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Zu den Reichsjusenbwettkämpfen am 11. September 1929.

' Septemberfonne über leichtem Dunst verklärt die Flur, Septembersonne, die dem heißen Sommer auch heute ge­recht werden will. Und doch steht die Welt schon, des Frost- Hauches wartend, der bald reife Frucht und müdes Leben anblasen wird. Vollendung eines Daseinsringes, stuf dem Acisbrunnen soll heute junges Volk sich versammeln, Bchul- volk des Kreises Schlüchtern. Spieltag ist's- Auch eine ausgereifte Frucht? Wachsend noch und jeder Veredelung aufgeschlossen. Jungen und Mädchen zu Fuß, per Bahn, auf Wagen und Ruto strömen herbei, mit Wimpel und Fahne. Ergeben, zuversichtlich, durch Erfahrung belehrt, oder auch modern ungläubig, teils froh, teils gleichmütig zuschauend. Und doch ein schöner Schwung in dem Ganzen, als das taufrische Lied erklingt:Wer recht in Freuden wandern will, der geh der Sonn entgegen". Der auf= gehenden Sonne weiht auch Schulrat Groß den ganzen (Lag, der Erzeugerin und Erhalterin alles Lebens auf unserer Erde, der Kraftspenderin für unseren Körper, der Licht­quelle unseres Geistes. Wie ein Dennoch klingt's in die Herbstahnung wissender Menschen, von der Jugend getragen, die von Katar aus ^Ausstieg, künftige Wonne, Sieg und Kampf um Höchste -Ziele in sich spürt. Aber Gesundheit muß sie tragen, Gesundheit ist emgesogene Lonnenkraft, und darum, ihr Kinber:Sorgt für Eure Gesundheit!" Der heutige Tag dient diesem Ethos des Gesunden, auf Wandersmann, du junger, miß deine Kraft mit deiner Mitbrüder, Kämpfe für dich und deine Schule.

Ein Gewimmel folgt der Morgenfeier, wie die Moleküle und Atome einer Lösung, die zu einem Kristall zusammen- schießen wollen. Und alles Bin und Ber und Ruf und Rb ordnet sich in ein großes Feld, wo zwölf Riegen ihrer An­weisung harren: Abrücken zu den Kampfplätzen. Kugel­stoßen, 75 Meter-Lauf, Weitsprung sind die Arten der dies­jährigen Wettkämpfe, und bald herrscht Sporteifer auf der Aciswiese und dem nahen Waldweg' fliegen die Kugeln, pochen die Absprungbretter, Hallen aneifernde Rufe beim Wettspringen. Um zwölf Uhr sind die Kampfbahnen ge­räumt, liegen die Punktbogen vor den Rechenkünstlern im

Waldhaus, die das Schicksal der einzelnen Schulen deuten. Mir kommt der Morgen des Turntages immer etwas geheimnisvoll, gruselig vor, weil die Erfolge so unpersön­lich, gespenstisch, unter der Erde sich weiterwühlend erschei­nen. Keine Klarheit noch, kein gemeinsames Erleben, eine Zchicksalsmühle. So sind aber alle Massenpunktkämpfe- Mittagspause, Abebben der Spannungen, Hunger und Müdigkeit gehen um. Und dann kommt die Seit, wo die Zigarre Denkkraft erhält und Mittagsruhe kräuselt:So ist das Leben! Bauch, der verweht!" Es ist merkwürdig still geworden trotz der vielen Kinder, oder hat das Ohr I weniger Hörkraft jetzt? Da dringen andere Klänge | heran eine Kapelle tastet erst vorsichtig die Stimmung ab, weckt dann, hebt endlich den Geist aus seiner (Lraum= wiege, leitet endlich über zum Nachmittagswerk: Vor- läufe für die Stafetten. Neues Leben, greifbares Interesse, schneller Pulsschlag auf der Rennbahn. Der Schauteil hat begonnen und fesselt stark. Die Mannschaften für die Zwischenläufe sind festgestellt. Nun aber keine Ruhe mehr. Irgendwo eine neue susammenballung von Menschenlei­bern, Marschmusik rauscht auf. Die große Mädchenabtei­lung naht, füllt wachsend den Platz, steht endlich. Und dann Bewegte junge Körper, gemeinsamer Rhythmus eine Flutwelle neuen Lebens. Gefühls:Wir alle zu­sammen". Ich möchte das Wesentliche des ersten Teiles, den Dreikampf, weil ich es hier stark empfinde, indivi­dualistisch, analytisch nennen, und der Anblick des Schau­turnens läßt in mir einen Schauer emporschlagen von i sozialer Bindung und Synthese:Wir, Volk! Wir Jung­volk! Wir sukunftsträger!" Wir kommen und bringen erlebend das Neue, das Ueberwindende, Mächtige! Keins ohne das Andre! Gemeinseele! Der Nachmittag ist erlebnis- stärker, mögen das nun noch die weiteren Vorführungen der Mädchen sein oder das Turnen der Knaben oder die Stafettenendläufe. Eine wogende Menge füllt den schönen Waldplatz, die Stellvertreter der Körnen haben inzwischen das Schicksal befragt, geflüstert erst und dann gesprochen werden dieSieger" genannt. Die Erwartungen spannen sich, die Preisverteilung muß sie lösen. Noch einmal rauscht das Lied von der aufsteigenden Sonne vorüber, mahnt es zur Nachprüfung des Tageserlebens? Noch einmal wenden

sich Herr Landrat Dr. Müller, Herr Bürgermeister Gaenf len, Herr Schulrat Groß an die Kinder, sie ermahnend H Gesundheit, ihren Körper, ihre Geisteskräfte so zu gebr(m; chen, daß neue Gemeinschaft, neues Volksbewußtsein geschlossene Volkskraft unser Volk und Vaterland langst wohl aber unaufhaltsam aus der Tiefe zu neuer Sonne emporführen möge.

Es wäre nun noch kurz zu berichten, welche die Spi^ leistungen der Schulen, der Schüler und der Stafetten anten Dabei s oll betont werden, daß ja eigentlich alle Namen in die Zeitung gehörten, wenn die ersten darin zu lesen j^. denn jeder hat nach seinem vermögen dazu beigetragen die vielen tausend Punkte in die Bewertungsbogen M zaubern, die den Berechnungsausschuß stundenlang quälten. a) Schulleistungen im Durchschnitt: 1. Breitenbach 52,9 Punkte; 2. Herolz 49; 3- Breunings 47; 4. Hohenzell 45,1; 5. Bellings 44,7; 6. Schlüchtern 44; 7« Salmünster ev. 43^ 8. Sterbfritz 42,2; 9- Elm 41,6; 10. Reinhards 41,5.

b) Höchstleistungen der Schüler.

Gruppe A. 1- Andreas KoK, Soden 89; 2. Heinrich Lang, Hintersteinau 81; 3. Philipp Bolender, Schlüchtern 80; 4 Fritz Deberle, Elm 79; 5. Adam Richter, Schlüchtern 77; 6. Heinrich Schneider, Breitenbach 75; 7- Hans Oestreichs Schlüchtern 73; 8. Kaspar Spähn, Breitenbad) 73; 4 Wilhelm Lamb, Gundhelm 73; 10. Ludwig Fischer, Sab Münster 73.

Gruppe B. 1. August Klug, weiperz 71; 2. Friedrich Richard, Schlüchtern 71; 3. Heinrich Pfaff, Salmünster 70; 4. Wilhelm Both, Breitenbach 67; 5. Johannes Sinkhan, Sterbfritz 66; 6. Johannes Brehler, Eckardroth 66; 7. Fritz Goldschmidt, Schlüchtern 66; 8. Joseph Hergenrödn, Eckardroth 65; 9. Johannes Gutermuth, Gundhelm 64; 10. Johannes Müller, Niederzell 64.

c) Stafettenfieger: Gruppe R: 1. Schlüchtern- 2- Elm: 3. Soden- Gruppe B: 1. Marjoß- 2. Züntersbachjevh 3. Bomsthal-

Kreis und Stadt Schlüchtern hatten für die Stafetten Bilder gestiftet, die nach Schlichtern und nach Marsch kommen. Alle übrigen erhielten Ehrenurkunden- K.

verantwortlich für den Inhalt: Fr. Steinfeld.

Am 13. d. Mts. verschied im Landkrankenhaus Fulda nach langem, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter treusorgender Dater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

Konrad Zipf

im 39. Lebensjahr.

Schlüchtern, den 16. September 1929.

Die Beerdigung findet statt am Dienstag, den 17. d- Mts. nachmittags 4 Uhr vom Hause Hanauerstrotze 22, aus.

FRANKFURTER HERBSTMESSE

SPIELWAREh*

22. BIS 25. SEPT.1929

Turnverein Schlüchtern e. V.

Nachruf!

Am 13. d- Mts. verschied nach längerem, schweren Leiden unser liebes Mitglied

Herr

Konrad Zipf

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken be-

wahren.

Der Vorstand.

Die Mitglieder werden gebeten, sich zur Teilnahme an der Beerdigung am Dienstag, den 17. d. Mts. nach­mittags 3'/2 Uhr in der Turnhalle einzufinden.

Krieger - Verein Schlüchtern

20 Zentner prima MMSI ein schwerer Handwagen (kann auch mit einer Kuh bespannt werden) und ein

MW

zu verkaufen.

Näheres bei Adam, Bollziehungsbeamter.

Schüler finden zu Oktober gute Aufnahme in ev. Hause.

Küch, Fulda,

Bahnhofstraße 272.

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Telefon 231.

Kanalstraße 74.

Achtung!

Die Beleidigung welche ich gegen meine Frau Elisabeth K!a- ser, geb. Rausch 3. 3t in Schlüchtern ausge­sprochen habe, nehme ich mit Bedauern zurück.

Willy Klaser,

z. 3t. Hanau.

Ein schulentlassener

MM

Z. Hüten des Viehes gesucht.

Heinrich yildebrand,

Brückenauerstraße 66-

Am Freitag, den 13. d. Mte. starb unser Mitglied

Herr

Konrad Zipf

Wir betrauern in ihm einen treuen Kameraden, dessen Andenken wir in Ehren halten werden.

Der Vorstand.

Die Kameraden bitten wir zu der am Dienstag, nach­mittag 4 Uhr stattfindenden Beerdigung sich zahlreich zu beteiligen.

Antreten % Stunde vorher am Weitzeldenkmal in der Brückenauerstraße. Gewehrgruppe 18.

Sämtliche Druckarbeiten für Behörden, Private, Geschäfte und Industrie werden schnell u. sauber angefertigt

Buchdruckerei H. Steinfrld Söhne Schlüchtern.

BekanntmaKuvg

Donnerstag, den 19. September 198 sollen um 9 Uhr vormittags in der Gastwirtschaft

Ignatz Wolf in Salmünster

1 Spiegel und 1 Sofa und

um 10 Uhr vormittags in der Gastwirtschaft Karl Wolf in Bad Soden

1 Sofa, 1 Dertikow, 1 Kommode und

1 Kleiderschrank

öffentlich meistbietend gegen Barzahlung zwan^ weise versteigert werden.

Knobeloch, Obergerichtsvollzieher in Steine

Bekanntmachung.

Am Mittwoch, den 18. September IM vormittags 11 Uhr werden in-ber Gastwirtschaft

Ignatz Wolf in Salmünster gegen b fortige Barzahlung

1 Schreibtisch, 1 Küchenanrichte, 1 M 1 Klavier, 1 Kommode, 1 Diwan, Schreibsekretär und 1 Faß Membran) zwangsweise versteigert.

Schlüchtern, den 16. September 1929.

Finanzamt lDollstreckunqsdienststellet

Bekanntmachung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen;» Schlüchtern am Donnerstag, den 19. Sep tember d. 3., nachmittags 3 Uhr

1 Rindchen, 1 Kleiderschrank, 1 WM schränk, 1 Dertikow, 1 Sofa, 1 Schreib sekretär, 1 Nähmaschine, 1 ChaiselonM mit Decke, 2 Korbsessel, 1 vollständ. M 1 goldene Damen- und Herrenuhr, 1 menfahrrad, 1 Ladentheke, 1 Staubbug 2 Zentrifugen, 1 Wäschemangel, 1 Dole- badewanne, 1 Iauchefaß, 1 Radioappar^ mit Lautsprecher, 1 Lastkraftlieferwa^ u. n- a. Gegenstände

öffentlich meistbietend gegen Barzahlung 0611 steigert werden.

Zusammenkunft der Kaufliebhaber in der Gastwirtschaft Adler hier.

Schlüchtern, den 16. September 1929- Kirschner, Obergerichtsvollzieher in Schluchten

Fuldaerstraße 64.

In unser Handelsregister Abteilung A heute unter Nr. 60 die Kommanditgesells<M in Firma'Chr. Eerhauser, Marmor werke" mit dem Sitz in Altengronau tragen worden. Persönlich haftende Gesn- schafter sind die Fabrikbesitzer Christian Ger- Häuser und der Diplom-Ingenieur Walter M Häuser, beide in Altengronau. Eine Komm«"' ditistin ist vorhanden. Die Gesellschaft hat o"1 1. Januar 1929 begonnen.

Schwarzenfels, den 9. September I929-

___________Das Amtsgericht

Im Wege der Zwangsvollstreckung am 5. November 1929 vorm 9 an Gerichtsstelle, Zimmer Nr. i, die auf Namen des Müllers Friedrich Füh ' zu */z eingetragenen Grundstücke und Geva»^ Gemarkung Jossa und Altengronau öffentlich versteigert werden.

Schwarzenfels, den 12. September ifW

Amtsgericht.

K 11/28. 20