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Slk. 6

Gchlüchterner Zeitung

2. Atoll

Deuischlands Wirischastslage.

Der Bericht des Raparationsagenten Parker Gilbert über die Lage der deutschen Wirtschaft hat bekanntlich in D e u t s ch- land lebhaften Widerspruch hervorgerufen, weil er die deutsche Leistungsfähigkeit viel zu optimistisch beurteilte. Gerade dieser Optimismus aber hat in Frankreich Helles Entzücken her- vorgerufen: man betrachtete in Paris Parker Gilbert als willkommenen Bundesgenossen für die Durchführung der These, daß Deutschland alles zahlen könne, was man ihm von Ententeseite an Reparationen aufbürde.

Nun will es der Zufall, daß fast gleichzeitig mit Gilbert ein anderer amerikanischer Sachverständiger und Beobachter des deutschen Wirtschaftslebens sich über Deutschland geäußert hat, dabei aber zu wesentlich anderen Ergebnissen kommt als der Reparationsagent. Der Sachverständige für Handels- und Wirtschaftsfragen bei der amerikanischen Botschaft in Berlin, dessen Ausgabe es ist, die wirtschaftliche und finanzielle Lage ' Deutschlands zu beobachten, hat nämlich wieder einmal seiner Regierung in Washington eingehend berichtet. Dieser Bericht ist sehr wertvoll, weil er ein wirklich objektives Bild gibt, das sich freilich nicht zu den von der französischen Presse beliebten politischen Manövern mißbrauchen läßt. Es ist bezeich­nend, daß die französische Presse von diesem Bericht überhaupt so gut wie keine Kenntnis nimmt. Bisher war er übrigens nur in feinen Grundzügen bekannt, Einzelheiten erfährt man erst je^ aus einer New Zorker Meldung derFrankfurter Zeitung":

Danach geht der Bericht des amerikanischen Handels­attaches in Berlin über die deutsche Wirtschaftslage davon aus, daß der Geschäftsgang in Deutschland bei Jahresschluß eine ernstere Abschwächung erfahren habe als im vorigen Jahre, insbesondere infolge der sinkenden wirtschaftlichen Aktivität der letzten sechs Monate. Die fünfwöchige Arbeits­unterbrechung in der Eisenindustrie hatte eruste Störungen auch für die Eisen verarbeitenden Industrien zur Folge, des­gleichen für den Absatz von Koks und Kohle und trug erheb­lich dazu bei, die allgemeine Geschäftslage gegenwärtig un­befriedigend zu gestalten. Die Arbeitslosigkeit wuchs in den letzten Wochen viel rascher als sonst normalerweife in dieser Jahreszeit. Einige Industrien, wie insbesondere die chemische, die elektrische und die Papierindustrie, konnten allerdings Pro­duktion und Absatz aufrechterhalten. Auch die Kunstseiden- industrie ist gut beschäftigt, während die Lage in anderen Zweigen der deutschen Textilindustrie nicht befriedigen kann.

Der Geldmarkt wird als fortgesetzt flüssig bezeichnet dank dem verringerten Kreditbedarf der Industrie und dem wachsenden Zufluß fremder kurzfristiger Gelder; dabei wird betont, daß die Reichskasse mit ihrem starken Bedarf an kurz­fristigem Gelde am 1. Januar 280 Millionen Mark Fällig­keiten zu decken hatte. Der Privatdiskont habe im Dezember mit 6/4 Prozent den tiefsten,Stand des Jahres erreicht, doch habe die Reichsbank ungeachtet der allgemeinen Flüssigkeit des Geldmarktes und ihrer eigenen außerordentlichen Liquidität sich bisher nicht entschließen können, ihren Diskontsatz unter den Stand von 7 Prozent zu senken, auf dem er seit Oktober 1927 verharrte.

"""Nach weiteren Angaben über den Status der Reichsbänk erörtert der Bericht die Lage der Börse, die trotz der Geld- lüssigkeit bei stabilen Kursen im November im ganzen lustlos lewesen sei und erst gegen Ende einen schwachen Auftrieb er- ahren habe. Der Markt der heimischen Anleihen war unge­wöhnlich lustlos, im November wurden überhaupt keine An­leihen im Jnlande aufgelegt. Die Aktienemissionen erreichten aber im November mit 280 Mill. den höchsten Stand des Jahres, wovon aber allem 235 auf Kapitalerhöhungen ent­fielen. Die Aufnahme von Ausländsanleihen er­reichte gegen Jahresende wieder einen hohen Stand, nachdem viele Monate lang diese Quellen nur spärlich geflossen waren. (Gesamte Anleihe-Ausnahme im Ausland in den ersten elf Monaten 376 Mill. Dollar gleich 34 Mill. im Mona^ov.ru.)- schnitt gegen 33 im Jahre 1927 und 30 im Jahre 1926.)

Schließlich verzeichnet der Bericht des amerikanischen Attaches mit großer Genauigkeit die statistischen Daten, die das Abflauen der deutschen Konjunktur in den letzten Monaten des Jahres 1928 charakterisieren: so den Rückgang der Kohlen- Produktion bei sinkender Ausfuhr (in den ersten zehn Monaten 19,4 Mill. Tonnen gegen 23,1 Mill. in der gleichen Zeit 1927) und steigender Einfuhr; den Rückgang der Wagengestellungen (im November 914 000 wöchentlich gegen 959 000 im Oktober und 951 000 im November 1927); dabei betont er, daß die Großbandelspreise stabil blieben, trotz Senkung der Agrar- Produktenpreise und daß der Lebensbaltungskostenindex ge­stiegen ist. Schließlich hebt er das starke Anwachsen der^Kon- kurse hervor (in den ersten elf Monaten 7262 gegen 5670 im ganzen Jahre 1927, wozu noch die ebenfalls stark angewach­senen Zahlen der Geschäftsaufsichten kommen).

Soweit der Bericht eines sicherlich sachverständigen Be­urteilers. Er klingt weseütlich anders als Parker Gilberts Darlegung, die nur die Licht-, nicht aber die zahlreichen Schattenseiten des deutschen Wirtschaftslebens sieht.

Maschinengewehre gegen Wölfe.

Moskau, 10. Januar. Im Gouvernement Wladiwostock haben mehrere Rudel Wölfe das russische Torf Suschan Über­fällen. Vier Bauern wurden von den Wölfen getötet und drei derletzt. Ganze Herden sind von den ausgehungerten Raub­tieren zerrissen worden. Die eingetroffene Abteilung der Roten Armee eröffnete gegen die Wölfe ein regelrechtes Maschinen- gewehrfeuer. 120 Wölfe wurden erledigt. Die Rudel sollen von ^ina nach Rußland gekommen sein.

Bei einer Explosion eines Kessels in einer Lebensmittel­fabrik in Boulogne wurden 20 Arbeiter teilweise schwer verletzt.

Das dänische Königspaar wird in Erwiderung des vor­jährigen Besuches von König Alfons von Spanien in Dänemark Anfang Februar einen mehrtägigen offiziellen Besuch am spani­schen Königshof abstatten.

- Wie aus Angara amtlich berichtet wird, ereignete sich ein Erdbeben, das von unterirdischem Donner begleitet war. Ueber ben angerichteten Schaden sind noch keine Einzelheiten bekannt.

In New York verstarb der amerikanische Tabakkönig Ben­jamin Newton Duke. Er hinterließ ein Vermögen in Höhe von 608 Millionen Dollar.

Mit der Aussindung von fünf weiteren Leichen in den Ruinen des chilenischen Erdbebengebietrs in Cubaco ist die Zahl der Opfer der letzten Erdbebenkatastrophe in Chile aus insgesamt 30 gestiegen.

Die Verkümmerung der Landwirtschaft.

Von Friedrich Fues.

In den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege war nach dem KaiserwortUnsere Zukunft liegt auf dem Wasser" Deutschlands Wirtschaftspolitik in erster Linie auf den Welt­handel gerichtet. Darüber wurde die Landwirtschaft immer mehr vernachlässigt, so daß sie trotz größter Anstrengungen den Lebensmittelbedarf des deutschen Volkes nicht mehr zu decken vermochte. Weil es aber deutscher Tüchtigkeit und Tatkraft, gestützt auf Deutschlands Machtstel- lung, gelang, sich als Konkurrent auf dem Weltmarkt er­folgreich durchzusetzen, konnte der Nachteil zunehmender Ver- kümmerung der Landwirtschaft wenigstens wirtschaftlich so weit ausgeglichen werden, daß trotz steigender Einfuhrüber­schüsse an Lebensmitteln die deutsche Zahlungsbilanz Ueber» schlisse ergab.

Durch die Auswirkungen des unglücklichen Kriegsaus­ganges Verlust der Kolonien und wichtiger Rohstofflän­der, Erschwerung des Außenhandels, Tributlasten usw. ist ein wirtschaftlicher Ausgleich dafür, daß die deutsche Landwirtschaft infolge dauernder Vernachlässigung den Le­bensmittelbedarf des deutschen Volkes aus deutscher Scholle nicht mehr decken kann, unmöglich geworden. Das Er- nährungsdefizit ist zugleich ein Wirt­schaft sdefizi t geworden, das nur durch Ausländsanleihen vorläufig gedeckt wer- den kann. Trotzdem wird die Wirtschaftspolitik der Vor­kriegszeit in verstärktem Maße fortgesetzt, als ob es keinen Krieg gegeben hatte, der letzten Endes doch darum ging, Deutschland als Konkurrenten auf dem Weltmarkt auszu- schalten. Die Folge ist steigende Not des Landvolkes und Abnahme der Wirtschaftskraft der deutschen Landwirtschaft | in einem Maße, daß die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes ernstlich gefährdet erscheint. Ein sehr eindrucksvolles Bild der ständig zunehmenden Verkümmerung der Landwirtschaft geben nachstehende Zahlen der Berufszählungen von 18821925:

Jahr

Berufszugehörige

Erwerbstätige

Erwerbst. in % der Berufszgh.

1882

15 938 761

7133 629

44,8 %

1895

15 442 059

7182 301

46,5 %

1907

14 918 089

8 556 219

57,3 %

1925

14 373 256

9 762 426

67,9 % !!

Es hat also in dieser Zeit, wo sich das deutsche Volk von 40 auf 63 Millionen vermehrte, die Zahl der zur Landwirt­schaft Berufszugehörigen dauernd abgenommen, zugleich aber die Zahl der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen dauernd zugenommen. Dies ist der klarste Beweis steigender Not der Landwirtschaft.

Von der landwirtschaftlich genutzten Flüche Deutschlands werden drei Viertel in bäuerlichen Betrieben bewirtschaftet, die in der Hauptsache mit familieneigenen Arbeitskräften des Besitzers arbeiten. Don den 14 373 256 zur Landwirt­schaft Berufszugehörigen Personen gehörten im Jahre 1925 12 524 021 Personen Betrieben an, die einschließlich des Be­triebsleiters weniger als 10 Personen zählten. Wenn in einem solchen bäuerlichen Betrieb der Ertrag der Wirtschaft nicht mehr ausreicht, die ganze Familie zu ernähren, muß der arbeitskräftige Familiennachwuchs sich eine andere Exi­stenz suchen, und die weiblichen und alten Familienmitglie- der müssen angespannt werden, um die Scholle halten zu können. Dieser Vorgang, millionenfach ver­vielfältigt, drückt sich in obigen Zahlen­reihen aus.

Das schlimmste aber ist, daß trotz dieses verzweifelten Kampfes der deutschen Bauern um ihre Scholle der wirt­schaft! che Rückgang der Landwirtschaft immer weiter fort- schreitet. Ein geradezu erschütterndes Bild hierfür geben die Zahlen des Anwachsens der Nenvsrsthuldung der Land­wirtschaft in den letzten Jahren. Nach den Ermittlungen des Instituts für Konjunkturforschung ergibt die Entwick­lung der erfaßbaren Agrarkredite folgendes Bild (Zahlen in Millionen Reichsmark):

31.12. 25

Realkredite . . . 1011 Kred. mittl. . . 26 Laufzeit .... 2158

Kurzfr. Kredite . 3195

Realkredite .

Kred. mittl. .

Laufzeit . .

31.12.26 31.12.27 31,3.28

2048 2816 3034

71 , 251 288

1893 2082 2125

4012 5150 5447

30. 6.28 30. 9. 28

. . 3262 3438

. . 294 304

. . 2217 2146

Kurzfr. Kredite . . 5773 5888

Zu diesen setzt rund 6 Milliarden Kreditschulden kom­men noch mindestens 3 Milliarden Schulden für aufzuwer- tende Hypotheken und knapp 2 Milliarden Schwimmkredits Außerdem sind 2 Milliarden Rentenbankgrundschulden mit etwa 100 Millionen jährlich zu verzinsen, so daß die ge­samte Schuldzinslast der Landwirtschaft heute schon mehr als eine Milliarde jähr­lich beträgt. Dazu kommen Steuern und Lasten aller Art, die insgesamt jährlich mindestens zwei Milliarden betragen.

Daß diese Lasten bei den gegenwärtigen Einkommens­verhältnissen der Landwirtschaft untragbar sind, zeigt am besten folgende Rechnung: Der Wert der landwirtschaftlichen Iahresprodukt on 12% Milliarden, die da­für aufzuwendenden Betriebsunkosten etwa 324 Milliarden. Das jährliche Roheinkommen der deutschen Landwirtschaft beträgt also rund 9 Milliar­den, und davon sollen mindest ^ns 3 Milliar­den, also ein volles Drittel, #n Steuern und Lasten abgeführt und außerdem die Löhne für d ie fremden Arbeitskräfte be­zahlt werden. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, daß die Landwirtschaft trotz der im Verhältnis zu anderen Berufen viel zu niedrigen Arbeitslöhne jährlich mit einer Milliarde Mark neu verschuldet.

Wie lange aber kann und soll dies so weitergehen? In vielen Betrieben ist jetzt schon die Höchstgrenze der Verschul­dung erreicht. Infolge der unzureichenden Löhne geht die Zahl der verfügbaren fremden Arbeitskräfte dauernd zurück. Durch verstärkte Anspannung der Familienangehörigen Er- satz und Ersparnismöglichkeiten zu schaffen, ist aber nicht mehr möglich, da der Prozentsatz der Erwerbstätigen im Landvolk (67,9 Prozent) den Prozentsatz der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter innerhalb der Reichsbevölkerung (68 Prozent) bereits erreicht hat. Geht die Entwicklung in den bisherigen Bahnen weiter, dann ist über kurz oder

lang bestimmt zu erwarten, daß landwirtschaftliche Betriebe massenhaft zusammenbrechen und deutscher Boden in größe­rem Umfang unbestellt liegenbleibt, weil es nicht mehr lohnt, ihn zu bewirtschaften, und die Arbeitskräfte fehlen. Dann aber hätte das deutsche Volk seine Nahrungsfreiheit und damit seine wirtschaftliche und politische Selbständigkeit end- gültig verloren. Möge das neue Jahr unserem Volk die Erkenntnis bringen, daß nur gründliche Abkehr von der bisherigen Wirt­schaftspolitik und zielbewußte Stärkung der deutschen Landwirtschaft ihn, die Grund­lage zu späterer Freiheit geben kann.

Der Beschluß der Reichsregierung.

Wie aus Berlin gemeldet wird, hat die Reichsregie- rung zu Mitgliedern des Ausschusses der unabhängigen , Finanzsachverständigen für die Reparationsfrage ernannt:

Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht und General­direktor Dr. Albert V ö g l e r. Zu Ersatzmitgliedern wur­den ernannt: Bankier Karl Melchior und Direktor K a st l.

Die amtliche Mitteilung über die Ernennung der unab­hängigen Sachverständigen lautet:Die Reichsregierung hat in Durchführung der Genfer Vereinbarung vom 16. September 1928 und gemäß dem Sechsmächteabkommen vom 22. Dezember 1928 zu deutschen Mitgliedern desAusschusses von unab­hängigen Finanzsachverständigen für die Ausarbeitung von Vorschlägen für eine vollständige und endgültige Regelung des Reparationsproblems" Herrn Dr. Hjalmar Schacht und Herrn Dr. Albert Vogler ernannt. Als Ersatzmänner werden Herr Dr. Karl Melchior und Herr Ludwig Kastl zugezogen werden."

Das Material für die Konferenz.

Wie von zuständiger Stelle bestätigt wird, sind die für die Reparationsberatungen in erster Linie zuständigen Mimste- rien, das Auswärtige Amt, das Reichsfinanz- und das Reichs­wirtschaftsministerium mit einer Materialsammlung beauf­tragt worden, die bei den Reparationsberatungen als Unterlage dienen soll. U. a. wird diese Materialsammlung eine umsang- reiche Wirtschaftsstatistik enthalten.

Die deutschen Reparationszahlungen.

Das Büro des Generalagenten für Reparationszahlungen veröffentlicht eine Uebersicht über die verfügbaren Gelder und vorgenommenen Uebertragungen im 6. Annuitätsjahr bis zum 31. Dezember 1928. Danach betrug der Saldo per 31. August 1929 189,5 Millionen Goldmark.

Die verfügbaren Gelder betrugen im Dezember 184,9 Mil­lionen Goldmark (September bis Dezember 922,5 Millionen Goldmark). Uebertragungen wurden vorgenommen in aus­ländischer Währung 110,5 Millionen Goldmark (394,7 Mil­lionen Goldmark) und durch Zahlungen in Reichsmark für Sachlieferungen, Besatzungstruppen, Kosten der Interalliierten Kommissionen usw. im Dezember 70,3 Mill. (325,5 Mill.); die Uebertragungen betrugen insgesamt im Dezember 180,8 Mill. Goldmark (720,3 Mill.). Der Saldo per 31. Dezember 1928 machte 202,2 Millionen Goldmark aus.

g Die Grippe in Kopenhagen. Die Grippe-Erkrankungen haben in Kopenhagen in der letzten Zeit stark zugenom« men. So befanden sich in der vergangenen Woche tausend Personen in ärztlicher Behandlung. Die Zunahme der Er­krankungen wird in den letzten Tagen auf 150 bis 200 Per­sonen geschätzt In ärztlichen Kreisen ist man über diese Zu­nahme der Erkrankungen nicht weiter beunruhigt, da die Krank­heit einen milden Verlauf nimmt. Die Zahl der Aufnabmen in die Krankenhäuser ist bisher ebenfalls verhältnismäßig gering.

Der starke Frost lahmt die nordische Schiffahrt. In­folge des starken Frostes sind nunmehr auch an der Westküste Südschwedens Schwierigkeiten für die Schiffahrt ent­standen. Zwei kleinere Schiffe sind stark vom Eis beschädigt worden. Eines so sehr, daß es sank. Die zwei an Bord befind­lichen Personen konnten sich im letzten Augenblick retten.

Eine amerikanische Schenkung an ein schwedisches Forschungsinstitut. Der New Aorker Rockefeller-Font^ hat dem Physikalisch-Chemischen Laboratorium in U p s a l a 50 000 Dollar geschenkt. Das Laboratorium steht im Rus eines be­deutenden Forschungsinstitutes und wird von vielen Aus­ländern besucht. «Sein Leiter ist der Nobelpreisträger Pros. Swedberg.

D Die Folgen des strengen Winters in Polen. Die starken Fröste und die großen Schneemengen haben in ganz Polen Verkehrsstörungen und Transportschwierigkeiten hervor­gerufen. In der Lebensmittelzufuhr nach Warschau macht sich bereits eine wesentliche Abnahme bemerkbar. Die Züge treffen im allgemeinen mit starker Verspätung ein. Ueber 85 000 Ar­beiter sind damit beschäftigt, die Schienenstränge vom Schnee freizumachen. Mehreren hundert Arbeitern sind Hände und Füße erfroren. In der Gegend von Suwalki sind vier Per­sonen im Walde der Kälte zum Opfer gefallen. Auch aus anderen Gegenden werden Todesfälle infolge Erfrierens ge­meldet. In der Nacht vom Montag auf Dienstag haben nicht weniger als 2000 Personen in den Warschauer Asylen Schutz gesucht, während sonst 3400 gezählt werden. Der Telephonverkehr in ganz Polen ist außerordentlich behindert.

O Fünf Todesopfer bei einem Autounglück. Ein mit fünf jungen Leuten besetztes Auto überschlug sich auf dem Wege von St. Hippolyte nach Saive (Frankreich) und stürzte von einem hohen Abhang hinab. Alle Insassen wurden ge­tötet.

Drei Schlittschuhläufer ertrunken. In U trecht (Hol- land) brachen vier Schlittschuhläufer auf dem Eise ein. Drei von ihnen ertranken; der vierte konnte gerettet werden.

Acht Matrosen ertrunken. Aus Cadiz wird berichtet, daß ein Fischer auf hoher See in einem Boot die Leichen von zwei Matrosen des italienischen DampfersVallarzo" fand, der gegenwärtig im Hafen von Cadiz liegt. Der Kapitän der Vallarzo" erklärte, daß in dem Boot sechs Italiener und zwei Spanier, die betrunken getvesen seien, ins Meer hinausgerudert und dann sicherlich einem Unglückssall zum Opfer gefallen seien.

Kältewelle in den Vereinigten Staaten. Die Ver­einigten Staaten werden, wie aus New N o r k gemeldet wird, gegenwärtig von einer schweren Kältewelle heimgesucht, die vom mittleren Westen ostwärts verläuft. Im Staate Minnesota werden 20 Todesopfer der Kältewelle berietet. In der Schiffahrt sind zahlreiche Störungen zu verzeichnen. So hat dieMauretania" 24 Stunden Verspätung. ___,