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It. 140

(1. Blatt)

Mittwoch, den 20. November 1029

81. Iahrg.

^ lilliche Bekanntmachungen

Kreisausschuß.

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J-sir. 11833 F.

^tgeltlicke Sprechtage für Sprachgestörte in rr Landestaubstummenanstalt in Homberg

b:n Zacharzt für Sprachstörungen, Herrn Dr. med. sier in Kassel, finden in nächster Zeit wie folgt statt: ;5onnabenb, den 7. Dezember 1929

Lpmchgestörte, die die Beratung des Facharztes in

n* prud) nehmen wollen, werden ersucht, dieses spätestens ^ lochen vor dem Sprechtag dem Nreiswohlfahrtsamt

iteilen unter Angabe von Hamen, Wohnort und Ge-

ein ^ sing, ferner zu welchem Sprechtag sie sich in Homberg _ / iben werden.

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Schlüchtern, den 13. November 1929.

Kreiswohlfahrtsamt.

M Schlüchtern.

Ausschreibung.

n k ' jir ben Neubau der Volksschule für die Stadt Schlüch us |® Hollen folgende Bauleistungen vergeben werden:

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r rd. 585,00 qm massive Fußböden ( : Plattenböden :) UM l ^ 150,00 qm Wandplattenbelag

N. AI

, rd. 82,00 qm massive Fenstersohlbänke.

Wbotsformulare, Bedingungen, Zeichnungen pp. liegen

ton, 1: SuiMnuamt, Schloßgasse Nr. 15, während der Dienst- 3er6l$ '?n nur Einsicht offen.

5 feine Üe Angebote sind bis spätestens Donnerstag, den ?ds. Mts vormittags 10 Uhr dem Stadtbau»

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bei ® ffnngii ; mied

- verschlossen einzureicben.

>ie Öffnung der Angebote geschieht zu der vorstehend üßten Zeit in Gegenwart etwa erschienener Bewerber. !'e Zulchlagserteilung bleibt dem Magistrat vürpehalrr«^ schlüchtern, den 19. November 1929.

Per Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

§ 80 der Wahlordnung für die Wahlen zu den

1 einbeoertretungen in der Fassung vom 25. Iuli 1929 Mi}; hierdurch bekannt gegeben, baß in der heute statt- ai* suchen öffentlichen Sitzung bes Magistrats das Wahl- - eins imk der am 17. b. Mts. ftattqefunbenen Wahl zur irf tverordnetenversammlung, wie folgt, festgestellt wor-

Weben wurden insgesamt 1726 gültige Stimmen und auf:

A chlvorschlag

2 SozialdemoKr. Partei Deutschlands

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gegen die Gültigkeit der Wahl binnen 2 Wochen nach Veröffentlichung dieser Bekanntmachung beim Magistrat Einspruch erheben.

Schlüchtern, den 19. November 1929.

Per Magistrat: Fenner.

Stadt Steinau.

Bekanntmachung.

Pas Wahlergebnis der am 17. November 1929 noraenorm menen Wahl zur Stadtverordneten-Versammlung wird wie folgt öffentlich bekanntgemacht:

Wahlvorschlag 2. Sozialdemokratische Par­tei Deutschlands (S p P.).

1. Euler, Konrab, Nottenaufseher a. P., Steinau,

2.

3.

4.

5.

6.

Wiesenweg Nr. 370, Müller, Heinrich, Schlosser, Steinau, von Welsberg- straße Nr. 1, Spähn, Johannes, Tiefbauarbeiter, Steinau,

Fuchsberg Nr. 275, Blum, Konrab, Holzarbeiter, Steinau,

Hauptstraße Nr. 139, Nichter, Peter, Städtischer Waldvorarbeiter, Steinau,

Hauptstraße Nr. 133, Euler, Fritz, Neichsbahnarbeiter, Steinau,

Ziegelgasse Nr. 40,

Wahlvorschlag 1 2. Einheitsliste Steinau.

1.

2.

3.

4.

5.

6.

Heidt, Johannes, Landwirt, Steinau, Hs.-Nr. 87, Weitzel, Fritz, Landwirt, Steinau, Hs.-Nr. 195, Traudt, Heinrich, Mühlenbesitzer, Steinau,

Hs.-Nr. 295V2,

Faust, Georg, Steinbrucharbeiter, Steinau, Hs.-Nr. 308, Merz, Wilhelm, Photograph, Steinau, Hs.-Nr. 300, Lueder, Gerhard, Staatsoberförster, Steinau,

Hs.-Nr. 1,

2 Wochen vom Tage der Bekanntmachung bei dem Un­terzeichneten einzureichen.

Steinau, den 18. November 1929.

Der Bürgermeister: Dr. Kraft.

Gemeindewahlen.

In einem großen Teil des Deutschen Reiches fanden am letzten Sonntag Gemeinde- und Bezirksvertretungswahlen statt. In Preußen, Sachsen und Hessen wurde zu diesen Körperschaften gewählt. In Bayern stehen die Ge­meindewahlen noch bevor.

Der Wahlkampf in den drei erstgenannten Ländern ist im allgemeinen ruhig verlaufen. Die Stimmung war, nach den vorliegenden Berichten, anfangs recht flau, gegen Schluß der Wahlbewegung nahm das Interesse aber sichtlich zu. Es ist selbstverständlich, daß der bedauerliche Korruptionsfall Sklarek nicht nur bei den Wahlkämpfen in der Reichshaupt­stadt, sondern auch anderwärts eine große Rolle spielte. Ueberall wurde dieser Fall im Wahlkampf ausgiebig erörtert, und man versuchte insbesondere, die Partei der Nichtwähler dadurch aufzurütteln, daß man ihr zurief, es sei in erster Linie ihre Aufgabe, gegen die Korruptionserscheinungen im kom­munalpolitischen Leben Front zu machen. Aber trotz der sehr lebhaften Agitation scheint die Wahlbeteiligung nicht sehr hoch gewesen zu sein. Wenn beispielsweise in einer Stadt wie Frankfurt a. M. nur 65,7 Prozent der Wahlbeteiligten abstimmen, so ist das ein recht bescheidener Prozentsatz. Auch in der Reichshauptstadt Berlin war die Wahlbeteiligung nicht, so hoch, wie man nach dem sehr lebhaften Wahlkamps hätte erwarten können: es stimmten nur etwa 70 Prozent der Wahl­berechtigten ab.

Gemeindewahlen lass« meinen politischen M

Gemeindewahlen lassen sich nicht ohne weiteres mit dem allgemeinen politischen Maßstab messen. Die örtlichen Fragen, Verhältnisse, Stimmungen und Mißstimmungen sind so ver­schiedenartig, daß die Resultate von Kommunalwahlen sich kaum auf einen einheitlichen Nenner bringen lassen. Auch

Verluste und Gewinne von einzelnen Parteien baben häufig ihre Ursachen in ganz bestimmten örtlichen Verhältnissen, und man kann daher aus ihnen nur schwer allgemein Politiscbe Schlüsse ziehen. So sind beispielsweise die s 0 z i a l d e m 0 - kratischen Stimmen- und Mandatsverluste in Berlin zweifellos auf die Sklarekaffäre zurückzuführen, die auch die Demokraten in Berlin viele Stimmen und Mandate ge-

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-ozraldemokraten und Demokraten erhebliche Stimmeurück-

gänge erlitten haben, offenbar weil man in ihnen die Haupt­stützen der viel angefeindeten Politik des Lberbürgermeiners Dr. Lairdmann sah. Aber abgesehen von diesen rein lokalen Dingen, läßt sich immerhin allgemein-politisch zu den Wahl- ergebnsssen etwa folgendes feststellen: die Parteizersvliti - «ng zeigte sich auch dieses Mal wieder. Fall überall waren es über zehn, stellenweise sogar über 20 .Vorschlagslisten. Ueber einen Mangel an Kandidaten hatte sich alw der Wähler wohl nir­gends zu beklagen. Von den alten Parteien hatten die So- zialdemokraten, wie bereits erwähnt, an man"cn Orten erhebliche Verluste, denen anderwärts aber auch wieder Gewinne gegenüberstehen. Im ganzen dürfte aber wahPchein- lich ein Stimmenrückgang festzustellen fein' Auch die Deutschnationalen und die Demokraten scheinen an Stimmen eingebtzßt zu haben, vielleicht auch die Deut­sche V 0 l k s p a r t e i, die aber auch stellenweise gewonnen hat. Gewonnen hat von den alten Parteien hauptsächlich das Zentrum, auch die Wirtschaftspartei dürfte m- genommen haben, wenn auch nicht in dem Ausmaße, da- sie gerade bei Kommunalwohlen wohl erwartet hat. Gewinne verzeichnen können offenbar auch noch die Kommunisten, die insbesondere in Berlin gegenüber den letzten Kommunal- Wahlen stark zugenommen haben. Besonders auffallend sind aber die Erfolge der Nationalsozialisten. Was schon vor einigen Tagen die Landtagswahlen in Baden und Lübeck zeigten, trat bei den Gemeindewahlen wiederum in Er­scheinung: die nationalsozialistische Bewegung hat überall starke Gewinne an Stimmen und Mandaten zu verzeichnen. Sie wird insgesamt Wohl auf annähernd eine Million Stim­men kommen und damit in den Gemeindekörperschaften künf­tig eine recht erhebliche Rolle spielen auch dort, wo sie bis­her nur schwach oder noch gar nicht vertreten war.

Alles in allem bedeuten die Gemeindewahlergebnisse wohl keine große Ueberraschung. Man mußte mit einer Stärkung der radikalen Parteien links und rechts und mit einer Schwä­chung der Mittelparteien rechnen. Im großen und ganzen ist es auch so gekommen. Es bleibt jetzt nur zu wünschen, daß die Gemeindeparlamente sich auch in der neuen Zusammen­setzung in ruhiger und sachlicher Arbeit bewähren. Das wird beispielsweise für die Reichshauptstadt nicht ganz leicht sein, denn die sogenannterote Mehrheit" im Berliner Rathaus (Sozialdemokraten und Kommunisten) ist von 116 auf 121 Sitze gestiegen. Auch sonst hat die Stärkung der extremen Flügelparteien die Arbeit der künftigen Gemeindekörperssso^ ten 'natürlich nicht gerade erleichtert.

Ueber 100 englische Parlamentsmitglieder für Rück­gabe des deutschen Privateigentums.

London, 18.. 11. (WB) Ueber 100 Parlamentsmitglie­der haben bereits die Denkschrift unterzeichnet, die an den Premierminister, den Schakkanzler und den handels- minister gesandt werden soll. Die Denkschrift schlägt vor, daß das gesamte aufgrund des versailler Vertrages be­schlagnahmte deutsche Privateigentum, soweit es noch nicht liquidiert ist, unverzüglich den Eigentümern zurückgegeben werde. Unter den Unterzeichnern der Denkschrift befinden sich etwa 60 Parlamentsmitglieder der Arbeiterpartei.

Denkschrift Preußens zur ReichSjustizreform.

Die preußische Staatsregierung hat lautGermania" an die Reichsregierung eine Denkschrift gerichtet und darin Vorschläge für eine gesetzliche Regelung der Neichsjustiz- reform gemacht. Diese Neichsjustizreform würde nach den Auffassungen des preußischen Staates eine Vereinfachung her Justiz mit sich bringen und würde außerdem eine Verminderung der in der preußischen Justizverwaltung be- schäftigten 50 000 Personen zur Folge haben. In der Denk­schrift wird vorgeschlagen die Erhöhung der Zuständig­keit der Amtsgerichte in Zivilsachen, die Erhöhung der Berufungssumme in Zivilsumme, Zivilsachen und die Er­setzung der Zivilkammern der Landgerichte durch den Ein­zelrichter in vermögensrechtlichen Streitigkeiten. Weiter wird 'vorgeschlagen eine Betreuung mehrerer Amtsgerichte durch einen Nichter, die Zulässigkeit der Uebertragung der Zivilsachen für die Bezirke mehrerer Amtsgerichte auf den Nichter eines Amtsgerichtes und schließlich die Herab­setzung der Gebühren für Nechtsanwälte in Armenfachen.

Ganz England war am Montag in einen dichten Nebel gehüllt, der die Schiffahrt stark behinderte. Per deutsche DampferGeheimrat Mahn" geriet auf Grund. In der Nähe von Leeds stießen zwei Autobusse im Nebel zu­sammen: zwölf Personen wurden dabei verletzt.

In Moskau sind in den letzten zwei Tagen über zweitausend deutsche Bauern verhaftet worden, von ihnen wird verlangt, daß sie in ihre Heimatorte zurückkehren. Ein Teil der Bauern ist bereits wieder zurücktransportiert worden.

Auf der Strecke Münster-Nheine ereignete sich am Montag bur$ überhängende Eisenteile eines Güterzuges, die die drei letzten Wagen eines Eilzuger erfaßten, ein folgenschwerer Unfall. Durch den Anprall der Essenstücke wurden' die Wandungen der Wageck eingedrückt und die. Türen zum Teil abgerissen. Hierbei wurden zwei Perso­nen schwer und sieben leichter verletzt.

(S. P. P.) 464 der Beamten und Behördenange- stellten 272 vereinigte Bürgerliste

(Liste Denhard) 490

----.».M 14 Rote Arbetterlifte 66

Chlvorschlag 15 vereinigte bürgerliche Liste Rubolf

14

r r SichelNreßHoppe

*e 15 Stadtverordnetensitze verteilen sich hiernach

434 wie

N^ Hialdemokratische Partei (Lsste 2)

'g und Behördenangestellten (Lsste 12)

asse»(

Einigte Bürgerliste (Liste Denhard) (Liste 13) jungte bürgerliche Liste

Mols$icf,e{UreßHoppe (Liste 15)

4

2

5

4

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Stadtverordnete für die Stadt Schlüchtern sind sonach

vom Wahlvorschlag 2:

-^mmig, Ludwig, Schuhmachermeister

^15.1 z p.^ss Philipp, Arbeiter

It Seorg, Geschäftsführer

^altper, Scan, Vuchdruckermeister

beloss

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Dom Wahlvorschlag 1 2: Johannes, Stadtoberinspektor

t Kurt, Dbersteuersekretar

vom Wahlvorschlag 13:

^Agrd, Abam, Gastwirt und Metzgermeister

^ - ^ " "' noam, waitwirt uno rirepgermeqwr

i: / R^^Ioff, Abam fen., Spenglermeister, l ^.'^ebrand, Heinrich, Landwirt

Die Er ( Mrmger, Willi, Kaufmann eibd^i e,,)ert, Johannes, Lehrer i. R.

S 1 » . vom Wahlvorschlag 1 5:

0Friedrich, Schreinermeister

t Abraham, Kaufmann

E«ci>M' reff, Heinrich, Schreinermeister . j

Bruno, Prokurist

' j 6 Abf. 3 des Gemeindewahlgesetzes vom 12.

1924 (G. $. $. 99) bann jeder Wahlberechtigte

Die Reichshilfe für die deutschen Flücht­linge aus Rußland.

Die Reichsregierung hat sich am Montag noch einmal mit den Hilfsmaßnahmen für die dentschstämnngen Bauern, die aus Sowjetrußland geflohen sind, beschäftigt.

Es wird angenommen, daß auch die Ernennung eines Reichskommissars vorgenommen wird, und zwar ist für dieses Amt der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Daniel Stücklen in Aussicht genommen. Stückle« war seit dem 1. Ja­nuar 1919 Vorsitzender der Rcichszcntralc für Kriegs- und Zivilgefangene, und im Anschluß daran wurde er zum Reichs- kommissar für Zivilgefangene und Flüchtlinge ernannt. Er ist also mit der m Frage kommenden Materie vertraut.