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2. Blatt

Gchlüchterner Zeitung

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At. 146

Wann kommt die Große Koalition?

' Nachdem die Freien Gewerkschaften sich am Sonntag ebenfalls für die Vermittlungstätigkcit des Reichsinnen, »misters Severi-ng entschieden haben, darf man nunmehr be« seit Anfang November bestehende Lohnkampf in der nordwestdeutschen Eisenindustrie als vorläufig minde­stens beendet betrachten. Wie aber auch immer der Schiedsspruch Severmgs ausfallen möge, darüber kann kein Zweifel bestehen, daß gerade diejenigen beiden Parteien, die für das Zustandekommen der G r o ß e n K o a l i r i o n m Preußen und im Reiche in erster Linie entscheidend sind, nämlich D e u t s ch e V o l k s p a r t e i und Sozial- demokratie, durch die Folgen des Eisenkampfes ihre politischen Gegensätzlichkeiten wieder besonder- stark unterstrichen haben. Die scharfe Kritik, die am Sonn- tag von Seiten der Delegiertenkonferenz des Deutschen Metallarbeiterverbandes durch deren 1. Vorsitzenden Vran- ' des an der Haltung des Reichskabinetts geübt wurde, be­weist jedenfalls, daß der Vermittlung?Schritt der Reichs- regierung innerhalb der Gewerkschaften eine gewisse i Verstimmung hervorgerufen hat und daß auch in der sozialdemokratischen Partei selbst diese Verstimmung eine weitgehende Verbreitung gefunden hat. Man steht deshalb auch in parlamentarischen Kreisen dem bisher immer noch kaum angebahnten Verhandlungen, be^üg! einer festen Bin- dung der Preußischen und der ReichMgierung im Rahmen der Großen Koalition weiterhin einigermaßen skeptisch gegenüber. Jedenfalls glaubt man nicht, daß die Ve­reinigung aller Differenzpunkte zwischen den Sozialdemo- kraten und der Deutschen Volkspartei insbesondere sich ttrhältmsmäßig bald ermöglichen wird. Die Wünsche der Linksparteien gehen gegenwärtig in erster Linie dahin, mit der Deutschen Volkspartei zu tragbaren Vereinbarungen über ein sozial-politisches und ein wirtschaftspolitisches Programm zu kommen.

Inzwischen nimmt das Zentrum mit Rücksicht auf den bevorstehenden Parteitag in Köln, der bekanntlich für den 8. und 9. Dezember angesetzt ist, noch eine abw ar­tende Haltung ein. Der diesjährige Parteitag des i Zentrums wird von dem Artikeldienst der Deutschen Zen- i trumspartei mit Recht dahin kommentiert, daß auf diesem in allererster Linie es sich darum handeln wird, Klarheit über den gegenwärtigen Stand und die Zukunft der Zen­trumspartei zu schaffen. In diesem Zusammenhangs weroe Köln wohl auch ein ernstes Wort über technisch-organisa­torische Fragen sprechen und mit allem Nackdruck auf die Notwendigkeit des Ausbaues der Organisation, die Ein­setzung verantwortungsfreudiger und arbeitsbereiter Kräfte verantwortliche Stellungen, die Verbreitung der Zen- * trumsprefle und der Heranziehung der jungen 6?

S zur gleichberechtigten Mitarbeit Hinweisen müssen.

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siel Erst w nn die hier angedeuteten sehr wichtigen innerer, K Klärungen im Rahmen des Zentrumsparteitages erfolgt ,} sein werden, kann man also damit rechnen, daß die Zen­

trumspartei aktiver in die Frage der Bildung der Koalition in Reich und Preußen eingreifen wird. Vor den Weih­nachtsferien ist jedenfalls mit einer endlichen Entscheidung I in dieser an sich allmählich sehr brennend gewordenen Frage | Wohl nicht zu rechnen.

| Die Rot der Landwirtschaft.

I 3m Reichstag begann am Montag die große Aussprache über die Not der Landwirtschaft. Nicht weniger als 137 Anträge und Interpellationen sind zu dieser $rage von verschiedenen Parteien eingebracht worden. Die Ve­rantwortung der Interpellationen gab dem Reichsernährungs- r Dietrich Gelegenheit ein Höchtprogramm zu entwickeln, das ben Beifall der Mehrheit fand. Er stellte fest, daß das vom letzten Reichstag beschlossene Notprogramm erst zum Kleinsten Teil durchgeführt sei. AIs bedenklich bezeichnete bie wachsende Verschuldung der Landwirtschaft, die jetzt aus lli/2 Milliarden geschätzt werde. Nur eine ver- Mistige Lösung der Reparationssrage können einen Am ) wo zur Rapitalbildung geben und die Landwirtschaft ent- i Wen. Bei Besprechung der in den vielen Anträgen ver- ; freuten Rettungsvorschlage lehnte der Minister eine herauf- Ipung des Roggen- und lVeizenzolls ab, denn dann würde Einfuhr von Mehl sich ins ungemessene steigen. Das I Getreide Problem sei nur durch eine Stabilisierung der Markt- vnhältnisse zu lösen. Der Minister erklärte, daß er positiv ian dem Zustandekommen des deutsch-polnischen Handels- 1 Vertrages mitarbeiten wolle, wenn Polen sich zu den= s Zugeständnissen bereit finde. Das einmalige Not- «Programm soll durch eine lanfendes Produktions- und Ab= »Wörderungsprogramm ersetzt werden. Ein Milchgesetz, eine Belastung von 100 Millionen ergibt, werde bald ivorgelegt werden. In der Debatte, die am Dienstag um I 3 Uhr fortgesetzt werden soll, griff der Minister noch IMmal ein, um kommunistische Angriffe zurückzuwersen.

Berlin, 4 Dezember.

I In der Dienstagsitzung des Reichstags gab es zunächst eine

I lebhafte Geschäftsordnungsdebatte.

IJ handelte sich um die Verteilung der Ansschnßsipe. Bisher °'"",al im Jahre nach Zusammentritt des Reichstags im eme Verteilung der Ausschutzsitze vorgenommen.

Diesmal ergaben sich Schwierigkeiten, da die zahlreichen ".Parteien sich erst zögernd entschlossen, Anschluß zu suchen, mußten ruehrsach Aenderungen in der Ausschuß. s^. . '"Ug vorgenommen werde«. Die Wirtschasispartei machte ^"sprüche, weil sich ihr die Deutsche Bauernpartei an- ihr bat. Die Bayerische Bolkspartei wollte ebenfalls zu Recht kommen, weil die Deutsch-Hannoveraner bei ihr Die Sozialdemokraten ließen schließlich erklären, bk dieses Kasperle-Theater nicht mehr mitmachen wollten, dann beschlossen, daß nur einmal tot Jahre im k eine Verteilung der Ausschußsitze vorgeuoWN.cn wer-

Das Haus setzte dann die

Aussprache über die Notlage der Landwirtschaft fort:

Abg. Freybe (Wirtsch.-P.) forderte die völlige Aufhebung der Einfuhr von zollfreiem Gefrierfleisch. Die Not der Landwirtschaft sei eine Folge der verkehrten Wirtschaftspolitik, die seit der Staats­umwälzung getrieben worden sei. Die Zollerhöhung für Zucker sei zu begrüßen, aber sie dürfe nicht zu einer Liebesgabe für die Großindustrie werden.

Abg. Tantzen (Dem.) ist der Meinung, daß der deutschen Landwirtschaft nur geholfen werden könne, wenn sich die Land­wirte selbst verständigen und über die Parteigrenzen hinweg die Landwirtschaftspolitik nach rein sachlichen Gesichtspunkten treiben. Andererseits muß die Landwirtschaft einsehen, daß sie nur in Ver­bindung mit allen anderen Wirtschaftsgruppen vorwärts kommen kann. Die Grundlagen der deutschen Landwirtschaft sind noch gesund. Aber die Gefahr für ihre Existenz war noch niemals so groß wie jetzt.

Abg. Dr. Horlacher (Bayer. Vp.) weist auf die wirtschaft­liche Bedeutung der Landwirtschaft hin, die sich in einer Massen- erzeugung äußere, die allein an Vieh, Fleisch und Fett über neun Milliarden Mark jährlich beträgt. Der Redner erinnerte weiter an die schwierige Lage des Braugewerbes, die auch auf den Gerste- und Hopfenmarkt zurückwirke. Er betonte in diesem Zusammen­hang, daß eine Biersteuererhöhung für seine Partei nicht in Frag« komme.

Abg. Schmidt-Köpenick (Soz.) warnte vor einer Uebertreibung der landwirtschaftlichen Not. Man glaubt in der Allgemeinheit nicht mehr an die Milchmädchenrechnung, nach der die Gutsbesitzer Jahr für Jahr zuschießen müssen. Durch die Bauerndemon­strationen dürfe man sich nicht verblüffen lassen. Wenn es zu toll werde, dann werde die Arbeiterschaft sich einmal überlegen, was dagegen zu tun sei. Die Sozialdemokratie lehnt eine Er­höhung der Getreidezölle ab, ist aber für einen höheren Zuckerzoll zu haben, wenn dadurch der Zucker für den Verbraucher nicht verteuert wird. Zur Stabilisierung der Preise forderte der Red­ner ein Getreidemonopol, auch über ein Viehmonopol wäre zu reden.

Ernährungsminister Dietrich beantwortete darauf die Inter­pellationen zugunsten des Weinbaues. Er wies darauf hin, daß die Finanzämter von sich aus nach Eingehen der ersten Nachrichten über die Frostschäden bereits Steuererleichterungen gewährt hät­ten. Wegen geringen Einkommens und Vermögens seien die Winzer von den Reichssteuern großenteils überhaupt befreit. Die Zinsen der Winzerkredite wurden zunächst gestundet. Um für die Zukunft große Frostschäden nach Möglichkeit auszuschließen, sei im Einvernehmen mit den Ländern ein Ausschuß eingesetzt worden, dem die Bearbeitung aller die Frostabwehr betreffenden Fragen obliegt. Der Ausschuß schlägt bereits schon für das kommende Frühjahr in besonders bedrohten Weinbaugebieten großzügige Versuche zur Frostabwehr durch Beräucherung vor. Der Minister stellte fest, daß er sich im Einvernehmen mit dem Reichsfinanz­minister aber angesichts der Finanzlage des Reiches nicht in der Lage sehe, für die betroffenen Gebiete von Reichs wegen neue Hilfsmaßnahmen zu treffen. Wegen der Rückzahlung der am 31. 12. fälligen 30 Millionen Winzerkredite stehe er mit dem Reichsfinanzmipister in Verhandlungen. Die bisherige Art der Unterstützung der Winzer kann schon allein aus finanziellen Grün­den nicht mehr fortgesetzt werden. Der Weinbau muß sich auf eigene Füße stellen. Zu diesem Zweck muß die organisierte Selbst­hilfe mehr als bisher ausgebaut werden. Der Minister ersuchte um Ablehnung des wirtschaftsparteilichen Antrages auf Abände­rung der Gefrierfleischverteilung. Würde der Antrag angenommen werden, so würden die Fleischer nur mehr ein Fünfhundertstel ihres Fleischverbrauches erhalten. Die angeregte Erhöhung der Getreidezölle würde nach dem Ergebnis der Preisstatistik nicht die erhoffte Wirkung auf die Getreidepreise haben. Wir wollen ge­meinsam und sachlich an der Abstellung der landwirtschaftlichen Not arbeiten.

Abg. Willicken (Nat.-Soz.) begann seine Rede mit der Anrede: Deutsche Volksgenossen", was das Haus mit großer Heiterkeit aufnahm. Der Redner erklärte, ein Staat, der einen so hohen Zinsfuß dulde, wie das Deutsche Reich, sei ein Raubstaat. Für diese Aeußerung erhielt Abg. Willicken einen Ordnungsruf.

Abg Neddenried (Christl.-Nat. Bauernpartei) bezweifelte den ehrlichen Willen des Reichstages, den deutschen Bauern zu helfen. Der Landwirtschaft könne nur geholfen werden, wenn die Reichs­regierung das Handels- und zollpolitische Ruder gründlich herum- werfe und den unerträglichen Druck der Steuern und sozialen Lasten beseitige.

Die Aussprache wurde dann durch einen

wirtschaftsparteilichen Antrag auf Vertagung der Aussprache wegen mangelnden Interesses des Hauses unter­brochen. Unter großer Heiterkeit des Hauses machten sich Abge­ordnete verschiedener Parteien lebhafte Vorwürfe, weil ihre Frak­tionen nur spärlich in der Sitzung vertreten waren. Der Präsi­dent stellte fest, daß von der Wirtschaftspartei während der Rede des Demokraten nur zwei Abgeordnete anwesend waren, worauf der Vorsitzende der Wirtschaftspartei erwiderte, er habe seine Parteifreunde veranlaßt, während jener Rede den Saal zu ver­lassen, weil bei der Rede des Abgeordneten der Wirtschaftspartei auch die Demokraten den Saal verlassen haben. Diese Rache­politik fand im Hause große Heiterkeit.

Der Vertag ungsan trag wurde abgelehnt.

In der

weiteren Aussprache

wurden noch zahlreiche Einzelwünsche erhoben.

Abg. Hang (Dutl.) behandelte die Notlage der Winzer.

Abg. Graf zu Stolberg (D. Bp.) kam auf die katastrophale Lage der ostpreußischen Landwirtschaft zu sprechen.

Abg. Dietrich Berlin (Komm.) verlangte vermehrte Versor­gung der ärmeren Bevölkerung mit Gefrierfleisch.

Abg. Gandorfer (Bayer. B.-Bund) führte Beschwerde über die rücksichtslose Steuereintreibung durch Finanzämter und wandte sich gegen die Bierpreiserhöhung.

Das Arbeitsprogramm des Reichstages.

Der Aeltestenrat des Reichstags hat den Geschäftsfrau für die nächste Zeit folgendermaßen festgelegt: von Mittwoch ab wer­den mit Rücksicht auf den Zentrumsparteitag in Köln Plenar­sitzungen nicht abgehalten werden. Sie beginnen wieder am Diens­tag, 11. Dezember. Erledigt werden sollen dann die zweite und dritte Lesung des Gesetzes über die Ausdehnung der Unfallversiche­rung und des Gesetzes für die Arbeitslosenfürsorge für die Saison­arbeiter sowie die erste Lesung des Nachtragsetats für 1928, zu­

stimmen mit dem Perfonaletai für 1929. Die erste Lesung des Etats für 1929 kann vor Weihnachten nicht mehr stattfillden, da der Etat noch nicht an den Reichsrat gelangt ist.

Ein Flugzeug mit Besatzung und neun Fluggästen im Meer versunken.

Eine verunglückte Begrüßung für Santos Dumont.

Ein dem Shndicato Condor Ltd. gehöriges Flugboot ist bei einem Rundflug über dem Hafen zur Begrüßung des brasilianischen Pioniers der Luftfahrt, Santos Dumont, auf dem Wasser aufgeschlagen und mit der Besatzung sowie neun Flug- gästen sofort gesunken. Im ganzen sind bei dem Flugzeug­unglück 17 Personen ums Leben gekommen. Ein Augenzeuge berichtete, daß das Flugzeug in einer Höhe von etwa 100 Meter in Gefahr kam, mit einer anderen Maschine zusammenzustoßen. Der Führer riß daS Steuer herum, wobei infolge der außerordentlichen Belastung ein Flügel des Flugzeuges abbrach. Der Absturz war unvermeidlich.

Beim Aufschlagen aufs Wasser ereignete sich dann die Explosion. Nur der Mechaniker konnte lebend geborgen wer­den, verstarb aber auf dem Transport ins Krankenhaus. Tie Festlichkeiten zu Ehren des brasilianischen Luftpioniers Santos Dumont, zu deren Teilnahme das verunglückte Flugzeug eine Anzahl führender Persönlichkeiten nach Rio bringen wollte, sind infolge des Unglücks auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

In Fachkreisen wird angenommen, daß der Absturz des brasilianischen Flugbootes auf Motorschaden zurückzuführen ist, da man hohe Stichflammen aufschlagen sah. Die Herbei- geeilten Boote konnten in der geschlossenen Kabine, die in der Nähe der Cobras-Jnseln angeschwemmt wurde, nur halbver­kohlte Leichen bergen. Sämtlich« Insassen waren bedeutend« Politiker, Ingenieure und Wirtschaftler, die dem Empfangs­ausschuß angehörten. Das Flugboot, das dem brasilianischen Flugzeugkonzern gehörte, führte den NamenCondor".

Lorchcn in Afghanistan.

Ein Sturm hat sich erhoben.

Der Unterstaatssekretär im Kolonialministerium, Lord Winterton, bestätigte am Montag im englischen Unterhaus, daß die Verbindungen mit Afghanistan als Folge der Erhebung der Shinwari unterbrochen seien. Die Regierung besitze aber bisher noch keine Mitteilung, ob die indische Regierung den Kchhpcr-Paß für den Verkehr von und nach Afghanistan geschlossen habe.

In Kalkutta sind Meldungen e-ugegangen, wonach der Palast Königs Aman Yllah m Ja-lLlarad von den Revolutio­nären niedergebrannt wurde. Luch vrrsrh.cdsne Regierungs- gebäude sollen von ihnen in Maud gesteckt worden sei«. Die Versuche des Königs, die Führer der Stämme zu beruhigen, sind bisher ohne Ergebnis geblieben.

Die Revolte breitet sich im Gegenteil weiter aus. Bei dem , Brand ^ königlichenPalastes in Jallalgbad soll eine wert­volle Menge von MMl, Äe aus Europa eingeführt worden war, mit vernichtet worden fein. Der Schaden wird als sehr bedeutend bezeichnet. Nach einem anderen Bericht ist auch der Flugzeughafen in Jallalabad vernichtet worden und alle dort stationierten Flugzeuge sollen verbrannt sein.

Man verhandelt mit den Aufständischen.

Wie aus Kabul berichtet wird, hat König Aman Ullah beschlossen, einen afghanischen Minister an die aufständischen Stämme zu entsenden, um mit diesen Friedensverhandlungen einzuleiten. Der Minister hat eine erste Zusammenkunft mit dem Führer des aufständischen Stammes Schinwari gehabt. Die Regierung verlangt, daß die Aufständischen sich ihr sofort unterwerfen.

Falls das afghanische Ultimatum von den Stammen ab- gelehnt werde, werde die Regierung gezwungen sein, mit sämt­lichen Maßnahmen gegen die Aufständischen Vorzugehen. Die Antwort auf das Ultimatum erwartet die Regierung in 48 Stunden. König Aman Ullah leitet selbst die militärischen Operationen gwen die Aufttänd schen. Die Hoffnung auf eine freiwillige Beft^gung der Strert'gkriten zwischen der afabani- nischen Regierung und den aufständischen Stämmen ist sehr schwach.

AusstellungDeuischland".

Verkehrswerbung der Teutschen Reichsbahn.

Wie aus Berlin gemeldet wird, wurde im ehemaligen Kunstgewerbemuseum durch Gemrckdirektor Dr. Dorp- müller die Ausstellung der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr eröffnet. Dr. Dorpmüller wies in seiner Ansprache daraus hin, daß Aufklärung über Deutsch­land im Auslande in der Nachkriegszeit noch mehr nottue, als in der Vorkriegszeit.

Im Auslande habe man immer noch ein falsches Urteil über Deutschland. Nur durch persönlichen Besuch Deutschlands könne das Verständnis für deutsches Wesen und deutsche Art geweckt Werben. Die Reichsbahn tue das ihre dazu. Sie habe Werbebüros im Auslande eröffnet

Dle Mainzer Spionage-AMre.

Trci Franzosen verhaftet.

Die Mainzer Spionageaffäre zieht, wie es scheint, wei­tere Kreise. ^Nachdem unter den Bearnten des Reichs­vermögensamtes in den letzten Tagen verschiedene Verhaft fangen noch vorgenommen, die Verhafteten aber wieder frei- gelassen wurden, hat die Besatzung jetzt drei Franzosen ver­haftet, unter diesen soll sich ein Offizier befinden. Die Fran­zosen sind angeklagt, mit den Teutschen gemeinsame Sache gemacht zu haben. Wie man hört, wird das Reichsvermöqens- amt durch Geheimagcnteu der Besatzung nach wie vor streng bewacht.

Lin Fischer aus Rolberg wurde in seinem Kutter auf der See erschossen. Die 5. Kompagnie des 4. Infan­terieregiments hielt an der Dstseeküste ein Scharfschießen ab, wobei der Fischer von einer Kugel getroffen wurde.