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Amtsblatt * Allgemeiner arnUicherKazeitzer für -en Kreis Schlüchtem

(1. Blatt)

Dienstag, den S^November 1929

81. Jahr«.

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lmtliche Bekanntmachungen

^dratsamt.

5 II. Kr. 6028/29. Nach Bericht der Landeskriminal- lheist/elle in Kassel unterbleiben in vielen Fällen die maß Ziffer III a bis c des Nunderlasses vom 12. Mai 127, betreffend kriminalpolizeiliches Nachrichtenwesen (ab- krackt in heft 32 der Vorschriften für die staatliche Polizei W^ns Seite D 1) von den Ortspolizeibehörden unter

son aus Grund der Neichsversicherungsordnung gegen Unfall versichert sind.

Schlächtern, den 31. Oktober 1929.

Der Vorsitzende des Ssktionsvorstandes: Dr. Müller.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, vorstehende Be­kanntmachung in ortsüblicher Weise zur Kenntnis der Ge­meindeinsassen zu bringen.

Der Vorsitzende des Sektionsvorstandes: Dr. Müller.

4133 812 Eintragungen.

Das vorl8«fige Ergebnis des Volksbegehrens.

Die genaue Nachzählung der beim Reichswahl- leiter eingegangenen Meldungen über das Volks­begehren hat gegenüber dem am Sonnabendnachmittag ausgegebenen Bericht noch einige Abweichungen ergeben. Nach den beim Reichswahlleiter bis zum 2. November 18.45 Uhr eingegangenen Meldungen stellt sich das Ergebnis wie folgt:

H" ?i Wendung der Vordrucke L. K. P. 13 und 14 zu erstatten- 8 R Meldungen.

j H ersuche die Ortspolizeibehörden erneut mit Weisung zu / Men und ihnen die gewissenhafte Beobachtung der ge- enen Bestimmungen zur besonderen Pflicht zu machen.

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tassel, den 24. Oktober 1929.

Der Negierungspräsident.

^se-'A-llr. 9760. Vorstehende Verfügung wird den Grts- eibehörden zur genauen Beachtung mitgeteilt, «ch Verfügung vom 9. Dezember 1927 Nr. 9920 ^3 "i: interner Zeitung Nr. 149 wurde die Beschaffung des

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/ |es 32 der Vorschriften für die staatliche Polizei Preu- empfohlen. Soweit noch nicht demgemäß verfahren

! ©m;

ersuche ich die GrtspoHeibehörden, alsbald das iumte nachzuholen.

I.-Nr. 5062 K. A. Die Herren Bürgermeister der Stadt- und Landgemeinden des hiesigen Kreises ersuche ich, mir Ginnen 8 Tagen den in diesem Jahre erzielten (Erlös aus verkauftem Gemeindeobst mitzuteilen.

Schlüchtern, den 1. November 1929.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Die Heberolle über die Beiträge zur landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (Vorschußzahlung für 1929) liegt in der Zeit vom 6. November bis einschließlich 19. November 1929 im Nathaus Stadtkasse öffentlich aus.

Schlüchtern, den 1. November 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Zahl der Stimmberechtigte« Zahl der Eintragungen . mithin Beteilignngsziffer

41 073 459 4133812 10,06 v. H.

Ho3 Züchtern, den 1. November 1929.

: s--e" Der Landrat: Dr. Müller.

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2 L Kr. 9625. Der Herr Kreismedizinalrat wird am Diens- den 5. November d. 3s. von 9 Uhr ab im hiesigen Hause Sprechstunde halten.

hlüchtern, den 29. Oktober 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

Bekanntmachung.

Die öffentliche Sitzung des Wahlausschusses zur Fest­setzung der für die Stadtverordnetenwahl zuzulassenden Wahlvorschläge findet am Donnerstag, den 7. November d. 3$., nachmittags 4 Uhr im Nathaus Zimmer Nr. 1

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str. 9814. Bezugnehmend auf die in der Schlächterp^. ng Nr. 119 veröffentlichte Bekanntmachung der Herrn mngspräsidenten zu Kassel vom 2. September d. 3s., s ich darauf aufmerksam, daß nunmehr die neue Ge- prüfungsordnung T für das Friseurhandwerk während )ienststunden im Landratsamt Zimmer Nr. 3

Schlüchtern, den 31. Oktober 1929.

' Der Vorsitzende des Wahlausschusses für die Stadtverord- x netenwahl: Gaenßlen, Bürgermeister.

Gemessen an der Gesamtzahl der Stimmberech­tigten (41278 897) liegen die Eintragungsziffern aus 99,50 v. H. des Reichsgebietes vor.

Zur Erläuterung sei bemerkt, daß nach § 42 des , Gesetzes über den Volksentscheid als Zahl der sämt­lichen Stimmberechtigten die amtlich ermittelte Zahl bei der letzten Reichstags- oder Reichs- prästdentenwahl oder allgemeinen Volks­abstimmung maßgebend ist. Es macht also nichts aus, wenn inzwischen die Zahl der Stimmberechtigten tat­sächlich größer geworden ist. So genügen auch jetzt 4 127 889 Eintragungen, auch wenn nach obiger amt­licher Angabe tatsächlich 41278 897 Stimmberechtigte vorhanden sind.

Es stehen noch aus die Ergebnisie aus 10 Gemein­den des Stimmkreises Nr. 24 (Oberbayern-Schwaben) mit rund 1770 Stimmberechtigten und aus Teilen des Stimmkreises 25 (Niederbayern) mit rund 203 670 Stimmberechtigten. Für die übrigen 33 Stimmkreise liegen die vorläufigen Eintragungs- ergebnisfe vollständig vor.

Die Ergebuifle i« de« Wahlkreise«.

Nachstehend geben wir noch einmal eine Zusammenstellung der Eintragungen nach Wahlkreisen

- Einsichtnahme ausliegt.

& = Züchtern, den 1. November 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

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Kreisausschuß.

Anterstühungspfilcht der AelriebSunternehmer gegenüber der Berufsgenossenschaft.

Mr. 192/29 £U. Ich habe Veranlassung, die bei der M-Nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Putten Betriebsunternehmer auf folgende im 2. Nach- Zatzung enthaltene Bestimmung besonders hinzu-

. § 40 a

|oer Betriebsunternehmer hat der Berufsgenossenschaft Erfordern jederzeit über die Behandlung, den und die Nrbeits- und Verdienstverhältnisse ° verletzten unverzüglich Auskunft zu geben. Die I berufsgenossenschaft kann für die Auskunft ein Muster I vorschreiben.

K^er Betriebsunternehmer hat die Maßnahmen der I berufsgenossenschaft auf dem Gebiete der heil- und I berufsfürsorge für Unfallverletzte zu unterstützen. Das Iwleiche gilt für die erste Hilfe bei Unfällen; das nähere MI früher bestimmen die Unfallverhütungsvorschrifte n.

K u ^"""-pruch nähme eines Nichtarztes (Kurpfuschers, I ^nochenflickers usw.) zur Behandlung eines Unfallver- ist unzulässig.

|0as für die Zuziehung des Nrztes oder Ueberführung in eine Heilanstalt et = l^a notmenbige Fuhrwerk hat der Unter-

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SZ?? I^^mer entweder selbst zu stellen oder ^A-« r-lchaff-n.

.^A11 Betriebsunternehmer hat daraus zu achten, daß I ^ verletzte ärztlichen Unordnungen, die zur Kennt« W' U^ des Unternehmers gelangen, nicht zuwiderhandelt.

I^W^t das doch, oder läßt sich der verletzte von

.Mehl das doch, oder läßt sich der verletzte von Nichtarzt behandeln, so hat der Betriebsunter- eW«r der Berufsgenossenschaft (Sektionsvorstand) ,^«_^^üglich Mitteilung zu machen.

Ix ?^Eriebsunternehmer darf Unfallverletzte wäh- I o ärztlichen Bebartblung nur beschäftigen, soweit , Krzt 3utäy.

IJRrt der Betriebsunternehmer, daß der verletzte j". I j,/^ "en Ar3t wieder für arbeitsfähig erklärt worden ^i ^at er dies dem Sektionsvorftande sofort an-

sf

"b vorstehende gilt entsprechend, wenn der Betriebs. O b ^mer selbst, dessen Thegatte oder seine Fami I """gehörigen verletzt sind, sofern sie für ihre per.

Gas Sabinen Tardieu-Vriand.

Die Radikalsozialisten machen nicht mit

Trotz der Absage der Radikalsozialisten ist es Tardieu doch noch gelungen, sein Kabinett zustande- zubrinden. Es unterscheidet sich nur wenig vom Kabinett Vriand und dürfte dessen Politik fort­setzen. Das Kabinett, das sich bereits dem Staats­präsidenten vorgestellt hat, setzt sich wie folgt zusammen:

Ministerpräsident und Minister des Innern: Tardieu, Außenminister: Vriand, Justizminister: Lucien Hubert, Finanzminister: Cherou, Kriegsminister: Maginot, Marineminister: Leygnes, Oeffentliche Arbeiten: Pernot, Arbeitsminister Loucheur, Staatssekretär für Volkswohlfahrt: Oberkirch, Minister für öffentliche» Unterricht: Marrand, Handelsminister: Pierre Etienne Flandi«, Kolonialmiurfter: Pietri, Pensionsminifter: Gallet» Luftfahrtminister: Laureut Eyuac, Minister für Post und Telegraphie: Martin, Landwirtschaftsminister: Hennessy.

,Graf Zeppelins^ Schtvelzersahrt.

Große Begeisterung i« der Schweiz.

Graf Zeppelin" hat am Sonnabend trotz des nebligen Wetters seine Schweizer Rundfahrt zur Be­friedigung der zahlreichen Passagiere ausgeführt. Bereits um 1 Uhr erschien das Luftschiff über Zürich, um dann in der Richtung nach dem Jura zu ver­schwinden. Gegen 14.80 erschien es abermals, um mit Hilfe von 400 Soldaten die Landung zu vollziehen. Mittels Extrazügen, Automobilen und allen mög- lichen anderen Verkehrsmitteln waren etwa 35 000 Zuschauer nach Dübendorf geeilt, die das Luftschiff mit großem Jubel willkommen hießen. Eine große Menge Luftpost wurde dem Zeppelin zur Beförderung anvertraut. Nach etwa einer Stunde Aufenthalt ver­ließGraf Zeppelin" Dübendorf, um nach einem Ab­stecher nach Genf wieder nach Friedrichshafen znrück- zukehren.

Ein rätselhafter Vorfall.

Osnabrück, 3. November. Das 2H Jahre alte Söhnchen deS Dachdeckeruleisters Titscherlein fiel in der Nähe des Markt- Platzes in Nordhorn von einer Kairnauer in die Vechte. Ein Besucher des Herbstmarktes bemerkte den Borfall und sprang beherzt dem Jungen nach. Die Wiederbelebungsversuche bei dem aus dem Wasser geholten Kleinen waren von Erfolg. Erst später sah man mch der Vechte eine Ntütze treiben, die dem Großvater des Kindes, dem Rentner Gerhard Herms, gehörte. Man suchte daraufhin die Bechte ab und fand gegen Mittag die Leiche des alten Btanncs, der wahrsclreinlich bei einem Ret­tungsversuch des Kindes verstorben ist.

1

2

3

Ostpreußen Berlin Potsdam ii

4 Potsdam I

5

6

7

8

9

10

11

Frankfurt a. d. O. Pommern Breslau Liegnitz Oppeln Magdeburg Merseburg

12 Thüringen

13 Schleswig-Holstein

14 Weser-Ems

15 Osthannover

Stimm- berechtigte 1341 042 1540 882 1 286 099 1 270 449 1056 202 1172 255 1 238 250 789 850 822 711 1095 728

987 698 1 473 488 1041 380

956 939 679 485

Ein­tragungen 330 738 95 655 180 479 190 070 198 788 888 206 164 239 103 860 62 217

181 310 175 079

240169 140 246

111983 134 868

v. H. 24,66

6,21 10,15 14,96 18,82 88,12 13,32 13,15

7,56 16,55 18,67 16,30 13,47 11,70 19,85

16

Südhannover- Braunfchweig

17 Westfalen-Nord

18 Westfalen-Süd

19

20

21

Heffen-Nassau Köln-Aachen Koblenz-Trier

22 Düsseldorf-Ost

28 Düsseldorf-West Oberbayern-Schwaben (10 Gemeinden fehlen)

25 Niederbayern (Teil)

24

1302 821 1554 601

1601 821

1644 365

1 486 872

776 332

1462 118 1121280

1608 905

148 809

57 788

50 944

89 724

18 928

9687

29 296

85 462

68 897

11,00

3,71

8,18

5,46

1,32

1,25

2,00

8,16

4,28

26 Franken

27 Pfalz

28 Dresden-Bautzen

29 Leipzig

30 Chemnitz-Zwickau

81 Württemberg

32

88

84

35

Baden Hessen-Darmstaöt Hamburg Mecklenburg

Zusammen

590 842

1 620 208

590 188

1 299 108

917 989

1 247 715

1 717 104

1 495 624

918 361

887 819

588 448

15 524

217 008

16 «sn

82 -K. 198 513 110 551

82 825

27 785

35 630

122 779

2,63

13,39

6,44

2,16 8,04 4,02

20,86

41 078 459 4188 812 10,08

Söß beurlaubt.

Das Disziplinarverfahren eröffnet

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit- teilt, hat der Oberpräsident der Provinz Branden­burg und Berlin am 2. d. M. persönlich den Ber­liner Oberbürgermeister Böß über die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen vernommen und dem Anträge deS Oberbürgermeisters entsprechend das förmliche Disziplinarverfahren eröffnet. Zum Unter- suchungskommissar ernannte der Oberpräsident den auch in den sonstigen Disziplinarsachen fungierenden Oberregierungsrat Tapolski. Dem Antrag des Ober- bürgermeisters Bötz auf Beurlaubung hat der Ober- Präsident zunächst auf vier Wochen entsprochen. Im sämtlichen eröffneten Disziplinarverfahren aus An­laß Sklarek ernannte der Oberpräsident den Ober- regierungsrat Gaede zum Beamten der Staats­anwaltschaft.