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#r. 35 (1. Blatt)

Amtliche Bekanntmachungen

Landratsamt.

^tr. Schreibgebühren bei Lrlaß von poli­zeilichen Strafverfügungen.

; II V 1224 11/28.

Bet Erlaß polizeilicher Strafverfügungen haben die den Beschuldigten zur Last fallendenbaren Auslagen des Der= Mens" vielfach eine mit der festgesetzten Strafe selbst ä in Einklang zu bringende Höhe erreicht. In Rbände- rimg des RdLrl. vom 12. 1. 1923. II D 1471 III (KBliB. $. 45) bestimme ich im Einvernehmen mit dem M, daß bei dem Erlaß einer polizeilichen Strafverfügung fortan eine Schreibgebühr nur für die Ausfertigung der Beinschrift der Strafverfügung, und zwar in Höhe von «zeit 30 Rpf. erhoben wird.

Berlin, den 24. Januar 1929.

Der Minister des Innern.

Polizei-Verordnung

fotr. das Abbrennen von Grasflächen, Rainen und Hecken«

Auf Grund der §§ 6, 12 und 13 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen »om 20. September 1867 (Gesetzsammlung S. 1529) in Verbindung mit den §§ 137 und 139 des Gesetzes über die

licht, Gemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (Gesetz­sammlung S. 195) wird in Ausfübrunq des § 46 des Feld-

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lind Forstpolizeiqesetzes vom i. April 1880 (Gesetzsammlung 8. 230) mit Zustimmung des Bezirksausschusses für den Umfang des Regierungsbezirkes Cassel nachstehende Polizei- mordnung erlassen.

'§ 1. Das Abbrennen von Grasflächen und Rainen ist nur mit Genehmigung der Ortspolizeibehörde gestattet.

§ 2. Das Abbrennen von Hecken ist in der Zeit vom . Mr^-Si 31. Juli jeden Jahres, .v^chMr uab m ^ . ihrigen Zeit nur mit Genehmigung der Ortspolizeibehörde estattet.

Donnerstag, den 21. März 1929

3 Wochen vor dem Sprechtag dem Kreiswohlfahrtsamt mitzuteilen unter Kngabe von Namen, Wohnort und Ge­burtstag, ferner zu welchem Sprechtag sie sich in Homberg einfinden werden.

Schlüchtern, den 14. März 1929.

Kreiswohlfahrtsamt. Dr. Müller.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Am Donnerstag, ben 21. März 1929, nachmittags 6 Uhr, wird im Hofe des städt. Unwesens, Zuldaerstraße 47,

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öffentlich versteigert.

Schlüchtern, den 20. März 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

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1§ 3. Das Abbrennen darf in allen Fällen nur durch Personen im Alter von über 14 Jahren vorgenommen werden.

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öährend des AbbrennenS müssen stets mindestens zwei Pcr- onen im Alter von über 14 Jahren anwesend sein und es ind die erforderlichen Schutzmaßregeln zu treffen, um ein Vergreifen des Feuers auf benachbarte Grundstücke, insbe- ondere auf Wälder, zu verhüten.

§ 4- Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser kolizeiverordnung werden nach § 46 des Feld- und Forst- Polizeigesetzes vom 1. April 1880 (Gesetzsammlung S. 230) nit Geldstrafe von zehn bis einhundertundfünfzig Mark ba Haft bestraft.

§ 5- Die Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Erkundigung in Kraft; gleichzeitig treten sämtliche das Ab- mnnen von Grasflächen, Rainen und Hecken regelnden Mstigen Polizeiverordnungen außer Kraft.

Die Vorschriften der Polizeiverordnung vom 22. Aprli ^92 (Amtsbl. S. 104) bleiben unberührt.

Kassel, den 25. Februar 1908.

Der Regierungspräsident: Graf v. Bernstorff.

I-Rr. 2356. Die Herren Vorsteher der G»samtschulver- und die Herren Bürgermeister der Einzelschulver- Mdsgemeinden werden an die alsbaldig» Anmelbung etwa- 5er stnsprüche der Ichulverbände auf Erstattung der im Rechnungsjahr 1928 entstandenen Schulbaukosten er­innert.

Zu den Anträgen ist das vorgeschriebene Formular zu erhlltl'ch der Waisenhausbuchdruckerei in Kassel

b-hlüchtern, den 16. März 1929.

Der Sandrat. J. V.: Schultheis.

,?&. 2353. Die Herren Bürgermeister ersuche ich, spä- Mnr zum 1. April b. Js. die Zahl der im Kalenderjahr ^8 zur Besteuerung herangezogenen Wanderlager ,7^ Angabe der Höhe des vereinnahmten Steuerbetrages Wer mitzuteilen.

Wansetge nicht erforderlich.

^iüchtern, den 15. März 1929 .

Der Sandrat. J. v.: Zchultheis.

Kreisausschuß.

ith63:=Hr. 2628 5. '

uentqellliche Sprechtage für Sprachgestörte in °er SawbestoubFtummettrtuftalt in Homberg

r den Facharzt für Sprachstörungen, Herrn Dr. med. °^luer in Kassel, finden in nächster Zeit wie folgt statt: Sonnabend, den 6. April 1929

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4. Mai

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6. d>prachgestörte, die die Beratung des, Facharztes in IPrudy nehmen wollen, werden ersucht, dieses spätestens

Die Befprechunoen HilferbingS.

Reichsfinanzminister Dr. Hilferding hat gestern sein» Füh- lungsnahme mit den Parteien fortgesetzt. In bm Abend­stunden empfing er den Vertreter der Deutschen Volkspartei. Dr. Tremer, und hatte mit ihm eine eing»hende Aussprache über die bei einzelnen (Etatspoftm eventl. noch vorzuneh- menben Streichungen. Das Ziel der Bemühungen des Neichsfinanzministers geht bekanntlich dahin, unter den Par­teien eine Einigung über die im Etat möglichen Strei­chungen zu erzielen.

Ein Wink für Trotzt! zur E!nre!se nach Deutschland.

Der Berliner Rechtsvertret»r Trotzkis, der sozialdemokra­tische Reichstagsabgeordnete Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosen- feld, hat bei der Reichsregierung und zugleich bei der preu= ßischen Staatsregierung ein ärztliches Gutachten eingereicht. Darin erklärt Professor Dr. Julius Titron, der im Iahre 1926 gemeinsam mit Professor Kraus den an einer fbber« * saften Erkrankung leioenoen Lrotzni 1,1 Berlin behanoetz, hat, daß eine damals bei dem Patienten vorgenommene Operation ohne den gewünschten Erfolg blieb. Professor Eitron bezeichnet es als wünschenswert, daß der kranke Trotzki heute von denjenigen Rerzten, die seine Krankheit noch von damals her genau kennen, behandelt werden kann.

Vernichtungskrieg gegen die mexikanischen Aufständischen.

New Pork, 19. März (D6). Affociateb Preß meldet aus der Stadt Mexiko, Talles habe dem Präsidenten Gil mitgeteilt, er beabsichtige, einen Vernichtungskrieg gegen die Rufständischen zu führen. Er beginne sofort mit der Zusammenstellung einer Marschkolonne, die nach Thihuahua vorrücken werde.

Graf zu Gtolberg-Wern!gerove ermordet.

Liegnitz, 19. März. (w.T.B.) Die Landerkriminal- polizeistelle in Liegnitz teilt mit: In Iannowitz (Kreis Schö- nau) ist der Graf zu Stolberg-Wernigerode heute vormittag in seinem Schloß ermordet aufgefunden worden. Raubmord liegt anscheinend nicht vor. Die Mordkommission aus £ieg= nitz hat sich an den Tatort begeben.

Zu dem Mord erfahren wir noch, daß in dem Zimmer, in dem der Ermordete aufgefunden wurde, ein Gewehrschrank steht. Diesem Schränk ist ein Iagdgewehr entnommen wor­den, aus dem der tödliche Schuß abgegeben wurde. Das Geschoß ist gefunden worden. Es handelt sich um ein soge­nanntes Dum-Dum-geschoß. Der älteste Sohn des ermorde­ten Grafen, Gras Thristian Friedrich zu Stolberg-Wernige­rode, ist unter dem verdacht, seinen Vater ermordet zu ha­ben, verhaftet und ins Hirschberger Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden.

Drei Berliner Kinder verschwunden.

Die Berliner Kriminalpolhei beschäftigt sich gegenwärtig mit der Aufklärung des rätselhaften Verschwindens dreier Schülerinnen des Sophie-Tharlotte-Lyceums in d»r Schar» renstraße zu Tharlottenburq. Es handelt sich um die 12 jäh­rige Tochter Gudulla des Rektors Schulz aus der Kaiserin Augufta=AIIee und deren beiden §r»undinnen^ Lotte Schwarz und Margarete Lehmann, die ebenfalls bei ihren Eltern in Tharlottenburg wohnen. Am Montag morgen haben sich alle drei, wie gewöhnlich, auf dem Wege zur Schule getrof­fen. Seit diesem Augenblick sind die drei Mädchen ver­schwunden und konnten bisher trotz aller Bemühungen der Kriminalpolizei noch nicht aufgefunden werden. Zwei der Mädchen haben ihren Eltern vorher klein». Geldbeträge entwendet und sie mitgenommen, in d»r Rbsicht, mit der Bahn nach Hamburg zu fahren. Mitschülerinnen gegenüber sollen die Mädchen geäußert haben, daßsie nach Hamburg fahren und von dort aus auf einem Dampfer nach Amerika auswandern wollen."

Sandgerichtsrat Kölling in Magdeburg ist nunmehr in Gemäßheit der Entscheidung des Großen Diszivlinars'nats als Amtsgeridjtsrat und Sandgerichtsrat nach Bochum ver­setzt worden.

! Die Pariser Konferenz.

S!och Ferne positive« Ergebnisse. Um die Gründung der Aus- gleichsbanl. Aus der französischen Presie. En^and und die französischen Forderungen.

Um die deutschen Tributzahlungen.

Ueber die Arbeiten der Pariser Sachverständigerv- Konferenz zur Reparationsstage wird gemeldet, daß int- Laufe dieser Woche die Besprechungen über die Höhe der deut­schen Jahreszahlungen und die Zahlungsdauer in kleinem Kreise fortgesetzt werden sollen. Bekanntlich nehmen an ihnen nur die Führer der Abordnungen teil.

Wie versichert werden kann, ist im Gegensatz zu verschie­denen Gerüchten keinerlei Einigung über eme Kitspanne er­zielt worden, die die im Dawes-Plan vorgesehene Zeit von 37 Jahren über steigt. Vielmehr kann gesagt werden, daß die deutschen Sachverständigen sich bisher hartnäckig jedem Be­mühen widersetzten, diese Zahl von Jahren zu erhöhen. Ein weiterer nicht unwichtiger Berhandlungsgegenstand ist die Bin­dung der deutschen Schulden an die Verpflichtung der Ver­bündeten Amerika gegenüber.

Ueber die Gründung der Ausgleichsbank wird im ein­zelnen bekannt, daß das Kapital aller Voraussicht nach 100 Millionen Dollar betragen werde. An eine eigene inter­nationale Währung der Bank ist nicht gedacht. Die Beteiligung der Notenbank an der Weltbank steht fest. Der Sitz der Bank ist noch nicht bestimmt. Doch liegt bei den Sachverständigen bereits eine Reihe von auswärügen Wünschen für die Wahl des Ortes vor.

Dr. Schacht kommt nach Berlin.

Nach einer Meldung aus Paris wird nach der Vollsitzung vom Mittwoch die Konferenz der Sachverständigen vor Ncon- tag nächster Woche keine neue Vollsitzung abhalten, weil Dr. Schacht am Freitag Paris verlasien muß, um an einer Sitzung des Verwaltungsrates der Reichsbank teilzunehmen.

- . Die vorsUige Pariser Presse.

Die Pariser Presie, die auf eine möglichst hohe Tribut­zahlung von feiten Deutschlands gerechnet hatte, ist jetzt H e i n- lauter geworden. So schreibt der halbamtlicheExcelsior", man habe wohl zu voreilig die Lösung angekündigt. Nach dem Petit Parisien" wird sich der beginnende Schlußhandel so ab* spielen, daß jede der Gläubigermächte erklären, was sie von Deutschland zu erhalten wünsche, und daß andererseits Dr. Schacht barlegen werde, was Deutschland zu zahlen sich in der Lage glaube.

Das Journal" erklärt pesiimistisch, man sähe aus der deutschen Presse, wieweit die deutsche Meinung noch von einer Annahme der von den Alliierten verkündete« Zahlen entfernt sei. Infolgedessen müsse man sich auf ein sehr hartnäckiges Handelsgeschäft gefaßt machen.

Die englische Oeffentlichkeit überrascht.

Wie der diploncatische Berichterstatter desDaily Tele­graph" feststellt, verbirgt man in amtlichen Kreisen die p e i n# liche Ueber raschung nicht, die die Forderungen der französischen Abordnung hervorgerufen haben.

Die französischen Forderungen laufen im wesentlicheu auf zwei Punkte hinaus: 1. daß eine Milliarde Mark der deut- chen Jahreszahlungeu ausschließlich für die verwüsteten Gc- »iete Belgiens, Frankreis und Südflawiens verwendet werden olle für einen Zeitraum von 37 Jahren, 2. der Teil der deut- chen Jahresrate, an dem das britische Weltreich keinen Anteil ;ätte, würde kein Vorrecht vor dem anderen Teil der deutschen Leistung genießen. Der britische Anteil würde danach auf den Ar den Schulden-ic»ift an die Vereinigten Staaten bestimmte« Teil der Tributzahlungen beschränkt sein.

Schweres Zugunglück im polnischen Korridor.

Jm polnischen Korridor, unweit Dirschau, ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Balb nach denk Verlassen des Bahnhofs Zchmentau stieß ein Lisenbahnzug, der zahl­reiche Schüler beförderte, mit einem Güterzug zusammen. Hierbei wurden einige Waggons vollkommen zertrümmert und 15 Zahrgäste mehr ober weniger schwer verletzt. Die Schuldfrage konnte bisher nicht einwandfrei geklärt werden.

Die braunen Tausender.

In dem Strafprozeß um dieBraunen Tausender" wurde am Dienstag in Hamburg nach fünftägiger Verhandlung das Urteil gesprochen. Der Schlosser Lukaschewski wurde wegen schwerer fortgesetzter Urkundenfälschung zu einem Iahr neun Monate Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte unter Verwendung gefälschter Ministerialarkunden im Ver­bände der Reichsbankgläubiger den Glauben erweckt, daß die alten rotgestempelten Tausendmarkscheine durch die Reichsbank eingelöst werden würden.

Gin mit zwei Norwegern besetztes Kleinflugzeug, das bei Talais landen wollte, geriet im Nebel in eine Hoch­spannungsleitung. Die beiden Insassen wurden getötet.

Auf der GrubeRüben" bei Waldenburg wurden mehrere Bergleute durch einen zu Bruch gehenden Pfeiler verschütttet. Ein Steiger und ein Bergmann wurden durch die eisernen Träger erschlagen. Die übrigen verschütteten konnten noch lebend geborgen werden.