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Welche Unfälle können sich in elektrischen Haus- installationen ereignen?

Don E. Bütikofer-Kletn, Ingenieur.

Der die Zeitungsnachrichten aufmerksamer verfolgende Nicht- fachmann muh über die Gefahren der Elektrizität ganz verwirrende Begriffe erha ten. Sozusagen gleichzeitig kann man beispielsweise lesen, daß ein Ingenieur mit 6000 Volt in Berührung kam, ohne bleibenden Nachteil, und daß in einer Hausinstallatton die Be­rührung mit nur 110 Volt denZTod brächte.

Wie gragen:Ist Ba^en ledensgesährlich?*Kann man im Treppenhaus verunglücken?"Ist Spazierengehen mit Lebensge­fahr verbunden?" nicht mit einem absoluten Ja oder Nein beant­wortet werden können, so hängt auch die Gefährlichkeit der Elek­trizität zum weitaus größten Teil vom Ve-Hallen des Menschen ab. Es ist falsch, 3U glauben, der in Hausti-stallalioncn verwendete Strom sei unter^allen Umständen ungesährlich. Ebenso falsch wäre aber eine gewisse Angst. Was not tut, ist Vorsicht und Beachten der einschlägigen Vorschriften.

Elektrische Unfälle mit tödlichem Ausgang können entweder da­durch entstehen, daß von einem berührten stromführenden Teil der Anlage die Energie durch den menschlichen Körper hindurch auf di­rektestem Wege nach der Erde abfl ömen kann (einpolige Berührung) oder daß der Körper zwischen beide Pole einer Leitung gerät. D-e Unfälle letzterwähnter Natur sind seltener. Als typisches Beispiel diene der nachstehende Fall: eine Frau schaltete den elektrifchen Kocher, in welchem sie soeben Milch für das ist, jährige Kind ge­wärmt halte, dadurch aus, daß sie am Kocher felbp die beiden Stöp­sel hinauszog, ohne aber den Stecker aus dem Wandkontakt zu ent­fernen. Das Kind konnte nun einen der Siöpsel ergreifen und in den Mund stecken. Nachher erfaßte es den andern, und das Un­glück war geschehen I

Zahlreicher sind die Unfallmöglichkeiten infolge einpoliger Be­rührung (Erdschluß). Jedes direkt mit dem Erdreich verbundene Metall stellt einen guten Erdleiter dar. Jedts Gas- oder Wasser­rohr kann also unter Umständen gefährlich werden, desgleichen ein an ein derartiges Rohr angeschloffener Apparat (Badewanne, Ra­diator der Zentralheizung). Auch Waffer und Feuchtigkeit sind lei­tend. Deshalb kann auch eine Wasserlache gefährlich werden, falls sie die Verbindung zwischen dem menschlichen Körper und einem guten Erdleiter vermittelt. In einem Staubsauger kann beispiels­weise ein Isoluttonbdesedt auftrelen, derart, daß der metallische Gr-ff Strom erhält. Solange nun die Hausfrau sich aus dem trockenen Zim- merboden bewegt, der gutisolterend wirkt, hat der Defekt nichts zu sagen. Zwischen Griff und Erde ist eine so mächtige Isolierschicht vorhanden, daß der Strom nicht übertreten kann. Sobald jeooch die Haussrau mit der andern Hand den Zentralheizungsradiator berührt oder ein Rohr der Zentralheizung, findet der öirom durch den Kör­per hindurch den direkten Weg zur Erde. W-il dieser Weg nahe­zu hindernislos ist der menschliche Körper ist nicht sehr wider- standssähig gegenüber der Ell ktrizilät so kann der Strom einen relatio hohen und unter Umständen lebensgesährlichen Wert erreichen. Befindet sich, zufälligerweise auf dem Zimmerdoden eine Wasfirlache, die ebenfalls eines der Steigrohre der Heizung berührt, so kann d-e Frau schon einen kräftigen Schlag erhalten, wenn sie in diese Lache tritt. Der Strom geht dann vom Griff des Staubsaugers über die Füße nach dem Waffer und durch dieses nach dem Rohr und der Erde.

Es braucht unter solchen Umständen nicht einmal einen Staub­sauger mit Jsolalionsdefekt. Es genügt, den Meffingsockel einer Lampe zu berühren, womit ein nahezu hindernisloser Erdschluß durch den Körper hindurch enisteht. Es ist nicht von ungefähr, daß seit Jahren fast allgemein hohe Faffungsringe verwendet werden, welche den LampensockU bet vollständig eingeschraubter Lampe ver­decken. Eine Verwandte von mir war einmal Zeuge, wie eine Eoiffeuse, den elektrischen Haartrockner in der rechten Hand, mit der Linken einen Wasserhuhn berührte und einen fegt heftigen Schlag erhielt, weil der Apparat einen Jsolalionsdefekt hatte. Auch bei der Manipulation des Radioempjängers find gewisse Vorsichtsmaßregeln zu beachten. Hat sich doch ein Todesfall da­durch zugetragen, daß mit der einen Hand eine jedenfalls etwas defekte Lampenfaffung und mit der andern die Eidungsklemme berührt wurde.

Laß nie die Sicherungen außer acht, Der Vorsicht darfst Du niemals müde werden! Noch besser: Tausendmal ein Griff umsonst gemacht, Als: einmal ungesichert Dich gefährden!

Senff an die

Nelchs-Unfallverhütungs-wochel

helft Unfälle verhüten!

«us der RUWo-BroschüreAugen auf!* an jedem Postschalter zu haben.)

Tauwettergefahren und Technische Aolhilfe. Vorbeugungsmaßnahmen für den Fall einer

Hochwasserkatastrophe.

Der Landesbezirk Hessen der Technischen Nothilfe zu Frankfurt a. M. schreibt uns:

mit großer Befürchtung muß man einem plötzlich eil» tretenden Witterungswechsel entgegmsehen. Sollte nach der langen Frostperiode, die noch dazu sehr reichliche Schnee- fälle gebracht hat, plötzlich warmes Wetter, womöglich gar mit Regensällen verbunden, eintreten, so muß man ernst­haft befürchten, daß schwere Hochwassergefahren durch die vereisten Ströme hervorgerufen werden. Der glashart und tief gefrorene Erdboden wird dann keine Feuchtigkeit ein­saugen können und alles Wasser fliegt den Bächen, Flüssen unb. Strömen zu. Infolge der weit vorgeschrittenen Kana­lisation der Wasserläufe wird das zufließende Wasser in diesen gefaßt werden und nicht wie früher sich teilweise über deren User über das flache Land verbreit-n können. Die Folge wird sein, daß diese Wasserläufe, deren Fluß­bett schon durch die jetzige Vereisung stark vermindert ist, reißende Ströme werden. Eintretende Damm- und Deich­brüche müßten dann der Bevölkerung die schwersten Ge­fahren bringen. Schnelle und tatkräftige Hilfe wird so­dann nötig sein, um Ausbesserungen und Verstärkungen der Deiche auszuführen, um aus gefährdeten oder schon über­schwemmten Gebieten Menschen, Vieh und Gut zu b rgen und anderweitig unterzubringen, um etwa abgeschnittenen dorten Lebensmittel und Behelfsmaterial zuzuführen.

Lolche Hilfe ist seit langem Rufgabe der Technischen Not­hilfe. 3 m Einvernehmen mit den gleichfalls besorgten Re­gierungen wird die Technische Nothilse den zuständigen Wasser- oder Strombauämtern ihre Nothelferschast zur Ver­fügung stellen. Alle erforderlichen Vorbereitung n werden zur Seit mit Eifer betrieben, um gegen jede Gefahr gewapp­net zu sein.

Es gilt nun, daß auch jeder Nothelfer einem an ihn er­gehenden Ruf zur Hilfeleistung Folge leistet. Er halte daher alte, aber für Wasser und Kälte geeignete KI idung bereit, ebenfalls festes und derbes, möglichst wasserdichtes Bchuh- Zeug.

3m Einvernehmen mit den zuständigen Regierungen soll:n in den Orten Frankfurt a. M., Darmstadt, Limburg, Hanau, Friedberg, Fulda, Gießen, Marburg und Kassel besondere Stützpunkte für solche Hilfeleistungen gebildet werden, von denen aus die Ortsgruppen und Bereitschafts- trupps der Technischen Nothilfe in enger Verbindung mit den übrigen Hilfsorganisationen, wie Automobilklubs, No­tes Kreus, Freiwillige Feuerwehr usw., alles tun wwden, um jeder Gefahr schnell und erfolgreich begegnen zu können. Es ergeht daher hiermit an jeden Nothelfer der Ruf, bereit» stehen zu wollen, wenn es gilt, bedrängten Mitmenschen Hilfe zu leisten.

10. Kurhessischer Landbundtag.

Eine Erklärung des Oberpräsidenten Dr. Schwander.

Die große Heerschau des Kurhessischen LandbundeS fand am Donnerstag im vollbesetzten Festsaal der Stadthalle zu Kassel statt. Gutsbesitzer Nägel-Crumbach eröffnete den zehnten Kurhessischen Landbundtag. Von der Versammlung stürmisch be« grüßt, nshm darauf Obcrpräsidcnl Dr. Schwander das Wort und versicherte im Namen der Reichs- und Staatsbehörden, daß der gute Wille, der Landwirtschaft zu helfen, bei ihm und der Behörde immer vorhanden gewesen sei. Er gab die Versicherung ab, daß die Behörde bemüht sein werde, an der Pflege und Er­haltung des Lebenswerkes des kurhessischen Bauern mitzuarbeiten.

In längeren Ausführungen beleuchtete dann der Präsident der kurhessischen Landwirischastskammer, von Keudel, die gegenwärtige Lage der deutschen Landwirtschaft. Er erklärte unter Beifall, daß es Wahnsinn sei, die bisherige Politik fortzu- setzen.

Frau von der Malsburg forderte vor allem, in den Organisationen müsse das eine in den Vordergrund treten: Brücken zu schlagen von den Produzenten zu den Konsumenten.

Dann sprach, stürmisch begrüßt, Reichsminister a. D. Dr. Schiele. Einleitend machte der Redner Ausführungen über die Lage der Landwirtschaft, die man zusammenfassen könne mit dem Wort: Dem Abgrund entgegen. Die wirtschaftliche Not, das Fehlen der Belriebsüberschüsse und das Anwachsen der Schulden­lasten bedeuteten eine Aushöhlung des Eigentums schlechthin. Die soziale Not gefährdet den Zusammenhalt der bäuerlichen Familie, fördere die Landflucht und schaffe Verzweiflung und Hoffnungs­losigkeit des Landvolkes. Hierin liege die Ursache, daß des Staates treuester Stand, das Bauerntum, zum Empörer gegen die Autori­tät des Staates werde. Ereignisse wie Husum und Kyritz seien Flammenzeichen. Werde der Staat diese Warnungen endlich ver- stehen? Es sei auf die Dauer ein unmöglicher Zustand, daß allein die agrarischen Erzeugnisse wesentlich hinter der Preisentwicklung zurückblieben.

lI Wieder Rohröruch einer Ferngasleitung. An der Pro- Vinzialstraße zwischen Kupferdreh und Ueberruhr er­eignete sich ein schwerer Gasrohrbruch der Ferngasleitung. Infolge der Kälte war das Rohr undicht geworden und das Gas strömte in ein von fünf Familien bewohntes Haus, auS dem 17 Personen mit Gasvergiftungen ins Krankenhaus ge­bracht werden mußten. Lebensgefahr besteht glücklicherweise bei reinem der Verunglückten. Auch ein Nachbarhaus mußt» wegen Gasgefahr geräumt werden.

Auf der Eisscholle abgetrieben. Eine große Menschen­menge pilgerte bei Duisburg zum Rhein, um sich den erstarrten Strom anzusehen. Einige Jungen wagten sich trotz des Verbotes der Polizei auf das Eis, und als die am Ufer stehende Menge sah, daß die Eisfläche sie trug, betraten Hun­derte von Personen unterhalb der Hornberger Rheinbrücke den Strom. Plötzlich setzte sich das Eis in Bewegung und eine Scholle trieb mit 25 Personen stromabwärts. Strompolizei und Feuerwehr aus Duisburg und Homberg bemühten sich um die Rettung der Bedrohten. Erst bei Beeckerwerth gelang es, alle Abgetriebenen aus ihrer gefährlichen Lage zu befreien.

Generaloberst Otto Freiherr Kreß von Kressenstein gestorben. In München verstarb im Alter von 79 Jahren der ehemalige bayerische Kriegsminister Generaloberst Otto Freiherr Kreß von Kressenstein. Freiherr Kreß von Kreisen- stein wurde am 16. September 1850 geboren. Erzogen im Münchener Kadettenkorps, wurde er kurz vor Ausbruch des Krieges von 1870 Leutnant. Nach Zurücklegung der General- stabslaufbahn wurde er 1897 Kommandeur des 6. Chevaux- lcgers-Regiment, 1904 Generalleutnant und Inspektor der bayerischen Kavallerie, 1906 Kommandeur der 1. bayerischen Division, 1910 General der Kavallerie und Kommandierender General des 3. bayerischen Armeekorps, 1912 bayerischer Kriegsminister. Während des Krieges entstanden zwischen ihm und dem Minister br ' .....n Graf Soden Meinungs­verschiedenheiten, die zum Rücktritt der beiden Minister im Dezember 1916 führten. Die Leiche des Verstorbenen wird am Freitag nach Nürnberg zur Beisetzung in der Familien­gruft Überfahrt.

A Kassel. (Flugtag.) Am 21. April findet in Kassel ein Grotzflugtag statt, der einige neue Sensationen bringen wird. Die Firma Raab-Katzenstein wird bei dieser Veranstal­tung das erste Modell ihres halbstarren Luftschiffes, eine Ver­einigung der neuesten Erfahrungen im Flugzeug- und Luft­schiffbau, verführen. Als weitere Sensation soll die erste öffent­liche Vorführung eines Raketenflugzeuges stattfinden. Endlich haben die genannten Werke das Prinzip ihres Lust-D-Zuges weiter vervollständigt, so daß ein Doppelschleppzug in Gestalt - ernes Flugzeuges mit zwei Anhängern gezeigt werden kann.

A Kassel. (Unglücksfall mit tödlichem Aus« g a n g.) Ein in einer Backstube beschäftigter 18jähriger Lehr­ling, der im Begriff stand, seine Lehre in dieser Woche zu be­enden, leuchtete mit einer elektrischen Stiellampe in den Back­ofen. Plötzlich stieß er einen lauten Schrei aus und fiel leb­los zu Boden. Als der in der Backstube anwesende Geselle herbeieilte, um dem Lehrling zu helfen, erhielt er einen elektrischen Schlag. Er löste den Steckkontakt der Lampe und mußte feststellen, daß dem Lehrling nicht mehr zu helfen war. Die Untersuchung ergab, daß die Lamve einen technischen Fehler hatte.

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Dolkstrauertag.

' Reminifzere, des deutschen Volkes Trauertag! Zu betn Totensonntag und dem Tage Allerseelen, die dem Gedächtniz der Verstorbenen gewidmet sind, begehen wir diesen Sonnt® als einen besonderen Tag des Gedenkens an unsere Heldsn die auf dem Felde der Ehre gefallen sind, die für uns und dir Heimat ihr Leben gelassen haben. Wie einst eine Freud« uns miteinander verband und e i n Dank emporstieg, wenn die Siegesnachrichten zu uns kamen, so sollten wir jetzt ei® große Schicksals- und Leidensgemeinschaft sein, die Schulter an Schulter chren Passionsweg geht, so müßte an diesem Sonn­tage das ganze Volk eine Trauergemeinde sein, die sich um das Bekenntnis: Treue um Treue, und die Mahnung Sonntags Reminiszere versteht und zu Herzen nimmt: Gedenk« deiner toten Helden!

Die beste und würdigste Trauer ist immer die, daß man in dem Sinne dessen lebt, um den man trauert. So soll «z auch bei der Trauer um unsere Gefallenen sein. Sie haben Treue bewährt im Leben und im Sterben, und nun rufen sie uns aus der Ewigkeit zu: Sei auch du getreu, getreu bis an den Tod!

Nicht das Denkmal aus Stein oder die Gedächtnistafel aus Erz dürfen allein uns ihren Namen künden und von ihren Taten zeugen, in unseren Herzen soll ihr Gedächtnis sort- leben in Tank und Liebe und soll uns und dem kommenden Geschlecht zum Segen werden!

Passionsglocken läuten! Aber auf das Dunkel der Passiv folgt die helle Ostersonne. Sie, die da leuchtet über den Gräbern der Unseren, sie wird auch anfgehen hinter der Deutschen Pas- sion, wenn wir leben, kämpfen und leiden wir unsere Helden: Getreu bis an den Tod!

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Wetterbericht. Sehr kräftiger Luftdruckfall hat den nördlichen Teil des Hochdruckgebietes abgebaut, so daß da Kern nach Südosteuropa abgedrängt wird. Die Folge zunächst, daß der Ostwind an Stärke abnimmt, wobei meist noch heiteres Wetter herrscht. Für späterhin kann mit zu­nehmender Bewölkung und Abschwäckung des Frostes, be­sonders nachts, gerechnet werden. Vorhersage bis Samstag Abend: Heiler bis bewölkt, nachts Frost, Mittagstemperatu- ren um den Gefrierpunkt, auf Süden drehende Winkt, Witterungsaussichten bis Sonntag Abend: Wenig Aende­rung der Temperaturverhältnisse.

7 0. Geburtstag. Am nächsten Sonntag, den 24, Februar, feiert Herr Leminar-Dberlehrer i. R. Fritz Wal- ther seinen siebenzigsten Geburtstag, wer ihn ficht, glaubt'; nicht. Nachforschungen im Kirchenbuche der Gemeinde Hell- bach haben aber ergeben, daß es richtig ist. wir wünschen dem verehrten Herrn Oberlehrer und Mitbürger von Herzen einen recht langen, lichten Lebensabend!

Gesellenprüfung für 5chreiner. Anmelöun« gen zur Frühjahrsgesellenprüfung sind bis 1. März unter Vorlage des Lehrvertrages, Lehrzeugnisfes über Z jährige Lehrzeit vom Meister, Seugnis, der Berufsschule und s lbst- geschriebenen Lebenslauf bei dem Vorsitzenden, Lchreinrr- meister Heinrich Kreß, anzubringen, wobei ein Ges llen- stück vorzuschlagen ist. Zu diesem selbst ist eine Werkzeich­nung (Detail) am Prüfungstage vorzulegen. Die Anmet dung hat persönlich zu geschehen.

Stadtverordnetensitzung Steinau. Am Samstag, den 23. d. Mts., nachmittags 6 Uhr findet im Sitzungszimmer des Rathauses eine Dringlichkeits-Sitzung der Stadtocrordneten-Bersammlung statt. Tagesordnung: 1. An­trag der Erwerbslosen auf Gewährung einer Winterbeihilfe. 2. Antrag der Arbcilerfraklion auf Abgabe von 2 Meter Brenn­holz, wie in Vorjahren, an Schwerkriegsbeschädigte, Hinter­bliebene und Kriegereltern.

Stadtverordnetensitzung in Schlächtern. Am Dienstag, den 26. d. Miö, abends 8 Uhr, findet eine Sitzung der Stadtverordnetenversammlung mit nachstehen­der Tagesordnung statt: 1. Genehmigung des Baues eines Wohnhauses mit 4 Wohnungen für Finanzbeamle -unb einer 5. Wohnung im Dachgeschoß zur Verfügung der Stadt. 2. Abschluß einer Gesamtunfallversicherung der Schüler (innen) und Lehrkräfte der Stadtschule und Lateinschule auf Kosten der Stadt betr. 3. Verschiedenes.

Erste Hilfe bei einem Erfrorenen. Wieder­belebungsversuche sind bei einem Erfrorenen mit allergrößter Vorsicht anzuwenden. Die Kleidung schneidet man am besten ab. Man bringe den Erfrorenen in einen geschlossenen, aber kalten Rauin und reibe ihn zunächst mit Schnee und nassen Tüchern ab. Auch ein kaltes Bad wird empfohlen. Wenn die Erstarrung nachläßt, wird der Erfrorene mit wollenen Tüchern weiter gerieben und in ein nicht etwa angewarmteS Bett gepackt. Dann kann man dem Verunglückten scharfe Riechmittel unter die Nase halten und Wein und Kaffee einflößen. Inzwischen lasse man, wenn möglich, einen Arzt holen.

Welchen Berufsständen geht es am schlech' testen? Aus dem soeben erschienenen Geschäftsbericht der preußischen Staatsbank (Seehandlung) ist eine interessante statistische Feststellung zu ersehen. Bei der Aufteilung der Pfänderbewegung nach Berufeklasten und Darlehnsgrößen ist^ die Berufsgruppe der selbständigen Gewerbetreibenden, Händler, Kaufleute, Handwerker und Landwirte mit 35/^ Prozent, die weibliche Rentnerinnen und weibliche Personen ohne Beruf mit 27,56 Prozent, der Fabrik- und Bauarbeiter, landwirtschaftlichen Arbeiter usw. mit 1,7 Prozent, Beamte, Lehrer us>v. mit 6,69 Prozent aller Darlehen beteiligt. Der gewerbliche Mittelstand (ka Wunner, weil mer'n ausquelscht wie e Aitron, maant br Frankforter) nimmt nadi dieser Uebersicht die erste Stelle in der Aufnahme von Pfänderdarlehen ein, ein sichtbares Zeichen für die traurige wirtschaftliche Lage dieser Berufsgruppen, womit nicht gesagt ist, daß es denen noch schlechter geht, die überhaupt nich" zu verfitzen haben.

Lichthildervortrag. Am Volkstrauertag, abends 8 Uhr, wird k)err Pfarrer Burhenne in der Aula des Klo fters Lichtbilder von den Gefallenenfriedhöfen in FJndeS' land zeigen.

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