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1930

Frage unS Antwort.

Ein Ratgeber für jedermann.

Bedingungen für Bit Beantwortung von Anfragen: Der größte Teil der Fragen muß schriftlich beantwortet werden, da ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist. Deshalb muB jede Anfrage die genaue Adresse des FraZestellers enthalten. Anonyme Fragen werden grundsätzlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Ausweis, daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes ist, sowie als Portoersatz der Betrag von 50 Rpf. beizusügen. Für jede weitere Frage sind gleichfalls je 50 Rpf. mitzuscnden. Anfragen, denen weniger Porto beigefügt wurde, werden zurückgelegt und erst beantwortet, wenn der volle Portoersatz erstattet worden ist Im Brieflasten werden nur rein landwirischaftliche Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die sich nicht dem Rahmen unserer Blätter anpassen, kann Auskunft nicht erteilt werden. Die Schriftleitung.

Frage Nr. 1. Ein siebenjähriges Pferd hat seit etwa drei Monaten Durchfall. Ich hatte solange Hafer gefüttert und ließ ihn beim Eintritt des Durchfalls quetschen. Der Durchfall ließ nicht nach, auch nicht, als ich Hafer mit Weizennleie fütterte. Was Kann ich dagegen tun? Der Stall ist warm. S. 3. in 6.

Antwort: Sie Können nicht erwarten, daß nach Beigabe von Weizenkleie der Durch­fall nachlassen wird, vielmehr wird das Gegen­teil der Fall sein. Sie müssen den Hafer in der Pfanne rösten, statt der Kleie gutes, trockenes Wiesenheu füttern, evtl. einige Löffel voll Heskimal auf das Futter tun und dem Pferde möglichst wenig Trinkwaffer geben. Vet.

Frage Nr. 2. Die Butter von meinen Kühen, die bis jetzt einen süßlichen Geschmack hatte und lange haltbar war, ist in diesem Winter schon vom zweiten Tage ab stark ranzig geworden, und zwar einerlei, ob ge­salzen oder nicht. Es macht sich schon in der Sahne ein starker Geruch bemerkbar. Ge­buttert wird jeden dritten Tag. Die Fütterung besteht aus 35 v. H. Wiesenheu, 15 v. H. Kleeheu, 35 v. H. Weizenstroh, 15 v. H. Haferstroh, gehückselt, 30 kg Runkelrüben, 2 kg Schrot (ein Gemisch von Roggen, Hafer und Bohnen), 0,5 kg Erdnußkuchen, 1,5 kg Eojaschrot. Ist die schlechte Beschaffenheit der Butter auf die Fütterung zurückzuführen? Wie läßt sich dieselbe beseitigen? W. M. in H.

Antwort: Bei Ihren Kühen ist ein Milchfehler vorhanden, und zwar bie sogenannte ranzige Milch. Diese kann durch verschiedene Ursachen entstanden fein, z. B. schlechte Futter- bestandteile, altmilchende Tiere, Euterentzündung und Fäulnisbakterien verschiedener Art tm Stalle, in den Milchgefäßen und in dem Milch- aufbewahrungsraum. Zur Abstellung ist zu­nächst die Fütterung einer Prüfung zu unter­ziehen, und zwar muß festgestellt werden, ob sich nicht verdorbene Futtermittel darunter be­finden, z. B. gefrorene Runkelrüben. Wir würden die Fütterung von Weizen- und Hafer, stroh zunächst aussetzen, dafür aber die Heu­gabe vorausgefetzt daß dieses einwandfrei ist verdoppeln. Die Rübengabe ist auf 15 kg ^r ermäßigen. Die 2 kg Schrot sind durch gute Weizenkleie zu ersetzen, und außerdem ist dem Futter etwas Kochsalz und Magnesia zuzusetzen. Wir glauben, daß bei dieser Behandlung der Milchfehler verschwindet. Es ist aber trotzdem auf peinlichste Sauberkeit tm Stalle, aus Sauberhaltung der Milchgeräte und der Milch­kammer zu achten. Dr, Bn.

Frage Nr. 3. Vier Monate alte Läufer- schweine fressen seit einiger Zeit sehr schlecht. Anstatt des Futters nehmen sie Dung, Holz und Stroh zu sich. Die Beigabe von Futter­kalk und Salz hat sich als erfolglos bewiesen. Die Fütterung besteht aus gekochten Kartoffeln, Roggenschrot und Wasser. Milch steht mir nicht zur Verfügung. Wie kann ich hier Ab­hilfe schaffen? Frau M. B. in N.

Antwort: Ihre Läuferschweine sind wahrscheinlich zu früh abgesetzt und haben von jeher unter Eiweißmangel gelitten. Auch Ihre jetzige Fütterung ist zu eiweißarm, denn bei derselben können wachsende Schweine nicht ge­deihen. Wir empfehlen Ihnen, Roggenschrot durch Gerstenschrot zu ersetzen. Eine kleine Beigabe von Hülsenfruchtschrot oder von Oel- kuchen ist als sehr zweckmäßig anzusehen. Sie müssen aber unbedingt je Tier und Tag 100 bis 150 g salz- und fettarmes Fischmehl ver-

Älsl« Zusendung«» an die Lchrifllkitung, auch Anfragen, find tu richte« an den Verlag I. Neumann, Neudamm (Beg. Fso.).

' abrcidjcn, ba^u geringe ®aben an Futterkalk. Den Tieren ist möglichst viel freier Auslauf zu gewähren. Dr. Bn.

Frage Nr. 4. In meinem Schweine- bestände beobachte ich, daß sich verschiedene Schweine an allen erreichbaren Gegenständen scheuern und kratzen. Die Ursache ist ein Körperschorf. Zuerst sieht man, daß die Schweine an den Beinen schorfig werden und der Schorf sich nach und nach auch auf den ganzen Körper verbreitet. Ich nehme an, daß die Schweine beim Deckakt infiziert wurden, da der Eber auch an dem Schorfbefall leidet. Was soll ich nun tun? E. R. in W.

Antw ort: Die Krankheitserscheinungen bei den Schweinen sprechen für das Vorliegen von Räude. Zunächst sind die Hautborken durch Einreiven mit Schmierseife mit folgendem Abbaden zu entfernen. Danach kann eine der üblichen Räudesalben, eine zehnprozentige Perugen-, Sulfoliquid- oder Naphthol-Salbe u. a. Anwendung finden. Zweckmäßigerweise wird am ersten Tage die eine, am zweiten Tage die andere Hälfte des Tieres eingerieben. Die Einreibung geschieht durch kräftiges Ein­reiben in die Haut. Die Salbe bleibt drei Tage auf der Haut sitzen, wird dann ab. gebadet und die Einreibung nochmals erneut vorgenommen. Die Ställe und Gerätschaften sind gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Zur Desinfektion eignen sich dreiprozentige Kreolin- bzw. Sapokrefollösungen. Dr. Lz.

Frage Nr. 5. Eine neunjährige Zwerg- dackelhündin leidet seit etwa sechs Monaten an einem Gewächs am Gesäuge. Es hat die Größe einer Kartoffel, eine länglich - flache Form und ist unter der Haut verschiebbar. Ich habe schon einmal das Gewächs vom Tierarzt herausschneiden lassen, es ist aber wieder nachgewachsen. Kann ich das Gewächs nicht ohne Operation wegbekommen? Ich möchte dem Tierchen die Qual einer zweiten Operation ersparen. W. S. in O.

Antwort: Es handelt sich zweifellos um Gesäugekrebs, der bei älteren Hündinnen so häufig vorkommt. Das radikalste Mittel ist natürlich die Operation, die für das Tier­chen ja auch qualvoll ist, wenn sie unter All- gemeinnarkose ausgeführt wird. Rückfälle Können allerdings immer mal wieder vor­kommen, zumal wenn die Geschwulst nicht weit genug herausgeschnitten wird. Die Be­handlung mit Röntgenstrahlen ist langwieriger und wird sich nicht überall durchführen lassen. Da der Krebs manchmal nur langsame Fort­schritte macht, könnten Sie vielleicht überhaupt von einer Behandlung absehen, da die Lebens­zeit der Hündin sowieso bald abgelaufen sein dürfte. Bet.

Frage Nr. 6. Ein Kanarienvogel hat seit einem Vierteljahr am Kopf, Hals und Schwanz und unter den Flügeln die ganzen Federn verloren, auch das noch vorhandene Ge­fieder sieht struppig und glanzlos aus. Der Vogel ist luftig und singt, kann auch wegen der überaus desinfizierenden Behandlung keine Milben haben. Worauf ist das Ausfallen der Federn zu führen und was kann ich dagegen unternehmen? A. M. in B.

Antwort: Es gibt auch noch andere Schmarotzer außer den Milben; besonders wenn, wie in Ihrem Falle, die Federn in Mitleiden­schaft gezogen sind. Halten Sie den Vogel warm, streichen Sie sorgfältig sämtliche kahlen Stellen mit einem weichen Pinselchen mit Ealatöl ein, reichen Sie reichlich Badegelegen. heit, stellen den Vogel an einen von der Sonne beschienenen Platz und geben ihm wo­möglich viel Freiflug innerhalb des Zimmers. Das Futter fei kräftig und abwechflungs- reich. Viel Obst, Salat usw. Selbstverständ- lick werden Sie peinlichste Sauberkeit walten lassen, wozu es auch gehört, daß man die Sitzstangen öfters durch neue ersetzt und die alten verbrennt. Prof. Dr. Fe.

Frage Nr. 7. In meinem fünf Hektar großen Roggenschlag (Abtrageschlag) befindet sich eine große Menge Kornblumenpflanzen, welche ich gerne restlos vernichten möchte. Das

Hacken mit der Maschine wird ja allgemein verworfen, möchte aber bemerken, daß die Schare an derselben schon tüchtig abgenutzt sind, also ungefähr noch die halbe Breite der neuen Schare haben. Würde ich den Roggenpflanzenwurzeln trotzdem damit Schaden zufügen, wenn ich nur flach hacke? Auch durch Kalkstickstoff wäre das Unkraut vielleicht zu vernichten. Schadet dieser Dünger aber den jungen Kleepflanzen nicht? Die Kalkstickstoff­gabe müßte doch wohl ziemlich stark sein, damit die ziemlich kräftigen Kornblumenpflanzen ab­getötet werden. Auch ist mir eine starke Gabe dieses Düngers zu kostspielig, weil es sich hier bei diesem Schlage um die letzte Getreidefrucht handelt, es folgt dann zwei Jahre hindurch Klee. Welchen Rat können Sie zur erfolgreich« Vertilgung der Kornblumen geben? F. S. in S.

Antwort: Man kann Roggen ohne Er­tragsschädigung hacken, genau so, wie man ihn auch eggen kann. Wir haben ihn früher sogar vielfach behäufelt. Besonderen Nutzen hat die Behäufelung selten gezeigt, aber geschadet hat sie auch nicht. Man sagte nur, solche, die Bewurzelung störende Bearbeitungen, sollten zeitlich so eingerichtet werden, daß nachts nicht der Frost In die angerissenen Wurzeln schlägt.. Das lieben die anderen Getreidearten die man hacken darf, auch nicht gerade. Wir würden also den Roggenschlag mit der nötigen Vorsicht ruhig hacken. Es bleibt schließlich auch nichts anderes übrig. Eine Kopfdüngung mit Kalk- ftickstoff im Frühjahr soll nur geringen Erfolg haben. Wenn man den Roggen Ausgang September gesät hat, soll es am wirksamstes sein, wenn man im Spätnovember je Hektch (10 000 qm) 120 bis 150 kg den Pflanze! aus den Kops streut. Diese Behandlung wir! erfahrungsgemäß immer wieder als besonder erfolgreich bestätigt. Klee wird durch ein Kalkstickstoffdüngung auf den Kopf fast stet bis zur völligen Vernichtung geschädigt. Aue das Hacken kann ihm gefährlich werden. Dr. E

Frage Nr. 8. Würde es sich lohnen ein Ackerstück (ganz leichter Sandboden) mi Luzerne zu bestellen? Welche Sorte eignet sie am besten für diesen Boden? Wieviel Saat gut wird gebraucht und wann ist die beste Zeü zum Säen? Luzerne ist bei den hiesigen Land­wirten ganz unbekannt. W. P. in R.

Antwort: In der Provinz Brandenburg findet man nur auf sogenanntem Mittelboden, das ist lehmiger Sand, recht lohnende Luzerne- bestände. Man bemüht sich zur Zeit, auch aus reinem Sand die sogenannteSandluzerne" oderbunte Luzerne" anzusiedeln. Die erzielten Ergebnisse ermutigen bis jetzt indessen nicht zur Nachahmung. Wir raten daher von einer versuchsweisen Anlage auf eigene Kosten ab, da deren Einrichtung durch die hohen Auslagen für Kunstdünger und Saatgut (je Hektar = 10 000 qm 120 bis 160 Zentner kohlensaurer Kalk, 12 bis 16 Zentner Thomasmehl, 6 bis 8 Zentner 40proheutiges Kalisalz und 30 bis 35 kg Samen) sehr teuer zu stehen kommt. Gehören Sie aber einem landwirtschaftlichen Verein an, so sollten Sie anregen, daß dieser sich bei der nächsten Landwirtschaftlichen Schule um eine Versuchsanlage bemüht. Dr. E.

Frage Nr. 9. Da ich leider von den hiesigen Gärtner» keinen richtigen Bescheid er­halten kann, übersende ich beiliegend einen Stachelbcerzweig mit der Bitte um Angabe, mit welcher Krankheit meine gesamten Beeren be­fallen sind. DieseSchildläuse" sind in Un­mengen an den Zweigen. Sind es Schildläusie und wie bekämpft man sie? W. 3. in 3.

Antwort: Es handelt sich um Schild­läuse. Für eine erfolgreiche Bekämpfung ist es in diesem Jahre schon zu spät. Spritzen Sie im nächsten Winter, solange die Knospen im Ruhezustande sind, die Sträucher eingehend mit 25prozentigem Obstbaumkarbolineum. Da diese starke Lösung auch die Blütenknospen zerstört, so ist im folgenden Jahre mit einer Fehlernte zu rechnen, doch ist der Ertrag später um so größer. Als Vorbeugungsmittel gegen diesen Schädling kommt starke Düngung und bei Trockenheit kräftige Bewässerung in Frage. Rz.

39. Jahrgang

Candmanns Sonntagsblatt Allgemeine Zeitung für Landwirtschaft, Gartenbau und ßauswirtscbaft

Beilage zurSchlüchterner Zeitung"

Schristletmng: Oetonomterat (Brunemann, Neudamm

Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Blattes wird gerichtlich verfolgt (Gesetz vom 19. Juni 1901)

Der gefleckte Schierling und der Wasserschierling.

Von Dr. M. Weiß. (Mt 2 Abbildungen.)

Beide Schierlingsarten sind Giftpflanzen, die Landwirte und Gärtner vertilgen müssen, um dadurch Menschen und Vieh vor Schaden zu bewahren. Den gefleckten Schierling,

Abbildung 1.

Gesteckter Schierling (Conium maculatum). a Blüte. b Frucht. c Querschnitt durch dieselbe, d Stempel im Durchschnitt.

Conium maculatum (Abbildung 1), muß man bezüglich der Merkmale, die ihn von anderen ihm ähnlichen, aber nützlichen Pflanzen unter­scheiden, genau kennen, um vor Vergiftung geschützt zu sein. Die Botanik hat die Schierlings­arten in die artenreiche Gruppe der Dolden­gewächse, der Umbelliferen, eingereiht, von denen sich viele außerordentlich ähnlich sehen, so daß Verwechselungen leicht möglich sind. So gehören hierher verschiedene Gartengewächse, wie Peter­silie, Möhre, Kümmel, Dill, dann Wiesenkräuter, wie Bibernell, Kerbel, Kälberkropf und Fenchel, und schließlich auch der Schierling Oft ist die Ähnlichkeit so groß wie die zwischen Der Petersilie und dem jungen Schierling mit seinen petersilienähnlichen Blättern, daß hier oft genug Verwechselungen vorkommen. Erst kürzlich ging durch die Tagespresse die Nachricht, nach der Schierlingsblätter zusammen mit Petersilie ge­nossen waren, waS zu einer schweren Erkrankung führte. Solche Verwechselungen sind um so leichter möglich, als sich der Schierling oft im Garten auf dem Schutthaufen, an Zäunen, so­gar auf den Beeten einstellt. Um in einer schierlingsreichen Gegend ganz sicher zu sein, empfiehlt es sich, nur krausblätterige Petersilie

anzubauen und in der Küche zu verwenden. Sie kann mit den glatten, glänzenden Schierlings­blättern nicht verwechselt werden. Der Schierling ist ein etwa mannshohes völlig kahles Kraut mit einem vielästigen hohlen Stengel, der be­sonders auf seinem unteren Teile in augen­fälliger Weise mit dunkelroten Flecken dicht bedeckt ist, die ihm auch seine botanische Be­

Zeichnung maculata (gefleckt) gegeben haben. Von diesem Doldengewächs gibt die Abbildung 1 ein vortreffliches Bild, so daß sich eine nähere Beschreibung erübrigt. Hier mag nur noch er­wähnt sein, daß für diese Pflanze kennzeichnend ist ein abstoßender Mäuseduft, den die ganze Pflanze von sich gibt, besonders scharf ist der Dust der gelblich weißen Wurzel.

Einen ganz anderen Standort als der ge­fleckte Schierling, hat sich, wie der Name schon andeulet, der Wasserschierling oder Sumpsfchrerltng, auch Giftwüterich ge­nannt, Cicuta virosa (Abbildung 2), erwählt. An Sümpfen, Teichrändern, Gräben und auf modrigem Grunde ist diese stark giftige Pflanze am häufigsten anzutreffen Der Wasserschierling unterscheidet sich von dem gewöhnlichen Schier­ling durch seinen dicken, rübenförmigen Wurzel­stock, der durch waagerechte Scheidewände in mehrere Fächer quergeteilt ist, er duftet und schmeckt sellerieartig und hat infolge seiner Giftigkeit schon oft den Tod von Menschen herbeigeführt, die von der Wurzel kosteten. Schon in geringen Mengen bewirkt sein Genuß Würgen, Erbrechen und Krämpfe. Nicht minder giftig sind die oberirdischen Teile die unsere

Zeichnung im Bilde wiedergibt, für das liebe Vieh, wenn sich Wasserschierlingspflanzen unter dem Grünfutter befinden und mit diesem ver­zehrt werden. Ebenfalls kann man wohl sagen, daß die Beimengung von Wasserschierling zum Sauerfutter, zur Silage, Vergiftungsgefahren in sich birgt. Eine solche Silage ist als Vieh- futter unter allen Umständen abzulehnen. Ob die Giftwirkung dieser Pflanze in ähnlicher Weise, wie beim Sumpfschachtelhalm, dem Duwock, durch das Trocknen bei der Heu­bereitung geschwächt wird, ist kaum am zunehmen Jedenfalls ist Vorsicht ge­boten und der Kampf gegen diese Schad- pflanze energisch durchzuführen.

Beide Schierlingsarten gehören, wie der Wiesenkerbel, Kälberkropf und andere, zu den sogenannten Jauche- Pflanzen, also solchen, die sich mit Vor­liebe auf mit Jauche stark gedüngte Grünlandflächen einstellen. Nun ver­langen unsere guten Futterpflanzen einen sehr festen, abgesetzten Boden, die beiden Schierlingsarten aber ein schwammiges, lockeres Bodengeftige. Daraus folgt notwendig die öftere Anwendung der schweren Glattwalze, einmal im Frühjahr

und dann noch nach jedem Schnitt und weiter­hin besonders nach dem Auffahren von Jauche, die bekanntlich durch die Gärung den Boden stark auflockert und deshalb neue Festigung des Bodens erfordert. Weiterhin sollten die hoch gewachsenen Schierlingspflanzen möglichst bald abgemäht werden, schon um die Samen­bildung zu verhindern. Auf die frischen Schnitt­wunden darf auch Kalkstickstoff gestreut werden. Er kann auch auf die Schierlingspflanze ge- streut werden. Da der Schierling breitere und waagerechtere Blätter als das steil stehende

Abbildung 2. Wafferschierlin« (CIcuta vlroia).