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^ers/äjzo« n^cr, fe»«e ^ufantnicn= ^uhq und Konservierung.

Bo« Dr. H. Bernhardt.

Wenn auch die folgenden Ausführungen für manchen Landwirt Selbstverständliches enthalten mögen, so beweist doch die Praxis tagtäglich, wie wenig sich sehr viele Landwirte mit der Durchführung einer sachgemäßen Stall- düngerbehandlung abgeben. In vielen land­wirtschaftlichen Betrieben, und besonders in kleineren, die eine rationelle Wirtschaftsführung vor allen Dingen nötig haben, ist die Mist­wirtschaft oft eine große Mißwirtschaft. Leider nur zu oft ist die Düngerstätte der am meisten vernachlässigst? Platz aus dem Hofe.

Zuerst ein paar Worte über die Zusammen­setzung des Stalldüngers. Als eine Zwischen­stufe in dem großen Kreisläufe der Natur zwischen Aufbau und Abbau der Substanz enthält der Stalldünger sämtliche Pflanzennähr- stoffe, wenn auch einige nur in geringerer Menge, vor allen Dingen aber organische Substanz (Kot. Stroh, Torf usw. je nach Art deL- Einstreu). Gut gelagerter Stalldünger enthält etwa 0,7 v. H. Stickstoff, 0,3 v. H. Phosphorsäure und etwa 0,8 v. H. Kali. Die Zusammensetzung des Stalldüngers ist abhängig von der Tierart, der Art der Einstreu, der Art der Behandlung und vom Alter. Am wertvollsten ist der Schafdünger, ihm steht der Nährstoffmenge nach am nächsten der Pferde­dünger, sodann Rinderdünger und endlich als am wenigsten wertvoll der Schweinedünger. Stickstoff und Kali finden sich in der weitaus größten Menge im Harn vor, während die Phosphorsäure größtenteils in den festen Aus­scheidungen vorhanden ist.

Diese Pflanzennährstoffe zu erhalten und ihre Düngerwirkung möglichst noch zu steigern, müßte jeder denkende und sachgemäß wirt­schaftende Landwirt bestrebt sein. Neben Ver­lusten an organischer Substanz ist es besonders der Stickstoff, dieser wertvollste, aber zugleich auch am leichtesten bewegliche Bestandteil im Stalldünger, der unter Umständen ganz be­deutenden Verlusten unterliegt Diese restlos zu beseitigen, gelingt in der Praxis nicht, wohl aber ist schon viel erreicht, wenn der Landwirt sie auf das geringst mögliche Maß einzu- schränken versteht. Die Minderung im Stick­stoffgehalt tritt ein sowohl im Stall' wie auch auf der Düngerstätte und endlich auch beim Liegenlassen auf dem Acker vor dem Unter­pflügen.

Beim Harn setzt schon kurz nach der Aus scheidung die sogenannte Harngärung bei der die wertvollen Stickstoffverbind

ein,

Hingen zersetzt werden und schließlich der Stickstoff nutzlos in die Atmosphäre entweicht. Ein weiterer Teil des Ammoniaks wird in Salpeter umgewandelt, der dann, durch Bakterientätigkeit zu freiem Stickstoff abgebaut, ebenfalls verloren­geht. Endlich werden noch leicht lösliche, wert­volle Stickstoffverbindungen — ebenfalls durch Bakterientätigkeit — in unlösliche Eiweißver­bindungen übergeführt, wodurch gleicherweise eine qualitative Verschlechterung des Stall­düngers bedingt ist. Diese Verluste können im Flachstall und auf der offenen Düngerstätte fast die Hälfte des GesamtstickstoffeS ausmachen; das ist eine Stickstoffmenge, die — auf das Stück Großvieh im Jahr berechnet — ungefähr 6 Zentnern Salpeter entspricht. Bleibt dann der Stalldünger obendrein — wie man es leider oft beobachten kann — noch längere Zeit vor dem Unterpflügen in Wind und Sonne auf dem Acker liegen, so ist letzten Endes der wert­volle Stickstoff fast restlos verloren gegangen, und der Dünger hat den besten Teil seiner Düngewirkung eingebüßt.

ffuerrupe vcrnrel&cn oder wenigstens vermindern? Das beste Ver­fahre«, das sich in der Praxis vorzüglich be­währt hat, ist die getrennte Aufbewahrung des

frisch aus be« Stall abfließenden Harnes von dem Kot-Stroh-Gemisch. Die Aufbewahrung der flüssige« Ausscheidungen geschieht in undurch­lässigen, zementierten Gruben, die vom Luft­zutritt abgeschlossen sind. Durch diese getrennte Aufbewahrung wird den die Stickstoff- verbindungen zerstörenden Bakterien die orga­nische Substanz (Kot, Stroh), die sie für ihr Zerstörungswerk nötig haben, entzogen und andrerseits durch Luftabschluß erreicht, daß auch keine Salpeterbildung- und Zersetzung eintreten sann. Es soll nicht verschwiegen werden, daß diese getrennte Aufbewahrung immerhin einige Kosten verursacht: sie ist aber wohl auch die vollkommenste Auch im Tiefstall ist der Luft­abschluß noch recht gut erreicht; der Dünger bleibt unter den Tieren liegen, wird festgetreten, und alle die Zersetzungserscheinungen, die im Flachstall und auf der offenen Düngerstätte ein­treten, werden größtenteils unterbunden. Der Erfolg dieser konservierenden Wirkung zeigt sich somit auch in den bedeutend geringeren Stick­stoffverlusten. „Feucht und fest* sollte es auch für die Aufbewahrung auf der Düngerstätte heißen. Wenn irgend angängig, sollte die Düngerstätte an der Nordseite des Stalles an­gelegt sein, wo sie den direkten Sonnenstrahlen möglichst entzogen ist; an trockenen, heißen Sommertagen ist Besprengung mit Wasser nötig. Aber noch eins: Die Düngerstätte ist kein Sammelplatz für überflüffiges Regenwasser I Auch durch Beimischung von Torf und humoser Erde zum Stalldünger können die Stickstoff­verluste eingeschränkt werden. Eine weitere Methode zur Konservierung von frischem Stall­dünger besteht in der Verwendung von älterem, der schon tüchtig in Gärung begriffen ist. Beim Anlegen eines Düngerhaufens bringt man den frischen Dünger nicht direkt auf die Sohle, sondern zu unterst erst eine Schicht des älteren, der gut in Gärung ist und viel Kohlensäure entwickelt. Diese bindet das Ammoniak und wirkt so stickstofferhaltend auf die oberen Schichten. Das Verfahren ist einfach und erfordert keinen besonderen Kosten- und Zeitaufwand. Ferner existieren noch eine Reihe von Vergärungs- verfahren, die darauf hinauslaufen, die günstige Bakterientätigkeit zu fördern, und die schädliche zu unterdrücken, denn es ist leicht einzusehen, daß gut verrotteter Dünger eine schnellere und bessere Wirkung hat, als solcher, der erst im Boden verrottet. Auch Säuren und sauere Salze hat man versucht zur Konservierung des Stalldüngers heranzuziehen, einesteils, um den Stickstoff zu binden, zum anderen, um die Lebenstätigkeit schädlicher Bakterien zu vernichten. Die Handhabung dieser Mittel — speziell der Schwefelsäure in großen Mengen —, ist im landwirtschaftlichen Betriebe nicht einfach, oft gefährlich, das Verfahren teuer, und zudem ent­steht ein sauerer Dünger, den der Landwirt nicht haben möchte. Anders liegen die Ver- Hältnisse, wenn man nur die flüssigen Aus­scheidungen allein — also ohne Kot und Stroh — z. B. zum Zwecke der Kopfdüngung, konservieren will; in diesem Falle kann bei vorsichtiger Handhabung die Anwendung von Schwefelsäure von Vorteil sein.

wie man hochstämmige Rosen und Beerensträucher anbindet.

Von Gartenbaudirektor Janson. (Mit AbbUdung.)

Es wird gezeigt werden, daß das, waS beim Anbinden von Obstbäumen richtig ist, falsch ist bei hochstämmigen Rosen und Beerensträuchern. Wie unsere Abbildung zeigt, soll der Pfahl bis in die Krone hereinreichen, und Rosen- bzw. Beeren-

Bänder erhalten, von denen ein Band bzw. deren zwei die Krone stütze. Bei Obstbäumen soll man es vermeiden, daß der Pfahl in die Krone hinein- reicht. Bei ihnen ist nämlich die Stelle, wo der Stamm in die Krone übergeht, mehr oder minder stark verdickt, und wenn die Obstbaumkrone vom Winde bewegt wird, reibt sie sich hier am Pfahl und es entstehen Wundstellen, die oft recht bösartig werden und nicht selten Juscktionsstellen für die gefähr­liche Krebskrankheit gewesen sind Bei Obstbäumen soll also der Pfahl unter dem Kronenansatz ab» schneiden und außerdem ist es empfehlenswert, die scharfen Oberkanten des Pfahles abzuschrägen oder leicht abzurunden, daß ihnen die Schärfe genommen wird.

Der Obstbaum kann zudem die Stütze Der

vbsthochstämmen Bei diesen wird die Krone un­verhältnismäßig groß und bei Stamm wächst nicht so in die Dicke Auch die verschiedene Stellung der Veredlungsstelle spricht viel mit. Sieht man von den Süßkirschen ab, die häufig, wie der Gärtner sagt, in die Krone veredelt werden, pflegen Obstbäume fast durchweg auf Wurzelhals veredelt zu fein. Die Veredlungs­stelle befindet sich also unmittelbar oder ganz dicht am Boden und die Übergangsstelle vom Stamm zur Krone ist natürlich gewachsen und hat nie eine Unterbrechung gefunden, wie das bei der Ver­edlung in die Krone der Fall ist. Auch lm günstigen Falle erfolgt die Verwachsung der Ver edlungsstelle nicht derart innig, daß baß Gewebe so fest miteinander verbunden ist, wie das der Fall ist, wenn die Verbindung fm Gewebe nicht durch

53 er errang ixtfter'öxoäjen mixrt>e. C’octj’ftömmtge Rosen und Beerensträucher (Johannisbeeren und Stachelbeeren) find aber stets am Kronenansatz veredelt worden, und wenn der Stamm im Dickenwachstum stark zurückbleibt, so bleibt stets diese Kronenansatzstelle ein schwacher Punkt in der Entwicklung. So erklärt sich denn auch, daß Rosen und Beerensträucher gerade an dieser Stelle häufig unter der Fruchtlast oder im Winter abbrechen, wenn der Pfahl nur bis unter die Krone reicht und hier das letzte Band angelegt wird Die Krone selbst muß deshalb durch ein bis zwei Bänder besonders gestützt werden.

Bei dieser Gelegenheit muß noch auf einen anderen Umstand hingewiesen werden. Gar zu häufig wird die rechtzeitige Erneuerung des Pfahles vergessen. Die Pfähle sauten in oder dicht über der Erde, weil hier sich die zerstörenden Ein­wirkungen von Luft und Feuchtigkeit vereinen. Bricht hier der Pfahl und wird er nicht alsbald erneuert, so begünstigt er das Umbrechen dicht über dem Boden, ist also nicht nur überflüssig, sondern schädlich.

Neues aus Stall und Hof.

Bei der Entfernung von Schafzecken darf nicht in der Weise vorgegangen werden, daß die Zecken einfach abgerissen werden, denn dann bleibt der Kopf in der Haut stecken und Eitc^ rungen, die das Tier stark belästigen, sind die 'Folge. Betupft man aber die vollgezoge- nen Zecken mit etwas Terpentinöl, dann lösen sie sich leicht vollständig ab und fallen zu Boden, wo sie vernichtet werden müssen. Die kleine Wunde aber schließt sich rasch. E—w.

Einiges über Pelztierzucht. Wenn wir heute unsere Fach- und Tageszeitungen einer Durch­sicht unterziehen, dann fällt uns auf, daß über­all in unserem Vaterlande Pelztierzuchten ein­gerichtet werden. Soweit sich die Sache über, blicken läßt, scheinen sich die Pelztierfarmen ganz gut zu rentieren. Selbstverständlich ver­langt der Betrieb einer solchen Farm viele Kenntnisse, die durch Studium und Praxis er­worben werden müssen. Nur der Fachmann wird >s ohne größere Verluste zum Erfolg bringen. Das ist hier nicht anders als in jedem anderen Geschäft auch. Die ersten Silberfuchs­tierfarmen entstanden in Nordamerika, und wohl anfangs aus dem Grunde, um diesen stark ver­folgten Pelztieren eine Heimstätte zu bereiten, um sie vor dem Untergänge zu bewahren. Man kam aber bald zu der Ansicht, daß die Zucht der Edelpelztiere ein gutes Geschäft war und schuf eine nicht zu unterschäßende Industrie. Mehr als die Silberfuchszucht interessiert uns nun geute die Zucht des edlen Nerzes. Die Zucht dieses Pelzträgers ist auch leichter zu betreiben. Nerze find weniger Krankheiten unterworfen als Silberfüchse. Die Zucht be­ansprucht auch ganz entschieden weniger Kapital und weit weniger Raum. Allein aus diesen Gründen wird die Zucht dieses munteren Tieres eine große Zukunft haben. Noch eins spricht zu­gunsten des Nerzes: Während der Silberfuchs streng in Einet)« lebt, kann ein Nerzmännchen zwei bis vier Weibchen decken. Die Fähe wirft im Jahre bis acht Junge. Aus all diesen Gründen kann man feststellen, daß die Nerzzucht bei uns schnell vorwärts schreitet. Nur selten wird es heute schon ein Nerzzüchter nötig haben, die Jungtiers zu balgen, er findet zu weit höheren Preisen noch genügend Absatz dafür als Zuchttiere. 91eben der Nerzzucht betreibt man and) die Zucht des Waschbären, des Opossums, und nicht zuletzt kann man auch die Pelzo Kaninchenzucht nur sehr empfehlen, sie ist sehr lohnend. Kl.

Beim Abladen von Kunstdünger im Hofe oder in dessen Nähe ist nicht zu vermeiden, daß Teilchen davon auf den Erdboden gelangen, die dann von den frei umherlaufendem Tieren, wie Hunden und Hühnern, begierig aufgeleckt werden. Sie nehmen dadurch weit größere Mengen auf als ihnen bekömmlich ist. Be-' sonders wird der salzig schmeckende Dünger von ihnen bevorzugt, zumal sie durch den ihnen angenehmen Salzgeschmack gereizt wer­den, größere Mengen aufzunehmen. Deshalb sollten während des Düngerabladens die Tiere von dieser Stelle ferngehalten werden und sofort

rtad) Keertbctem ^Iblaben fcex *^ta^ Qxün^lxd) mit» ' tels Besens reingefegt werden. Sm ©arten, der sich in der Nähe des Hofes befindet, wird man den Kunstdünger möglichst sofort nach dem Ausstreuen unterwarfen. W—».

Neues aus Feld und Garten, Treibhaus und Blumenzimmer.

Ein gesunder Kalkzustand des Bodens sichert die Stickstoffwirkung. Die verschiedenen Stick­stoffdüngemittel zeigen eine sehr unterschied­liche Wirkung je nach dem Kalkzustand des Bodens. Ist dieser nämlich befriedigend und zeigt der Boden somit keine stark saure Be-i schaffenheit, dann ist auch die Wirkung der Stickstoffgaben weit besser und ausgegtidyner. Das möge beachtet werden, denn es gibt Auf­schluß über die oft so verschieden sich äußernde Stickstoffwirkung. Ein gewisser Kalkgehalt und eine nicht zu saure Beschaffenheit des Bodens find Vorbedingung für die Wirkung unserer Kunstdüngemittel, besonders aber der .stick­stoffhaltigen, die dann erst eine sichere Wirkung zeigen und eine höhere Ernte gewährleisten, selbstverständlich aber auch nur dann, wenn an den übrigen erforderlichen Nährstoffen kein Mangel im Boden herrscht. Sz.

Gartenbaukal«nd«r für Februar.

Ziergarten: Im Ziergarten werden die Sträucher geschnitten. Es gilt nur jenen, die am alten Holz blühen. Die aber, deren Blüten vor dem Laubwerk erscheinen, werden erst im Juni, also nach dem Abblühen, geschnfttent Das Schneiden erfolgt auch nicht derart, daß die Sträucher einfach wie Besen in irgendeines Höhe geschoren werden, sondern es werden die vielfältigen, alten, überstarken Aeste möglichst dicht am Boden herausgeschnitten. Schnee»-, glöckchen, Leberblümchen, Alpenheide, Seidel­bast blühen als erste. Sie und- die Krokus sind, soweit nötig, freizulegen von Laub. Die Ge- Hölzgruppen werden gegen den Rasen hin sauber abgestochen und das Erdreich in ihnen flach umgestochen. Man holt zum Antreibern die eingetopften Hyazinthen, Tulpen, Krokus, Osterblumen, Narzissen in das warme Zimmer. Immer aber jene zuerst, die gut in den Töpfen durchgewurzelt sind.

Obstgarten: Wenn noch nicht geschehen, wird es mit dem Auslichten der Beerensträucher höchste Zeit. Oft beginnt Ende des Monats bereits der Laubtrieb. Ende Februar beginnt auch die Pflanzzeit für das Steinobst, be­sonders Aprikosen, Pfirsich- und Kirschbäume. Diese Obstarten können zu dieser Zeit auch ver­edelt werden. Wenn die Haselnüsse blühen und das Wetter ist trocken-warm, sollen die Sträucher geschüttelt oder abgeklopft werden, daß sie stäuben. Das dient dem guten Ansatz. Das Auslichten und Beschneiden der Bäume und edlen Reden muß beschlossen werden. Die Baumscheiben sind möglichst geräumig um- zugraben. Die Insektenfanggürtel werden ab» genommen und mit den darin gefangenen Schädigern verbrannt.

Gemüsegarten: Mähren (Karotten) und Zwiebeln, auch Erbsen können nicht früh genug gesät werden. Sie wollen den Boden in der vollen Winterfrucht«. Nur muß er frost- frei und abgetrocknet sein. Die ersten Aus­saaten von Frühkohl aller Art (Blumen-, Kopf-, Wirsingkohl, Kohlrabi, Kopfsalat) er­folgen in das Frühbeet und in Ermangelung eines solchen im Zimmer am sonnigen Fenster. Man sät Spinat in ein »»gedüngtes Beet von nicht leicht aufschießender Sorte, wie etwa Triumph, Grünbleibender Spätaufschießender. In beständig warme Frühbeete werden aus Zimmer- saaten bereits Kopfsalat, Treibkohlrabi, Früh- Karolten, Radies gepflanzt bzw. gesät. 3.

Neues aus Haus, Rüche und Keilet.

Kartoffelsalat mit Rotwein. Nachdem die Kar­toffeln gekocht, geschält und recht fein zerschnitten sind, gießt man eine Obertasse kochendes Wasser oder kochende Fleischbrühe darüber und deckt sie zu, während man die Tunke bereitet. Hierzu vermischt man sechs Eßlöffel feinstes Speiseöl mit sechs Eß löffeln Rotwein, vier Löffeln Essig, ein bis zwei feingehackten Chalotten, Pfeffer, Salz und einer Prise

Sudex, gle%t alles über Ve Staxto\\elxx, Ine man vorsichtig damit durchtchmenti. Der fertige Salat wird mit Rapunzchen oder roten Rüben gar­niert. Frau A. in L.

Enten-Ragout. Eine Ente wird halbweich ge­braten, dann in Stücke zerlegt, die man mit Vs Liter Fleischbrühe, einer mit Gewürznelken be­steckten Zwiebel, etlichen Pfeffer- und Gewürz­körnern sowie der Schale einer halben Zitrone langsam weichkochen läßt. In einer anderen Kasserolle bräunt man 70 g Butter, schwitzt einen Kochlöffel Mehl darin, gießt die durchgeseihte Entenbrühe nebst einem Glas Portwein hinzu und würzt mit dem Saft einen Zitrone und dem nötigen Salz. Sobald die Tunke mit dem Mehl glattgekocht ist, gießt man sie über die Entenstücke und schmückt die Schüssel mit gerösteten Semmel- schnittchen. Frau A. in L.

Tortelettes, bestehend aus 500 g Mehl, 250 g Butter, 100 g Zucker und sechs Eiern. — Nach- dem man das Mehl auf den Tisch gesiebt hat, macht man in die Mitte eine Vertiefung und tut in diese die in kleine Stücke zerflückte Butter, den Zucker, zwei ganze Eier und vier Eigelb. Mög­lichst rasch werden diese Zutaten nun zu einem glatten Teig geknetet, den man bis zum Gebrauch an einem kühlen Orte ruhen läßt. Auch kann man, um die Bindekraft zu vermehren, einen Eßlöffel Wasser beim Kneten über den Teig spritzen. Nach­dem derselbe auf einem mehlbepuderten' Backbrett in der Dicke eines halben Federkiels ausgerollt ist, sticht man mit dem Rand eines in Mehl getauchten Glases kleine runde Platten, rollt von den Ab- fällen des Teiges mit der Hand einen Streifen, legt von diesem um jede der Platten einen Rand, indem man die beiden Enden zusammenfügt, be- streicht ihn mit zerquirltem Ei und bäckt die Torte­lettes in mäßig heißem Ofen zu goldgelber Farbe. Dieselben werden mit eingemachtem Beerenobst be­legt unb serviert. Frau Ad. in K.

Neue Bücher.

3. Neumanns Taschenbuch für Landwirte 1930.

36. Jahrgang, drei Teile. Verlag von 3. Neumann, Neudamm. Preis 4,50 RM.

Das, was der Verlag dem Landwirt j«tzt in seinem Taschenbuche bietet, ist vielerlei. 3m ersten Teile das Kalendarium, Listenpapier. Lohn- und andere Register, wichtige Tabellen über Düngung, Fütterung, Milchwirtschaft, Viehhaltung, Geflügelzucht. (Preis 2 RM, bei Mehrbezug billiger.) 3m zweiten Teile knappgehaltene, aber hervorragend inhaltreiche Aufsätze aus berufener Feder. Um eins aus dem Vielen Herauszugreifen: Bekanntlich ist, richtig durchgeführt, der einträglichste Zwerg unserer gesamten Wehhaltung die Schäferei, besonders die Lämmermast. Wir finden im zweiten Teil des Taschenbuches einen Auf- satz darüber mit so genauen Angaben über Haltung und Fütterung, daß dem nichts hinzu- zufügen ist. Weitere Aufsätze über Schweine-, Kälber-, Pferdefütterung und deren Haltung folgen, und in dem Aufsatz über Anbau von Obst und Gemüse wird so vieles geboten, daß jeder daraus lernen kann. Sortenregister sind weiterhin vertreten. Die gesamten ZLchtct- vereinigungen Deutschlands sind vollständig ge­nannt/ Weiterhin sind sämtliche Reichs- und Staatsverwaltungen, Verbände und landwirt­schaftlichen Vereine und Unterrichtsanstalten angeführt. Ihnen fchließen sich technische Be­zeichnungen und Umrechnungstabellen sowie kleine technische Ratschläge an. (Preis von Teil I und II 3 RM, bei Mehrbezug billiger.) Der dritte Teil des Taschenbuches be- richtet aus der Maschinen- und Gerätetechnik der Landwirtschaft und ist von Dr. H. Schmanecke, Berlin-Wannsee, geleitet, der uns durch feine vortrefflichen Aufsätze längst ein beliebter Berater und Führer au] diesem Ge- biete geworden ist. Auch der Inhalt dieses dritten Teiles ist so unendlich reich und viel­seitig, daß es wegen des knappbemess«n»en Raumes unmöglich ist, auch nur die Ueber- schriften der zahlreichen Ausführungen anzu- geben. (Preis aller drei Teile 4,50 RM.) So­mit kann das Taschenbuch in seinem bekannten dauerhaften braunen Leinenger mibe jedem Landwirt als treuer Weggenosse wohl emp­fohlen werben.