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Nr. 90

Gchlüchterner Zeitung

3. Blatt

Schwere Explosionskatastrophe.

Das größte deutsche Sauerstoffwer! fast völlig zerstört.

Aus Berlin wird gemeldet:

Am Mittwochmittag ereigneten sich in den Sauerstoff- Wcit in Berlin-Borsigwalde mehrere schwere Explo- ; liotten. Eine hundert Meter hohe Stichflamme schlug aus s Fabrikgebäude empor. Man spricht von vielen Toten. ; Die Explosionen dauern an.

| Nach einer weiteren Meldung war die Unglücksstelle in Teael bei der Explosion des Sauerstoffwerkes der Gesellschaft

[ Lindes-Eismaschinen infolge der noch lange andauernden I Luen Explosionen völlig unzugänglich. Die Fabrik liegt auf S kcr Nordseite der vom Stettiner Vorortbahnhof nach Tegel [ Ehrenden elektrisch betriebenen Kreisbahnvorortstrecke. Auf der Südseite des niederen Bahnganges befinden sich die bekannten Borsigwerke, das Tegeler Gaswerk und ein Großpumpwerk

I Berliner Wasserwerke. Außer acht Zügen der Berliner I ^erwehr befinden sich sechs freiwillige Feuerwehren auf dem Brandplatz.

| Gegen 14 Uhr gelang es den Feuerwehren, in den | Mosionsbereich einzudringen und die Arbeit energisch auf- | Mnehmen. Das Feuer wütet schon fast zwei Stunden. Gefahr, daß der Brand auf die umliegenden Gebäude übergreift,

I besteht glücklicherweise nicht. Die Lagerräume rechts und | links der Eis- und Sauerstoff-Fabrik sind unter Wasser gesetzt worden. Zwei Krankenwagen mit Verwundeten haben die Unglückstätte schon verlassen.

I Ueber die

Zahl der Opfer

wird gemeldet: Vorläufig spricht man von a ch t P e r s o n e n, I die zum Teil schwer verletzt wurden, fünf weitere Personen I vermutet man in den brennenden Gebäuden, so daß mit ihrem | Tod gerechnet werden muß.

Die Ursache.

I Wie es heißt, ist der Brand durch das Umfallen einer I Sauerstoff-Flasche hervorgerufen worden. Der Mann, der » die Flasche hat fallen lassen, ist merkwürdigerweise nicht I erheblich verletzt, worden. Sofort nach dem Umfallen der I Flasche erklang der Schreckensruf:

Gasexplosion! Räumen! Alles räumen!"

| In wilder Haft verließen Arbeiter und Angestellte, Män- I ner und Frauen, sämtliche Räume des Werkes, das etwa I 100 Personen beschäftigt.

Hinter den Flüchtenden stiegen gewaltige Feuersäulen I und Rauchwolken unter ohrenbetäubendem Lärm zum Himmel I empor, in die Detonationen mengten sich die Hilfeschreie der I Betroffenen. Die durch die Explosion zerstörte Fabrik ist die I größte Sauerstoff-Fabrik Deutschlands. Sie liefert Sauerstoff, I Stickstoff, Preßluft, Argon- und Helium-Gas. In der I angegliederten Fabrik werden komprimierte Gase erzeugt, in I dem größten Acethhlin-Werk wird gelöstes Acethylen her-- I gestellt.

Weitere Einzelheiten.

M Aus den letzten Meldungen geht hervor, daß die Explo- | sion in den Lagerräumen der Sauerstoff-Flaschen entstand. I Etwa 100 Flaschen, die dort gelagert waren, flogen nach- I einander mit furchbarem Getöse in die Luft und wurden teil- I weise Hunderte von Metern weit geschleudert. Der durch die Explosion entstandene Brand griff von dem inzwischen ein- I gestürzten Lagerraum auf das Büro über, das vollkommen I ausbrannte. Die Feuerwehren mußten sich zunächst auf I Absperrungsmaßnahmen beschränken, da das Betreten der I Ansallstelle selbst mit zu großen Gefahren verbunden war.

Der Entwicklerraum, d. h. der Raum, in dem aus dem I Karbid der Sauerstoff gewonnen wird, konnte nach vielen I Bemühungen der Feuerwehr gerettet werden, während der I Dachstuhl der Tischlerei vollständig ausbrannte. Auch das I Gebäude des Apparate-Baues ist vom Feuer stark mitgenom- I men. Die Flaschen, die durch die Hitze und den Druck Weiß-

8 end durch die Luft sausten, sind mit. etwa 24 Amosphären- ck gefüllt. Das Fabrikgelände bietet ein Bild wüster Zer- I störung. Ueberall liegen Flaschenstücke und aufgerissene I Flaschen herum.

Mit den Aufräumungsarbeiten wird kaum vor Anbruch I des Donnerstagvormittags gerechnet, da diese in der Dunkel- 1 Heit der Nacht mit zu großen Gefahren verbunden wären. I Vor allem muß bei der Ausräumung des Versuchslagers, das I sich unmittelbar neben dem Hauptlager befindet und in dem I W noch einige nicht explodierte Flaschen befinden, mit großer I Vorsicht vorgegangen werden.

Sechs Verletzte.

Die Explosionskatastrophe in den Sauerstoffwerken Berlin- Borsigwalde gehört zu den schwersten Fabriksunsallen, dce^stch in der let

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Sie hat aber glücklicherweise bisher noch keine Todesopfer ge* fordert.

Die Anlagen der Gesellschaft für Lindes-Eismaschinen bestehen aus einem großen Kontorhaus und mehreren teil» Massiven, teils leichter gebauten Fabrik- und Lagerhallen für Stylen, sowie aus einem Füllraum, in dem große Stahl- Piatten mit azetylenhaltigen Gasen gefüllt werden, das für me Kältemaschinen benötigt wird. In diesem Gebäude, in bem immer Hunderte von fertigen Stahlflaschen lagern, ereig­nete sich bekanntlich am Mittwoch kurz nach 1^ Uhr mittags Die erste Explosion. Die ganze Fabrikanlage bildete stunden- tnng einen wahren Hexenkessel. S ch l a g a u f S ch l a g f o l g- ten die Explosionen der Stahlflaschen. Aus «er Feuersglut zischte es nach allen Seiten heraus, als ob Granaten schwersten Kalibers aus Mörsern abgeschossen wur- «n. Nur unter Beobachtung der größten Vorsicht konnte das Terrain von Seit Löschmannschaften eingekreist werden, die °us 15 Rohren unaufhörlich riesige Wassermengen in die Flammen schleuderten. Besonders war man darauf bedacht, °°s Lagerhaus mit den dort aufgestapelten Azetylenvorraten K löschen und den Brand des großen Kontorhauses zum stehen zu bringen. An den eigentlichen Explo- l'vnsherd konnte man jedoch nicht vordrin- §en. Besonders schwer hatten die benachbarten Rotawerke zu tmden, in deren Montagehallen eine ganze Anzahl von Wen hineingeschleudert wurden, ohne jedoch mehr als Materialschaden anzirrichten. Selbst in den Dachstuhl der «Ma 400 Meter entfernten Otiswerke fiel ein Gasbehälter. Gegen Uhr konnte man die Hauptgefahr im wesentlichen ms beseitigt ansehen, so daß die Feuerwehr naher an den MsschMerd beraukonnte. Der eiMLüde Regen brächte

reine Entlastung für vte Feuerwehr. Auch später gav es mehrere Explosionen.

Wie nunmehr feststeht, wurden bei dem Explosionsunglück in der Azethlenfabrik in Borsigwalde neben den beiden Feuer­wehrleuten von der Fabrikbelegschaft sechs Personen verletzt, darunter eine Arbeiterin schwer. Die Leichtvc-'tzten konnten in ihre Wohnungen entlassen werden.

Die Ursache des VrandungiüclS in Borsigwalde.

Der Schaden eine halbe Million Mark.

Die Entstehungsursache des Brandunglücks in Borsig­walde, die Gegenstand einer eingehenden Untersuchung durch die zuständigen Behörden ist, konnte auch heute vormittag noch nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Allerdings scheint die Vermutung richtig zu sein, die auch durch die Schilderung einer Reihe in dem Fullraum beschäftigter Arbeiter bestätigt wird, daß sich das Verschlußstück einer mit Azetylen-Gas ge­füllten Stahlflasche gelockert und das ausströr^ende Gas durch einen elektrischen Funken der sich bildenden statischen Elektri­zität entzündet hat.

Der Materialschaden, den das Explosionsunglück ange­richtet hat, wird von der Direktion aus etwa eine halbe Mil- don Marr geschätzt. Hinzu kommt, daß zr-ßr Teile der Fa­brik von Grund auf wieder neu errichtet werden müssen, und daß die Arbeit während dieser Zeit nicht weitergeführt wer­den kann. Glücklicherweise sind allerdings dank des uner­schrockenen Vorgehens der Berliner Feuerwehr die Fabrf^ räume, in denen der Apparatebau untergebracht ist und ist in dem sich eine Tischlerei sowie eine Kupferschmiede befin- den, znm größten Teil von den Flammen verschont geblieben, ebenso «in großer Lagerschuppen, in dem beträchtliche Karbid- vorrate gelagert find. Der Sachschaden scheint znm größten Teil dnrch Versicherung gedeckt zu sein.

D Das Katapultflugzeug derBremen" mit Dünnbier getauft. Die Taufe des Katapultsluggeuges derBremen" hat stattgefunden. Nach den Prohibltionsbestimmungen mußte das Flugzeug mit Dünnbier, dem sogenannten ,Ingwer-Bier", getauft werden. An der Feier nahmen über 3500 Personen teil, darunter Heineken, Bankier Marburg und der deutsche Generalkonsul v. Lewinfki. Bürgermeister Walker beglück­wünschte den Flugzeugführer Baron von Studdnitz zu seinem ersten Flug von der ,Hremen" nach New Jork.

Das Katapult-Flugzeug hpBremen".

Nundfunk-Rachrichten.

Frankfurter Sender.

Sonntag, 28. Juli. 78.15: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.159.15: Katholische Morgenfeier. 10.3011: Stunde her Jugendbewegung. 1111.30: Von Köln: Motorsportveranstal­tung auf dem Nürburgring: Großer Preis von Deutschland (für Motorräder). 11.3012: Elternstunde. 1213: Von Kassel: Konzert. 1313.10: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskam- mer Wiesbaden. 13.1518.30: Von Köln: Motorsporweranstal- tung auf dem -nürburgring: Während des Rennens. 1415: Stunde der Jugend. 1516: Konzert des Deutschen Sänger­bundes Gustavsburg. 1617: Stunde des Landes. 1719: Bon Nürnberg aus dem Stadion: Endspiel um die Deutsche Fußball­meisterschaft. 1919.30: Stunde des Rhein-Mainischen Ver­bandes für Volksbildung. 20: Sportnachrichten, u. a. die Ergeb­nisse des Nürburgrennens. 20.4022.80: Konzert des Rundfunk­orchesters. Anschließend bis 0.30 von Berlin: Tanzmusik.

Montag, 29. Juli: 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.80: Schallplattenkonzert. 15.15: bis 15.45: Stunde der Jugend. 16.1518: Von Stuttgart: Kon­zert des Rundfunkorchesters. 18.4019: Vortrag. 1919.20: Die Wiener Genesis und ihre Wirkung auf die kunfthistorische Forschung: III", Vortrag von Alfred Conradt. 19.2019.40: Kunstgeschichten", Vortrag von Professor Hans Philipp Weitz. 19.4020.05: Englische Literaturproben. 20.0520.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15: Rundfunk-Koinpositionen des Baden- Badener Musikfestes. 22.30: Von Stuttgart: Loetve-Balladen.

Dienstag, 30. Juli. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend Wetterbericht und Zeitangabe. 13.30: Schallplattenkonzert: Ans Opern. 15.1515.45: Stunde der Jugend. 15.5516.05: Hans- frauendienst. 16.1518: Konzert des Rundfunkorchesters. 18 bis 18.30: Lesestunde. 18.8018.45: Von Kassel: Vortrag. 18.45 bis 19.15: Von Kassel:Dichter, Frauen und Kinder in Rußland", Vortrag von Peter Flamm. 19.1519.35:Die deutsche Rund« funkpresse", Vortrag von Prof. Hans Philipp Weitz. 19.35 bis 19.55: Esperanto-Unterricht. Ab 20.15: Drei Alltagskomödien von Georg Courteline. Anschließend: Klavierkonzert.

Mittwoch, 31. Juli. 6.30. Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13.15: Schallplattenkonzert: Unter­haltungsmusik. 15.1515.45: Stunde der Jugend. 15.5516.05: Hausfrauendienst. 16.1518: Von Stuttgart: Konzert des Rund- funkorchesters. 18.1018.80: Bücherstunde. 18.3019: Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 1919.40: Hörspiele und Satiren von Alfred Auerbach. 19.4020: Zeitberichte V:Ansprache des Papstes an die Schüler von Montagone". 2020.15: Senckenberg- Viertelstunde. 20.1521.30: Konzert Sbuarb Clark. 21.30: Von Stuttgart: UnrerhalMmMM des MMMsÄrfters.

Die serbisch-bulgarische Spannung.

Eine Note an Bulgarien.

Wie auS Sofia gemeldet wird, hat der südslawische Ge­sandte dem bulgarischen Ministerpräsidenten Liaptscher eine Note überreicht, in der von der bulgarischen Regierung ver­langt wird, Aufklärung über die vom Parlament angenom­mene Amnestie Der kriegsbefchuldigten Bulgaren Radoslawoff und Tontscheff (die Namen sollen in der Note allerdings nicht genannt sein) zu geben. Dagegen wird ausdrücklich der ehe­malige Oberkommandierende, General Schekoff, erwähnt, der bereits vor fünf Jahren begnadigt worden ist. Die Note weist darauf hin, daß die Amnestie nicht im Einklang mit dem ^rie- densvertrag, der auch für Bulgarien die Auslieferung soge­nannter Kriegsverbrecher vorsehe, steh«.

Bekanntlich hat kürzlich auch der französische Gesandte Vorstellungen wegen der Amnestie Radoslawoffs erhoben. Das südslawische Vorgehen hat in Sofia peinliches Erstannen aus­gelöst, nachdem sich soeben Minister Buroff in Paris für eine Besserung der verfahrenen Beziehungen zu den südslawischen Nachbarn bemühe. Die südslawische Not- trägt neue Span­nung in die Beziehungen zwischen den üben Ländern. Sie scheint eine Rückwirkung auf den kürzlich in Budapest be- schlossemn bulgarisch-ungarischen Schiedsgerichts- und Freund- schastSvertrag zu sein.

Neue Bluttaten in Süds awien.

Von der serbisch-bulgarischen Grenze werden neue Blut­taten gemeldet. Nach einem Sofioter Bericht töteten serbische Soldaten einen aus dem Dorf Borowo stammenden achtzehn­jährigen Burschen. Die Beerdigung der Leiche wurde ver­hindert. Zwei junge Männer aus Gorna Dewlia wurden ebenfalls von serbischen Soldaten getötet.

Nach einer Belgrader Meldung wurde in Ragusa ein Kommunist aus Sarajewo namens Celan festgenommen. Beim Verhör erschoß er den ihn vernehmenden Beamten und fwchtete. Auf der Flucht tötete er einen zweiten Polizisten und entkam.

Sie »Geflügelfarm" als raMMln- werlflätte.

Die Falschmünzer verhaftet.

Wie aus Wertingen, gemeldet wird, hatten in A s b a ch bei Wertingen einige Männer vor etwa 14 Tagen ein An­wesen gekauft, um angeblich eine Geflügel- und Nerzfarm zu errichten. Die Einrichtungsgegenstände für die Farm wurden größtenteils im Auto angefahren. Den Ortsbewohnern wurde kein Einblick gestattet. Es fiel aber den Leuten doch auf, daß man zu einer Geflügelfarm schwere Steinplatten ut& ähnliches brauche. Die Kriminalpolizei bekam von der Sache Wind und stellte eine Untersuchung an.

Dabei kam eine Falschmiinzerwerkstätte zum Vorschein, in der Maschine», Farben, Oele, Papier und was sonst zum Druck von Papiergeld benötigt wird, bereits vorhanden waren. Aus dem Bahnhof Wertingen stand auch schon eine Papierschneide­maschine bereit. Am Donnerstag hätte die Notenpreffe bereits laufen sollen. DieGeflügelfarmen wurden in Augsburg ver­haftet, noch ehe sie ihre Falschmünzerei aufnehmen konnten.

Ueber die Fälscheraffäre wird noch gemeldet: In einem Anwesen, das am 15. Juli aus dem Besitz des Gastwirtes Lipp in Asbach an den früheren Hofbesitzer Joseph Spanrunft aus Gersthofen übergegangen war und in dem angeblich eine Geflügel- und Nerzfarm errichtet werden sollte, ist eine Falsch­münzerwerkstätte aufgedeckt worden. Derjenige, der die Farm einrichten und leiten sollte, war ein gewisser Bauer. Den dritten im Bunde bildete ein angeblicher Landschaftsmaler namens Baumann. Die drei Personen machten sich den Orts­einwohnern dadurch verdächtig, daß sie jedermann sorgfältig einen Einblick in die werdende Geflügelfarm verwehrten. Spanrunft sprengte das Gerücht aus, daß es nicht ratsam sei, die Geflügelfarm zu betreten, denn Bauer fei ein Sonderling und man müsse riskieren, daß er gegen Neugierige tätlich werde. In Wirklichkeit scheint aber Bauer der Harmlose ge- Wesen zu sein.

Ein schweres SkplöflonsuügM in Holland.

Sechs Tote. ?

(i\' An der Kartoffelmehlfabrik K. J. WilkenS in Ommel an der Wyk bei Amsterdam ereignete sich ein ExPlosionsunqluL Infolgedessen entstand ein Fabrikbrand, dem mehrere Mery> sehen zum Opfer fielen. Bisher wurden sechs verkohlte Ler­chen aus den Trümmern geborgen.' Unter den Toten befinden sich die Frau, der Sohn und die Tochter des Auffehers der Fabrik. Die Kinder waren 19 und 21 Jahre alt. Der Auf­seher hatte vor einigen Jahren bereits einen Sohn auf tragische Weise verloren. Ueber den Hergang des Unglücks t^r- lautet, daß bereits am Nachmittag ein kleineres unbedeutendes Feuer ausgebrochen war, daS man beinahe mit Wasser ge­löscht hatte, als plötzlich die Fabrik in die Lust flog. Die Ver­letzungen der Arbeiter sind sehr schwer. Die meisten Arbeiter sind bis zur Uukenntlichkeit entstellt. Die Haare sind ihnen versengt worden, die Haut hängt in Fetzen vom Körper herunter.

Vier Arbeiter sind vor Schmerz und Angst ins Wasser aesprunqen nud konnten nur mit Mühe wieder gerettet wer­den. Der Brand war 15 Kilometer weit sichtbar. Fn einem Umkreis von 100 Meter wurden die Fensterscheiben der Bauernhauser eingedrückt und die Dachschiefer abgerissen. Der Vorrat an Karwffelmehl, der bei dem Brand zerztort wurde, ist sehr aroß. Bei der Explosion wurde ein 20 Tonnen schwerer Kessel 20 Meter weit wegaeschleudert. Die Mauern stürzten «in und begruben die Arbetter unter sich.

Starkes

Erdbeben aus Jslarch. Wie aus Reykjavik gemelbet wird, ist der südliche Teil Islands von einem Erd­beben heimaesucht worden, das als das stärkste seit 1896 be­zeichnet wird. In Reykjavik gerieten die Häuser mS Wanken, die Mauern erhielten Risse, und eine große Zahl von Schorn­steinen stürzte auf die Straße. Ernster« Unglücksfälle ereig­neten siw jedoch nicht. Die Bevölkerung sammelte sich in den Straffen, aus Augst, daß das Erdbeben den Bhgivn eines gro° stiften UMlücks bEtti. -1