H«
»en 19. ien
Kreis-Amtsblatt * Allgemeiner anMicherAnzeiger für -en Kreis Hchlüchtem
ftm&unS VMLagrH.SteüMö ^^^* ^frffi^T^^ * ftrnßnr.Mr.W * ftofiftfred^fam^
(L Blatt)
ar, itii
^Amtliche Bekanntmachungen
ar^andratsamt.
Auszug aus der Polizeiverordnung chM Schutz der einheimischen Vogelwelt und des Waldes, tte! § 1.
Das Ausroden und Abbrennen auf Feldrainen stehender Büsche, Hecken und Bäume und das Abbrennen von 'Zodendecken auf Wiesen, Feldrainen, Gedland, an Hängen arMd Wildhecken sowie von Rohr und Schilf ist verboten- Uebenso ist das Abbrennen von Büschen, Hecken, Bäumen, ll-^ras-, Rohr- und Zchilfflächen, die weniger als 100 Meter aron Waldgrundstücken entfernt sind, verboten.
tät § 2.
Das Beschneiden von Büschen und Hecken ist in der 011 ||t vom 1. März bis 31. Juli eines jeden Jahres verboten nd darf in der übrigen Zeit nur mittels der von der n^ftänbigen Polizeibehörde zum ordnungsmäßigen Gebrauch effimmten Werkzeuge (Heckenschere usw.) angenommen Norden, wobei die Kronen unbedingt stehen bleiben müssen. htfSchlüchtern,d en 15. Januar 1930.
enip ich
Der Landrat. 3. D.: Schultheis.
id- I.-Nr. 498- Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die et*'Ür den Volksentscheid am 22. 12. w 3s. gelieferten und "är eine spätere Wahl noch verwendungsfähigen Ztimm- ^Melumschläge bestimmt b i s z u m 2 5. d. Mt§. h i e r - m[ir zurückzusenden.
fEö sind sämtliche Stimmzettelumschläge einzusenden, die ricei der Abstimmung benutzten und die unbenutzt gebliebe- beien.
rt«chlüchtern, den 17. Januar 1930.
n»
Der Landrat. 3. D.: Schultheis.
^II-Nr. 178. Die Kreisbevölkerung wird auf die
!°l
im -- am Mittwoch, dem 22. d. Mts.
^ sber Aula des hiesigen früheren Lehrerseminars stattfin- nde Staatsbürgerliche Bildungstagung besonders aufmerk- n gemacht und gebeten, in recht großer Zahl an der iu- ini ganten Veranstaltung teilzunehmsn. Beginn vormittags Uhr pünktlich.
eni )ii(
ltei
Tagungsplan:
915—1050 Uhr: Privatdozent Dr. F. Nissen-Franksurt a. M. „vom Dawes-Gutachten zum l)oung=plan". Aussprache.
11 ■ 0. 1 z i 1 Uhr: Gberstudiendirektor Dr. K. Weiner-
rte a>
Gffenbach a. M. „Die weltpolitische Kräfteverteilung und Europa". — Aussprache. — Mittagspause.
p°°—1535 Uhr: Studienrat Dr. F. König-Gießen „Pan- europa und das europäische Nationalitätenprob- lem". — Aussprache.
^anz besonders wird auf den ersten Vortrag aufmerk- M gemacht, der das hochaktuelle Reparationsproblem chandeln wird, dessen Neuregelung durch die z. Zt. schwe- enden Haager Verhandlungen von weitreichender Bedeu- Wg für die politische und wirtschaftliche Entwicklung un= Vaterlandes sein wird ünd über dessen Zusammenhänge »er jeder deutsche Staatsbürger unterrichtet sein sollte. Ier auch die beiden anderen Vorträge, die Deutschland in
Verflechtung mit der europäischen Völkergemein- WN und darüber hinaus Europa in seinen Beziehungen übrigen Weltvölkern darstellen werden, lassen hoch- Rreffante Ausblicke in den Aufgabenkreis gegenwärtiger M künftiger Weltpolitik erwarten. Jeder Teilnehmer M daher fein Weltbild erweitern und bereichern können. Wesonders werden die Herren Bürgermeister, Pfarrer M Lehrer gebeten, nicht nur selbst an der Tagung teilzu- Mmen, sondern auch in ihren Berufs- und Bekanntenkrei- für die Veranstaltung zu werben.
Schlüchtern, den 15. Januar 1930.
: Der Landrat: Dr. Müller.
6t y iii
Kreisausschutz.
317 K- A. Die Mahl des Josef Jäckel und des Mm Steinbach zu Schöffen und des Josef Heil zum iogenstellvertreter der Gemeinde Uttrichshausen habe ich § 55 er Landgemeindeordnung für die Provinz ^^assau vom 4. August 1897 bestätigt.
Schlächtern, den 19. Januar 1929.
Der Landrat: Dr. Müller.
jji
^-Vr. 344 K. A. Die Wahl des Konrad Bartholomä zum ^ermeifter und des Rentmeisters Felix Muchs zum Bei= Rieten der Gemeinde voll merz mit Ramholz und - .^of habe ich gemäß § 55 der Landgemeindeordnung
Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 be-
Wächtern, den 17. 3anuar 1930.
Der Landrat: Dr. Müller.
Dienstag, den 21. Januar 1930
I.Mr. 348 K- A. Die Mahl des Heinrich Staaf zum Bürgermeister und des Johannes KnölI zum Beigeordneten der Gemeinde Mallroth habe ich gemäß § 55 der Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 bestätigt.
Schlüchtern, den 17. Januar 1930.
Der Landrat: Dr. Müller.
I.-Nr. 351 K- A. Die Wahl des Ludwig Kohlhepp zum Bürgermeister, des Johannes Heil und Nikolaus Härter zu Schöffen und des Thristian Fehl II zum Schöffenstellvertreter der Gemeinde Hohenzell habe ich gemäß § 55 der Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 bestätigt.
Schlächtern, den 18. Januar 1930.
Der Landrat: Dr. Müller.
Stadt Steinau.
Bekanntmachung.
Der Verteilungsplan des Jagderlöses für das Pachtjahr 1. Februar 1929 bis 31. Januar 1930 liegt vom 21- ds. Mts. ab zwei Wochen lang im Rathaus — Stadtschreiberei — zur Einsicht offen.
Steinau, den 18. Januar 1930.
Der Jagdvorsteher: Dr. Kraft.
Am Mittwoch, den 2 2. ds Mts., von vormittags 10 bis nachmittags 4 Uhr werden in der Gastwirtschaft Eckart die Krankenkassenbeiträge erhoben. Steinau, den 18. 3anuar 1930.
Der Bürgermeister: Dr. Kraft.
Kehraus im Haag
Eine Reparationsanleihe. — Tardieu zufrieden. — Reparations- und Zündholzanleihe. — Wieder zu Hause. — Man ist an der Seine mit Tardieu zufrieden. — Die Tributbank und die Schweiz.
Italiens Beute.
Die Lage vor Torschluß.
Nach außerordentlich schwierigen Verhandlungen über die Mobilisierungsfrage ist die Einigung zustandegekommen,
daß eine gemeinsame deutsch-französische Anleihe durch Morgan in Amerika aufgelegt wird. Die Höhe der Anleihe beträgt 1200 Millionen Mark und soll zu Zwcidrittcl für Frankreich und zu einem Drittel für Deutschland — Reichsbahn und -Post — gehen.
In der Ostreparationsfrage ist es im Haag trotz des energischen Dazwischentretens Snowdens zu keinem Ergebnis gekommen. Die Verhandlungen sollen in absehbarer Zeit in Paris oder in Genf fortgesetzt werden.
Tardieu äußerte sich sehr befriedigt über die deutsch-französische Einigung in der Mobilisierungsfrage und stellte sie als ein Programm für die künftige Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten hin.— Da, wie es sich herausgestellt hat, die Konferenz- arbeiten doch noch längere Zeit in Anspruch nehmen werden, ist die Schlußsitzung auf Montag vertagt worden.
Kreuger im Haag.
Zu Besprechungen zwischen dem schwedischen Finanzmann Kreuger und den französischen und deutschen Vertretern im Haag über die Zündholzmonopol-Anleihe meldet der Haager Sonderberichterstatter der „Information", die ins Auge gefaßte Lösung bestehe darin, den Dienst der Kreuger-Anleihe durch die Tributbank vorzunehmen. Kreuger soll sich dieser Absicht nicht widersetzt haben.
Die Reparationsanleihe
vor der Kreuger-Anleihe.
Der schwedische Finanzmann Jvar Kreuger hat dem französische« Ministerpräsidenten Tardieu schriftlich bestätigt, daß die anfzunehmende Reparationsanleihe unter allen Umständen den Vorrang vor der zwischen Deutschland und dem Kreuger-Konzern abgeschlossenen Anleihe genießt. Sollte Deutschland nicht imstande sein, den Zinsendienst für beide Anleihen zu leisten, so würde unter allen Umständen der Zinsendienst für die Repa- rativnsanleihc zuerst zu bezahlen sein.
Abreise Schachts und Snowdens.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist bereits nach Berlin zu- rückgekehrt. Auch der englische Schatzkanzler Snowden hat bereits den Haag verlassen.
Die AMierkenpresse zufrieden.
Die französische Presse zeigt sich über den Verlauf im Haag äußerst befriedigt. Die Lösung der Mobilisierungsfrage wird in sämtlichen Blättern als das erste Zeichen gegenseitiger Verständigung und herzlicher Zusammenarbeit angesehen.
Der „Petit Parisien" spricht von einem ausgezeichneten Abkommen, das dem wichtigsten Tag der Haager Konferenz den Stempel aufgedrückt habe. Der Dank dafür gebühre dem französischen Minsterpräsidenten und der deutschen Abordnung, deren guten Willen man Anerkennung zollen müsse. Es handele
82. Iahrg.
sich nicht um ein Garantieabkommen, sondern um ein Abkommen für gemeinsame Zusammenarbeit.
Auch die englische Presse ist mit dem Verlaufe der Dinge einverstanden. Die Einigung in der Frage der Mobilisierung der deutschen Schuld und der Abschluß des Liquidationsabkommens mit den britischen Dominien und Italien war erwartet worden.
Der Vertrag mit der Schweiz über die Tributbank.
Zwischen den sechs einladenden Mächten und den Vertretern der Schweiz ist am Freitag ein Vertrag über die Stellung der Tributbank zustandegekommen, der heute unterzeichnet wird. Wie beabsichtigt, werden zwei Verträge ausgestellt, der eine für die Dauer von 15 Jahren, der andere für die Lebenszeit des Bestehens der Bank in Basel. Dieser Vertrag tritt in Kraft, falls in der Schweiz innerhalb dreier Monate kein Antrag auf eine Volksbefragung erhoben wird.
Die Internationale Bank genießt keine Exterritorialität, sondern wird als Schweizer Rechtsperson betrachtet. Die Bank und ihr Personal sind dem Schweizer Recht und dem in dem Kanton Basel geltenden Recht unterworfen. Die Bank und ihr Personal genießen vollkommene Steuerfreiüeit, soweit dessen Einnahmen aus der Bank stammen.
Das deutsch-italienische
Liquidationsabkommen.
Zwischen Italien und Deutschland ist ein Liquidationsabkommen zustande gekommen, wonach Italien sich verpflichtet, Deutschland 5 Millionen Lire zu zahlen
Die Rheinlandräumung.
T a r d i e u hatte kurz vor seiner Abreise nach London noch eine private Unterredung mit Dr. Curtius, in der vermutlich zum ersten Male im Verlaufe der Haager Konferenz auch die Räumung des Rheinlandes auf der Grundlage des Notenwechsels zwischen Dr. Stresemann und Briand auf der ersten Konferenz zur Sprache gelangt ist. — Von deutscher Seite wird über die Unterredung lediglich mitgeteilt, daß sich an der b. Notenwechsel vorgesehenen Lage nicht das geringste geändert habe. Der Notenwechsel vom August sieht bekanntlich vor, daß Frankreich das Rheinland acht Monate nach der Ratifizierung des Foung-Plans vollständig und endgültig zu räumen habe, spätestens jedoch bis zum 30. Juni 1930.
Die Saarfrage ist im Verlaufe der 2. Haager Konferenz, wie von deutscher Seite mitgeteilt wird, zu Beginn der Konferenz anläßlich des ersten Besuches Curtius' bei Briand zur Sprache gelangt.
Der Uebergang vom Doung-Plan zum Tawes-Plan.
In bet letzten Sitzung der sechs einladenden Mächte sind nunmehr die Bestimmungen für den Uebergang vom Dawes- zum Aoung-Plan in einem besonderen Abkommen geregelt worden, das eine der zahlreichen Anlagen des Schlußprotokolls bildet.
Die Grundlage des Abkommens bildet die Vereinbarung aus der ersten Konferenz im Haag, nach der Deutschland vom 1. September an formell weiter nach dem Dawes-Plan zu zahlen hat. Der Unterschied zwischen den Zahlungen des Dawes-Plans und des Doung-Plans werden der deutschen Regierung in Form von Schatzwechseln durch den Reparationsagenten wieder zur Verfügung gestellt.
Diese Vereinbarung, die am 31. Dezember abgelaufen war, ist bis 31. Januar verlängert worden.
Lübemann Gberpräßbent von Hessen-Nassau?
Kassel. wie die „Kasseler Post" hört, wird der Posten des Gberpräsidenten von Hessen-Nassau mit dem sozialdemokratischen Regierungspräsidenten Lüdemann (Lüneburg) besetzt werden. Die beiden andern freiwerdenden Dber- präsidentenposten in Pommern und in Schlesien sollen mit einem Volksparteiler bezw. einem Zentrumsmann besetzt werden.
— Nach stürmischen Auseinandersetzungen hat das Repräsentantenhaus einen Kredit von 15 Millionen Dollar zur Durchführung der Prohibition im Jahre 1950/31 bewilligt.
— In Dortmund-Hörde versuchte am Sonntagvormit- tag der Reisende Roth, der mit seiner Frau in Scheidung lebtibi iese und seine beiden Kinder mit einem Beil zu erschlagen. Nachdem er die Frau und den siebenjährigen Jungen mit dem Beil zu Boden gestreckt hatte, flog das Beil oom Stil, sodaß der 12 jährige Junge verschont blieb. Die Frau und das jüngere Kind kamen in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus. Der Mann vergiftete sich sodann mit Salzsäure.
— Der hessische Innenminister Leuschner, der Samstag nachmittag der Einweihung des von den Dpelwerken in Rüsselsheim errichteten Volkshauses beiwohnte, wurde bei dieser Gelegenheit das Dpfer eines Angriffes verschiedener Individuen. Der Minister konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Angreifer fielen dann später über das Auto des Ministers her, zertrümmerten es, stahlen die Mäntel des Ministers und feiner Begleitung, Aktentaschen und konnten unerkannt entkommen.