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Nr. 95

Donnerstag, den 9. August LIES

88. Zah

Amtliche BekanntmachtingeN.

^Landratsawt.

: IprechMnÄers bsim Zandratsamt: Dterrstags: : und Freitags, vormittags von 9 bis 12 Uhr: BnaBEJiaasBBBBBSBaiiBHBaKnMBKiKcsacaBHBBsaaaKBaaBaasBKBaiBsaswseMBMsuusiiiencssMavaB.t Werfassungsfeier.

I.-Nr. 6798. Die mit meiner Bekanntmachung vom L d. Mts. I.-Nr. 6599 I Kreisblatt Nr. 93 Rauf den 11. August d. 3s. Nachm. 8VZ Uhr angesetzte Feier ^anläßlich der Wiederkehr des Verfassungstages begiKKl bereits um S Mr abends.

Schlüchtern, den 7. August 1928.

Der Landrat: Dr. Müller.

I.-Nr. 6776. Der Landweg SchlüchternHoh-nzell 'wird von Station 0,0 bis 2,2 vom 9. d. Mts. ab bis auf Weiteres für Rraftfahrzeuge über 5,5 Tonnen Gesamtge­wicht gesperrt.

Die Umleitung erfolgt über Niederzell.

Uebertretungen werden nach der Straßenverkehrsord- nung vom 24. 9. 1926 (Beilage zum Reg. Amtsbl. Nr. 40 von 1926) bestraft.

Schlüchtern, den 6. August 1928.

Der Landrat: Dr. Müller.

K r e i s a u s s ch u ß.

z Lanöwittschaftllche Amlagebeiträge für 1S27 betr.

3.=llr. 3240 L. U. Nach Mitteilung der Sektionskasse Kid heute immer noch eine Anzahl Gemeinden und Guts- ckezirke mit der Abführung der Umlagebeiträge für 1927 im Rückstand. Mit Bezug auf die Rreisblattbekanntma- chung vom 11. Iuli 1928, I.-Nr. 2859 L. U. Kreisblatt ür. 86/28 ersuche ich die Herren Bürgermeister iK*^' Tutsvorsteher nochmals, für beschleunigte und vollständige Übführung der Beiträge zu sorgen. Wenn die Abführung bis zum 15. d. Mts. restlos erfolgt, ist der Gsnossenschafts- vorstand bereit, von einer Verzinsung der Beitragsrück­stände durch die Gemeinden abzusehen. hierbei weise ich noch besonders darauf hin, daß die Gemeindebehörden nach § 10201 der Reichsversicherungsordnung verpflichtet sind, die Beiträge innerhalb der Frist von 4 Wochen seit dem Knforderungstag, das ist der 22. Mai 1928, mithin Frist- ablauf 25. Iuni 1928, abzuführen oder die Uneinziehbar- beit der Beiträge nachzuweisen (§ 1026 der Reichsversichs- rungsordnung.)

' Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, daß laut dem Begleitschreiben zu den Heberollen oom 22. Mai 1928 losere spätestens bis zum 15. August zurückzusenden sind. Sie werden zu diesem Zeitpunkt in Kassel unbedingt benö- iigt, damit die Vorschußumlage für 1928 vorbereitet wer- den kann. Diese Frist darf deshalb keinesfalls überschrit- f ien werden.

Schlüchtern, den 7. August 1928.

Fer Sektionsvorstand der Hess. Uäss. Landw. Berufsgenos- , i^uschaft Sektion Schlüchtern. Der Vorsitzende: Dr. Müller.

I.-Nr. 3325 K. A. Die Herren Bürgermeister der biodt- und Landgemeinden ersuche ich, den Bestand an d^ckfähigen Ziegen unb sprungfähigen Ziegenböcken, je ge­trennt nach weißen und bunten, alsbald festzustellen und innerhalb 8 Tagen hierher mitzuteilen.

Schlüchtern, den 3. August 1928.

Der Landrat.

3.=Rr. 2928 K. A. Diejenigen Herren Bürgermeister Stadt- und Qindgemeinden des Ureises, welche mit der Zusendung des Verzeichnisses über die in den Monaten äprilJuni d. 3s. erhobenen Vergnügungssteuern noch im Rückstände sind, werden hieran mit 8 tägiger Frist erinnert. Schlüchtern, den 2. August 1928.

Der Vorsitzende des Rreisausschusses.

Di§ amtlich vovgcschL'LeL'SNLN

. Hundesteuerlisten hub fertig^« stellt u«d ko^ne« sofort vo« ims "bzogew werden-

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R ~ Thamberlain wird infolge seiner Erkrankung zur ^istagung nicht nach Genf kommen. Sein Stellvertreter ist Orb Tushendun.

Ueber die östlichen Staaten der vereinigten Staaten , E Amerika ging am Sonntag eine Hitzwelle hinweg, die ^n Todesopfer forderte. Später auftretende Unwetter steten schweren Schaden an.

Washington ist überrEscht.

Emcr Meldung aus Washington zufolge ist man in Krei­sen res amerUanischen Staatsdepartements über das russische ungeovt, den Kelloagpakt mitzuunterzeichnen, stark überrascht ' uno einigermapen aus der Fassung geraten.

Einerseits befürchtet man, daß. falls Söwjetrubkaub den Vertrag unterzeichnen werde, das gleichbedsutend sei inti der Anerkennung Sowjetrußlands, andererseits will man die europäischen Länder, die mit Rußland auf freundschaftlichem rWe stehen, nicht dadurch beleidigen, daß man SowjRruüland mchi r-nladet. Voraussichtlich soll die Frage so gelöst werden, «rarr Frankreich die Einladung überlaßt.

Zur Aenderung des Versailler Verttaaes.

Wie aus Williamstown (Massachusetts) berichtet wird, hielt Professor Borchard von der Universität Aale im Institut für Politik eine Rede, in der er nachdrücklich eine Aenderung des Versailler Vertrages verlangte. Der Vertrag gefährde die Auslande unieraebrachwu amerikanischen Einlagen, die im Kriegsfalle ohne weiteres beschlagnahM werden könnten.

Gas-, Lust- unb SöümauövZr in England.

Ueber London fand in der Nacht ein großes Luftmanöver statt, an dem sich etwa 100 Bomben'luazeuge beteiligten. Gleichzeitig mit diesem 5Ra.ds;itw.li^ aus London wurde von einigen Kriegsschiffen der englif Heu "Dia du R'mrrff auf die englische Südläste burchakführt.

ZyM ÄMeWgRs des Mekseehsstts ^S- W.

Schwierige RettungsurbeitH. 30 Mann Besatzung.

Rovigrro, 8. August. Die Reitungsarbeiten für buS U-BootS. 14" sind in vollem Gange. Wie die Taucher fest- gestellt haben, befindet sich das U-B o o t c t w a 24 M e i I e h s ü d w e st l t ch von St. G o j i ü u u a ;.t einer T ! e s r von 27 Metern. Die Rettungsarbeiten werden mit Hilfe eines großen Brückenschiffes von 240 Tonnen, zwei kleinen ^rüäjm^^ Ts: reu uui) drei großen Schlepp­schiffen' durchgeführt. An der Unglücksstelle sind ferner ein i U-Boot und sechs Torpedojäger cingetroffen.

Nach späteren Meldungen aus Pola befürchtet man, i daß ein Teil des Bootes mit Wasser gefüllt i st. i Trotzdem glaubt man, daß ein Teil der Besatzung noch tot. Im Laufe des Dienstag gelang es den Tauchern, eine Stahl­rohre, in das Unterseeboot zu leiten, mit dessen Hilfe man Lust in das U-Boot zu pumpen beabsichtigt. Die rauhe See gestaltet die Heoungsarbeiten außerordentlich schwierig. Wie jetzt bekannt wird, befinden sich außer der 29 Mann starken Besatzung noch einige Mechaniker im Boot.

Es ist gelungen, mit der Besatzung des gesunkenen L-BootcsS. 14" durch Klopfzeichen die Verbindung aufm= nehmen. Taucher haben bereits eine Stahlkette äw dem U-Boot bcs stigt. 8lm Unglücksort sind die Pontons ein» j getroffen, die zur Hebung notwendig sind. Ferner ist der j KreuzerLauila" in der Nacht vor Anker gegangen, auf dem j sich Vdru'ral Fsschini befindet, dem die Leitung der Rettungs- arveit Lorrlrage» -worden ist.

Die Bef«tzu«g zrms Leben gek«mm?K.

Pola, 7. 8. (WB) Agenzia Stefani Einen Marine- ponton ist es heute abend um 6,30 Uhr gelungen, das vor 34 Stunden gesunkene Unterseeboot F .14 an die Oberfläche des Wassers zu bringen. Leider ist bas Uettungswerk ver­geblich gewesen, denn die gesamte Besatzung von 31 Mann ist infolge der Entwicklung von Ehlorwasserstoff im Inneren des Unterseebootes ums Leben gekommen.

-st- In Stuttgart wurde ein polizsiwachtmrister in Aus­übung seines Dienstes von einem 18 jährigen Gipser mit feinem eigenen Seitengewehr erstochen.

In Brussa bei Angara brach am Dienstag ein Brand aus, der sehr rasch um sich griff und ein ganzes Stadtviertel vernichtete. 4 Hotels, 6 Wohnhäuser und 48 Läden sind vernichtet. Der Schaden soll sich auf 200 000 türkische Pfund belaufen.

In einem Bukarester Fort flogen am Montag 40Q Granaten schweren Kalibers in die Luft. Sechs Soldaten werden vernüßt.

In Illinois ist ein Schnellzug der Zentraleisenbahn entgleist. Heun Personen sind tot, zwölf lebensgefährlich verletzt und 30 bis 40 schwer verletzt.

In Berlin-Lichtenberg wurde am Dienstag eine der größten Geheimbrennereien ausgehoben, mit denen man es je zu tun hatte.

Bei Uevres ist ein auf dem Fluge Pau-Mainz befind­liches französisches Bombenflugzeug in der Uacht abgestürzt. Sämtliche vier Insassen wurden getötet.

Infolge pines Dulkanausbruchs trat auf der 3nfel Flores (Batavia) ein starkes Seebeben auf, dem viele Boote mit Eingeborenen zum Opfer gefallen sind.

Blättermeldungen aus Agram zufolge soll ein neuer Anschlag auf Raditsch geplant gewesen fein, der allerdings in letzter Minute vereitelt werden konnte.

Der Text des französisch-englischen Flottenabkom- mens wird demnächst in Frankreich und in England gleich­zeitig veröffentlicht werden.

Reichsbahn und Reparationszahinngen. Kein H»ß»mm«cheAg zwischen Betriebssicherheit und Repa­rationszahlung sagt Dorpmüller.

Generaldirektor Dr. Dc r p m ü l l c r, der zurzeit wegen des Dinkelscheröener Eisenbahnunglücks in L-'ünchen weilt, äußerte sich in einer Pressekonferenz über die Lürreösnchcr- :eit der Reichsbahn. Er erklärte, die Sicherheit auf der Bahn . ei abhängig von der Technik und den Menschen. Tort, wo ich Lücken zeigten, müßte unnachsichtig daran gegangen wer- >en, diese Lücken zu schließen. Dabei t rfc die Aufwendung von Geld lerne Rolle spielen. Die Presse habe sich naturgemäß sehr starr mit den Unfällen der letzten Zeit beschäftigt und mit Recht. Aber er bitte inständig, dabei nicht den Maßstab zu verlieren. Es gehe auch nicht an, Bayern und Preußen an­läßlich der letzten Unfälle geflissentlich in Gegensatz zu stellen. Schwarzmalerei und übertriebener Pessimismus in der Presse müßten Höfe Folgen für Deutschland, nicht zum wenigsten für Bayern, das den Fremdenverkehr nötig habe, zeitigen. Andere Länder hätten doch auch ihre Eisenbahnunglücke. Die Reichs­bahn suche nicht nach den Schuldigen, um sich selbst zu ent­schuldigen; sie wolle nicht den einzelnen ins Gefängnis bringen, sondern nur auf jeden Fall ihre Lehre ziehen. Die Menschen müßten verantwortlich bleiben, denn es gebe keine Sicherheit ohne Menschen. Bei der Uebergabe der bayerischen Eisen­bahnen an das Reich seien der Gruppenverwaltung Bayern zlvar gewisse Vorbehalte hinsichtlich der Verwaltiing ihres Netzes eingeräumt worden, aber die Sicherheit des Betriebes werde hierdurch in keiner Weise beeinslußt. Die Sicherheit stehe über der Selbständigkeit.

Der Zweck seines Münchener Aufenthaltes sei, in gemein­samer Beratung mit den verantwortlichen Persönlichkeiten der Gruppenverwaltung Bayern dieses Ziel zu fördern. Schließ­lich erklärte Dr. Dorpmüller noch, -daß es falsch sei, wenn zwischen Neparalionszahlungen und Betriebssicherheit irgend­ein Zusaurmenhaug krurstruiert wurde. DorpmilLer führte aus:

Der Verwaltungsrat der Reichsbahn, einschließlich der dort mitwirkenden Ausländer, hat niemals versucht, Mittel fm .den sind. Es haben uns bisher u'emÄs 13 Mittel gefehlt, die notwendig sind, um die Sicherheit eukechtzuerhalte«.

Keine Befriedigung in München.

Zu den Ausführungen des Generaldirektors Dorpmüller in München äußern sich die Münchener Blätter nicht sehr be­friedigt. DieMünchner Neuesten Nachrichten" sagen, die Münchener Stellen könnten aus den Ausführungen des Generaldirektors der Reichsbahn wenig Lehren entnehmen. Die Münchener Presse sei darauf eingestellt gewesen, ein war­mes Wort des obersten Leiters der Bahn zu hören, welche Garantien für die Zykunft gegeben sind, um die Sicherheit der Bahneir zu erhöhen. Diese sachlichen Angaben habe Dr. Dorpmüller nicht gemacht.

die Tariferhöhung.

Wie verlautet, ist das Reichsbahngericht zu seiner Kon­stituierung bereits zusammengetreten und hat sich auch schon mit der Tariferhöhung beschäftigt. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß die Entscheidung noch im Laufe des August erfolgen wird. Das Reichsbahn gerächt ist in seiner Beweiserhebung völlig frei.

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Eins «sue EisenbahnSetriebooM sttng

Der Reichsverkehrsminister, v. Guerard, hat, wie die Blätter melden, eine Verordnung über die Einführung einer neuen Lifenbahnbau- und Betriebsordnung erlassen. Diese Verordnung tritt am 1. Oktober in Kraft. Sie enthält Be­stimmungen über die Bahnanlagen, die Fahrzeuge, den Bahnbetrieb, die Bahnpolizei und schließlich Bestimmungen für bis Publikum. Die Betriebsordnung gilt für alle dem allgemeinen Verkehr dienenden Eisenbahnen Deutschlands. Unter den Vorschriften befinden sich wichtige Bestimmungen zur Sicherheit der Reisenden. So wird u. a. verordnet, daß die Bahn so zu unterhalten ist, daß jede Strecke ohne Gefahr mit der größten für sie zugelassenen Geschwindigkeit befahren werden kann. Die Bahn muß auf den Hauptbah­nen jeden Tag, auf den Nebenbahnen jeden zweiten Tag auf ihren ordnungsmäßigen Stiftanb untersucht werden. Zur Untersuchung der Bahn dürfen Frauen nicht verwendet werden. Gefahrdrohende Stellen sind während der Dauer des Betriebes zu beaufsichtigen. Weiterhin enihält die Be­triebsordnung, wie schon erwähnte Bestimmungen über die Bahnanlagen.

Botschafter v. PrittWitz M;Ä Gsff-sn iN Berti«.

Der deutsche Botschafter in Washington, v. Prictwitz und Gafsron, der seinen Urlaub in Deutschland verbringen will, ist gestern mit seiner Familie in Hamburg eingetroffen. Der Botschafter wird einige Tage in Berlin verweilen und auch vom' Reichspräsidenten empfangen werden. Nach sei­nem Besuch im Auswärtigen Amt wird er sich voraussichtlich nach Bayern begeben, wo er eine Besitzung hat, Der Aufent­halt des Botschafters in Deutschland wird etwa sechs Wochen dauern.