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Reifende Früchte.

Reifende Früchte hängen an den Bäumen: Aepfel, Birnen, Zwischen und Nüsse. Und in den Weinbergen reift die Traube, deren Saft für dieses Jahr eine Weinqualität verspricht, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr dagewesen sein soll.

Septembersonne bescheint diese Kinder des Sommers, ver­sitzt ihrem Fleisch und Kerne letzte Kraft und Geschmack. Sie warten geduldig, bis zur Zeit der Ernte der Mensch sie ein» heimst und sie als eine der letzten Gaben des Jahres sich mundell läßt. Diese Obsternte auf hohem luftigen Baume, mehrere Meter über dem Erdboden, auf den sich während des ml ganzen Jahres der Landmann bückt, hat etwas Befreiendes Äß and Beglückendes an sich. Denn der Baum schenkt aus der Fülle seiner fruchtbaren Krone, die Scholle aber gibt ihre Safte nur langsam und unter zähem Ringen her.

Reife Früchte sind das Sommertagewerk des Baumes. Ihrer entledigt, fallen bereits die Blätter ab, geht er allmählich zur Winterruhe über. Er ist das Sinnbild des guten Arbeiters, her jahraus, jahrein Erträgnisse abwirst und sich barmt be­gnügt, zu blühen, zu treiben und Früchte reifen zu lassen. Feine Aeste belasten sich mit ihnen und hängen sich immer tiefer. Oft müssen sie gestützt werden wie schwer bepackte Last­träger. Nicht nur derWirt Wundermild" ist er, sondern auch ein Schwerarbeiter im Rahmen der Arbeitnehmer des Natur­reiches. Er hätte jenen viel zu sagen, die von ihm essen und ^ioe Gottesgabe nicht zu würdigen wissen.

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Der Abzug der Vögel.

Seit Wochen schon rüsten foie Zugvögel zur großen Reife nach dem Süden. In gewaltigen Dauerflügen üben sich ganze Vogelvölker die Schwingen zur großen Krastleistung, und vor allem die Jungen müssen noch flugtüchtig und reise- fähig gemacht werden. Noch vor den Schwalben, die, wie die Bauernregel sagt, um Mariä Geburt sortziehen, haben sich die Stare zu ihrer Reife gerüstet. Bohrsänger, Gras­mücken, Bachstelzen, Blaukehlchen und Wachteln, sie alle verlassen uns, und bei schönem Wetter erschallt noch einmal ihr Gesang fast so freudig wie im Frühjahr, als wenn sie sich der schönen Zeit erinnerten. Es ist etwas Eigenartiges um diese alljährlich wieder kehrende Erscheinung des Vogel­fluges. Wunderbar ist auch, wie die Zugvögel so sicher ihrem Ziel zustreben, wunderbar besonders, wenn sie ihre Wan­derung in der Nacht fortsetzen. In klaren Nächten hat man wiederholt beobachtet, daß sie in der verdünnten Luft hoch über der Erde unbeirrt nach Norden oder Süden weiter­fliegen. Gelehrte Vogelkenner sind der Bnsicht, daß die Zugvögel sich von den Sternen leiten lassen, eine Bnsicht, die dadurch bestätigt zu werden scheint, daß die Wander­vögel bei bedecktem Himmel unruhig werden und zur Erde herab kommen.

Beleuchtung der Treppenaufgänge. Nach den Bestirn- wngen des Bürgerlichen Rechtes und der Rechtsprechung der Gerichte ist jeder Eigentümer eines bewohnten oder sonst dem Verkehr übergebenen Hauses verpflichtet, dessen Hausflure Treppen während der Dunkelheit so lange zu beleuchten, ÄS ein regelmäßiger Verkehr darin stattfindet. Im Falle der Unterlassung einer genügenden Beleuchtung ist ersür alle dadurch entstehenden Schäden haftbar. Dve Verpflichtung des Hausbesitzers geht auf den Mieter über, wenn ein hierauf deMglicher Vertrag vorliegt.

Wegen Nichtauslieferung der Jnvalidenkarte Schaden­ersatz. Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers wegen Nicht- ruslieferung der Jnvalidenkarte bejaht ein Urteil des Landes- arbeftsgerichts Berlin auf Grund des Gesetzes über Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung. Händigt der Arbeit­geber dem Arbeitnehmer die Jnvalidenkarte erst nach Beendi­gung des Arbeitsverhältnisses aus und wird die Arbeitslos- weldung des Arbeitnehmers vom Arbeitsamt ohne Vorlegung der Jnvalidenkarte nicht angenommen, so haftet der Arbeit­geber für den Schaden, der dem Arbeitnehmer durch Nicht- dczug der Arbeitslosenunterstützung bis zur Einreichung der jnvalidenkarte entsteht.

Der Sambertustag. Der Sambertustag, der 17. September, ist nach altem Landmannsbrauch der Tag, an dem der Haferschnitt vollendet sein soll. Die letzte Garbe dieses Getreides läßt man vielerorts zu Ehren des hl. Lam- dertus auf dem Felde stehen. Daneben pflegte man man­cherorts an diesem Tage auch besondere Lambertus-Lieder M fingen. Eines der bekanntesten von diesen ist das Lied: »Der Herr, der schickt den Jochen aus, der soll den Hafer schneiden", das auch in vielen Lesebüchern zu finben ist. Sicher war es der Lambertus, der den Hafer schneiden soilte und dabei säumte. RIs Lostag gilt der Lambertustag und zwar soll heiteres und trocknes Wetter an diesem ^uge ein gutes Frühjahr bringen und besonders eine reich- 'che Roggenernte bedeuten. Die meisten Erinnerungen an frühere Lambertusfeiern findet man noch im Westfälischen, aus dem Lande am Rbenb des Lambertustages die Dorf- bewohner mit Lichtern und Laternen unter Rbfingen alter Ufder durchs Dorf ziehen. Buch an der belgischen Grenze ^rd die Erinnerung an den hl. Lambertus noch getreulich gepflegt.

Wetterbericht. Ueber England und Skandinavien setzt Mählicher Drucksall ein, wodurch sich eine Verlagerung der ohelonenbahnen nach Süden anzudeuten scheint. Am Südrande des Utopäifdjen Hochdruckgebietes tritt für unseren Bezirk noch keine , . Öffentliche Aenderung der Witterung ein. Vorhersage bis Montag I Und: Nach vielfach Frühnebel bewölkt bis heiter, trocken, ziem- N warm über Tag, vorwiegend östliche Winde. Witterungsaus- bis Dienstag Abend: Noch keine wesentliche Aenderung.

Sport. Das zwischen der Liga-Mannschaft des Fußball- meinz 1910 Echlüchtern und der Liga-Mannschaft des Fußball- Jeins Salmünster ausgetragene Spiel endete mit dem Sieg für fünfter 2 : 1 (1 : 1). 1. MannschaftBuchonia" Flieoen ' Mannschaft des F. V. 1910 Echlüchtern 2 : 1.

u ®on den Kriegsopfern des Kreises wird uns ge­geben: Der bei der Kreisverwaltung seit 6 Jahren beschäftigte ss rivaltungssekretär Herr Paul Kunow von hier ist seit Mitte Must d. Jg. in den Schuldienst einberufen worden. Wir möchten unterlassen, ihm für seine geleistete Arbeit im Interesse für

. Kriegsopfer zu danken. Herr Kunow besaß das Vertrauen und wollen wir hoffen, daß Kreis- und Stadtverwaltung und ^^chulbehörde dafür schon jetzt sorgen, daß Herr Kunow wenn 2 in der Stadt, so doch im Kreise Echlüchtern verbleibt, und fernerhin die Kriegsopfer neben seinem Beruf, soweit es mög- " m, mit Rat unterstützt.

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Fußballergebnisse vom 16. September. Länderspiel in Nürnberg: DeutschlandDänemark 2 : 1 (0 : 1\ Gruppe Main: Rot Weiß FrankfurtGermania Bieder 2 : 0; F. Dgg. FechenheimViktoria Aschaffenburg 3:1; Eintracht Frankfurt F. C. Hanau 60/94 5:1; Offenbacher KickersF. S. V. Frank­furt 2 : 1; F. C. Hanau 93Union Niederrad 3 : 1.

Aufgehobener Sichtvermerkszwang. Durch Er­laß des Ministers des Innern ist der Eichtvermerkszwang mit Italien vom 15. September 1928 ab aufgehoben. Die beiderseitigen Staatsangehörigen können lediglich auf Grund eines gültigen Paffes ihres Landes jederzeit das Gebiet des anderen Staates über jede amtlich zugelaffene GrenzübergangssteSe betreten und verlassen

Ein gutes Hasenjahr in Kurhessen. Aus Jäger- kreisen wird berichtet, daß die in den letzten schönen Tagen durch­geführten Feldbegehungen von Jägern in allen kurhessischen Kreisen übereinstimmend die Feststellung ergeben haben, daß man in diesem Jahre wieder mit einem verhältnismäßig guten Hasenjahr zu rech­nen habe. Die trockene und warme Witterung im Vorfrühling hat den ersten Wurf Hosen gut durchkommen lassen; auch die Forstleute berichten, daß ihnen in diesem Frühherbst sehr viele und gut ausge­wachsene Hasen zu Gesicht gekommen sind, die gleichfalls die Feststel­lung der Jäger bestätigen, daß sich der Hasenbestand in allen Krei­sen Kurhessens stark vermehrt habe. Dahingegen ist der Rebhuhnbe­stand in fast allen Kreisen Kurhessens dünn geblieben; nur ganz vereinzelt werden starke Ketten von Rebhühnern gesichtet. Besonders knapp soll der Rebhuhnbestand in den Kaffel benachbarten Kreisen sein; es werden hier ganz besonders schwache Ketten von Feldhühnern angetroffen. Es scheint dies damit zusammenzuhängen, daß schon seit einer ganzen Reihe von Jahren der Rebhuhnbestand in Kur- Heffen im Rückgänge befindlich ist, ohne daß man eine rechte Ursache dafür angeben könnte.

AbzeichenfürSchwerhörige, TaubeundBlinde. Neuerdings haben die großen Blindenvereine Deutschlands, Deutsch- Oesterreichs und der Schweiz vereinbart, die ihnen angeschlossenen Blinden mit einem besonderen Abzeichen auszustatten, um auch ihnen im Verkehr einen größeren Schutz zu gewähren. Das Ab- zeichen wird nicht allein von Blinden, sondern auch von Schwer­hörigen und Tauben getragen, und zwar in Form einer gelben Armbinde mit drei schwarzen Punkten. Es ist Pflicht eines jeden Fahrzeugführers, diese Zeichen besonders zu beachten. Daß auch die übrige Bevölkerung diesen körperlich Behinderten jederzeit Hilfe und Unterstützung leistet, ist Ehrenpflicht.

Beichsbahntarif und Schwerkriegsbeschä­digte. Die von der Beichsbahnverwaltung beabsichtigte Erhöhung des Personentarifs unter gleichzeitiger Schaffung eines Zweiklassensystems hat unter den Schwerkriegsbeschä­digten eine erhebliche Beunruhigung hervorgerufen. Seit Jahren genießen die Schwerkriegsbeschädigten, die nach Rrt ihrer Verletzung oder Gesundheitsschädigung während der Reife sitzen müssen, insofern eine Vergünstigung, als sie auf Grund eines besonderen Busweises in der 5. Klasse zum Fahrpreis der 4. Klasse, in Schnellzügen außerdem gegen den tarifmäßigen Zuschlag befördert wurden. Ruf Grund des künftigen Fortfalls der 4. Klasse befürchten die Schwer­kriegsbeschädigten auch einen Fortfall dieser Vergünstigung, bei der in erster Linie die Fahrpreisermäßigung bisher dankbar empfunden wurde. Die Spitzenverbände der Kriegs­beschädigten haben deshalb, wie der verband der Kriegsbe­schädigten und Kriegerhinterbliebenen des Deutschen Beichs- KriegerbundesKpffhäuser" mitteitt, angeregt, daß die mit einem entsprechenden Busweis versehenen Schwerkriegs-

beschädigten in Zukunft auf Militärf-ahrkarte befördert wer­den, und zwar im allgemeinen in einem besonderen Kriegs­beschädigtenabteil der Holzklasse und bei besonders schwerer Beschädigung in der Polsterklasse. Wenn man bedenkt, daß die Schwerkriegsbeschädigten als Soldaten in Erfüllung ihrer Wehrpflicht und bei der Verteidigung des Vater­landes in den jetzt noch bestehenden Körperzustand versetzt worden sind und ein verbrieftes Bnrecht auf den Dank des ganzen deutschen Volkes haben, so kann man ihre Wünsche nur als durchaus berechtigt bezeichnen.

Frankfurter Bchlachtviehmarkt vom 17 9. Ruf getrieben waren 1928 Binder, dar unter 557 Ochsen, 105 Bullen, 751 Kühe, 487 Färsen, 424 Kälber, 86 Schafe und 6681 Schweine. Bezahlt wurde: Ochsen R 56 58, R 2 5154, B 1 4651, Bullen R 505.2, L 4549, Kühe R 45 49, B 4044, E 5539, D 2734, Färsen R 5659, B 5255, E 4651, Kälber 7177, T 687^ D 6067, Schweine 7576 ,T 7577, D 0506, E 7074. Schafe nicht notiert wegen geringem Ruftrieb. Binder schleppend, Ueber stand, gute Oualitmt reichlich vor­handen. Schweine ebenfalls schleppend, Ueber stand. Kälber ruhig, ausverkauft.

Hanau. (Zwei neue Volksschulen.) In einer' drlngllchen Stadlverordnetensitzung gaben die Stadtverordneten ihre grundsätzliche Zustimmung zu folgendem Ma gistratsbeschluß:Der Magistrat er­kennt die Notwendigkeit einer Verbesserung der Raumuerhaltnisse der hiesigen Volksschulen an urid beschließt, grundsätzlich außer der beschlossenen Errichtung einer neuen Volksschule im Bezirk Kessel­stadt den baldigen Bau einer solchen im Gebiet der Freigerichtstraße unter Uebernahme der Kosten auf Anleihe. Die Abteilung für das Bildungs» und Schulwesen wird beauftragt, alsbald eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten."

Fulda. Der Schweinemarkt war nur mit Ferkeln be­schickt, deren 208 aufgetrieben wurden. Die preise stellten sich je nach dem RIter der Tiere auf 12, 18 und 22 Mark das Stück. Bei schleppendem Handel blieb Ueberstand.

Darmstadt. (Mißglückter Ballonstart.) Sonntag vor­mittag sollte der erste Start des größten deutschen Freibal­lonsBartsch von Sigsfeld" vom Darmstädter Flugplatz aus erfolgen. Etwa 15 000 Zuschauer hatten sich eingefunden, um dem Start beizuwohnen, doch wurden sie leider ent­täuscht. Die Füllung des Ballons, mit der man um 1 Uhr nachts begonnen hatte, war gegen 10 Uhr vormittags be­endet. Ris man dann zu den Startvorbereitungen schritt, setzen starke Bodenboen ein, die die Arbeiten erschweren und in die Länge zogen. Gegen 2 Uhr mittags wurde der Ballon plötzlich von einer starken Boe erfaßt und fast zu Boden gedrückt. Dabei muß die Beißleine durch, irgend einen Zufall in Tätigkeit gesetzt worden sein. Es zeigte sich ein großer Biß in der hülle, und nach wenigen Bugem blicken fiel der Ballon in sich zusammen. Zwei Polizewe- amte erlitten Gasvergiftungen, die jedoch nicht lebens­gefährlich sind, zwei weitere Polizeibeamte erlitten Ouet- schungen. Wann der nächste Startversuch desBartsch von Sigsfeld" vor sich gehen wird, ist noch nicht bestimmt.