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Nr. 3 (L Blatt) Dienstag, den 7. Januar 1930 82. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen

Landratsamt.

Vreustisches Gtaatshanbbuck 1930.

i I.-Nr. 86.. Der Schlußzeitpunkt zur Abgabe der amt­lichen Vorbestellungen aus daspreußische Staats« Handbuch für 1 930" und seine Teilausgaben bei der Schriftleitung des Staatshandbuchs im Büro des preußischen Staatsminifteriums, Berlin W 8, Wilhelmstr. HZ, der zunächst aus -den 20. 12. 1929 angesetzt worden war, ist aus vielfachen Wunsch, ausnahmsweise bis zum 15. 1. 1930 verlängert worden. Bis zu diesem Zeitpunkt werden Vorbestellungen auf dasStaatshandbuch 1930" und seine Teilausgaben noch zu den amtlichen Vorzugs­preisen von der Schriftleitung entgegengenommen. Nach diesem Zeitpunkt ist das Staatshandbuch nur durch den Buchhandel oder durch R. von Dockers Verlag, G. Schenk, Berlin W 9, zu dem nicht unwesentlich erhöhten Laden­preise zu beziehen.

3m übrigen verweise ich auf die Bekanntmachung im M. BL i. V. von 1929 Seite 1089.

Schlüchtern, den 4. 3anuar 1930.

Der Landrat. 3. V.: Schultheis-

, I.-Nr. 78. Die Zerren Bürgermeister ersuche ich. die rleischbe schau er und Trichinenschauer zu einer dienstlichen )ersammlung auf Sonntag, den 12. Januar d. 3s. 15 Uhr nachmittags 3 Uhr) in das hiesige Ureishaus (Kreis« aassaal) zu laden.

Zu dieser Versammlung haben die Beschauer die abge- chlossenen Tagebücher, die Beihefte, die 3al)res« usammenstellungen der Ergebnisse der Schlacht- ieh- und Aeischbeschau für 1929 sowie die Vierteljah- esnachWeisungen (Postkarten), sofern sie diese noch licht eingesandt haben, mitzubringen.

Schlüchtern, den 3. Januar 1930.

Der Landrat. I. V.: Schultheis.

' I.-Nr. 1. Die Grtspolizeibehörden werden an die Erledi- hng der Verfügung vom 4. Mai 1917 Nr. 4064 i reisblatt Nr. 37, betr. Einreichung der Kontrollisten über ie im Laufe des Jahres 1929 ausgestellten Zischereischeino, rinnert.

Schlüchtern, den 3. Januar 1930.

Der Landrat. 3. v.: Schultheis.

; Auf die Verordnung zum Schutze von Tier- und Pflan- j narten in Preußen vom 16. Dezember 1929 G. S. S. 149 von 1929 mache ich besonders aufmerksam.

j Schlächtern, den 3. Januar 1930.

Der Landrat. 3. v.: Schultheis.

-tadt Schlüchtern.

Ausschreibung.

Die Beschaffung von Wandtafeln für die neue Volks- Hule soll vergeben werden.

Programm, Zeichnungen, pp. liegen auf dem Stadtbau- mt, Schloßgasse Nr. 15, während der Dienststunden zur insicht offen.

Die Angebote sind bis spätestens Mittwoch, den 1 5. anuar 193 0, vormittags 1 0 Uhr dem Stadt- a u a m t verschlossen einzureichen.

Die (Deffnung der Angebote geschieht zu der vorstehend istgesekten Zeit in Gegenwart etwa erschienener Bewerber. Zuschlagserteilung bleibt vorbehalten.

Schlüchtern, den 4. Januar 1930.

Der Magistrat. Gaenßlen.

i In Berlin wurden zwei kommunistische vertamm- 1 Jngslokale, aus denen heraus in der letzten Zeit Ueber« ) nie verübt worden sind, von der Uriminalvolizer ausge« 1 chen. Sechs von den dabei verhafteten 30 Personen wer- 1 K dem Vernehmungsrichter vorgeführt werden, dir an» Fen wurden wieder freigelassen .

I Wie Reuter erfährt, hat Schatzkanzler Snowden dem O ichsfinanzminister Moldenhauer erklärt, Großbritannien

1 an der Sanktionsfrage nicht interessiert.

' 3m Spritwerk der $irma Trick Zellstoff in Kehl ! kh. ereignete sich am Sonntag abend eine Explosion. Drei i Pforten wurden schwer verletzt. Die Inneneinrichtung j nb das Dach des Spritwerks wurden vollständig zerstört.

i Die Polizei der Stadt Drama in Griechisch-Maze- I Rien hat den berüchtigten bulgarischen Blindenführer Uzu- ) «v und ein Mitglied seiner Bande verhaftet. Uzunow 3 alte drei bulgarische Gerichtsbeamte ermordet und oer» ' hedene Bttentatsversuche auf den Orient-Expreß verübt, herbem soll er auf bulgarischen Landstraßen Antonio« ilisten ausgeplündert haben.

Born japanische» Alollenbau.

Das größte Trockendock der Welt.

Das kürzlich in Kure eröffnete neue Trockendock der japa­nischen Flotte ist, wie der Flotten-Korrespondent desDaily Telegraph" betont, das größte Dock dieser Art und gleichzeitig die wichtigste Basis der japanischen Flotte. Es ist in der Lage, das größte Großkampfschiff oder vier 10 000-Tonnen-Kreuzer gleich­zeitig auszunehmen und übertrifft in seinen Ausmaßen das für die britische Flottenbasis für Singapore vorgesehene Dock. Das Dock war bereits 1921 begonnen worden, in einem Augenblick, als die Flottenrivalität zwischen den Vereinigten Staaten und Japan nach der Kiellegung von 16 amerikanischen Großkampf- schiffen auf dem Höhepunkt stand.

Im Zusammenhang hiermit ist die Erklärung des japanischen Hauptabgeordneten für die Flottenkonferenz, Wakatsuki, inter­essant, in der es heißt, Japan beabsichtige nicht, die Flotten­basis von Singapore auf der Konferenz anzuschneiden. Eine zweite freundschaftliche Geste gegenüber England machte Wakat- suki durch den Hinweis, daß Japan mit der englischen These der Freiheit der Meere im wesentlichen übereinstimme. Die außerordentliche Verbesserung in den Beziehungen zwischen England und Japan ist nach einem Zeitabschnitt der Spannung im Anschluß an die Beendigung des englisch-japanischen Bünd­nisses besonders augenfällig.

Kanalbau LüttichAntwerpen unter Beteiligung deutscher Finnen.

Brüffel, 5. Jan. Der Minister für öffentliche Arbeiten unter zeichnete den Kontrakt über den Bau des ersten Abschnittes des direkten Kanals von Lüttich nach Antwerpen. Es handelt sich vorläufig um die Strecke von Hcrccourt nach Lanaeken, eine Arbeit, die etwa 350 Millionen Franken kosten wird. Die Aus­führung der Arbeiten ist der Brüsseler Firma Monnoyer zu­sammen mit zwei deutschen Firmen übertragen worden.

Textilstreik in Belgien.

Brüffel, 6. Jan. Die Arbeiterschaft der Webwarenindustrie in Renaix hat beschlossen, in den Streik zu treten. Der Ausstand Wi o büuO Arbeiter uuhaßeu. Der Grund des LohnstreUes be­steht darin, daß den Arbeitern eine fünsprozentige Lohn­erhöhungsforderung abgelehnt worden ist.

Das belgische Königspaar in Rom.

Rom, 6. Jan. Das belgische Königspaar ist zur bevorstehen­den Trauung seiner Tochter mit dem Kronprinzen von Italien in Rom eingetroffen.

Der Zusammenbruch der Schiffsreederei Mentz in Rostock.

Rostock, 5. Januar. Der kürzlich gemeldete Freitod des estnischen Konsuls und Inhabers der Schiffsreederei Mentz in Rostock steht in enger Beziehung mit dem Zusammenbruch der Firma. Wie verlautet, soll auch eine Geschäftsverbindung der Firma Mentz mit der zusammengebrochenen Getreide-Groß- sirma Tiedt in Neubrandenburg bestanden haben. Konsul Mentz hat in letzter Zeit mehrfach Darlehen ausgenommen, eine Reihe seiner Verpflichtungen soll auch durch Hergabe von Gefällig­keitsakzepten entstanden sein.

Für 70 000 Mark Edelpelze geraubt.

Bonn, 5- Januar. Hier stiegen mehrere Männer aus einem Kraftwagen vor einem Pelzgeschäft am Marktplatz aus. Unter dem Geräusch des laufenden Motors schnitten sie vor der Ein­gangstür das schwere Eisengitter durch und erbrachen mit Brechstangen die Eisenbohlen vor der Tür. Sie raubten dann für etwa 70 000 Mark Edelpelze, schleppten sie in den bereit- stehenden Wagen und fuhren davon.

Ein Einbrecher sticht zwei Menschen nieder.

Barmen, 5. Januar. Der Inhaber eines Lebensmittel­geschäftes überraschte einen Einbrecher. Dieser stürzte sich auf den Inhaber und brächte ihm mehrere Messerstiche bei. Die auf Hilferufe ihres Sohnes herbeieilende Mutter wurde von dem Einbrecher ebenfalls mit Messerstichen bearbeitet. Beide muß­ten mit schweren Verletzungen dem Krankenhaus zugeführt wer­den. Der Täter konnte noch im Laufe der Nacht verhafte? werden.

Ein Autobus vom Pennsylvania-Expreß überrannt. Neun Tote.

Berlin, 5. Januar. Die Blätter melden aus New Uork: Bei Wooster im Staate Ohio überrannte der Pennsylvania-Expreß bei einem Eisen-bahnübergang einen Schnellautobus. Der Zu­sammenstoß war sv heftig, daß der Autobus hundert Meter weit fortgeschleudert wurde. Bei dem Unfall kamen neun Schüler ums Leben, eine größere Anzahl wurde schwer verletzt.

Aus Malmö wird berichtet, daß in dem Flüßchen Flion in Südschweden zehn Knaben im Aktor von sechs bis acht Jahren beim Schlittschuhlaufen ertranken.

Am Ende des Finanzjahres 1929 betrugen die Staatsschulden der Vereinigten Staaten von Nordamerika 16,3 Milliarden Dollar. Die Staatseinnahmen der letzten sechs Monate waren um 209 Mil­lionen höher als in dem gleichen Zeitabschnitt im Vorjahre.

Die chinesische Polizei hat in Peking die Telegraphen-Agentur Gowen geschloffen, die stets gut über die innen- und außenpolitischen Verhältnisse in China unterrichtet war. Der Chefredakteur der Agen- tur ist verhaftet worden.

Das bekannte Scheffel-GasthausZur Linde" in Adyborf ist abgebrannt. Wertvolle Erinnerungen an Schef­fel gingen habet verloren.

Optimismus in Paris.

-das deutsch-französische Frühstück. Keine Sanktionen.

Paris, 6. Januar.

Die Samstagbesprechungen der deutschen und französischen Minister im Haag gaben der französischen Presse wieder Veranlassung, die Konferenz unter einem günstigen ® V r A Hhen Vor allem die Tatsache, daß Tardieu, Cur- Uus und Moldenhauer festgestellt hätten, sie hätten in demsel­ben Jahre an der Bonner Universität studiert, habe der Unter­haltung von vornherein eine äußerst freundliche Wendung ge­geben, so daß man nach dem Frühstück nur den besten Eindruck für den weiteren Verlauf der Konferenz gehabt habe. Das Journal" erklärt in seinem Optimismus sogar, man hoffe bis zum Donnerstag alle Besprechungen soweit zu erledigen, daß man am Freitag mit der Frage der internationalen Bank beginnen könne. Die Hauptschwierigkeit, so wird allgemein be­tont, würde in Zukunft nicht bei den deutschen, sondern bei den Ostreparationen liegen. Die Besprechungen zwischen der deutschen, französischen und englischen Abordnung über die deutschen Reparationen hätten zu einer Uebereinstimmung der Ansichten geführt.

Alles dies deute darauf hin, daß die Frage der Sanktionen als endgültig begraben angesehen werden könne. Deutschland werde den Gläubigermächten schriftlich bestätigen, daß Nicht­erfüllung der durch den Haager Vertrag übernommenen Ver­pflichtungen entweder durch Urteile der im Young-Plan vor­gesehenen Sonderausschüsse oder des Internationalen Haager Gerichtshofes oder eines anderen Gerichts anstelle der Repa- rationskommission festgestellt werden könne. Was einer solchen Feststellung dann aber folge, wisse man zur Zeit noch nicht.

Besuchsaustausch Curtius-Schober.

Haag, 6. Januar. Die deutsche Abordnung gab am Sonn­tag folgende Mitteilung heraus: Der deutsche Außenminister Curtius und der österreichische Bundeskanzler Schober haben aus Anlaß ihrer Anwesenheit im Haag Besuche ausgetauscht. Sie haben sich bei dieser Gelegenheit in freundschaftlicher Weise über alle die beiden Länder gemeinsam berührenden Fragen ausgesprochen und dabei ebenso, wie das bei frübe-°n 8ufam= mmltunstea zwischen den deutschen und österreichischen Staats­männern geschehen ist, völlige Uebereinstimmung ihrer Auf­fassungen festgestellt.

Revolte im virchow-Krankeuhaus.

Ein Hungerstreik.

Wie gemeldet wird, ist in der Abteilung für Geschlechtskranke des Virchow-Krankenhauses in Berlin eine Anzahl Kranker in einen Hungerstreik getreten. Es wurde auch der Versuch unter­nommen, Besucher, die sich schon vor der Besuchsstunde an den Toren angesammelt hatten, zu Ausschreitungen zu bewegen, was jedoch nicht gelang. Sieben Kranke bemängelten die zugeteilten Essenportionen. Die Direktion des Krankenhauses stellte ihnen anheim, die Portionen zurückzugeben. Bei vier Portionen war das Gewicht vollkommen richtig, während drei Portionen etwas weniger wogen. Die Kranken erhielten anderes Esten, wiesen es aber zurück. Der gleiche Vorgang wiederholte sich späteri Wie die Krankenhaus-Leitung mitteilt, handelt es sich um insgesamt 30 Personen.

In Zusammenhang mit den Vorkommnissen im Virchow- Krankenhaus wurden zwei Mitglieder des Betriebsrates des Virchow-Krankenhauses, der Hausdiener Robst und das Stationsmädchen Hanke fristlos zu entlasten, da beide im Krankenhaus Propaganda für den Hungerstreik getrieben haben. Im übrigen haben die Patienten den Hungerstreik bereits wieder abgebrochen.

Dr. Jarres wiedergewählt.

Duisburg, 6. Jan. Die Duisburg-Hamborner Stadtver­ordnetenversammlung nahm die durch die Umgemeindung not­wendig gewordene Neuwahl des Oberbürgermeisters vor. Von 74 Stimmen entfielen 46 auf den bisherigen Duisburger Ober­bürgermeister Dr. Jarres, für den sämtliche bürgerlichen Par­teien stimmten. Damit bleibt Dr. Jarres Oberbürgermeister der Stadt Duisburg-Hamborn.

Hans Moldenhauers letzter Gang.

Berlin, 5. Jan. Der Waldfriedhof in Stahnsdorf bei Berlin war das Ziel vieler Hunderte, die dem auf so tragische Weise ums Leben gekommenen deutschen Tennismeister Hans Moldrr- Hauer die letzte Ehre erweisen wollten. An der Gruft zeichnete zuerst Pfarrer Borchert ein Bild von dem Menschen und Sportsmann Moldenhauer. Im Anschluß hieran sprach für den Deutschen Tennisbund Dr. Schomburgk-Leipzig. Ihn löste als Redner Karl Friedrich von Siemens als Präsident des Berliner 2. T T. C. Rotweiß, dem der Verstorbene angehörte, ab. Zum Schluß widmete noch Meister Prenn seinem toten Freunde ergreifende Abschiedsworte.

Haussuchung bei italienische« Anarchisten in Genf.

Genf, 5. Januar. Auf Anweisung der schweizerischen Bun­desbehörde hat die Genfer Sicherheitspolizei in der letzten Nacht bei mehreren italienischen Anarchisten und Antifaseisten Haus­suchungen vorgenommen, und einige davon auf dem Polizeiamt einem längeren Verhör unterzogen. Die Haussuchung erfolgte auf Grund der in Paris gemachten Aufdeckungen von einem anti- fascistischen Attentatsplan gegen die italienische Abordnung bei her nächsten Ratstagung des Völkerbundes und mit Rücksicht auf den belgischen Hofzug, der am heutigen Samstag durch die Schweiz nach Rom zur Hochzeit des italienischen Kronprinzen fährt.