Ar. 53
Schlüchterner Zeitung
2. Blatt
Kinweihungs-Feier der neuen Volksschule in Schlüchtern
II.
Hun betrat Herr Regierungspräsident D r. Triebe n sb ur g das Podium, um sich mit folgender Am spräche an die Versammlung und insbesondere an die Schulkinder zu wenden:
Liebe Schlüchterner! Liebe Rinder!
AIs Vertreter der preußischen Staatsregierung bin ich an diesem schönen Frühlingssonntag gern und freudig zu Ihnen gekommen, um Ihnen zu diesem herrlichen, neuen Schulbau die Glückwünsche der Regierung, die Glückwünsche aller mir Nachgeordneten Staatsbehörden und meine eigenen herzlichen Glückwünsche zu überbringen. Als ich vorhin in Ihren festlich geschmückten Grt einfuhr, freute ich mich, wie lebhaft die Bevölkerung Schlüchterns Anteil nimmt an dieser schönen Feier; ich freute mich der leuchtenden Fahnen, der festlich geschmückten Rinder, unb ich freue mich jetzt, daß ein so großer Teil der Schlüchterner Bürgerschaft sich hier zur gemeinsamen Feier versammelt hat. Ts ist ein großer und stolzer Tag, ein Tag, an den noch fernere Geschlechter mit (Ehrfurcht denken werden. Und wir haben allen Rnlaß, dankbar Und froh für uns selbst zu sein, daß wir in so ernster, schwerer Zeit einen so großen, schönen Bau haben fertigbringen können.
Liebe Schlüchterner! Wir Deutschen haben es ein wenig an uns, daß wir manchmal prahlerisch und hochmütig und überheblich werden, dann aber wieder kleinmütig von uns denken, pessimistisch sind und unserem eigenen Volke allerlei Schlechtes und Geringes und Böses zutrauen. Und so haben wir gerade jetzt in unserem Volke eine Stimmung, die recht ungünstig von den eigenen Volksgenossen denkt. Gerade diejenigen, die vielleicht am stärksten nach außen hin vaterländische Ziele vertreten, die denken, die eigenen Volksgenossen seien nichts recht wert, sie leisteten nichts, sie widerständen nicht dem Bösen und dem Feinde, sie dächten nur ans Geld, sie unterwürfen sich nur, um ruhig essen, trinken und schlafen zu können; und Sie hörten ja eben aus dem Munde Ihres Herrn Rektor ein wehmütiges Wort eines deutschen Ministers, der da glaubt, in Deutschland ginge die Freude an geistigen Werten immer mehr zurück. (Es mag etwas wahres daran sein, und wir alle bedauern schmerzlich, daß unser Volk in seiner äußeren Haltung und in seiner Seele nicht den (Ernst zeigt, den wir in dieser schweren Zeit eigentlich von ihm erwarten sollten. Aber wenn wir dann so recht niedergeschlagen sind und meinen, die große Zeit des deutschen Volkes sei vorbei, liebe Schlüch- ; ferner! dann brauchen wir nur einen Tag wie den heutigen ‘hier mitMnachen, dann müssen wir dochwieder Mut^krie° "gen! Daß wir bei all der großen, schweren wirtschaftlichen fllot, bei all den Sorgen und Schwierigkeiten und Rümmer- snissen unseres Alltags, bei all der Uneinigkeit und Streb sterei zwischen den deutschen Parteien und Klaffen und Grup- spen, daß wir da immer wieder die Kraft finden, uns zu Ifo schönen Denkmälern unserer Kraft, unserer Schaffensfreudigkeit, unseres Verantwortungsgefühls zusammenfin- iden, ich glaube, das ist doch ein recht gutes Zeichen. Und Mir brauchen bloß einmal 11 Jahre zurückzudenken, an |bie furchtbare Unordnung und Unruhe, die Unsicherheit, »was überhaupt aus Deutschland werden möge, den tiefen |Pessimismus, in dem damals alle Deutschen steckten. Wenn ■man Ihnen damals hier in Schlüchtern gesagt hätte: Rch, |M;t doch nicht so schwarz; denkt mal, in 11 Jahren will |man hier eine Schule gebaut haben, die so und so aussehen • unb dreimal hunderttausend Mark kosten würde. Man hätte den Mann damals als verrückt, als wahnsinnig verlacht. Wer glaubt denn in diesem schweren Zusammenbruch, |Mi die niedergebeugte und so ungeheuer belastete Bevölke- l rung die Kraft und die Mittel aufbringen würde, ein solches | Deck je zu vollenden. Und wenn wir in die Zeitungen schauen und in Volksversammlungen uns umhören, dann möchte | man ja auch dem deutschen Volk nicht zutrauen, daß es | Wesen großen Mut und diese schöne (Einigkeit zustande- |bringt, wie es hier die Schlüchterner Bürgerschaft im verein Imit den Behörden zustande gebracht hat. Und deshalb meine »ich wir sollten diese schöne Feier benutzen, um daraus auch I unsere Lehren zu ziehen. Wir sollten erkennen, daß wir »vielleicht gerade durch das Schwere, das auf uns gelegt in unserem inneren Widerstand, in unserem Trotzgefühl, » m dem tiefsten seelischen Verantwortungsbewußtsein erst recht aufgeweckt worden sind und daß all das viele I greifen, das wir hören und sehen, nur äußerlich und «an Zeichen dafür ist, daß unsere Seele aufgeweckt _ift, nach neuen Wegen zu suchen, nach einer-besseren Zu- So kann uns dieser Tag eigentlich rechten Mut ■ lachen und in uns nme Freude an dieser Gegenwart und |neues vertrauen zu unserem eigenen Volke wecken, wie wir i|fs bisweilen bitter nötig haben. Gewiß, wir wollen auch übertreiben, wir wollen nicht stolz, und überheblich Wein; und so ist es vielleicht auch ganz gut, wenn wir die Ihre daraus ziehen, daß wir nur richtig arbeiten müs- In den Zeitungen, in den Versammlungen, am Stamm- I oder wo es sonst sein mag, da läßt es sich leicht streb I was scheinen da so furchtbare Gegensätze und Spannun- l^u innerhalb unseres Volkes zu bestehen, dann sieht es 10 nus, als wenn wir überhaupt nicht mehr dieselbe Sprache Pechen. (Es kommt vielleicht nur darauf an, einmal eine ^iige Aufgabe zu sehen, an die Arbeit zu gehen und dann Einsam zusammenzuwirken, dann sieht man auf ein- h» daß alle diese versuche gar nicht so schwer sind. Und unn wird es uns leicht, diejenigen beiseite stehen zu Wen, die bloß immer protestieren können und die alles nW finden unb die am deutschen Volk, an seinen Behör- 1 ”' an seinen Vertretungen kein gutes Haar mehr gelten
lassen. Dann wird es uns leicht, aus einer Erfahrung, wie sie der heutige Tag mit sich bringt, zu einer freudigen Bejahung unserer Zeit, unseres Staates, unseres Volkes zu gelangen. Wir brauchen nur den Blick hier im Kreise herumschweifen zu lassen, so wissen wir, liebe Schlüchterner, daß uns heute ein solches Gefühl nicht mehr schwer sein kann. Dieses Gefühl wollen wir auch im Alltag nicht verlieren, sondern es unverrückbar im Innern bewahren und die Arbeit der nächsten Jahre und Jahrzehnte von ihm beseelen und erwärmen lassen. Das ist der Wunsch, den ich als Vertreter der preußischen Staatsregierung Ihnen heute hier überbringe. Ich freue mich von ganzem herzen und spreche allen Beteiligten den Dank und die Anerkennung dafür aus, was Sie hier in den letzten Jahren durch treues Zusammenstößen fertiggebracht haben, insbesondere die städtischen Körperhaften, an ihrer Spitze Ihr hochverehrter Herr Bürgermeister, der uns so anschaulich geschildert hat, wie schwierig es gewesen ist, die städtischen Körperhaften, die einmal mit Stolz in die Geschichte der Stadt Schlüchtern eingehen werden als diejenigen, die in schwerer Zeit etwas fertiggebracht haben, was eine glücklichere Zeit nicht vermochte, zu dem einstimmigen Beschluß zu bringen. Mein Dank, meine Anerkennung, mein Glückwunsch gilt dann insbesondere auch denen, die das Werk nun selbst geschaffen haben: Herrn Stadtbaumeister, Stiebeling und all den Arbeitern und Handwerkern, die ihr Bestes daran gesetzt haben, ein schönes Zeichen deutscher Handwerkskunst hier vor uns aufzurichten.
Aber ich habe als Vertreter der Staatsregierung noch eine letzte Pflicht, und das ist, Tuch Rindern zu sagen, daß Ihr dieses Geschenk nicht gar so leichten Herzens hinnehmen dürst. Ihr seid doch alle schon so gescheit, um zu wissen, daß wir es in Deutschland heute recht schwer haben, und Ihr wißt alle von Türen Eltern, wie bitter schwer es Ihnen wird, wenn sie Geld aufzubringen haben für den Staat, für das Reich, für die Stadt, wie ungern sie alle Steuern zahlen. So wißt Ihr auch, daß es gar nicht so leicht sein kann, ein solches Haus hier für Tuch aufzubauen, daß da viele, viele Tausende von deutschen Männern und Frauen erst einmal arbeiten müssen, damit das Geld verdient ist, das hier in dieses schöne Haus hat hineingebaut werden können. Unb Ihr werdet es nun auch einsehen, daß Ihr Tuch dieses Geschenk erst recht verdienen müßt, daß Ihr es nicht einfach leichtsinnig hinnehmen könnt, sondern daß Ihr Luch recht viel Mühe geben müßt, um das Geschenk auch auszunutzen. Wir haben es ja nicht ge- hauL und die Stadt hat nicht das Geld Stieben, dainn Ihr es recht hübsch habt. Das können wir uns nicht leisten Wir freuen uns, wenn Ihr recht glücklich sein könnt. Wir tun das, damit Ihr hier besser lernen konnt und bessere tüchtigere Kinder werdet, als es vielleicht in den alten Räumen möglich gewesen wäre, gesündere, fleißigere, leistungsfähigere Kinder. Und wir tun das, damit Ihr einmal draußen im Leben, wenn Ihr aus der Schule gekommen seid, noch mehr leisten könnt als bisher schon Denn Ihr wißt ja, unser Volk, unser Vaterland, das ist in Kot; da ist noch furchtbar viel zu tun nach Draußen und auch Drinnen. Ls muß viel besser werden in Deutschland. Und wir werden es -vielleicht nicht mehr zustande bringen^ Deshalb sorgen wir dafür, daß unsere Kinder das einmal besser machen werden, und deshalb können wir es verantworten in dieser schweren Zeit, für unsere Kinder so viel Geld auszugeben, wie es hier etwa in Schlüchtern geschehen ist. Aber wir würden falsch gehandelt haben wenn Ihr es nachher nicht richtig macht, wenn Ihr nicht in dieser Schule mehr lernt und vor allen Dingen etwas in dieser Schule lernt: gute, liebe Freunde und Freundinnen zu sein. Wir Relteren haben vor allen Dingen den einen großen Fehler, daß wir uns viel zu viel zanken, daß wir auch die Unterschiede zwischen den Reichen und den Armen viel zu wichtig nehmen, daß Bessergrstellte auf das Arbeiterkind oder womöglich das Lrwerbslosenkind Herabschauen. Ihr müßt hier lernen, daß das in Deutschland nicht mehr sein darf. Die deutsche Zukunft hängt davon ab, daß alle deutschen Männer und Frauen wirklich sich als Männer und Frauen miteinander fühlen. Wir können es vielleicht nicht alle gleich gut haben. Das ist nicht zu erreichen. Aber das ist zu erreichen, daß wir uns alle gegenseitig hochachten und uns alle gegenseitig lieb haben' und helfen und nicht gegenseitig mit den (Ellenbogen stoßen, damit jeder sich vorandrängen kann. Das müßt Ihr hier in der Schule lernen. Und wenn Ihr im späteren Leben einmal an den Weißen Sonntag 1930 zurückdenkt, dann, bitte, erinnert Luch auch an diese Lehre. Der preußische Staat und die Stadt Schlüchtern haben diese Schule Tuch gebaut, damit Ihr einmal bessere Menschen werdet, die sich gegenseitig vertragen, die nicht zuerst an sich denken sondern an ihre Umwelt, an ihre Brüder und Schwestern, an das ganze deutsche Volk- und ihr Bestes hergeben, damit dieser Wunsch auch wirklich in (Erfüllung geht.
Und Sie, meine Damen „und Herren vom Lehrkörper sind uns dafür verantwortlich, daß dieser neue Geist in unsere Kinder einzieht. Gewiß, sie sollen viel lernen, die Zeit bringt immer neue, große Rnsprüche. Sie sollen aber vor allen Dingen einmal dieses tiefe, innere Verantwortungsgefühl bekommen, und wir wollen hoffen, daß die schöne, neue Schule, erbaut aus den Steuergroschen eines in Not befindlichen Volkes, Ihnen immer wieder die große Lehre predigt: Seid fleißig, seid aber auch brav, anständig und gut zueinander, werdet einmal draußen im Leben tüchtige deutsche Männer und tüchtige deutsche Frauen, aber sorgt auch dafür, daß Ihr in Tinigkeit und Treue das neue
Deutsche Reich mit einem neuen Geist der Einigkeit und der Brüderlichkeit erfüllt. Das ist der Glückwunsch, den ich selbst Euch bringe; das ist der Glückwunsch, den ich im Kamen der preußischen Staatsregierung der gesamten Bürgerschaft von Schlüchtern, vor allen Dingen aber Tuch Kindern auszusprechen habe".
Auch hatte es Herr Landrat Dr. Müller nicht unterlassen, zu diesem festlichen Rnlaß im Kamen der gesamten Einwohnerschaft des Kreises Schlüchtern herzliche Glückwünsche auszusprechen und die durch geistige und seelische Fäden verbundene politische Gemeinschaft des Kreises Schlüchtern zu betonen. Wenn das möglich ist, so führte der Kebner weiter aus, daß dieses tiefe innere Gefühl der Verbundenheit vorhanden ist, so ist das zurückzuführen auf eine Tradi- tion von vielen Jahrhunderten. Wenn wir unsere klugen in der Geschichte zurückschauen lassen, so sehen wir, daß schon im Mittelalter an diesem Orte jenes Kloster entstanden ist, das das herz dieser Stabt darstellt und von dem aus geistiges Schaffen ausgestrahlt ist auf diesen Bau im oberen Rinzigtal. Und ich brauche nur den Kamen des Rbtes Petrus Lotichius Sekunbus zu nennen, um zu zeigen, wie stark diese geistigen Werte gewesen sind, die nicht beschränkt blieben auf diesen Kreis, sondern über seine Grenzen hinaus in der ganzen Welt heute noch Bedeutung haben. Immer ist die Stabt bestrebt gewesen, gerade auf dem Gebiete der Jugenderziehung hervorragendes zu leisten. Dieser Mission ist die Stabt auch heute getreu, und sie gibt ihr in gewissem Sinne das geistige Gepräge. Es ist so, daß wohl jede größere Sieblung in gewissem Sinne ihren besonderen Charakter hat. Richten wir unsern Blick auf das benachbarte Steinau, so sehen wir wie die Entwicklung des industriellen Gedankens in den Vordergrund geschoben wird, ober nach Bad Soden, wo man bestrebt ist, die heilenden Kräfte des Erdinnern der leidenden Menschheit nutzbar zu machen, hier aber in Schlüchtern sehen wir dieses kulturelle Bestreben, das sich aus der jahrhundertalten Tradition dieser Stadt ergibt. In den Ausführungen unseres Herrn Bürgermeisters ist schon nahe gebracht worden, daß die Stabt, den kulturellen Traditionen getreu, hier ein kulturelles Ge- samtprogramm durchgeführt hat, in das der Bau dieser Volksschule als ein Glied mit hineingehört. Der Kreis Schlüchtern hat an diesem Werk mitgearbeitet und darf sich auch darüber freuen. 3u den bereits erwähnten kulturellen Aufgaben sei noch gesagt, daß mit der Rufbauschule in Schlüchtern ein neuer Schultyp eingezogen ist, von dem man annehmen kann, daß ihm im weiten Umfange die Zukunft gehört und mit dazu beiträgt, auch das Wesen der Wölksschule umzugestalten im Sinne unseres heutigen Volks- staates. Die Volksschule ist heute keine Proletarierschule mehr, sie ist eine wahre Schule unserer ganzen Jugend geworden, die in dem Typ einer höheren Schule, der Aufbau- schule, ihre organische Fortsetzung findet. So ist es auch mein Wunsch, daß die Schule in erster Linie dazu diene, die Gegensätze innerhalb unserer Jugend zu Überdrücken, unsere Jugend zu wahren, vaterlandsfrohen Menschen zu machen, die das Ideal der Volksgemeinschaft, der wir zustreben, dereinst verwirklichen mögen.
Im Kamen der Stadtverordnetenversammlung brächte deren Vorsteher, Herr Stadtoberinspektor Alt, Glückwünsche an Schulverwaltung und Schulgemeinde zu dem wohl- ,gelungenen Werk. Er unterstrich, daß es die Stadtverord- neten-versammlung stets für ihre Pflicht gehalten habe, auch Kotz der schweren Zeit und wirtschaftlichen Kot dafür einzutreten, für das eingegangene Lehrerseminar eine andere staatliche Bildungsstätte nach Schlüchtern zu bekommen. So habe auch die Stadtverordnetenversammlung, gemäß der Magistratsvorlage, für alle die Rufbauschule fördernden Belange und den mit ihr im Zusammenhang stehenden Neu- bau der Volksschule zugestimmt, um fernerhin das kulturelle und wirtschaftliche Leben der Stadt zu heben und zu fördern.
Herr Studienrat Dr. Fenner überbrachte zum Weihefest Grüße und gute wünsche von Lehrern, Schülern und Schülerinnen der staatlichen Rufbauklassen und städtischen Lateinschule. Er hob hervor, daß eine hundertjährige Haus- gemeinschaft die Schlüchterner Volksschule und Lateinschule für immer miteinander verbunden und das trauliche Nebeneinander bei allen Söhnen und Töchtern dieser Stadt unvergeßliche Erinnerungsbilder hervorgerufen habe, viele Männer und Frauen dieser Stadt haben das geistige Rüstzeug für ihr Leben nacheinander in den beiden Anstalten empfangen und viele Lehrer an ihnen gemeinsam gewirkt'. Es gilt darum der Schlüchterner Volksschule, die 100 Jahre im Kloster gelebt hat, an ihrem Ehrentag Wünsche darzu- bringen, die durchhaucht sind von dem Geist des ehrwürdigen Petrus Lotichius Sekundus. Möge sie ein gut Teil dieses alten Geistes mitnehmen in das neue Schulhaus!. Er hat sie hundert Jahre umschwebt, er möge auch weiter um sie sein und in ihr wirken als ewig neue Kraft; denn nicht belasten soll Tradition, wohl aber aufgeschlossen und dem Menschen seelisch eine Stütze sein. Ruch die staatliche Rufbauschule, die an Stelle des ehemaligen Lehrerseminars getreten ist, bringt ihre Glückwünsche, die getragen sind von einer tiefen, inneren Verbundenheit der beiden Schularten Wenn auch Stoffe und Methoden der Volksschule anders eingestellt sind, ist die Rufbauschule — wie schon hervorgehoben wurde die organische Fortsetzung der Volksschule. Dieser inneren Verwandtschaft in den Aufgaben unb dieser weitgehenden Uebereinstimmung in den Grund- anschauungen gesellt sich die innere Verbundenheit der Schüler zu. Mögen in der neuen Arbeitsstätte die Ideale, uns' miteinander verbinden, auch in Zukunft immer eine Pslegestätte bilden.