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(1. Blatt)

Dienstag, den 30. April 1929

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Amtliche Bekanntmachungen

Landratsamt.

; j^Kr. 3615. Die Herren Bürgermeister bezw. Schulver- bandsvorsteher ersuche ich, in die haushaltungsanschläge all= Ehrlich einen angemessenen Ausgabe-Betrag für die Schul- büchereien einzusetzen. Für die kleineren Schulen ist ein Betrag von 40. bis 50. K^, /für größere ein solcher von 6075 301 als angemessen anzusehen. Für die Volks­chulen der Städte ist ein der Schülerzahl entsprechender höherer Betrag erforderlich.

Gleichzeitig ersuche ich, zur Aufbewahrung der Bücher geeignete Schränke zu beschaffen, soweit solche noch nicht vorhanden sind.

s 5chlüchtern, den 25. April 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

Die mündliche Erörterung der

spräche usw. wird später anberaumt

der Unternehmer und diejenigen, welche Widersprüche oder Ansprüche erhoben oder Anträge gestellt haben, schriftlich ge­laden werden. Im Falle ihres Ausbleibens wird die Er­örterung gleichwohl stattfinden.

Rassel, den 13. April 1929.

Namens des Bezirksausschusses.

(L. S.) Der Vorsitzende. J. V.: gez. Bicketl.

nt werden. Dazu werden ! Reichsbankprüstdent Schacht in Berlin.

Am Mittwoch Rückkehr nach Paris. Gerüchte über ei« Kompromiß. Parker Gilbert doch amtsmüde?

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3.=Hr. 3670. Der Herr Rreismedizinalrat wird am Diens= ag, dem 7. Mai d. 3s. von 930 Uhr ab im hiesigen Kreis= 'Hause Sprechstunden halten.

5chlllchtern, den 27. April 1929.

Der Landrat. 3. D.: Schultheis.

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Stadt Steinau.

Bekanntmachung

(B. A. V. 1385)

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Die Rlosterverroaltung Schlächtern zu Schlächtern hat

ieantragt, ihr für die Lichwiesen Parzellen 85, 121/91

So» ind 82/1 Kartenblatt TT der Gemarkung Steinau gemäß 11 86 und 46 des Vassergesetzes vom 7. April 1913 (G.

redend

i S. 53) das dauernde Recht sicherzustellen gegebenenfalls |U verleihen:

st miL kWasfer des sshlersbaches, Parzelle Nr. 14-5/ n irfTTenblatt TT Gemarkung Steinau, bei Parzelle

'90 Kar 120/17

Wird veröffentlicht.

Steinau, den 22. April 1929.

Der Bürgermeister: gez. Dr. Kraft.

die Zeitungen aus Paris berich- . . , den Gerüchten von dem bevorstehenden Rücktritt des Reparationsagenten Parker Gilbert durch­aus ernstere Bedeutung zuzukommen als bisher. In den der Konferenz nahestehenden Kreisen soll bereits fest mit dem Rücktritt Parker Gilberts gerechnet wer­den. Man fügt hinzu, die Vereinigten Staaten wünsch­ten nicht, abermals einen Amerikaner als Nachfolger Parker Gilberts zu sehen. Die von einzelnen Zei­tungen gebrachte Nachricht, der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, werde die Nachfolge des Re­parationsagenten antreten, wird in Paris als unwahr­scheinlich bezeichnet.

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Kartenblatt TT mit Ausnahme des zum Fischleben nöti- / gen jederzeit nach Bebarf im Umfang des zur Bewässe-^ rung der Wiesen Parzellen 85, 121/91 und 82/1 Kar^' tenblatt TT Gemarkung Steinau nötigen Wassers abzu- leiten, um es zur Bewässerung dieser Wiesen zu gebrau­chen und teilweise zu verbrauchen-

2. Das gemäß Ziffer 1 abgeleitete und zur Bewässerung nicht verbrauchte Wasser bei den Parzellen 85, 121/91 und 82/1 Kartenblatt TT der Gemarkung Steinau in die Rinzig einzuleiten-

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3. das Wasser des Ahlersbaches bei Parzelle 120/89 Kartenblatt TT Gemarkung Steinau durch eine Stau= schleuse, deren Fachbaum auf + 96,97 Meter und deren Zchützoberkante auf + 97,77 Meter bezogen auf den in den Unterlagen angegebenen Festpunkt, liegt, jederzeit aufzustauen, wenn es zu der unter Ziffer 1 angegebenen Bewässerung nötig ist.

Erläuterungen und Zeichnungen liegen während der chienststunden im Geschäftszimmer des

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Bürgermeisteramts in Steinau Zur Einsicht aus.

Widersprüche gegen die Sicherstellung und Verleihung sowie Ansprüche auf Herstellung und Unterhaltung von Einrichtungen K 50 des Wassergesetzes) oder auf Entschädigung sind schriftlich in zwei Ausfertigungen beim Bezirksausschuß in Kassel oder wündlich zu Protokoll beim

Bürgermeister in Steinau anzubringen.

Die Frist für die Erhebung von Widersprüchen beträgt Mi Wochen, beginnend mit Ablauf des Tages, an dem das diese Bekanntmachung enthaltende Blatt ausgegeben n. Innerhalb dieser Frist muß der Widerspruch bei einer er genannten Stellen angebracht sein.

In dem Widerspruch ist genau anzugeben, auf welchen ^e»tsgrund er sich stützt, und auf welchen Teil der oben zeichneten Rechte er sich beziehen soll.

Wer innerhalb obiger Frist keinen Widerspruch gegen ^eantragte Sicherstellung und Verleihung erhoben hat, verliert

Innerhalb der gleichen Frist sind etwaige andere An- We auf Verleihung des Rechtes zu einer Benutzung des ^erlaufes, wodurch die von dem oben bezeichneten Unter- n ?nict beabsichtigte Benutzung beeinträchtigt werden würde, vorgeschriebenen Unterlagen beim Bezirksausschuß in iiel einzureichen. Nach Ablauf der Frist können solche An- gegenwärtigen Verfahren nicht berücksichtigt werden. W Beginn der Ausübung des sichergestellten und ?bepen Rechtes können wegen nachteiliger Wirkung nur . d'e im § 82 und im § 203 Abs. 2 des Wassergesetzes 'ebneten Ansprüche geltend gemacht werden.

steh p- Koße"/ die durch unbegründete Widersprüche ent- ^", können demjenigen auferlegt werden, der sie erhoben

Bekanntmachung.

Die alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Bei­träge aus den Zahltagen für die Monate 3anuar, Februar und März 1929 wird hiermit in Erinnerung gebracht.

Hebetermine finden statt:

3n Steinau, am Donnerstag, den 2. Mai 1929, von vormittags 10 bis 4 Uhr nachmittags in der Eckart'schen Gastwirtschaft.

An den Hebeterminen am 2. und 15. Mai bleibt die Rasse in Zchlüchtern für Ein- und Auszahlungen geschlossen.

Rückstände, die nach diesen Tagen noch verbleiben, müs­sen alsdann unverzüglich zur Zwangsweisen und kosten­pflichtigen Einziehung gelangen.

Zchlüchtern, den 26. April 1929.

Der Vorstand der Allgemeinen Grtskrankenkasse.

*

Wird veröffentlicht.

Steinau, den 27. April

Der

1929.

Magistrat: gez. Dr. Kraft.

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Am Mittwoch, den 1. Mai 1 929 wird der Herr Regierungspräsident eine Besichtigung der Tropfsteinhöhle vornehmen.

Diejenigen Mitglieder des Verkehrsvereins, die an der Besichtigung teilnehmen wollen, werden gebeten, sich mit Fahrradlaterne nachmittags 2 Uhr an der Tropfsteinhöhle einfinden zu wollen.

Steinau, den 26. April 1929.

Der Vorsitzende des Verkehrsvereins: gez. Dr. Kraft.

Schwerer Zusammenstoß zwischen Reichs­banner und Nationalsozialisten.

Ein Toter, drei Schwerverletzte.

Frankfurt a. M. 3m Anschluß an einen Umzug des Reichsbanners kam es in der Nacht zum Sonntag an der Gbermainbrücke zu einem blutigen Handgemenge mit Nationalsozialisten. Dabei wurde das Reichrbannermit- glied Roch durch einen Messerstich getötet. Außerdem wur­den zwei weitere Reichsbannerleute sowie ein angeblicher Kommunist schwer verletzt. AIs die Polizei eintraf hatten sich die Gruppen bereits aufgelöst, doch konnten noch vier Nationalsozialisten festgenommen werden, die ebenfalls nicht unerhebliche Verletzungen an Kopf, Händen und Füßen da- vongetragen hatten. Die sofort ausgenommenen polizei­lichen Vernehmungen, die die ganze Nacht und den heutigen Tag über andauerten, konnten die Frage noch nicht klären, aus wessen Seite die Schuld an den blutigen Vorgängen liegt. Gegen 2,15 Uhr entstand abermals eine Schlägerei am Börneplatz, die aber durch das schnelle Eingreifen der Polizei zu keinen schwereren Folgen führte.

Ein Zimmermannslehrlina erschießt einen Generaltonsul.

B u d a p e st, 28. 4. Der pensionierte Generalkonsul Emil Schreiner wurde in Gedenburg das Opfer eines unvor­sichtigen Gewehrschützen. Mit seiner Frau im Auto fahrend, wurde er von einer Kugel tätlich getroffen, während die Frau einen Schuß in den Oberschenkel erhielt. Die poli­zeilichen Erhebungen haben zu der Feststellung der Person geführt, die den tödlichen Schuß abgab. Aus der Rich­tung der Kugel schlössen die Sachverständigen, daß der Schuß von einem nahen Dachboden aus abgegeben wor­den sein mußte. Man nahm eine Haussuchung vor und fand tatsächlich ein Mannlichergewehr. (Es wurde festge- stellt, daß sich in dem kritischen Zeitpunkt ein Zimmer- mannslehrling auf dem Dachboden befand. Dieser gab bei der Polizei im Verlaufe des Verhörs an, daß er mit dem Gewehr, das er einem Freund gestohlen hatte, proben anstellen wollte. Erst später habe er bemerkt, welches Unheil er angerichtet hatte.

Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der Führer der deutschen Delegation auf der Reparations-Konferenz, ist am Sonntag von Paris kommend in Berlin einge­troffen. Dr. Schacht wird am Dienstag an der seit einigen Tagen geplanten Sitzung des Generalrats der Reichsbank teilnehmen und ferner seine Anwesenheit in Berlin dazu benutzen, um mit den an den Repara­tionsverhandlungen interessierten Kreisen und Reichs­ministerien Fühlung zu nehmen. Am Donnerstag will Reichsbankpräsident Dr. Schacht wieder in Paris sein.

*

In Paris scheint die Stimmung wieder besser geworden zu sein.

Matt sieht Hoffnungr-voll in die Zukunft. Nach demJutransigcant" soll Dr. Schacht eine Erhöhung der Jahresrate um 100 Millionen Mark angeboten haben. Das Blatt meint, wenn man nun auch noch Mittel und Wege finde, um die Dauer der Zahlungen von 37 auf 47 Jahre zu erhöhen, dann könne man vielleicht doch noch zu einer Einigung kommen.

M daß wir es

hier mit einem Versuchsballon zu tun haben. Zum Ausgangspunkt haben diese Mutmaßungen aber nicht tatsächliche Vorgänge, sondern lediglich die Phantasie derer, die solche Meldungen ohne Bedenken in die Welt setzen. Immerhin verdient festgestellt zu werden, daß dieses Projekt sich dem deutschen Angebot wenig­stens ettvas nähert. Die Differenz ist aber auch so noch erheblich, und sie kann nur dann beseitigt werden, wenn die Gläubiger restlos zu dem Grundsatz der deutschen Leistungsfähigkeit zurückkehren.

Wie ist der Landwittschast zu helfen?

ReichseruÄhruugsminifter Dietrich über die Not- forderuimeu der Landwirtschaft.

In einer demokratischen Versammlung in Leip­zig wies Reichsernährungsminister Dietrich-Baden auf die Bedeutung der bäuerlichen Betriebsform hin In seinen Ausführungen erklärte er, der Wert der Kleinprodukte der Landwirtschaft an Geflü­gel und Eiern, Obst und Gemüse, Weinen und ähn­lichen Dingen betrage mehr als 2 Milliarden Mark und komme damit dem Werte der gesamten Körner­erzeugung in Deutschland nahe. Für die bäuerliche Wirtschaft sei in der Regel entscheidend die Produk­tion an Milch und Schweinen. Qualitätsverbesserungen seien erfolgreicher als schematische Zollmaßnahmen. Notwendig sei die Wiederbelebung eines wirklich ge­nossenschaftlichen Gedankens, entscheidend die Hebung der gänzlich unzureichenden Biehpreisc. Die Einfuhr von Bieh aus dem Oste« werde kontingentiert. Sie Zölle für Lebendvieh müßten erhöht werden. Maß­nahmen nach dieser Richtung hin seien eingeleitet. Was das Brotgetreide angehe, so sei hier das klügste, die Ausgleichsgebühr zu schaffen, selbst dann, wenn sie etlva auf eine Art gleitende» Zoll hinauskäme.

Die Belastung der Landwirtschaft mit Steuern und sozialen Lasten lasse sich, solange das Repara­tionsproblem nicht gelöst sei, nur in bescheidenem Um­fange ändern. Die Erwerbslosenfürsorge sei so, wie sie fetzt auf dem Lande bestehe und gehandhabt werde, untragbar. Die größte Gefahr für die Landwirtschaft bildeten immer noch die hohen Zinssätze. Die Mei­nung, es gehöre nur der gute Wille des Staates da­zu, um die Landwirtschaft sofort wieder in Ordnung zu bringen, sei falsch. Der gute Wille des Staates sei vorhanden, aber es bedürfe Jahre anstrengender Arbeit, und es bedürfe auch noch einer Politik, die nicht ins Maßlose gehe.

Zur Milderung der schwierigen Rassenlage des Rei= ches denkt man in parlamentarischen Kreisen an einen Gesetzentwurf, der die Sparkassen und andere öffentliche Geldinstitute verpflichten soll, einen Teil ihrer Gelder in Anleihen des Reiches und der Länder anzulegen.

Das weithin bekannte Amar-ssindemith-Ouartett in Frankfurt a. M. soll nach siebenjährigem Bestehen aufge­löst werden, Hindemith soll die Absicht haben, ein neues Streichtrio zu bilden.