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(1. Blatt)

Samstag, den 1. September 1928

80. Jahrg.

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Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

!,,»»»«»»»»»»«»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»> -Sprechstunden beim Landratsamt: Dienstags r«nd Freitags, vormittags von 9 bis 12 Uhr

1KI Z.-Nr. 7269. Für das laufende Rechnungsjahr stehen 4 mieber Mittel zur Förderung der Bekämpfung des Schwarz­

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mildes in beschränktem Matze zur Verfügung. Die Mittel sind vor allem zur Gewährung von Schußprämien für «Erlegung von Schwarzwild außerhalb der Staatsforften bestimmt.

Die Abschußprämie ist auf 0,20 X^ für das Kg. des erlegten Schwarzwildes im aufgebrochenen Zustande fest­gesetzt worden.

Schlächtern, den 28. August 1928.

, Der Landrat: Dr. Müller.

J.-Nr. 7320. Am Freitag, den 7. September d. 3s., »»mittags 10 Uhr werden im Hippodrom zu Frankfurt a.M. von dem Landgestüt Dillenburg 21 Raltbluthengste

(3-17 jährig) und 2 Warmbluthengste (12 und 21 jährig) verkauft.

Ich ersuche die Herren Bürgermeister, etwaige Inter­essenten hiervon in Kenntnis zu setzen.

Schlüchtern, den 28. August 1928.

Der Landrat: Dr. Müller.

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I-Nr. 7384. Infolge Gleisumbauarbeiten ((Erneuerung

bd des 5ahrgleises BebraFrankfurt a. M.f wird der Ueber-

gang der Leipziger Straffe beim Wärterpoften 45 in Kim. 60,100 unterhalb Salmünfter (am neuen Friedhof) für den Ährwerksverkehr am Dienstag, dem 4. n. Hits. von

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1-121/2 Uhr gesperrt. 7

, I Der Verkehr ist über SchlierbachUdenhainSoden ju leiten. '

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Uebertretungen werden nach der Straßenverkehrsord- Rg vom 24. September 1926 (Beilage zum Regierungs- ptsblatt Nr. 40 von 1926) bestraft.

I Schlüchtern, den 30. August 1928.

' Der Landrat: Dr. Müller.

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k | I-Nr. 7455. Mit Rücksicht auf die ungünstige Witte- i! Bung der letzten Zeit ermächtige ich die Grtspolizeibehörden, - i'e Vornahme von Erntearbeiten an den beiden nächsten ' Sonntagen außerhalb der für den Hauptgottesdienst bestimm- tm Zeit allgemein zu gestatten. 1

8chlüchtern, den 31. August 1928.

1 Der Landrat: Dr. Müller.

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K r e i S a u s s ch u ß.

l T-Rr. 3782 K. A. Diejenigen Herren Bürgermeister i Landgemeinden, welche mit der Erledigung meiner ver- ' Wng vom 28. Iuli d. 3s. I.-Nr. 5262 K. A. 1 Kreisblatt Nr. 91) betr. Einsendung eines Exemplares der 'emeinderechnunq für das Rechnungsjahr 1927/28 noch &ftanbe sind, werden hieran mit einer 8 tägigen ' W erinnert.

Schlüchtern, den 28. August 1928.

i Der Vorsitzende des Rreisausschusses.

Zwetschenernte.

^-Rr. 3783 K. A. Bei der Zentralstelle für (Dbft= Eemüseverwertung in Frankfurt a. M. ist rege Nach- Ne nach größeren Mengen Zwetschen. Damit die dies- "Mge Zwetschenernte restlos verwertet werden kann, er- ich dlg Herren Bürgermeister der Gemeinden mit star- ^wetschenbehang (bie Züchter durch ortsübliche Be- ^ntmachung aufzufordern, die abzusetzenden Zwetschen- ?"Sen nach Zentnern anzugeben und die Zusammenstellung spätestens zum 6. September d. 3s. an Kreisobergärtner Wein in Schlüchtern, Dreibrüderstraße 16, weiterzuleiten. Schlüchtern, den 31. August 1928.

Der Vorsitzende der Rreisausschusses: Dr. Müller.

, . Einer englischen Blättermeldung zufolge bereitet der p ein wichtiges' Dokument über den Weltfrieden vor, em er unter Zustimmung des Kelloggpabtes aber prio- otbert Helgen Stuhl in der Ergreifung der Initiative

Der englische Staatssekretär Ehamberlain hat am ..^erstag vormittag von Liverpool aus eine Erholungs- / angetreten, die' ihn zuerst nach dem Panamakanal ^en wird.

In (Dberöfterreid) sowie in der Gegend von Passau

i ^p schwere Unwetter. In der Nähe von Linz waren

in i^ungen besonders stark. Insgesamt sind 15 Bau=

^ewe durch Blitzschlag niedergebrannt.

Die MmWsverhaMMW in M

Reichskanzler Müller geht nach Genf.

Berlin, 30. Aug. Am Donnerstag ist in Berlin einer der Herren des Auswärtigen Amtes, die Dr. Stresemann bei seiner Pariser Reise begleiteten, von Baden-- den kommend, eingetroffen und hat sofort dem Reichskanz­ler M ü l l e r , teils in mündlicher, teils in schriftlicher Form, über Verlauf und Ergebnis der Pariser Bespre­chungen des Reichsaußenministers mit Poincare und Briand informiert.

Es handelt sich allerdings nur um einen vorläu­figen Bericht, dessen ausführliche Ergänzung sich Dr. Stresemann selbst vorbehalten hat. Der Minister erwar­tet den Reichskanzler für Sonntag in Baden-Baden. Dem­nach ist nunmehr die endgültige Entscheidung über die Reise des Reichskanzlers Müller nach Genf in positivem Sinne gefallen.

Ueber den Inhalt des heute dem Reichskanzler er- statteten Berichtes wird von zuständiger Seite nichts mitge­teilt, wie sich überhaupt die Wilhelmstraße nach wie vor hinsichtlich der Beurteilung der (Ergebnisse der Pariser Konferenz aus das stärkste z u r ü ck h ä l t. Nur soviel wird zugegeben, daß sich die Unterredungen Strcsemanns nicht auf Einzelfragen beschränkten, sondern sich auf alle zwischen Deutschland und Frankreich schwebenden politischen Probleme bezogen.

Immerhin lassen sich aus der Tatsache, daß sich der Reichskanzler nunmehr endgültig entschlosten hat, selbst nach Genf zu gehen, wohl folgende zwei Schlußfolgerungen zie­hen: 1. daß Poincare die Tür zu weiteren Verhandlungen nicht zugeschlagen hat, 2. daß die Meinungsverschiedenher. ten, die sich zweifellos während der Pariser Konferenz zwischen dem deutschen und französischen Standpunkt in der Räumungsfrage herausgestellt haben, auch nach An­sicht der deutschen Regierung nicht so groß sind, daß ein weiteres Verhandeln als zwecklos angesehen werden müsse. Mit anderen Worten: Die Verhandlungen über die Rhein­landräumung sind in Fluß gekommen. Insofern kann also die deutsche Regierung schon einen gewisten Erfolg buchen: sie hat ihre vor Monatsfrist angekündigte Absicht, die Rhein- landfrage aufzurollen, verwirklichen können und die Zu­stimmung der anderen beteiligten Mächte, insonderheit Frankreichs, zur Aufnahme detaillierter Verhandlungen über dieses Thema erbot"'»

Welchem Zweck dient noch die Besatzung?

Ferner Weift die deutsche Regierung auf den ihr juristisch, politisch und moralisch zustehenden Anspruch auf volle Räu­mung des Rheinlandes hin, der mit der Erfüllung der Ver- sailler Bertvagsbestimmungen, der Reparationsregelung, mit dem Daioes-Plan, mit dem Abschluß des Locarno-Paktes und dem Beitritt zum Völkerbund voll begründet ist.

Bon deutscher Seite ist hierzu besonders darauf ltzn-

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einer restlosen Klärung der Rarunungsfro^e in der einen oder anderen Richtung dienen sollen.

Insbesondere soll Klarheit darüber geschaffen werben, welchem Zwecke heute noch die Besatzung des Rheinlandes dient, da von alliierter Seite in offiziösen Auslastungen mehrfach verschiedenartige Gründe für die Aufrechterhaltung der Rhein- landbesetzung angegeben worden sind. Die Verhandlungen werden naturgemäß jedoch erst nach Eintreffen des Reichs­kanzlers Müller in Genf, somit also erst im Laufe der nächsten Woche, beginnen. An den Verhandlungen wird als Vertreter Englands Lord Cushendun, als Vertreter Frankreichs Briand, als Vertreter Belgiens der Außenminister Hymans, als Ver­treter Italiens der Senator Scialoja und als Vertreter Japans der Pariser Botschafter Graf Adatschi teilnehmen.

Die deutschen Vertreter in Gens eingetroffen.

Die deutsche Abordnung zu der Tagung des Völkerbunds­rates ist mit Staatssekretär v. Schubert und Ministerialdirektor Dr. Gauß an der Spitze in Genf eingetroffen. Reichskanzler Müller wird am Sonntag erwartet.

Zu dem Beginn der Ratstagung sind bereits der Vertreter Chambcrlains, Lord Cushendun, der holländische und der finn- ländische Außenminister cingetrosfem Die Tagung des Völker­bundsrates wird, wie üblich, mit einer Geheimsitzung beginnen, in der die Tagesordnung endgültig festgesetzt wird. Man nimmt allgemein an, daß die polnisch-litauischen Fragen erst in der nächsten Woche nach Eintreffen Briands und Müllers erörtert werden.

Eröffnung der Verhandlungen.

Die 51. Tagung des Völkerbundsrates ist nvit einer Ge- hcimsitzung begonnen worden. Den Vorsitz führt der finn- ländische Außenminister Procope. Die Tcchesordnung umfaßt lediglich Punkte zweiter Ordnung. Die wichtigen Fragen, vor

allem der polnisch-litauische Streit, sind auf die nächste Woche verschoben worden, da man die Anwesenheit Briands und des Reichskanzlers Müller abwarten will. Der litauische Minister­präsident Wäldern« ras trifft ant Freitagnachmittag in Genf ein. Es verlautet, daß zunächst durch Vermittlung der fran- zösrschen Delegation versucht werden soll, eine direkte Fühlung­nahme zwischen der polnischen und der litauischen Delegation herzustellen. Bon den Vorverhandlungen wird es abhangen, in ivelchem Umfang der polnisch-litauische Streit vor dem Rat aufgerollt werden wird. Ob der ungarisch-rumänische Optantenstreit zur Behandlung gelangen wird, steht noch nicht endgültig fest. Die ungarische Abordnung mit dem Grafen Apponyi, Außenminister Valko und General Tanczas ist be­reits in Genf eingetroffen.

In Kreisen der Völkerbundsdelegierten sind bereits die Vorverhandlungen für die Wahl des Präsidenten der Völker- bundsversammlung eingeleitet worden. Zurzeit ist als neue Kandidatur für die Präsidentschaft zur Vollversammlung der Name des dänischen Gesandten in Berlin, Zahle, aufgetaucht.

Das Recht der nationalen Minderheiten.

Ein Appell an Kellogg.

Die vierte europäische Minderheitentagung in Genf be­schloß, dem amerikanischen Staatssekretär Kellogg folgenden Appell zu übermitteln:Staatssekretär Kellogg, dem Schöpfer des Krregsächtungspakts! Der Krieg ist geächtet! An die Stelle der Gewalt soll das Recht treten. Rechtlosigkeit wirkt kriegs- fördernd. Recht ist Friede. 35 Millionen europäischer Menschen, die als nationale Minderheiten bezeichnet werden, Brüder von 12 verschiedenen Völkern, verteilt auf 17 Staaten, kämpfen um ihr Volkstum, um ihre staatsbürgerliche und wirtschaftliche Gleichberechtigung. Wir kämpfen, tieftmrchdrungen von der Sittlichkeit unseres Rechts. Die Unterdrückung und Vergewal­tigung unserer Rechte ist eine der schwersten Gefahren für den Frieden. Friede zwischen den Staaten wird erst dann herrsche«, wenn der Friede auch zwischen den Völkern hergestellt wird. Diesen Frieden wollen wir. Herr Staatssekretär, Sie haben durch Ihr Werk so hohes moralisches Ansehen erworben, daß wir Sie bitten, sich für die Verwirklichung unserer Rechte kitizusetzem Krönen Sie Ihr Werk, indem S-e imch der Aechlung des ^erreges die Aechtung der Vergewaltigung unserer Rechte herbeifübrett."

Um den Panzerkreuzer A.

Der Volksentscheid ewgeleitet?

Wie dieWelt am Abend" meldet, überreichten zwei kommunistische Reichstagsabgeordnete im Reichsaußemniniste- rium den Zulassungsantrag auf Einleitung des Volksbegehrens für nachfolgenden Gesetzesantrag:

Der Bau von Panzerkreuzern und Kriegsschiffen ist verboten."

Der Antrag sei unterzeichnet von der K. P. D. und dem Roten Frontkämpferbund.

Nach Pariser Informationen ist in der Frage einer vor­zeitigen Rheinlandräumung in Paris kein entscheidender Schritt vorwärts gemacht worden. Die Unterredung Poincarä-Strese- mann sei lediglich insofern als ein Positivum geweitet, als dadurch die weiteren Verhandlungen erleichtert werden.

Von deutscher Seite wird in den kommenden Verhand­lungen in Genf mit den Vertretern der an der Botschafterkonfe­renz beteiligten Mächte eine restlose Klärung der Räumungsfrage verlangt.

Auf der Genfer Minderheitentagung äußerten sich Ver­treter der deutschen Minderheiten Rumäniens und der Ukrai­nischen Minderheiten in Polen über die Lage der Minderheiten in diesen Staaten.

Vertreter der elsatz-lothringischen Autonomisten trafen in Genf ein, die zum ersten Male als Beobachter an der Mindcr- Heitentagung teilnehmen werden.

In der Mittwochsitzung der Präger Kirchentagung wurde ein Vertrag Dr. Beneschs verlesen.

Gegen Hugo Stinnes jr. ist am Donnerstag, nach­dem er sich in stundenlangen verhören vor dem Untersu­chungsrichter über die Rriegsanleiheangelegenheiten geäu­ßert hatte und seinem früheren Sekretär v. Waldow ge- genübergestellt worden war, Haftbefehl erlassen worden.

Bei Havanna stießen zwei elektrische Züge zusam­men, wodurch etwa 30 Passagiere mehr oder minder schwer verletzt wurden.

Der österreichische Ministerrat hat beschlossen, der Einladung Amerikas, dem Kelloggpakt beizutreten, Folge zu leisten. Dieser Beschluß bedarf jedoch noch der Billigung des National- und des Bundesrates.

Auch Südslawien hat sich bereit erklärt, sofort dem Relloggpakt beizutreten.

Blättermeldungen aus Gslo besagen, daß das Wrack des FlugzeugesLatham", in dem Amundsen und seine Begleiter auf dieItalia"-Suche ausgingen, in der Nähe von Vesteraalen auf den Lofoten-Inseln aufgefunden sei. Die Lofoten-Inseln befinden sich nördlich des Polarkreises und sind Norwegen vorgelagert.

Infolge der anhaltenden Regenfälle ist der Rhein in seinem oberen Teil in besorgniserregendem Maße ge­stiegen. 1