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Die erste Sitzung der Sachverständigen.

Owen Joung zum Vorsitzenden gewählt.

Ueber die erste Sitzung des Sachverständigenausschusses wurde folgende Verlautbarung ausgegeben: Am Montag, den 11. Februar, nachmittags 2 Uhr, wurde in den Räumlichkeiten des Ausschusses im Hotel Georg V., Avenue Georg V., zu Paris die erste Sitzung abgehalten. Gouverneur Moreau von der französischen Abordnung führte den Vorsitz.

Owen goung von der amerikanischen Abordnung wurde einstimm g zum Präsidenten des Auvschusses gewählt, worauf er den Vorsitz übernahm.

Es wurde mit Einstimmigkeit festgestellt, daß eine Not­wendigkeit für die Schafsuig eines Generalsekretariats des Ausschusses nicht bestehe, daß vielmehr der Sekretär des Vor- sitzmden die wenigen Sekreiariatsobliegenheiten wahrzunehmen habe, die sich im Schoße des Ausschitsses von Zeit zu Zeit er­geben sollten. Darauf erklärte der Präsident Frederic Bäthe zum Sekretär. Als Ergebnis eines von Moreau gestellten, von Dr. Schacht unterstützten und einstimmig angenommenen An­trages wurde als erstes vom Ausschuß beschlossen, folgende Drahtung an General Dawes abgehen zu lassen:

Der zweite Sachverständigenausschuß übermittelt zu Be­ginn seiner ersten in Par s abgehaltenen S tzung General Dawes den Ausdruck seiner Hochschätzung und Verehrung und verleiht der Hoffnung Ausdruck, ebenso ersprießliche Arbeit le sten zu können wie die, die im Jahre 1924 unter dem Vor­sitz des General Dawes vollbracht worden ist."

Die Räume im Hotel George V. wurden zum amtlichen Hauptquartier und ständigen Versammlungsort des Aus­schusses bestimmt. Weiterhin wurde einstimmig beschlossen, daß kein Sitzungsprolokoll geführt, sondern daß nur die erzielten Beschlüsse schriftlich nieeergelegt werden sollen.

Da in der ersten Sitzung des Ausschustes lediglich eine vorläufige und allgemeine Aussprache über die künst ge Arbeit stattfinden sollte, fand die S ßung ohne stellvertretende Ver­treter statt. Nach Festlegung formeller Fragen leate Couver. neur Moreau den französischen Standpunkt hinsichtlich der bevorstehenden Arbeiten des Ausschusses' dar. Anschließend wurden nacheinander von den übrigen Vertretern Ausführun­gen gemacht.

Daran schloffen sich weitere Besprechungen über einzelne Punkte, über die in den nächsten Sitzungen des Ausschusses zu verhandeln sein wird, an.

Die Mte dauert an.

In Deutschland wenig veränderte Temperaturen.

Aus Deutschland selbst sind wesentliche Aenderungen der Temperaturen nicht zu melden. Berlin hatte in den letzten Nächten in der Innenstadt 22 Grad, in den Außenbezirken 24 Grad Kälte. In Schlesien liegen die Temperaturen nach wie vor bei 38 Grad Kälte unter Null. In München-' Stadt verzeichnete man 22 Grad, München-Ober- W i e s e n f e l d 23 Grad, O b e r st d o r f im Allaäu 30 Grad, M i t t e n w a l d 29 Grad und Tegernsee 27 Grad. Das Observatorium auf der Z u g s p i tz e berichtet über eine Höchst­temperatur von 28 Grad unter Null. Die Vereisung der Flüsse in Bayern wird immer stärker. Im Stuttgarter Tal- keLelZtehr das Thermometer aus 22 Grad, auf den Höhen auf

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für die Umgebung 30 Grad Kälte.

Die niedrigste Temperatur.

Die von der Deutschen Seewarte in Hamburg in der Nacht zum Dienstag gemessene Temperatur von über 20,6 Grad Celsius ist die niedrigste, die seit dem Bestehen der See­warte überhaupt gemessen worden ist. Eine ähnliche Tempera­tur wurde im Winter 1876 mit 19.8 Grad beobachtet.

Am Oberrhein.

Aus 'Karlsruhe i. B. wird gemeldet: Wegen des star­ken Eisganges auf dem Rhein wurde der Zugverkehr über die Maxauer Schiffbrücke am Dienstag eingestellt und die Schiff­brücke eingefahren.

Am Mittelrhein.

Auch im Gebiet des Mittelrheins herrscht empfindliche Kälte. V a l l e n d a r meldet 25 Grad; aus dem W e st e r - Wald werden sogar 30 Grad gemeldet, von W i n k e l s f e I d und Rieden auf dem Maifeld sogar 32 Grad. Die Lahn ist von der Quelle bis zur Münoung zugefroren.

Die oberhalb der L o r e I c y eingetretene Eisversetzung hat eine Ausdehnung von sieben Kilometer. Das Wasser steigt oberhalb der Eisversetzung stark. Der Pegel Oberwesel zeigte zuletzt 4,14 Meter. Bei C a u b stieg der Pegel auf 2,67 Meter. Unterhalb der Eisversetzung fällt das Wasser. Der Koblenzer Pegel zeigte 1,08 Meter.

Schmuggler von einer Lawine verschüttet. i

Am 31. Januar unternahmen fünf Schmuggler in Pfun- sers in Südtirol einen Gang auf den Wolsendorn im Brenner­gebiet, um über die österreichische Grenze zu kommen und sich dort mit Waren zu versehen. Da sie bisher nicht zurückgekehrt sind, stellten ihre Angehörigen Nachforf. ungen an. Bei der Unter uchung des mutmaßlichen Weges der Vermißten fand man üdlich des Wolfendorns unter einer Lawine die Leiche eines Mitgliedes der Gruppe. Zweifellos dürften auch die anderen vier dieser Lawine zum Opfer gefallen sein. Umfang­reiche Bergungsarbeiten wurden eingelectet.

Vom Bodensee.

Auf dem Bodensee nimmt die Eisbildung immer mehr zu, so daß der Dampferverkehr zwischen Lindau und Bre- genz völlig eingestellt werden mußte.

In Bayern.

In Groß-Lappen bei München wurden 35 Grad Kälte gemessen, in Moosburg und R o s e n h e i m 33 Grad. Die bayerische Landesstelle für Gewässerkunde hat in der letzten Zeit auf ihrem Versuchsfeld die zweittiefste Tem­peratur seit 1825 festgestellt.

Schienenbrüche infolge der Kälte.

Auf der Strecke BieringenEyach (Württemberg) der Linie TübingenHorb sind infolge der starken Kälte vier Schienenbrüche eingetreten. Die Züge erlitten Verspätungen, Die Störung konnte beseitigt werden.

Das große Sterben in der Tierwelt.

Immer schwieriger wird die Lage des Wildes in den tief verschneiten Wäldern. In der Gegend von Uebersee im Chiemgau wurden 17 Hirsche erfroren aufgefunden. Auf

der Isar mußten eingefrorene Enten aus bem Elfe gehackt werden. In den Anlagen der Stadt fand man Vögel, deren Krallen in den Zweigen festgefroren waren.

Schleswig-Holstein" undElsatz" wieder ausgelaufen.

Die beiden LinienschiffeSchleswig-Holstein" undEl­sa ß", die nach Kiel zurückgekehrt waren, sind ausgelaufen. Sie werden vorläufig das Eis der Kieler Förde aufbrechen und einen französischen sowie zwei russisck)e Dampfer, die bei Bülk festsitzen, befreien. Danach werden sie ihre Tätigkeit zunächst in sie Kieler Bucht verlegen und später auf Femarn.

Polarschnee in Berlin.

Berlin hatte gestern eine merkwürdige Wettererscheinung. In den Abendstunden fing es an zu schneien. Es war ein ganz dünners^Schnee. Warend dieses Schneefalles waren die Sterne zu sehen, ein Beweis, daß die Niederschläge nicht aus einer Wolkendecke kamen, sondern aus freier, nur etwas dun­stiger Luft. Die Erscheinung war außer in Berlin nur noch in Schlesien wahrzunehmen. Wie die Wetterdienststelle nute teilt, handelt es sich um Polarsch nee, so genannt, weil er für gewöhnlich nur in den Polargegenden vorkommt. Er beweist, daß das Wetter in unseren Gegenden in den letzten irgendeinen fast arktischen Charakter angenommen hat.

Todesfälle infolge der Kälte.

In Bautzen wurde ein Juvalidenrentner am Sonntag früh auf der Treppe des Hauses tot aufgefunden, wo er sich niedergelassen hatte, weil er nicht in seine Wohnung hatte ge­langen können. Der Tod ist durch Erfrieren eingetreten.

Die große Kälte hat auch in H a m b u r g zwei Todesopfer gefordert. Ein 60jähriger Schuhmacher wurde erfroren vor seiner Werkstelle, in der er auch schläft, besinnungslos auf­gefunden. Er starb während bet Ueberführung ins Kranken­haus. In einer Gartenlaube in Alte na wurde ein Seemann tot ausgefunden. Auch dieser Mann, der dem Vernehmen nach der Wächter der Laube war, ist erfroren. Auf der Straße fand man einen halberfrorenen 50jährigen Mann, der ins Kranken' Haus überführt wurde.

36 Grad Kälte in Neiße und Landeshut.

In Schlesien werden noch immer Temperaturen von über 80 Grad Kälte beobachtet. Vereinzelt sind sogar wieder 36 Grad (Neiße, sstindeshut) festgestellt worden.

Prag ohne Kohlen.

Durch die lang anhaltenden Fröste ist die Kohlen- Versorgung von Präg gefährdet, Koks ist über­haupt nicht mehr erhältlich, Steinkohlen und Briketts nur in geringen Mengen. Die Stadtverwaltung plant, die Schulen für die Zeit der strengen Kälte zu sperren. ,

Schneesturm über der West- und Mittelschweiz.

Ueber der ganzen West- und Mittelschweiz tobt ein eisiger Schneesturm aus Nordost. Im Gebiet des Genfer Sees ist die Temperatur plötzlich von 1 Grad auf 18 Grad unter Null ge­sunken.

In Basel wurden 20 bis 25 Grad Kälte gemessen. Von den höheren Stationen werden dagegen mildere Temperaturen berichtet. Auch aus Oberitalien und dem Tessin liegen Mel­dungen von einer bisher noch nicht erlebten Kälte vor.

Die Kälte in Frankreich.

Die neue Kältewelle in Frankreich hat besonders stark auch die Häfen Nordfrankreichs betroffen. JnDünkirchen sank t>$ Temperatur auf 10 Grad unter Null. Der Hafenverkehr ist zum größten Teil stark behindert.

Lebensmittelversorgung eines Leuchtturms durch ein Flugzeug.

Ein Flugzeug der Deutschen Verkehrsfliegerschule wurde von der Regierung in Stettin angefordert, um den Leuchtturm Greifswalder Oie zwischen Arkona und Swinemünde, der durch Eismassen vom Festlande abgeschnitten ist, mit Lebens­rnitteln zu versorgen. Der Auftrag wurde von einem Flug­zeug der Zweigstelle Warnemünde der Deutschen Verkehrs­fliegerschule zur Durchführung gebracht.

3m Frankfurter Dsthafengebiet vernichtete ein gro­ßes Schadenfeuer die Lack- und Farbenfabrik von Mainzer u. Tie. vollständig. Infolge der großen Kälte waren die Löscharbeiten äußerst schwierig.

In Rauensburg hat ein Großfeuer vier Wohnhäuser vollkommen vernichtet, so daß zehn Familien obdachlos sind.

In Wald bei Zol.ngen er,o gtr am Dienstag mo gen wahrscheinlich durch ausströmendes Das in einem t}au|e eine Explosion, die das ganze Haus in Flammen setzte. Der Hauseigentümer wurde leicht verletzt. Das Gebäude ist vollkommen den Flammen zum (Opfer gefallen.

Das Sachverständigenkomitee ist am Dienstag von 11 bis 123A Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten. Kuch am Nachmittag tagte der Kusschuß nochmals, der mit einem über eine Stunde währenden Lkpose des Neichsbankpräst- denten Dr. Schacht eingeleitet wurde. 3 m Unschluß daran sind die Experten ni eine Aussprache über die Lasten und Löhne Deutschlands im Verhältnis zu anderen Ländern ein­getreten, die Mittwoch fortgesetzt werden wird.

In Mexiko sind neue Maßnahmen gegen den katho­lischen Klerus ergriffen worden. In einer offiziellen Er­klärung beschuldigt Präsident Gil die Kreise der römisch- Katholischen Kirche, innere Unruhen hervorzurufen. Alle katholischen Priester müssen der Regierung innerhalb 14 Tagen ihren Wohnsitz bekannt geben.

In Voulogne-sur-Seine erfolgte am Dienstag früh in einer Fabrik zur Herstellung von flüssiger Luft eine Explosion, bei der zwei Hrbeiter getötet und fünf verletzt wurden.

DaS Reichskabinett erledigte am Montag den Entwurf eines Gesetzes über die Bereitstellung von Krediten für den Klein- wohnungsbau.

Im letzten französischen Minitterrat wurde die Einrich. fang einer Generalinspektwu der ^«starme«, sowie einer tech« Nischen Generalinspektion. beschißen.

Der schon seit einiger Zeit leidende Bey von Tunis, Mohammed Habib, ist gestorben. Sein Nachfolger ist sein Vetter Achmed Bey, der sofort in Amt und Würden eingesetzt wird.

Ein Mißtrauensvotum gegen die südafrikanische Regierung wurde nach Berichten aus Kapstadt vom Parlament mit 71 gegen 63 Stimmen abgelehnt.

SlWsunW im Hafen von Dover.

KanaldampferVille de Liäge" gesunken.

Der Postdampfer der Linie OstendeDoverVille Liege" ist im Hafen von Dover gesunken. Der Dampfer mit 48 Passagieren und Post an Bord nicht weit vom entfernt auf Grund. Alle Versuche, die Passagiere und Besatzung vom Land aus zu retten, mußten aufgegeben wer den. Um 8 Uhr abends wurde das erste Rettungsboot ho« dem Schiff heruntergelassen, das zunächst 12 Frauen Kinder an Land brächte. Später wurde ein weiterer Teil Passagiere durch ein Motorrellungsboot in Sicherheit J bracht. Um 10 Uhr abends waren sämtliche Reisende gerettet* Kurz darauf zeigte sich, daß die Beschädigung des Schiffes feh, stark war. Um 10.30 Uhr setzte das elektrische Licht an -Bord aus und der Dampfer begann langsam zu sinken. Ein Versuch ihn in den inneren Hasen einzuschleppen, mußte aufgeaeb,» werden. Kurz vor 11 Uhr wurde die Besatzung aufgeforder, sich in die Boote zu begeben.

Der Untergang des 1365 Tonnen großen Dampfers darauf zurückzusührcn, daß der furchtbare Sturm das Sch-« hm und her warf und die Beschädigungen vergrößerte. Stura und Kälte machten ein Rettungswerk nahezu unmöglich.

Gin belgischer Schlepper gesunken.

Brüssel, 13. Februar. Auf der Scheide bei Antwerpen ging ein belgischer Schlepper, der dem französischen Schiff Kerguelen" zu Hilfe kam. in wenigen Minuten unter. M Besatzung betrug sieben Mann, von denen sich zwei durch Schwimmen retten konnten.

Die Stinnes-HotelS werden für 31 Mill-omn Mark verkauft,

Berlin, 13. Februar. In der Abwicklung des ehemalig-« Stinnes-Besitzes ist nach einer Berliner Blättermeldung ein weiterer Fortschritt zu verzeichnen. Ein unter Führung bet schweizerischen Hotelfachleute Gebrüder. Bon in Ragaz stehen, des deutsch-schweizerisch-amerikanisches Konsortium beabsich­tigt, die zum Stinnes-Konzern gehörenden Hotels zu taufen, Der endgültige Abschluß der Verhandlungen steht unmittelk« bevor. Es handelt sich hier vor allem um dasEsplanade"- Hotel in Berlin, das HotelAtlantic" in Hamburg, dasCarl- ton"-Hotel in Frankfurt a. M., denNassauer Hof" in Wies­baden, dasGolf-Hotel", dasSchloß-Hotel" und denThu. ringet Hof" in Oberhof in Thüringen. Als Kaufpreis iM der Betrag von 31 Millionen Mark genannt.

Zu dem Düsseldorfer Madchenmord.

Düsseldorf, 13. Februar. . Nach den Mitteilungen bei Kriminalpollzei entspricht die Nachricht von der Verhaftn^ des Geisteskranken Emil Schwitzer, der des Mordes an d« achtjährigen Rosa Ohligcr verdächtig ist, nicht den Tatsachen. Die Ermittlungen der Polizei in dieser Mordsache haben not zu keinem Ergebnis geführt.

Das Rathaus in Lehden abgebrannt.

Berlin, 13. Februar. DasBerliner Tageblatt" berichte! aus dem Haag:- Dienstag morgen brach in dem Rathaus bet Stadt Lehden ein Feuer aus, das das wundervolle, au^'bew Jahre 1597 stammende Gebäude in kurzer Zeit völlig ver> nichtete.. Der Glockenturm mit dem berühmten Glockenspiel stürzte in sich zusammen. ..Die angrenzenden Häuser wurden ebenfalls ein Raub der Flammen. Die gesamten Archive de: Slaor, wertvolle Kunstschatze, Bilder und Gobelins sind on» nichtel worden. Die Ursache des Brandes konnte noch nicht ermittelt werden.

W Schmugglerpech. Schmugglerpech hatte der Kaufmann Henneberg aus Bonn, der vor zwei Jahren aus dem Saar­gebiet einen Waggon Kohlen nach Deutschland rollen ließ, zwischen denen zwei Fässer mit rund 1100 Liter Sprit ver­borgen lagerten. Ein guter Freund, Von ihm verriet nämlich das Geheimnis an die deutsche Zollbehörde. Diese lieft, der Waggon ruhig über die Grenze rollen, beschlagnahmte ihn aber dann, als sie den Sprit entlädt hatte. Zwei Tage später er­schien ein Herr (es war der Bruder des Kaufmanns Henne- berg) bei der Zollbehörde und erbat die Cinfuhrerlaubnis für den Waggon Kohlen. Man sagte ihm, er möge wiederkom» men. Er kam aber nicht wieder, denn er hatte Lunte gerochen. Da der Waggon von einem gewissen Feldberg abgesandt sein sollte,, forschte man nach diesem, fand ihn aber nicht. Auch der Adressat Henneberg in Köln war nicht zu entdecken. Se gingen Kohlen, und Sprit in den Besttz der Zollbehörde über, ohne daß die Schmuggler gefaßt werden konnten. Da rühmte sich der Kaufmann Henneberg in Bonn vor einigen Monaten des Schmugglerstreiches, gute Freunde sorgten wieder für Benachrichtigung der Zollbehörde. Henneberg hatte ffich nu« vor dem Großen Trierer Schöffengericht zu ver­antworten. Er wollte es nicht gewesen sein, sein Name sei mißbraucht worden. Aber die Zeugen wurden ihm zum Ver­hängnis. Das Gericht erkannte daher gegen ihn auf 18 755 Mark Geldstrafe und einen Monat Gefängnis. Zahlt er die Geldstrafe nicht, muß er für jede weiteren 50 Mark einen Tag ins Gefängnis. Auf diese Weise wurde der Sprit zu einem teueren Schnaps.

Ein Lichtspieltheater in Quedlinburg eingeäschert. I» Quedlinburg brach im Schilling-Theater, dem größten Lichypielhaus, ein Großfcuer aus. Das Feuer, das vo» Bühnenraum feinen Ausgang nahm, breitete sich mit großer Schnelligkeit über den ganzen Saalbau aus. Bereits nach e^ner Stunde stürzte mit mächtigem Getöse der Giebel bei Saalbaues ein, worauf der Saal vollständig ausbrannte.

Ein Fabrikbrand in Hannover gelöscht. Ein Fabril- großfeuer in der Wagenfabrik von Buschbaum & Co. in HaN' u o v e r ist unter ungeheuren Schwierigkeiten gelöscht worden. sämtliche Hydranten waren eingefroren und mußten erst auf' getaut werden. Kritisch wurde die Lage, als mehrere Spritz-^ ^o^H einfroren. Drei der mehrgeschossigen Lager brannie« vollständ'g nieder. Ebenso die Abteilung für Räderbau. Trotz größter Anstrengung der Wehren' griffen die Flammen auch auf die Büro- und Lagerräume über, die ebenfalls niedep ^^uten. Durch die ungeheure Hitzestrahlung fingen auch die -Dachgeschosse zweier angrenzender Wohnhäuser Feuer. verlautet, soll der Schaden in die Hunderttausende gehen, her Wert des verbrannten Holzlagers allein auf über 100 000 Mark veranschlagt ist.

Zum Mädchenmord in TLsstldorf. Der mutmaßliche M^der verhaftet. Der geisteskranke Arbeiter Emil Schwitz-^ der tm November aus der Irrenanstalt Düsseldorf-GrafenbotZ entwich und mutmaßlich als Täter beim Düsseldorf/)' Madchenmord in Frage kommt, wurde am Montag in W festaenommen. Er wurde im Laufe des Tages nach Düssck darf überführt.

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