Nr. 98
Schlüchterner Zeitung
3. Blatt
Reims.
Französischer Brief.
(Nachdruck verboten.)
Vor einiger Zeit haben zwei französische Minister die teilweise restaurierte Kathedrale von Reims dem Klerus übergeben, der wieder mit dem Gottesdienst in dem soweit her- gestellten gotischen Wunderbau begonnen hat.
„Reims" war und blieb seit 1914/15 bis zur jetzigen „Friedenszeit" der Gipfelpunkt, ja, das Symbol der ungeheuren antideutschen „Hunncnpropaganda"! Ich betone: bis in unsere Tage! Und deshalb muß man in aller Ruhe und Würde von Reims sprechen, wohin die amerikanische, englische und französische Fremdenverkehrspropaganda die Hunderttausende von Touristen aus aller Herren Länder führt und ihnen die „in der Welt einzig dastehende Roheit und Zerstörungswut der deutschen Kriegführung, de» Hunncncharaktcr des deutschen Volkes" und dergleichen wölker- versöhncudc" Brandlitaneicn ins Gehirn hämmert. Auf diesen Ton ist jedes Bild und Wort gestimmt, und die geschickte» Fremdenführer verschleißen mit wahrhaft industrieller Grich-- zügigkeit das Grauen von Reims in englischer, französisch«, spanischer und arabischer Sprache. Sind gute deutsche Triuk- gcldgcber bei einem solchen Herdentrieb von Paris ins nahe zerstörte Kriegsgebiet, werden die Hunnen und ihr Attila hier und da aus dem Spiele gelassen.
Niemand darf leugnen: die Zerstörung der herrlichen Kathedrale von Reims, die> Zertrümmerung der schönsten Teile der Stadt, war ein fürchterliches Kriegsunglück, dessen herzbeklemmenden Umfang man heute noch fühlt, wo man immer noch die Ruinen der ersten Kriegsjahre zu seinen Füßen liegen sieht. Ob das so sein muß oder — soll? Zweifellos hat der französische Staat schon recht viel für den Wiederaufbau in seinem zerstörten Gebiet bewilligt, aber die Bewohner desselben klagen überall, daß sehr viele Wiederaufbaugelder infolge aller möglichen Schiebungen und Skandale in die falschen Taschen geraten sind. Es hat sich eine wahrhafte Wiederaufbau-Gewinn- lersippe stark gemacht, in der besonders auch Politiker mit guten Verbindungen eine anrüchige Rolle spielen, doch werden nur ganz wenige dieser arg ruchbaren Töpfe aufgedeckt, weil eben die Köche "allzu gute Freunde in den Ministerien, Parlamenten und Zeitungen haben. Doch das ist ein Kapitel für sich, bleiben wir heute bei Reims.
Es gibt genug ehrliche Franzosen, die zugeben: Wenn zu Kriegsanfang die französischen Heere so zum Rhein gestürmt wären, wie die deutschen zur Marne, dann läge der Kölner Dom genau so in Trümmern wie die Reimser Kathedrale.
Das wäre für Köln und Deutschland genau dasselbe Kriegsunglück gewesen, wie es für Reims und Frankreich ein solches wurde. An und nördlich der Mgrne tobte der gigantische und wütendste Bewegungs- und Stellungskampf der beiden Riesenheere, Reims lag sowohl in der deutschen als in der französischen Feuerlinie, als es in Trümmer geschossen wurde. Die Franzosen bestreiten die deutsche Meinung, daß sie die weltberühmte Kathedrale zu kriegerischen Zwecken (Beobachtungsposten, Signalstation u. dgl.) benutzt hätten, obwohl das ihrer laikalen, also religionslosen Staatsgesinnung, und nach der Geistesverfassung der Combesschen Kulturkampfperiode mit ihrer denkbar rauhesten Behandlung aller kirchlichen Dinge und Menschen psychologisch entsprechen konnte. Und Kriegsnot kannte — besonders in jenen Tagen — kein Gebot. Wie es auch sei: ist es nötig, nützlich und gerechtfertigt, heute noch das zerstörte Reims als brennende Kriegswunde für Frankreich und die Welt offenzuhalten, und damit nicht nur einen Kult, sondern immer noch eine Propaganda zu entfalten, die weder einen Funken von „Löcarnogeift" zeigen, noch sonstwie — auch nur dem kulturellen — Frieden zwischen Frankreich und Deutschland dienen können.
An der immer noch glühenden Asche der Straßentrümmer von Reims, an den immer noch brennenden Wunden seiner Kachedrale müßte sich nicht das Feuer des Völkerhasses entzünden, sondern die nicht zerstörende, aber wärmende und lebenschaffende Flamme der Menschlichkeit, der Liebe aus Schicksalsgemeinschaft. Der Krieg schlägt alle! Man frage die Menschen von Reims, ob ihnen der Marnesteg, das größte französische Kriegswunder, die Wunden heilen konnte, die ihrer Seele, ihrem Hab und Gut der wütende Kriegsgott fchlug? Ich sprach lange mit Männern und Frauen, mit Greisen und Müttern, in denen die Acngste und Qualen jener Tage nachklangen, als sie französische und deutsche Granaten um sich splittern fahen. Ob im gefährdeten Heim, ob auf der Flucht, sie sahen das Feldgrau und das Feldbläu gleichermaßen als Kriegsgespenst. Und heute sehen sie mit stiller Erbitterung und bohrendem Schmerz, daß betriebsame Unternehmer, zumeist Engländer, freilich mit französischer Duldung oder Unter-
@5565
Richt dmm, aber auch nicht schlau.
Von
Peter Prior.
Ellinor Timbray war nicht Seine Intelligenz bewegte sich
(Nachdruck verboten.) dumm, aber auch nicht schlau, in der Mitte dieser beiden so
nach unserer deutschen Berech-
wichtigen Begriffe.
Er hatte vor zwei Jahren , nung drei Morgen Land, sechs Meilen von Washington entfernt, um 40 Mark und 6 Old Tom Gin getauft. Das Land war auch danach. Eigentlich war es ein Sumpf. Aber die Verkäufer, ein lahmer Chinese und ein immer betrunkener Jr- länder, hatten Ellinor Timbray versichert, daß er Tomaten darauf pflanzen könne. Und er atz Tomaten so gern! Ellinor pflanzte tatsächlich gleich darauf im Frühjahr Tomaten. Holte suh die Pflänzchen auf dem Markt. Aber sie gingen nicht auf. Verdarben und verwelkten. Und Ellinor Timbray kümmerte
sich nicht weiter um sein Besitztum. Mochte wachsen oder nicht
wachsen, was da wollte.
Ellinor Timbray hatte eine Antipathie gegen Zeitungen. Eben wegen seiner mit Schlauheit gemischten Dummheit, oder umgekehrt. Aber eines Tages, als er gerade bei Stable stand und, nachdem er sich arg an Fischklötzchen legalisiert hatte, ein ganz gesetzmäßig alkoholfreies bayrisches Bier getrunken hatte, sah er in eine Zeitung. Und das erste, was ihm in die Äugen
tung. Und das erste, was ihm in die -äugen Eine Kröte biß an. Kaltlächelnd machte sie Ellinor los und der Gegend von Sableswamp ein Flugplatz steckte sie in seine Butterbrotbüchse. Die beiden lachten. „Lachen a sollte. Washrngton wollte mit der anderen Sie nur!" meinte Ellinor. „Die Kröte bringt mir 2 Dollar! jt verbunden fern und zu diesem Zwecke eine Die wird ausgestopft und kommt ins Museum. Das ist eine ^'a^I!» ganz klare und natürliche Sache. flang besonders wertvolle Kröte mit gelben Augen!" Und
fiel, war, daß in i eingerichtet werden sollte. Washington wollte mit be: Welt durch die Lust verbunden sein und zu diesem Landungsstelle haben. Eine ganz klare und natürliche Sache.
Ellinor Timbrays Besitztum lag aber gerade in der Gegend von Sableswamp, und das veranlaßte Ellinor zu scharfem Nachdenken. Er war sonst kein Freund von Denken. Hatte es auch gar nicht nötig. Seit dreißig Jahren stand er vor dem Manometer eines riesigen Dampfkessels, der ständig unter Ueberdruck arbeitete, und kontrollierte den Zeiger. In seiner Hand und in seinem Auge lag das Schicksal von sechshundert Arbeitern. Für diese Tätigkeit bekam Ellinor 20 Dollar wöchentlich und jährlich vier Wochen Urlaub, weil er ein alter Arbeiter war. Und noch nie war bei ihm der Kessel explodiert, wohl bei einem seiner Kollegen, als er einst seinen Urlaub genoss. Und der Opfer waren dreizehn gewesen.
Als also Ellinor die Anzeige gelesen hatte, kratzte er sich zuerst hinter dem rechten und dann hinter dem linken Ohr. Und ging stracks zum Direktor seines Werkes, Mister Hawkins, und fragte ihn, ob er da aus seinem Grundstück etwas heraus
Holen könne.
„Keine» Eenl, Ellinor!" sagte der smarte Geschäftsmann. ^kb«4 Damit Sie den Sumpf loswerden, will ich Ihnen, na, fage»wir,AV Dollar dafür bezahlen!"
stütznng, ein blühendes Geschäft aus ihren Ruinen machen. Viele Reimser sind nach Paris, oder» anderwärts ins Land gegangen und haben chre Heimatstadt für immer verlassen. Die -Meinen und mittleren Kriegsentschädigungen für das verlorene Gut kamen allzu langsam, hielten mit der Teuerung und dem Frankensturz nicht stand, die Entsschädigungsan- s p r ü ch e mußten an Leute oder1 Gesellschaften verkauft werden, die dank ihrer Geriffenheit und schon erwähnten „Verbindungen" rascher gern Geld kamen, mit dem diese Nutznießer des K r i-e g s eil e-n d»s dann spekulierten oder alle möglichen Dinge trieben. Wer abseits des Fremden- Herdentricbes als besinnlicher Besuch« nach Reims tommt, hört von den Einheimischen auf tausend Fragen ebensoviel Klagen. Aber nicht etwa über „die deutschen Barbaren und Hunnen", sondern über die hochmögenden Leichenfledderer auf den Ruinen von Reims, diese Ruinen, die tat mitten der Umgebung starren wie schwärende Brandmale nnb eiternde Wunden am Körper eines unschuldigen Menschen. Und widerwillig steht die Märtyrerin Reimes zur Bettelschau für die Fremde». Hu van Geldern.
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Was um istMd was man Nicht ist.
.Von
LLGülle. 1
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Es ist noch>lange nicht ein A p o st e l, der hingeht in alle Welt;
ein Dichter, der einmal einen Vers gemacht hat; ein Kunstmaler, der mit »Pinsiel und Farbe umgehen kann;
ein Volksredner, der einmal eine ulkige, mit Beifall aufgenommene Bierrede gehalten hat;
ein Frommer, der den.Namen Gottes fortwährend im Munde führt;
ein Schriftsteller, her einmal für eine Zeitung einen Feuilletonartikel geschrieben'.hat;
ein 1 ü ch t i g e r Arzt, der bei Jedem Krankenbesuche ein Rezept aufschreibt;
ein guter Schütze, der einmal; Zentrum getroffen hat; ein Waid gerechter Jäger, /der einmal einen Bock geschosien hat;
ein gelehrter Richter, der - einmal als Schöffe oder Geschworener mitgewirkt hat;
ein Weiser, der einmal das Richtige getroffen hat; eine sparsame Hausfrau, die etwas vom reichlichen Wirtschaftsgeld erübrigt.
Es ist aber auch noch lange nicht
ein T r u n k e n b o l d, der sich einmal einen Rausch angetrunken hat;
ein Faulenzer, der manchmal die Zeit verschläft;
ein H a r t h e r z i g e r, der einmal einem Bettler eine milde Gabe verweigert;
ein verlorenes Schaf, wer einmal vom rechten Wege abgewichen ist;
ein schlechter Mensch, über den viel Nachteiliges geredet wird;
ein Don Juan, der manchmal schönen Frauen den Hof macht;
ein Dummkopf, der einmal dummes und konfuses Zeug geredet hat;
ein Grobian oder Flegel, der einmal ank richtigen Orte und zu rechter Zeit fadgrob geworden ist;
9. ein Müßiggänger, der nicht den ganzen Tag arbeitet, sondern auch spazieren und seinem Vergnügen nachgeht;
10. ein Pechvogel, dem einmal eine Sache oder Arbeit
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mißlungen ist;
ein schlechter Ehemann, der manchmal abends ins Wirtshaus geht und seine Frau allein läßt;
ein Pantoffelheld, der seiner Frau zuliebe zu Hause nicht raucht.
Ma. Auch eine „Empfehlung". Auf eine merkwürdige Art der Kundenwerbung ist in einem fränkischen Städtchen ein Schuhmacher verfallen. Er hat herausgefunden, datz die Einwohner der Ortschaft ihren Schuhbedarf mehr in der nahen Oberamtsstadt als bei ihm decken. Um den Berufsgenossen der Nachbarschaft das Waffer abzugraben, redet er den Einheimischen mit folgendem poetischen Erguß, den er, fein mit der Hand geschrieben, in seinem Schaukasten ausgestellt hat, zu Gemüte:
Fahr' ruhig hin nach X'heim, Doch kaufe hier in Z'heim.
's ist überall derselbe M i st!
Ellinor kniff zuerst das rechte, dann das linke Auge zu, blickte auf seine Uhr und meinte, er müsse an seinen Manometer. Er hätte so eine Ahnung, daß da irgend was nicht stimme. —
Weekend stand Ellinor am Rande seines Sumpfes. Es schien ihm, als lächle ihn das schmutzige Wasser an, als quakten die Frösche ganz anders als sonst, und tatsächlich schnappte ein Fisch! Fische! Das wußte Ellinor noch gar nicht. Und im Geschwindschritt lief er nach Sableswamp, kaufte eine Angelrute und saß eine Stunde später am Sumpf und „fischte".
Und wie er so fischte und nichts fing als Moskitos, die sein dickes Gesicht umschwärmten, kamen zwei Kerle dahergeschlen- dert, Hände in den Hosentaschen, Pfeife im Maul, Mütze verkehrt auf dem Kopfe.
„Na! Gutes Fifchwasser?" fragte der eine. Ellinor guckte ihn über die Achsel an.
„Seid Wohl Fischer oder Angler! Meine Frau hat soeben neun Pfund gute Fische weggeholt. Für jedes Pfund gibt's einen halben Dollar. Ganz ausgezeichnetes Fifchwasser hier. Und wie fett die Fische sind."
„Soso!" meinte der zweite. „Wir sind Sportangler Und möchten Euer Fischwasser kaufen. Sofort! Bar! Nennt einen Pr»s!"
„Ist mir nicht feil, mein Wasser!" sagte Ellinor. „Mein einziges Vergnügen hier draußen nach meiner Arbeit. Und Verdienst auch noch!" Und angelte weiter.
angelte weiter.
„Wollen Sie 300 Dollar für den Platz?" meinte nun der eine der beiden Männer, und stopfte seine Pfeife.
Ellinor kratzte sich wieder ein bißchen, lachte dann und meinte, daß er unter 6000 Dollar sein Besitztum nicht abgeben könne.
Das war reichlich frech, weshalb die beiden Angler auch krampfhaft lachten und ihrer Wege gingen.--
Am Montag ließ Direktor Hawkins Ellinor Timbray zu sich rufen. Bot ihm eine Zigarre an, bat ihn, sich zu setzen.
„Na, dann wollen wir sagen 5000 Dollar!" sagte der Direktor und lachte. Zog sein Scheckbuch heraus. Ellinors Mienen wurden eisern.
„Habe Angebot bekommen von 8000!" sagte er kurz. „Arbeite hier und will entgegenkommen. 7000, und Schluß!" Und hatte nach einer Minute den Scheck über 7000 Dollar in der Tasche.
Der Direktor seufzte. 7000 Dollar, wo das Nachbargrund- stück nur 2 Dollar 50 Cent gekostet hatte. Und am anderen
Ob diese „Reklame" für den modernen Hans Sachs eine große Wirkung gehabt hat, ist fraglich. Die Xheimer werden wohl mehr gelacht als gekauft haben.
Lustige Me.
Die Schwiegermutter.
Herr: „Johann, Sie holen heute meine Schwiegermutter vom Bahnhof ab. Sie bekommen dafür eine Mark Trinkgeld." Diener: „Wenn aber die gnädige Frau nicht ankommt?" Herr: „Dann geb' ich Ihnen zwei Mark!"
Au.
„Ja, natürlich, im Sommer fährt man länger mit der Eisenbahn ... Die Hitze dehnt die Schienen aus, na, so dauert es eben länger."
An-lisstitigstheitrie.
(Nachdruck verboten.)
Die schulentlassene Gerda kommt empört nach Hause.
„Denk' dir an, Mutti, in der Bahn hat mich heute eine Frau geduzt. Du mußt mir unbedingt das Kleid kürzer mache n." lgl.
Ende nur einen Dollar! Aber es gab eben schlaue Leute. Er selbst hatte an dem Flugplatz nur 30 000 Dollar verdient. Und vor vier Jahren hätte man das ganze Gelände um 100 Dollar mit Kußhand bekommen. „Aber so kommt's", monologisierte Direktor Hawkins, „wenn man nicht ganz dumm, aber auch nicht ganz schlau ist." —
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Ssttslhtd Mb der
• Von
Hanns Jckes-Marschall.
(Nachdruck verboten.»
In einer literarischen Gesellschaft des vorigen Jahrhunderts kam einmal die Rede auf den damals sehr bekannten und auch geschätzten Literaien Gottsched, der sich durch allzu große Pedanterie und Nörgelei schließlich überall unleidlich niachte.
In der Gesellschaft befand sich auch der zu dieser Zeit sehr geschätzte Kritiker Rabener. Schweigend hörte Rabencr die Unterhaltung mit an. Schließlich aber befragt, welche Stellung er zu Gottsched nähme, begann er umständlich mit weitans- holender Armbewegung:
„Sehen Sie, meine Herren, dieser Herr Sched--"
Man unterbrach ihn. „Warum sagen Sie nur .Sched'?"
Der Kritiker faltete die Hände: „Man soll den Namen Gottes nicht mißbrauchen!"
Me Bibel.
Von
Karl Demmel.
(Nachdruck verboten.)
Heiliges Buch — zwischen Hunderten meiner Bücher stehst du
Schwarz ist dein Kleid, leuchtend die Worte: die Bibel, Stehst bei den lauten, bunten Büchern der Welt einsam, f° einsam,
Drängst nicht, wartest auf die unruhigen Hände, Die dich durchblättern in Stunden seelischer Not Und dann gibst du, heiliges Buch, das so unscheinbar zwischen den Büchern sinnt,
Herrlichste Dichtung, die je auf der Welt ward geschriei Schwelgst mit dem Sucher deiner erhabenen Worte, Die heilig bleiben in aller Ewigkeit, Gibst ihm Befreiung und Jubel, heiliges Buch aller Bücher. Kehrt sich das Schicksal, stehst du wieder trüb’ im Regale, Wartest und wartest, bis Sorge kommt, die dich dgun ruft.