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Samstag, den 28. September 1929

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Bliche Bekanntmachungen

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Ar. 8196. Auf Antrag der zuständigen Forstoerwal- sbehörde habe ich den Genossenschaftsförstsr Dähn zu Nzell zum Hilfsbeamten der Iagdpolizei in den Ge- ^n Ahlersbach, Bellings, Hohenzell und Niederzell illl.

Achtern, den 25. September 1929.

Der Landrat. 3. D.: Zchultheis.

,Hr. 8458. Die Fleischbeschauer und Trichmenschauer to an die pünktliche Einsendung der Vierteljahresnach- Wg (Postkarten) erinnert.

Achtern, den 26. September 1929.

Der Landrat. 3. D.: Zchultheis.

i-llr. 8577. Der Herr Rreismedizmalrat wird am Frei­em 4. Oktober d. 3s. von 9 Uhr ab im hiesigen Kreis« |e 5prechstunde halten.

chliichtern, den 26. September 1929.

Der Landrat. 3. D.: Zchultheis.

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Bekanntmachung

Betr.: Fabrikneubau Wolf.

ler Unternehmer des Fabrikneubaues der Firma Wolf, erneut auf die baupolizeilichen und Unfallvorschriften zewiesen worden, daß das Betreten des Baues durch «fugte nicht geschehen darf. Uebertretungen werden Trund der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen be- iteinau, den 25. September 1929.

Die Polizeiverwaltung: Dr. Kraft.

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; werden für sofortigen Eintritt bei der Firma *?w 5chlüchtern gesucht junge Leute, die stenographre- unb Maschinenschreiben können. Anmeldungen werden >rt auf dem Rathaus entgegengenommen.

iteinau, den 25. September 1929.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

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»Deutsche Bank und Diskontogesellschaft."

Die Kufsichtsräte der Deutschen Rank und der Viskonto- fellschaft haben beschlossen, ihren Generalversammlungen Asion der beiden Ranken vorzuschlagen. Das vereinigte Kut soll den HamenDeutsche Rank und Diskontoge- ^aft" führen. Die neue Riesenbank wird über ein Mapital von 285 Millionen Mark und über eine !swe von 160 Millionen Mark verfügen. Diese Lnt- ü||e der Aufsichtsräte unserer beiden größten Aktien« üen stellen einen bedeutungsvollen Stritt dar, um 1 Banhgerverbe der Ueberbesetzung zu begegnen. Sie gen damit den seit mehreren Iahren von großen Ranken Auslandes und Industrieunternehmungen des Inlandes Geschlagenen Wegen.

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Das Aeberraschungsmoment.

Beber die Vorgeschichte der Verhandlungen der Deutschen * mit der Diskontogesellschaft weiß die D. A. 3. fol« "»e interessante Mitteilungen zu machen: Die Verhand- "gen zwischen den führenden Persönlichkeiten der beiden Ischen Großbanken haben erst vor verhältnismäßig kur- f Seit begonnen. Sie konnten hauptsächlich deswegen 1° großem Erfolg vor der ganzen Geffentlichkeit geheim 'Men werden, weil die Besprechungen der maßgebenden itten ch diesem Sommer außerhalb Berlins, und zwar einmal in Deutschland, geführt wurden. Die Zchluß- 'llandlungen, die dann in Berlin stattfanden, wurden ^falls nicht in den sozusagen offiziellen Räumen der Rbüros geführt, sondern im engen Kreise in der Pri- ^ohnung des Vorstandmitgliedes der Deutschen Bank, Bonn. So ist das Ueberraschungsmoment, da ja bei

Transaktionen unumgänglich ist, vollkommen gewe- Prompt stellten sich allerdings auch, vor allem an ? Börse, die üblichen ausschmückenden Gerüchte ein. Das großer Bestimmtheit auftretende Gerücht von der Hin- Wng ausländischer Bankhilfe, wobei insbesondere die ^ikanische National Eich Bank genannt wurde, hat ak falsch herausgestellt.

Personalabbau der Berliner Banken.

Die Berliner Banken führen einen umfangreichen per- abbau durch. Nach einer Mitteilung der Konjunktur« ^spondenz wird die Diskontogesellschaft etwa lO°/o' gesamten Belegschaft, d. s. rund 400 Angestellte, bis l"1 Jahresschluß abgebaut haben. Die Deutsche Bank p den Abbau von 200 bis 300 Angestellten in den Wernionaten, und zwar in der Hauptsache infolge 3u« Anlegung der Effektenabteilungen der Depositenkassen

mit der Zentralkasse. Die Dresdener Bank hat bereits im ersten Halbjahr 1929 über 100 Angestellte entlassen. Beim Berliner Rassenverein dürften 5% des Personals abgebaut werden. Buch bei den Privatbanken ist ein Personalabbau festzustellen. Der Allgemeine verband der Deutschen Bank­angestellten verunstaltete eine Rundgebung gegen den Ab­bau der Angestellten im Bankgewerbe. In einer Entschlie­ßung wird gegen den neuerlichen Personalabbau schärfster Protest eingelegt. Der Abbau sei viel zu weit getrieben worden, wie die andauernden Ueberstundenwirtschaft be« weise.

10 Millionen betrug an der Stadt Berlin.

Der Stabilsten Zeitung zufolge sollen die drei Brüder Sklarek der Stabt Berlin einen Ich aden von 10 Millionen zugefügt haben. Heben der polizeilichen Untersuchung läuft, so berichtet das Blatt weiter, eine Untersuchung des Ma­gistrats Berlin, die schon jetzt zu dem Ergebnis geführt hat, daß durchs mangelhafte Kontrolle und Organisation, vor allem aber durch eine kaum entschuldbare Leichtfertig­keit ungeprüst Nillionen-Rredite gegeben worden sind. Mit der Abberufung der drei Direktoren der Berliner Stobt« bank, denen in erster Linie die Verantwortung für die Mißwirtschaft zugeschrieben wird, Zchmitt, Dr. Lehmann und Hoffmann, ist baldigst zu rechnen. Db dem Treiben der Brüder Sklarek durch die Unterstützung beamteter Per­sonen Vorschub geleistet worden ist, wird die weitere Unter­suchung ergeben.

Ergebnislose Suche nach den vermißten Mitglie­dern der ^Italia'-Expedition.

Oslo, 26. Sept. (WB.) Das letzte Kapitel in der Ge­schichte der tragischen italienischen Polarexpedition von 1928 mit dem LuftschiffItalia" wurde heute abgeschlossen, als der norwegische WalfischfängerHeimen Sucai" mit der italienischen Expedition Albertini, die nach etwaigen Ueber« j, sehenden derItalia" in den Horbpolargebieten gesucht hat, nach Tromsoe zurückkehrte, ohne trotz langer, müh­samer Nachforschungen im Nordosten Spitzbergens und längs der Rüsten von Nowaja Semlja irgend eine Spur von ben vermißten derItalia"-Expedition gefunden zu haben.

Explosion in der Kirche.

Moskau, 27. September. Beim Abreißen der Kuppel einer Kirche in Jaroslaw explodierte eine Dynamitpatrone, die sich in dem Mauerwerk befand. Durch die Explosion wur­den vier Arbeiter getötet und sieben mehr oder weniger schwer verletzt. Die politische Polizei hat sofort die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um festzustellen, auf welche Weise die Dynamitpatrone in das Mauerwerk eingebracht worden ist. Der Pfarrer der Kirche wurde verhaftet.

Zeppelinbesuch in Berlin.

Berlin, 26. September. Nach Mitteilungen der Zeppelin- Werft Friedrichshafen wird das LuftschiffGraf Zeppelin" am Samstag, 5 Oktober, gegen 4 Uhr nachmittags in Staaken landen. Reichs- und Staatsregierung geben am Abend Dr. Eckener und seiner Mannschaft einen Empfang. Am Sonn- tagvorinittag werden Magistrat und Stadtverordnete die Gäste im Rathaus begrüßen. Da anzunehmen ist, daß die Wetterlage in den nächsten Tagen beständig bleibt, ist mit dem Flug nach Berlin bestimmt zu rechnen.

Die Firma Krupp hat infolge des Ronjunkturrück- ganges in der Eisenindustrie vorsorglich die Künbigung von 1000 Arbeitern vorgenommen.

Das Schwurgericht in Heuburg a. b. Donau ver­urteilte den 21 jährigen Fr. Ichallenberger wegen Vater­mörder und seine 44 jährige Htutter wegen Beihilfe und Anstiftung zum Tode.

Am Donnerstag hat in vielen Ländern eine Erhö­hung der Diskontsätze stattgefunden. So hat die Reichs­bank den Privatdiskont für beide Lichten um je Vs auf 73/8 erhöht. Die schwedische Reichsbank erhöhte den Dis« Kontsatz von 41/? auf 5V3%. Die Nationalbank in Kopen« Hagen erhöhte ihren Diskontsatz von 5 auf 5V2%\ bie Bank von Norwegen von 5V2 auf 6%'.

Auf Veranlassung des belgischen Kriegsgräberbien« stes haben bei Bellevue und in der Nähe der Zuckerfabrik Prameries bei IHons Nachgrabungen im ehemaligen Ramyf- gebiet stattgefunden. Dabei wurden die Leichen von 22 deutschen Soldaten entdeckt, die nach Spiannes gebracht und dort beigesetzt wurden.

Auf dem RheinschlepperFürst Bismarck" ereignete sich bei der Einfahrt in den Rehler Hafen eine Explosion der Ressel. Ein Heizer wurde getötet, ein anderer schwer verletzt.

' In der Festung Boden in Nordschweden kam es zu einer schweren Explosion. Ein Feldwebel wurde sofort ge­tötet, ein anderer unb sechs Soldaten wurden schwer verletzt.

Der Verwalter des im Krieg beschlagnahmten deut­schen Eigentum in Kanada Thomas Mulven wird dem- 'näckst nach Berlin reisen, um dort an Besprechungen über die Rückgabe des beschlagnahmten (Eigentums auf Grund der im Haag getroffenen Regelung teilnehmen.

Genfer Abrüstungsansklang.

In den ersten Tagen dieser Woche,, die den Abschluß der Völkerbundstagung bringt, haben die Delegierten der Staa­ten, die von der diesjährigen Vollversammlung eine fühl­bare Förderung der Abrüstungsbestrebungen erhofften, von diesen Hoffnungen und für eine Weile von dem Problem der Abrüstung Abschied genommen. Am Montag im Aue« schutz und am Dienstag im Plenum. An beiden Orten hat der englische Delegierte Lord Robert Cecil noch einmal eine platonische Verteidigung seiner Entschließung vorgetragen, im Ausschutz hat, neben den Delegierten anderer Länder, der deutsche Vertreter Graf Vernstorff einen nicht ganz er­folglosen Einspruch gegen eine einseitige Formulierung des Ausschußberichts eingelegt, im Plenum hat er in richtiger Erkenntnis der Zwecklosigkeit weiterer Worte geschwiegen und die Schnitzel feines Manuskriptes in den Papierkorb versenkt. Der französische Vertreter dagegen hat Lord Cecil dankbar die Hand geschüttelt dafür, daß die englische Politik anschmiegsam genug geblieben ist, auch diesmal nicht die Kraftprobe mit Frankreich durchzufechten. Immerhin hat die Aussprache des Ausschusses doch starkes Zeugnis für den Abrüstungswillen zahlreicher Staaten gebracht, und Lord Cecil hat wenigstens dem Protokoll die Mahnung einver- leiben können, daß es nun höchste Zeit sei, an die Stelle der absurd kleinen Ergebniffe der Beratungen praktische Abrü- stungsmatznahmen treten zu lassen. Man hat noch einmal die Richtung bezeichnet, in der diese Arbeiten vor sich gehen müßten, und dann hat man sich befriedigt Beifall gezollt und die Debatte geschlosten. Es ist Sache der Völker und ihrer öffentlichen Meinung, dafür zu sorgen, daß die Diplo­maten auf diesen bescheidenen Lorbeer nicht einschlafen.

Erhöhung der Biersteuer?

Auf der Kommunalpolitischen Tagung der T.mokra- tischen Partei Westfalen-Süd behandelte der preußische Fi­nanzminister Dr. Höpker-Aschoff das ThemaLastenaus- gleich und Gemeindefinanzen". Der preußische Finanzmini­ster führte dabei u. a. aus:

Der Ausbau des organischen Lastenausgleichs ist nur mög.li^L^rnn dem Staat größere Mittel zur Pepfügung gesteut '^Poen Der Weg hierzu ist durch den Young-Plan freigemacht. Dann ist die notwendige Senkung d^r Real­steuern möglich und es bedarf nur noch eines zweckmäßigen Schlüstels zur Verteilung der Hauszins- und Umfatzsteuer Dabei wird an objektiven Merkmalen, die Bevölkerungs- mhl, Schulkinderzahl usw. festzuhalten, nicht aber vom Be­darf der Gemeinde auszugehen fein.

Neben die Milderung der Einkommenssteuer und die Senkung der Realsteuern tritt der Abbau der Industrie- belastung. Aber die Ersparnisse werden nicht ausreichen, um dieß Aufgaben durchzuführen. Deshalb wird man um eine schärfere Erfassung des entbehrlichen Verbrauchs, d. h. des Alkohols und des Tabaks, nicht herumkommen. Ein Tabakmonopol wird allerdings nicht der zweckmäßige Weg fein. Denn es lätzt sich nicht einsehen, warum man eine große Reihe selbständiger Existenzen vernichten soll, wobei es noch fraglich ist, ob sich tatsächlich 600 Millionen Rm. aus dem Monopol herauswirtschaften lasten. 3m übrigen ist zu befürchten, daß bei der Form der heutigen Aemter-Patro- nage ein^Monopol wenig erfreuliche Erscheinungen zu Tage fördert.

Unbedingt notwendig ist jedoch eine Erhöhung der Bier­steuer. Den bayerischen Widerständen dagegen ließe sich durch eine Aenderung des Verteilungsmaßstabes nach dem örtlichen Aufkommen begegnen. 3m übrigen wird man auf die Gemeinde-Getränkesteuer zurückgreifen müsten, von der ein Rückgang des Kcmfums so wenig zu erwarten ist, wie von bisherigen Alkoholsteuer-Erhöhungen."

Französische Vorbereitung für die Saarverhandlungen.

Paris, 27. September. Am DonnerstagvormUtag trat der Ausschuß zur Vorbereitung der deutsch-französischeu Saar- verhandlnngen zu seiner ersten Sitzung zusammen.Der Aus­schuß", so schreibt in diesem Zusammenhang dieAgencö Economique et Financiöre",wird, von der Möglichkeit einer vorzeitigen Volksabstimmung ausgehend, sich mit den verschie­denen Möglichkeiten beschäftigen, die diese Volksabstinnnung ergeben kann: 1. Angliederung an Frankreich, 2. Beibehaltung des Status quo, 3. Rückkehr an Deutschland. Die letztere An­nahme würde die Wiederabtretung der Saargruben an Deutschland zur Folge haben. In den französischen Kreisen zeigt man aber wenig Neigung zu dem ausschließlichen Ver­kauf der Gruben. Man ist der Auffastung, die beste Losung des Problems bestehe in einer deutsch-französischen Zusammen­arbeit, die einen neuen Schritt auf dem Wege der Annäherung zwischen den beiden Ländern bedeuten würoe."

EnglUchc Offiziere als Wilddiebe.

Wiesbaden, 27'. September. Im rheinhessischen Gel p wurden zwei englische Offiziere in Zivil dabei ertappt, als pe sich auf einem Wilddiebgang befanden. Man s. e bei ihnen bereits Jagdbeute fest. Sie haben, wie man annmimt, bereits Hon einige Wochen ungesetzmäßig die Jagd dort ausgeubt. Die Offiziere stammen aus Biebrich.

Wie die PariserHumanitö" meldet, kehrt der bekannte Separatistenführer Dr. Dorten, der von semer Tätigkeit im besetzten Gebiet während der Separatistenzelt m sehr unrühm­lichem Andenken steht und sich jetzt in Frankreich aufhält, miniittel- bar nach Inkrafttreten desYoiing-Planes in franzop,cher Beamtcn- ftcnunq nach dem Rheinland zurück. Man spreche von einer Tätig­keit in einem französischen Konsulat des Rhemlanndes.