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Amtliche Bekanntmachungen
Landratsamt.
I.-Nr. 2668. Die Grtspolizeibehörden werden auf die jm Regierungsamtsblatt Nr. 35/1927 Seite 192 veröf- fentlidjte Polizeiverordnung über die Lagerung von Ammon- alpeter, sowie ammonsalpeterhaltigen Mischsalzen und Gemengen aufmerksam gemacht und ersucht, für deren Bekanntgabe in den beteiligten Kreisen zu sorgen.
Schlächtern, den 25. März 1929.
Der Landrat. 3. D.: Schultheis.
, I.-Nr. 2525. Die Zleischbeschauer und Trichinenschauer werden an die pünktliche Einsendung der Vierteljahres- iiachweisungen (Postkarten) erinnert.
Schlächtern, den 25. März 1929.
Der Landrat. 3. D..: Schultheis.
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Sinbenvurg an Dr. Simons.
Zum Abschied des Reichsgerichtspräsidenten.
Der Reichspräsident hat an den am 1. April aus seinem Amte scheidenden Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simons in Leipzig ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: ÜDaß es Ihnen vergönnt war, auf dem Gipfel Ihrer Schaffenskraft unter Rückkehr zu dem von Ihnen so beliebten Richterberuf Ihr Lebenswerk im Amte des höchsten Richters des Reichs zu krönen, und daß Sie während der Führung des höchsten deutschen Richteramts dazu berufen wurden,' nach dem Tode des ersten Präsidenten des Deutschen Reiches als stellvertretender Reichspräsident an die Spitze des Reiches tu treten, das werden Sie als eine besonders gütige Fügung loes Schicksals empfinden. Sie dürfen darin über mtdj den
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" , ,sAusdruck größten Vertrauens und höchster Anerkennung für ' ™' Rtyte Person und Ihre Arbeit nu Dienste des Reiches er*
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Sie Snentsahrt des „Graf Zeppelin".
Die Fahrt.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" überflog Eapri, Cala- brien, das Ionische Meer und nahm seinen Kurs nach Kreta zu.
Norwegischer Sender stört Zeppelin-Empfang.
Dec Luftschiffbau Zeppelin teilt am Dienstag mit: Nach dem bisherigen Kurse muß sich das Luftschiff zurzeit etwas östlich der Insel Kreta, in dem meteorologisch schwierigen Teil des Mittelmeeres, in der Richtung auf Palästina befinden. Die letzten Standortnieldungen wurden um 5 Uhr morgens gegeben. Leider störte eine anscheinend norwegisch« Station (L. S. N.) genau auf der Kurzsendewelle des Luftschiffes, so daß die Ausnahme verhindert wurde.
Diese Station (L.S.N.) versuchte das Luftschiff aus der Sendewelle anzurufen, ein Versuch, der deswegen schon zwecklos war, weil das Luftschiff auf der Sendewelle nicht empfängt. Der Erfolg dieses Zwischenfend«rs war also nur, die Verbindung zwischen dem Luftschiff und Port Said zu unterbinden. Seit 5 Uhr morgens hat das Luftschiff zum Zwecke der Navigation stetigen Dienst machen müssen und hat deshalb nichts wieder gegeben. Genaue Standortmeldungen liegen deshalb im Augenblick nicht vor.
Funkverbindung zwischen „Graf Zeppelin" und dem Hapag- dampfer „Ozeana".
In den ersten Morgenstunden des Dienstags trat der auf einer Orientreise befindliche Hapag-Vergnügungsdampfer „Ozeana" mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" in Funkverbindung. Die Verbindung wird aufrechterhalten. Die „Ozeana" befindet sich zurzeit vor der Insel Rhodos.
Der „Zeppelin" über Cypern.
Nach einer jetzt eingetroffenen Funkmeldung befand sich das Luftschiff „Graf Zeppelin" um 13 Uhr bei der Westküste der Insel Chpern.
Der „Graf Zeppelin^ über Dalästina.
Um die Gewerbesteuer der freien Berufe.
Wer dafür und dagegen stimmte.
Nach den jetzt vorliegenden Abstimmungslisten haben im preußischen Landtag bei der dritten Lesung der Dewerbe- und Berufssteuervorlage in der $rage der Heranziehung der freien Berufe (Aerzte, Nechtsanwälte, Künstler) zur Gewerbesteuer die Parteien im preußischen Landtag folgendermaßen abgestimmt: Don den Socialdemokraten stimmten 115 Abgeordnete für die Heranziehung, 22 Abgeordnete fehlten bei der Abstimmung- von den Deutschnatio- nalen stimmten 17 für und 50 gegen die Heranziehung, 15 Abgeordnete fehlten- vom Zentrum 41 für und 7 gegen Heranziehung, 18 Abgeordnete fehlten, 5 enthielten sich der Stimme; von den Kommunisten 18 gegen die Heranziehung, 36 Abgeordnete fehlten - von der Deutschen Volks- -partei stimmten 13 dafür und 20 dagegen, 7 Abgeordnete fehlten- von den Demokraten 7 dafür und 12 dagegen, 2 Abgeordnete fehlten,- von der Wirtschaftspaktei 19 für die Heranziehung, 1 Abgeordneter fehlte (Nechtsanwalt Nhode); von der Deutschen Fraktion stimmten 8 für die Heranziehung und 5 dagegen, darunter Graf Posadowsky, 4 Abgeordnete fehlten- von den Nationalsozialisten, bei denen gleichfalls 4 Abgeordnete fehlten, stimmten 2 gegen die Heranziehung. Die 3 keiner Partei angehörenden Abgeordneten fehlten. 3m ganzen stimmten 220 Abgeordnete für die Heranziehung der freien Berufe, 113 dagegen, während sich 5 der Stimme enthielten. Gefehlt haben insgesamt 112 Abgeordnete.
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Auffassung Ihrer'
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Mlichten in strenger Wissenschaftlichkeit, in der Weitblicken den Beurteilung der rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge sind sie ein Vorbild für den deutschen Richter- und Juristenstand geworden.
Wenn Sie nunmehr das Amt verlassen, so können Sie
Höre« l Tod«
Demotratlfcher Kulturausschusi über Konkordat und Lehrerbildung.
Nach einem Bericht des Demokratischen Zeitungsdienste? hielt der Nulturausschuß der Deutschdemokratischen Partei am 25. März eine Sitzung ab. Mit Bezug auf das Kon= der Aussprache die Gründe gewürdigt, die auf der einen Seite Vereinbarungen mit der Katholischen Kirche notwendig machen, vor allen Dingen die Sicherung des deutschen Klerus bei der Besetzung der hohen Kirchen- ämter und die Sicherung der Mitwirkung der Staates. Auf der anderen Seite hielt ibler Kulturausschuß an dem Grundsatz des Hamburger Parteitages fest, daß die §orm des Konkordats im Sinne eines die Staatshoheit in diesen Fragen außer Kraft setzenden völkerrechtlichen Vertrages zu vermeiden sei. Dann verhandelte der Kulturausschuß über die „pädagogischen Akademien". Der Beschluß zu diesem Punkte lautet u. a.: „Der Kulturausschuß der D. D. p. bedauert, daß die Cntwicklung der pädagogischen Akademien den konfessionellen Charakter der Lehrerbildung immer stärker ausgeprägt hat und dadurch im Widerspruch zur Neichsverfassung die konfessionelle Rufteilung der Schulen innerlich vorbereitet wird. Der Kulturaus- schuß fordert die Landtagsfraktion auf, mit größtem Nachdruck sich für die Durchsetzung des hochschulmäßigen und damit des simultanen Charakters der Lehrerbildung ein- zusetzen".
Das Feuer des Llouöbampfers „Europa" gelöscht.
Der Brand auf der „Europa" konnte am späten Nachmittag des Dienstags gelöscht werden. Eingehende $eft* stellungen durch Ingenieure der Werft und der Reederei haben gezeigt, daß die Schäden erfreulicherweise doch wesentlich geringeren Umfang haben, als ursprünglich angenommen werden mußte. Namentlich die Kessel- und Ma- schinenanlagen sind verschont geblieben. — Außerdem ist die „Europa" schon für die Zeit des Baues auf dem Wege der Transportversicherung unter anderem auch gegen Zeuer- unb Explosionsgefahr versichert worden. Die Versicherung läuft unter Führung deutscher Versicherungsgesellschaften hauptsächlich in Deutschland und zum Teil in England. Die Gesamtversicherungssumme beträgt zur Zeit 44 Millionen Mark.
Weimar erhebt eine Kopfsteuer.
Der Weimarer Stadtrat hat beschlossen, von jedem über 18 Jahre alten Einwohner eine Kopfsteuer von 6 Mark zu erheben. Steuerpflichtig sind die Bewohner mit Beginn des der Vollendung des 18? Lebensjahres folgenden Rechnungsjahres, sofern das Einkommen 2300.— Mark jährlich überfteigt.
Oberst Hitzmaurice, der irische Flieger, der gemeinsam mit Hauptmann Köbl und Baron v. Hünefeld zum ersten Mal den Atlantik von Europa nach Amerika überquerte, ist nach Amerika ausgewandert. Lr erklärte vor seiner Abfahrt," daß er seit vier Monaten, arbeitslos sei und keine neue Arbeit finden könne. Die irische Regierung habe alle seine Vorschläge zum Ausbau der irischen Luftflotte abgelehnt, worauf ihm nichts anders übrig geblieben sei, als von seinem Posten zurückzutreten.
Nach chinesischen Meldungen aus Nanking, hat Nanking offiziell Hankau den Krieg erklärt.
Lr erschien um 15,15 Uhr über Haifa und erreichte Jaffa um 18,18 Uhr. Als das Luftschiff über Telaviv Kreiste, streute es Konfetti über die Bevölkerung aus, die sich dort aus allen Teilen des Landes eingefunden hatte, um die Purimfeftlichkeiten zu begehen. Um 18,20 Uhr war das Luftschiff über Uamleh, wo die offiziellen Postsäcke abgeworfen wurden, und kurz nach 19 Uhr abends wurde es von Norden her kommend in Jerusalem gesichtet. Das Zeppelinluftschiff bog nach Südwesten und dann nach Westen ab und steuerte hierauf von Südwesten her über die Stadt. Dom Haus des stellvertretenden Bezirksgouverneurs wurden Begrüßungsbotschaften ausgesandt, auf die der „Graf Zeppelin" antwortete, hieraus steuerte er in südöstlicher Richtung weiter.
mit dem stolzen Bewußtsein scheiden, daß Ihr Wirken Sie mit dem Reichsgericht aus alle Dauer verbindet, und daß mit dem höchsten Gerichtshof die Reichsregierung und das deutsche 'Volk nicht aufhören werden, in Ihnen die Verkörperung richterlicher Tugenden und schlichter deutscher Pflichterfüllung zu sehen. Empfangen Sie hiermit meinen tiefempfundenen Tank. Als ein Zeichen dieses Dankes bitte ich Sie, das Bildnis anzunehmen, das ich Ihnen beifolgend zugehen lassen merde. Persönlich wird mich mit Ihnen stets die Erinnerung verbinden, daß ich vor fast vier Jahren aus Ihrer Hand mein jetziges Amt entgegennehmen konnte."
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Die Pariser und die Londoner Presse hatte angenommen, H Reichsbankpräsident Dr. Schacht sofort nach seiner Rückkehr aus Berlin der Pariser Sachverständigenkonserenz ein ossizielles deutsches Angebot über die Höhe der deutschen Zab- luiiäen unterbreiten werde. Diese Annahme hat sich — selbstverständlich! — nicht erfüllt. Dr. Schacht hat ein solches Angebot nicht gemacht. Er konnte es auch gar nicht machen, nach deutscher Auffassung die Sachverständigenkonferenz selber die Leistunasiäbiakeit Deuticblands prüfen soll. Die Lon-
der die Leistungsfähigkeit Deutschlands prüfen soll, mner „Times" sprechen nun von einem Rückschla Handlungen, der nunmehr in stärkerem Maße auf------„ uchkeit des Scheiterns der Verhandlungen Hinweise. Ueber die angesichts des vollkommenen Stillschwei- Ms der Sachverständigen nur sehr schwer zu beurteilenden ssorgänge heißt es in dem Bericht, daß Dr. Schacht vor dein Msammentritt des Ausschusses am Montagnachmittag eine Avale Aussprache mit dem Vorsitzenden Owen Houng gehabt habe.
schlag der Ver- auf die M ö g -
. Dir Tatsache, daß Dr. Schacht in dieser Sitzung das er* Artete deutsche Angebot nicht machte, ließ nur die Schlutz- ASerung zu, daß er gegenüber Aoung eine Zahl genannt habe, offensichtlich unvereinbar mit den alliierten Forderungen «°wesen sei. Schacht sei daher aufgefordert worden, dieses An- ßedot dem Ausschutz nicht zu unterbreiten, sondern den alliier- Sachverständigen Zeit für eine weitere Erörterung zu Diese unterrichtenden Besprechungen würden in der Dünung durchgeführt, gewisse deutsche Forderungen mit der Mcht der alliierten Seite in Einklang zu bringen. Die beut» M Sachverständigen würden eingeladen werden, an diesen echrechungen — wenn notwendig — teilzunchmen in der c^stnung, hierdurch die Spanne zwischen der alliierten und der Uhchen Ansicht zu verringern.
Die Erörterung soll beginnen.
Nü von französischer Seite verlautet, soll in der Montag- ochmittag^Litzung der Sachverständigen der Vorsitzende Qwen °ung bert Delegierten zu verstehen gegeben haben, daß der Anblick gekommeil sei, in die Erörterung der Höhe der stchen Zahlungen einzutreten.
Der Fall Zannowitz aufgeklärt!
Graf Christian Stolderg-Wernigerode gesteht.
Wie aus H i r s ch b c r g (Schlesien) gemeldet wird, wurde der in der Jonnowitzer Mordangelegenheit verhaftete Graf Christian von Dienstag früh bis nachmittags 15 Uhr durch die Berliner Kriminalbeamten vernommen.
Er legte vor Kriminalrat Hoppe ein Geständnis ab.
Danach wurde er von seinem Vater beauftragt, das Jagdgewehr nachzusehen und zu prüfen. Hierbei blieb eine Patrone im Lauf stecken.
Als er auf dem hinter dem Sopha stehenden Tisch ipit dem Gewehr herumhantierte, ging die Waffe los und der Schutz drang dem auf dem Sofa sitzenden Vater in den Kopf. In der Verwirrung stürzte Graf Christian aus dem Zimmer und brach auf dem Flur zusammen. Die Berliner Kriminalkommission wird nunmehr die Angaben des Grafen Christian auf ihre Richtigkeit hin prüfen.
Das verhör durch die Berliner Kriminalpolicei, bei dem Graf Christian gestand, dauerte fünf Stunden. Das dem Berliner Kriminalbeamten gegenüber abgelegte Geständnis hat Graf Christian auch vor dem Untersuchungsrichter und dem Oberstaatsanwalt wiederholt. Unmittelbar nach dem Geständnis fuhren die Berliner Kommission, der Untersuchungsrichter und der Oberstaatsanwalt mit einem Schießsachverständigen nach Zannowitz. Dort wurde fest- gestellt, daß die beiden Patronen tatsächlich Spuren davon tragen, daß sie vorher in den Lauf des Gewehres eingeschoben worden sind. 3n dieser Beziehung waren also die Darstellungen des Grafen zutreffend.
Eine Stadt in Konkurs geraten.
Die Uhrenstadt Glashütte in Sachsen hat beim Amtsgericht Lauenstein Konkurs angemeldet. Die Stadt ist nicht in der Lage, die seiner Zeit aufgenommene Anleihe von einer Million Mark zu verzinsen und zu tilgen. Haupt- gläubigerin ist die Gemeinschaftsgruppe deutscher Hl)po- thekenbanken.