Einzelbild herunterladen
 

Schlüchtemer Zeitung

Kreis -Amtsblatt * Mgemeinee amtlich er Anzeiger Nr Ken, Kreis Ächlüchtem tnukunb vrrwH'.H.SteüML sshae * Geschäfts'^ahnhofstr.6 * Irrnspr'.Ni'.i^y * PostscheckdvankftrotluM.Vr«> Ar. 96(1. Blatt) Samstag, den 11. August 1928 80. Aahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

elBWBBBBBBBBBBBBBwaBmBWBBB* : Sprechstunden beim Landratsamt: Dienstags: : und Freitags, vormittags von 9 bis 12 Uhr i eMi6nefieeaaa«eHHBBoiBBBBBeBB»BBeeae»«BswsaaaBBeeBeQBHeBaHWBBBHu«M*cesB«a«iena«iwB" Derfassungsfeier.

3.=Hr. 6599 I. Anläßlich der Wiederkehr des Der= fassungstages soll am Lonnabend, dem 1 1. Kugust 3 s. 2 0 Uhr in der Hula des Klosters zu Schlüchtern eine öffentliche Feier stattfinden.

vortragsfolge

Grgelvorspiel (Dolckmar),

Gesang, Thor ((D Schutzgeist, Mozart), Musikoortrag (Trio für Violine, Tello, Klavier), i Festrede (Landrat Dr. Müller), Gesangs Thor (Kennt Ihr das Land, hegar), Musikoortrag (Trio für Violine, Tello, Klavier), i Schlußwort, s Gemeinsamer Gesang Veutschland-Lied.

Ferner werden am Sonntag, dem 1 2. d. Mts. d o n 245 U f) r a b auf dem SportplatzKuwiese" in Schlüch- iern durch Iugendvereine des Kreises Sportkämpfe ausge= tragen werden.

Programm:

2.45 Uhr nachm. Uufmarsch der vereine.

Begrüßung und Ansprache des

Landrats.

3 Uhr nachm. Vorläufe der Stafette.

5.30-4.10 Uhr nachm. Faustballspiel: Turnverein Schlüch- tern Turnverein Steinau.

4.15 Uhr nachm. Zwischenläufe der Stafette: Hn den Zwischenläufen nehmen die der f- Seit nach 6 besten Stafetten des

Vorlaufcs teil.

1.30- 5.15 Uhr nachm. Fußballspiel: Iugendmannschaft Hintersteinau - wallroth.

>156.00 Uhr nachm. Iugendm. Salmünfter Steinau.

>.00-6.45 Uhr nachm. Iugendm. SchlüchternElm.

6-45 Uhr nachm. Endlauf der Stafette : Hn dem Endlauf nehmen die der Zeit nach

3 besten Mannschaften des Zwi­schenlaufes teil.

7.00 Uhr nachm. Schlußansprache und Preisvertei- lung durch den Kreisjugendpfleger, bei den Stafettenläufen wirken mit: die Iugendmann- chaften von Schlüchtern (Fußballverein, Turnverein, Hrbei= fr-Turn- und Sportoerein) Tlm, Hintersteinau, Wallroth, rleinau, Heubach, Hütten und Niederzell.

. Die Herren Vorsteher, Beamten und Mitglieder der wgen Ueichs-, Staats= und Kommunalbehörden, die ^urgerschaft und die Vorstände und Ungehörigen der Kir- ^en= und Schulgemeinden, der Arbeitgeber- und Arbeit- W/merDerbänbe, der landwirtschaftlichen, Handels- und Vewerbevereine, sowie alle übrigen vereine, der Innun- Beamten- und Ungestelltenorg«pisationen, einschließ- p derjenigen der s. g. freien Berufe (Uechtsanwälte, . M Tierärzte, Apotheker usw.) werden zu dieser Feier ^kmit eingeladen.

Schlüchtern, den 2. Huguft 1928.

Der Landrat: Dr. Müller.

KtaatsangehörigkeiLsangaben in den Melde- registern.

^n. D. 196. In Abänderung des Runderlasses vom i' Jni 1927 n D 957 (MBliV. S. 616) und vom 4- Februar 1928 11 D 85 (MBliV. S. 161) ordne an, daß fortan in den Melderegistern zu den "gaben von Neuanzichenden über ihre Staatsangehörigkeit Ur bann ein Vermerk zn machen ist, wenn diese Angaben

Heimatschein, StaatSangehövigkeitSausweiö, Paß oder "burgerungsurkunde usw. nachgewiesen worden find. Die gierigen VermerkeNicht nachgewiesen^ oderNicht nach« 'Men, aber amtlich bekannt" haben somit in Fortfall kommen.

Berlin, den 22. Juli 1928.

Der Minister des Innern.

, 3.=91r. 6729. Die Herren Bürgermeister des Kreises lache ich, bte Erträgnisse der Sammlung für ein Taub- ^"Unenheim der Provinz Hessen-Nassau, soweit noch nicht chehen, umgehend an das Landratsamt Konto Nr. 264 ber Kreissparkasse Schlächtern (Postscheckkonto Frankfurt I233°) einzusenden.

(Vergl. Rundschreiben vom 18. April 1928 Nr. 0 und Kreioblatt Nr. 49).

Schlächtern, den 6. August 1928.

Der Landrat: Dr. Müller.

J.-Nr. 6752. Die Herren Bürgermeister werden erneut auf die Verfügung vom 22. Februar 1912 Nr. 1213 Kreisblatt Nr. 9 aufmerksam gemacht und nochmals ersucht, die Veränderungen (Zu- und Abgänge) zu der Nach- weisung der noch nicht schulpflichtigen, taubstummen und blinden Kinder alsbald hierher anzuzeigen.

Schlächtern, den 7. August 1928.

Der Landr«t: Dr. Müller.

J.-Nr. 6743. Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 4. Juni d. Js. Nr. 4725 Schlüchterner Zeitung Nr. 68 mache ich die Herren Bürgermeister nochmals darauf aufmerksam, daß die Schöffenlisten nach vorheriger vorschriftsmäßiger Auslegung bis zum 1. September d. Js. an das zuständige Amtsgericht einzureichen sind.

Schlächtern, den 7. August 1928.

Der Landrat: Dr. Müller.

Allgemeine Ortskrankenkaffe Schlüchtern.

Die alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Bei­träge aus den Zahltagen für die Monate April, Mai und Juni 1928 wird hiermit in Erinnerung gebracht.

Hebetermine stnden statt:

1. In Sterbfritz, am Mittwoch, den 8. August 1928, von nachmittags. 3 bis 7 Uhr, in der Böhm'schen Gastwirt­schaft daselbst,

2. In Steinaus am Mittwoch, den 15. August 1928, von vormittags 10 bis 4 Uhr nachmittags, in der Eckardschen Gastwirtschaft daselbst.

3. In Salmünster, am Mittwoch, den 22. August 1928, von vormittags 9 bis 12 Uhr, im GasthauseZum Engel" daselbst.

4. In Soden, ebenfalls am Mittwoch, den 22. August 1928, von nachmittags P/e bis 4/2 Uhr im GasthauseZur .Hoffnung" Wirtschaft Wolf, daselbst, und zwar wie seither auch für alle den genannten Orten naheliegenden Gemeinden.

An den Hebetermintagen 15/8. und 22/8. 1928 bleibt die Kasse in Schlüchtern für Ein- und Auszahlungen geschlossen.

Rückstände, die nach diesen Tagen noch verbleiben, müssen alsdann unverzüglich zur zwangsweisen und kostenpflichtigen Einziehung gelangen.

Die Herrn Bürgermeister bitten wir, dieses im Interesse ihrer Gemeindeangehörigen wie seither auch ortsüblich be­kannt machen zu lassen.

Schlüchtern, den 2. August 1928.

Der Vorstand der Allg. Ortskrankenkasse.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung

Am Montag, d e n i z. A u g u st 1928, vormittags 8y2 Uhr wird auf dem Rathaus Kanzlei der Schaf­pferch öffentlich verkauft.

Schlüchtern, den 10. August 1928.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Stadt Steinau.

Bekanntmachung.

Der Deckel am Bassin der Kellerbrunnenguelle ist ge­waltsam geöffnet worden und bietet dadurch die Möglichkeit, daß Verunreinigungen eintreten können.

Für die Folge werden derartige Zerstörungen bestraft, > da durch sie größere Schädigungen der Einwohnerschaft in gesundheitlicher Hinsicht erfolgen können.

Steinau, den 8. August 1928.

Die Polizeiverwaltung: Dr. Kraft.

Achtung! Achtung!

In den Staats- und Stadtwäldern von

Salmünster findet am

Montag, den 13. August 1928 emePolizcijagdaufSchwarzwlld statt.

W Wald nicht betreten!W Es wird geschossen!

Bürgermeisteramt Salmünster.

Von Woche zu Woche.

Von Argus.

Am 11. August 1919 hat der damalige Reichspräsi­dent Ebert die von der Weimarer Nationalversammlung be­schlossene neue Reichsverfassung unterzeichnet. Sie trat damit als Gesetz in Kraft. Ueber die Frage, ob man den 11. August zum deutschen Nationalfeiertag machen solle, gehen die Auffassungen auseinander. Im deutschen Volke sowohl, als auch in seiner Vertretung, dem Reichstag. Aber einerlei, wie man sich auch immer dazu stellen mag: der 11. August wird ein geschichtlich denkwürdiger Tag bleiben. Das Inkraft­treten der Weimarer Verfassung hat den revolutionären Zu­stand, der durch den Zusammenbruch im November 1918 ein- getreten war, beseitigt und hat die politische Wiederaufbau­arbeit am Teutschen Reiche ermöglicht. Deshalb wird dieser Tag auch von der Reichsregierung in Anwesenheit des Reichs­präsidenten feierlich begangen. Den ernsten Willen zur Mit­arbeit am Wiederaufstieg unseres Staates und unseres Volkes §u betonen, ist der Sinn dieser Feier und dieses Gedenktages überhaupt.

*

Was ist eigentlich jenseits der deutschen Nordollgrenze los? Niemand weiß es so recht. Obwohl es doch eigentlich nicht gar so schwer sein sollte, es festzustellen. Denn schließlich liegen ja Polen und Litauen nicht im innersten Afrika, sondern in Europa. Sozusagen unmittelbar vor unseren Türen. Trotzdem aber ist, wie gesagt, sehr vieles dunkel in diesem neuesten Wetterwinkel Europas. Die litauischen Zei­tungen berichten, daß Polen große Truppenmassen an der polnisch-litauischen Grenze zusammenziehe und Warschauer Blätter melden ungefähr das gleiche bezüglich Litauens. Immer werden diese Meldungen dann von der betreffenden Regierung wieder dememiert. Am anderen Tage tauchen sie regelmäßig erneut auf. Was eigentlich daran wahr ist, weiß niemand. Fest steht nur, daß die alte Spannung zwischen Polen und Litauen trotz aller Bemühungen, die sich der Völker­bund gegeben hat, noch besteht, ja, daß sie gegenwärtig schärfer ist denn je. Bekanntlich hat sie ihren Ursprung darin, daß die Stobt Wilun, die von den Machthavern in Versailles dem litauischen Staate zugesprochen war, von Polen durch einen bewaffneten Handstreich genommen und kurzerhand dem pol­nischen Staate einverleibt wurde. Seit jener Zeit betrachtet sich Litauen als im Kriegszustand mit Polen befindlich und lehnt es ab, in ein normales Verhältnis zu seinem Nachbar­staat zu treten. Neue Beunruhigung hat in Litauen die Tat­sache hervorgerufen, daß der polnische Marschall Pilsudski am 12. August aus einer großen Tagung der ehemaligen bolnneben Legionäre in Wilna zu sprechen gedenkt und ankündigcn ließ, daß er dabei aufsehenerregende Mitteilungen machen werde. Darüber ist man in Litauen recht nervös geworden, so daß russische Blätter schon von einer unmittelbar drohenden Kriegsgefahr gesprochen haben. Das war sicherlich über­trieben. Aber man hat doch den Eindruck, daß da im Nord- osten Europas höchst gefährliche Dinge vor sich gehen und daß die Großmächte allen Grund haben, ihrerseits dafür zu sorgen, daß hier kein Unglück geschieht. Deutschland hat in Warschau und in Kowno zur Mäßigung geraten. Zum Dank dafür spricht jetzt die litauische Presse babon, daß Deutschland bte Partei Polens ergriffen habe. Das ist natürlich vollkommen falsch, aber man sieht daran, wie groß die Nervosität in Litauen schon ist. Nervosität aber ist ein schlechtes Handwerks- grg für Politiker. Wir hoffen, daß die Ruhe auch bei Herrn oldemaras und feinen Ratgebern in Kowno wiederkehrt. Dann wird sich manches weniger bedrohlich ansehen. Am 30. August sollen in Genf die polnisch-litauischen Verhand­lungen, die bisher erfolglos blieben, fortgesetzt werden.

*

Der englische Außenminister Chamberlain scheint doch bedenklicher erkrankt zu sein, als man ursprünglich an- nahm. Zu vord Eushendun hat er jetzt einen offizn^u Stell­vertreter bekommen, der das Amt des englischen Außen­ministers so lange verwalten soll, bis Chamberlain wieder aktionsfähig sein wird. Chamberlain wird also am 27. August nicht bei der feierlichen Unterzeichnung des Kriegsächtungs­paktes in Paris sein können, und er wird auch bei der Sep­tembertagung des Völkerbundsrates fehlen. Letzteres ist be­sonders zu bedauern. Auch vom deutschen^Standpunkt aus. Denn man weiß, daß Deutschland die Frage der Rhein- räumung in Genf zur Sprache bringen möchte und man weiß auch, daß England den deutschen Standpunkt teilt. Es ist selbstverständlich außerordentlich mißlich, wenn jetzt die wich­tige Frage der Räumung der besetzten deutschen Gebiete im Völkerbünde zur Sprache gebracht werben soll, ohne daß ber deutsche Standpunkt durch die starke Autorität Chamerblains gestützt wird.

Die riesige Vulkankatastrophe in Niederländisch- Indien.

L o » b o n, 10. August. Die Meldungen über den Vulkan­ausbruch in Niederländisch-Jndien verdichten sich immer mehr zu einer Katastrophe größten Umfanges. Stuf einer Insel in der Nähe des speienden Kraters wurden sechs Dörfer vollkommen zerstört. Dabei sollen über 1000 Personen lebenoig verbrannt sein und über 600 durch Steinschlag verletzt worden sein. Ein Erd- und Seebeben, das zu gleicher Zeit wütete und riesige Ueber, schwcmmungen verursachte, erhöhte die Zahl der Todesopfer. Mehrere Eingeborenenschiffe sind mit der gesamten Besatzung verschollen.