau des Besitzers, der zu einer Autotour nach Schlesi^ i abgefahren war, wollte zur Hilfeleistung in den Keller und wurde i ebenfalls schwer verletzt. Die Bergungsarbeiten gestalteten i sehr schwierig, da der Rauch das Eindringen in den Keller sehr i erschwerte und nur mit Gasmasken war es möglich, an den C»- i Plosionsherd zu gelangen, um die Verunglückten zu bergen. f

Polizei und Feuerwehr waren sofort zur Stelle. Bis in die $ späten Nachtstunden umstanden dichte Menschenmengen den Straßenteil, der polizeilich abgesperrt werden mußte. Die Feuer­wehr konnte erst nach zweistündiger Tätigkeit abrücken. h

Das Ossenbacher Grplosionsnnglnck.

Bei dem Lxplosionsunglück in der Engeldrogerie handelt j es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Benzinex- t plosion. Der bei dem Unfall ums Leben gekommene Dro= »

gift Wilhelm Nühle hat anscheinend mit Benzin hantiert vorher hatte er seine Kollegen und auch die Frau des Inhabers darauf aufmerksam gemacht, daß im Keller ein Gefäß undicht geworden sei. 3m Augenblick des Unglücke; befanden sich in unmittelbarer Nähe die Frau des Inhaber; Hrdina, der Handlungsgehilfe Erich Rumann, die Drogisten Franz Iacob, Robert Morgenstern und der Lehrling Karl Eckrath, mit Kühle also insgesamt 6 Personen. Gleich nach der Explosion war der Kellerausgang von Flammen unb Nauch erfüllt, und eine Flüssigkeit, vermutlich Benzin, floß die Kellerftufen hinunter. Frau Hrdina gelang es, durch die Flammen hindurchzukommen. Sie hat dabei erhebliche Brandwunden erlitten, Nühle flüchtete brennend und schem- bar auch schon tödlich verletzt in den anderen Keller, wo er den Gehilfen Franz Iacob streifte, sodaß auch dieser Brandwunden erlitt. Iacob flüchtete brennend aus dem Keller, während Uühle dort den Tod fand. Lrkrath, Ru= mann und Morgenstern blieben im Keller bis die Feuer­wehr in den Keller eindrang. Morgenstern und Lrkrath hatten nur eine leichte Uauch- und Gasvergiftung davon- getragen, dagegen war die Rauchvergiftung bei Rumann bereits so weit fortgeschritten, daß dieser verstarb. Der Zugang zum Keller befand sich in dem Aufbewahrungsort, in dem die Explosion stattfand. Da die zum Keller füh­rende Falltür offen stand, konnte der Uauch ungehindert in den eigentlichen Vorratskeller eindringen. Der Be­wohner des Hauses bemächtigte sich eine Panik. Die mei­sten verbrachten die Nacht bei Bekannten und verwandten, da sie weitere Explosionen befürchteten. Die Feuerwehr hatte angestrengt zwei Stunben zu. tun, um der Feuers Herr zu werden. Hätte das Feuer den eigentlichen Vorrats­keller erreicht, so hätte es eine unabsehbare Katastrophe geben können. Rm Dienstag vormittag fand die erste gerichtliche Untersuchung unter Hinzuziehung von Sachver­ständigen statt. Die wirkliche Ursache konnte bisher noch nicht einwandfrei festgestellt werden.

Eisenbahntatastrophe bei Moskau 28 Tote.

Moskau, 21. 5. Bei der Station Zchernasa an der Eisenbahnlinie MoskauKasan stieß ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. 28 Personen wurden getötet 29 schwer verletzt.

Fnnksprrrch vonGraf Zeppelin".

WTB. Friedrichshafen, 21. 5. Lin Funkspruch von Bord desGraf Zeppelin" meldet: 20 Uhr etwa 32 Grad Nord, 14 Grad West. Immer noch südliche Gegen­winde. Kurs auf Teneriffa. Wetter schön. Alles in Ord­nung. Das Luftschiff hatte regen Verkehr mit Norddeich und hat jetzt auch Funkverbindung mit einem deutschen Dampfer.

Neichsernährungsminister Schiele hat für die Kom­mende Beratung seines Etats eine Reihe neuer Forderungen angemeldet, die offenbar als Ergänzung des verabschiedeten Agrarprogramms gedacht sind.

Der D-Zug Graz-Berlin Überfuhr an einer Stra­ßenkreuzung ohne Bahnschranke bei Schreins ein Prioat- auto. von den Insassen wurde ein Ehepaar getötet, ein Tierarzt schwer und der Thauffeur leicht verletzt.

/na

bei der Wahl des Brotes, als besonders bekömmlich. Roggenbrot empfehlen. Also verwenden Sie in Ihrem eigenen gesund­heitlichen Interesse zum Familiengetränk auch nur

Seeligs kandierten Kornkaffee"

aus deutschem Roggen.

Dr. Lahmanns Hausgetränk.

4m

1 Pfundpaket 55 Pfennig