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Nr. 83 (1. Blatt) Donnerstag, den 11. Juli 1029 81. Iahrg.
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Amtliche Bekanntmachungen
Landrat samt.
t Aetr. Erhaltung trigonometrischer Marksteine.
| 3.4fr. 5805. Cs wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Marksteinschutzfläche, — d. i. die kreisförmige Voden- fläche von 2 Quadratmeter um den Markstein — nicht vom Pfluge berührt werden darf, vergl. § 2 der Anwei- sung vom 20. Juli 1878, betr. die Errichtung und Erhaltung trigonometrischer Marksteine. Zuwiderhandlungen werden nach § 370, I des K.-5tr.-G.- B. mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.
} Durch das Umpflügen und Eggen der Marksteinschutzfläche entstehen die vielen Verrückungen und Beschädigungen der Marksteine- mit der geringsten Verschiebung ist aber der Punkt zerstört und kann nur unter Aufwendung erheblicher Kosten von Technikern der Landesaufnahme wieder hergestellt werden. Die Zerstörung von trigonometrischen -Punkten der preußischen Landestriangulation fällt unter § 304 des M-5tr.-G.-8. — Gegenstand der Wissenschaft — und wird unter Umständen mit Gefängnis bis zu 2 Jahren bestraft.
[ wiederholt ist es vorgekommen, daß Beschädigungen an Marksteinen von Kindern verübt worden sind. Um dieses zu verhüten, ersuche ich die Werten Lehrer, die Kinder auf die Bedeutung solcher Steine aufmerksam zu machen, s 5chlüchtern, den 2. Juli 1929.
Der Landrat. 3. D.: Rang.
[ 3--Ifr. 6089. Die nachgenannten Personen sind gemäß Zchiedsmannsordnung vom 3. 12. 1924 (G. S. S. 751/1924) zu Lchiedsmännern bezw. Zchiedsmannsftellvertretern wie- «rgewählt und bestätigt worden und zwar:
a) zu Schiedsmännern:
| Bürgermeister Wendlin Hummel, Ahl, ünrtnrmrt Franz Bonner, Kerbersdorf, S^neiber peregrinus harnischfeger, Uomsthal, Lehrer Hämel, Zchwarzenfels,
: Landwirt
Landwirt
Landwirt
Landwirt Landwirt Landwirt Landwirt
Johann Georg Merx, Zterbfritz, Eduard Huhn, Ulmbach,
Heinrich Dietz, Wahlert.
b) zu Zchiedsmannsstellvertretern:
Aloys Wiederspahn, Ahl,
Wilhelm Hagenbach, Kerbersdorf, und Wagner Hermann Krack, Uomsthal,
Johannes Blum, Zterbfritz, Augustin Herber, Ulmbach,
Landwirt u^uu
Müller Ruguft Hausmann, Wahlert.
Lchlüchtern, den 8. Juli 1929.
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Der Landrat. 3. D.: Zchultheis.
Um dem überhandnehmenden Betrieb von Gebeimbren- nereien sowie dem Schmuggel von Branntwein wirksam ent« Mgmzutreten, hat sich die Reichsmonopolverwaltung für Wranntwein in Berlin bereit erklärt, für das Aufdecken von Ergehen gegen das Branntweinmonopol hohe Belohnungen hu Mähren.
| Diese Belohnungen werden sowohl an jedermann, der M der Aufdeckung von Verstoßen der erwähnten Art behilf« W ist, als auch an Beamte gezahlt, die nach § 19 des Mnntweinmonopolgesetzes dienstlich zum Schutze des Monopols verpflichtet find.
; Hanau, den 2. Juli 1929.
Hauptzollamt.
°t°dt Schlüchtern.
Bekanntmachung
. der Zeit vom 10.—12. Juli d. 3s. wird Herr Be= 'chsschornfteinfegermeister Fechter die Reinigung der Zchorn- in folgenden Straften der Stabt vornehmen: Hanauer-
S ächloßstraße, Wassergasse, Kirchstraße, Zackgasse und Vahnhofstraßs.
Schlächtern, den 9. Juli 1929.
Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.
Die ‘Unterschlagungen beim Sängerbund.
. 0er Untersuchungsrichter beim Landgericht Berlin III hat Voruntersuchung gegen den Schatzmeister des Deutschen ^gerbundes Uedlin wegen umfangreicher Unterschlagun- eröffnet. Uedlin wird bekanntlich von der Geschäfts- mung bes Deutschen Sängerbundes beschuldigt, Mitglie- ^veiträge in Höhe von 900 000 Mark unterschlagen zu
Voruntersuchung richtet sich nicht nur darauf, die onh der von Uedlin veruntreuten Gelder zu ermitteln. 0 auch die $rage zu klären, ob und in welchem Um- “n9e leitende Persönlichkeiten des Deutschen Sängerbun- s an den Unterschlagungen beteiligt gewesen sind.
Frankreich verzichtet auf Dreiteilung
Die Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und den Regierungen in London und Paris gehen ununterbrochen weiter. Botschafter von H 0 esch hat auch am Montag nachmittag wieder eine Unterredung mit dem Generalsekretär des französischen auswärtigen Amtes Berthelot und anschließend mit dem Außenminister Briand gehabt, die der Fortführung des Meinungsaustausches über Gestaltung und Aufgaben der bevorstehenden Regierungs- konferenz diente. Wie nunmehr feststeht, erhebt die französische Regierung keinerlei Widerspruch mehr gegen eine Einberufung der Konferenz für Anfang A u g u st, besteht jedoch nach wie vor auf eine neutralen Tagungsort. Diese Auffassung läßt eine offiziöse Auslassung der Havas Agentur erkennen. Aus den Ausführungen des halbamtlichen französischen Nachrichtenbüros geht auch hervor, daß die Franzosen ihre ursprüngliche Forderung nach einer Dreiteilung der Konferenz praktisch fallen gelassen haben. Es wird ausgeführt, es wäre nicht unmöglich, alle Verhandlungen gleichzeitig durch separate Organismen führen zu lassen, z. B. könnte auf diese Weise die Vollkonferenz die Frage der Reparationen behandeln. Abgesehen von den an dem Genfer Protokoll beteiligten 6 Mächten sollen auch die übrigen an den Reparationen interessierten Staaten, nämlich Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Griechenland und Portugal nach französischer Auffassung an den technischen Verhandlungen teilnehmen. Das Sachverständigenkomitee würde die inzwischen durch Inkraftsetzung des Joungplanes aufgeworfenen Probleme regeln, während die politischen Fragen wie Rheinlandräumung und Kontrollkommission ausschleßlich durch die sechs Signatarmächte des Genfer Beschlusses geregelt werden sollen. Die Verständigung würde, so heißt es in der offiziösen Auslassung weiter, auf dieser Grundlage leicht zwischen den interessierten Mächten erzielt werden können.
Die Aussichten für die baldige Einberufung der diplo- 1 .atischen Konferenz scheinen 1^1 «twas günstiger geworden zu sein. Der erste Schritt hierfür wird wohl der sein, daß nunmehr die Organisationskomitees gebildei werden. Die Ernennung der Mitglieder dieser beiden Organisationskomitees wird wohl jetzt rasch erfolgen. Bei diesen Kommissionen handelt es sich in der Hauptsache um die Vorbereitung der Reparationsbank und um die Umänderung der Dawesgesetze über die Reichsbank und über die Reichsbahn.
Keine Manöver der britischen Rhein- lanbtruppen mehr.
Eine offizielle Erklärung im engl. Unterhaus.
Wiesbaden, 10. Juli: 3n den letzten Tagen ist davon die Rebe gewesen, daß das englische Truppenkommando im besetzten Gebiet von London aus den direkten Befehl erhalten habe, keine Manöver mehr abzuhalten bezw. die im Gange befindlichen Manöver unverzüglich abzubrechen, was auch tatsächlich erfolgte. Zu der Manöverfrage überhaupt ist es interessant zu hören, daß der Staatssekretär für das englische Kriegswesen auf eine Anfrage im Unterhause erklärte, daß bei der britischen Rheinarmee in diesem Jahre keinerlei Manöver ober Uebungen innerhalb bes Brigadeverbandes durch geführt werden. Die Regierung wünsche nicht, der Zivilbevölkerung absichtlich Unbequemlichkeiten und Belästigungen zu verursachen.
Diese Einstellung der englischen Regierung ist sehr erfreulich, und man kann nur wünschen, daß eine ähnliche Erklärung in der französischen Kammer folgt. Aber bis dahin wird noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen.
— Ein Raubüberfall wurde Dienstag in Berlin auf eine 80 jährige Frau und ihre Tochter, die ein Wäschegeschäft betreiben, verübt. Zwei junge Leute, die angeblich Wäsche kaufen wollten, schlugen die beiden Frauen mit Totschlägern und anderen Instrumenten nieder^ raubten die Kasse und flüchteten. Die schwerverletzte Tochter ist ihren Verletzungen erlegen. Ruf die Ergreifung der Täter ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt worden.
— In Thicago ist folgender Funkspruch von der „Untin Bowler" eingetroffen: „Eintreffen in Port Burwell Dienstag 6.10 Uhr morgens. Kämpften in den letzten zwei Tagen mit Uebel, verweilten 36 Stunben lang auf dem Erdboden 40 Meilen südlich von hier, besseres Wetter abwartend."
— In der 12 Kilometer von Lorient gelegenen Ortschaft Pont-Zcorff brannte Dienstag nacht ein Hotel ab. Der Hotelbesitzer, sein Lohn und zwei Kinder im RIter von vier Jahren bezw. vier Monate kamen ums Leben.
Schneefall in den Alpen.
Die Hochalpenpässe Oberalp, Gotthard und Furka haben, wie aus dem St. Gotthard-Hospiz gemeldet wird, in den letzten zwei Tagen neuen schweren Zchneefall erhalten. Um Gotthardpaß lag der Schnee heute morgen bereits bis zu 30 Zentimeter hoch. Die Temperatur ist unter 3 Grad unter Null gefallen. Auch in den bayrischen REpen ist Neuschnee, stellenweise bis zu 1500 Meter herab, gefallen.
Die Saarsrage
Die Erklärungen des Reichsaußenministers Dr. Strese- mann über die Notwendigkeit der Einleitung von Saarverhandlungen auf der bevorstehenden politischen Regierungs- konferenz haben in Berliner diplomatischen Kreisen größte Beachtung gefunden. Man stellt erneut fest, daß auch in der S a a r f r a g e ebenso wie in der Frage der Gleichzeitigkeit der Reparationsverhandlungen und der Räu- mungsverhandlungen das ganze deutsche Volk ohne Unterschied der Partei geschlassen hinter der Regierung steht. Während in allen anderen Fragen die verständigungsfeindliche Politik Poincares bei der französischen Linken auf ziemlich energischen Widerstand stößt, ist die französische Linke bekanntlich in der Saarfrage nicht so ohne weiteres bereit, Poincare in den Arm Zu fallen, wenn auch Herriot kaum wird ableugnen können, daß in allernächster Zeit an eine prinzipielle Erörterung der Saarfrage wird herangegangen werden müssen. Die englische Auffassung ist nach den letztenn hier vorliegenden Londoner Informationen offenbar dahin gerichtet, daß man in London eine Verständigung auch über die Saarfrage begrüßen würde und diese anscheinend auf der Basis für möglich hält, daß Deutschland Frankreich bei vorzeitiger Rückgabe finanziell entschädigt.
In den politischen Kreisen der Reichshauptstadt gibt man sich hinsichtlich der Lösung der Saarfrage keinerlei Illusionen hin, betont jedoch, daß es nichtsdestoweniger Aufgabe der Reichsregierung fei, bei den kommenden Verhandlungen den Anspruch Deutschlands auf Rückgabe in nachdrücklichster Form zu vertreten. Neuerdings wird von französischer Seite versucht, eine weitere Hinauszögerung der Rückgabe damit zu bemänteln, daß erklärt wird, das Saargebiet könne nach wirtschaftlicher Trennung von Frankreich nicht mehr existieren. Das Saargebiet gehe, wenn es Frankreich als Absatzgebiet und die französischen Seehäfen als Ausfuhrtore verlöre, dem Ruin entgegen. Demgegenüber ist deutscherseits zu erwidern, daß die wirtschaftliche Zukunft des Saargebiets eine Angelegenheit ist, über die man sich 'MMaMeiH am ton Kopf zu . zerbrechen
braucht. Wie erst kürzlich von der Saarbrücker Handelskammer festgestellt wurde, wird der Umfang des französisch- saarländischen Handelsverkehrs von französischer Seite immer in übertriebenen Zahlen angegeben Das Saargebiet ist und bleibt ein Fremdkörper im französischen Wirtschaftsgebiet. Deutschland, das schon bei den vier Saarzollab- kommen bewiesen hat, daß es sich das Wohlergehen der Saarindustrie aufs wärmste angelegen fein läßt, wird nach feiner Rückgabe Mittel und Wege zu finden wissen, um der Wiedereingliederung der Saarwirtschaft in die deutsche Volkswirtschaftzu ermöglichen. Der Versailler Vertrag macht die Rückgabe des Saargebiets allein von dem Willen der Bevölkerung abhängig. In deren Hand ist auch die wirtschaftliche Zukunft des Saargebiets gelegt. Die Saarbevölkerung hat aber bereits gesprochen.
DeuMlands neuer Schritt
Berlin, 9. Juli. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, ist seitens der Reichsregierung bei den Regierungen in Paris, London, Rom und Brüffel eine schriftliche Aufzeichnung über den 0 r g an i f a t 0- rischen Aufbau der Regierungskonferenz, wie ihn sich die deutsche Regierung denkt, überreicht worden. Darin ist auch der Vorschlag enthalten, daß die Einberufung der im Zoung-Plan vorgesehenen Organisattonskomitees beschleunigt werde. Die Reichsregierung schlägt ein Zusammentritt am 15. Juli, möglicherweise In Berlin, vor. Dieser deutsche Vorschlag ist durch den deutschen Botschafter in Paris Briand auch mündlich übermittelt worden.
Das neue Bistum Berlin.
Rn den Papst hat das fürstbischöfliche Delegaturamt Berlin folgendes Telegramm gerichtet:
„Mit Unterzeichnung des Konkordates durch Eurer Heiligkeit Vertreter Nuntius Pacelli und mit dessen Zunahme durch den preußischen Landtag ist die Errichtung des Bistums Berlin erreicht. Klerus und über 500 000 Katholiken wissen, daß Wir das langersehnte Ereignis Eurer Heiligkeit besonderem Wohlwollen und väterlicher Hirtensorge zu verdanken haben.
Indem Priester und Gläubige der bisherigen Delegatur in tiefster Ehrfurcht Eurer Heiligkeit ehrerbietigsten Dank sagen, bitten Wir für das Gedeihen des neuen Bistums um den apostolischen Segen.
Zur KontorbatSabstimmung
16 Mitglieder der Fraktion der ZPD des preußischen Landtages veröffentlichen als Gegner des Konkordates im „vorwärts" eine Erklärung, in der es zum Schluß heißt:
„In der Fraktion mit dieser Auffassung in der Minderheit geblieben, fügen sie sich dem Fraktionsbeschluß auf Übstimmungszwang, indem sie die Geschlossenheit der Fraktion und die Parteieinheit ihrer persönlichen Auffassung voranstellen."