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Nr. SS (1. Blatt) Donnerstag, den 25. Juli 1929 81. Jahrs-

£ Amtliche Bekanntmachungen

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Land rat samt.

Z.-Nr. 6480. Der Herr Kreismedizinalrat wird am Dienstag, den 30. Juli d. Js. von 9 Uhr ab im hiesigen Kreishause Sprechstunden halten.

Schlächtern, den 22. Juli 1929.

Der Landrat. 3. D.: Zchultheis.

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Stadt Schlüstern«

Warnung an die Halter und Führer von Kraftfahrzeugen.

In letzter Zeit mehren sich die Beschwerden über die Belästigung des Publikums durch von Kraftfahrzeugen, namentlich Krafträdern (auch Kleinkrafträdern) ausgehen­den Geräusche, Rauchentwicklung und üble Gerüche. Ganz besonders wird über überlautes Knattern der Krafträder und darüber geklagt, daß Kraftfahrzeugführer während ider Haltens ihres Fahrzeuges den Motor laufen lassen.

; Nach den §§ 16, 17 der Reichsverordnung über Kraft« -sahrzeugverkehr vom 16- März 1928 ist der Führer dafür verantwortlich, daß das Kraftfahrzeug sich in vorschrifts­mäßigem Zustande befindet und daß eine Belästigung von Personen oder Gefährdung von Fuhrwerken durch Geräusch, Rauch, Dampf oder üblen Geruch in keinem Falle eintritt- Stellen sich unterwegs Mängel ein, so hat der Führer für Rbhilfe zu sorgen. Der Falter eines Kraftfahrzeuges darf die Inbetriebnahme nicht anordnen oder zulassen, wenn ihm ein Mangel bekannt ist-

Die Polizeibeamten sind angewiesen, gegen Führer und Halter von Kraftfahrzeugen, die in solcher unerhörten Weise lie bestehenden Bestimmungen und die gebotene Rücksicht- mhme auf ihre Mitmenschen außer Acht lassen. unnachsiM- $ einzuschreiten.

Huf die Strafbeftimmungen im § 21 des Gesetzes über >m Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3- Mai 1909/21. iuli 1923 und im § 50 der obengenannten Verordnung M 16- März 1928 Geldstrafe bis zu 150 -A^ oder last wird hingewiesen.

(Es wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß nach !W Rbf. 1 der Verordnung vom 16. März 1928 die Po- izeibehörde jederzeit auf Kosten des (Eigentümers eine Un= nsuchung darüber veranlassen kann, ob ein Kraftfahr- eug nach Maßgabe dieser Verordnung zu stellenden Rn« orberungen entspricht, von dieser Möglichkeit wird künftig ^brauch gemacht werden, sobald bei einem Kraftfahr- eug belästigende Geräusche, Ranch- oder Geruchsentwick- ®g festgestellt werden. Nach § 35 Rbf. 2 a. a. G. kann, ^n ein Kraftfahrzeug den zu stellenden Rnforberungen (^t genügt, seine Ausschließung vom Befahren der öffent- schen Wege verfügt werden. Unzuverlässigen Kraftfahrzeug- Grern kann nach § 36a- a. O. die Fahrerlaubnis dau- md ober zeitweise entzogen werden.

Tchlüchtern, den 4- 3uli 1929.

,. Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

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BekannkmaUung

Die von dem Herrn Vorsitzenden des Kreisausschusses ver Zchlüchterner Zeitung vom 23. Iuli d. 3s. Nr. 8 veröffentlichte Verordnung über Betriebskosten in ler gesetzlichen Miete vom 3. Iuli 1929 gilt auch für Lezirk der Stabs Ichlüchtern.

r-hlüchtern, den 23. Iuli 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

BekanntmaShttn g.

Die Bürger hiesiger Stabt werden ersucht, die Herren .Züchter der 3. 3. Weitzel'schen Stiftung, Landwirt ^Mtian Baumann, Landwirt Iohannes Simon und Land- und Bäcker Konrad Urbach. auf Feldfrüchte, die sich Prämierung eignen, aufmerksam zu machen. Rnmelbe« M: Samstag, den 27. Iuli 1929. Spätere Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden.

^lüchtern, den 18. Iuli 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Ahnung zu sparsamstem Wasserverbrauch. ®egen des außerordentlich starken Wassermangels ergeht c Einwohner erneut die dringende Mahnung zu größ- ^varsamkeit beim verbrauch von Leitungswasser. ^besondere ist das Sprengen der Gärten aus der Wasser- . n9 und das Waschen der Kraftwagen mit Leitungswas- unterlassen.

^Rtern, den 23. Iuli 1929.

Der Magistrat: Fenner.

Ausschreibung.

Ca. 150,00 qm SchindelverkleidungSarbeiten zum Neu­bau eines Sechefamilienhauses sollen vergeben werden.

Angebotöformulare, Bedingungen, Zeichnen pp. liegen auf dem Stadtbauamt während der Vormittagsstunden zur Einsicht offen.

Angebotsformulare können daselbst in Empfang genom­men werden.

Die Angebote sind bis spätestens Montag, den 29. Juli 1929, vormittags 10 U h r, dem Stadtbauamt Schloßgasse Nr. 15, verschlossen ernzureichen.

Die Oeffnung der Angebote geschieht daselbst zu der vor­stehend festgesetzten Zeit in Gegenwart etwa erschienener Be­werber.

Zuschlagserteilung bleibt vorbehalten.

Schlächtern, den 22. Juli 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung

Der Kuvh es fische Feuerwehrverbandstag findet Sonntag, den 28. Iuli in Gelnhausen statt.

Die Herren Bezirks- und Ortsbrandmeister des Kreises Ichlüchtern werden ersucht mit Abordnungen der wehren an dem Feuerwehrverbandstag teilzunehmen. Das Erschei­nen ist in Uniform erwünscht.

Der Kreisbrandmeister: Möller.

Viele Todesopfer beim Baden.

Die Zahl der in der Zchweiz vorgekommenen Todesfälle durch Ertrinken beim Baden ist in den letzten Tagen er­schreckend gewachsen. Allein bei dem Kraftwerk Rhein- felden sind nach Blättermeldungen aus Zürich nicht weniger als 27 Personen ertrunken.

In Berlin haben sich gestern sechs tödliche Badeunfälle ^eignet.

Gegen Uhr ist Montag abend in Kassel bei 8er- gungsversuchen, die nach der Leiche des am vergangenen Sonntag ertrunkenen Gbergrenadiers 8anz vom hiesigen Iägerbataillon, ein Mann (wahrscheinlich gleichfalls ein Reichswehrsoldat) ertrunken. Die Leiche konnte vom $ulba= rettungsdienst trotz fieberhafter Tätigkeit nicht gefunden werden.

Der 24 jährige Kraftwagenführer Hubert Zchagen, ge­bürtig aus Borkum, der seinen an einem studentischen Stiftungsfest teilnehmenden Arbeitgeber aus dem Rhein­land nach Marburg gefahren hatte, nahm ein Bad in der Lahn und ertrank.

In Hanau ist der 32 jährige verheiratete Fuhrwerksbesi- tzer Bender beim Baden im Main ertrunken.

In Ztockstadt bei Groß-Gerau wurden am Sonntag zwei Personen Opfer des Wassers. Ein Handwerksbursche aus Alzey erlitt beim Baden den Tod und ebenfalls der ver­heiratete Arbeiter Mölbert aus Biebesheim. Bei Gins­heim wurde ein 24jähriger Zchlosser aus Zelzen in Rhein- 'Hessen als Wasserleiche geländet.

Der 20 Iahre alte Schneider Diez aus Wermettshausen (Kreis Marburg), der zum Besuch seiner Angehörigen aus seinem Beschäftigungsort Essen nach Hause gekommen war, wurde am Sonntag beim Baden in einem Teiche von einem Herzschlag betroffen, der den alsbaldigen Tod des jungen Mannes zur Folge hatte.

Am Sonntag nachmittag begaben sich drei junge Leute aus Nieder-Ohmen zu einem Teiche zwischen Nieder-Ohmen und Bernsfeld, u m dort zu baden. Z wei der jungen Leute waren des Zchwimmens unkundig, der dritte konnte nur wenig schwimmen. Einer der Nichtschwimmer namens Otto Krieger begab sich unvorsichtiger Weise an eine tiefe Stelle bes Teiches, wo er versank, ohne baß die andern ihm Hilfe bringen konnten. Der Iüngling, der sich aus be** tiefen Stelle nicht mehr herausarbeiten konnte, fand den Tod, während sein Bruder vom Ufer aus seinem tragischen Kampf untätig zusehen mußte. Die Leiche wurde später an Land gebracht.

Die Reichswehr feiert die Verfassung.

Das Reichswehrministerium hat angeordnet, daß bie Reichswehr sich in diesem Iahre stärker als bisher an den Verfassungsfeiern beteilige. In den Garnisonorten werden Reichswehrkapellen Festkonzerte verunstalten. An den amt­lichen Feiern werden Stäbe und Abordnungen der Truppe teilnehmen. Reichswehrkapellen werden sich an Kundge­bungen und Sportveranstaltungen zu Ehren der Verfas­sung beteiligen.

Brand im Gpreewalb.

Das idyllische Spreewalddorf Pyhleguhre bei Straupit^ wurde am Dienstag Abend von einem (dinieren Schadenfeuer heimgesucht. Das Dorf, in dem erst vor ewigen Wochen ein großer Brand wütete, ist der Schauplatz einer zweiten Kata­strophe geworden. Das Feuer brach in einer Scheune aus und verbreitete sich mit Windeseile im Dorf. Sechs Scheu­nen und ein Stall sind ein Raub der Flammen geworden.

Der Streit um die Konferenz

Die französische Zermürbungslaktik erfolgreich.

Während man noch gestern bezüglich des terminmäßigen Zusammentritts der großen Staatenkonferenz am 6. oder 8. August zu einem gewissen Optimismus berechtigt war, hat man heute auf Grund der aus Paris und London vorliegenden Meldungen in Berliner politischen Kreisen den Eindruck, daß die Lage verworrener denn je ist. Die führende Londoner Presse, insbesondere der die Regierungsauffassung häufig wiedergebendeDaily Tele­graph", schlägt einen ausgesprochen pessimistischen Ton an, und derDaily Telegraph" wagt sogar zu bezweifeln, daß die neue Reparationsregelung am

1. September in Kraft treten kann. Die Schwierigkeiten haben ihren alleinigen Grund in der Weigerung Frankreichs, das von den anderen Konferenz­teilnehmern gewünschte London als Konferenzort zu akzep­tieren, nachdem Frankreich vorher schon die deutsche Ein­ladung, die Konferenz in Baden-Baden stattfinden zu lassen, abgelehnt hatte. Die englische Regierung hat einen Beweis ihrer Großzügigkeit und ihres guten Willens gegeben, indem sie sich schließlich den Wünschen Frankreichs gefügt und auf London verzichtet hat. Als aber dann Macdonald den Wunsch aussprach, den Konferenzort so auszuwählen, daß er für die englischen Vertreter schnell erreichbar sei, da war die französische und belgische Diplomatie sehr schnell mit dem Vorschlag, die Konferenz nach Brüssel einzuberufen, zur Stelle. Daß man nun aber ausgerechnet Brüssel von französischer Seite in Vorschlag gebracht hat, ist gelinde gesagt eine Ge­schmacklosigkeit. Die Einwendungen, die von deutscher Seite gegen Brüssel erhoben worden sind, scheinen nicht ganz ohne Eindruck geblieben zu sein. Denn die vorliegenden Londoner Presseäußerungen deuten darauf hin, daß B r ü s- jes a l s K 0 u f e r e n z 0 ctzunächst wieder in den Hintergrund getreten ist

Von maßgebender deutscher Stelle wird erneut ver­sichert, daß für Deutschland nur ein neutraler Ort in Frage kommt. Da Deutschland von vornherein diesen Standpunkt eingenommen hat, wäre es durchaus abwegig, wenn man es jetzt so hinstellen wollte, als ob durch den Einspruch Deutschlands gegen Brüssel bie Kon­ferenz in Frage gestellt fei.

Was die Meldungen über die Verschiebung der Kon­ferenz angeht, so ist man in Berlin der Auffassung, daß kein Anlaß dazu vorliegt und daß unbedingt an dem Termin des 6. August fest gehalten werden muß. Die neuerdings aufgetauchten Versuche, die Konferenz zu teilen, werden von Deutschlai^ ebenfalls abge- lehnt.

Schließlich sei iroch erwähnt, daß die letzten Erklä­rungen Herdersons im Unterhause in Berliner maßgebenden Kreisen keineswegs einen günsti­gen Eindruck hervorgerufen haben. Man kennt zwar den Wortlaut dieser Erklärung noch nicht, befürchtet jedoch in Berlin, daß sich eine englische Annäherung an den französischen Standpunkt in der Kontrollfrage anbahnt.

Stresemann DelegationsMrer

Infolge seiner schweren Erkrankung wird Reichskanzler Müller an der geplanten Konferenz zur Inkraftsetzung des Doung-Planes nicht teilnehmen können. Die deutsche Dele­gation wird daher lediglich aus den Reichsministern Stresemann, Hilferding, Curtius und Wirth bestehen. Da Dr. Stresemann der dienstälteste Minister ist, dürfte er anstelle des Reichskanzlers die Lei­tung der deutschen Delegation übernehmen. Eine besondere Kabinettssitzung in dieser Angelegenheit scheint nicht er­forderlich, da das Reichskabinett über die Frage der deut­schen Abordnung bereits seine Beschlüsse gefaßt hat.

Kein mechanisches ZiehungSverfahren.

Die Probemaschine für ein mechanisches ZiehungSverfah­ren bet bier Preußisch-Zübdeutschen Staatslotterie hat sich nicht bewährt. Eine fehlerfreie Abwicklung der Ziehungs- gefchäfte hat sich nicht erreichen lassen. Die Generallotterie­direktion hat sich daher im Einverständnis mit den Ruf« fichtsbehörden entschlossen, das bisherige ZiehungSverfahren bas durch scharfe Kontrollmaßnahmen gesichert ist, bestehen lassen.

Nach den letzten Meldungen ist das Befinden der Reichskanzlers zufriedenstellend. Die Temperatur des Pa­tienten ist etwas zurückgegangen.

Der erst kürzlich aufgestellte Weltrekord im Dauer­flug ist bereits wieder gebrochen. Zwei lamerikanische Pi­loten sind bereits seit dem 13. Iuli ununterbrochen in der Lust. Sie haben bis jetzt den Weltrekord um eine Stunbe überboten. Die Flieger beabsichtigen, solange weiterzuslie- gen, bis sie zur Landung gezwungen werden.