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Krets-Kmtsblatt * Myememer amtlicherKnzeitzer für Kar Kreis Schlüchtem Mimt v«U»g:Q.gtrinftlb Siihae* Sesthäst^'^Lhlchofstr.ö * fcrnfpr.iftr.W* Postscheck:seankstwtlpW,Qr« Rr. 20 (1. Blatt) Donnerstag, den 14. Februar 1929 81. Fahr«

Amtliche Bekanntmachungen

LavdratSamt.

: Sprechstunden beim Landratsamt: Dienstags- : und Freitags, vormittags von 9 bis 12 Uhr:

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I.-Nr. 1213. Die Herren Bürgermeister und Gutsoor- steher werden zu einer Besprechung dienstlicher fing Iegen= heilen (Arbeitslosenversicherung, Schuhwaffengesetz u. s. w.) aus Montag, den 1 8. d. Mt §., norm. 9Vs Uhr m den Sitzungssaal des hiesigen Kreislaufes eingeladen.

Schlüchtern, den 13. Februar 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

I .-Nr. 775. Der Entwurf für den Zwangsweisen Aus­bau der Sinn am Bahnhof Iossa liegt in der Zeit vom 15. Februar bis einschließlich 28. Februar d. 3s. in dem Dienst« zimmer des Bürgermeisters zu Ultengronau, ein Buszug aus dem Entwurf in dem Vienftzimmer des Bürgermeisters zu 3offa zu jedermanns Einsicht offen. In der Zeit vom 15. Februar bis 14. März d. 3s. können Widersprüche gegen den Ausbau und Unsprüche aus Herstellung und Unterhaltung von Einrichtungen oder auf Entschädigung schriftlich oder zu Protokoll bei dem Unterzeichneten erho­ben werden.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, die innerhalb der oben bezeichneten Frist (15. Februar bis 14. März) keinen Widerspruch gegen den Ausbau erheben, ihr Widerspruchsrecht verlieren und daß nach Feststellung des Planes nur noch die im § 172 des Wasser­gesetzes bezeichneten Ansprüche gemacht werden können. Schlüchtern, den 7. Februar 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

3 .»Hr. 1222. Ich mache die Gemeinden (auch Kirchen- M Synagogengememhen) Schuloerbünde usw. ./f die Bekanntmachung des Vorstandes der preußischen Landes- rentenbank zu Berlin vom Dezember o. 3s. über den Stand der Teilungsmassen gemäß Uentenbanken pp. (Beilage zum Regierungsamtsblatt Nr. 2 von 1929) aufmerksam. Hier­nach sind die Gläubiger von Rentenbriefen aufgefordert, bis spätesten § 3 1. März d. 3 s. ihre Ansprüche bei der preußischen Staatsbank (Seehandlung) in Berlin anzumel- den und ihre Rentenbriefe einzureichen.

Die Anmeldung der in meinen Händen befindlichen Ren­tenbriefe der Schuloerbände wird von mir veranlaßt werden.

Schlüchtern, den 11. Februar 1929.

________________Der Landrat: Dr. Müller.

AreiSauSschnk.

' I.Mr. 613 K. A. Zu der im Kreisblatt Nr. 82 vom 10. 3uli 1928 veröffentlichten Abgabenorbnung über die Erhebung von Vorausleistungen für die Wegeunterhaltung hat der Bezirksausschuß zu Kassel die Genehmigung und der Herr Gberpräsident in Kassel die Zustimmung weiterhin bis zum 31. März 1931 erteilt.

Schlüchtern, den 10. Februar 1929.

_ Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

Statt Steins«.

Polizeiverordnung.

Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landerteilen vom 20. September 1867 (G. S. S. 1529) des § 143, Abf. 1 Lan- derverwaltungsgesetz vom 30. 7. 1883 und des Artikels 3 ber Verordnung über die vermöaensst-afen und Bußen v^m Februar 1924 (R. G. BI. 1, S. 44) wird nach Beratung mit dem Gemeindevorstand für den Gemeindebezirk Steinau folgende Polizeiverordnung erlassen:

Linzigerparagraph.

Die für dar Gebiet der Gemeinde Steinau erlassenen und "och in Geltung befindlichen Polizeiverordnungen nebst den vorgesehenen Strafbeftimmungen treten mit dem Tage br Veröffentlichung dieser Polizeiverordnung auch für den aus ®runb der Gesetzes vom. 27. Dezember 1927 (G. S. S. 211) aufgelösten und durch Beschluß des Staatsministeriums mit der Gemeinde Steinau vereinigten Gutsbezirk Hundsrück m Kraft.

Steinau, den 27. November 1928.

- Die Polizeiverwaltung: Dr. Kraft.

®UH Schlüchtern.

Bekanntmachung

Am Freitag, den 15. d. Mts. nachmittags 2 Uhr verkauft Stabs Schlüchtern im Hofe des städtischen Unwesens duldaerstrahe Nr. 47

einen Bullen 5chlachtzwecken.

schlüchtern, den 12. Februar 1929.

Der Magistrat: Fenner.

Bekanntmachung

Betr.: Fernbleiben vom Unterricht der gewerblichen Be­rufsschule infolge von Krankheit.

In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß Lehrlinge pp. vom Unterricht der gewerblichen Berufsschule fern bleiben, ohne daß eine Entschuldigung erfolgt. Wir machen daraus aufmerksam, daß nach § 7 Satz 1 die Arbeitgeber verpflich­tet sind, den erkrankt gewesenen Lehrlingen pp. beim nächsten Besuch der Schule eine entsprechende Bescheinigung mitzugeben.

Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 20 3Ut bestraft.

Schlüchtern, den 11. Februar 1929.

Die Polizeiverwaltung. 3. v.: Fenner.

Schweres Eisenbahnunglück auf der Strecke Serlin-Halle.

Ein Toter, drei Schwer-, 14 Leichtverletzte.

Wie von der Reichsbahndirektion mitgeteilt wird, fuhr der Schlafwagenzug BerlinMünchen in der Nacht zum Dienstag um 23 Uhr bei Burgkemnitz auf den V-Zug nach Stuttgart auf. Wie zunächst gemeldet wurde, soll das Unglück einen Toten und 20 Verletzte gefordert haben.

Nachdem die Aufräumungsarbeiten vorläufig beendet, hatte sich herausgestellt, daß sämtliche Verunglückte mit dem Leben davongekommen sind. Es wurden drei Reisende und ein Zugbeamter schwer und 14 Personen leicht verletzt. Das Unglück ereignete sich ungefähr 100 Meter vor dem Bahnhof Burgkemnitz.

Der Schnellzug D 70 hatte, nachdem der Führer das Ausfahrtsignal von Gräfenheinichen übersehen hatte, den Zug v 238 erreicht und fuhr mit voller Kraft auf den letzten Wagen auf. Sanitätskraftwagen mit Aerzten und Mannschaften aus Wittenberg und Bitterfeld sowie die Feuerwehr von Zschorne- witz eilten zur V'?üdsfi;Hc. Die Schwerverletzten wurde sofort mit Kraftwagen ins Krankenhaus nach Carlsfeld ge- bracht. Das Unglücksgleis ist durch die Trümmer der beiden Packwagen und durch die stark beschädigte Lokomotive des D 70 noch einige Zeit blockiert.

Die Namen der Verletzten sind: Belke aus München, Dr. Pohl aus Berlin-Friedenau, ein Amerikaner namens Krüner, dessen genaue Adresse noch nicht ermittelt ist, und der Zug­führer des D 70, Katz-Berlin. Von den 14 Leichtverletzten stammen 12 aus Berlin und je einer aus Ulm und Trieft.

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Der Zugführer Katz, der beim Eisenbahnunglück bei Burgkemnitz schwer verletzt wurde, ist später seinen Verletzung gen erlegen.

Schweres Eisenbahnunglück in Südslawien.

B e l g r a d, 13. Februar. Auf der Strecke Seml'n Ägram hat sich ein schweres Eisenbahnunglück ere'gnet. Der Agramer Schnellzug fuhr auf einen auf offener Strecke stehen­den Hilsszug auf, der ausgcsahren war, um einem entgleisten Zug Hilfe zu leisten. Der Zug war mit vielen Arbeitern be­setzt. Die Lokomotive und die be den Postwagen des Schnell­zuges wurden stark bef^äbgt. Fünf Personen wurden lebens­gefährlich verlebt, 25 Personen chsben leichtere Verletzungen erlitten. Vom Zugpersonal wurden nur der Lokomotivführer und der Zugbegleiter verwundet. Die Besatzung des Hilfs- zuges blieb unterlegt.

Die Schuldfrage an dem Eisenbahnunglück bei Grafenhainichen

Halle, 13. Februar. Zu dem Zugunglück bei Gräfeu- hainichen wird gemeldet: Nach Mitteilung von zuständiger Stelle hat der Lokomotivführer das auf Halt gestellte Signal übersetzen. Er gibt an, daß die Fenster infolge starken Frostes vereist waren.

E folge Aman Ullahs.

Kowno, 13. Februar. Aus Moskau wird berichtet, daß nach den letzten aus Afghanistan hier eingetroffenen Meldungen sich Kämpfe auch im Norden Afghanistans in der Nähe der Masar-i-Scherif-Provinz abspielen, die bis jetzt noch nicht be­endet wurden. Den Truppen Aman Ullahs ist es gelungen, vor Kabul einen großen Sieg über die Truppen Habib Ullahs zu erzielen. Dabei wurden 600 Anhänger Habib Ullahs ge­fangen genommen und später erschossen. Diese Kämpfe sind noch nicht beendet. Die Truppen Aman Ullahs haben versucht, die Station Dschebel Sarasch, wo sich die Elektrizitätstverke befinden, die Kabul mit Strom versorgen, zu sprengen. Der Versuch ist jedoch mißlungen.

Das Bergarbeitergesetz im Reichskabinett.

Im Reicbsarbeitsministerium ist lautVoss. Jtg/ bet Entwurf eines Bergarbeitergesetzes, der die Arbeitsoerhaltnisse der Bergarbeiter regelt, fertiggestellr und bem Reichekabinelt zugeleitet worden. Das Gesetz soll vom Reichstag unmittel­bar nach dem Arbeitsschutzgesetz beraten werden.

Kreuzzeitung" nur einmal täglich.

Wie die .Kreuzzeitung" mitteilt, wird sie vom i. März ab nur noch siebenmahl in der Woche, also nur noch täg­lich einmal erscheinen.

Das Elsaß vor der Kammer.

Von einem Altelsä'sser.

Siegroße Kammerdebatte" über Elsaß-Lothringen ist vorüber; sie war, wenn man sie rückblickend auf ihren Wert prüft, nichts anderes als eine große Generalprobe für das, was da kommen soll. Poincara hatte seine Pläne und Ab­sichten von langer Hand vorbereitet, hatte Besprechungen mit den führenden Persönlichkeiten der verschiedensten Parteien, mit Elsässern, Lothringern und Franzosen. Seiner Autorität fügten sich fast alle Mitwirkenden. Die französischen Abge­ordneten hatten sich auf folgenden Satz geeinigt:Das elsaß- lothringische Problem ist keine Parteifrage; es ist eine Frage, die die ganze Nation angeht." Das war die von Poincara ausgegebene Parole, an der er mit Zähigkeit festhielt. Mit einer geschickten Dialektik, in der auch eine gute Portion Sen­timentalität nicht fehlte, vertraten die Redner, unbekümmert um die Tatsachen der Geschichte, den Satz:Elsaß-Lothringen ist ein urfranzösisches Land; wer von den Elsässern und Loth­ringern an diesen Satz nicht glaubt, ist ein Vaterlandsver­räter!" Wie eine versteckte Drohung klang es durch alle Reden: Frankreich wird Mittel und Wege finden, die Widerspenstigen zum französischen Staatsgedankeß zu bekehren!

Die elsässischen und lothringischen Abgeordneten ver­hielten sich vorsichtig; sie wußten, daß man in der französischen Kammer nicht ungestraft patriotische Gefühle verletzt; sie wußten, daß die Politik die Kunst des Möglichen ist. Nur die Abgeordneten D a h l e t und Hauß fanden den Mut, den tiefen Gegensatz zwischen der französischen und elsässischen Auf­fassung aufzuzeigen. D a h l e t blieb auch vor der französischen Kammer entschiedener Autonomist, indem er betonte, daß kul­turelle und geschichtliche Gegensätze das elsaß-lothringische Sroblem haben wachsen lassen, natürlichundohnedas utun anderer. Und der neue Abgeordnete von Colmar, Hauß, sprach von dernationalen Minderheit" der Elsaß- Lothringer zum Aerger aller Vollblutfranzosen.

Aber immer und immer wieder wußte Poincarö die Dinge so zu lenken, wie es in seinem Programm stand. Seine Zweck­rede war lang und irreführend, wimmelte von Verdrehungen und Verstellungen. Nach seinen Ausführungen verdankt Elsaß- Jothringen seine wirtschaftliche Lütte Leu. o^gaui.a,arischen Talente Frankreichs. Was Elsaß-Lothringen zur Zeit des Waffenstillstandes bereits war, verschwieg er geflissentlich. Der französische Ministerpräsident sprach weniger zu den Abge­ordneten der französischen Kammer und denwiedergefun- denen Brüdern" als zu dem Ausland, das wiederum wie einst an den elsaß-lothringischen Dingen lebhaften Anteil nimmt. Er vergaß nicht, die alte Anklage zu wiederholen:Die deutsche Propaganda ist schuld am elsaß-lothringischen Autonomismus." Den Beweis für seine Behauptung anzutreten, vergaß er! Stresemann widerlegte mit Zahlen, sachlich und sicher. Umsonst, die Abgeordneten samt der Chauvinistenpresse fan­den den bequemen Ausweg:In Elsaß-Lothringen ist alles ge­sund, ist alles gut patriotisch; die Deutschen sind schuld, wenn die Wahlen nicht national ausfallen!

Die elsaß-lothringischen Abgeordneten haben berichtet, so gut sie konnten. Ihr Französisch reicht nicht immer aus; sie müssen sich an das Konzept halten. Aber die eine Behauptung Poincaras, die das ganze Niveau der Programmrede kenn­zeichnet, haben sie umgehend berichtigt: Der elsässische Abge­ordnete P»eiß ist eines natürlichen Todes gestorben; die Preußen haben Poincara nicht den Gefallen getan, den Pro­testier zu erschießen, trotzdem er ein aktiver Franzosenfreund war." Und auch die elsaß-lothringische Bevölkerung fand heftige Worte des Widerspruchs gegen die Ausführungen des allmächtigen Ministerpräsidenten. Die Unzufriedenen aus allen Kreisen der Bevölkerung, die Frankreichs Wohltaten noch nicht erfahren haben, erhoben öffentlich Protest.

Aber Poincara braucht sich nicht um diese kleinlichen Wahrheitsfanatiker" zu kümmern. Seine Freunde besorgten, was noch zu tun und zu sagen war. Von Reformen, die ge­eignet sind, Ruhe und Ordnung in Elsaß-Lothringen herzu­pellen, wollte die Kammer trotz dem Vorschläge des elsässischen Abgeordneten Walter nichts wissen; sie ging zur Tages­ordnung über,weil sie auf die patriotische AnhänKichkeit der elsässischen und lothringischen Bevölkerung für die Republik und das eine und unteilbare Frankreich vertraut!" Ein kluger Schachzug! Wenigstens für den Augenblick! Aber die Eisässer und Lothringer lassen sich nicht auf die Dauer mit Worten ab­speisen!

Großfeuer in Frankfurt a. M.

Frankfurt a. M., 13. Februar. Am Dienstagmorgen gegen 4 Uhr wurde die Feuerwehr nach der Hanauer Landstraße 200 gerufen, wo ein Lagerschuppen in Brand geraten war. Die Stadt hat während des Krieges hier vier große Lagerhallen für Instandsetzung von Militärausrüstungen errichtet, von denen sie heute noch zwei besitzt, während die übrigen der Weil- Werke A.-G. Rödelherm gehören. In der einen Halle, bte die Firma Mainzer & Co., Lack- und Farbenvertrieb, gepachtet hat, war aus noch unbekannter Ursache der Brand entstanden.

Das Feuer griff auch auf die Wagnerei Erich Mann über, die am meisten von dem Brande betroffen wurde. Das Feuer zerstörte ferner das Privatbüro der Eisenmattbes A.-G. Magde- duw, Filiale Frankfurt, eine angrenzende Kistenfabrik erlitt insbesondere auch einen starken Wasserschadeu. Der Brand konnte gegen Mittag gelöscht werden.

Englische Flieger von Afghanen gefangen.

London, 13. Februar. Die afghanischen Bergstämme haben drei englische Flieger gefangen genommen und fordern für ihre Freilassung Losegeld.