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Gchlüchtemer Zeitung

3. Blatt

Am Websluhl -er Seit

Politische Wochenbetrachlung.

Von Argus.

I Die.offizielle Politik hat, wie das so Mich ist, über die stierst i e r t a g e geruht. Minister und Parlamentarier Ltn Ferien gemacht. Auch für den Zeitungsleser gibt es jetzt Ruhepause: statt die Parlamentsberichte zu studieren, Lektüre in der letzten Zeit recht aufregend war, kann er We Aufmerksamkeit den geruhsameren Rubriken seines Leib- Mes zuwenden ... Völlig still ist es in der Politik allerdings M über die Feiertage nicht gewesen. In Leipzig gab es U Anlaß eines kommunistischen Jugendtages blutige Z u- Lmmenftö B e zwischen Polizei und Demonstranten. Tote bb Verwundete auf beiden Seiten. Man sieht, die Kette der Mtlichen Kundgebungen mit ihren bedauerlichen Rückwirkun- ^nmd Folgen reißt nicht ab. Jetzt steht der 1. Mai vor der Eure, der sozialistische „Weltfeiertag der Arbeit". Der Leser innert sich daran, daß dieser Tag voriges Jahr in der Reichs- Puptstadt besonders blutig verlaufen ist. Auch für dieses Jahr miß man wieder allerlei Befürchtungen hegen. Aber man fragt sich auch, ob diese Opfer denn nötig sind, ob nicht eine Rück­kehr zu den alten politischen Methoden möglich ist, die, den Mischen Kampf als Auseinandersetzung mit den Waffen des Geistes betrachtend, auf die Anwendung äußerer Gewalt ver­zichteten? Wobei man freilich zugeben muß, daß die fortdauern­den Schwierigkeiten der politischen Situation und vor allem die große Arbeitslosigkeit im Deutschland der Nachkriegszeit immer wieder neue Beunruhigungen schaffen und daher die Rückkehr zu ruhigeren politischen Methoden außerordentlich Erschwerest.

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i Wenn wir von den Schwierigkeiten der politischen Situa­tion sprechen, denken wir in erster Linie an die Außen­politik, auf die ja alle unsere inneren Schwierigkeiten (ein­schließlich der Arbeitslosigkeit!) im letzten Grunde zurückgehen. Daran wird sich wohl noch nicht so schnell etwas ändern. Die Konstituierung der „Bank für Internationale Zahlungen" zeigte das wieder einmal deutlich. Dieses Jn- titut, dessen Gründung bekanntlich der neue Reparationsplan msah, ist ins Leben getreten. Es soll alle Geldgeschäfte er­ledigen, die mit den deutschen Reparationszahlungen zusammen- jängen. Die Bank tritt an die Stelle.einer ganzen Reihe von Organisationen, die bisher diese Funktionen ausgeübt haben. Atz der Bank für Internationale Zahlungen, die wir kurz ,Tributbank" nennen wollen, ist die schöne schweizerische Stadt Bafel. Weniger schön war die konstituierende Sitzung des kcrwaltungsrats, die zum Generaldirektor des ganzen Jn- tituts den Franzosen Q u es n a y wählte, obwohl die deut- chen, Verwaltungsratsmitglieder ausdrücklich erklärt hatten, saß sie die Wahl eines Angehörigen einer neutralen Macht auf liefen wichtigen Posten wünschten. Man ging über diesen durch- ms berechtigten Wunsch Deutschlands zur Tagesordnung über, stuesnah wurde sodann gegen die deutschen Stimmen ge= Oft. Was^wieder einmal zeigt, daß die .G.l.ftchb.WchtW Mtjchlands in der internationalen Politik zwar auf dem Papier steht, aber praktisch noch lange nicht verwirklicht ist. sicher anderen Macht gegenüber hätte man einen Wunsch, wie n von Deutschland geäußert wurde, selbstverständlich sofort srfüllt. Der Verwaltungsrat der Tributbank hat dann im heiteren Verlauf seiner Verhandlungen den Posten eines stell- «rtretenben Generaldirektors geschaffen und ihn mit dem 'futschen Reichsbankdirektor Hülse besetzt, was — ebenso wie sie Besetzung einiger anderer „nachgeordnetre" Stellen in Direk- sion und Aufsichtsrat — wohl ein Pflästerchen auf die Wunde ein sollte, die man Deutschland durch die Wahl eines Fran- MN zum Generaldirektor geschlagen hatte. Es liegt aber auf

Hand, daß man mit solchen Mittelchen die tiefe Ver- WMmng, die in Deutschland über den wenig verheißungsvollen w^inn der Tätigkeit der internationalen Tributbank herrscht, M beseitigen kann.

Aber auch abgesehen von diesen Vorgängen fehlt es der Deutschen Außenpolitik nicht an Schwierigkeiten. Nach Osten hin md es die Fragen unserer Beziehungen zu Polen und zu ^owjetrußland — Fragen, die noch immer nicht gelöst md, aber dringend einer Lösung bedürfen. Im Westen aber geht um das Kernproblem der deutschen, ja der europäischen Außenpolitik überhaupt: um das Verhältnis Deuts ch - londs zu Frankreich. Man meldet jetzt aus Paris, daß Briand der Verwirklichung seines Planes, eine europäische MrhchaftsgeEinschaft zu gründen, nähertreten wolle. Briand

zunächst einen Fragebogen an 26 europäische Länder- kegicrungen richten, um deren Stellungnahme zu seinem Projekt mincnzulcrnen. Man möchte wissen, wie Briand sich die Ver- ^'michung seiner Idee denkt, wenn Frankreich immer wieder

ausgeht, Deutschland zu demütigen? Eine europäische unschaftsgemeinschaft — Enthusiasten sprechen sogar schon von cn „Vereinigten Staaten von Europa" — ist nur möglich, 'nn sich g le ichbxrechtigte Staaten an einen Tisch setzen. -c hus diese Gleichberechtigung nicht gewährt ist, können wir ch eine Diskussion über weitergehende Pläne überhaupt W etniaffen!

töHt ohnedies recht schwer, an die Aufrichtigkeit -Frank- zu glauben, wenn es Verständigungsvorschläge macht, am Dienstag dieser Woche sind die Verhandlungen der o >> d a n e r F l o t t e n k o n f c r c n z geschlossen worden, die, u weil Frankreich nicht mitmachen wollte, nur 311 einem "begrenzungsvertrag zwischen England, Amerika unb ' pan geführt hat. Frankreich und Italien, die auf der Kon- 1 ebenfalls vertreten waren, sind an dem Vertrag nicht be- tgt. Die Konferenz hat daher ihr eigentliches Ziel, die Re­gung der Flottenrüstungen der „großen" Seemächte oder

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gar den Beginn der Abrüstung zur See, nicht erreichen können. Und zwar in erster Linie nicht, wegen des Widerstandes der französischen Delegierten.

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Im übrigen wird Englands Premierminister MacDonald ftoh sein, daß er die Flottenkonferenzsorgen, die monatelang auf ihm gelastet haben, jetzt los ist, so daß er sich anderen Dingen widmen kann. Da ist zunächst die indische Frage, der die englische Regierung ihre Aufmerksamkeit wird zuwenden müssen. Obwohl die Nachrichten aus Indien nur spärlich ein­laufen und durchweg englischen Quellen entstammen, also wahr­scheinlich nicht immer objektiv sind, läßt sich heute schon erkennen, daß die Unabhängigkeitsbewegung, die der Nationalistenführer Gandhi entfesselt hat, für England weit gefährlicher zu werden droht, als die britischen Behörden in Indien ursprünglich an- nahmen. Noch steht die große Masse der indischen Bevölkerung nicht hinter der Bewegung, aber es kann kein Zweifel darüber sein, daß die Agitation durchaus ernst genommen werden muß. Englands Kolonialpolitik wird bald vor einer schweren Auf­gabe stehen. Der Reichtum Englands beruht zum großen Teil auf dem Reichtum Indiens. Deshalb muß England sich Indien unter allen Umständen zu erhalten suchen. Das aber wird ein schweres Stück Arbeit sein, wenn die Inder erst einmal aus ihrer dumpfen Gleichgültigkeit erwacht sind!

Ernst von Wolzogen,

der bekannte Schriftsteller und vielgelesene Erzähler, vollendete sein 75. Lebensjahr. Aus diesem Anlaß gingen dem greisen Dichter zahlreiche Glückwünsche zu. Im Weltkrieg war Ernst von Wolzogen in Darmstadt Hauptmann eines dor­tigen Truppenteils und dürfte er vielen der engeren Hei­mat persönlich bekannt sein.

Sie „Meinen" znfammengeslotzen mit einem englischen Oeldampfer.

London, 25. April. Der Norddeutsche Lloyddampfer „Bre­men" stieß am Donnerstag vormittag im Kanal zwischen Fol- ston und Dungeneß im dichten Nebel mit dem englischen Tankdampfer „British Grenadier" zusammen. Wie verlautet, hat keines der beiden Schiffe schwerere Beschädigungen erlitten.

Die „Bremen“ unbeschädigt.

Bei dem Zusammenstoß zwischen der „B r c m e n" und dem 6880 Tonnen großen britischen Tankschiff „British Gre­nadier" ist die „Bremen" nach den bisher getroffenen Fest­stellungen unbeschädigt geblieben. Auch das britische Tankschiff konnte seine Reise ohne 'Unterstützung fortsetzen. — Ueber den Zusammenstoß liegen folgende Einzelheiten vor:

Die „Bremen" lief kurz nach 10 Uhr vormittags in einem sehr dichten Nebel auf den britischen Tankvampfer auf. Zwischen der „Bremen" und der Funkstation an Land fand dann ein Funkspruchaustausch statt. Um 10.30 Uhr ging der erste Funk- spruch ein, der folgendermaßen lautet: „Dampfer „Bremen" sucht nach einem britischen Tankschiff unbekannten Namens, das vielleicht Unterstützung benötigt. Mit Tankschiff besteht keine Funkverbindung." — Etwas später folgte ein Funkspruch von dem britischen Tankschiff, der besagt: „Tankschiff „British Gre­nadier" stieß mit fremdem Schiff zusammen. Die Schotten 4 und 5, in denen sich Rohöl befindet, haben durch den Zusam­menstoß ein Leck erhalten." Etwas später sandte das Tankschiff folgende Mitteilung aus: „Benötigen keine Unterstützung." 9Zad) diesem Artstausch von Funksprüchen setzte sowohl die „Bremen" wie das britische Tankschiff die Reise fort.

Zwei Millionen Menschen verhungert.

Armes China! — Wo bleibt die Hilfsaktion des Völkerbundes?

Aus Sianfu, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Schaust, kommen alarmierende Nachrichten über die dort herrschende Hungersnot, die alle bisherigen Befürchtun­gen weit übertreffen. Seit der Bürgerkrieg über China herein­gebrochen ist, weite Landstriche verheert und die Transport­mittel vielfach lahmgelegt sind, ist kein Jahr vorübergegangen, ohne daß nicht in irgendeinem Teil des Reiches Hungersnöte entstanden.

Aber alle Schrecken der letzten Zeit bedeuten mchts vor der Katastrophe in Schansi, die unter einer Bevölkerung von sechs Millionen Menschen annähernd zwei Millionen dem Hunger- tod preisgegeben hat. Sogar auf den Straßen der Hauptstadt liegen unzählige Tote, die nicht mehr bestattet werden können. Die bisherigen Hilfsmaßnahmen der chinesischen Behörden und ansländischen Organisationen sind wirkungslos geblieben. Von Schanghai aus soll jetzt eine umfassende Rettungsaktion in die Wege geleitet werden.

In C hi n a verhungern Millionen Menschen — in Argen­tinien wissen die Farmer nicht, was sie mit ihrem Ueber- schuß an Weizen anfangen sollen! Der Völkerbund aber, der hier einmal positive Leistungen zeigen konnte, indem er eine Hilfsaktion einleitete, sieht ruhig zu und tut gar nichts, Traurig, aber wahr!

Die Feuersicherheil der

deutschen Gefängnisse.

Eine Katastrophe wie in Columbus bei uns unmöglich.

Der Leiter des Strafvollzugs in Preußen, Ministerial­dirigent Dr. Bürger, äußerte sich zu der Frage, ob in deutschen Strafanstalten ein Brandunglück von auch nur an­näherndem Ausmaß der Katastrophe im Zuchthaus von Colum- dus (Ohio) möglich sei. Um das Urteil Dr. Bürgers gleich vorwegzunehmen: Ein Unglück, wie es jetzt die Vereinigen Staaten von Amerika erlebt haben, ist in Deutschland völlig ausgeschlossen. Bei den umfassenden Vorkehrungen und Siche­rungen zur Verhinderung von Bränden ist die Gefahr selbst kleinerer Brandunfälle außerordentlich gering.

Die Größe des Unglücks in Amerika ist nach Ansicht Dr. Bürgers in der Hauptsache auf die Anstaltskonstruktion zurück- zuführen, die von der Anlage deutscher Strafanstalten völlig verschieden ist. Die amerikanischen Zuchthäuser und Gefängnisse find im wesentlichen Hallenbauten.

In einem riesigen Käfig, der fich inmitten der großen Halle befindet, sind die einzelnen Zellen untergebracht. Die gewaltigen Rauchschwaden, die ein großer Brand entwickelt, haben ohne weiteres Zutritt zu sämtlichen Zellen. Hinzu kommt, daß man es bei den amerikanischen Strafanstalten vielfach noch mit Holz- konstruktion zu tun hat, während in Deutschland nur Eisen­konstruktion verwandt wird.

In dm deutschen Strafanstalten, die durchweg Mittelflure haben, sind die Zellen in sich abgeschlossen. Auch die Zahl der in den Strafanstalten untergebrachten Gefangenen ist in Deutsch­land nicht so groß wie in Amerika. Die zur Zeit größte deutsche Strafanstalt, das Gefängnis in Tegel, beherbergt etwa 1500 Gefangene, während in Amerika Anstalten mit 5000 und mehr Gefangenen keine Seltenheit sind. Die Arbeitsbetriebe, die fast überall außerhalb der eigentlichen Unterkunftsstätten liegen, werden in regelmäßigen Zeitabständen auf die Feuergefährlich­keit hin überprüft und dauernd überwacht. Aus Holz sind in den deutschen Strafanstalten nur die Türen und die Schränke der Gefangenen. Die Dienst- und Vollzugsordnung leistet jede Gewähr für die Sicherheit und das Leben der Gefangenen. Die Rettung von Gefangenen bei Unglücksfällen ist ausdrückliche Pflicht der Gefängnisbeamten, selbst auf die Gefahr eines Ent­kommens der Gefangenen hin.

In jeder Anstalt gibt es eine Feuerlöschordnung. Auch Feuermelder sind in sämtlichen Anstalten untergebracht, und vorkommcndenfaüs würde sofort die Ortsfeuerwehr alarmiert werden. Anstalten, die von größeren Ortschaften entfernt liegen, besitzen eine eigene Anstaltswehr, die sich zum Teil aus Wärtern und zum Teil aus Gefangenen zusammensctzt. Diese Anstalts­wehren verfügen über eine vollkommene Feuerwehrausrüstung. Auf einen Feueralaram, beispielsweise in der Nacht, haben sich sofort sämtliche Wärter zur Bekämpfung des FeuerS in die An­stalt zu begeben. Die Zellentüren haben alle denselben Schlüssel, so daß sofort alle Türen geöffnet werden könnten.

In den Arbeitsbetrieben wird mit Rücksicht auf die Mög- i lichkeit einer Feuersgefahr, insbesondere auch auf die Lagerung | der Materialien geachtet. Filmexplosionen, wie sie sich vor einiger Zeit einmal in Amerika ereignet haben, sind unmöglich, weil alle Filmstreifen in besonderen, von der Firma Siemens gebauten Schränken untergebracht sind. Die Tatsache, daß sich in den deutschen Strafanstalten nennenswerte Brände eigent­lich überhaupt noch nicht ereignet haben, ist ein Beweis für die Zweckmäßigkeit der in diesen Anstalten getroffenen Schutzmaß­nahmen.

Hindenburgs Glückwunsch an den Schah von Persien

Berlin, 25. April Der Reichspräsident hat an den Schah von Persien anläßlich der Feier des Krönungstages ein in herzlichen Worten abgefaßtes Telegramm abgesandt.

Südamerikafahrt des „Graf Zeppelin".

Friedrichshafen, 25. April. Die Mittelmeerfahr! des „Graf Zeppelin" ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Am 30. April sowie zwischen dem 5. und 7. Mai wird das Luftschiff je eine Schweizerfahrt ausführen. Der Beginn der Südamerika­fahrt ist auf den 15. Mai festgelegt worden.

Die kommunistischen Maifeiern in Bayern verboten.

München, 25. April. Alle für den 1. Mai in München ge­planten kommunistischen Kundgebungen wurden, wie die kom­munistische „Neue Zeitung" erfährt, von der Polizeidirektion verboten.

□ Der Regenschirm als Fallschirm. Mit dem Tode mußte in Jttenheim bei Straßburg ein zehnjähriger Knabe den tollkühnen Versuch bezahlen, einen Regenschirm als Fallschirm zu benutzen. Von den waghalsigen Fallschirmabsprüngen der verschiedenen Akrobaten begeistert, begab sich der Junge auf das Dach des Hauses und sprang mit geöffnetem Regenschirm auf die Straße, wo er mit zerschmetterten Gliedniaßen tot liegen blieb.

□ Die großen französischen Herbstmanöver in Lothringen. Der französische Generalstab hat zum Schauplatz der diesjährigen Herbstmanöver die Deutschland nächstgelegene Provinz Lothringen gewählt. Die Manöver, die Anfang September während einer Zeitdauer von 8—10 Tagen stattfinden sollen, werden umfangreicher sein als in den vergangenen Jahren. Die Militärgouverneure von Straßburg und Metz haben das Ober­kommando je einer Truppenformation übernommen, die durch schwere Artillerie und Reservisten unterstützt und Geländeübun­gen teils an der Saar, teils in der Umgebung von Metz abge* halten werden.

□ Tragischer Selbstmord einer jungen Französin. Auf äußerst tragische Weise hat sich in L a o n ein junges Mädchen das Leben genommen. Mit einer aus dem Kriege stammenden Granate, die sie als Andenken aufbewahrte, begab sie sich in den naheliegenden Wald, wo sie das Geschoß durch Hammerschläge auf den Zünder zur Explosion brächte. Das junge Mädchen wurde bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt neben dem durch die Explosion entstandenen Granattrichter aufgefunden.

□ Riesenbrand bei Charlervi. In Marcinelle bei Carleroi brach in den Dienstgebäuden der Eisenbahnverwaltung ein Brand aus, der rasch einen ganz außerordentlichen Umfang an- nahm. In einem Augenlick war der ganze Gebäudekomplex in Flammen gehüllt. Es besteht Gefahr für sämtliche umliegenden Straßenzüge.