Amtliche Bekanntmachungen.
Kreisausschuß.
Betrifft: Körung der Jungziegeuböcke.
J.-Nr. 4174. K. A. Bei der am 14. September d. Js. in Schlächtern stattgefundenen Jungziegenbockkörung wurden folgende Tiere angekört:
Der Besitzer:
Alter d. Tieres
Kör- Nr-
Name
Wohnort
Hch. Hildenbrand
Bellings
6
Monate
132
Hch. Weining
Vollmerz
7
133
Kaspar Marburger
//
7
M
134
Hch. Gaul
Ahlersbach
7
/*/
135
Hartmann Heizenröder
Vollmerz
6
//
136
Wtwe. Iahn
Hinkelhof
6
§
137
5. G. Bartholomä
7
138
Wilh. Wolf
Gundhelm
6
*
139
Hch. Mühlhause
Hohenzell
7
tt
140
Johs. Kreß
Bellings
6
//
141
Johs Dorn
Niederzell
6
*
142
Wilh. Uffelmann
Wallroth
7
//
159
Hch. Beringer
Neuengronau
6
//
144
Konrad Schiefer
Schwarzenfels
5
V
i45
Konrad Schröder
//
5
H
146
Chr. Böhm
Altengronau
7
0
147
Joh. Röll
Sterbfritz
6
0
148
Fr. Müller
Bellings
6
//
149
W. Jost
Uttrichshaufen
5
//
150
Joh. Weiß
,/
5
//
ip
Wilh. Leipold
Kressenbach
7
//
152
Konrad Mack
Sterbfritz
6
//
153
Konr. Roth
6
0
154
Witwe Dickmann
//
7
n
155
Georg Blum
Gundhelm
6
n
163
Gg. Christ
Schwarzenfels
5
//
156
Johs. Wolf
Sannerz
6
n
i).
Johs. Simon
Bellings
6
//
158
Johs. Dorn
Niederzell
6
n
143
Konrad Schmidt
Steinau-Ohl
5
»
160
Engelhard
Breitenbach
6
//
164
Hch. Kaufmann
Wallroth
5
,/
161
Beringer
Neuengronau
5
//
162
Abgekört wurden 3 Böcke.
Schlüchtern, den 24. September 1928.
Der Landrat: Dr. Müller.
J.-Nr. 4096 K. A. Bei der am 7. September d. Jö. Mtgefundenen Körung wurden folgende Schafböcke der nachstehenden Besitzer angekört:
Des Be Name
'itzerö: Wohnort
Des Tieres Ohr-Nr.
Bemerkungen.
Gemeinde
Hohenzell
52
dieselbe
53
Adam Herbert
Elm
54
derselbe
55
DerBockdarfi. d.
Herde v. Elm nicht
verwendet werden
Gemeinde dieselbe
Breunings
43
56
erneut angekört
Konr. Spähn derselbe
Neuengronau
42
57
erneut angekört
Gemeinde
Weichersbach
37
erneut angekört
Gemeinde
Schwarzenfels
58
Adam Sperzel
MottgerS
59
7"thold Fehl
Oberzell
3i
erneut angekört
M Weiß
Uttrichshaufen
44
Gemeinde
Gundhelm
60
//
Breitenbach
3
erneut angekört:
der Bock darf in
der Herde von
Breitenbach nicht
verwendet werden
?e°rg Leipold
Hintersteinau
32
erneut angekört
derselbe
//
41
erneut angekört
Gemeinde
Ulmbach
48
erneut angekört:
bis 1. November
dieselbe Gemeinde
Salmünster
61
62
1928
Gemeinde
Marborn
10
erneut angekört
Schäfer Faust
Steinau
63
^ohs. Herbert
Niederzell
64
Adam Alter
Bellings
65
Heinrich Beck
Schlüchtern
18
erneut angekört
Gemeinde
Ahl
66
Adam Herbert
Weipcrz
67
Abgekört wurden 4 Böcke.
üchtern, den 24. Sept. 1928. Der Landrat: Dr. Müller.
J.-Nr. 8060 F.
Unentgeltliche Sprechtage für Sprachgestörte in der Landeslaubstummenanstalt in Homberg durch den Facharzt für Sprachstörungen, Herrn Dr. med. Hoepfner, Rassel, finden wie folgt statt:
Sonnabend, den 15. Oktober 1928,
„ „ 3. November 1928,
„ „ 1. Dezember 1928.
Sprachgestörte, die die Beratung des Facharztes in Anspruch nehmen wollen, werden ersucht, dieses spätestens 3 Wochen vor dem Sprechtag dem Rreiswohlfahrtsamt mitzuteilen unter Angabe von Namen, Wohnort und Geburtstag, ferner zu welchem Sprechtag sie sich in homberg einfinden werden.
Schlüchtern, den 19. September 1928.
Rreiswohlfahrtsamt. Dr. Müller.
J.-Nr. 3839 K. A. Diejenigen Herren Bürgermeister der Landgemeinden, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 5. September d. Js. — J.-Nr. 3839 K. A. — (Kreisblatt Nr. 108) betr. Abführung des Losholzgeldes noch im Rückstände sind, werden hieran mit einer 5 tägigen Frist erinnert.
Schlüchtern, den 22. September 1928.
Der Vorsitzende des Rreisausschusses. 3. V.: Preise
Landratsamt.
Betr. Zustellung von Steuerbescheiden.
J.-Nr. 512 Gero. Ich sehe mich veranlaßt, die Herren Bürgermeister auf die Bestimmungen der §§ 211 und 242 der Reichsabgabenordnung vom 13. Dezember 1919 (R. G. Bl. 1919 S. 1993) hinzuweisen und deren genaueste Beachtung zur Pflicht zu machen. hiernach sind Steuerbescheide stets verschlossen zuzustellen.
In Gewerbesteuersachen werden die Rosten für die Briefumschläge auf Ansuchen vom Kreis erstattet.
Schlüchtern, den 23. September 1-928.
Der Landrat: Dr. Müller.
J.-Nr. 8189. Die Fleischbeschauer und Trichinenschauer werden au die pünktliche Einsendung der Vierteljahres- nachweisungen (Postkarten) erinnert..
Schlüchtern, den 25. September 1928.
Der Landrat. 3. V.: Schultheis.
An die
Einwohnerschaft von Gteinau!
Dem Wunsche der Einwohnerschaft Rechnung tragend, findet am
Gamstag, den 30. b. Mts. abends Sv2 Hbr im „Eckarbtschen" Saale eine
Einwohner - Versammlung
statt. In derselben wird über die Tätigkeit der Stadtver- ordneten-versammlung während der letzten Wahlperiode berichtet. Ferner wird in dieser Versammlung ein Rechenschaftsbericht über wichtige Beschlüsse — insbesondere über den Stand der Ansiedlung der Firma Victor Wolf, den Viehhofskaus, den städtischen Etat u. a. m. gegeben.
Herr Wolf, Schlüchtern, ist gebeten worden, in der Versammlung anwesend zu sein.
Die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung sowie des Magistrats und der Herr Bürgermeister sind zu dieser Versammlung ebenfalls eingeladen.
Der Gtabtveroröneten-Dorsteher.
— Der Bürgermeister von St. 3ngbert Dr. Rempf ist im Zusammenhang mit dem Skandal bei der Stadtsparkasse seines Amtes enthoben worden.
— v. Hünfeld ist mit seinem Flugzeug „Europa" von Buschir kommend in Bombay gelandet.
— In der Nähe des Bahnhofs Neusatz wurde ein mit fünf Personen besetzter Rraftwagen vom Zuge erfaßt. Drei Insassen wurden auf der Stelle getötet, die beiden anderen starken auf dem Wege zum Rrankenhaus.
— Das Großflugzeug /„Deutschland" der Deutschen Lufthansa, das den Dienst Paris—Berlin versieht, geriet bei einer Notlandung in der Gemarkung Arnsberg in Brand. Passagiere und Führer konnten sich retten.
— Bei Gütersloh kam ein mit 25 Personen besetzter Kraftomnibus in einer Rurve ins Schleudern und fiel um. Fünf Personen wurden schwer verletzt.
— Das mecklenburgische Kabinett hat sich für die Abschaffung der Todesstrafe für Mecklenburg-Schwerin ausgesprochen.
Deutschland verlangt Abrüstung.
Eine Rede Graf Bernstorffs.
Wie ein Drahtbericht aus Genf meldet, machte Graf B c r n st o r f f, der Wortführer der deutschen Abordnung in Abrustungsfragen, nochmals einen scharfen Vorstoß im Plenum des Völkerbundes. Graf Bernstorff legte noch einmal den Standpunkt der deutschen Regierung in der Abrüstungsfrage grundsätzlich dar. Der Redner erinnerte zunächst an die Ansprache des Reichskanzlers Müller in der Vollversammlung, in der er die Einberfung einer ersten Entwaffnungskonferenz forderte und bat, dafür zu sorgen, daß die technischen Arbeiten der Vorbereitenden Abrüstungskommission unverzüglich zum Abschluß gebracht würden. Graf Bernstorff fuhr dann fort: In der drittn Kommission habe die deutsche Delegation dieses Ersuchen des Reichskanzlers zum Gegenstand eines förmlichen Antrages gemacht, dessen Tenor dahin gelautet habe, die Bundesversammlung möge den Bölkerbundsrat bitten, die
erste Entwaffnungskonferenz im Jahre 1929 einzuberufen und dem Präsidenten der Vorbereitenden Ab- rüstungskommission die Einberufung dieser Kommission zum Zweck der rechtzeitigen Aufstellung eines Konferenzprogramms anheim zu geben. Die deutsche Delegation bedauere es außerordentlich, mit ihrem Antrag nicht" durchgedrungen zu sein. Man habe Deutschland entgegengehalten, es habe seine Entwaffnungsverpflichtungen noch nicht voll erfüllt. Außerdem sei der Augenblick einer wirksamen Inangriffnahme der allgemeinen Abrüstung noch nicht gegeben. Die deutsche Delegation habe den Standpunkt der anderen Delegationen nicht zu ihrem eigenen machen können und müsse ihren Standpunkt voll aufrecht erhalten. Der Redner legte dann des Näheren dar, daß
Deutschlas- völlig a-gerüstet
sei und daß die augenblicklichen Rüstungen Deutschlands bei der Beurteilung der internationalen Lage keineswegs ins Gewicht fiele. Bei Deutschlands geographischer Lage und der militärischen Stärke seiner Nachbarn wäre ein Krieg längst 1 *" V = e* Ungutsten entschieden, ehe kt scme BoLsträste itnb icme industriellen Kräfte hätte wirksam werden lasten können.
Das deutsche Soll empfinde es sehr bitter, daß mau die loyal durchgeführten Entwaffnungsverpfkichtungen verkenne. Selbst die vorliegende Resolution müsse die Tatsache feststellen, daß die Sicherheit der Staaten schon jetzt den Abschluß einer ersten Konvention ermöglichen. Warum ziehe die Bundesversammlung hieraus nicht die Schlußfolgerung? Zur Verstärkung der Sicherheit könne nichts mehr beitragen als der Beginn der allgemeinen Abrüstung selbst.
Es konm« darauf an, daß man mit dem positiven Willen zu wirksamen Maßnahmen an das große Problem herangehe, und gerade Deutschland wünsch:, daß dreser
positive Wille
in der Resobktion ausgedrückt werde. Die heutige Resolution bedeute nicht nur leinen Fortschritt, sondern matt könne « ihr sogar ein Erlahmen des Willens zu energischen Schrit- iten erkennen. Bvu der Einberufung einer ersten Ent- Waffnungskonferenz sei überhaupt keine Rede gewesen. Die größte Gefahr sei, daß in der Welt der Eindruck erckstehen könnte, als ob der Völkerbund vor seiner dringendsten Aufgabe seine Hände untätig in den Schoß lege.
Aus diesen Gründen könne die deutsche Delegation für die neuen Verzögerungen, die sich aus der Resolution ergeben könnten, die Mitverantwortung nicht übernehmen. Die deutsche Delegation werde nicht gegen die Resolution stimmen, da diese Positives enthalte. Sie lvcrde sich deshalb der Stimme enthalten. Sie hoffe nach wie vor, daß die Arbeiten der Vorbereitenden Abrüstungskommission zur schleunigen Einberufung der Entwaffnungskonferenz führen würden.
Die Resolution, gegen die der deutsche Redner polemisierte, ist vorgelegt vom Abrüstungsausschuß. Sie ist ganz inhaltlos und erörtert nur die Einberufung der sogen. „Vor- bereitdenden" Abrüstungskonferenz, nicht aber der Abrüstungskonferenz selbst.
Die Aussprache.
Nach Gras Bernstorff sprach zunächst der Berichterstatter der Abrüstungskommission. Sodann begann die Aussprache über den Entschließungsentwurf. Der ungarische Delegierte, Graf Tanczos, stellte fest, daß die Entschließung kein Versprechen für die Einberufung der ersten allgemeinen Abrüstungskonferenz enthalte und ferner vermeide, Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Abrüstungsarbeiten zu erwecken. Die erniedrigende Sage Ungarns durch die völlige Enttvaffnung bestehe weiter fort.
Das ungarisch« Volk sei schivcr enttäuscht über die unbefriedigenden Ergebnisse der Abrüstungsarbcitcn des Völkerbundes. Aus diesem Grunde sehe sich die ungarische Delegation genötigt, sich bei der Abstimmung der Stimme zu enthalten.
*
Vorbereitungen für die Zurückziehung der belgischen Besatzungstruppen.
Me aus Brüssel gemeldet wird, scheint man in belgischen Kreisen mit eiuer baldigen Zurückziehung der belgischen Be- fatzungstruppen vom linken Rheinufer zu rechnen. Die Militärbehörden treffen Maßnahmen zur Kasernierung dieser Truppen in Belgien. In der dritten Zone würde nur ein belgisches Regiment übrig bleiben.