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Nr. 154

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Wtliche Bekanntmachungen ndratsamt.

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z-Nr. II425. Der Landesausschuß hat beschlossen, für h Iahr 1930 eine Viehseuchenabgabe für Pferde, Esel in Höhe von 2 RM., für gekörte Hengste in Höhe von I- RITL und für Rindvieh in Höhe von 0,50 RM. für lies Stück zu erheben. Für Ziegen werden auch für 1930 ieiträge nicht erhoben.

Die Herren Bürgermeister, denen ich die hebelistenfor- juiare zugehen lasse, werden ersucht, die Hebelisten unter leatitung der Bestimmungen der Viehseuchenentschädi- Ngssatz für den Bezirksverband des Regierungsbezirks Met (Reg. Amtsbl. 1912 5. 249, 1920 S. 356, 1923 ^ i.45 und 1925 S. 159) sofort aufzustellen und bis zum QeÄ !0. 3anuar 1 930 vollständig aufgerechnet und abge- ^'Mlsssm hierher einzureichen. vor diesem Termin muß Sie Dorgefcbriebene 14tägige (Dffenlegung der Listen statt- rfunden haben.

Die Zahl der gekörten Hengste, den für sie zu entrich­tn Kbgabenbetrag und die Trhebungsgebühren ersuche st in den Listen mit roter Tinte unter die Linie einzutra- irwiie ^ und für sich aufzurechnen.

(Eine besondere Rufnahme des Viehbestandes findet nicht ick, den Hebelisten sind vielmehr nach § 8 der Viehseuchen-

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ytschädiMngssatzung die Ergebnisse der Viehzählung am l Dezember d. 3s. zugrunde zu legen.

Die Verzeichnisse sind mit den vorgeschriebenen Beschei- Iiigungen zu versehen.

Schlächtern, den 18. Dezember 1929.

Der Landrat. 3. v.: Schultheis.

I-Nr. 11471. Die Ortspolizeibehörden und die Herren tanbjägereibeamten werden hiermit auf das im Reichsge-

Inlett Hr. 44 veröffentlichte Gesetz vom 13. Dezember

1929 über den Ladenschluß am 24. Dezember- aufn^igun- HM oas Fiasko hugenbergs nicht noch sichtbarer geworden

Bediste gemacht und ersucht, auf dessen Durchführung strengstens S »achten.

Schlüchtern, den 19. Dezember 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

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I-Nr. 11364. Der verein für Sozialpolitik will die Veränderung der Erbgewohnheiten der ländlichen Bevöl- Bllinc» krung untersuchen und hat die Bearbeitung der Regie- idendieis Mgsbezirks Rassel Herrn Dr. rer. pol. Dr- jur. 3ens Neu, Privatdozent an der Universität zu Göttingen, Mer- klftr. 28, übertragen. Herr Iessen wird in dieser Angele= (jenseit an die Herren Bürgermeister des Kreises eine Rundfrage richten. Ich ersuche, im Interesse der Sache genaueste Auskunft zu erteilen.

Schlächtern, den 17. Dezember 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

T" ^aatl. Kreis- vnd Forsttosse.

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^gb. Nr. 1873. Die Staatssteuerhebestellen mache ich Nmals auf die pünktliche Innehaltung der mit Schreiben . * 4. 12. 29. Tgb. Nr.' 1768 geforderten Angaben, be= ragend' trifft die bis 31. 12. 29 abgelieferte Grundvermögens- 1 und II, aufmerksam. Das zugestellte Formular 1 Wettet) ist auf der Rückseite genau auszufüllen und W nach der letzten Ablieferung für den Monat Dezem- spätestens aber bis zum 2. 1. 1930 nach hier einzu-

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bchlüchtern, den 23. Dezember 1929. gez.: Kartte.

Sefunben einen Bund Schlüssel, bchlüchtern, den 23. Dezember 1929.

Die Polizeiverwaltung.

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schwere Verwüstungen durch eine Wasserhose.

Joris, 22. 12. (WB.) Line Wasserhose, begleitet von Abfällen, hat in der Ortschaft Böziers bei Montpellier Schaben angerichtet. Zwei alte Häuser stürzten und begruben die Bewohner unter den krummern. Verwehr, Polizei u nd Militär haben die erste Hufe ge- >st«t. Bis 22 Uhr sind ein Toter und zehn mehr oder »f schwer verletzte aus den Trümmern geborgen rwu Die Aufräumungsarbeiten sind dadurch erschwert, weiterhin Einsturzgefahr droht.

Raditschs NE-lger verhaftet.

der r^m, 23. Dezember. Der ^'ualrge Prastdeut ^^tischen Bauernpartei und NachfoHerSt qKM' Dr. Wladimrr Matschek, ij gj j E^r Beteiligung an einer politischen Verschwörung ^stet worden.

Dienstag, den 24. Dezember 1929

Vorläufiges amtliches Endergebnis rum Volksentscheid.

Berlin, 23. 12. (WB.) Das vorläufige amtliche End­ergebnis des Volksentscheids über das Freiheitsgesetz ergab folgende Zahlen: Stimmberechtigt waren 42111 173. Es wurden abgegeben: 6 293 109 Stimmen, davon waren un­gültig 130 707 Stimmen. Mit Nein stimmten 337 320, mit 3a 5 825 082 gleich 13,83 Prozent der Stimmberechtigten. Da das beantragte Gesetz verfassungsändernd ist, hätte der Volksentscheid 21 088 586 Ia-Stimmen auf sich vereinigen müssen. Davon ist nicht einmal ein Drittel erreicht worden. Die hinter dem Volksentscheid stehenden Parteien erzielten , bei der letzten Reichstagswahl vom Mai 1928 etwa 7 Millionen Stimmen.

Der Volksentscheid ist damit gescheitert.

Der Tag des Volksentscheids ist im ganzen Reich im allgemeinen ruhig verlaufen. Nur in Berlin ereignete sich ein erheblicher Zwischenfall, wo zwei Männer in einer Kraftdroschke vor einem Wahllokal vorfuhren, den Wahl­vorsteher mit einer Pistole bedrohten und die Wahllisten raubten.

Die Berliner Montagsblätter zum Volksentscheid.

DieMontagspost" sagt unter der Ueberschriftver­spielt! Das Spiel ist aus!": Trotz aller Bemühungen der Regisseure ist es ein Mißerfolg geworden. Das deutsche Volk hat begriffen, es hat gesprochen, indem es schwieg. Das Volk will leben und arbeiten für den Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes.

DerMontagmorgen" schreibt: Daß die Hugenberg-Hit- ler'sche Aktion überhaupt eine größere Teilnahme als beim Volksbegehren gefunden hat, dürfte in erster Linie das verdienst des Reichsbankpräsidenten Schacht sein, dessen Memorandum über den Poung-Plan in der Agitation sehr

geschickt ausgenutzt wurde. Nur damit ist zu erklären,

ist

DerMontag", der in dem von Hugenberg kontrollierten Scherlverlag erscheint, fragt: haben die 3a=Stimmen das zum Volksentscheid gestellte Gesetz zur Annahme gebracht, oder ist das Gesetz abgelehnt? Auf diese Fragen gibt es zwei Antworten. Aber es gibt keine Instanz, die über diese beiden Antworten hinaus die Entscheidung fällen könnte. Die Reichsregierung erklärt, daß das Gesetz gegen den Poung-Plan die Reichsverfassung ändere, und ver­langt mit dieser Begründung für das Gesetz eine Mehrheit der Stimmberechtigten von 21 Millionen 3a=Stimmen. Der Reichsausschuß für das Volksbegehren bestreitet, daß das Gesetz verfassungsändernd ist und betrachtet den Volksent-

scheid als

gewonnen.

Französische Flottendentschrist.

BötterSund satt die Abrüstung regeln.

französische Regierung hat in einer Note Flottenmächte ihren Standpunkt und ihre

Der

Die an die Wünsche zur bevorstehenden Konferenz mitgeteilt. In ^ Note werden folgende Gesichtspunkte entwickelt:

1. Die Seeabrüstllng ist nur ein Teil der gesam­ten Rüstnngseinschränknng, die vom Völkerbund ge­regelt tverden muß. Die Londoner Konferenz muß also die Aufgabe der kommenden Abrüstungskonfe­renz, die vom Völkerbund einberufen wird, vor­bereiten und erleichtern.

2. Die Abrüstung zu Lande, zu Wasser und in der Luft müsse als ein Ganzes betrachtet werden.

3. Die französischen Forderungen wegen der Höheder Tonnage werden sich auf dieBedürf­nisse Frankreichs stützen.

4. Die Flottenfrage muß im Zusammenhang mit der notwendigen Sicherheitsgarantie eines jeden Lan­des betrachtet werden.

Wie aus New Uork berichtet wird, hat die Flot- tennote in Amerika große Enttäuschung her­vorgerufen.

Der neue Reichskredit.

Berlin, 22. Dezember. Wie jetzt bekannt wird, wird ein Konsortinm, dem alle Berliner Großbanken angchören und das durch Hinzutritt weiter Banken ergänzt werden wird, im Zusammenhang mit dem neuen Reichskredit Schatz- anweisungen des Reiches übernehmen. Diese Schatzauweisun- qen sollen in Höhe von 350 Millionen Mark gegeben werden, wobei Bedingung ist, daß sie nicht an das Ausland writer- verkauft werden dürfen. Diese Schatzanweisungen sollen mit 7% v. H. verzinst werden. Die Laufzeit reicht bis Oktober 1930 Nach noch unbestätigten Meldungen soll die Neichsbank sich bereit erklärt haben, die Hälfte der von den Banken über­nommenen Schatzanweisungen zu 75 v. H. zu lorKa

Der englische Schatzkanzler Snowden erklärte einem Presse­vertreter zu den französischen Behauptungen, daß er aus Sank- llonsbestimmungen gegen Deutschland Wert lege, wörtlich:An der ganzen Geschichte ist nicht ein einziges Wort wahr."

81. Jahrs.

VeW-e Weihnacht

Von

Professor Dr. Martin Nabe.

Weihnachten ist ein christliches Fest. Niemand wird das bestreiten, und die christlichen Kirchen werden es sich nicht nehmen lassen.

Aber was wir Deutschen unter Weihnachten verstehen, das haben andere Völker und Kirchen nicht, auch wenn sie noch so christlich sind. Gefeiert wird bei ihnen überall das Fest, aber wie anders! Und es geht nicht nur um den Un­terschied von Brauch und Sitte, es ist ein anderes Empfin­den, Erleben, sich Freuen bei uns.

Keine großen Mahlzeiten und Gelage, keine prunk­vollen Zeremonien, Lichter und Lichterbäums, das ist die Hauptsache. Einen Christbaum will der Deutsche auch im Ausland haben, und wenn es da keine Tanne gibt, sucht er in der Natur, bis er einen Baum, ein Gewächs findet, die der Tanne einigermaßen ähnlich sehen, auf die steckt er dann seine Kerzen. In Australien eine Art Schachtelhalm.

Es gibt auch in Deutschland Menschen, die sind so arm, einsam und verkümmert, daß sie sich keinen Christbaum an­zünden, nicht einmal einen Zweig. Aber unser deutsches Weihnachten ist von Rechtswegen einfach. Es strahlt über­irdische Freude ins Kinderherz, auch wenn nicht viel auf dem Baum hängt oder darunter liegt. Und das bleibt dann eine selige Erinnerung fürs Leben, auch wenn diese Freude nicht mehr so wiederkommen will.

Wir sind ein armes Volk geworden. Mehr Sorgen und Lasten, als wir tragen können. Nichts aber hindert uns, deutsches Weihnachten zu feiern. Ziehen wir uns einmal in unser Inneres zurück! Gibt es deutsches Gemüt oder nicht? Wenn ja, wer oder was will uns diese Mitgift rauben? Sie soll uns unter dem Leuchten des Christbau­mes recht zum Bewußtsein kommen. Was hindert Liebe, Freude zu bereiten? Sie ist erfinderisch. Sie ist unabhän­gig vom Reichtum und teuren Preisen. Und wäre jemand ganz allein, hat er niemanden, der ihm Freude bereitet, NÄH» ist hart. Aber eine Möglichkeit bleibt: vielleicht hat er jemanden, dem er Freude bereiten kann. Er soll mal nach­denken.

Dawesplan! Poungplan! Volksbegehren! Volksent­scheid! Finanzreform! Vertrauensvotum! Schwer liegen uns alle diese Dinge in den Gliedern. Ist ein Teil Fremd­herrschaft von uns genommen, so bleibt davon noch genug. Nichts erlöst uns von der Tatsache, daß wir vor zehn Jah­ren einen Krieg verloren haben und unbarmherzigen Fein­den in die Hände gefallen sind. Nichts ersetzt uns die furcht­baren Verluste der Inflationszeit. Aber siehe da! Deutsche Weihnacht. Feiert deutsche Weihnacht!Kindlein, liebet euch untereinander." Fühlt, daß ihr dennoch lebt und strebt. Daß die Lichter noch brennen. Daß tausend Schätze in den Herzen der Entdeckung warten, ihr müßt nur heiß genug darum ringen, sie zu entdecken! in euch für andere, in den anderen für euch. Ein Volk zu gegenteiligem Lie­besdienst bestimmt, Glieder alle eines Leibes und Weihnachten nur ein Symbol solch familienhafter Zusam. Mengehörigkeit. Ja mehr als Symbol: Anlaß und Anstoß, sich in solcher Zusammengehörigkeit zu erkennen, zu fühlen, zu beweisen. Trotz allem, was uns scheidet und unterscheidet!

Furchtbar arbeiten müssen wir Deutsche, das ist wahr, damit wir nicht unter den Schlitten kommen. Oder unter die Räder der Autos, die heute durch die Welt sausen. Weihnachten kommt und wir singen:Stille Nacht!" Es ist manchmal wie ein Hohn. Aber inmitten aller Sorge, in­mitten aller der wahnsinnigen Hatz, die um uns herrast und auch uns anstecken will, übermannt uns dabei wohl eine Ahnung:Der Mensch lebt nicht vom Brot allein". Ja, wovon denn? Da redet nun eben die deutsche Weihnacht, die christliche Weihnacht von einem ewigen Licht, das in die Welt hineinscheint, ihr einen neuen Sinn zu geben, nein ihren rechten Sinn erst herauszuholen. Das Kind, Maria und Josef, Engel, Hirten, die heiligen drei Könige, der Stern über dem Stall, sie leuchten nun durch zwei Jahr­tausende und sind nicht totzumachen. Künden von einer ewigen Liebe, die in den Menschenherzen wohne und sie mitten in dieser Welt des Todes glücklich machen will. Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube", sprichst du. Ja aber die Botschaft ist da.

Und wenn sie es in zweitausend Jahren nicht geschafft hat: ist denn das eine so lange Zeit? Gib ihr noch zwei­tausend Jahre. Wie wirds dann in der $Belt aussehen? Wir werden ungeduldig und rechnen mit zu kurzen Fristen.

Wer Weihnachten erlebt, der hofft. Er ahnt einen Sinn des Lebens, der über das weit hinausgekt, was vor Augen ist. Ueber Jammer und Not, Sünde und Tod triumphiert eine unsichtbare Macht, die grüßt uns in unserer Armut, Schwachheit und Bangigkeit:Freue dich, freue dich, o Chri­stenheit."

Der ostpreußische Generailandt^ gegen den Polen» Bertrag.

Königsberg, 23. Dezember. Der Generallarrdsag der Provinz Ostpreußen weist in einer Entschließung nachdrücklichst darauf hin, daß der geplante deutsch­polnische Handelsvertrag eine iveitere große Zahl der schon jetzt schwer um ihre Existenz ringenden ostpreu- ßtschen landwirtschaftlichen Betriebe, insbesondere der bäuerlichen, zum Erliegen bringen müsse.