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(1. Blatt)

Donnerstag, den 10. Oktober 1029

81. Iahrg.

§ etliche Bekanntmachungen

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■ - ^5lr. 8795. Die Ortspolizeibehörden werden ersucht, n ienn Eltern der im Jahre 1928 geborenen und noch nicht ge- i pften Kinder, nochmals darauf aufmerksam zu machen, !

‘ 6 alle Kinder vor dem Abläufe des auf das Geburtsjahr "

Um Stresemanns Nachfolge.

Eine Erklärung des Zentrumsführers, Abg. Kras.

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enden Kalenderjahres geimpft werden müssen.

Alljährlich wird die Unterlassung der Impfung einer l dj Mir größeren Anzahl Kinder damit entschuldigt, daß die M M nder zur Zeit der Impfung krank gewesen seien, ohne daß lliche Zeugnisse darüber vorgelegt werden können. Solche

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Auf einer Zentrumstagung in Köln sprach der Vor­sitzende der Zentrumsfraktion des Reichstages und der ge­samten Zentrumspartei, Abg. Prälat De. 8aa\ die Frage der Nachfolgeschaft Stresemanns. Er erinnerte an seine Worte auf der Essener Zentrmnskundgebung vom Früh­fahr d. If, daß er es sich zur Aufgabe gesetzt habe, den Typ des an Ministerposten völlig mrmteressierten Parteiführers wieder herauszubilden.

und der a s, auch über

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■ inbli^en Entschuldigungen sind aber nach den gesetzlichen ß stimmungen kein ausreichender Grund für die Unterlassung Impfung und es müssen deshalb in Zukunft in allen

äugen chen Fällen die Strafvorschriften des Jmpfgefetzes zur 91n W dö nbung kommen.

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Schlächtern, den 4. Oktober 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

Kreisausfchuß.

Kreissugendpftege.

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nt um I-llr. 10222 F. Mittwoch Rachmittags von 3—6 Uhr

Er habe damals schon mit aLer Klarheit herausgestellt, daß für ihn als Parteiführer die Uebernahme eines Mini­steriums nicht in Frage komme. Trotzdem könne es aber dem Zentrum nach der sachlichen Seite hin nicht gleichgültig sein, wie dieses Ministerium besetzt werde. Die Lücke, die Strese­manns Tvd geschaffen habe, sei groß, und vielleicht sei sie innerpolitisch größer als außenpolitisch. Deshalb müs e das Zentrum bei der endgültigen Besetzung des verwaisten 81 ' Ministeriums — mit welcher Person lasse er ebenso ganz gestellt wie die Frage, ob Parlamentarier oder Beamte verlangen, daß alle Mitglieder des Kabinetts die Gewähr für den inneren Bestand des Kabinetts in seinen innen- und außenpolitischen Aufgaben böten.

dgültigen Besetzung des verwaisten Autzen- t welcher Person lasse er ebenso ganz dahin-

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m M den in Zukunft im Kreiswohlfahrtsamt — Zimmer 17 — R31191 ler Beteiligung der Iugendpfleger des Kreises regelmäßig >0- Ei rechskinden für Fragen der Iugendpflege statt. Ich mache

Kreiseingefeffenen hierauf besonders aufmerksam und insbesondere die Vorstände der jugendpflegetreibenden ^'^ reine und -Gruppen, Iugendpflegefragen, die in den

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Nur von diesem Gesichtspunkte aus würde das Zentrum an die Prüfung der Vorschläge des Kanzlers herantreten, müsse aber deshalb auch den Anspruch anmelden, bei der end­gültigen Besetzung sachlich gehört zu werden.

Eine sozialdemokratische Aeußerung.

die

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isten Fällen am besten durch gegenseitige Fühlungnahme ) mündliche Besprechung erledigt werden können, wäh­lt» der angesetzten Sprechzeiten anzubringen.

Lchlüchtern, den 2. Oktober 1929.

Kreisjugendamt: Dr. Nlüller.

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Bekanntmachung

Auf Grund des § 76 der Reichsstimmordnung vom 14.

Der sozialdemokratische Pressedienst schreibt, daß Sozialdemokratie gegen eine Kabinettsumbildung ist nicht daran denkt,' irgendwelchem Drängen nachzugeben und einen ihrer Vertreter im Kabinett zu opfern, selbst wenn man ihr dafür ein anderes Ressort zur Verfügung stellen wollte. Ganz abgesehen davon, daß nach ihrer Ansicht jeder ihrer vier Minister den Ansprüchen genügt, die sie zu stellen hat, würde sie es für verhängnisvoll halten, wenn in diesem Augenblick würde jeher

Versuch einer Umgruppierung; hinauslaufen — ohne heraufbeschworen würde.

und

-Lr Berlin, 9. Oktober.

Wenige Wochen vor seinem Hinscheiden hat Dr. Strese­mann von seinem Amt als von einer Bürde gesprochen, de­ren er sich lieber heute als morgen entledigen möchte, die Zeit zum Rasten und Ausruhen sei für ihn jedoch noch nicht gekommen. Diese Worte des Ministers sind ein beredte- Zeugnis für das hohe Pflichtgefühl, das den Verstorbenen beseelte. Sie bestätigen nur, was man bei seinen politischen Freunden längst wußte, nämlich, daß Stresemann mit der Erledigung des Youngplanes, der Deutschland wesentliche Erleichterungen bringt, und der Befreiung des deutschen Westens seine Aufgabe noch Nicht als erfüllt ansah, sondern daß er sich damit trug, nach der Wiederherstellung der deutschen Souveränität in seiner Außenpolitik das Haupt­gewicht auf die Erledigung der brennenden Ost- fragen zu legen. Stresemann schwebte dabei vor, den Völkerbund stärker für die deutschen Ostprobleme und die damit in Zusammenhang stehenden Minderheitenfragen zu interessieren und dem Völkerbünde das hohe Ziel nahe zu bringen, nämlich die Befriedigung Osteuropas. Die letzte Rede Stresemanns in Genf ließ keinen Zweifel darüber, daß, nachdem die Liquidation der meisten aus dem Welt­krieg herrührenden Fragen in greifbare Nähe gerückt ist, die Erledigung der noch schwebenden politischen Fragen nicht ohne Einfluß derjenigen Ideen erreicht werden kann, die sich im Völkerbund verkörpern. Ohne die mit Nachdruck von Deutschland eingenommene Stellungnahme betr. den chine­sischen Antrag wegen der Nachprüfung unhaltbar gewordener Verträge wäre gewiß in dieser über­aus schwierigen Frage auch der kleine Erfolg nicht erzielt worden, den die letzte Völkerbundstagung hierin gebracht hat, ein Erfolg, der die Hoffnung berechtigt erscheinen läßt, daß es in Zukunft gelingen wird, den Völkerbund immer stärker mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß gewisse Bestimmungen des Versailler Vertrages ebenfalls unter den bekannten Völkerbundsparagraphen von den un= haltbaren Verträgen fallen

es galt, das Werk von

Stresemanns sechs- gespielt, damals, als Uenben. Die Hart-

1 angi kz 1924 und der Verordnung über Zulassung eines Volks- ehrene „betr. Freiheitsgesetz" wird hierdurch bekannt ge- n. ß en, daß die Eintragungsliften in der Zeit vom 16. bis schließlich 29. Oktober 1929 im Rathaus — Zimmer Nr.

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- offen liegen. Während dieser Zeit können an den odientagen vormittags von 9—12'/2 Uhr und am Sonn-

/ den 20. und 27. Oktober vormittags von u — 12 Uhr geh Unterschriften in die Listen eingetragen werden. Nach 78 der Reichsstimmordnung ist zur Eintragung zügelnsten:

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) wer in die zuletzt abgeschlossene oder laufend geführte Stimmliste oder Stimnckartei eingetragen ist, es sei denn, das Stimmrecht inzwischen verloren gegangen ist oder k^ährmd der Eintragungsfrist ruht, wer einen Eintragungsschein hat.

A | Wegen der Eintragungsschen e wird auf die Bestimmung । B 8° der Reichsstimmordnung hingewiesen, die in bem gegebenen Eintragungsraum eingesehen werden kann.

. .. I Schlächtern, den 8. Oktober 1929.

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Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung

Kfr« Freitag, ben 11. Oktober 1929, vormittags 8 HZ >enn M' ®*rb auf dem Rathaus — Kanzlei — der Ichafpferch ist «M^tlich verpachtet.

P^lüdjtern, den 9. Oktober 1929.

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Der Magistrat: Gaenßlen.

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Ziffern aus dem G klarek-KonturS

in'e^ ^ "^wpo" meldet, stellen sich die privatschulden der m "ch^r aus laufenden Geschäftsverbindlichkeiten nach vor- ^ > Satzung auf etwas mehr als eine Million Mark, ' 1,1 diesem Betrag sind die Mechselschulden der Brüber

^ 5 berücksichtigt. Einer der größten Gläubiger der Lkla- ^ ^ 'n ein süddeutscher Lchuhfabrikant, der rund 150 000

iu fordern hat. Es folgt eine Berliner Firma mit etwa »w । .0000 Rm. Ruch kleine Geschäftsleute und Handwerker eW> ‘ Sortierungen von 100 bis 1000 Rm. sind unter den is^ .'Pek-Gläubigern. Einschließlich des erschwindelten Zehn- hj.B ^onenkredits wird die Deckung der Verbindlichkeiten der Sklarek auf 7—8 Millionen Rm. geschützt, doch berücksichtigt werden, daß eine Konkursmasse in der nur stark unter dem Werte abzustoßen ist. Bank- nen waren bisher noch immer nicht zu finden,- man 1 daß sie, wenn nicht im Ruslande, unter Deck-

in Deutschland versteckt sind. Unter ihrem eigenen ^n konnten die Sklareks im Inlands keine Bankkonten schalten, weil sie sich beim Rbschluß des Vertrages mit istabt Berlin hatten verpflichten müssen, ihre gesamten "^Zgeschäfte durch die Stadtbank abzuwickeln.

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Ueber die Person des zukünftigen Außenministers wird man sich noch zu unterhalten haben. Es ist richtig, daß gerade dieser Posten nicht nach den Grundsätzen der Fraktions-Arith- metit besetzt werden sollte, und nur aus eine Gefahr sei jetzt schon aufmerksam gemacht, auf die nämlich, die in der Er­nennung eines Berufsdiplomaten liegt.

Die Aeußerung des sozialdemokratischen Pressedienstes ist als Antwort aufzufassen auf die Auregung, der Sozial- demokratie das A u ß e n m i n i st e r i u m zu überlassen und dafür das jetzt sozialdemokratisch besetzte Finanzministerium der Volkspartei zu geben.

Reichsminister Gevering über alle deutschen Sender.

Ruf amtliche Veranlassung erfährt das Programm der Berliner Funkstunde heute, Mittwoch, den 9. Oktober eine Veränderung. In der Zeit von 19 bis 19,25 Uhr spricht Reichsminister des Innern Seoering über „Das Volksbegeh­ren". Der Vortrag wird von sämtlichen deutschen Senbern übernommen.

Laut Deutscher Rllg. Ztg. ist der vortrag des Reichsin­nenminister Levering nur der erste in einer Reihe von sechs Vorträgen über das Volksbegehren, die von Vertretern der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung auf der Deutschen Welle gehalten und auf alle Senber des Reiches übernommen werden sollen.

Innenministertonferenz.

Mittwoch vormittag 10 Uhr traten im Reichsinnenmi­nisterium die Innenminister der deutschen Länder, begleitet von den ständigen Berliner Bevollmächtigten der Länder, zu einer Konferenz zusammen, auf der die schwebenden politi­schen fragen erörtert wurden. Man darf, so bemerkt das Tageblatt, wohl annehmen, daß zu diesen Fragen u. a. auch das Volksbegehren, das Republikschutzgesetz und die Bombenattentate in Lchleswig-Holstein gehören.

Kreuger wieder in Berlin.

Der Berliner Börsencourier melbet: Der schwedische Zünd­holzindustrielle Ivar Kreuger trifft in diesen Tagen in Berlin ein, um die Rnleiheoerhandlungen mit der Reichsre­gierung sortzusetzen. Man weist, dem genannten _13latt zu­folge, darauf hin, daß von einem Verkauf des Zündholz- monopols an Zchweden keineswegs die Rede ist, sondern daß es sich lediglich um den Ausbau einer bestehenden gesetz­lichen Regelung zum Lchutz der deutschen Zündholzproduk­tion gegen eine Schleuderkonkurrenz handelt. Die Rufsicht des Reichswirtschaftsministeriums über die Kleinverkaufs- preise würde in vollem Umfange bestehen bleiben.

-— Die Villa Ltuck in München ist in der Versteige­rung für 351 000 Reichsmark an ein Mitglied der Family übergegangen. Die Herstellungskosten betrugen seinerzeit für dieses hochgeschätzte Kunstwerk über eine Million Reichsmark.

nackigen polnischen Versuche, mit Hilfe Frankreichs für Po­len ein sogen. Ost-Locarno durchzusetzen, d. h. den Verzicht Deutschlands auf sämtliche ihm durch den Versail- ler Vertrag im Osten entrissenen Gebiete für ewige Zeiten und Anerkennung der jetzigen, nach dem Urteil der ganzen Welt unhaltbaren Grenzen, hat Minister Dr. Stresemann in Locarno erfolgreich abgewehrt.

Die Bestimmungen des Locarno-Vertrages, die den deutschen Osten betreffen, sprechen lediglich aus, daß Deutsch­land darauf verzichtet, eine Aenderung seiner O st- grenzen mit Gewalt zu versuchen. Obwohl Polen auch in der Folgezeit seine Hoffnungen, die auf ein Ost- Locarno abzielten, nicht aufgab, trug die Außenpolitik, die Deutschland allmählich wieder zu einer Großmacht ausstei­gen lieh, wesentlich dazu bei, den Polen selbst die Erfüllung derartiger Wünsche immer unmöglicher erscheinen zu lassen.

Nicht umsonst hat die polnische öffentliche Meinung und besonders die nationalistische Presse die Gefahren einer Wiederherstellung der deutschen Souveränität im Westen für Polen schwarz in schwarz gezeichnet. Deutschland werde, so wurde erklärt, nach der Befreiung des Rheinlandes seine ganze politische Macht aus den Osten konzentrieren, um dorte eine Aenderung der gegenwärtigen Z u- st ä n d e zu erzwingen. Aus dem Ton der polnischen Presse­äußerungen ging unzweifelhaft hervor, daß man in Polen eine Aenderung der politischen Stellung Deutschlands in Europa und in der Welt in so kurzer Zeit nicht erwartet hatte, ferner, daß man den Besitz der Polen durch den Ver- sailler Frieden überantworteten deutschen Gebiete keines­wegs als gesichert ansieht. Noch einmal hat Polen auf der Haager Konferenz einen Vorstoß in der Richtung eines Ost-Locarnos unternommen. Daß dieser Vorstoß im Ver­gleich 3m dem in Locarno unternommenen ein so schwäch­licher gewesen ist, läßt es nunmehr als gewiß erscheinen, daß Polen seine Hoffnungen für immer hat begraben müs­sen. Gerade diese Mißerfolge der polnischen Politik sind ein Beweis dafür, in welch hohem Maße Deutschland die Stärkung seiner Position Stresemann zu verdanken hat. Sie lassen ferner die Frage zu, ob es den Bemühungen Stresemanns nicht schließlich doch gelungen wäre, in Genf, wo er das Ohr der Staatsmänner der ganzen Welt fand, eine Aenderung der gegenwärtigen Lage im deutschen Osten in unablässiger Arbeit zu erreichen. An einigen Anfangs­erfolgen auf diesem Wege hat es dem deutschen Staats­mann nicht gefehlt. Stresemann war es, der die Minder­heitenfrage in Genf aufgerollt hat und dessen heißem Be­mühen es zu danken ist, daß sie bis jetzt ständig in Fluß gehalten wurde, bis sie dereinst einer endgültigen Lösung angeführt werden kann.

Die Minderheiten gan^ Europas blick­ten aus Stresemann. Die besondere Zuneigung aber hat er sich in Kreisen der deutschen Minderheiten Europas erworben. Diesen Gefühlen haben die Deutschen in Polen in ihrer Trauer um den Verstorbenen auch be­redten Ausdruck gegeben.