Kms-Kmtsbtatt * UllHemeiner amtticherKryeLger für Nn Kreis Schlüchtem
Imbimb Verlog:H.St»ürstlL Söhne» Sckchöst-^^ahnhofstnb* strnspv.Nr.1^ * Postphe^^IrmMsw-taLU^rz»
Ar. IlS l1. Blatt) Dienstag, den 24. September 1929 81. Iahrg.
üntliche Bekanntmachungen
«ndratsami.
Bekanntmachung
< Ergebnisses der Wahl der Kassen- and Aerztevertreter m Vertragsausschuß im Bezirk des Versicherungsamts Schlüchtern.
Auf das Wahlausschreiben vom 1. August 1929 ist bei r Wippe! der Krankenkassen und Aerzte fristgemäß nur eine Vorschlagsliste eingereicht und zugelassen worden. ; findet daher gemäß § 18 her Wahlordnung keine Wahl tt. Die in den Vorschlagslisten gültig bezeichneten per» W gelten in der erforderlichen Zahl in der Reihenfolge s Vorschlags als gewählt. Es sind dies:
a. als Kassenvertreter: irr Färber Eornel Fensterer in Bad Soden, irr Aeinbvucharbeiter Georg Stoppel in Bellings, irr llaufznann Friedrich Schäfer in Schlächtern,
Brückenauerstr. 49. qls Stellvertreter der Kassenvertreter: rr Naschinist Adam Kraus in Sterbfritz, irr Landwegewärter Johannes Kohlhepp in Gundhelm, rr Landwirt und Bürgermeister Johannes Müller in
Weichersbach, rr Buchdrucker Jean Walther in Schlüchtern, Alte Bahnhofsstraße 5, rr Schreiner Joseph Grauel in Bad-Soden, rr Gutsinspektor Konrad Preitz in Vollmerz.
b. alsAerztevertreter: rr Zamtätsrat Dr. Ernst Stern in Schlüchtern, rr Christian Both, prakt. Arzt, in Sterbfritz, rr Dr. med. Ernst Element, Facharzt, in Schlächtern, als Stellvertreter der Aerzi ev-rtreter: rr Sanitätsrat Dr. Alois Salditt in Puln -^ >;i. _ n-vr. med. u nt 'tichels, prakt. Arzt in Siemaii. rrDr. med. Wilhelm Strübe, prakt. Arzt in Uttrichshallsen rr Dr. med Fritz Boerst, prakt. Arzt in Bad Soden, rr Karl Fömmel, prakt. Arzt, Schlächtern, rr Dr. med. Paul Koch, prakt. Arzt, in Sterbfritz. Schlüchtern, den 20. September 1929.
Der Wahlleiter: I. V. Schultheis.
Bekanntmachung
'S Ergebnisses! der Wahl der Kassen- und Aerztevertreter Zulassungsausschuß im Bezirk des Versicherungsamts Schlüchtern.
Ruf das Wahlausschreiben vom 1. August 1929 ist bei t Gruppe der Krankenkassen und Aerzte fristgemäß nur eines Vorschlagsliste eingereicht und zugelassen worden' 5 fmbet daher gemäß § 18 her Wahlordnung keine Wahl rtt/ Diel in den Vorschlagslisten gültig bezeickneten Per- ^ gelten in der erforderlichen Zahl in der Reihenfolge !8 Vorschlags als gewählt. Es sind dies:
| a. als Kassenvertreter:
w Färber Eornel Fensterer in Bad Soden, Vr Zteiuhruicharbeiter Georg Stoppel in Bellings, Kaufmann Friedrich Schäfer in Schlüchtern,
Brückenauerstr. 49.
Qis Stellnertreter der Kassenvertreter: icrr Maschinist Adam Kraus in Sterbfritz, tandwegewärter Johannes Kohlhepp in Gundhelm, lerr tandwirt und Bürgermeister Johannes Müller in
Weichersbach,
R Haumeister Johannes Müller in Steinau, (E)$.=U. 278), Schreiner Joseph Grauel in Bad-Soden,
^ Gutsinspektor Konrad Preiß in vollmerz.
I b. alsAerztevertreter:
Fr Sanitätsrat Dr. Ernst Stern in Schlüchtern, Fr med Fritz Boerst, prakt. Arzt in Bad Soden, RDr. med. Tarl Nichels, prakt. Arzt in Steinau. als Stellvertreter der Aerztevertreter: ctr Sanitätsrat Dr. Alois Salditt in Bad-Soden, crr ^arl Fömmel, prakt. Arzt, Schlüchtern, ^rr Dr. med. Paul Koch, prakt. Arzt, in Sterbfritz.
.rr Dr. med. Wilhelm Strübe, prakt. Arzt in Nttrichshausen w Christian Both, prakt. Arzt, in Sterbfritz,
me^- Ernst Element, Facharzt, in Schlüchtern. | Wächtern, den 20. September 1929.
Der Wahlleiter: I. v. Schultheis.
^-Nr. 8362. Bezugnehmend auf meine Verfügung vom d. Js. — Nr. 6119 — Schl. Zeitung Nr. 87 — die Ortspolizeibehörden nochmals darauf aufmerksam ^W daß die Katafterblätter über die gewerblichen Anla- n ® i 6 zum l. Oktober d. I s. hierher einzufenden l', Ich muß erwarten, daß dieser Termin pünktlich ein- wird.
I Schlüchtern, den 20. September 1929
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
K r e i s a u s sch u ß.
I.-Nr. 4355 K. A. Diejenigen kserren Bürgermeister der Landgemeinden, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 5. d. Mts. — I.-Nr. 4002 K. R. — (Kreisblatt Nr. 108) betr. Abführung des Losholzgeldes noch im Nückstande sind, werden hieran mit einer 14tä= gigen Frist erinnert.
Schlüchtern, den 21. September 1929.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses. 3. V.: preiß.
3.=Rr. 4256 K. A. Der Leiter der Kommunalbeamten- seminare Hessen-Nassau c. v. in Frankfurt a. M. hat die Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 in ihrem Urtext nach dem neuesten Stande der Gesetzgebung bearbeitet. Das Buch kann bei der Verwaltung der Kommunalbeamtenseminare in Frankfurt a. lN., Kronprinzenstraße 21, gegen Einzahlung des Herstellungspreises von 2,15 KllTb. auf das Postscheckkonto Nr. 56374 Frankfurt a. M. bestellt werden. Den Herrn Bürgermeistern der Landgemeinden wird die Anschaffung des Buches empfohlen.
Schlüchtern, den 19. September 1929.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.
Hochwasser auf Gytt»
Westerland, 22. Sept. (WB) Durch einen Nordweststurm, der eine Windstärke von 10 bis 11 erreichte, wurden die Wassermassen der Nordsee mit großer Gewalt in das Wattenmeer getrieben, wo sie sich am Hindenburgdamm stauten und die ausgedehnten Ländereien zwischen Keitum und Archsum bis zur Q)fffeite des Neichsbahndammes überschwemmten. Außerdem wurde der ungefähr 100 Meter breite Wattenstrand vor dem Kaitum-Kliff völlig überflutet. Die Wassermassen b Endeten gegen die Umzäumun- gtn wi ittLeu. ,i.vLU hau^gutürN. GüMicherrvehe vermoch- die die Viehbesitzer ihre Schafe rechtzeitig zu bergen und somit Verluste zu vermeiden. Dennoch hat der Sturm mancherlei Schaden angerichtet. In viele Hausdächer wurden große Löcher gerissen. Fahnenstangen und Ghstbäume wurden umgeknickt. Die elektrischen Straßenbeleuchtungen wurden zu Boden geschleudert. Die Obsternte ist vernichtet. Weitere Nachrichten liegen bisher nicht vor, da die Telephonleitungen gestört sind.
Nationalforlalistifche Anruhen.
Bei einem Propagandaumzug der Nationalsozialisten in Neukölln kam es Sonntag nachmittag an verschiedenen Stellen zu schweren Zusammenstößen mit politisch Andersdenkenden. Die Polizei mußte einschreiten und Verhaftungen vornehmen. Die Polizei nahm auch die Insassen eines Autos fest, aus dem herausgeschossen worden war. In dem Auto befand sich auch der Neichstagsabgeordnete der Nationalsozialistischen Partei Dr. Goebbels, der ebenfalls verhaftet, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Aus dem Auto, das sehr bedrängt worden war, waren nur Schreckschüsse abgegeben worden.
— Die Zahl der Todesopfer bei den Bergwerkskatastrophen von Klein-Nosseln hat sich auf 29 erhöht, da von den Verletzten inzwischen noch sechs ihren Verletzungen erlegen sind.
— Der spanische Ministerrat hat beschlossen, Dr. Ecke- ner die Medaille „Plus Ultra" zu verleihen. Dies ist die höchste spanische Fliegerauszeichnung.
— Staatssekretär Stimson kündigte an, daß die Fünf- mächtekonferenz über die Frage der Seeabrüftung aller Wahrscheinlichkeit nach im Januar in London stattfinden werde.
— Auf dem Gut Eichenhof bei Trebbin wurde eine 15 jährige Gutsinspektorstochter und ein 20 jähriger Gärtnerssohn erschossen aufgefunden. Beide hatten ein Liebesverhältnis unterhalten.
— Der bekannte Veteran des Berliner Theaterlebens Anton ljerrnfeld, der auch in Frankfurt a. M. kein Unbekannter war, ist in der Nacht zum Sonntag einem Schlaganfall erlegen. Er war 64 Jahre alt.
— In Bremen war vor einigen Tagen in einem D-Zug ein sterbender Mann aufgefunden worden. Man hatte zunächst an Selbstmord gedacht. Jetzt hat sich ^herausgestellt, daß es sich um einen Räuber handelt, der einen Neberfall auf den Postwagen geplant.hatte, bei den Vorbereitungen aber unvorsichtig mit der Waffe umging und sich selbst erschoß.
— In Unterhainsdorf bei Zwickau erschoß am Samstag der Bürgermeister Noth seine Frau und sich dann selbst. Angeblich hat eine Nachprüfung der Gemeindekasse die gestern erfolgt war, größere Unregelmäßigkeiten ergeben.
Die Borwürfe gegen Klönne. KlSnwe äußert sich zu der ErklLruug der „Rational- liberalen Korrespondenz".
Die „StattoitaUiberale Correspondenz" hat bekanntlich in einer Berössentlichung behauvtet, der deutschnationale Reichstagscchgeordnete Tr. Klönne habe den Franzosen in Paris Angebote gemacht, die viel weitgehender gewesen seien als die der von Hugenberg bekämpften deutschen Politiker. Hierzu erttärt Dr. Klönne:
Es ist richtig, daß ich (nicht 1926, sondern 1927) tn London Unterhaltungen mit führenden englischen Politikern gepflogen habe, die die Entwicklung Europas und besonders die deutsche Sache betrafen.
Bei diesen Gesprächen, bei denen ich meine Stellung als Privatmann, der ohne Auftrag der Regierung oder seiner Partei nur seine eigene Meinung zum Ausdruck brächte, ausdrücklich betoute, führte ich etwa aus, daß Deutschland für eine deutsch-cnglifch-franzö- sische Zusammenarbeit nur dann in Frage käme, wenn wenigstens die elementarsten deutschen Forderungen cr- füllt würden.
Es versteht sich von selbst, daß ich das Auswärtige Amt über diese Unterhaltung, obwohl sie rein privater Natur war, alsbald unterrichtet habe. Den französischen General, der aus seiner Tätigkeit im Zusammenhang mit Fragen der Entlvaffnung Deutschlands wohl bekannt ist, offenbar General Walch, kenne ich nicht, kann also mit feiner Demarche nicht in Verbindung gebracht werden. Alle darüber gemachten Aus- führungett find unrichtig.
Dagegen habe ich mit französischen politischen Per- fönlichkerten im Winter 1927-28 in Berlin Unterhaltungen ähnlicher Art wie vorher in London gepflogen, wobei ich nach meiner Auffassung über die Rechberg-
Ich glaube nicht, daß irgend jemand das Recht hat, derartige Unterhaltungen „Angebote" zu nennen. Im Frühjahr 1928 ebenso wie 1929 war ich nicht in Paris. Die hieran geknüpften Bemerkungen sind ebenfalls frei erfunden.
De» ^Zungdeutsche^ stellt Fragen.
Bündnis mit Frankreich?
In einem Artikel, der lm Organ des Jungdeut- schen Ordens, „Der Jungdeutsche", veröffentlrcht wird, werden Einzelheiten über angebliche Beziehungen allf- geführt, die deutschnationale Volitiker und auch der „Stahlhelm" mit gewissen Kreisen in Frankreich angeknüpft haben sollen. Auf deutscher Seite werden der „Autzenpolitiker des Stahlhelms", Frecherr v. Medem, der Industrielle Arnold Rechberg, General v. Lippe und Dr. Krieak als „Vertreter Hugenbergs" genannt, auf französischer Seite Paul Renauld als „Beauftragter Poincaräs". „Der Inngdeurfche" stellt verschiedene Fragen, u. a. diese:
Ist es wahr, daß General v. Lippe im Sommer 1929 mit Wissen des Stahlhelms mit Arnold Rechberg in Paris gewesen ist, um mit französischen Kreisen zwecks Herbeiführung eines Bnndnisses mit Frankreich Kühlung zu nehme«?
Die Veieiligtea antwotten.
General v. Lippe schickt der Presse folgende Antwort zur Veröffentlichung.
Ich habe über meine Pariser Unterredungen mit französischen und englischen Staatsmännern nicht nur gemeinsam mit Herrn Arnold Rechberg den deutschen Botschafter in Paris, v. Hoesch, eingehend informiert, sondern nach meiner Rückkehr in Berlin auch den Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Herrn v. Schubert. Auch habe ich mich vor meiner Abreise nach Paris der Zustimmung deutscher offizieller Persönlichkeiten und führender Politiker zu meinen Absichten vergewissert.
Freiherr v. Medem und Dr. Kriegk geben in einer Erklärung zu, daß gelegentlich einer Tee-Ein- ladrmg eine Besprechung stattgefunden hat, in der sie „in selbstverständlicher Ausübung ihres journalistischen Berufs" sich über die politischen Anschauungen Re- naulds unterhalten haben.
Es fei nicht wahr, daß die beiden Genannten tn irgendeiner Form beauftragt waren oder sich als Beauftragte bezeichnet hätten. Es sei ebensorvenig wahr, daß sie irgend welchen Bedingungeir Renanlds zu- stimmten.
Renauld habe in dieser Unterredung das Programm einer Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich mit weitgehenden politischen unb militärischen Angeboten entwickelt. Er habe aber durchblicken lassen, daß er seine persönliche Ansicht und nicht ein offizielles Angebot der französischen Regierung vertrete.