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krets-Kmtsblatt * MyemeLnev amtlich erKnzeitzev für ten Kreis Ächlüchtem

Rt. 53

(1. Blatt)

Donnerstag, den 2. Mai 1929

81. Jahrg

Wliche Bekanntmachungen

Kreisausschuß.

Abschrift.

Krmittlungsstelle im Preußi- pn Ministerium für Landwirt- ast, Domänen und Forsten.

Berlin, den 10. April 1929.

Leipziger Platz 7.

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rsch.-Nr. A 221/29.

Unkenntnis und Verfahrenheit führen immer wieder dazu, | Siedlungsinreressenten in die Hände von ungeeigneten Uzebern fallen, die ihre Unerfahrenheit zu eigensüchtigen wecken ausbeuten. Damit wir die im dortigen Bezirk be- Mchen Siedlungöbewerber über die Möglichkeit ihrer An- »ung bei den einzelnen SiedlungSgesellschaften und Landes- Kuramterp beraten können, bitten wir ergebenst erneut auf He Vermittlungsstelle für die Ansiedlerberatung im Preußi- tzn Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten

mzuweisen.

gez. Unterschrift.

A-Nr. 1169 B. Vorstehendes Schreiben der Vermittlungs- W |e des Pr. M. f. L. D. u. F. bringe ich hiermit zur öffent- $en Kenntnis.

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Schlüchtern, den 26. April 1929.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes. J. V.: Preiß.

tadt Schlüchtern.

Dem Rad-SportklubOpel 1907 e. V/ in Fulda ist ich den Herrn Regierungspräsidenten die Genehmigung Iteilt worden, am Sonntag, den 5. Mai d. Js. eine Zu- rläffigkeitsfahrt mit Fahrrädern auf der Strecke Fulda uterbach Herbstem Gebern Ortenberg Büdingen linhausenWirtheimSalmünsterSchlächternNeuhof -HohlhausJohannesbergSickelsFulda zu veranstalten. Dies wird hiermit veröffentlicht mit dem Hinzufügen, daß

! Straßen sind möglichst frei zu halten.

Zchlüchtern, den 29. April 1929.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

tadt Steinau.

Bekanntmachung.

Der KadsportKlub Gpel 1907 e. V. veranstaltet am rnntag, den 5. Mai d. Is. zwischen 6 Uhr bis 12 ihr vormittags eine Zuverlässigkeitsfahrt auf Fahrrädern lei der auch die Frankfurt-Leipzigerstraße unserer Stadt hriihrt wird.

»Dem Unternehmen dürfen keine Schwierigkeiten bereitet Mtden.

»Die Straßen sind frei zu halten.

Steinau, den 29. Bpril 1929.

Die Polizeiverwaltung: gez. Dr. Kraft.

K Bekanntmachung.

Die Straßenverkehrsordnung insbesondere die Zusatzver- dnung, die die Einführung von Rückstrahlern an Fahr- dern von dem 1. Mai 1929 ab vorsieht, wird hiermit in srmnerung gebracht.

?Der Rückstrahler muß bei Dunkelheit dem Führer eines ^folgenden Kraftfahrzeuges die einfallenden Lichtstrah- M in gelb-roten Farben deutlich zurückwerfen und darf Westens 60 Ttm. über dem Erdboden am Hinteren Teil Fahrrades angebracht werden.

I.^schibefolgung der oben angezogenen Verordnung wird straft ^is zu 150. Mk. oder entsprechender Haft

I Steinau, den 30. Bpril 1929.

I Die Polizeiverwaltung: gez. Dr. Kraft.

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I DersammlungStumult in Paris.

L^s, 30. 4. (WB) Die französische Liga für Men- l nt« veranstaltete heute abend eine Versammlung, in F w Vorsitzende Prof. Basch sprechen sollte. Kurz nach Ftefito ^er ^^sammlung drangen Mitglieder der pa= trän CU ^^Oeudliga in den Versammlungssaal, warfen »nd s^asbomben, zerschlugen die Einrichtungsgegenstände k J Urm?en aiff das Rednerpult ein. Polizei räumte den D.°n Eindringlingen, so daß die Versammlung als- | en Fortgang nehmen konnte.

forf. $a$ Reichskabinett hat beschlossen, anstelle des ver- hiniff/'1 Reichsjustizministers a. D. Dr. Heinze den Neichs- uA1 a; $ Koch-Weser zum Mitglied des Ständigen L TJts ^"ag zu ernennen. feste x ^er amtlichen Statistik ist auch in der ersten ibcbli {n^5 Rpril die Arbeitslosigkeit weiterhin 148o ooo ^^gegangen und zwar von 1 900 000 auf

Die Genfer Konferenz.

Vertagung bis Juli.

Aus Genf wird gemeldet: Die maßgebenden Abord­nungsführer der Abrüstungskommission sind mit dem Präsi­dium übereingekommen, die gegenwärtige Tagung der Kom­mission zwischen dem 8. und 11. Mai zu unterbrechen. Die Tagung soll ausdrücklich förmlich nicht abgeschlossen, sondern lediglich auf einen späteren Zeitpunkt vertagt werden.

Man rechnet damit, daß die Kommission Ende Juli oder Anfang August wieder zusammentreten und ausschließlich Fragen der Seeabrüstung behandeln wird. Man hält es vor den englischen Parlamentswahlen für unmöglich, die fach­lichen Verhandlungen über die Frage der Seeabrüstung in der Vollversammlung der Kommission vorzunehmen, wie dies von der amerikanischen Abordnung gewünscht wird. Als Termin für den Zusammentritt der allgemeinen Abrüstungskonferenz wird der Mai nächsten Jahres genannt.

In der Sitzung am Dienstag fand zum Schluß eine län­gere Aussprache zwischen der französischen und der italienischen Abordnung über die Bewertung der Militärdienstdauer statt. In dieser Frage konnte eine Einigung zwischen der italienischen und französischen Abordnung nicht erzielt werden. Hierbei trat von Neuem der immer wieder in den Verhandlungen erschei­nende Gegensatz zwischen Italien und Frankreich schroff her­vor. Die italienische Abordnung verlangt, daß auf der Konfe­renz Italien und Frankreich eine völlig gleichwertige Behand­lung in der Beschränkung der Rüstungen erfahren.

Gegen die Vorschläge Gibsons.

Der Vorsitzende des Marineausschusses des amerikani- chen Abgeordnetenhauses, Britton, griff den Botschafter Gih- on an, weil er in Genf auf der Abrüstungskonferenz empfoh- en hatte, ausgebildete Reserven nicht in die Ausbildungs­tärke einer bewaffneten Macht hineinzuziehen.

Er wies darauf hin, daß man nach denselben Gesichts­punkten auch Übereinkommen könne, Schlachtkreuzer und U-Boote, die sich in der Reserve befinden, aber kampfbereit sind, ebensowenig in die Stärkeberechnung der Seestreitkräfte

<^ Abänderungsvorschläge der Arbeitgeberverbantie zur Schlichtungsordnung. Die Vereinigung der deuffchen Arbeit­geberverbände übergibt ihre Refornworschläge zur Schlich- tungsordnung der Oeffentlichkeit. Die Refornworschläge wen­den sich gegen die bisherige Regelung des Schlichtungsver­fahrens, das nach Ansicht der Arbeitgeber durch Einschränkung der eigenen Verantwortung der Vertragsparteien bei schwer­wiegenden Entscheidungen die Fähigkeit zu verantwortungs­bewußtem Handeln schwächt und fernerdurch das Hinein­tragen wechselnder politischer Einflüsse den ohnehin schwieri­gen sachlichen Ausgleich der sozialen und wirtschaftlichen Not­wendigkeiten und die gesunde Aufwärtsentwicklung der deut­schen Wirtschaft gefährdet". Dementsprechend wird von den Arbeitgebern gefordert, daß die freie Vereinbarung stärker als bisher in den Vordergrund gestellt werden soll und dem staat­lichen Schlichter nur eine eng begrenzte Tätigkeit zugewiese« wird.

In New Hork wurden bei Unfällen am Sonntag 11 Personen getötet und 20 verletzt. Bei Newhamptonnewy wurde ein Buto von einem Lisenbahnzug erfaßt. Hierbei wurden neun Personen, darunter sieben Kinder, getötet. Bei einem gleichen Unfall in Indiana wurden neun Per­sonen getötet. Bei verschiedenen Unfällen in der Umgebung New Porks sind neun Personen umgekommen.

Die Gattin des am Samstag durch einen Schuh getöteten ehemaligen Generalkonsuls Schreiner ist ihren Ver­letzungen gleichfalls im Gedenburger Krankenhaus erlegen.

vier belgische Soldaten, Ungehörige des interalliier­ten Bahnschutzes, überfielen am Sonntag abend im Saar- brücker Stadtwald die Frau eines Bergmanns, vertrieben die auf ihre Hilferufe herbeieilenden Begleiter mit der blanken Waffe und vergingen sich an der Frau in der schwersten Weise.

Der Danziger Senat hat beschlossen, den Beitritt der Freien Stadt zum Kollegpakt sowie zu dem am 9. 2. in Moskau geschlossenen Sitwinow-Protokoll anzumelden.

Der Kanzler der italienischen Gesandtschaft in Lu­xemburg, Bison so Brena, ist von einem 29 jährigen italieni­schen Schuhmacher, dem gewisse Papiere von der Gesand- schaft verweigert worden waren, durch einen Nevolver- schuh getötet worden.

In Neukölln kam es zu einem Zusammenstoß zwi­schen demonstrierenden Kommunisten und der Polizei. Bus der Mitte der Demonstranten fielen einige Schüsse, durch die zwei Beamte verletzt wurden.

In Regensburg brächte der 30 jährige ledige Hilfs­arbeiter Schmedbauer seiner früheren Geliebten einen le­bensgefährlichen Halsschuß bei, tötete dann seinen Stief­vater durch einen Kopfschuß und verübte Selbstmord.

Im Zusammenhang mit den Dppelner Zwischen- fällen veranstalteten Hochschüler in Warschau antideutsche Demonstrationsumzüge. Die deutsche Gesandschaft war durch ein starkes Polizeiaufgebot gesichert.

MN SllihveOMgeil die Staatsmänner

Ueber die Reparationslage auf Grund der Pariser un­verbindlichen Besprechungen der letzten Tage ist neues nicht mitzuteilen. Wenn in einem Teil der ausländischen Treffe behauptet wird, daß angesichts des Scheiterns der Reparationskonserenz von deutscher Seite angeregt wor­den sei, das durch die Sachverständigen gesammelte Mate­rial in einer bald einzuberufenden Diplomaten- oder Staatsmännerkonferenz zur Grundlage zu ma­chen, so trifft das nach unserer Kenntnis nicht zu. Eben- sowenig wie die Sachverständigenkonferenz auf Grund einer deutschen Anregung zusammengetreten ist, ebensowenig er- gibt sich jetzt für Deutschland die Notwendigkeit, eine poli tische Reparationskonferenz anzuregen Eine solche Anre­gung erscheint umso unangebrachter, als die Sachverständi- gen zurzeit ja noch vollzählig in Paris versammelt sind und doch auch weiterverhandeln. Man gibt sich über den Erfolg dieser Weiterverhandlungen allerdings in deut- schen unterrichteten Kreisen keinem irgendwie gearteter Optimismus hin, vertritt vielmehr die Meinung, daß die überspannten Forderungen der Alliierten nicht da­zu angetan sind, eine Basis zu schaffen ,die einen Erfolg der jetzigen Reparationskonferenz erwarten ließe.

Aus dieser Tatsache wird sich gewisiermaßen von selbst die Notwendigkeit ergeben, daß die Staatsmänner unt Diplomaten die von den Sachverständigen geleistete Ar­beit verwenden, um die Reparationsverhandlungen fortzu führen, in der Hoffnung, daß es vielleicht nunmehr den Staatsmännern gelingt, eine vernünftige Verhandlungs- basis über die von Deutschland zu fordernde und aufzu- bringende Gesamtsumme ausfindig zu machen. Es ist je­denfalls damit zu rechnen, daß noch vor dem Zwammen- tritt des Völkerbundsrates Anfang Juni in Madrid die Reparationskonferenz als solche abgeschlossen sein wird, so daß sich bei dem Zusammentreffen der an der Reparw tionsfrage interessierten Staatsmänner von selbst die Tat­sache ergeben wird, sich mit dieser Angelegenheit erneut befMen. Mit einer

/ . Ästen, als die jetzige Reparanonskonferenz das (Er gebnis diplomatischer und staatsmännischer Vorarbeit ist, dre ihre Zielsetzung bekanntlich durch die Genfer Bespre chungen vom September und die Luganeser Unterhaltung vom Dezember vorigen Jahres erhielt. Offiziell ist deut­scherseits bisher zu dieser Frage nicht Stellung genommen worden. Auch von einer offiziösen Verlautbarung kann nicht die Rede sein, wenngleich die Annahme berechtigt er- scheint, daß die zuständigen Stellen des Reiches es für zweckmäßig halten dürften, wenn die Staatsmänner ver­suchten, die von den Sachverständigen aufgestellten Grund­sätze zur endgültigen Regelung der Reparationsfrage po­litisch auszuwerten. Deutscherseits kann es sich dabei im­mer wieder nur darum handeln, eine Lösung zu finden, die die deutsche Leistungsfähigkeit zur Voraussetzung hat und im übrigen darauf ausgeht, die Reparationsfrage als Reibungsfläche zwischen den beteiligten Mächten ^ be­seitigen.

Generalratssitzung der Reichsbank.

Der Generalrat der Reichsbank ist am Dienstag in Berlin zu seiner vorgesehenen Sitzung zusammengetreten. An der Sitzung nahmen die in Berlin weilenden Mitglieder des Generalrates teil, u. a. der Vorsitzende des Generalrates Sir Charles Addis und der deutsche Reichsbankpräsident Dr. Schacht. Der Generalrat ist bekanntlich das im Dawes-Plan voMsehene Ueberwachunasorgan der alliierten Mächte bei der Reichsbauk. Der Generalrat hat das Aufsichtsrecht und kann der Reichsbankleitung bestimmte Maßnahmen vorschlagen. Irgendwelche Beschlüsse kann der Generalrat nicht fassen.

In Berliner politischen Kreisen ist im Zusammenhang mit der Berliner Reise Schachts erneut von einem Kompromiß- Vorschlag die Rede gewesen, der zwischen Owen Poung und Dr. Schacht einerseits und Owen Aoung und den alliierten Gläu­bigern andererseits verhandelt worden sein soll. Von deutscher Stelle wird nach wie vor bestritteu, daß über ein derartiges Kompromiß verhandelt worden ist, da dies den Aufgaben der Sachverständigenkonferenz widersprechen würde. Die Sachver- ständigenkonferenz habe nunmehr ine Aufgabe, den Bericht über die Ergebnisse fertigzustellen. In diesem Zusammen­hang wird auch bestatten, daß der Berliner Reise von Sir Charles Addis irgendwelche Bedeutung zukomme. Parker Gilbert ist wieder in Berlin eingetroffen.

Was man in Paris meint.

Die Abwesenheit Dr. Schachts von Paris ha die ; /fi. m der Ausschüsse zum größten Teil lahmgelegt, da tun trotz der Berliner Dementis immer noch hofft, Schacht werde aus der Reichshauptstadt neue Vorschläge mitbringen. Vielleicht ist es auf diese ArtFerienstimmung" zurückzuführen, daß in den Sachverständigenkreisen eine optimistische Meinung über- wiegt, wenn man derChicago Tribune" Glauben schenken darf. DerChicago Tribune" zufolge wird nicht abgeleugnet, daß die Bemühungen für eine Versöhnung der Auffassungen von Gläubiger und Schuldner sich auf der Grundlage für die ersten 15 Jahreszahlungen bewegen. Allgemein herrscht die Meinung vor, daß eine Einigung über die Endrate weniger Schwierigkeiten begegnen würde, wenn man sich über die ersten 15 Jahre geeinigt haben würde. DerNew Z)ork