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M. 126
(1. Blatt)
Samstag, den 20. Oktober 1928
80. Jahrg.
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I Amtliche Bekanntmachungen. kLandrat s amt.
I.-Nr. 8923. Ruf die zum Rotkreuztag 1928 erschie- |w Festschrift „Hilfswille und Hilfswerk des Deutschen I Roten Kreuzes in Deutschland" mache ich hierdurch beson- I ters aufmerksam.
Die Sonderschrift enthält von fast sämtlichen Mitglieds- loereineij des Deutschen Roten Kreuzes zur Verfügung gestell- K tes neustes Text- und Bildmaterial aus der Arbeit des I Roten Kreuzes in ganz Deutschland, sie bildet neben reichem »Werschmuck und wertvollen Aufsätzen einen interessanten »und ansprechenden Ueberblick über die Rotkreuzar- ■ b e i t, der nicht nur den Mitgliederkreisen des Roten Kreu- I jes, sondern auch Fernstehenden einen Begriff vom Umfang »derselben vermittelt und deren Bezug bestens empfohlen »wird. Die Schrift ist bei dem hiesigen Roten Kreuzverein IM preise von 2,50 KlU erhältlich.
Schlüchtern, den 15. Oktober 1928.
I Der Landrat: Dr. Müller.
Kreisausschutz.
I I.-Nr. 4630 K. R. Die Herren Standesbeamten der Landgemeinden mache ich auf den demnächst in der Zeit- | fönst für Standesamtswesen zur Veröffentlichung kom- । menden Runderlaß des Ministeriums des Innern vom 3. Oktober 1928 — I e 515 — betr. die Herausgabe eines i Drtrverzeichnisses für Standesamtszwecke aufmerksam. T)i» ‘ Ünschaffung dieses Ortsverzeichnisses wird den Standesämtern empfohlen.
Schlüchtern, den 12. Oktober 1928.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.
Allg. Ortskrankenkasse Schlüchtern.
Die alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Bei- ' träge aus den Zahltagen für die Monat- Juli, ^^-st und September 1928 wird hiermit in Erinnerung gebracht.
Hebetermine finden statt:
1- In Steinau, am Mittwock, den 24. Oktober 1928, ton vormittags 10 bis 4 Uhr nachmittags, in der Eckartschen Gastwirtschaft daselbst.
2 In Sterbfritz, am Mittwoch, den 31. Oktober 1928, ton nachmittags 3 bis 7 Uhr, in der Böhm'schen Gastwirtschaft daselbst,
3. In Salmünster, am Mittwoch, den 7. November 1928, von vormittags 9 bis 12 Uhr, im Gasthause „Zum Engel" daselbst.
4. In Soden, ebenfalls am Mittwoch, den 7. November 1928, von nachmittags P/2 bis 4’/2 Uhr im Gasthause „Zur Hoffnung" daselbst,
und zwar wie seither auch für alle den genannten Orten naheliegenden Gemeinden.
., An den Hebetermintagen 24/10. und 7/11. 1928 bleibt in Schlüchtern für Ein- und A u s z a h l u n g e n geschlossen.
Rückstände, die nach diesen Tagen noch verbleiben, muffen alsdann unverzüglich zur zwangsweisen und kostenpflichtigen Einziehung kommen.
Die Herrn Bürgermeister bitten wir, dieses im Interesse Aer Gemeindeangehörigen, wie seither, auch ortsüblich bekanntmachen zu lassen.
Schlüchtern, den 18. Oktober 1928.
Der Vorstand der Allg. Ortskrankenkasse.
Stadt Schlüchtern.
Oeffentliche Mahnung.
1 knalle Zahlungspflichtigen, die ihre im Monat Oktober 1928 bezw. für Vormonate fällig gewordenen Staatssteuern — Grundvermögens- und Hauszinssteuern — an die mit dem Einzug derselben beauftragten Hebestelle in Schlüchtern — ?^o^asse — nicht bezahlt haben, ergeht hierdurch öffent- Mahnung.
Eb wird darauf aufmerksam gemacht, daß bei nicht eWitiger Zahlung der monatliche Einzug der Staats= treuern durch den Vollziehungsbeamten erfolgt, da die Rb= 'flerung der Steuern an den Staat pünktlich erfolgen muß.
Anträge und Eingaben heben die Zahlungsverpflich- "ug nicht auf, solange Stundungs- oder Fristbescheide nicht fangen sind.
Schlächtern, den 18. Oktober 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Bekanntmachung.
. Der nächste Vieh- und Pferdemarkt, verbundn mit Prämierungen von Kühen, Rindern und Och- 'en finbet am Dienstag, den 2 3. Oktober 1928 ö°n Vormittags 7 Uhr ab statt.
Kein Marktstandgeld! schlüchtern, den 18. Oktober 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Bekanntmachung
Geeignete Arbeiter aus der Stadt Schlüchtern, welche sich an der Holzhauerei im Stadtwald Schlüchtern beteiligen wollen, werden ersucht, sich am Donnerstag, den 25. Oktober d. 3s., vormittags 10 Uhr im Rathaus — Kanzlei — zwecks Abschluß des Arbeitsvertrages einzufinden.
Schlüchtern, den 19. Oktober 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Bekanntmachung.
Am Montag, den 2 2. Oktober 1 928, vormittags 81/2 Uhr wird auf dem Rathaus — Ranzlei — der Schafpferch öffentlich verpachtet.
Schlüchtern, den 19. Oktober 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Protestkundgebung gegen die Schändung jüdischer Friedhöfe- Eine Erklärung des Reichs- Zustizministers.
Berlin, 18. 10. (WB) Ruf einer heute Rbenb vom Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. v. verunstalteten Kundgebung gegen die zahlreichen Fälle von Friedhofs- und Synagogenschändungen und auf die gerade in letzter Zeit zunehmenden Ueberfälle gegen jüdische Bürger nahm auch der Reichsjustizminister Dr. Roch das Wort zu einer Erklärung, in der er ausführte: Die Reichsregierung, in deren Name ich spreche, ist sich mit ! Ihnen einig in der Entrüstung über die Vorfälle, die Sie * zum Protest veranlaßt haben. Sie ist einig mit Ihnen in dem Schmerz darüber, daß Deutsche Deutschen derartiges haben an tun können. wir alle, die wir hier vereinigt sind, wissen, daß deutsch ist, wer durch Sprache, Sitte, Kultur und Schicksalsgemeinschaft zum deutschen Vaterlande gehört, und wir alle sind uns einig in der Verurteilung von Ausschrei- tunaen;. die deutsche Staatsbürger ^cen deutsche. .Staatsbürger und ihr gutes Gewissen begehen, wenn sich Haß und Leidenschaft und Irrwahn sogar gegen die Toten vergeht, geht das weit über jeglichen Antisemitismus hinaus. Seien Sie überzeugt, daß die deutsche Iustiz hier ihre Pflicht tun wird. Sie wird ihre Pflicht tun, weil sie sich bewußt ist, daß sie verletzten Deutschen helfen muß, ferner weil sie sich der Wirkungen der Handlungen auf das Ausland bewußt ist, schließlich aber auch, weil sie sich in ihrem Rechtsgefühl beleidigt fühlt. Sie haben recht getan, diesen Protest in die Welt hinauszuschicken. Die Reichsregierung schließt sich Ihnen an.
Eckeners Aufenthalt in Amerika.
Lakehurst, 18. 10. (WB) Associated preß meldet aus Lakehurst: Dr. Eckener, der den heutigen Tag hier verbrachte, erhielt zahlreiche Briefe von Städten zwischen Lakehurst und Thicago, in denen die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der „Graf Zeppelin" sie auf seiner in der nächsten Woche beginnenden Fahrt nach dem mittleren Westen überfliegen werde. Der Navigationsoffizier v. Schiller teilte in Beantwortung der Briefe mit, der Reiseplan sei noch nicht endgültig festgelegt, jedoch sollen möglichst zahlreiche Städte überzogen werden. Ziemlich sicher ist es, daß. das Luftschiff nach Akron, dem Sitz der Goodyear Zeppelin Tompany und nach Detroit kommen wird. In Detroit dürfte es am Ankermast im Ford-Flughafen anlegen.
heute fand hier eine Konferenz von Persönlichkeiten statt, die sich, wie verlautet, für den Plan Dr. Eckeners, 14 Millionen Dollar für die Einrichtung eines regelmäßigen transatlantischen Luftschiffdienstes aufzubringen, interessieren. Dr. Eckener selbst nahm nicht an der Konferenz teil, sondern ließ sich durch hugh Allen von der Goodyear Zeppelin Tompany vertreten.
Dr. Eckener, mehrere Teilnehmer der Zeppelinfahrt und etwa die Hälfte der Besatzung reisten am späten Nachmittag in sieben Automobilen nach Philadelphia ab, wo die Stadt ihnen zu Ehren ein Festbankett verunstaltet.
Nach seiner Blättermeldung wohnte auch der Thefin- genieur der Ford-Werke der Lakehurster Ronferenz bei. Nach einer anderen Blättermeldung dürften einige amerikanische Regierungsbeamte an dem Rückflug des „Graf Zeppelin" nach Deutschland teilnehmen.
Wiesbaden, Mainz oder Speyer?
Wie der Sozialdemokratische Pressedinst hört. Hat die Rheinlandkommission in Koblenz mit den deutschen Behörden über die Frage ihres künftigen Wohnsitzes Fühlung genommen für den Fall, daß die zweite Besatzungszone bald geräumt wird. Die Internationale Rommission hat drei Städte bezeichnet, die ihr zusagen würden und zwar Wiesbaden, Mainz oder Speyer. The eine Vereinbarung über diese Frage getroffen werden kann, müssen erst die beteiligten Städte gehört werden.
— Entgegen den Meldungen über Rücktrittsabsichten Dr. Stresemanns stellt die Nationalliberale Korrespondenz fest, daß alle diese Gerüchte vollkommen unbegründet sind.
Die Londoner Verhandlungen des
Reparationsagenten Parker Gilbert.
Wie bereits bekannt, hat sich der Reparationsagent Parker Gilbert mehrere Tage in London aufgehalten, um mit dem englischen Schatzkanzler Churchill zu konferrieren. Gilbert war vorher in Paris und begab sich von London aus nach New Aork.
Dem diplomatischen Mitarbeiter des „Daily Telegraph" zufolge haben sich die Besprechungen zwischen dem Reparationsagenten Parker Gilbert und dem Schatzkanzler Churchill um die in dem Bericht des Reparationsagenten verschiedentlich erwähnten Fragen der Festsetzung der deutschen Gesamt- reparationsverpflichtungen und der Abschaffung der Transferklausel des Dawes-Planes gedreht. Der Generalagent Vertrete die Ansicht, daß eine Festsetzung der deutschen Gesamtverpflich- tungen, die gleichbedeutend mit einer Verminderung her sich jetzt aus den Taives-Verpflichtungen ergebenden Kapftalssumme wäre, nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern auch seiner alliierten Gläubiger biete. Gilbert bezeichnet es als wesentlich, von Deutschland ein freiwilliges Zahlungsversprechen für eine bestimmte verminderte Gesamtschuld zu erhalten. In diesem Falle würde jede etwaige spätere Zahlungsverweigerung den Zusammenbruch des deutschen Wirtschaft-regimes und des deutschen Geldwesens bedeuten, die weder die Regierung noch die Geschäftswelt je riskieren könnten. Damit würde aber die Beibehaltung der Transferklausel unnötig werden.
Der britische Standpunkt gehe demgegenüber unverändert dahin, daß eine Revision des Dawes-Planes gegenwärtig nicht dringlich sei. Deutschland sei bisher seinen Verpflichtungen unter dem Dawes-Plan ohne Mühe uachgekommen, und es scheine kein Grund zu der Annahme vorhanden zu sein, daß es die im laufenden Jahre zum ersten Male fällig werdende Höchst- »«mme nicht werde zahlen können. Dagegen würde jede Verminderung der Gesamtleistung Deutschlands ohne gleichzeitige Verminderung der alliierten Schulden an die Vereinigten Staaten für Großbritannien eine besonders schwere Belastung darstellen. Eine eingehende Erörterung der ganzen Frage zwi chen dem Reparationsagenten und den Finanzministern der verschiedene« alliieren Länder bezeichnet der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" zum Schluß erst nach den «merikanischen Präsidentschaftswahle» für wahrscheinlich.
Amerika und die Reparationsfrage.
Nach Meldungen aus New Aork wird in dem Jahresbericht des Komitees für ausländische Anleihensicherheiten, der soeben der Vereinigung der amerikanischen Jnoeftie- rungsbanken auf einer Tagung in Atlantic City unterbreitet wurde, dringend empfohlen, daß die Vereinigten Staaten die Versuche zur Herbeiführung einer befriediaenden Regelung der
wurde, dringend empfohlen, daß
Versuche zur Herbeiführung einer .
Reparations- und Schuldenfrage in jeder möglichen Weise unterstützen sollten. Der Bericht spricht sich für eine endgültige und großzügige Regelung der Reparations- und Schuldenfrage aus „unter angemessener Berücksichtigung der Wohlfahrt der Nationen", da im anderen Falle die wirtschaftliche Entwicklung der Welt behindert würde. Die Mitglieder der Vereingung der Jnvestierungsbanken werden aufgefordert, in ihrem eigenen Interesse und dem des Landes eine gemäßigte Haltung in beiden Fragen einzunehmen.
In unterrichteten Washingtoner Kreisen verlautet, daß her gegenwärtige amerikanische Gesandte in Mexiko, Morrow, als amerikanischer Vertreter nach Europa entsandt werden solle, wenn die Verhandlungen über die Reparations- und Schulden- frage in einigen Monaten akut werden sollten. Aus einer Veröffentlichung des amerikanischen Schatzamtes geht hervor, daß die im Besitz der Vereinigten Staaten befindlichen Sicherheiten ausländischer Regierungen sich am 31. Juli aus rund 7,2 Milliarden Dollar belaufen.
Räumung der zweiten Zone im Januar 1929?
Wie der „T c m p s" aus Brüssel meldet, hat der belgische Ministerrat eine sehr energische Haltung gegenüber den bevorstehenden deutsch-alliierten Verhandlungen eingenommen. Insbesondere der belgische Finanzminister van Hutgart habe mit großem Nachdruck darauf hingewiesen, daß der Dawes-Plan unter allen Umständen durchgeführt werden müsse. Die belgische Regierung würde einer allgemeinen Regelung aller schwebenden Fragen, falls diese gemeinsam erfolgen sollte, zustimmen.
Nach der Information des „Temps" spreche man davon, die zweite Rhcinlandzone bereits im Januar 1929 zu räumen, um die Politik der Entspannung und des Friedens zu begünstigen, doch sei ein diesbezüglicher Beschluß noch nicht gefaßt. Es handele sich vielmehr um eine Möglichkeit, die in Genf von den dort versammelten Staatsmännern der Großmächte ins Auge gefaßt wurde. Was dagegen die vorzeitige Räumung der dritten Zone anbelange, so halte man sie in Brüssel für einen schweren
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Zone anbelange, so halte man ge m Vruyct sur einen ww Fehler, wenn sie ohne ernsthafte Gegengabe erfolgen sollte.
Parker Gilberts Besprechungen mit Churchill.
Washington, 18. 10. (WB) „Thicago Daily News meldet ans London, dem Generalagenten für Reparationen Parker Gilbert sei es nach erheblichen Schwierigkeiten gelungen, den Schatzkanzler Thurchill zu dem versprechen zu bewegen, daß England die kommende Vawes-plan-Ronfe- renz ' nickt durch Obstruktion behindern werde. Parker Gilbert lege Wert darauf, daß diese Konferenz zwischen dem 10. November und dem Monat März abgehalten werde also nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen und vor den britischen Parlamentswahlen.