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IV. 141
(1. Blatt)
Samstag, den 23. November 1929
81. Jahrs»
N Mche Bekanntmachungen
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«rechstunden beim Landratsamt: Dienstags id Freitags, vormittags von 9 bis 12 Uhr ..............................................................
8^ A-Nk. 10344. Zufolge Ermächtigung des Herrn Re- ö^3i Wgspräsidenten zu Kassel, wird an den drei letzten inntagen vor Weihnachten und zwar am E' Dezember bis zu 5 Stunden und am 15. und 22. De- über bis zu 8 Stunden — jedoch nickt über 18 Uhr f Ifc nachmittags) hinaus — der Gewerbebetrieb in offenen xhuföstellen freigegeben und gleickzeitig die Besckäftigung
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s^t । Missen, Lehrlingen und Arbeitern mit der Maßgabe fassen, daß die für den Hauptgottesdienst festgesetzte ~ life kinzuhalten ist.
eOtern, den 18. November 1929.
Der Landrat: Dr. Müller.
zielten Erlöses aus verkauftem Gemeindeobst noch rückständigen Herren Bürgermeister der Stadt- und Landgemeinden des hiesigen Kreises werden hieran mit einer Frist von 8 Tagen erinnert.
Schlächtern, den 16. November 1929.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses. Dr. Müller.
Stadt Schlüchtern.
Bekanntmachung.
Der Feldweg „Dreispitzenhohle" ist wegen der Wasser- leitungsarbeiten für die Zeit vom 21. November bis 5. Dezember 1929 für jeglichen Fuhrwerkeverkehr gesperrt.
Schlächtern, den 21. November 1929.
Der Magistrat: Fenner.
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I-Nr. 10463. von Neichswegen findet am 2. Dezem- A 3s. eine Viehzählung statt, die sich auf Pferde
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S^i K Militärpferde), Maultiere, Maulesel und Esel, Rinb= s ^; Strafe, Schweine, Ziegen, Federvieh und Bienenstöcke leckt.
^W K Preußen werden außerdem noch die Kaninchen miter-
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k Zerner wird aus besonderem zucht- und viehwirt- Pichen Interesse in Preußen die Viehzählung bei den tden, Kälbern, Schafen und Hühnern durch Zusatzfra-
3'sJ erweitert.
s":e (Es liegt im dringenden Interesse der Neichs- und Staats^
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Kaltungen, durch die Viehzählung einen Aufschluß über Wirklichen Stand und den Entwickelungsgrad der Vieh- Gast in allen Teilen des Landes im vergleich mit den
ehren zu erlangen.
1 das Ergebnis einer Zahlung die einzige amtlicbe k ist, nach der der Stand der Viehzucht im Zusammen-'
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mit der allgemeinen Wirtschaftslage auch von der entlichkeit richtig beurteilt werden kann; s 0 müssen itliche ander lung beteiligten Vehär- mit besonderem Nachdruck auf die forg = tige Ausführung der Zählung an den ei n = ®en ©rten hinwirKen, um durch die doII = sdige Erfassung des Viehbestandes ein zulässiges amtliches Ergebnis zu gewinnen, näheren Anweisungen enthalten die den Her- Bürgermeiftern zugehenden Formulare zu den !>ezirkslisten E und den Gemeindelisten E. [ dem Inhalt dieser Anweisungen und der For- wollen die Herren Bürgermeister sich alsbald ehend vertraut machen und wegen der Ausführung der das Weitere veranlassen. Insbesondere i st szeitig eine ausreichende Zahl Zähler zu immen, die in gemeinsamer Besprechung dem Vordruck in der Zählbezirksliste und Anweisung für die Zähler bekannt zu j sind. Indem ich die Herren Bürger- i=jg auf die Anweisung für die Behörden vom 1929 B § 3, Ziffer 3 und 4 (siehe Nückseite MMeindeliste) besonders Hinweise, ersuche ich auch die 3ur Beachtung der Bestimmungen in der Anweisung Nhler unter B, Ziffer 9—16 (siehe Rückseite der Zirkrliste) ganz besonders anzuhalten. Besonderes ^merk ist auf die Einträge in den Spalten 20, 22, ^6, 35—37, 39—41, 52 und 54—56 der Zählbezirks- Bücksicht auf ihre zuchtwirtschaftliche Bedeutung Wen.
r ^wajger Mehrbedarf an Formularen ist rechtzeitig .^Mmelden.
sorgfältig aufgestellten Zähllisten sind vollzählig und
w i e m ö g l i ch, s p ä t e st e n s a b e r z u m 7.^D e - '^ L ^ 5s. hierher einzureichen und zwar die Zähl- ^ ^'Mn in , zweifacher (Ur- und Neinschrift) und die 'Melissen in einfacher Ausfertigung. Der für die Endung der Zählpapiere festgesetzte Ter- | nicht überschritten werden, da der lung und Nachprüfung der £i = IJMr nur wenige Tage zur Verfügung
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'S'M,^ten Zählerlist«« ersuche ich dem Landjägerei- ^t jh n auf Verlangen zwecks Nackprüfung auszuhän- ,4k* ihn dabei gleich auf etwaige UngenauigKeiten machen. Die Listen werden nach Gebrauch werden.
^tern, den 21. November 1929.
:Se; Der Landrat: Dr. Müller.
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Kreisausschuk.
' u. 5062 K.-A. Die mit der Erledigung meiner Ber- ^-«L d. Mttz. — J.-Nr. 5062 K.-A. — (Kreis- 3 ■ ' I33) betr. Mitteilung deS in diesem Jahre ei»
Gozialbemokrattscher Beschluss ;um Volksentscheid.
Die Sitzung des Parteiausschusses der Sozialdemokratischen Partei am Donnerstag befaßte sich mit dem Ergebnis des Volksbegehrens und faßte einen Beschluß, in bem es u. a. heißt: Die Partei wird sich mit gesammelter Kraft für ein Scheitern des Volksentscheids und damit für eine Verstärkung der Niederlage der Nechtsaktion einsetzesn. Für den am 22. Dezember stattfindenden Volksentscheid fordern der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der Parteiausschuß deshalb zum Fernbleiben von der Abstimmung auf. Außerdem behandelte der Parteiausschuß das Ergebnis der Provinziallandtags- wahlen in seiner Wirkung auf die Zusammensetzung des preußischen Staatsrats und des Neichsrates.
Direkte Verhandlungen mit Rußland.
Dem,„B. T." zufolge haben Donnerstag nachmittag eingehende Beratungen im Auswärtigen Amt stattgefun- den, deren erstes Ergebnis die Aufnahme direkter Ver- handmngen Deutschlanos mit der russischen Regierung über die Ausstellung der beantragten Visa für die deutsch-russischen Auswanderer ist. ■— Der sozialdemokratische Neichs- tagsabgeordnete Stückten hat seine Tätigkeit als Neichs- Kommissar für die Deutschrussen-Hilfe ausgenommen und wird zunächst die Auswanderer in Hamburg besuchen. In London ist Legationsrat Selheim eingetroffen, um mit Her kanadischen Regierung über die Einreise, den Transport usw. der deutschen Nußlandbauern zu verhandeln. Der Düsseldorfer Mörder schreibt Briese über den letzten Mord.
Düsseldorf, 22. November. Der Mörder, der Düsseldorf seit Monaten in Angst und Schrecken versetzt, hat der Pflege- mutier der von seiner Hand an der Mauer der Fabrik von Hantel so entsetzlich ums Leben gekommenen fünfjährigen Gertrud Albermann, einer Frau Wiese, die in Düsseldorf in der Ackerstraße wohnt, zwei Briefe geschrieben, in denen er die Ermordung des Kindes in allen Einzelheiten schildert. Frau Wiese, die die Schreiben, die jetzt von der Krirmnal- Polizei beschlagnahmt worden sind, kurz hintereinander von der Post erhielt und gelesen hatte, unternahm erneu Selbstmordversuch. Im letzten Augenblick trug man sie aus ihrem
Die Saarvechandlungen.
Geheime Beratungen.
Am Donnere! .g Vormittag wurden in Paris im großen Speisesaal des fra izösischen Außenministeriums die deutsch- Französischen Saarverhandlungen eröffnet. Die ranzö fische Presse betont, daß die Besprechungen treng vertraulich seien, und daß im Augenblick nicht die Rede >adon sein könnte, die Frage auf das Gebiet der Politik zu bringen. In dieser Hinsicht sei die Lage eindeutig und klar. Die Pariser Morgenblätter benutzen die Gelegenheit, um noch einmal den französischen Standpunkt darzustellen und die französischen Forderungen zu entwickeln.
Im Jahre 1935 würden die Saarbewohner das Recht haben, zu Wahlen zwischen der „Rückkehr" nach Frankreich (wie die Blätter sich ansdrücken), der Wiedervereinigung mit Deutschland und der Ausrechterhaltung ted gegenwärtigen Völkerbundsregimes.
Die Saarbevölkerung will wieder zum Reiche.
Die Tatsache der Eröffnung der Verhandlungen allein, so schreibt das „Journal", lasse die Annahme zu, daß man auf französischer Seite mit der Wahrscheinlichkeit der Rückkehr des Saargebietes nach Deutschland rechne. Andernfalls wären die Verhandlungen unnötig. Das Blatt behauptet weiter, das gegenwärtige Saarregime stelle alle Interessen zusrieden (!) und die politische Lösung der Saarfrage werde nur durch den Völkerbund erfolgen können, nachdem ein Abkommen über die günstige Regelung der Interessen zustande gekommen sei.
Französische Forderungen.
Pertinax behauptet im „Echo d e Paris", die französische Verhandlungsbereitschaft sei mit der Möglichkeit eines für Frankreich ungünstigen Volksentscheides im Jahre 1935 begründet.
Für die Aufgabe von fünf Jahren Herrschaft im Saar- gebiet müsse Frankreich als Gegenleistung einen Rückkauspreis für sie Saargruben erhalten, der der verbesserten Gruben- ausrüstung Rechnung trage, ferner eine Verwaltung der Kohlengruben, die die Versorgung der elsässischen und lothringischen Metall- und chemischen Jntmstrie mit Kehle gewährleistet. Zu diesem Zweck würde es genügen, daß die deutsch-französischen Betriebsführungsgesellschaften gegründet würden.
Der französische Handel an der Saar.
Schließlich müsse ein Zollsystem bis z«m Jahre 1935 Frankreich die Möglichkeit geben, ferne Wareneinfuhr (mehr als zwei Milliarden im Jahr) beizubehalten und nach dem Jahre 1935, diesen wichtigsten Posten des französischen Außenhandels nur langsam zu vermindern.
französischen Saarausschuß ausgearbeitete Lösung werde in den Besprechungen geprüft werden. Es sei aber zu befürchten, daß Berlin sich vor allem von politischen Gedankengängen leiten lassen werde.
Die vom
sie aus ihrem SchlafzimmerJdas schon ganz mit Gas angestillt war, ins Freie. Ein Arzt stellte Wiederbelebungsversuche an, durch die es gelang, die Frau ins Leben zurückzubringen. Ihr Zustand ist um so ernster, als sie kurz nach der Ermordung des Kindes schon einmal versuchte, sich das Leben zu nehmen. Jetzt ist ihr Geist völlig gestört. Sie nimmt an den Vorgänger: der Außenivelt keinen Anteil mehr.
Von den beiden Briesen enthält der erste die genaue Schilderung der Tat. Er beginnt mit Versen, in denen geschildert wird, wie es zu der Begegnung mit dem Mädchen kam, das er von der Straße lockte; das alles wird mit allen Einzelheiten ausführlich dargestellt.
*-■ Maginots Grenzbesichtigungen beendet. Maginot hat in der Gegend von Straß bürg die im Gebiet Metz, Diedenhofen begonnene Besichtigung der neuen französischen Grenzbefestigung fortgesetzt. Dann ist er nach Paris zurückgekehrt. Zu einem Vertreter des „Matin" sagte Maginot: „Wir müssen noch schwere Anstrengungen machen, aber was ich gesehen habe, ist nicht entmutigend, im Gegenteil, es ist besser als ich dachte und sehr gut angelegt."
— Die französische Kammer bewies am Donnerstag wiederum dem Ministerpräsidenten Tardieu ihr vertrauen
1 indem sie die Vertagung der Diskussion der Saarproblem- ■ Interpellationen mit 337 gegen 244 Stimmen beschloß.
— Auf dem Deutschnationalen Parteitag in Kassel entschied sich am Donnerstag der Parteivorstand für die Beibehaltung des § 4 des Freiheitsgesetzes und sprach im übrigen dem Parteivorsitzenden Dr. Hugenberg das Vertrauen der Partei aus.
— Mährend eines Schneesturmes wurde ein Kraftwagen an einem Bahnübergang bei Dallas in Texas von i einem Zuge erfaßt und zertrümmert. Fünf Frauen fanden dabei den Tod.
— Der Direktor der Bank für Handel und Gewerbe in Lübeck, Hirschfeld, ist nach dem Zusammenbruch der Bank nach Paris geflohen. Gegen ihn ist ein Steckbrief erlassen worden.
Das Programm oes Reichseniührungsniimstels.
Vier Beschlüsse des Reichskabinetts.
DaS „Berliner Tageblatt" veröffentlicht, offenbar gestützt aus Informationen des demokratischen Reichsernährungsministers Dietrich, Einzelheiten über das vom Reichskabine,t beschloßem Agrarprogramm. Es handelt sich im Wesentlichen um folgende
Agrarprogramm. Es handelt sich im wesentlichen vier Punkte: 1. Solange die Preise für Weizen un unter einem gewissen Richtpreise bleiben, wird zu dem aüw- nomen Zollsätze von 7,50 M. und 7.— M. ein Ausglechs- Zuschlag in Höhe von 2,50 M. erhoben werden. Die Richtpreise pnd noch nicht endgültig festgesetzt, man darf aber an- nehmen, daß sie ungefähr in oer Höhe von 270 M. für die Tonne Weizen und 230 M. für die Tonne Roggen liegen.
eizen und für Roggen
Das Reichskabinett hat ferner beschlossen, daß ein bestimmtes Roggenquantum in einer noch festzusetzenden Höhe auf Lager genommen wird, um den Roggenmarkt von dem un- mi'tislbären Preisdruck zu befreien, der von dem starken landwirtschaftlichen Notangebot ausgeht. Dieser Roggen wird durch Vergällung für die menschliche Nahrung unbrauchbar gemacht und durch' eine Prämie in Höhe von 40 Mark für die spätere Verwendung zu Futterzwecken verbilligt.
Grundsätzlich tritt ferner eine befristete Zollerhöhung für Futtergerste von zwei auf fünf Mark ein, jedoch mit einer sehr wesentlichen Einschränkung, die die Interessen der westdeutschen Schweinezüchter wahrt. Weiter ist im Anschluß an die handelspolitische Verständigung mit Polen anzunehmen, daß der Getreideyandel, soweit er sich mit der Roggenausfuhr beschäftigt, in beiden Ländern in einer shndikatniaßigen Bindung zusammengefaßt wird.
Zahlungseinstellung der Bank für Handel und Gewerbe A.-G„ Lübeck.
Lübeck, 22. November. Der AufsichtSrat der Dank für Handel und Gewerbe A.-G. verbreitete am Donnerstagmorgen folgende Mitteilung: .„Die Bank für Handel und Gewerbe hat sick gezwungen gesehen, mit dem 21. November 1929 ihre Kassenschalter zu schließen.