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» Amtliche Bekanntmachungen.
Landrat samt.
,e‘ I.-Nr. 7967. Diejenigen Herren Bürgermeister, die mit der Erledigung meiner Verfügung vom 7. o. Mts. — ~ Nr. 6752 — Schlüchterner Zeitung Nr. 96 —, betr. Beschütz lang blinder und taubstummer Rinder, noch im Rückstände sind, werden hiermit daran erinnert.
ki Zchlüchtern, den 15. September 1928.
i«i Der Landrat. 3. V.: Schultheis. im i------------—-
Stadt Schlächtern.
Oeffentliche Mahnung.
An alle Zahlungspflichtigen, die ihre imMonat September ।» 1928 bezw. für Vormonate fällig gewordenen Staatssteuern — m- Grundvermögens- und Hauszinssteuern — an die mit dem Einzug derselben beauftragten Hebestelle in Zchlüchtern — “ Stadtkasse — nicht bezahlt haben, ergeht hierdurch öffent- lte liche Mahnung.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß bei nicht rechtzeitiger Zahlung der monatliche Einzug der Staats= steuern durch den Vollziehungsbeamten erfolgt, da die Hb= i» iieferung der Steuern an den Staat pünktlich erfolgen muß.
Anträge und Eingaben heben die Zahlungsverpflich- tung nicht auf, solange Ztundungs- oder Fristbescheide nicht P ergangen sind.
£ Zchlüchtern, den 18. September 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
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Bekanntmachung
Am Montag, den 24. September 1 928 wird " bas Gbst von den städtischen Bäumen an ©ri und Stelle öffentlich verkauft. Zusammenkunft vormittags 8 Uhr an der Gärtnerei Dörr.
Zchlüchtern, den 19. September 1928.
^ Der.Magistrat: GaenßM.
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(Weitere Bekanntmachungen im 2. Blatt.)
Eine Schilderung von Augenzeugen über den Orkan in Portorieo.
New York, 18. Sept. (WB). Die Passagiere des heute hier wohlbehalten angekommenen Dampfers „San Loren- 30" waren Augenzeugen des über Portorieo hinwegge- gangenen Örhans. Der Dampfer war im Hafen von St. Suan vor Anker gegangen und mit 20 Drahtseilen am bock festgemacht worden. Die Passagiere beobachteten das grausame Schauspiel durch die Zchiffslucken. Wie sie erzählen herrschte 36 Stunden lang ein halbdunkel, während gleichzeitig ungeheure Wolkenbrüche niedergingen und ein donnerähnliches Getöse herrschte, so daß die Explosion einer in der Nähe befindlichen Ammoniakfabrik nicht hörbar ®ar. Ganze Häuser wurden umgerissen und Bäume flogen durch die Luft. Das Eisenblechdach eines in der Nähe liegenden Schiffsdocks wurde wie eine Strohmasse vom Sturm aufgerollt, und die Trümmer wurden tonnenweise durch die Luft herumgeschleudert. Die Passagiere, die während des Sturmes unter Deck gehalten wurden, sind sämtlich unverletzt geblieben.
, Nlan hegt ernste Befürchtungen für das Schicksal des in einem Faltboot unterwegs befindlichen Franz Homer, und nimmt an, daß er westlich von Portorieo in die Bahn der ©rhans geraten ist.
3n der Nähe von Saragossa hat ein Schnellzug ein m*t sechs Personen besetztes Auto überfahren. vier Insassen wurden getötet, die beiden anderen schwer verletzt.
Bei dem Rheinischen Dampfkesselüberwachungsverein Kurden Unterschlagungen in Höhe von 95 000 Mark ausgedeckt.
," Auf dem Bahnhof Tarpinone (Mittelitalien) prallte für beim Rangieren losgerissener Güterwagen aus einen Materialzug. hierbei wurden neun Eisenbahnarbeiter ge=
, 7~ Der Thef der Marineleitung, Admiral Zenker, hat !^u Rücktrittsgesuch eingereicht, das genehmigt, worden /; Rls Nachfolger ist der bisherige Chef der Marinestreit- ^°fte der Ostsee, Vizeadmiral Dr. h. c. Räder in Aussicht ^nommen.
, Der frühere demokratische Iustizminister Mecklen- der jetzige Ministerialdirektor Dr. Brückner, wurde ^enstag vormittag auf der Schloßstraße in Schwerin vor e|u Regierungsgebäude von einem vornehm gekleideten ^kannten jungen Mann angegriffen. Mit einer hunde- schlug der Unbekannte auf Ministerialdirektor mückner ein, zerschlug ihm die Brille und verletzte- ihn wuchtige Schläge am Kopf. Der Täter ergriff uner- ^nt die Flucht.
Die Haltung des Reichskanzlers gebilligt.
Reichskanzler Müller ist am Dienstag in Begleitung von Staatssekretär Punder und Ministerialdirektor Zechlin wieder m Berlrn eingetr offen. Auf dem Bahnhof hatten sich zu seiner Begrüßung emgesunden: Reichswehrminister Groener, Reichs- verkehrsminlster v. Guerard, der stellvertretende Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Ministerialdirektor Dr. Köppke, und Ministerialdirektor Dr. V. Hagenow von der Reichskanzlei so- vm einige Herren des Auswärtigen Amtes und der Reichspressestelle.
Vormittags 11 Uhr 30 Min. fand eine Kabinettssitzung & unter dem Vorsitz des Reichskanzlers. Reichskanzler Maller verrchtete dem Kabinett über den Verlauf und das Er- gebms der Genfer Besprechungen. Das Kabinett befaßte sich hierauf mit der Frage, welche weiteren Schritte angesichts der neuen Lage getan werden sollen.
_ .Das Reichskabinett billigte einstimmig die Haltung des Rcrchskanzlers und der deutschen Delegation und dankte dem Reichskanzler für seine geschickte und tatkräftige Führung der Verhandlungen. ö
.. In Berliner gut unterrichteten Kreisen erwartet man, daß dre diplomatischen Räumungsverhandlungen Mitte Oktober- aus dem Wege eines Notenaustausches durch die Botschaften m den alliierten Hauptstädten beginnen werden. Während der Dezembertagung des Rates soll dann eine neue Zu- sammenkunst der sechs interessierten Mächte stattfinden, zu der Belgien ausdrücklich zugelassen werden soll, da die bel- 8ssche Regierung an sich an der Dezembertagung des Rates als Nichtratsmitglied nicht teilnimmt.
Wie es weitergehen soll.
Von gutunterrichteter Seite wird mitgeteilt, daß auf Grund der in den Besprechungen der sechs Mächte in Gens getroffenen Vereinbarungen über die offizielle Einleitung der Räumungsverhandlungen zunächst ein besonderer Ausschuß aus. Vertretern der sechs Mächte eingesetzt werden soll, der gewissermaßen als erster Schritt der aufzunehmenden Verhandlungen anzusehen sei. Dieser Ausschuß soll die Einsetzung des vorgesehenen Sachverständigenausschusses für die Reparationsfrage sowie die Zusammensetzung, Arbeitsgebiet und Dauer der vorgesehenen Feststellungs- imb BergleichÄemmisswu prüfen und den alliierten Mächten Vorschläge unterbreiten. Der Einsetzung dieses besonderen Ausschusses zur Prüfung der Weiterführung der Verhandlungen soll zunächst ein diplomatischer Notenwechsel vorhergehen, als weiterer Schritt soll dann die Einberufung einer Konferenz der sechs interessierten Mächte zum Februar oder März 1929 in Aussicht genommen worden sein.
Man erwartet, daß bis dahin der Sachverständigenausschuß für die Reparationsfrage bereits zu gewissen Ergebnissen gelangt sein wird, so daß auf dieser Konferenz der gesamte Komplex der Reparations- und Räumungsfrage zur Verhandlung gelangen könnte. Die Bemühungen von polnischer und tschechoslowakischer Seite, die bereits Ansprüche auf Teilnahme an den diplomatischen Räumungsverhandlungen geltend machen, werden dahin aufgefaßt, daß diese Mächte die vorbereitenden Schritte zur Teilnahme an der Konferenz im Frühjahr zu treffen suchen.
Eine amerikanische Erklärung.
Zu den Genfer Sechsmächtcbesprechungen wird von amtlicher Washingtoner Seite erklärt, daß die amerikanische Regierung sich erst aus den amerikanischen Zeitungen habe unterrichten müssen. Eine Aenderung des Dawes-Planes könne nicht ohne Zustimmung der Bereinigten Staaten erfolgen, da Amerika mit 2% v. H. an den Dawes-Zahlungen interessiert sei.
Von Pariser Pressestimmen zum Ergebnis von Genf ist besonders zu erwähnen eine Auslassung des „Echo de Paris". Das Blatt hebt hervor, daß bei den Genfer Verhandlungen niemals das Saargebiet erwähnt worden sei, und stellt fest, daß mit der Räumung des Rheinlandes auch die Saarfrage aufgerollt werden müsse, da das Saargebiet für Frankreich nur für die Dauer der Besetzung des Rheinlandes von Wert sei.
— In der Warschauer Deutschen Gesandtschaft ist nachts ein Einbruchsversuch verübt worden. Der Täter war bereits in ein Fenster des ersten Stockwerkes im Hintergebäude der Gesandtschaft eingedrungen, als er von einem dort schlafenden Wächter bemerkt wurde. Er flüchtete, ehe er erkannt werden konnte und entkam.
— Wie aus Moskau gemeldet wird, hat das Präsidium des Zcntralvollzugsansschufses der Sowjetunion beschlossen, sich dem Kellogg-Pakt anzuschließen. Der Stellvertreter des Außen- kommissars Litwinow wurde. ermächtigt, den Pakt zu unterzeichnen.
— Wie aus Manila (Philippinen) berichtet wird, sind bei der Entgleisung eines Zuges bei Cadiz y NegroS 16 Personen getötet und 15 Personen verletzt worden.
— Bei Truppenmanövern in der Nähe von Konstantine (Marokko) wurden elf Soldaten vom Hitzschlag getroffen.
— Die bayrische Staatsregierung hat den Reichskanzler ersucht, zum Zwecke der Information über die Genfer Ergebnisse die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder zu einer Besprechung nach Berlin zu berufen.
Im Straßburger Rheinhafen ist eine Güterhalle in Brand geraten. Das Feuer hat auch auf andere Unternehmungen übergegriffen. Die Stadt ist von den lodernden Flammen hell erleuchtet. Der Brand konnte bis Mitternacht noch nicht gelöscht werden.
Reichskanzler Müller über Genf.
Der Verlauf der Verhandlungen.
Mtb. Berlin, 18. Sept.
Reichskanzler Müller hat heute dem Reichskabinett einen zusammensasfenden Bericht über Verlauf und Ergebnis der Räumungsverhandlungen erstattet. Auf detaillierte Einzelheiten ist er dabei nicht eingegangen, da es Notwendig sein wird, dazu in weiter» Beratungen Stellung zu nehmen, um gleichzeitig die zu unternehmenden Schritte festzulegen. Es ist nicht damit zu rechnen, daß Entschei- düngen darüber im Kabinett gefällt werden, bevor nicht durch die Aussprache im auswärtigen Ausschuß des Reichstages auch die Versammlung der parlamentarischen Vertreter des Volkes ihre Auffassung zum Ausdruck gebracht hat.Da es aber derWunsch der parlamentarischenMitglieder der Völkerbundsdelegation ist, an diesen Beratungen im auswärtigen Ausschuß teilzunehmen, ist zwischen dem Reichskanzler und dem Vorsitzenden des auswärtigen Aus- schusses, Abg. Scheidemann, vereinbart worden, die Einberufung des Ausschusses bis nach Abschluß der Völkerbundstagung zu verschieben.
Der Reichskanzler nahm ferner heute abend Gelegenheit, der reichsdeutschen Presse einen Bericht über die Genfer Vorgänge zu erstatten, um es ihr zu ermöglichen, die vom Ausland ausgehenden Meldungen über Erreichtes und Erstrebtes auf den wahren Sachverhalt zurückzuweifen. Festgestellt werden muß, daß mit dem deutschen Räumungsan- trag offiziell diplomatische Verhandlungen über die Ge- samträumung und die Saarfrage eingeleitet worden sind. Der deutsche Rechtsstandpunkt über die völlige Gesamträu- mung schloß von vornherein aus, daß von deutscher Seite die Frage der zweiten Zone in die Debatte geworfen wurde. Wenn von Briand im Laufe der Beratungen diese Frage der zweiten Zone aufgeworfen worden ist, so lag für ®.\u'^ .v., HK.sm irgendwelche Vorschläge zu machen.
Der Verlauf der Verhandlung m in Genf hat ergeben, daß die Gegenseite nicht in der Lage ist und bisher auch ernstlich nicht versucht hat, den deutschen Rechtsstandpunkt zu erschüttern; wohl hat man aber versucht, wie bisher, diese Frage dilatorisch zu behandeln. Briand sowohl wie Lord Cushendun, wie auch Hymans und Scialoja vertraten den Standpunkt, daß es besonders bei der Abwesenheit Chamberlains und Stresemanns zweckmäßiger sei, die Frage bis zum Spätherbst zu verschieben. Ihre Absicht, es zu keinen entscheidenden Verhandlungen in Genf kommen zu lassen, wurde damit offenbar. Deutschland hat sich darauf nicht eingelassen.
Von der Gegenseite ist dann die Frage der Gegenleistungen aufgeworfen worden, mit dem Hinweis darauf, daß Deutschland in Thoiry solche zugesagt habe. Die deutschen Nuterhändler konnten darauf verweisen, daß die Frage der Mobilisierung deutscher Eisenbahnbonds an repara- tionstechnischen Schwierigkeiten gescheitert ist, für die Deutschland nicht verantwortlich werden kann. Für die jetzigen Verbandlungen war Deutschland nicht in der Lage, irgendwelche Vorschläge zu unterbreiten, die den Wünschen der Gegenseite entsprochen haben.
Für die Mobilisienmg deutscher Rcparationsobligatio- nen bestehen bei der Haltung Amerikas noch die gleichen Schwierigkeiten. Deutschland hat aber keine Veranlassung, in Reparationsverbandlungen einzutreten, die sich in der einen oder andern Form gegen Amerika richten. Amerika stellt sich hinsichtlich der Reparationsverhandlungen aber auf den Standpunkt, daß erst festgestellt werden muß, mit welcher Summe Deutschland belastet sein wird. Die amerikanischen Bankiers gehen somit mit der Auffassung Parker Gilberts einig, daß die Endsumme der deutschen Repara- tionsschulden festgestellt werden muß; das war der Grund, weshalb Deutschland in Genf keine Vorsckläge gemacht bat, abgesehen davon, daß nach deutscher Auffassung eine Ver- quickung der Reparations- mit der Räumungsfrage bisher nicht in Frage kommen kann. Die Ablehnung der Verkop- pelung dieser beiden Fragen erklärt sich aus der deutschen Erwägung, daß die Reparationsverhandlungen sich sehr lange binziehen werden, sodass man bis zu ihrem Llbschluß nicht die Räumungsverhandlungen verschieben kann. Briand ist zwar anderer Meinung und versuchte der deut- Delegation klar zu machen, dass die Reparationsverband- lungen innerhalb weniger Monatene zu einem günstigen Ergebnis geführt werden könnten. Im Laufe der Ver- Handlungen kam Briand plötzlich mit seinem Vorschlag der Sicherheit Aus den Besprechungen dieser Frage hat sich ergeben, dass die Gegenseite die Besetzung heute nur als Garantie für die deutschen Leistungen ansieht. Deutscherseits konnte darauf hingewiesen werden, daß jede deutsche Regierung bestrebt sein werde, im Rahmen des Möglichen die Reparationsverpflichtungen zu erfüllen. Wenn sich je- doch die Unmöglichkeit ergeben sollte, dann würden auch die 60 000 Mann fremder Truppen im Rheinland eine größere Leistungsfähigkeit nicht berbeifübren können.
Als nach der Donnerstagsbesprechung die Verhandlungspause bis Sonntag eintrat, hat die, deutsche Delega-j