Einzelbild herunterladen
 

ferner Rettung

^eis-KmtMM ckMyememev amtlicher Knzeitzer jÄr Scn Kreis Lchlüchtem

r. 153

(1. Blatt)

Samstag, den 21. Dezember 1929

81. Iahrg.

Amtliche Bekanntmachungen

»«ndratsaMk« ^/

Mr. 11306. Auf Antrag der zuständigen Forstoerwal- Agrbehörde habe ich im Einverständnis mit dem Herrn indrat zu Fulda dem Förster Sauer zu Gundhelm die Wirkung bei der Ausübung der Iagdpolizei in den iinarkungen Eichenried und Veitsteinbach, Kreis Fulda, »ertragen.

Schlüchtern, den 17. Dezember 1929.

Der Landrat. I. v.: Schultheis.

Kreisausschuß.

Wohlfahrtsbriefmarken 1929.

Die neuen W ohlfahnsbriefmarken

Ertrag zur ArästsLung der Jugend

U-Nr. 11950 F. Dem Kreiswohlsahrksamt steht noch eine

1)1 Wohlfahrtsbriefmarken der Deutschen MchLfe Mgung. Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung

4. November d. Is. und die verschiedenen Hinweise Kreisblatt bitte ich die Kreisbevölkerung, insbesondere arbeitgebenben Betriebe, sowie Gemeindeverwaltungen

sonstige Körperschaften, insoweit die Spendensamm- M von ihnen noch nicht berücksichtigt worden ist, den Wkenverbrauch nach Kräften fördern zu helfen. Der art Briefmarken, Markenheftchen und Bildpostkar- D wolle, da der Verkauf in Kürze eingestellt werden M umgehend gemeldet werden. Die postalische Gültig­st der Marken usw. erlischt erst am 30. Iuni 1930.

Der Erlös aus dem Markenvertrieb dient zur Linde- materieller Notstände. In erster Linie soll der Ertrag M ergänzenden Erholungsfürsorge (Kuren, Speisungen für noch nicht schulpflichtige Kinder und ihre Mütter, M für schulentlassene Iugendliche, Verwendung finden. Wie Herren Bürgermeister werden auf vorstehendes be- Wers aufmerksam gemacht.

Schlüchtern, den 13. Dezember 1929.

Der Vorsitzende des Kreiswohlfahrtsamts. Dr. Müller.

W der IugenS! Kauft Wohlfahrtsbriefmarken.

Schaffe frohe kräftige Jugend!

Da» Bild t>er neuen Wohlfahrrspostkarre Der Reichspost, die mit eingedeuckree Marke für 12 ^f oerFauft wirb

er helfen will, so kräftige, fröhliche Jugend zu schassen, die Lildpostkarte der Deutschen Nothilse zeigt, der »ende diese Lildpostkarte und die Wohlfahrtsbriefmar- Deutschen Nothilfe. Der Wohlfahrtsertrag kommt Kindern, kinderreichen Müttern und der schulentlasse- s Tugend zugute. Die Wohlfahrtsbriefmarken sind amt- I

liche, vollgültige Postwertzeichen für In- und Kurland ünd haben postalische Gültigkeit bis zum 30. Juni 1930. Die Kufschläge sind so gering, daß sich jeder ohne merkliches Opfer an dem Hilfswerk beteiligen kann.

Die 5 Pfg.-Marke kostet 7 Pfg., die 8 Pfg.-Marke 12 Pfg., die 15 Pfg.-Marke 20 Pfg., die 25 Pfg.-Marke 35 pfg. und die. 50 Pfg.-Marke 90 pfg., die Lildpost- Karte mit eingedruckter 8 Pfg.-Marke nur 12 pfg.

- Die Marken werden von den Herren Schulleitern, Bür= germeistern, den Vereinen der freien Woh^fahrtspflejze, dem Kreiswohlfahrtsamt und von den Postanstalten ver­kauft.

Jugendpflege.

I.-Nr. 12668 $. Es besteht Veranlassung, erneut daraus hinzuweisen, daß für die Förderung von Einrichtungen und Veranstaltungen der Iugendpflege sowohl die Mittel des staatlichen Iugendpflegefonds als auch Kreismittel nur un­terstützend und ergänzend zur Verteilung gelangen können. Ts ist demnach nicht angängig, daß, wie es immer. wieder geschieht, Vereine und auch Gemeinden für die Finanzierung von geplanten (Einrichtungen und Veranstaltungen der Iu­gendpflege Schulden aufnehmen, die m keinem Verhältnis zu ihrer Leistungsfähigkeit stehen, und dabei darauf rech­nen, daß Staat oder Kreis gegebenenfalls helfend ein greifen werden. Häufig gelangen dann derartige Beihilfenanträge an mich, nachdem die Ausführung der betr. Projekte in Angriff genommen ist.

Die Herren Bürgermeister des Kreises sowie die Vorstände der dem Kreisausschuß für Iugendpflege angeschlossenen vereine werden auf vorstehendes nachdrücklichst aufmerk­sam gemacht und ersucht, in Zukunft dafür Sorge zu tragen, daß vor der Inangriffnahme der geplanten Iugendpflege- einrichtuntz bezw. -Veranstaltung ein sorgfältiger und der Leistungsfähigkeit des Trägers des Unternehmens entspre- .^ .fingnjter&ti^^kitr-^^ -Hegeben-upu^s für die Erwirkung einer ergänzenden Staats- oder Kreis­beihilfe mir mit den übrigen Unterlagen rechtzeitig singe- reicht wird.

Schlüchtern, den 14. Dezember 1929.

Kreiswohlfahrtsamt: Dr. Müller.

I.-Nr. 12663 F. Die Krüppelberatungssprechstunden in Kassel, Gießbergstraße 24, am Dienstag, den 24. Dezember und Dienstag, den 31. Dezember 1929 fallen aus.

Lchlüchtern, den 16. Dezember 1929.

Kreiswohlfahrtsamt: Dr. Müller.

Stadt Schlüchtern.

Abschrift.

Gesetz über den Ladenschluß am vierundzwanzigsten De­zember. Dom 13. Dezember 1929.

Der Reichstag hat das folgende Gesetz beschlossen, das mit Zustimmung des Reichsrats verkündet wird:

Artikel I.

Offene Verkaufsstellen dürfen am vierundzwanzigsten Dezember nur bis fünf Uhr nachmittags, Verkaufsstellen, die ausschließlich oder überwiegend Lebensmittel, Genuß­mittel oder Blumen verkaufen, bis sechs Uhr nachmittags für den geschäftlichen Verkehr geöffnet sein. Die beim Ladenschluß schon anwesenden Kunden dürfen noch be­dient werden.

Die Vorschriften des Abf. 1 gelten auch für Verkaufs­stellen von Konsum- und ähnlichen vereinen, für solche auf Eisenbahngelände und für das gewerbsmäßige Feil­bieten außerhalb offener Verkaufsstellen. Sie gelten nicht für Apotheken, für den Marktverkehr und den Handel mit Weihnachtsbäumen.

Artikel II.

Wer den Vorschriften des Artikel I zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bestraft.

Artikel III.

Das Gesetz tritt am Tage der Verkündigung in Kraft.

Berlin, den 13. Dezember 1929.

Der Reichspräfibent. gez. von Hindenburg.

Der

Neichsarbeitsminister. gez. Wissel.

*

Wirb veröffentlicht.

Lchlüchtern, den 20.

Dezember 1929.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

*

Im Knschluß an das in der heutigen Nummer der Schlüchterner Zeitung veröffentlichte Gesetz vom 13. De­zember 1929 über den Ladenschluß am 24. Dezember wird bekannt gegeben, daß auch die Friseure am Heilig­abend um 18 Uhr (6 Uhr nachmittags) ihre Geschäfte zu schließen haben.

Schlüchtern, den 20. Dezember 1929.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen-

Urspungsscheine für Wild­versand

Halt nach neuestem Muster für Oberförstereien und Jagdpäch­ter vorrätig

Buchdruckerei H. Steinfeld Söhne.

Rücktritt Hilferdings?

Schon wieder Krisenluft in Berlin.

Aus Berlin wird gemeldet: Das-Reichskabinett ist Donnerstagvormittag um 10 Uhr und nach einer kurzen Unterbrechung um H2 Uhr mittags zusammengetreten. Auf der Tagesordnung stand die 400-Millionen-Anleihe, die als Ueberbruckungskredit zu Ultimo Dezember dringend benötigt wird, damit bie Durchführung des Finanzprogramms ohne Schwierigkeiten vor sich gehen kann.

Die Hoffnung jedoch, daß dieser Ueberbruckungskredit von dem amerikanischen Bankkonsortium Litton Read & Co. zur Verfügung gestellt würde, hat sich leider nicht erfüllt. Im Reichstag wird bestimmt versichert, daß die amerikanische Bankengruppe von der Anleihe zurückgetreten ist.

Durch diese amerikanische Ablehnung sind für die Finan­zen des Reiches und damit für die Stellung der Reichsregie- rung schwierigeSituationen geschaffen worden. Sie werden gekennzeichnet durch das Gerücht, wonach der Reichs­finanzminister Dr. Hilferding sich mit Demissionsabsichten trage.

Hilferding bleibt.

Berlin, 20. Dezember. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, sind durch die im Laufe des Donnerstag­abend mit den Parteien getroffenen neuen Vereinbarungen auch die Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt des Reichsfinanzministers Dr. Hilferding erledigt. Sowohl der

etär Popitz bleiben im

Die Anleiheschwierigkeiten.

Nach Ablehnung der Kreditgewährung durch Amerika bleibt nur noch die Möglichkeit einer inneren Kreditauf­nahme, bei der die Reichsbank den Hauptvermittler dar-- stellen müßte.

Dom Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht ist jedoch be­kannt, daß er seine Mithilfe für die Geldbeschaffung des Rei­ches nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen zusichern wollte. Es wird versichert, daß Dr. Schacht auch heute noch auf seinem bereit bekannten Standpunkt verharrt, wonach das Reich eine Anleihe nur aufnehmen dürfte, sofern das bestehende Defizit durch Erhöhung von Steuern im Betrage von 500 Mil» lionen Mark völlig gedeckt würde.

Sibirien in Bauern.

In der Nackt zum Donnerstag hatte München 13 Grad Kälte. Die Temperatur am Donnerstagmorgen betrua 11 Grad Kälte. In den bayerischen Gebirgsorten wurden Mor­gentemperaturen zwischen 3 und 10 Grad unter Null ge­messen. Der Beobachter auf der Zugspitze meldet 28.8 Grad Kälte. Die Bäuerische Landeswetterwarte stellt fest, daß die starke nächtliche Ausstrahlung auf der schwäbisch­bayerischen hochebene zu den gegenwärtig tiefsten Tempe­raturen von ganz Europa geführt hat.

Dor dem Bahnhof Eppinghofen der 5trecke Essen- Mühlheim fuhr eine Lokomotive in eine Arbeiterkolonne, vier Arbeiter wurden sofort getötet, von den 12 Lckwerver- letzten starken weitere vier im Krankenhaus.

An einer Straßenkreuzung zwischen Barcelona und San Saburnt Überfuhr ein Eisenbahnzug einen Personen­autobus. 16 Personen kamen ums Leben, mehrere andere wurden schwer verletzt.

Das aus Marseille kommende PostflugzeugTene- rife" verunglückte bei einer Notlandung in der Nähe von Neuruppin. Die beiden Piloten kamen ums Leben, wäh­rend der Borbmonteur leicht verletzt wurde.

Zckakkanzler Snotoben dementiert die in einem Teil der französischen presse enthaltenen Anbeutungen. wonach er auf der bevorstehenden haager Konferenz die Zank- tionsfrage aufzuwerfen beabsichtigt.

In Berlin ist es Donnerstag anläßlich der Bera­tung der Weihnachtsbeihilfe für die Erwerbslosen in der Stabtuerorbnetenoerfammlung zu schweren Zusammenstö­ßen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Die Polizei mußte^ verschiedentlich von der Waffe Gebrauch machen. Die Zahl der Verletzten steht noch nicht fest.

Durch plötzlichen Schnee fall und starke Kälte ist die Bevölkerung von Peking in große Notlage versetzt. 21 Personen sind erfroren.

Bei Mühlingen in Baden stürzte ein Eisenbahn­wagen mit einem aufmontierten-Kran die 20 Meter hohe Böschung hinab. Der Kranführer wurde getötet, drei Ar= bester wurden schwer verletzt.