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Nr. 125

(1. Blatt)

Donnerstag, den »7. Oktober 1929

81. Iahrg.

N Amtliche Bekanntmachungen

^ndratsamt.

letrifft: VolksbegehrenFreiheitsgesetz".

tu (oE ? fluf Grund bes § 9 bes Gesetzes über den Volksentscheid L 27. Juni 1921 (RGBl. S. 790) in ber Fassung bes Ritzels III des zweiten Gesetzes zur Abänderung des Ütichswahlgesetzes vom 31. Dezember 1923 (RGLl. 1924 1), des § 24 ber Reichsstimmordnung vom 14. März M (RGBl. I. S. 173) und bes Erlasses des Herrn Preuß. Jtinifters des Innern vom 4. Oktober 1929 I. c. 512 Hin. Bl. i. v. Nr. 41) habe ich den ©berregierungsrat

recht i Ibis/1 Mb it er gen

es.

über K reiherr von Müffling in Kassel, Regierung, zum Ab= hr ein Mungsleiter für den Stimmkreis 19 (Hessen-Nassau), »fassend den Regierungsbezirk Kassel (ohne die Kreise iraffthaft Schaumburg und Herrschaft Lchmalkalden), den - egierungsbezirk Wiesbaden und den Kreis Wetzlar, und «seinem Stellvertreter in Nehinderungsfällen den Regie= stiften* iingsrat Wegeler in Kassel, Regierung, ernannt.

Kassel, am 11. 10. 1929. Der Oberpräsident.

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fnbt Schlüchtern.

Bekanntmachung

Zur die am 17. November d. 3s. stattfindenden Wahlen

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M Provinzial-Landtag, Kreistag und Ltadtverordnetenver-

d^ immlung werden den Wahlberechtigten Nenachrichtigungs- ' arten über ihre Eintragung in die Wahlkartei zuge-

rge,!/

ent.

Wer bis zum Donnerstag, den 17. Oktober d. 3s. nach-

littags 6 Uhr eine Venachrichtigungskarte nicht erhalten it, wird ersucht, dies im Rathaus Kanzlei umgehend

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Schlächtern, den 15. Oktober 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

itadt Stein au.

Bekanntmachung.

Seitens des Kreises sollen auch in diesem Jahre Gelder ter u günstigem Zinsfuß für den Rltwohnungsbau beschafft mb bereit gestellt werden.

Interessenten wollen sich im Zimmer des Stabtfehretärs ecks Eintrag in eine Liste melden.

Steinau, den 14. Oktober 1929.

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Der Bürgermeister: Dr. Kraft.

(Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß ie Wählerlisten für die am 17. November 1929 stattfinden- ,en Wahlen zum Nommunalland- und Kreistag sowie zur ^tadtverordneten-versammlung im Nothaus Kanzlei h Tage lang und zwar vom 12. 6s einschließlich 5. Oktober 1929, von 812 Ubr zu jedermanns Ein- '^t ausgelegt sind und bis zum Ablauf der Ruslegungs- ist Einspruch gegen die Wählerlisten erhoben werden Kann.

den beiden Sonntagen den 13. und 20. Oktober die Auslegungsfrift von 1112 Uhr beschränkt. Jeder ahlberechtigte, der die Wählerlisten für unrichtig oder vollständig hält, kann dies bei dem Gemeindevorstand er bei einem von diesem Beauftragten schriftlich anzeigen r 3ur Niederschrift geben.

Steinau (Kr. Lchlllchtern), den 1. Oktober 1929.

Der Bürgermeister: Dr. Kraft.

Sum Daltanflug des Zeppelin.

^ien, 16. 10. (TOB.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" Pöllierte um 0,30 Uhr die Stabt Wels, flog dann südlich Linz vorbei, wo viele Tausende den Zeppelin erwarteten und sehr enttäuscht waren, daß er die Stabt selbst nicht umflog. Die Fahrt ging dann donauabwärts. Um 1,35 überflog das Luftschiff St. Pölten und setzte seine ^hrt dann längs der Westbahnstrecke über den Wiener nach Wien fort, das es in der Zeit von 2,05 bis <15 Uhr in knapp 100 Meter Höhe überflog. Bei dem 'wen warmen, etwas dunstigen Wetter mit immerhin

^lenilich günstigen Lichtverhältnissen hatten sich viele Tau­ende auf den Straften, Häusern und freien Plätzen, be= wbers auf dem Ltephansplatz in Erwartung desGraf- 'evpelin" eingefunden. Ebenso viele andere verfolgten die dabrt des Luftschiffes zu Hause nach den Meldungen des nadio. DerGraf Zeppelin" setzte seine Fahrt in Nich­ts Preftburg fort.

In Themnitz haben sich die beiden Inhaber der Kannten Häute- und Fellgroßhandlung Abolph Beck. Dr. h c; Kurt Neck und Simon Neck, erschossen. Geschäftliche ^"uste sollen der Grund fern.

tIn Berlin wurden drei internationale Geldfälscher »Kommen. Sie hatten echte Dollarnoten über kleinere möge, bei benen die Ziffern ailrgewaschen und durch ^ps höhere Zahlen ersetzt worden waren, in Umlauf

Das Gebot der Gtunde.

Unter dieser Ueber sehr ist veröffentlicht die Nörsenzsitung einen Artikel des volksparteilichen Vizepräsidenten des Reichstags v. Karborff, in dem es nach seiner Kritik des Volksbegehrens, aber auch des Rbwehrkampfes u. a. heißt:

Nach meinem Dafürhalten ist die Voraussetzung für die Annahme des Poung-Planes eine durchgreifende Reform unserer gesamten Finanzgebahrung und eine Reichsreform zugleich. Bringen wir unsere Finanzen in Ordnung und weisen wir unseren Gegnern nach, daß wir trotz sparsamster Wirtschaft nicht in der Lage sind, die uns auferlegten For­derungen zu erfüllen, so werden wir mit der Möglichkeit einer Revision des Poung-Planes rechnen können. Treiben wir dagegen weiter diejenige unverantwortliche Finanz­wirtschaft, die wir seit der Stabilisierung der Mark getrie­ben haben, und sagen wir dann unseren Gegnern, daß wir nicht mehr zahlen können, so wird die Folge die sein, daß man uns unter Kuratel, unter eine bette publique, stellt. Die Pflicht und die Aufgabe der Deutschen Volkspar- tei wird es sein, die bürgerlichen Parteien, die gewillt sind, positive Arbeit in diesem Sinne zu leisten, zu einer festen und engen Arbeitsgemeinschaft im Neichstage zusammenzu- schließen. Mit dem Augenblick, wo Volksbegehren und Volksentscheid der Vergangenheit angehören, wird man hoffen und erwarten müssen, daß auch die staatsbejahenden Kreise der Deutsch nationalen Volkspartei bereit fein wer­den, sich an einer solchen Arbeit zu beteiligen, sei es in der Regierung, sei es in Form einer verantwortungsbewußten Opposition. Nur ein geschlossenes Bürgertum wird seine berechtigten wirtschaftlichen Forderungen, sei es im Ein­vernehmen mit der Lozialdemokratie, sei es im Kampfe gegen sie, durchzusetzen vermögen.

Ein sich gegenseitig befehdendes Bürgertum wird bei jeder Auseinandersetzung mit der Zozialdemokratie den Kür= zeren ziehen.

Ua l die einzelnen.y rillen Parteien kennt, wird nur recht geben, wenn ich sage, daß die Gegensätze zwischen ihnen in den maßgebenden wirtschaftlichen und politischen Fragen keine unüberwindlichen Hindernisse für eine positive Zusammenarbeit mehr bieten?

Die Pflicht und die Aufgabe der Deutschen Volkspartei wird es sein, die Führung zu übernehmen und alle diejeni­gen Parteien zu einer festen Arbeitsgemeinschaft zusam- menzuschließen, die gewillt sind, die bessernde Hand an unsere Reichsverfassung und unsere Finanzgebahrung zu legen.

Zusammenfassend möchte ich sagen: Deutschlands Schick­sal ist unser aller Schicksal; es geht um unsere und des Reiches Zukunft. Darum schließt die Reiben! Das ist das Gebot des Stunbe.

Einberufung des französischen Parlamente.

Paris, 15. 10. (WN.) Durch Dekret des Präsidenten der Republik werden Kammer und Senat für Dienstag, den 22 Oktober, zu einer außerordentlichen Session einbe­rufen.

Das Hochwasser in Leningrad.

Leningrad, 15. 10. (WN.) Durch das andauernd steigende Hochwasser der Newa sind die ^afenanlagen und viele große Fabriken auf der Wassiljew-Jnsel überschwemmt. Der Eisenbahnverkehr nach Finnland mußte eingestellt werden.

4 Tote und 23 Verletzte bei einem Kraftwagenunglück.

Rom, 16. Oktober. Ein schweres Unglück traf eine Gruppe ehemaliger Kriegsteilnehmer bei der Rückkehr von einem Besuch der Kriegergräber auf dem Monte Grappa. Ein mit 33 Teilnehmern besetztes Auto geriet bei Bassano (Vene- tien) auf abschüssiger Straße ins Rutschen, wobei der Führer die Gewalt über das Fahrzeug verlor. Neun Insassen sprangen in voller Fahrt ab. Von diesen blieben drei sofort tot liegen, während sechs weitere schwer verletzt lvurden. Von den übrigen Fahrgästen wurde einer durch den Anprall des Kraft­wagens gegen einen Felsen getötet und 17 weitere wurden leicht verletzt. Der unverletzt gebliebene Führer des Wagens ist auf der Flucht.

Tot im Straßengraben aufgefunden.

Kirchheim (Kr. Hersfeld), 16. Oktober. Der Milchhändler Hoebig, der sich mit seinem Auto auf dem Heimweg befand, erlitt einen Unfall, der ihm das Leben kostete. Er wurde mit zerbrochenem Genick neben seinem zertrümmerten Auto im Straßengraben tot aufgefunden. Vermutlich ist er gegen einen Baum gefahren, wobei sich das Auto Überschlagen hat.

Zu Tode gefahren.

Marburg, 16. Oktober. Ein tragischer Unglücksfall ereig­nete sich hier in der Bahnhofsstraße. Als der zwölfjährige Sohn des Bahnassistenten P. einen Lastwagen mit Anhänger überholte, kam er durch Steckenbleiben des Fahrrads in der Straßenbahnschiene zu Fall und wurde von dem Kraftwagen mitgeschleift. Die Verletzungen, die er erlitt waren so erheb­lich, daß der Junge nach Ucberführung in die Klinik starb.

Vor der zweiten Haager Konferenz.

Die Arbeiten der Organisationsausschüsse. Mitte November wieder Konferenz im Haag. Die Saarverhandlungen. Wichtige Besprechungen in London.

Um die Inkraftsetzung des Zoung-Planes.

Bekanntlich sind zurzeit mehrere internationale Aus­schüsse an der Arbeit, um Die Einzelheiten der Inkraftsetzung oes neuen Reparationsplanes zu beraten.

Nach einer Berliner Meldung ist im allgemeinen ein gutes Fortschreiten der Arbeit der Organisationsausschüsse (Organisationsausschuß der Internationalen Reparations­bank usw.) festzustellen. Das will jedoch nicht besagen, daß diese Arbeiten ohne Schwierigkeiten zu einem Abschluß gebracht werden. Man hat sich bisher auf die Punkte geeinigt, bei denen eine Einigung leicht möglich war, während naturgemäß die schwierigeren Fragen bis zuletzt offen bleiben. Es wird sich erst am Schluß der Arbeiten der Organisationsausschüsse über­setzen lassen, in welchen Fragen noch auf der Regierungs­konferenz eine Einigung gefunden werden muß.

Man rechnet damit, daß die Arbeiten der Organisations­ausschüsse im Laufe des Oktober beendet sein werden, und daß die zweite Haager Konferenz alsdann Mitte November be­ginnen kann. Unabhängig von dieser Konferenz werden die Saarverhandlungen dann vom 28. Oktober ab in einem Zuge fortgeführt. Ob der Reichskanzler selbst die Führung der deutschen Delegation übernehmen wird, ist noch nicht ent­schieden. Es gilt aber nicht als ausgeschlossen. Im anderen Fall wird voraussichtlich der stellvertretende Reichsaußen­minister Dr. Curtius die Führung übernehmen.

Finanzkonferenzen in Londor.

Im Verlauf dieser Woche treffen in London verschiedene der bedeutendsten Weltfinanziers ein. Am Montag kam der Leiter des schwedischen Streichholztrustes, K r e u g e r, in Lon­don an. In einigen Tagen folgt der Präsident der National- City-Bank in New Zork. M i: ch e l I, die durch die kürzliche

geworden ist.

Weiterhin will man in Finanzkreisen wissen, daß auch Reichsbankpräsident Schacht im Zusammenhang mit den Ver­handlungen über die Bildung der internationalen Bank in einigen Tagen ih London erwartet wird.

Ein Aufruf gegen das Volksbegehren.

Der bereits mehrfach angekündigte Aufruf gegen das Volks­begehren liegt nun vor. Er trägt die Unterschrift, einer großen Anzahl von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter sämtlicher Reichsminister, des preußischen Minister­präsidenten, des badischen und hesiischen Staatspräsidenten, des Reichsbankpräsidenten, verschiedener Universitätsprosessoren,

Der Aufruf erinnert daran, daß die Außenpolitik der letz­ten zehn Jahre die Stellung Deutschlands unter den Völkern gefestigt habe, daß in kurzer Frist die Befreiung deS besetzten Gebiets bevorstehe, daß die Reparationen beträchtlich herab­gesetzt werden sollen und daß Verhandlungen über die Rück­gabe des Saargebiets bevorstehen. DaS Volksbegehren wolle diese Entwicklung abschneiden und eine finanzielle und wirt­schaftliche Katastrophe herbeiführen, deren unabsehbare Folgen lebet einzelne. Deutsche zu tragen haben würde. Der Aufruf nennf das Volksbegehren, das diejenigen Deutschen, die sich in verantwortlicher Stellung zu der bischer erfolgreich betriebe­nen Befttändigungspolitik" bekennen, als gemeine Landes­verräter behandelt und mit Zuchthaus bedroht, einen Versuch schlimmster Volksverhetzung. Dann sagt der Aufruf zum Schluß: Dos ganzeVolksbegehren" ist auf einer offenkundi- Sn Unehrlichkeit aufgebaut. Es stützt sich auf die unsinnige :hauptung, daß die bisherige deutsche Außenpolitik auf der Anerkennung der Kriegsschuld beruhe und daß die deutsche Regierung den Kriegsschuldartikel des Versailler Vertrages nur zu widerrufen brauche, um Deutschland von allen Lasten und Fesseln des Vertrages zu befreien. Niemals hat Deutschland den einseitigen Schuldspruch des Versailler Vertrages aner­kannt. Jede deutsche Regierung hat dieses Unrecht in feier­lichen Erklärungen zurückgewiesen.

eine finanzielle und wirt- deren unabsehbare Folgen

Unermüdlich haben daneben die berufenen deutschen Stellen die Welt über die wahren Ursachen des Krieges auf­geklärt. Der Erfolg dieser Arbeit tritt immer deutlicher zutage; der Glaube an das Märchen von der Alleinschuld Deutschlands schwindet immer mehr. DasVolksbegehren" würde diese hoffnungsvolle Entwicklung um Jahre aurückwerfen. Das deutsche Volk hat jetzt zwischen Vernunft mnd Unsinn zu wäh­len. Wer nicht in törichter Verblendung den Bemühungen um den Wiederaufstieg des Vaterlandes in den Arm fallen will, muß diesem Volksbegehren fernbleiben. Wer es unterschreibt, fördert die Zersetzung und die Versklavung des deutschen Volkes.

Sämtliche deutschen Bischöfe gegen das Volksbegehren.

Der Kunbgebung des Fürstbischofs Karbinal Bertram (Breslau) gegen das Volksbegehren hat sich der gesamte Episkopat angeschlossen. Es haben sich somit sämtliche deut­schen Bischöfe gegen das Volksbegehren erklärt.