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Nr. 116

(L Blatt)

Donnerstag, den 26. September 1929

81. Iahrg.

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L jlmtliche Bekanntmachungen

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^»dratsamt.

J. Nr. 8490. Bezugnehmend auf die Besprechung in der ^gkrmeisterversammlung am 2. d. MtS. teile ich den Herren jügermeistern der Landgemeinden mit, daß ich für jede Ge- chte über 600 Einwohner ein Druckstück des neuen Staats- ^istülcnders für den Regierungsbezirk Kassel bestellen werde, nun mir nicht b i 0 zum 1. Oktober d. I S. eine Ab- istkllung zugeht. Gemeinden mit weniger als 600 Ein- Vhner, welche den Kalender beziehen wollen, werden ersucht, «Gestellung bis zu dem gleichen Termin bei mir aufzu- eden.

Schlüchtern, den 20. September 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

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Z-Nr. 8465. Der Schreiner Franz Josef Lauer und der *irt Franz Bräscher, beide in Eckardroth sind als SchiedS- 6onn bezw. Schiedomannsstellvertreter für den Schiedsmannö- tjir? Eckardroth wiedergewählt und bestätigt worden.

Schlächtern, den 23. September 1929.

Der Landrat. 3. D.: Zchultheis.

Kreisausfchnß.

Ganitatstolonnen-Ausbilbung.

A-Nr. 163 R. K. Ich mache wiederholt darauf auf- mhany daß in diesem Herbst lind Winter ein Kursuö zur Eisbildung in der Krankenpflege stattfindet und daß Neu- ismeldungen dazu jederzeit hier oder bei den Aerzten:

San.-Rat Dr. Stern, Schlüchtern,

Dr. Borst, Bad Soden,

Dr' Richels, Steinau,

Dr. Strube, Uttrichshausen,

Dr. Koch, Sterbfritz chegen genommen werden.

Schlächtern, den 19. September 1929. M

Der Vorsitzende des Männervereins vom Roten Kreuz.

Dr. Müller.

3'. Die Bescheinigung des Gemeindevorstandes, daß die Unterzeichner des Wahloorschlages in der Bürgerliste eingetragen oder mit einem Wahlschein versehen sind.

(2) Im Fülle ^§ § 2 Abf. 6 des Gesetzes vom 9. 4. 1923 (GS. S. 83) findet, sofern verdrängte Personen auf einem Wahlvorschlag ihres Aufenthaltsortes aufgeführt wer­den, Kummer 2 hinsichtlich des Wohnsitzes und der Wohn­sitzdauer keine Hinwendung.

(3) Der Gemeindevorstand hat die Bescheinigungen auf Antrag gebührenfrei auszustellen.

(4) Die Wahlvorschläge müssen von mindestens zehn in der Gemeinde zur Ausübung des Wahlrechts berechtigten Personen unterzeichnet sein.

§ 40. Die Wahlvorschläge können eine beliebige Zahl von Bewerbern enthalten.

§ 41. (1) Ieder Wahlvorschlag soll durch den Kamen einer Partei oder durch ein sonstiges Kennwort bezeichnet werden, das ihn von allen anderen Wahlvorschlägen deut­lich unterscheidet. Irreführende Kennwörter sind unzulässig.

(2) In jedem Wahloorschlage muß ein Vertrauensmann und ein Stellvertreter bezeichnet werden, die zur Abgabe von Erklärungen gegenüber dem Vorsitzenden des Wahl­ausschusses bevollmächtigt sind. Fehlt diese Bezeichnung, so gilt der erste Unterzeichner als Vertrauensmann, der zweite als sein Stellvertreter.

(3) Erklärt mehr als die Hälfte der Unterzeichner des Wahlvorschlages schriftlich, daß der Vertrauensmann oder der Stellvertreter durch einen andern ersetzt werden soll, so tritt dieser an die Stelle des früheren Vertrauensmanns, sobald die Erklärung dem Vorsitzenden des Wahlausschusses zugeht.

§ 42. Gemäß § 5 Satz 4 des Gemeindewahlgesetzes findet eine Verbindung von Wahlvorschlägen nicht statt.

Steinau (Krs. Schlüchtern), den 23. September 1929. Der Bürgermeister: Dr. Kraft.

Auftakt zur RheinlandrSumung.

Königstein nach 11jähriger Besatzungszeit frei.

Im strömenden Regen marschierte das zweite Bataillon des Leicestershire-Regiments zum letzten Male durch die Straßen Köniafteins. Zum letzten Male klang auch derMarch Past", der Abschiedsparademarsch, als die 4W-Mann-Truppe zum Bahnhof zog. Nur toenige Einheimische waren gekommen sie haben oas militärische Schauspiel fast 11 Jahre lang Snossen dafür aber um so mehr frenide Gäste. Den ant ahnhof eifrig kurbelnden englischen, anrerikaiiischen und französischen Filmoperateuren nach zu urteilen, wird König­stein mit den abziehenden Tommis in der nächsten Zeit über die Leinwand der Filmpaläste aller Welt laufen.

Mit dem Einzug des englischen Bataillons im Dezember 1925 war für den Kurort Königstein die schlimmste Besatzungs- zeit vorbei, die Zeit unseligen Angedenkens an die Marokkaner und Spahis,.die Zeit, wo Marschall Foch auf den Sttaßen eine große Parade der aus 2000 Mann starken französischen Truppen abhrelt, wo General Mangin es sich längere Zeit in der Dilla »Rothschild" gcmüüich machte. Schwere Tage waren es für Königstein, als die Behörden gleichzeitig gegen die Besatzungs­truppen und die Separatisten zu kämpfen hatten.

Der letzteMarch Past" des Leicestershire-Regiments ist kaum verklungen und schon regt sich neues sveies Leben in Königstein. Zwar sind der Besatzung drei Hotels und das Grand Hotel" zum Opfer gefallen, doch schon baut rühriger Hoteliergeist die Räume aus, sind um 40 für Kurzwecke geeig­nete WcchiMVgen wieder frei, sämtliche reichseigene Wohnungen sind schon vergeben, möge nur die Reich svermögensverwaltung sum Ausgleich der Besatzungsschäden bei der Veräußerung der Kaserne auf den Kurbetrieb die nötige Rücksicht nehmen. Man spricht davon, daß eine Polizeischule oder ein zweites Eisenbahnerheim dahin gelegt werden soll.

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^tadt Schlüchtern.

Bekanntmachung.

3n der Seit vorn 27. September bis einschl. 12. Oktober 929 findet die Reinigung der Schornsteine in folgenden Strafen der Stadt statt: Rhlersbacher-, Llmerlandstraße, ilmweg, Hospital-, Graben-, Kaiser-, Kronprinzen-, Gar- f^ vreibrüder-, Kurfürsten-, Breitenbacher-, Bahnhof-, -otichius-, Kloster-, Brückenauerstraße, Braugasse, Fuldaer- Ml Rmtsberg, Weinberg- und Ludow. von Stumm- He.

5chlilchtern, den 24. September 1929.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

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Ttadt Steinau.

Bekannt machung

5ür die am 1 7. November 1 929 vorzunehmende ^wahl für die Stadtverordneten-Versammlung sind die Wahlvorschläge spätestens am 3 1. Oktober 1 929 bei

Vorsitzenden des Wahlausschusses, Bürgermeister, 3im= m^ Kr. 1 des Rathauses einzureichen. Die Wahlvorschläge Essen von mindestens 10 in der Gemeinde zur Ausübung

Vahl berechtigten Personen unterzeichnet sein. Die "Wvorschläge können eine beliebige Zahl von Bewer- p ^uthalten.

^iiglicfy des Inhalts der Wahlvorschläge sind folgende Masten zu beadjten:

, S 37. In den Wahlvorschlägen sollen die Bewerber mit "' und Vornamen aufgeführt und ihr Stand oder Beruf "Ee ihre Wohnung so deutlich angegeben werden, daß "der ihre Persönlichkeit kein Zweifel besteht. Sie sind in "«ennbarer Reihenfolge aufzuführen.

y S 38. Die Unterzeichner der Wahlvorschläge sollen ihren "Urschriften die Angaben ihres Berufs, Standes und ihrer Ahnung beifügen.

$ 39. (1) mit den Wahlvorschlägen sind einzureichen: b Die schriftliche Erklärung der Bewerber, daß sie der Aufnahme ihrer Kamen in den Wahlvorschlag zu- stimmen. Eine telegraphische Erklärung gilt als schrift­liche Erklärung, wenn sie durch eine spätestens am dritten Tage nach Ablauf der $rift (§ 35) eingegan- gene schriftliche Erklärung bestätigt wird. Bei Ab- gäbe dieser Erklärung ist Stellvertretung durch einen ^it. schriftlicher Vollmacht versehenen Vertreter zu- mssig, wenn der Bewerber nachweislich verhindert ist,

7 dif schriftliche Erklärung rechtzeitig einzusenden.

Bescheinigung des Gemeindevorstandes, daß die beiverber am Wahltage das 25. Lebensjahr vollendet haben, Reichsangehörige sind, in der Gemeinde seit 6 Dionaten wohnen und nicht gemäß § 2 Abf. 2 des Gemeindewahlgesetzes vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Bekanntmachung

Betrifft: Realsteuerzu schlüge.

Die von den städtischen Körperschaften beschlossene Er­hebung nachstehender Zuschläge:

200% zur staatlichen Grundvermögenssteuer für bebaute Grundstücke.

200% zur staatlichen Grundvermögenssteuer für unbe­baute Grundstücke.

200% zur Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag,

200% zur Gewerbesteuer nach dem Gewerbekapital, als Gemeindeumlagen für das Rechnungjahr 1929 sind durch Bescheid des Bezirksausschusses zu Kassel vom 21. August ds. 3s. genehmigt worden.

Betrifft: Einführung einer Bier st euer.

Die von den städtischen Körperschaften beschlossene Ord­nung betr. die Erhebung einer Biersteuer für Rechnung der Stadt Steinau ist durch Bescheid des Bezirksausschusses vom 9. 3uli ds. 3s. genehmigt worden, und zwar derart, daß die Einführung der Biersteuer ab 1. 3uli ds. 3s. erhoben werden darf und die Steuer je Hklt. 1,00 NK beträgt.

Betrifft: Beleuchtung von Fahrzeugen bei Dunkelh eit.

Es ist in letzter Zeit die Beobachtung gemacht worden, daß Fahrzeuge ohne beleuchtet zu sein an Verkehrsstraßen stehen, oder bewegt werden. Da dadurch Unglücksfälle her- vorgerufen werden wird künftig auf die Abstellung dieser Mängel scharf durch den Polizeibeanrten geachtet werden.

Steinau, den 24. September 1929.

Der Magistrat. Die Polizeiverwaltung. Dr. Kraft.

GckwereS Autounglück.

In der Rähe des Kurfürstendammes in Berlin wurde Dienstag abend das Auto des 66 jähriaen Rittergutsbe­sitzers v. Wollang von einem in rascher Fahrt befindlichen Privatwagen angefahren. Der Anprall war so heftig, daß sich der Wagen v. Wollangs mehrfach überschlug. Die Ehefrau des Rittergutsbesitzers wurde so schwer verletzt, daß sie bald darauf starb. Auch der schwerverletzte Ehe­mann ist im Laufe der Rächt gestorben. Eine Kranken­schwester, die die gerade aus dem Krankenhaus gekommene Ehefrau des Rittergutsbesitzers betreute, wurde schwer ver­letzt. Die Familie wollang ist durch ihre Stiftungen zu­gunsten der Berliner Armen bekannt, die auf 20 Milli­onen Mark geschätzt werden.

Die Besatzungsmächte sind an die Botschafterkonfe­renz herangetreten mit dem Ersuchen, die Einschränkungen hinsichtlich des Ueberfliegens des besetzten Gebietes durch deutsche Zivilflieger aufzuheben. Die Botschafterkonferenz hat darauf die geltenden Einschränkungen aufgehoben.

Ein Marschbefehl.

Wie aus Zweibrücken gemeldet wird, hat das zweite Bataillon des dort stehenden französischen Infanterie-Regi­ments Nr. 156 Marschbefehl.

Es muß bis spätestens 15. Oktober aus dem besetzten weviet nach Frankreich abgerückt fein. Von dem 156. Regi­ment bleibt nur noch ein Bataillon in Zweibrücken. Ob das abrückende Bataillon durch ein neues ersetzt wird, ist noch nicht bekannt.

Auch Bad Gchwalbach frei!

Dienstag nachmittag hat die hiesige Besatzung, das zweite Bataillon des Dersethshireregkments, Bad Schwalbach ver­lassen. Gegen 3 Uhr nachmittags rückten die Truppen aus der Kaserne aus und zogen mit Klingendem Spiel durch die Stadt zum Bahnhof, wo sie in zwei bereitstehenden Zügen verladen wurden. Das Publikum verhielt sich ebenso wie gestern in Königsstein sehr zurückhaltend. Aus dem ab­fahrenden Zuge erscholl ein vielstimmigesGood bye". In Wiesbaden wurden die Züge zu einem Zug vereinigt, der bis Gstende fährt. Die neue Garnison in England ist Portland. 20 Mann der Besatzung sind zur Abwick- lung der Geschäfte noch bis Samstag hiergeblieben.

Wahlbündnis von Demokraten und Zentrum.

Die Deutsche Demokratische Partei und das Zentrum haben für die Provinziallandtagswahlen ein Wahlbündnis geschlossen und die Aufstellung gemeinsamer Listen für die Regierungsbezirke Potsdam und Frankfurt a. d. D .be­schlossen, wobei die Demokraten dem Zentrum die Wahrung seines bisherigen Besitzstandes an Mandaten zugestanden haben. Die gemeinsamen Listen beider Parteien werden unter der FlaggeBlock der Mitte" segeln.

Ueber die Ausdehnung dieses Wahlbündnisses auf die Kreistag- und Gemeindewahlen sind Besprechungen im Gange.

Zufammenstöfle nach der Hugenbergversammlung.

Kach Schluß der hugenbergversammlung im Sportpa­last in Berlin kam es gegen 12 Uhr nachts in der^Schickler-, Blumenstraße und an der Waisenbrücke zu Zusammen­stößen. Es entspann sich eine wüste Schlägerei, in deren Verlauf nach einer Blättermeldung mehrere Schüsse ge­fallen waren. Die Polizei mußte starke Kräfte einsetzen und mit dem Gummiknüppel die Menge zerstreuen. Sechs Per­sonen wurden zwangsgestesst, zwei Verletzte nach der Ret­tungswache gebracht.

Verhaftete Raubmörder.

Freilassing, 24. Sept. AV.T.L.) Die Raubmörder Udo Kügle und Otto Ricken, die in Hannover den Kassen- boten Kowack ermordet und ihm einen Geldbetrag von 59 000 Mk. geraubt hatten, haben, wie von der bayrischen Grenzpolizei festgestellt werden konnte, mit ihrem Auto beim österreichischen Grenzzollamt Rott bei Freilassing die Grenze nach Oesterreich passiert. Daraufhin konnten die beiden in Kiederösterreich bei Binnenmarkt ungehalten werden. Udo Kügle konnte mit seiner Geliebten, Luise Schachinger aus München, festgenommen werden, während Rickens flüchtete. Kunmehr ist es auch gelungen, Gtto Rickens in der Kähe von Melk zu verhaften.